Institut für Widerstand im Postfordismus “Böse Déjà-vus”

Theater | Vierte Welt 

Institut für Widerstand im Postfordismus

Fr. 25.03.22 | 20:00 – 21:00

Sa. 26.03.22 | 20:00 – 21:00

Programmänderung: 

Showing von “Böse Déjà-vus”

Work in Progress
 
Das Institut für Widerstand zeigt ein Showing ihrer aktuellen Arbeit „Böse Déjà-vus“.
Aufgrund von Krankheit im Team verzörgert sich die Präsentation der Premiere bis Mai.
Am 25. und 26. März zeigt das Institut einen Zwischenstand, der wiederum eine eigene Performance ist.
Anschließend laden die Künstler:innen zum Gespräch.
 

„Mein Urgroßvater war Psychiater und hat all seine Sitzungen akribisch notiert. Als ich dann später in Berlin mein Studium der Psychatrie-Geschichte aufgenommen habe, habe ich all seine Notizen akribisch studiert. Viele, viele Jahre später  –  es muss so Anfang der 2000er gewesen sein -, war ich eingesetzt in einer West-Berliner Einrichtung für schwer erziehbare Erwachsene. Sie waren alle um die 80 Jahre alt. Und sie waren nicht zu erziehen. Hat man sie gefragt: Wer bist du? Haben sie nur mit dem Kopf geschüttelt. Ich muss ganz ehrlich sagen, das hat mich herausgefordert. Ich habe mir die Zähne an denen ausgebissen. Einmal kam ich in die Klinik und einer der Patienten saß vorne im Foyer …“

In nahezu jedem Bereich des öffentlichen und privaten Lebens in Deutschland setzen sich nach 1945 die Nazi-Kontinuitäten fort. Eine ausreichende Entnazifizierung hat nicht stattgefunden. Weder im öffentlichen Sektor noch privaten Raum. Wo sollten sie hin? Sie können sich nicht in Luft auflösen, die Mitläufer:innen und Überzeugten, die Täter:innen wie Mitwisser:innen.

Was bedeutet es jetzt, 75 Jahre später einen Blick darauf zu werfen, aus der dritten, aus der vierten Generation heraus? Was ist in den Familien passiert? Wie haben sich die Nazi-Verstrickungen weitergetragen? Und was hat das alles mit den rechten Bewegungen in der Gegenwart zu tun?

„Böse Déjà-vus“ nimmt sowohl sozialpsychologische Theorien der Transgenerationalität wie auch die historische Faktizität von offensichtlichen und versteckten Nazi-Identitäten in der deutschen Gesellschaft nach 45 bis heute in den Blick. Dabei sucht die Performance des Instituts für Widerstand im Postfordismus nach einer analytischen und atmosphärisch-symptomatischen Perspektive.

Von und mit Vega Damm, Sebastian König, Michi Muchina, Elisa Müller, Marcus Reinhardt, Anna Helene Zöllner

Eine Produktion des Instituts für Widerstand im Postfordismus Kooperation mit Vierte Welt Berlin. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste e.V.

Medienpartner: 

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Voltage 2.0

Audiovisuelle Performance 

with Akkamiau

Fr. 11.03.22 | 20:00 – 21:00

Sa. 12.03.22 | 20:00 – 21:00

The electrostatic tension on the fields of disconnect.

The object of the audiovisual performance Voltage is to create together an aesthetically interesting and at the same time provocative audio-visual-movement content challenging the ideas we carry about ourselves and our connection and disconnection with our environment. Our new collaborative piece is based on the premises of deep ecology and ecofeminism, and it is analysing, interpreting and addressing the difficulties of our current situation and proposing possibilities for awareness and embodiment of new patterns of behaviour in the hope of self-reflection and sustainable action. The work includes movement choreography performed by the dancers of the collapsetofraction collective and dancers from Prague, a quadraphonic piece Xiao by Akkamiau, working with human emotional sounds and their interpretation generated by deep neural networks – an artificial intelligence speech learning technology, and artwork and live visuals by artist Jana Francova.

Credits:

concept and production by Lenka Kocisova, PhD http://akkamiau.weebly.com

spatial sound by Akkamiau https://soundcloud.com/akkamiau

visual art and live mapping by Jana Francova, PhD http://scalnivideo.janafrancova.cz/

concept, choreography, performance by collapsetofraction (Calvin Bernauer, Marlene Kahl, Canay D rtyol, Paula)

Pr brock) https://www.instagram.com/collapsetofraction

choreography, performance Mark ta Kuttnerov , Majda Junkov , Jolana Sturmov 

technical and light assistance by Roy Funke

Supported by Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds.

12 Hours of Nothing

12h Event |UdK Studium Generale in collaboration with Vierte Welt 

Sa. 12.02.22 | 12:00 – 24:00

12 Hours of Nothing The UdK Studium Generale in collaboration with Vierte Welt Berlin In his legendary “Lecture on Nothing”, composer John Cage claims that “what we require is silence, but what silence requires is that I go on talking”. In his unique and concise way, Cage points out that Nothing can only exist through specific modes of action, by demarcating zones of non-doing; in other words, Nothing is a practice.

In the past few weeks, we gathered at Vierte Welt and online, as part of the “Practices of Nothing” seminar; we read, discussed, and reflected upon the notion of Nothing in the context of artistic practice, as well as in the broader socio-economic context, namely, late-capitalism’s demands of constant production and commodification of everything.

Aiming to embody and explore the elusive notion of Nothing, we have formulated a collection of practices, installations, collective acts and individual mediations, which will be shared with the public at the “12 Hours of Nothing” event.

 

Join us on Saturday, February 12, anytime from noon till midnight, at Vierte Welt Berlin (2G+), or tune-in to the live streaming:

https://us02web.zoom.us/j/82021155710pwd=MjZGUlUwY1ZkL3dSZFk5b0ZVRWx1dz09    Meeting ID: 820 2115 5710, Passcode: 774319

Expect Nothing! *please bring your own headphones if you wish to experience audio pieces.

With and by: Rihua Jin | Zuki Ringart | Selin Demirel | Emily Adele | Yuxiao Feng | Tobija Hudnik | Jonas Frey | Morten Østerlund Larsen | Margarita Stiemerling | Saara Kolehmainen | Clio Maclellan

Seminar lead: Netta Weiser

Technical support: Aiko Okamoto

DAS IST NICHT MEIN LAND – Eine Video-Performance über ein unglaubliches Jahrhundert

Videoperformance

 

Mi. 02.03.22 | 20:00 – 22:00

Do. 03.03.22 | 20:00 – 22:00

Fr. 04.03.22 | 20:00 – 22:00

Performance mit Nachgespräch – Sa. 02.03.22 | 20:00 – 23:00

Das ist nicht mein Land erzählt anhand der Biografie eines Menschen ein Jahrhundert mit absurden und unglaublichen Verknotungen von Ereignissen, Orten und Schicksalen.

In einer Videolandschaft aus Brandenburger “Lost Places” entfaltet der Darsteller Malte Scholz die Erzählung eines Lebens. Es ist die unmögliche monströse Biografie eines widerspenstigen alten Mannes, der am Ende seines Lebens aus der Zeit gefallen ist. Wir nennen ihn: Herr M. Er ist Ingenieur, ein Mann der Wirtschaft und des Ostens. Sozialistischer Wirtschaftsführer und kapitalistischer Kiesgrubenbesitzer. Herr M. ist ein Mensch des „sowjetischen Zeitalters”. Ein Bürger der DDR. Ein Freund der „Russen”. Hitler-Junge in der Schlacht von Halbe. Er lebt in einer feuchten Niederung zwischen Schuppen, Maschinen und alten Bauwagen mit der Schäferhündin Elsa, Katzen, Hühnern und einem Pferd. 

Die Fäden dieser Erzählung(en) führen durch die Schrecken eines Jahrhunderts, um sich an ihren Enden in ein großes Nichts aufzulösen. Diese Geschichte ist erfunden und wahr in ein und demselben Moment. Hat Herr M mit Walter Ulbricht gezeltet? War er ehrenhalber ein Oberst der Roten Armee? Die Hybris, die aus seiner fantastischen Erzählung spricht, gründet in einem unbedingten Willen immer und ewig Chef sein zu müssen und zu wollen – und in einer ungebändigten Angst die angesammelte Macht zu verlieren, nicht wichtig zu sein.  

Das ist nicht mein Land, entsteht auf Grundlage von Interviews mit einem 90jährigen Zeitzeugen aus Groß Köris in Brandenburg, die in den Sommern 2020 und 2021 geführt wurden. 

Regie: Dirk Cieslak

Darsteller: Malte Scholz

Bühne: Michaela Muchina

Kamera/Schnitt: Amadeus Altmann

Videobearbeitung: Lea Nagano

Sound: Macarena Solervicens Ruz

Technik: Sebastian König-Hajman 

Dramaturgie+Produktion: Annett Hardegen

Eine Produktion der Vierten Welt, gefördert durch Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Medienpartner:

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BEIRUT – MEETING THE SAINTS

Theater und Performance

 Claudia Basrawi

So. 30.01.22 | 19:00

Sa. 29.01.22 | 19:00

Fr. 28.01.22 | 19:00

Do. 27.01.22 | 19:00

Trailer :

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Eine persönliche Annäherung an Beirut: einst kosmopolitisch, weltoffen und konfessionell so durchmischt wie kaum eine andere Stadt im Nahen Osten, nun durch kriegerische Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten tief beschädigt und dadurch ein Symbol dessen, wie wir aus europäischer Sicht auf diese Region blicken.

Claudia Basrawi lässt uns an ihrer persönlichen Sicht auf Beirut und ihren familiären Hintergrund, einer christlichen syrisch-irakischen Familie, die während des libanesischen Bürgerkriegs das Land verlassen hat, teilhaben. Nach langer Abwesenheit kehrt Basrawi zurück in die Stadt ihrer Kindheit und erlebt sie nun aus einer fremd/vertrauten Perspektive. Das Durchstreifen der bekannten oder fremden urbanen Umgebung, abseits der gewohnten Wege, eröffnet neue Sichtweisen und eine andere Art der Wahrnehmung.

Mit zahlreichen Zeichnungen, die in den letzten Jahren entstanden sind, mit Audiospuren und Fotos aus und über Beirut werden Orte und Themen aus einem subjektiven Blickwinkel betrachtet und dokumentiert. Sich dabei selbst als Referenzpunkt zu verorten ist Teil einer Herangehensweise die sich an der Tradition von Edward Said und seiner Kritik an westlichen Vorstellungen vom “Orient” orientiert. Das Publikum wird durch die vorgetragenen Texte, mittels Tonspuren und dem verschiedenen Bildmaterial auf eine Reise durch die Stadt mitgenommen; Architektur und Menschen verschmelzen und werden zu Mustern der Stadt.

Der Nahe Osten ist mehr als die Heimat des Islam; von je her sind auch Christen sehr stark mit dieser Region verbunden und leben bis heute dort. Beirut – Meeting the Saints zeichnet am Beispiel dieser Stadt ein Bild, das dem westlichen Vorurteil und seiner oft einseitigen Wahrnehmung gegenüber dem Nahen Osten und seinen Menschen eine differenziertere Sichtweise entgegensetzt.

 

Text | Dramaturgie | Realisation | Zeichnungen | Performance Claudia Basrawi

Rauminstallation Cristina Nyffeler

Künstlerische Produktionsleitung | Dramaturgie Anna Bergel  

Visual Art Consulting Rebecca Riedel | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Kerstin Böttcher

 

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

ibus leo.

Medienpartnerschaft taz

Cracks – Ein Familienporträt mit Lücke

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Malte Scholz 

Mi. 08.12.21| 20:00 – 21:30

Do. 09.12.21| 20:00 – 21:30

Eintritt 5 / 7 / 11 Euro

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In Cracks setzt sich der Regisseur und Performer Malte Scholz mit dem Selbstmord seines Bruders auseinander. 

Im Nachdenken über seinen eigenen Wunsch zu sterben, entpuppt sich dieser Selbstmord als Möglichkeit dem internalisierten Bild von unverletzlicher Männlichkeit zu entfliehen und es gleichzeitig zu retten. Als Gegenentwurf öffnet Scholz die Narben seiner Identität und zeigt sich verletzlich. In dem Maße, in dem es gelingt, die eigenen Ausflüchte, Tricks und Klischees zu erkennen, öffnet sich für ihn ein Weg zum Leben. Die Lücke, die der Bruder hinterlässt, lässt sich nicht schliessen. 

Aber die Liebe bleibt.

Konzept, Text und Performance | Malte Scholz | Co-Regie und Produktion | Annett Hardegen

Sound | Julia Krause | Kostüm und Bühne | Valentina Primavera | Live-Video | Federico Neri

Dramaturgie | Kris Merken | Bewegungscoach | Berit Jentzsch

 

Eine Produktion von Annett Hardegen und Malte Scholz mit Vierte Welt. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Sonic Chord

Performance | Lesung | 10 Jahre Vierte Welt

 Anh Trieu in Kollaboration mit Cuong Pham und Ngoc Anh Nguyen 

Fr. 03.12.21| 19:30 – 20:45

Eintritt 7 / 11 Euro

_DE / _EN / _VIET

 

Sonic Chord ist ein multimedialer Abend mit szenischer Lesung.

In Sonic Cords werden Grenzen überschritten – von Genres und Medien, Ländern, Zeiten, auch sprachliche Grenzen. Die Impulsgeber des Abends sind drei Videos aus Anh Trieus Reihe Generation(en) erzählen, in denen durch die Verknüpfung von Fragmenten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft das Diasporische erfahrbar gemacht wird. Die Videoreihe ist eine Auseinandersetzung mit vietnamesisch-diasporischer Kulturproduktion in Deutschland und verarbeitet Elemente der melodramatischen Performances der vietnamesischsprachigen Kultvarieté-Reihe Paris by Night.

In Trieus Filmen entspinnt sich zeitweilig ein Dialog zwischen den Protagonist*innen und einer Stimme aus dem Radio. Darauf beziehen sich die Radio Features von Cuong Pham, die an diesem Abend zwischen den Videoscreenings eingespielt werden. Diese Hörstücke bestehen aus vietnamesischen Liedern und aus Briefen, die eine fiktive junge Mutter aus Vietnam in der DDR-Diaspora an ihr ungeborenes Kind geschrieben hat. Als Vertragsarbeiterin stellt sie sich darin anlässlich des Mauerfalls die Frage, ob sie nach Westdeutschland übersiedeln soll. Cuong Pham spricht in diesem Rahmen über die in die Features integrierten Lieder und gibt Einblicke in die vietnamesische Musikgeschichte. Und Ngoc Anh Nguyen liest live eine deutsche Fassung der Briefe an das Ungeborene vor. So wird ein akustisches Band – ein Sonic Cord – zwischen den Generationen, aber auch zwischen verschiedenen Medien, Sprachen, historischen Ereignissen und geografischen Regionen geknüpft.

Anh Trieu (Regie und Konzept) ist viet-deutsche Filmemacherin und Performancekünstlerin. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den Themen Identität und Familie/Lebensformen. Sie lebt in Berlin.

Cuong Pham (Hörstücke) arbeitet vornehmlich mit dem Medium Radio. Er setzt sich mit kultureller Identität, ethnischen Communities und geografischen Räumen auseinander. Pham lebt in London.

Ngoc Anh Nguyen (Lesung) aka ANOTHERNGUYEN arbeitet als Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Sie fiel bislang vor allem mit kontemplativem Pop auf, in den sie Elemente aus dem Trip Hop und dem alternativen R&B integriert. Sie lebt in Berlin.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

mach mir angst! Komm näher.

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Annett Hardegen 

Fr. 26.11.21 | 20:00 – 21:00

Sa. 27.11.21 | 20:00 – 21:00

Eintritt 5 / 7 / 11 Euro

Trailer:

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mach mir angst! Komm näher ist die mögliche Erzählung einer Hassliebe über die Versuchungen, die Identität verspricht und über die Unfähigkeit, sich in die jeweiligen Angebote einzupassen.

Keine Identität annehmen zu können, egal wie lockend die Bilder und Versprechen scheinen, ist eine Form von soziopathischer Weigerung. Und diese Unmöglichkeit kommt einer Verwundung gleich. 

Nicht zu passen, nicht dazuzugehören ist ein Schmerz. Eine Lücke, eine Wunde, die offen bleibt. Und wie ein Schnitt im Fleisch in sich selbst ein Streben nach Heilung birgt, reizt eine nicht endende Sehnsucht, sich wie ein Pflaster über alles zu legen. Jedes Bild, jede Vorlage, jede Gruppierung könnte der Schorf auf der Wunde sein.

Alle(s) verspricht Linderung.

Und jedes Angebot markiert eine Grenze. Jedes Bild, das wir betreten, in dem wir versuchen, ihm zu ähneln, ist eine Tür, die zuschlägt.

mach mir angst! versucht die Lücke im Ich in einen Bruch umzuformen, der den Bildern inne wohnt. Als eine Art Cover. Als ein Mantel, als Schutzhülle, die sich um uns schmiegt, die uns birgt. Cover(n) ist eine Entscheidung, uns von uns zu entfernen, ist eine Bewegung von uns weg, hinein in eine Allgemeinheit, der das Original gehört. Wir verzichten auf Originalität und bewegen uns im Freiraum einer nicht-identischen Simulation. Cover sind ein Erinnerungsapparat und der Raum einer Selbst-Überschreibung ohne Stabilität.

Im Wechsel eines Blicks von Mutter und Sohn, von 15*51 auf Berliner Leben erzählt mach mir angst! auch deutsche Geschichte im Wechsel der Systeme; in Pop-Musik und Propaganda-Videos die Herausforderung einer nicht-identifikatorischen Ich-Erzählung.

mach mir angst ist ein Musik-Video-Bild, mit Platz für gemeinschaftliche Erfahrung. 

Von Annett Hardegen  

mit Ari, Dirk Cieslak, Jacob Dobers, Thomas Fränzel, Kraus, Martina Neu, Max Reinhardt, Tucké Royale, Volkan T error und Annett Hardegen.

Bühne/ Kostüm und Set_Valentina PrimaveraVideo_Federico Neri 

Sound/ Video/ Technik_ Aiko Okamoto | Assistenz Bühne: Kallia Keffala

Care_Luisa Leppin

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

 

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B A G The end is not an option

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

Sa. 20.11.21| 20:00 

So. 21.11.21| 20:00

The End Is Not An Option ist eine nomadische Erkundung von Enden und Fortsetzungen. 6 Performer*innen ziehen Verbindungslinien vom Jetzt in die Vergangenheit und zurück in die Zukunft und versuchen dabei allgegenwärtigen apokalyptischen Prognosen zu trotzen. Wie eine Gruppe von Sammlern oder ein Wanderzirkus reist das Stück vor seiner Ankunft in der Vierten Welt an drei andere Orte, und überliefert dabei Stimmen und Träume von einem Ort zum nächsten.

Von und mit: Lisa Densem, Roni Katz, Manon Parent, Annegret Schalke, Xenia Taniko, Maya Weinberg, Produktionsleitung: Patricia Oldenhave, Annett Hardegen.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Eintritt frei

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Mäandern, beutelpoetisch

Ein Text über das Projekt The End Is Not An Option von Jette Büchsenschütz

Beginnen wir mit einer Geschichte – einer von vielen, die auf der Bühne des FELD Theaters mit dem Publikum geteilt wurde: Lisas erste Konfrontation mit dem Thema Umweltschutz war das Ozonloch und die damit verbundene Gefahr zu starker Sonneneinstrahlungen. Vor allem in Australien und Neuseeland, wo Lisa aufgewachsen ist, war diese ganz reale Gefahr in den 1990er Jahre ein allzeit präsentes Thema. Lisa erinnert sich an den Wetterbericht, der regelmäßig darauf hinwies, dass z.B. nach sieben Minuten ein gefährlich hohes Sonnenbrandrisiko besteht.

Jede gute Geschichte stellt Fragen, die größer sind als wir selbst. Oder wie Donna Haraway schreibt: „Es ist von Gewicht, welche Geschichten Welten machen und welche Welten Geschichten machen.“ Und es ist ein ähnlicher Gedanke, der die Grundlage bildet für das nomadisierende Performance-Projekt The End is not an Option des Performance Kollektivs B A G.

Nicht nur ihr Name verweist auf das feministische, herrschaftskritische Beutel-Motiv der Schriftstellerin Ursula Le Guin. Auch das über mehrere Monate ausgespannte und in vier zwei-wöchentlichen Residenzen an wechselnden Orten verweilende Projekt versteht sich als eine Sammlung in Bewegung, das nomadisierend von Publikum zu Publikum zieht, mit ihm neue Geschichten und Dinge einsammelt und gemeinsam weiterspinnt.

Von einem Gemeinschaftszentrum in Berlin-Marzahn über Wahrenberg in Sachsen-Anhalt zurück ins Berliner FELD Theater und schließlich in die Vierte Welt am Kottbusser Tor reisend, sammeln sie, teilen, verteilen, erinnern, ernten, spekulieren, lernen von- und miteinander über Kapitalismus, Kollektivität und Klimakrise – über die großen Erzählungen, die uns verbinden oder eben trennen. Jeder der besuchten Orte eröffnet einen anderen Kontext, birgt andere Geschichten, Traditionen und Konflikte und andere Hindernisse in der kollektiven Verständigung. Dabei teilt sich das B A G Kollektiv – bestehend aus den Tänzer*innen und Choreograf*innen Lisa Densem, Roni Katz, Manon Parent, Annegret Schalke, Xenia Taniko und Maya Weinberg – alle Verantwortungen und Aufgaben. Es gibt keine Expertin, die für einen speziellen Bereich zuständig wäre, nichtsdestotrotz bringt jede von ihnen eine besondere Fähigkeit mit, so wie z.B. in Licht- und Setdesign, Komposition, Schlagzeug spielen, Dramaturgie oder Atemtherapie. Genauso wie diese Spezialisierungen in der Arbeitsaufteilung verwischen, verschwimmen auch die Grenzen zwischen Bühnenperformance, Workshop und Probe. Ihre Bereiche informieren sich gegenseitig, sodass aus dem gesammelten Material ein vielwurzeliges Wissensgeflecht entsteht, in dem Anfang und Ende keine Rolle mehr spielen, sondern nur noch die fortlaufenden Verknüpfungen. Ein Ende ist wirklich keine Option.

– – – – –

_EN

The End Is Not An Option is a nomadic exploration of endings and continuations. 6 performers draw trajectories from the now into the past and back to the future while attempting to defy ever present apocalyptic predictions. As collectors or a wandering circus do, the piece travels through three other locations before arriving at Vierte Welt, gathering and transmitting voices and dreams.

By and with: Lisa Densem, Roni Katz, Manon Parent, Annegret Schalke, Xenia Taniko, Maya Weinberg. Production Management: Patricia Oldenhave, Annett Hardegen.

Bag-poetic meanderings

A Text about the project The End Is Not An Option by Jette Büchsenschütz, translated into English by Brandon Johnson.

Let’s start with a story – one of many shared with the audience on the stage of the FELD Theater: Lisa’s first encounter with environmental protection was the hole in the ozone layer and the excessive solar radiation – a very real danger and ever-present topic of discussion in the 1990s, particularly in Australia and New Zealand, where Lisa grew up. She remembers regular weather reports warning of a dangerously high risk of sunburn after only seven minutes in the sun.

Every good story poses questions bigger than ourselves. Or as Donna Haraway writes: “It matters what stories make worlds, what worlds make stories.” A similar notion forms the basis for the nomadic performance project The End is not an Option by the performance collective B A G.

The collective, whose name references writer Ursula K. Le Guin’s carrier bag metaphor, a feminist re-visioning of dominant narratives, similarly approached the project as a collection in motion, moving nomadically from audience to audience over the course of four residencies at four different locations, collecting and expanding on stories and experiences as they went.

As the group travelled from a community center in Berlin-Marzahn to Wahrenberg in Saxony-Anhalt, back to Berlin’s FELD Theater and finally to Vierte Welt at Kottbusser Tor, they collected, shared, distributed, remembered, harvested, speculated, and learned, from and with each other, about capitalism, collectivity and the climate crisis – about the major narratives that connect and divide us. Each of the sites they visited reveals a different context and holds different stories, traditions and conflicts, as well as various obstacles to collective understanding.

The B A G collective – consisting of dancers and choreographers Lisa Densem, Roni Katz, Manon Parent, Annegret Schalke, Xenia Taniko and Maya Weinberg – shared all responsibilities and tasks. And while no one played the role of an expert responsible for a specific area, each member nonetheless contributed a unique skill, ranging from lighting and set design to composition, drumming, dramaturgy and breath work. As these specializations blur in the division of labor, so do the boundaries between stage performance, workshop and rehearsal. Each of their fields informs one other, so that a many-rooted web of knowledge emerges from the collected material, in which ongoing connections, rather than beginnings and endings, are central. An end is truly not an option.

Müde

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Kallia Kefala 

Do. 28.10.21 | Fr. 29.10.21 | Sa. 30.10.21| 20:00

Do. 04.11.21 | Fr. 05.11.21 | 20:00

Eintritt 3 / 5 / 11 Euro

Medienpartn. Taz

_DE

”MÜDE” ist eine Einladung, über das Leben und Arbeiten unter dem Druck von Effizienz und Leistung und über das Ideal der Selbstoptimierung nachzudenken. Darüber hinaus geht es darum, all diese Verhaltensweisen zu verlernen. Die Performance versucht, radikale Potenziale in der Müdigkeit zu finden und sucht nach neuen Möglichkeiten, miteinander und mit der Welt in Verbindung zu treten.

Müdigkeit ist ein weit verbreitetes Gefühl, das jede*r mindestens einmal im Leben, gespürt hat. Aber inwiefern können diese sehr individuellen Erfahrungen eine Grundlage dafür bilden, über Zustände des Müdeseins im Allgemeinen nachzudenken? Und sind Müdigkeit, Ermüdung und Erschöpfung ein und dasselbe? Angesichts dieser Komplexität scheint es sinnvoll, die eigene Erfahrung und Position, sowie eine kleine persönliche Narration zum Ausgangspunkt dieser Arbeit zu nehmen.

Kallia Kefala nimmt die Verflechtungen von Müdigkeit, Erholung, Produktivität und Selbstverwirklichung innerhalb unserer antagonistischen kapitalistischen Gesellschaft in den Blick. Dabei greift sie ihre eigenen Erlebnisse als queere, weibliche und in der Kunst arbeitende Migrantin auf und versucht einen physischen Raum zu schaffen, in dem diese Erlebnisse neu verhandelt werden, neue Formen und Gestalten annehmen und vor dem Publikum und mit dem Publikum zusammen verarbeitet werden können.

Es entsteht ein intimer öffentlicher Raum, eine weiche Hülle, innerhalb derer Behagen und Unbehagen koexistieren. Die Reibung zwischen Realität und Traum, Schwerkraft und Leichtigkeit, Privileg und Verantwortung produziert eine multisensorische Katastrophe. Hier wird nicht mehr geleistet, was verlangt wird. Es entsteht eine gemütliche Welt, die sich allen Erwartungen verweigert.

Konzept/Regie/Performance: Kallia Kefala, Dramaturgie/Bewegungsdramaturgie: Nefeli Gioti, Videodesign: Gloria Gammer, Sounddesign: Kim Bode, Lichtdesign: Claudia Rutz, Bühne-und Kostümbild: Kallia KefalaElisa Nelvand, Bühnenassistenz Pavlos Kapalas, Produktion: Annett Hardegen, Technische Leitung: Aiko Okamoto, Foto: Kim Bode

Dt. und engl. Sprache

Gefördert durch die Einstiegsförderung des Berliner Senats Abteilung Kultur und Europa und  durch das Take Action Programm des Fonds Darstellende Künste.

Medienpartnerschaft taz

_EN

”MÜDE” is an invitation to contemplate on living and working under the pressure of efficiency and achievement and on the ideal of self optimization. Moreover, it is about unlearning those. The performance pursues to find  radical potentials in fatigue and explores new possible ways to connect with each other and with the world.

Being tired is a common feeling and everybody has, at least once, felt this way in their lives. Do these experiences, however, create a common ground considering weariness? And are weariness, fatigue, tiredness, exhaustion one and the same thing? Considering all these complexities it only seems sensible to start from the personal experience, from one’s one position, from a narration of small scale.

Kallia Kefala takes a closer look at the intertwinings between fatigue, rest and the ideas of productivity and self accomplishment in the context of our antagonistic capitalist society. In doing so she retrieves her own experiences as a queer, female and migrant art worker and tries to create a physical space in which they can be renegotiated, take new forms and shapes and be processed in public and with the public.

An intimate public space will emerge, a soft shell inside which comfort and discomfort coexist. The friction between reality and dream, gravity and lightness, privilege and responsibility creates a multisensorial disaster that resists to perform what it is being asked to. A cozy world where all expectations can be denied.

Concept/Direction/Performance: Kallia Kefala, Dramaturgy and Movement Dramaturgy: Nefeli Gioti, Video Design: Gloria Gammer, Sound Design: Kim Bode, Light Design: Claudia Rutz, Stage & Costume Design: Kallia Kefala, Elisa Nelvand, stage assistenz Pavlos Kapalas, Production: Annett Hardegen, Technical Supervision: Aiko Okamoto, Foto: Kim Bode

Funded by the Einstiegsförderung of the Berlin Senate Department of Culture and Europe and by the Fonds Darstellende Künste- Take action Program.

Media partner the taz

Es ist nichts

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Institut für Widerstand im Postfordismus 

Fr. 15.10.21 | 20:00

Sa. 16.10.21 | 20:00

Eintritt / 5 Euro

Absurde Performance über einen Bären im Museum und das Ende der Welt.

Vor ein paar Wochen bekam ich einen Brief. Dieser Brief war eine Einladung. Ich sollte eine Lecture zu der Frage „Verschwindet der Mensch unbelehrbar?“ vorbereiten. Geladen wurden ich und eine ganze Reihe weiterer Künstler:innen, Intellektuelle und WissenschaftlerInnen von einer Gruppe der Führungsriege aus Politik und Wirtschaft. Ich fragte meinen Mann, ob ich zu- oder absagen sollte. Schließlich ging es hier um eine grundsätzliche Frage. Hast du denn was zu sagen?, fragte er. Ich nickte. Noch am selben Tag setzte ich mich an den Schreibtisch. Als ich den Stift zum Papier führte, wurde auf einmal alles schwarz vor meinen Augen. Ich sah nichts mehr. Hilfe, rief ich zu meinem Mann, Hilfe! Er kam: Was ist denn los? Ich sagte, es ist alles schwarz. Ich sehe nichts mehr. Ich kann nichts mehr sehen! Er sagte: Mach dir keine Sorgen.

Konzept, Text, Performance Elisa Müller

Konzept, Dramaturgie Christoph Wirth, Vega Damm

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und des Instituts für Widerstand im Postfordismus, ermöglicht durch flausen+ – young artists in residence.

 

Foto credits:

Wald Fotos : @petervanheesen

Raum Foto : @institutwiderstandimpostfordismus

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artiCHOKE #20

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 artiCHOKE e.V. 

Do. 14.10.21 | 19:00 – 22:00

Eintritt frei / Free entree

Eine artiCHOKE Sonderveranstaltung – hinter den Kulissen.

A special artiCHOKE evening with the team behind the scenes.

ArtiCHOKE feiert mit der Vierten Welt und bringt das ganze Team auf die Bühne.

 

Es lesen (live und zugeschaltet): Adelaide Ivánova, Sam Langer, Lotto Thießen, Antoine Hummel, Joel Scott, Andrea Garcés, Lisa Jeschke, Marty Hiatt, Juan-Diego Otero, Tabea Xenia Magyar und Érica Zíngano.

Sprachen: Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch

artiCHOKE is celebrating with the Vierte Welt and is bringing the whole team onto the stage to read their own work.

 

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

„Pop und Propaganda“ Vol I

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Max und „Drunk at your Wedding“ 

Mi. 13.10.21 | 20:00 – 21:30

Eintritt 5€ | Berlin Pass frei

Eine museale Live-Konzert-Lesung

Nach 12 Jahren liest Max vom Kollektiv der Vierten Welt seinen Text „Die Anatomie der Nische“. Verzahnt mit live gespielten Songs der Indiemusikerin „Drunk at your wedding“

In Abgleich der Gegenwart und des über 12 Jahre alten Versuchs einer Beschreibung der Gegenwart subkulturellem Lebens in Berlin, entsteht eine Lücke. Eine Erfahrung der Veränderung der letzten 12 Jahre in Empfindung, Vokabular und Perspektive.

Max liest diesen Text in der Rückschau. Teils Schamerfüllt, teils voller Überzeugung. Nach einigen Seiten erklingt ein Song und webt sich in die letzten Worte bis er anschwillt und den Raum übernimmt. In die letzten Klänge des Songs weben sich gleichermaßen die ersten Worte des nächsten Kapitels. So entsteht eine Fläche aus Wort und Sound der uns mitnimmt in die Zeiten der Berliner Ravekultur, der Bankenkrise und den letzten Hoffnungen des Antikapitalen. Oder den ersten seit der Wende? Also eine Lesung und ein Konzert gleichermaßen. Mit einem Drink in der Hand und dem Wissen was alles geschehen ist seit damals. Wie fremd sich manches nach 12 Jahren anhört und wie vertraut immer noch. Pop und Propaganda.

MAX ist fester performativer und organisatorischer Bestandteil der VIERTEN WELT. Darüber hinaus arbeitet er als Performer, Texter und Aktivist. Er wird dieses Jahr 50 Jahre alt.

Die Vierte Welt feiert ihr 10 Jähriges Bestehen. Und Max war Teil davon.

DRUNK AT YOUR WEDDING ist Nina.

Sie lebe in Berlin und spielt eine dunkle, melodiöse Mischung aus Songwriter-Folk, Garagenrock und Indiepop mit englischsprachigen Texten.

Ihr neues Album “I Have to Go Home”  https://drunkatyourwedding.bandcamp.com/ ist Ende Juni bei Bohemian Strawberry Records / Broken Silence erschienen.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

UNA PRIMAVERA

10 Jahre Vierte Welt | Film

 In Anwesenheit von Valentina Primavera & Federico Neri 

Di. 12.10.21  | 19:30 – 22:15

Eintritt / 5 Euro

Nach einer letzten Episode häuslicher Gewalt beschließt Fiorella, Mutter von drei Kindern, ihren Mann und ihr Haus zu verlassen. Mit 58, nach 40 Jahren Ehe beantragt sie schließlich die rechtliche Scheidung auf der Suche nach Freiheit und versucht ihr eigenes Leben zurückzuerobern. Die Filmemacherin Valentina, Fiorellas jüngste Tochter, beschließt, den ersten Schritten ihrer Mutter in die unbekannte Zukunft zu folgen. Eine komplexe Reise beginnt, die sowohl sie selbst als auch die Gemeinschaft mit den patriarchalischen Strukturen konfrontiert und deren verheerenden Auswirkungen auf ihre Familie und auf die Gesellschaft aufzeigt.

In Anwesenheit von Valentina Primavera und Federico Neri.

In italienischer Sprache mit deutschen Untertitel.

Una Primavera reiste weltweit von Festival zu Festival. Dies ist ein Auszug aus der Begründung der Jury der 43. Duisburger Filmwoche

„Carte Blanche“ Nachwuchspreis des Landes NRW:

Im Zentrum des prämierten Films steht eine zwiespältige Heldin, die zwischen Mut, Selbstmitleid, Familiensinn und Einsamkeit pendelt. Die Frage, die sie umtreibt, lautet: Kann ich meine Vergangenheit vergessen und im Leben nochmals neu anfangen? Die Regisseurin begleitet die Heldin ihres Films auf diesem ebenso schmerzvollen wie reinigenden Prozess. Sie erzählt die Geschichte einer dysfunktionalen Familienstruktur und fragt, in welchem System sich diese etablieren konnte. Wie ist die Selbstbestimmung einer Frau und Mutter möglich, wo noch offen das Männlichkeitsideal Mussolinis verteidigt wird?

Der Film ist eine Konfrontation mit der Unfähigkeit, über Unausgesprochenes innerhalb einer Familie zu sprechen. Die Regisseurin, die gleichzeitig die Tochter ihrer Heldin ist, ist Teil dieser Konfrontation und übernimmt im Film dafür die Verantwortung.

„Cos’è la famiglia?“ – Was ist die Familie? – so lapidar die im Film aufgeworfene Frage scheint, so komplex sind die Antworten, die der Film gibt. So zeigt er keine klassische Heldin, der der ersehnte Befreiungsschlag gelingt. Vielmehr führt er beispielhaft vor, warum die Konsequenzen des Patriarchats und der strukturellen Gewalt nicht einfach vergessen werden können – und auch nicht vergessen werden wollen.

„Separare non è dimenticare“ – Sich von etwas trennen, heißt nicht, es zu vergessen – diese Erkenntnis der Protagonistin ist am Ende die Legitimation für ihren ganz persönlichen Entschluss, zum Ehemann ins gemeinsame Haus zurückzukehren. Es ist aber auch die Legitimation des Films, uns diese private Familiengeschichte zu erzählen und durch sie eine systemische und politische Dimension sichtbar zu machen.

 

MIT

Fiorella Di Gregorio, Alessia Camilletti, Chiara Primavera

REGIE

Valentina Primavera

BUCH

Valentina Primavera, Federico Neri

SCHNITT

Federico Neri

PRODUZENT

Johannes Schubert

EXECUTIVE PRODUCER

Federico Neri, Valentina Primavera

SOUND & MUSIK

Macarena Solervicens

SOUND & MISCHUNG

Azadeh Zandieh

FARBKORREKTUR

Daniel Kraus

DCP

Martin Herold

GRAFIK

Andrea Cazzaniga

  PRESSE                               NOISE Film PR Mirjam Wiekenkamp 

  WELTVERTRIEB                  filmdelights 

 

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

ANONYME ANWOHNENDE

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

Mo. 11.10.21 – Mi. 13.10.21  | Ausstellung

Mo. 18:00 – 21:00 Eröffnung | Di. 12:00-21:00 | Mi. 12:00-19:00 Keine Reservierung nötig

PARTRIARCHAT FREIE ZONE

In den letzten Monaten ist es in Berlin immer wieder zum kurzfristigen Auftreten Patriarchatsfreier Zonen (PFZ) gekommen. Bei einigen Hindurchgehenden wurde eine euphorisierende Wirkung beobachtet. Vom 11.-13. Oktober wird nun eine dauerhafte PFZ in der Vierten Welt errichtet, um die bisher unbekannten Langzeitfolgen einer Patriarchat – Freie Zone – Exposition zu ergründen. Internationale Forscher*innen gehen davon aus, dass diese zu einer umfassenden Verbesserung des planetaren Wohlbefindens für alle Lebewesen führen könnte.

Bitte mitbringen: Smartphone mit QR-App und Kopfhörer.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

CLOUDS ON CLEAR SKY

Theater und Performance

Johanna Ackva + Akemi Nagao 

Do. 07.10.21 | 19:30 – 20:30

Fr. 08.10.21 | 19:30 – 20:30

Sa. 09.10.21 | 19:30 – 20:30

So. 10.10.21 | 19:30 – 20:30

Eintritt frei / Free entree

_DE

In einer Reihe von drei Soli und einem Duett setzen sich fünf Tänzer*innen unterschiedlicher Generationen und Backgrounds mit dem Tod und der eigenen Endlichkeit auseinander. Im Dialog mit der Künstlerin Johanna Ackva suchen sie nach einer individuellen körperlichen Sprache, die in der Lage ist, ein ungreifbares Phänomen greifbarer zu machen.

_EN

In a series of three solos and one duet, five dancers of different generations and backgrounds work with the topic of death, considering its social and political meaning as well as their own finiteness. In conversation with the artist Johanna Ackva, they are searching for an individual physical language aimed at translating an untranslatable phenomenon.

Mein Vater hat alles bis ins Kleinste vorbereitet. Er hatte einen Ordner, in dem war
alles aufgeschrieben: wer benachrichtigt werden muss, welches Gedicht gelesen
und welche Musik gespielt werden soll. Er wollte keine Kirche, weil er ja
sowieso nix damit am Hut hatte, er wollte mexikanische Musik.

Das ist ja wie wenn man von einer Person eingeladen wird, die aber nicht mehr lebt!

Ja. Er war schon immer ein guter Gastgeber. Wenn Du ihn besucht hast,
bekamst Du als Erstes einen Pisco Sour, dann war die Party schonmal gerettet.
Wir haben damals ein Foto gefunden von meinen Vater mit einem Tablett voller Drinks.
Das haben wir bei der Trauerfeier groß auf ein Tuch projiziert.
So hat er zu seinem Abschied alle begrüßt!

CLOUDS ON CLEAR SKY ist die dritte Performancearbeit, die Johanna Ackva aus ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit Erfahrungen rund um Tod, Trauer und Endlichkeit – als Realität im Kern des Lebens – entwickelt. Für die fünf Tänzer*innen verschiedener Generationen und Hintergründe agiert die Künstlerin in diesem Projekt als Gesprächspartnerin und als Gegenüber. Das Aufgreifen autobiographischer Erfahrungen, das Nachdenken über emotionale und politische Implikationen des Todes, sowie das Eintauchen in ikonographische und poetische Dimensionen sind Werkzeuge für die Suche nach einer individuellen körperlichen Sprache, die in der Lage ist, ein ungreifbares Phänomen greifbarer zu machen. Sich verankernd in der eigenen Anatomie, auf den Atem hörend, die Haut und das Gewicht der Knochen spürend, lädt jeden Abend ein*e andere*r Tänzer*in das Publikum ein, einen Moment der intimen Selbstbegegnung mit ihr*ihm zu teilen.

Umschlossen und miteinander verwoben sind die drei Soli und das Duett eines Vaters mit seiner Tochter durch das kontinuierliche Einschreiben der Bewegungen in den Raum: tafelähnliche Flächen auf Teilen des Bodens und der Wände dienen den Tänzer*innen als Leinwand, auf der sie mit Kreide be-merkens-werte Momente ihres Tanzes markieren und unterstreichen können. Als Erinnerungen an vergangene Momente fügen sich ihre Kreidespuren in den Raum ein und werden sowohl zu Zeichen der Abwesenheit als auch zu Präsenzen, zu welchen sich die nachfolgenden Tänzer*innen in Bezug setzen.

CLOUDS ON CLEAR SKY entfaltet sich im Raum und über den Verlauf von vier aufeinanderfolgenden Abenden. So verstärkt die Arbeit unsere Wahrnehmung vom Verstreichen der Zeit und ruft unser Erleben von Verlust, Erinnerung und Transformation wach.

Eingebettet in die Probenzeit für CLOUDS ON CLEAR SKY im September ist eine dreiteilige Reihe von künstlerischen Interventionen. Kuratiert von Marie DuPasquier/ Display, Berlin öffnen diese gemeinsam mit eingeladenen Künstler*innen und Denker*innen immer Donnerstag abends einen Raum für die Auseinandersetzung mit Tod, Endlichkeit und Trauer aus der Perspektive verschiedener Kunstformen und Wissensgebiete.

Most people in Japan believe that if you pass away, your soul can sometimes come to visit. I don’t know exactly where this belief comes from. It has always been a normal thing. I met my grandmother after her death. It was in France.

In France? You met at the Eiffel Tower?

I was sitting in the back of a car that we were driving through nature to go climbing. I was just watching the landscape outside passing by when she came to the window.

Did she say something?

CLOUDS ON CLEAR SKY is the third performance work resulting from Johanna Ackva’s long term investigation into experiences around death, mourning, and finiteness as a reality at the very core of life. Working with dancers of different generations and backgrounds, the artist’s role in this project is that of an interlocutor and facilitator for each of them. Revisiting autobiographical experiences, reflecting upon emotional and political implications of death, as well as diving into its iconographic and poetic notions are tools for the search of an individual physical language aimed at translating an untranslatable phenomenon and sharing it with an audience.

CLOUDS ON CLEAR SKY unfolds as a series of three solos and one duet. Encompassing and interweaving the four consecutive evenings is the spacial design: an installation of blackboard-like surfaces on parts of the floor and the walls serves as a canvas for the dancers, who can choose to trace and/or outline re-mark-able moments of their dance with chalk. As reminders of past moments, lines and traces accumulate and become both, signs of absence and additional presences for the following dancers to reference.

Weaving into the rehearsal time for CLOUDS ON CLEAR SKY in September is a series of artistic interventions curated by Marie DuPasquier / Display, Berlin, which invites artists and thinkers and opens a space to get in touch with death, finiteness, and mourning through the lenses of their respective works and practices.

Credits:

Künstlerische Leitung, Choreografie: Johanna Ackva | Performance, Co-choreografie: Akemi Nagao, emeka ene, Jan Burkhardt, Sophie Kuhlmann, Regina Baumgart | Sounddesign, Komposition: Evelyn Saylor | Video, Projektionen: Max Hilsamer | Kostüm, Raumgestaltung: Bettina Mileta | Outside-Eye: Roni Katz | Künstlerische Assistenz: Carrie McILwain | Technik: Aiko Okamoto | Produktion: Valerie Terwei | Presse/ÖA: Aïsha Mia Lethen | Grafik: Ana Halina Ringleb

CLOUDS ON CLEAR SKY

Johanna Ackva, artistic direction

Marie DuPasquier, curation

Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von DISPLAY, Berlin.

Grief and Gratitude

Theater und Performance

 Johanna Ackva 

Do. 23.09.21 | 19:00 – 22:00

Im Rahmen von Johanna Ackva | CLOUDS ON CLEAR SKY

Eintritt frei / Free entree

_DE

 

Aufgrund der aktuellen Lage der Pandemie, kann das Konzept des ursprünglich geplanten Abendessens nicht umgesetzt werden. Eine begrenzte Anzahl von Zuschauer*innen ist nun zu einem partizipatorischen Ritual und einer Lecture eingeladen.

Grief and Gratitude ist eine Recherche, die sich mit dem Friedhof als Garten und den essbaren Pflanzen, die darin wachsen, beschäftigt. In den vergangenen Monaten hat Carrie McILwain von Gräbern und ungepflegten Wildwuchsflächen auf Friedhöfen in Berlin geerntet. In einem privaten Ritual verwandelte Carrie McILwain die geernteten Materialien in Pesto, Sirup, Marmeladen und Bonbons. Carrie McILwain interessiert sich für die zyklische oder konstante Transformation, die möglich ist, wenn man aus dem Garten des Todes isst. Diese Arbeit reflektiert das Essen als notwendige Gewalt, als einen Moment des Opfers und der Einverleibung, an dem ein Material seine Form und Wirkung verliert, um mit dem Leben eines anderen zu verschmelzen und es zu erhalten. Wenn jede Mahlzeit eine Erzählung über den Tod hervorrufen kann, welche Rolle spielt dann Dankbarkeit in dieser täglichen Performance? Wie können wir die unvermeidlichen Transformationen, die mit dem Tod einhergehen, anerkennen? — Wie können rituelle Mahlzeiten Gemeinschaft stiften, Trennungen sichtbar machen, hungrige Geister füttern?

(in engl. Sprache)

 

_EN

Due to the current conditions of the pandemic, the concept of the originally planned dinner will not be possible. A limited number of spectators are now invited to a participatory ritual and performance lecture.

Grief and Gratitude is a research focusing on the cemetery as a garden, and the edible plants which grow therein. Over the past months the artist has been harvesting from graves and untended wild sites of growth within cemeteries throughout Berlin. In private ritual the artist transformed the foraged materials into pesto, syrups, marmalades and candies. Interested in the cyclical or constant transformation possible when one eats from the garden of death – This work reflects on eating as a necessary violence; a site of sacrifice and incorporation as one material loses its form and agency to become with and sustain the life of another. If every meal can awaken a narrative of death, what role can gratitude play in this daily performance? How can we acknowledge the inevitable transformations which accompany death? – How do ritual meals reinforce separations, forge communion and feed hungry ghosts?

GRIEF AND GRATITUDE is part of the project CLOUDS ON CLEAR SKY, a series of events and performances on finitude, death and grief.

 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Johanna Ackva, artistic direction

Marie DuPasquier, curation

 

Funded by Hauptstadtkulturfonds Berlin. With the friendly support of DISPLAY, Berlin.

Wahlrecht für alle! Demonstration! Die Vielen

Theater und Performance | Demonstration

 Die Vielen 

So. 19.09.21 | 14:00 

 Neue Nationalgalerie / Kulturforum 

_DE

In Berlin starten wir den Aktionstag am 19. September um 14 Uhr am Kulturforum/Neue Nationalgalerie mit einer Demonstration und laufen von dort zum Platz der Republik. Dort findet ab 15 Uhr eine Kundgebung mit verschiedenen Aktionen statt. Ende: circa 17:30 Uhr.

Performances, Musik, mobiles Wahllokal und Symbolwahlen für Berliner*innen ohne Wahlberechtigung, Redebeiträge von und mit:
Bernadette La Hengst und der Chor der Statistik
Raphael Hillebrand
Minhee Ahn
Storytelling Arena „Haben wir die Wahl?“
Migloom / Petition Nicht ohne uns – 14% – Not without us
Demokratie in der Mitte
12 Volt
Philine Rinnert und Raul Walch

Schließt euch an! Kommt zur Demo mit Abstand und Maske und bringt glänzende Fahnen, Banner und symbolische Wahlzettel mit!

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A2Arabisch@0.5xA2Arabisch@0.5x
Bundestagswahl 2021_Wir wählen5@0.5xBundestagswahl 2021_Wir wählen5@0.5x
Bundestagswahl 2021_Wir wählen6@0.5xBundestagswahl 2021_Wir wählen6@0.5x
Bundestagswahl 2021_Wir wählen7@0.5xBundestagswahl 2021_Wir wählen7@0.5x

Torpor

Theater und Performance

 Laure Boer, Pina Bettina Rücker, Evelyn Saylor 

Di. 16.09.21 | 19:00 + 19:45 + 20:30

Konzert im Rahmen von Johanna Ackva | CLOUDS ON CLEAR SKY

Dauer : 15 min

Eintritt frei / Free entree

_DE

Basierend auf statistischen Daten über die Anzahl der Todesfälle durch die Covid-19-Pandemie thematisiert TORPOR die Diskrepanz zwischen der Abstraktion von Zahlen und der persönlichen Erfahrung. Licht und Dunkelheit in der grafischen Partitur übersetzen sich in Klang und Stille.

Eine Brücke zwischen dem Globalen und dem Persönlichen schlagend, thematisiert die Partitur die Schwierigkeit, sich einerseits mit der Abstraktion der Covid-19-Pandemie und andererseits mit dem Versinken in einer Zeit gefühlter Erstarrung auseinanderzusetzen. TORPOR baut sowohl auf den statistischen Daten des Robert-Koch-Instituts über die Anzahl der Todesfälle durch die Pandemie in Deutschland, als auch auf Fotografien des Alltagslebens in dieser Zeit auf. Der erste Teil der Partitur erstreckt sich über Frühling, Sommer, Herbst und Winter 2020 und wurde im Rahmen von “Composite by the Numbers” (kuratiert von Dayang Yraola) präsentiert. Für CLOUDS ON CLEAR SKY wird die Partitur um drei Jahreszeiten erweitert, die in ihrer Länge der Dauer bis zum Start des Projekts im September entsprechen. Das Stück – welches von drei bis 13 Musiker*innen aufgeführt werden kann – wird an diesem Abend von Laure Boer (dan bau), Pina Bettina Rücker (Quarz-Klangschalen aus Silizium) und Evelyn Saylor (Gesang) interpretiert, wobei die drei ihre eigene Interpretation und musikalische Besonderheit in das Projekt einbringen. Jede Interpretin wählt eine Linie in der Grafik: Wo ein Licht ist, wird auch ein Klang gespielt. Die Ellipsen zeigen totale Stille an und verweisen auf die Anzahl der Toten in Deutschland. Die Fotos aus verschiedenen Jahreszeiten fungieren als narrativer Rahmen für die Kompositionen und erlauben somit eine sehr direkte Transkription von Empfindungen, vom Gefühl der Erstarrung, der Ungewissheit und der Notwendigkeit, jeden Tag Schritt für Schritt vorwärts zu gehen.

TORPOR ist Teil des Projekts CLOUDS ON CLEAR SKY, einer Reihe von Veranstaltungen und Performances über Endlichkeit, Tod und Trauer.

 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Johanna Ackva, artistic direction

Marie DuPasquier, curation

Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von DISPLAY, Berlin.

Bilder:

Titel: Pina Bettina Rücker. Photo by Samolé Jashi, 2020.

Bild unten: Laure Boer. Photo by Paul Rousteau, 2020

Eure Kinder werden so wie wir

Theater und Performance | Lecture | Video | Screening | Indierock

 KRAUS 

Fr. 10.09.21 | 20:30 – 21:30 

Kottbusser Tor – am Gecekondu von KottiundCo (gegenüber vom Café Südblock)

Sa. 11.09.21 | 20:30 – 21:30 

Hof des Hauses der Statistik

So. 12.09.21 | 20:30 – 21:30 

Kindl-Areal Neukölln, Am Sudhaus 2, in Zuhause e.V. 

Ein Live-Musik-Screening am Kottbusser Tor, der Karl-Marx-Allee und auf dem ehemaligen Kindl-Gelände in Neukölln

Eintritt Frei

_DE

Die Vierte Welt und die Band Kraus begeben sich auf Tour durch die ehemals geteilte Stadt. Eure Kinder 2021 ist ein frei*luft*fest nach mehr als 30 Jahren Bestehen eines geeinten Deutschlands und findet im Rahmen des Festivals zum zehnjährigen Bestehen der Vierten Welt Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now? statt

Die Band Kraus hat einen 35 minütigen Song mit dem Titel Eure Kinder werden so wie wir komponiert. Erzählt wird deutsche Geschichte von 1990 bis 2015 beginnend nach dem Mauerfall. Es sind die Geschichte(n) eines geeinten Deutschlands und hier erzählt die Generation, die um 1990 geboren worden ist, in der die vormalige Trennung nur noch Geschichte ist. EURE KINDER ist ein Plädoyer für das Leben, für Menschen, die sich verbinden: gegen Mauern, Hass, Ohnmacht. Es ist ein Liebeslied auf das Leben, vital und menschlich, voll mit Unwägbarkeit und gefüllt mit Dingen, die es lohnt, herauszufinden. Ein Opus an eine Zukunft, in der wir alle Platz haben. Dieses Projekt ist buchstäblich ein 35minütiger Auftakt und so bringen wir ihn aus den gesicherten Kunstraum dahin, wo er gehört wird: auf die Straße; in die Stadt. Die Vierte Welt wagt zusammen mit Kraus eine Tour durch die ehemals geteilte Stadt.

Ausgehend vom Kottbusser Tor und dem Neuen Zentrum Kreuzberg, wollen wir auf die Karl Marx-Allee zum Haus der Statistik und aufs Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei in Neukölln.

Vom 10. -12. September 21 wird Eure Kinder an diesen drei Orten in Berlin an eine Hauswand/ Mauer gebeamt  und die Band spielt live dazu. Die Band bewegt auf einem LKW durch die Stadt. 

Kraus

Ein Film von Klaus Maeck und Aron Krause, Clipper/Freibank 2018

www.krausmachtmusik.de

www.eurekinder.de

Eine Produktion von Kraus und Vierte Welt. Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin, Ruschstiftung, Draussen Stadt.

Bilderrechte liegen bei Jo Larsson 

EureKinder-(c)JoLarsson-8@0.5xEureKinder-(c)JoLarsson-8@0.5x
Eure Kinder PosterEure Kinder Poster
Kraus 01Kraus 01

Vale of Tears

Theater und Performance | Lecture | Video

 Magali Dougoud, Gesine Palmer 

D0. 09.09 | 19:00 – 21:00

Screening & Lecture im Rahmen von Johanna Ackva | CLOUDS ON CLEAR SKY

Eintritt frei / Free entree

_EN

In the frame of this evening dedicated to the topic of tears and mourning, the artist Magali Dougoud and the writer Gesine Palmer will exchange on loss, remembering, weeping and fluids. The discussion will take place after the projection of the video ‚Le Continuum Bleu‘ by Magali Dougoud and a talk by Gesine Palmer.

Im Rahmen dieses Abends, der dem Thema Tränen und Trauer gewidmet ist, werden sich die Künstlerin Magali Dougoud und die Schriftstellerin Gesine Palmer über Verlust, Erinnerung, Tränen und andere Flüssigkeiten austauschen. Die Diskussion findet nach der Projektion des Videos ‘Le Continuum Bleu’ von Magali Dougoud und einem Vortrag von Gesine Palmer statt.

Beyond the enchanting image of its literal meaning, the expression Vale of Tears is related in the Christian tradition with the suffering path of life that one has to endure before dying; as to be observed in the homonymous monumental 19th century painting by Gustave Doré. However, the French understanding of “Vallée de larmes” is commonly dominated by a description of the skin lines formed by the passage of tears under the eyes, and notably used in the plastic surgery jargon. Whether a physical quality or a path of life, this title gives the tone for the evening. The artist Magali Dougoud and the writer Gesine Palmer will exchange on mourning, remembering, weeping and fluids. The discussion will take place after the projection of the video ‚Le Continuum Bleu‘ by Magali Dougoud and a talk by Gesine Palmer. 

‚Le Continuum Bleu’ connects together all the womxn whose paths and bodies have crossed the rivers and canals of the city of Berlin. They died and were killed there but their bodies and minds have risen together to form an original memory that joins distant pasts and potential futures. A new population has emerged from these losses and the violence they carry: the Womxn Waves. According to scientists, they have forgotten to silence one of the X chromosomes in their DNA, altering their identity and changing their shape. By reclaiming the sounds, textures and intervals of their voices they started to rebel. Once the water contained in their bodies merged with the one that contained them, they were ready to build a common body for the uprising. In a poetic approach and a narrative aesthetic close to speculative fiction, Magali Dougouds video questions the intrinsic violence of societies, mostly the one directed against womxn, and correlates it with the domination exercised by humans over nature. What will we reconstruct together from all our losses?

What does it mean to cry? What are tears made of? Why do emotional tears differ from tears caused by onions? What are their purposes and how do they define us individually, collectivity, as a society? Theologist, author and eulogy speaker Gesine Palmer unravels these and other questions through the prism of history, mythology and philosophy. Through a careful analysis of social representations, she reveals our relationship to tears and mourning highly gendered up until today. During this evening and in resonance with the projection of ‚Le Continuum Bleu‘, Gesine Palmer is invited to open the theme of crying as a form of resistance against loss and as an indicator for physical reality as well as an element regulating social life in the grieving process.

Gesine Palmer, lecture // Magali Dougoud, video

English, German, French language

 

_DE

Über die bestechende wortwörtliche Bedeutung hinaus wird der Ausdruck “Tal der Tränen” in der christlichen Tradition mit dem Leidensweg des Lebens in Verbindung gebracht, den man vor dem Sterben durchlaufen muss – wie etwa auf dem gleichnamigen monumentalen Gemälde von Gustave Doré aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Das französische “Vallée de larmes” beschreibt darüber hinaus jene Hautfalten, die durch den Tränenfluss unter den Augen entstehen, und wird vor allem im Jargon der plastischen Chirurgie verwendet. Ob Körpermerkmal oder Lebensweg, der Titel gibt den Ton für den Abend an. Die Künstlerin Magali Dougoud und die Schriftstellerin Gesine Palmer werden sich über Trauern, Erinnern, Tränen und andere Flüssigkeiten austauschen. Die Diskussion findet im Anschluss an die Projektion des Videos ‘Le Continuum Bleu’ von Magali Dougoud und einen Vortrag von Gesine Palmer statt.

Le Continuum Bleu’ verbindet all die Frauen, deren Wege und Körper die Flüsse und Kanäle der Stadt Berlin gekreuzt haben. Sie starben und wurden dort getötet, aber ihre Körper und ihr Geist haben sich zu einer ursprünglichen Erinnerung zusammengefunden, die ferne Vergangenheiten und potenzielle Zukünfte miteinander verbindet. Aus diesen Verlusten und der Gewalt, die ihnen vorausging, ist eine neue Bevölkerung entstanden: die Womxn Waves. Laut Wissenschaftler*innen haben sie vergessen, eines der X-Chromosomen in ihrer DNA zum Schweigen zu bringen, was ihre Identität und ihre Gestalt verändert hat. Indem sie die Klänge, Texturen und Intervalle ihrer Stimmen zurückeroberten, begannen sie zu rebellieren. Sobald das Wasser in ihren Körpern mit jenem zusammenfloß, in dem ihr Leben  endete, waren sie bereit, einen gemeinsamen Körper für den Aufstand zu bilden. Mit einem poetischen Ansatz und einer narrativen Ästhetik, die der spekulativen Fiktion nahe kommt, hinterfragt Magali Dougouds Video die inhärente Gewalt von Gesellschaften, vor allem die gegen Frauen gerichtete, und setzt sie in Beziehung zur Herrschaft, die der Mensch über die Natur ausübt. Was werden wir gemeinsam aus all unseren Verlusten entstehen lassen?

Was bedeutet es, zu weinen? Woraus bestehen Tränen? Warum unterscheiden sich emotionale Tränen von Tränen, die durch Zwiebeln verursacht werden? Was sind ihre Zwecke und wie definieren sie uns individuell, kollektiv, als Gesellschaft? Die Theologin, Autorin und Trauerrednerin Gesine Palmer betrachtet diese und andere Fragen durch das Prisma von Geschichte, Mythologie und Philosophie. Durch eine sorgfältige Analyse gesellschaftlicher Repräsentationen zeigt sie, dass unser Verhältnis zu Tränen und Trauer bis heute stark gegendert ist. In Resonanz mit der Projektion von ‘Le Continuum Bleu’ ist Gesine Palmer eingeladen, das Weinen als Form des Widerstands gegen den Verlust und als Indikator für die körperliche Realität des Trauerprozesses, sowie als regulierendes Element des sozialen Lebens zu thematisieren.

Gesine Palmer, lecture // Magali Dougoud, video

In engl., dt. und franz. Sprache

Vale Of Tears ist Teil des Projekts CLOUDS ON CLEAR SKY, einer Reihe von Veranstaltungen und Performances über Endlichkeit, Tod und Trauer.

 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Johanna Ackva, artistic direction

Marie DuPasquier, curation

 

Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von DISPLAY, Berlin.

 

Titelfoto: 2_FriedWald Fürstenwalde, Hangelsberg, picture taken by Johanna Ackva while accompanying Gesine Palmer to a funeral ceremony, 2020.

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Spirale

Theater und Performance

 REN SAIBARA 

Di. 12.08 – Fr. 16.08  | tgl. 20:00 – 21:00

Eine theatral-tänzerische Erkundung krankhafter Arbeitsmoral

_DE

Mit einer Choreographie zwischen Schreibtisch, Stuhl und Laptop erkundet die japanische (Butoh-) tänzerin und Performerin Haruka Tomatsu die Auswirkungen von entgrenzter Arbeit auf den Körper, die Bewegung und das Wesen der Menschen. In Zusammenarbeit mit der Regisseurin Ren Saibara und der Dramaturgin Viola Köster macht die Tänzerin Stress und Karrieredruck auf der Bühne sichtbar und hinterfragt die oft selbstgewählte Ausbeutung mit Ernsthaftigkeit und Humor.

Macht meine Arbeit mich wirklich glücklich?

In Japan versteht man unter dem Namen „Karoshi“ den Tod durch Überlastung, in Deutschland ist Burnout ein weitverbreitetes Phänomen, das gerade auch solche Arbeiter*innen trifft, die besonders leidenschaftlich bei der Sache sind. Im Sog der Arbeit übernimmt dann schleichend die Arbeitssucht das Ruder und die Person, die sich selbst scheinbar perfekt zu managen vermag verbrennt innerlich und wird leer und arbeitsunfähig.

Der Drang zur Selbstoptimierung im Arbeitskontext beschäftigt die Dramaturgin Viola Köster bereits seit 2009. Ihre wissenschaftliche Recherche zur Entwicklung von Arbeitssucht und Selbstausbeutung im Umfeld von NGOs, wurde zum Ausgangspunkt der Theaterarbeit. „Die Spirale“ nimmt nun das Thema mit vollem Körpereinsatz und unter Zuhilfenahme dreier Sprachen unter die Lupe und hinterfragt so die gesellschaftlich weltweit angesagte gut gelaunte Verausgabung zwischen Büro, Fitnessstudio und Insta-Selfie-Account. Gibt es einen Ausweg aus der Spirale? Oder geht es immer so weiter?

Wer oder was stoppt eine Maschine, die ich selber bin? (Ren Saibara)

Ren Saibara ist japanische Regisseurin und Performerin. Sie interessiert sich für die Mechanismen hinter aktuellen gesellschaftlichen Problemen, die global und zeitübergreifend zu sein scheinen – und kontrastiert in ihren Arbeiten häufig die deutsche und japanische Perspektive auf ein Thema. Mit der Politikwissenschaftlerin und Dramaturgin Viola Köster arbeitet sie seit 2019 daran, die freiwillige Verausgabung einzelner im Beruf auf der Bühne zu hinterfragen. Haruka Tomatsu studierte Butoh Technik, zeitgenössischen Tanz sowie Theaterwissenschaften. Seit 2016 arbeitet sie als freie Choreographin, Tänzerin und Performerin

Konzept/Regie: Ren Saibara | Performance/Choreographie: Haruka Tomatsu | Konzept/Text/Dramaturgie: Viola Köster | Ausstattung: Michaela Muchina | Licht-/Sound-/Videodesign: Sebastian K. König | Outside-Eye: Annett Hardegen

Eine Produktion von Ren Saibara, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR und unterstützt mit Mitteln der Projektförderung Friedrichshain-Kreuzberg.

Oberes Foto Original: (c)Leon Ospald

Gallerie Foto Serie: (c) Franziska Cazanave

 

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HECHT

Videoinstallation

Julia Krause & Lysann Buschbeck 

Di. 13.07 – Fr. 16.07  | tgl. 18:00 + 19:00 + 20:00 

Zeitfenster | time slots  täglich/daily 18:00 | 19:00 | 20:00  

Bitte bei Reservierung Wochentag und Zeit angeben.

Please indicate day of the week and time when booking.

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Ich war 20, M.13 als wir uns trafen. Wir saßen in meiner Küche, wir redeten, schwiegen und nichts passierte. Dann fing ich an zu fotografieren.

Name: Mi. Alter: 28. Bist du mit jemandem zusammen?: Ja. Mit der Ma. Was ist Zukunft?: Ein Haus, Arbeit und Auto. Bist du faul?: Nee. Bist du dumm?: Nee, das wäre ja schlimm. Was ist ein Problem?: Sich zusammenzureißen. Was bedeutet Freundschaft?: Treue. Liebe?: Ehrlichkeit. Treue?: Freundschaft. Tod?: Leben. Geld?: Zugehörigkeit. Sagt man das so? Wenn man Geld hat, gehört man dazu im Leben, in die Bevölkerung. Aber Geld ist nicht wichtig, Geld ist nicht alles. Rausch?: Crystal. Was hast du heute gemacht?: Ich war heute auf dem Friedhof, weil heute Totensonntag ist. Habe was aufs Grab gelegt, bei meinem Vater. Und dann sind wir in den Garten. Und Mittag habe ich gekocht heute schon, gefüllte Paprikaschoten. Was ist dir in deinem Leben am wichtigsten?: Die Ma. Ist das Leben ein Spiel?: Nee. Das Leben ist doch kein Spiel. Das Leben ist doch voll ernst. Darin klar zu kommen, in dem Leben, ist schwer. Wie würdest du gern aussehen?: Wie ich jetzt aussehe. Bin doch ein Hübscher. Habe mich sogar heute rasiert.

Fotografie / Konzeption  Lysann Buschbeck

Sound / Konzeption Julia Krause

Laufzeit 40 Minuten

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und Fonds Darstellende Künste.

Eintritt 5€ 

 

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mach mir angst! Komm näher.

Theater und Performance_indoor

Fr. 18.07.21 | 20:30

Fr. 17.07.21 | 20:30

Fr. 09.07.21 | 20:30

Sa. 08.07.21 | 20:30

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mach mir angst! Komm näher ist die mögliche Erzählung einer Hassliebe über die Versuchungen, die Identität verspricht und über die Unfähigkeit, sich in die jeweiligen Angebote einzupassen.

Keine Identität annehmen zu können, egal wie lockend die Bilder und Versprechen scheinen, ist eine Form von soziopathischer Weigerung. Und diese Unmöglichkeit kommt einer Verwundung gleich. 

Nicht zu passen, nicht dazuzugehören ist ein Schmerz. Eine Lücke, eine Wunde, die offen bleibt. Und wie ein Schnitt im Fleisch in sich selbst ein Streben nach Heilung birgt, reizt eine nicht endende Sehnsucht, sich wie ein Pflaster über alles zu legen. Jedes Bild, jede Vorlage, jede Gruppierung könnte der Schorf auf der Wunde sein.

Alle(s) verspricht Linderung.

Und jedes Angebot markiert eine Grenze. Jedes Bild, das wir betreten, in dem wir versuchen, ihm zu ähneln, ist eine Tür, die zuschlägt.

mach mir angst! versucht die Lücke im Ich in einen Bruch umzuformen, der den Bildern inne wohnt. Als eine Art Cover. Als ein Mantel, als Schutzhülle, die sich um uns schmiegt, die uns birgt. Cover(n) ist eine Entscheidung, uns von uns zu entfernen, ist eine Bewegung von uns weg, hinein in eine Allgemeinheit, der das Original gehört. Wir verzichten auf Originalität und bewegen uns im Freiraum einer nicht-identischen Simulation. Cover sind ein Erinnerungsapparat und der Raum einer Selbst-Überschreibung ohne Stabilität.

Im Wechsel eines Blicks von Mutter und Sohn, von 15*51 auf Berliner Leben erzählt mach mir angst! auch deutsche Geschichte im Wechsel der Systeme; in Pop-Musik und Propaganda-Videos die Herausforderung einer nicht-identifikatorischen Ich-Erzählung.

mach mir angst ist ein Musik-Video-Bild, mit Platz für gemeinschaftliche Erfahrung. 

Von Annett Hardegen  

mit Ari, Dirk Cieslak, Jacob Dobers, Thomas Fränzel, Kraus, Martina Neu, Max Reinhardt, Tucké Royale, Volkan T error und Annett Hardegen.

Bühne/ Kostüm und Set_Valentina PrimaveraVideo_Federico Neri 

Sound/ Video/ Technik_ Aiko Okamoto | Assistenz Bühne: Kallia Keffala

Care_Luisa Leppin

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

 

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BLOCK #4 | Nuovo Corviale Rom

Premiere | Reihe Performance | Dokumentation | Film

 

Corviale Film No.1_online 

Fr, 25.06.21 – So, 27.06.21 | 18:00 – 23:55

Wir zeigen den Film Corviale No. 1 (s/w | 30 min.) mit Marcus Reinhardt online.

Im Januar 2022 wird die vollständige BLOCK | Corviale Produktion mit einer begehbaren Video-Sound-Installation (Corviale No. 2) in der Vierten Welt zu sehen sein. 

 

 Corviale Film No.1 | Gespräch

Sa. 26.06.21 | 19:00

Eine Vierte Welt Produktion mit Life-Performance, Video-Sound-Installation und theatralem Spaziergang.

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Die Blocks dieser Welt sind die Wracks der Fortschrittsmoderne. Die letzten universalen Utopien in Stahlbeton gegossen. Vom Block des Neuen Zentrum Kreuzberg heraus haben wir in vier Produktionen Verbindung zu anderen Blocks geschlagen:  dem Stadtteil Ekbatan in Teheran (Iran),  der wohlfahrtsstaatlichen Modell-Stadt Tapiola in Espo (Finnland) und seit 2020 zu dem einen Kilometer langen, auf der Seite liegenden Wolkenkratzer Corviale am Rand von Rom (Italien).

Corviale ist der Entwurf einer Stadt von 8000 Menschen in einem einzigen Gebäude. Es heißt, Corviale sei die weltweit radikalste Umsetzung der Beschlüsse des Internationalen Congress of Modern Architecture aus den 50er und 60er Jahren, die die Stadtplanung und den Wohnungsbau bis in die 70er Jahre prägten. Monumental und unzerstörbar steht Corviale auf einem Hügel im Südwesten, am Rand von Rom. Großzügige lichte und bezahlbare Wohnungen für die Arbeiterfamilien aus dem Süden und für die aus Roms Zentrum verdrängten BewohnerInnen.

Corviale wurde nie ganz zu Ende gebaut. Wohnungen, Ladenpassagen und die fünf “Säle der Gemeinsamen Herrschaft” wurden besetzt und umgebaut. Irgendwann um 2000 sollte Corviale abgerissen werden. Es gilt als sozialer Brennpunkt, dort zu wohnen ist ein Stigma. Stoff für eine lange Reihe skandalisierender TV Features. Im politischen und sozialen Durcheinander Roms und in den Finessen der Bürokratie hatte Corviale kein Chance. Wo sollte die utopische kooperative Praxis und Organisation herkommen, die erforderlich ist, um die steinerne Utopie zum Leben zu erwecken? Das Leben in Corviale ist verkapselt. Selten begegnet einem ein Mensch in den Gängen und in den Treppenhäusern. Tagsüber sind es meistens freundliche alte Frauen. Hunde werden durch Büsche geführt. Zu Feierabend wird es belebter. Corviale wartet darauf, zu sich selbst zu kommen – dass der flüssige Stein zum Tanzboden des Lebens wird.

 

Die für Januar 2021 geplante Premiere müssen wir leider aus den bekannten Gründen in den Juni 2021 verschieben.

 

Künstlerische Leitung: Dirk Cieslak und Annett Hardegen

Ausstattung: Valentina Primavera

Video: Federico Neri

Performance: Johanna Ackva, Aurora Alfieri, Elena Caronia, Fiorella Di Gregorio, Carry McILwain, Marcus Reinhardt

Sounddesign & Live Sound: Macarena Solervicens Ruz

O-Ton-Aufnahme: David Matteucci

Drohnenpilot: Daniele Romano

Ausstattung Mitarbeit Rom: Elina Vaakanainen

Ausstattung Mitarbeit Berlin: Kallia Kefala

Technik: Sebastian König

Produktionsleitung: Martina Neu

 

Wir bedanken uns bei Monica Melani (Mitreo-Roma) Sara Braschi, Sofia Sebastianelli, Maria Rocco (Laboratorio Città Corviale), Aisling Pallotta, Angelo Scamponi und Don Gabriel für die ihre Gastfreundschaft und freundliche Unterstützung.

 

Eine Produktion von VIERTE WELT gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und den Fonds darstellende Künste.

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Abschied auf Raten

Performance | 10 Jahre Vierte Welt | _Online

 

YOUTUBE – LIVE STREAM

Gemeinsam einsam. 
Eine One-Woman-Performance über Pflege und Isolation

Ren Saibara

Fr. 11.06.21 | 20:00 

Sa. 12.06.21 | 18:00

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Es war die Nacht der Premiere einer meiner Freundinnen, als meine Mitbewohnerin, mit der ich wie eine Familie zusammen in einer Wohngemeinschaft lebe, auf einmal erkrankte. Sie hatte einen leichten Schlaganfall erlitten und kam am Tag darauf sofort ins Krankenhaus. Seitdem gehört die Pflege meiner Mitbewohnerin zu meinem Alltag und fesselt mich an unsere Wohnung. Seitdem möchte ich am liebsten immer nur zu Hause sein. Warum? Wie kommt es, dass ich mich am liebsten mit ihr zusammen aus der Welt zurückziehen und mich abkapseln möchte? Oder würde ich in Wirklichkeit doch lieber aus dieser Situation fliehen? – Seit es jedoch Corona „gibt“, ist die Außenwelt zurück in unserem Leben – dadurch, dass es den anderen genauso geht wie uns…

Konzept, Regie und Performance: Ren Saibara, Sprecherin: Emily Klinge, Text: Viola Köster, Video: Lea Nagano, Künstlerische Mitarbeit: Haruka Tomatsu; Tomoya Kawamura

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

FESTIVAL | 10 Jahre Vierte Welt

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

 

Ende 2010 öffnete die Vierte Welt zum ersten mal ihre Türen.

2020 wollten wir 10-Jahre-feiern.

Und dann kam Corona.

 

Jetzt, über ein halbes Jahr später, wollen wir trotz andauernder Pandemie, feiern und beginnen erstmal virtuell: Ab Juni 2021 bis Januar 2022 starten wir Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?mit Arbeiten zahlreicher assoziierter Künstler- und Akteuer*innen aus dem ständig wachsenden Netzwerk.

Die hier versammelten Arbeiten reflektieren die Frage der Re/Präsentation auch im Hinblick auf Arbeitsprozesse und Verteilungsverhältnisse.

Sie sind divers im künstlerischen Ausdruck: vom Screening eines Kinofilms zur Video-Installation, vom Konzert mit Film über die Performance hin zu Lyrik, Lesung und Diskurs.

Jede einzelne Veranstaltung ist eine besondere Auseinandersetzung mit dem*r Künstler*in. Denn alle Arbeiten sind Ausdruck der Frage nach dem „Wer bin ich jetzt?“. Sie sind ein Nachdenken darüber und ein Erinnern daran, was unser künstlerischer Impuls ist und wo wir herkommen, um nicht zu bleiben wer wir sind.

Keine Veranstaltung gefunden

Programm

to be continued …

Im Juni 2021 
„Dissolving Our Market Value“ 

Workshop und Diskussionsreihe, konzipiert von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding 

„Abschied auf Raten“ 

Live-Performance mit Ren Saibara

„The Story behind the song” 

Musik/Lesung mit Jakob Dobers + Marcus Reinhardt

„Block IV Nuovo Corviale” Film #1 

Film und Gespräch Dirk Cieslak, Federico Neri mit Marcus Reinhardt (s/w Film) 35 Min 
“Chor Denken 1” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen 

 

Im Juli 2021
„mach mir Angst! Komm näher“ 

Live-Performance* mit Annett Hardegen 

„Hecht“ 

Installation* Julia Krause, Lysann Buschbeck 

“Chor Denken 2” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen

Im September 2021
Eure Kinder werden so wie wir, 

Konzert mit Kraus 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Performances mit Johanna Ackva und Mitstreiter*innen

 

Im Oktober  2021

artiCHOKE, 

Lyrik

„Anonyme Anwohnende“ 

mehrtägige Installation
„Pop und Propaganda“ 

Gespräch/Musik mit Marcus Reinhardt und Gästen  
„Es ist nichts“ 

Performance mit Elisa Müller 
„Una Primavera“ 

Film mit Valentina Primavera

Im November bis Januar 2022
“Everybody has their own agenda” 

Performance mit Anh Trieu   
“Cracks” , 

Performance mit Malte Scholz
“the end is not an option”  

Tanz/Performance mit Roni Katz Roni Katz, Manon Parent, Xenia Tango, Annegret Schalke, Lisa Densem und Maya Weinberg

„Dissolving Our Market Value 2“ 

Workshop und Diskussionsreihe

“Chor Denken 3” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen 
“Pop & Propaganda, Weihnachtsedition” 

Musik/Lesung mit Jakob Dobers + Marcus Reinhardt

„Block IV – Corviale: Morgen könnte alles anders sein“ 

Performance/Film mit Dirk Cieslak, Annett Hardegen, Valentina Primavera, Federico Neri, 

Macarena Solervicens Ruz 

 

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

ist gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Feels like haven & Slides / a letter to dance

Screening | Online

 

Doppelscreening

Sa.06.03 | 19:00 – So.07.03.2021 | 23:59

Annett Hardegen | Roni Katz

 

Roni Katz und Annett Hardegen zeigen am 6.3. in einem Doppelscreening jeweils eine ins filmische Medium übersetzte Performance.

Beide Arbeiten gemeinsam ist die Erfahrung durch die Pandemie mit neuen Medien arbeiten zu müssen und zu können und innerhalb dieser Arbeiten aber ein Nachdenken über das Medium, in dem die Künstler*innen eigentlich „zu Hause“ sind zu vollziehen: Tanz und Performance sind die Bezugs – und Ankerpunkte ihres Selbstverständnisses.

Gespräch | Online

Ein Gespräch mit Annett Hardegen & Roni Katz

So. 07.03 | 19:00

 

https://us02web.zoom.us/j/87541729125

Meeting ID: 875 4172 9125

Location: BERLIN

Feels like haven | Annett Hardegen

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Zwei Männer und eine Frau, alle mindestens 40. Sie rauchen, trinken, hören Musik und erinnern sich: Wie hat das alles angefangen? Erste Zigaretten? Lieblingssong? Wann ist da was kaputt gegangen? Sie spielen ein Spiel: identity. Das Gefühl, die 40 überlebt zu haben, lässt sie unsicher werden. Sie verschwimmen zu einer Geschichte, einer Selbst-Erzählung. Drei mal Ich und doch gar keins oder doch die Geschichte von der Person, die sich Annett Hardegen nennt und behauptet: das ist alles meins, das ist mein Ich. Und dann vermischt sich der Zigarettenrauch im Bild zu einem diffusen Nebel. Die Bilder verschwimmen, wer spricht da und zu wem!

‘feels like haven’ ist ein Spiel der Dopplungen, Verwandlungen, Unterhandlungen und der Anbahnung an den Moment, der endlich eine Auflösung vom Ich verspricht. Weg von mir, sagt sie, ich habe mich nie für mich interessiert. Um so mehr für alles Andere, sagt er und dem Versprechen, dass das Theater für sie war. Eine Art Wahrheit, eine Erzählung, ein Bild. „Und während mich der nächste Faustschlag trifft, vom vernünftigen und jungen Mitschüler, denke ich an die Schachtel in meinem Schrank. In meiner Erinnerung finde ich darin meine alten Schuhe, die ich im Osten getragen habe. “Unglaublich!” rufe ich zufrieden seufzend und freue mich darüber, dass ich sie wieder habe. Etwas zu finden, was mein Leben bis ’89/’91 begleitet hat, als ich so allein war, kommt mir fast wie ein kleines Wunder vor.“ (In dt. Sprache mit englischen Untertitel. Länge: 33 Min.)

von und mit: Annett Hardegen, Lea Nagano, Federico Neri, Valentina Primavera, Marcus Reinhard, Malte Scholz,  Macarena Solervicens

Wir danken: Julia Krause und Michael Krause.

Im April 2020 sollte die Wiederaufnahme von „Feels like Haven“ stattfinden, einem Teil aus der 2018 entstandenen Reihe freies Theater 5 Erinnerungen wie es hätte werden können.

Wir haben uns entschieden, die Performance zu übersetzen. ‚Feels like haven, ein Film‘ ist nach fast einem Jahr Beschäftigung ein Hybrid zwischen nicht mehr Performance und nicht ganz Film, ein Dialog und ein Widerstand.

Eine Produktion von Vierte Welt. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Slides / a letter to dance | Roni Katz

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A choreographer invites the audience to indulge in the symbiosis of dance in her past and the political realities of her present. This deeply personal deconstruction of the choreographies, hierarchies, and labor conditions that have influenced her career exposes the complexities of a dancer’s relationship to dance. While acknowledging inspiration and heritage, and the temporal impossibility to undo education and training, her feelings are exposed. How to embody something you struggle believing in? How can she be devoted to a form that wobbles around politics? How to be unburdened from the oppression of canon and the weight of the gaze? Despite frustration, the way she moves unveils affection for this long-term relationship. The inextricability of dance in her body is as clear as her power to break it down and redirect it. She is looking for the reasons why she began, and why she continues, dancing. 

This film is another iteration of the solo Slides, reworked during a month of residency at Vierte Welt. (length: 25 min.)

Dance and Choreography Roni Katz | Camera Noam Gorbat | Edit Noam Gorbat, Roni Katz | Light Catalina Fernandez | Costume Daphna Munz | Voices Rasha Nahas, Ariel Nil Levy, Alex Viteri, Dora Zygouri | Artistic advice Litó Walkey | Sound Mix | Manuela Schininá

Dank an Louise Trueheart, Laura Kirshenbaum, Zeina Hanna, Tamar Grosz

A production by Roni Katz | Supported by Vierte Welt, Ada Studio Berlin, Deufert & Plischke.

In the grey sky I fly in a bubble

Theater Preview | short film

 An online-tour with Aiko Okamoto 

We meet us virtually at Adalbertstraße 96 (virtually) and visit three video presentations at Vierte Welt (virtually). Excerpts from: Mach mir Angst, komm näher | Feels like haven | BLOCK IV | Nuovo Corviale

Mo. 22.02.21 | 12:00 until 24.02.2021 | 15:00

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We meet us virtually at Adalbertstraße 96 (virtually) and visit three video presentations at Vierte Welt (virtually). Excerpts from: Mach mir Angst, komm näher (Annett Hardegen) Feels like haven (Valentina Primavera, Federico Neri und Annett Hardegen) BLOCK IV | Nuovo Corviale (Dirk Cieslak, Federico Neri, Valentina Primavera, Macarena Solericens Ruz).

An online-tour with Aiko Okamoto

Deutsch mit engl. Untertitel. THIS EVENT IS HAPPENING ONLINE.

 we warmly invite you to accompany us further along in this virtual journey 

Eintritt frei 

 

BLOCK

Reihe | Theater, performative Führungen, Film, Installation

 
BLOCK # 1 bis 4

eine Vierte Welt Produktion

Über das Leben im Wrack der Fortschrittsmoderne

 2021 – Nächste Produktion aus dieser Reihe demnächst sichtbar dokumentiert und archiviert- BLOCK #4 / Cordiale 

Künstlerische Leitung: Dirk Cieslak und Annett Hardegen

Ausstattung: Valentina Primavera

Video: Federico Neri

Performance: Johanna Ackva, Aurora Alfieri, Elena Caronia, Fiorella Di Gregorio, Carry McILwain, Marcus Reinhardt

Sounddesign & Live Sound: Macarena Solervicens Ruz

O-Ton-Aufnahme: David Matteucci

Drohnenpilot: Daniele Romano

Ausstattung Mitarbeit Rom: Elina Vaakanainen

Ausstattung Mitarbeit Berlin: Kallia Kefala

Technik: Sebastian König

Produktionsleitung: Martina Neu

Von und mit Minni Gråhn, Sannah Nedergård, Marcus Reinhardt, Mariel Jana Supka, primavera*maas, Julia Krause, Nadine Vollmer, Sebastian K König, Elina Kritzokat, Annett Hardegen, Markus Alanen und Dirk Cieslak

Eine Produktion von Vierte Welt, gefördert durch den Regierenden Bürgermeister – Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Kooperation mit der Theaterakademie der Universität der Künste Helsinki und in Kollaboration mit Felipe Cusicanqui.  Mit Unterstützung des Goethe-Instituts Helsinki und des Finnischen Kulturministeriums.

 

Von und mit Dirk Cieslak, Jeroen de Boer, Kaveh Ghaemi, Johannes Maas, Pedram Py, Annett Hardegen, Schokofeh Kamiz, Tereschkowa Obaid, Valentina Primavera, Marcus Reinhardt, Solmaz Shahbazi, Mariel Jana Supka, Judith van der Werff und Monika Wiedemer.

Von und mit Jan Bachmann, Dirk Cieslak, Dennis Daniel, Annett Hardegen, Thomas Hechelmann, Lena Mody, Kovo N´Sonde, Lea Nagano, Heike Pelchen, Ulrich Peltzer, Valentina Primavera, Marcus Reinhardt, Ren Saibara, Tamara Saphir, Judith van der Werff u.v.a.

Showdown

Theater | Judith Förster 

 
Showdown

Fr. 18.09 | Sa. 19.09 | So. 20.09.2020 | jeweils 20:00  

 

From a formal handshake to the clash of bodies, the duet showdown probes potential coexistences, by means of care, sabotage, desire, mechanics, collaboration, dominance, rhythm, aesthetics.

 

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Inspiriert von Monique Wittigs Le Corps Lesbienne und Octavia Butlers Roman Parable of the Sower zeigt SHOWDOWN episodenhaft das Aufeinandertreffen und Ko-Existieren zweier Individuen.

 

In einem unheimlichen und gleichzeitig provisorisch-hoffnungsvollen Umfeld, finden die Tänzerinnen Nanna Stigsdatter Mathiassen und Judith Förster Möglichkeiten sich zu begegnen.

     Paragliding /

                    Knotting /

     Masking /

                              Waterfall /

Mit Bezug auf die Welten von Neo-Western und Survivalism verschwimmt in SHOWDOWN die Grenze zwischen Duett und Duell, Kollaboration und Sabotage.

 

Inspired by Monique Wittig’s Le Corps Lesbienne and Octavia Butler’s novel Parable of the SowerSHOWDOWN imagines episodically the meeting and co-existence of two individuals. In a strange and at the same time provisional-hopeful environment, the two dancers Nanna Stigsdatter Mathiassen and Judith Förster find opportunities to meet.

     paragliding /

                    knotting /

     masking /

                              waterfall /

 

With reference to the worlds of Neo-Western and Survivalism, in SHOWDOWN the line between duet and duel, collaboration and sabotage becomes blurred.

 

Mit Maske und Sicherheitsabstand

 

Please wear a mask and keep distance.

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Beirut – Meeting the Saints

Performance Claudia Basrawi

 
BEIRUT – MEETING THE SAINTS

Eine persönliche Annäherung an Beirut: einst kosmopolitisch, weltoffen und konfessionell so durchmischt wie kaum eine andere Stadt im Nahen Osten, nun durch kriegerische Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten tief beschädigt und dadurch ein Symbol dessen, wie wir aus europäischer Sicht auf diese Region blicken.

Do.08.10 | Fr.09.10 | Sa.10.10 jeweils 20:00  So.11.10.2020 | 18:00

Eintritt: Berlin Pass: 3 € | Ermäßigt 7 € | Normal 11 €

Claudia Basrawi lässt uns an ihrer persönlichen Sicht auf Beirut und ihren familiären Hintergrund, einer christlichen syrisch-irakischen Familie, die während des libanesischen Bürgerkriegs das Land verlassen hat, teilhaben. Nach langer Abwesenheit kehrt Basrawi zurück in die Stadt ihrer Kindheit und erlebt sie nun aus einer fremd/vertrauten Perspektive. Das Durchstreifen der bekannten oder fremden urbanen Umgebung, abseits der gewohnten Wege, eröffnet neue Sichtweisen und eine andere Art der Wahrnehmung.

Mit zahlreichen Zeichnungen, die in den letzten Jahren entstanden sind, mit Audiospuren und Fotos aus und über Beirut werden Orte und Themen aus einem subjektiven Blickwinkel betrachtet und dokumentiert. Sich dabei selbst als Referenzpunkt zu verorten ist Teil einer Herangehensweise die sich an der Tradition von Edward Said und seiner Kritik an westlichen Vorstellungen vom “Orient” orientiert. Das Publikum wird durch die vorgetragenen Texte, mittels Tonspuren und dem verschiedenen Bildmaterial auf eine Reise durch die Stadt mitgenommen; Architektur und Menschen verschmelzen und werden zu Mustern der Stadt.

Der Nahe Osten ist mehr als die Heimat des Islam; von je her sind auch Christen sehr stark mit dieser Region verbunden und leben bis heute dort. Beirut – Meeting the Saints zeichnet am Beispiel dieser Stadt ein Bild, das dem westlichen Vorurteil und seiner oft einseitigen Wahrnehmung gegenüber dem Nahen Osten und seinen Menschen eine differenziertere Sichtweise entgegensetzt.

 

Text | Dramaturgie | Realisation | Zeichnungen | Performance Claudia Basrawi

Rauminstallation Cristina Nyffeler

Künstlerische Produktionsleitung | Dramaturgie Anna Bergel  

Visual Art Consulting Rebecca Riedel | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Kerstin Böttcher

 

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

Rawabies Disruptive Nights

Theater Rafat Alzakut

 
 Rawabies Disruptive Nights
Berlin – Ort der Zuflucht und der Utopie, aber auch der Isolation und Schlaflosigkeit.Eine performative Theaterarbeit, die darüber reflektiert und hinterfragt, ob eine neue Gesellschaftsutopie, jenseits individualisierter Entfremdung und Stigmatisierung, erdacht werden kann.

Fr, 30.10. & Sa, 31.10.2020 | 20:00 | Eintritt 3 | 7 | 11 Euro

Berlin – hier leben exilierter KünstlerInnen aus Syrien & dem Iran. Um erfahrbar und denkbar zu machen, was der Verlust eines kollektiven Freiheitstraums und die erzwungene Exilerfahrung und Identitätszuweisung in einer individualisierten, fragmentierten und von Machtstrukturen geprägten Gesellschaft bedeutet.Und wie können die alten und neuen BewohnerInnen der Stadt gemeinsam eine Gesellschaftsutopie, jenseits individualisierter Entfremdung und Stigmatisierung, erdenken.
 
Konzept und Regie | Rafat Alzakout | Performer | Ali Hassan und Kaveh GhaemiKostüm | Arianna Fantin | Assistenz | Gaia DonadelAlma Fantin | Produktion | Christin LüttichIn Arabischer, Persischer, Deutscher SpracheUnterstützt mit Mitteln der Projektförderung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und About: change e.V.

IM TOTEN WINKEL

Diskurs | Performance Reihe | seit 05-2013 

 

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Ein Philosoph | Ein Text | Eine Bühne + Drei Übungen

Die Performance-ReiheIm Toten Winkel wurde im Mai 2013 mit einem Text des französischen Philosophen Alain Brossat eröffnet. Ein Philosoph/in schreibt einen Text für die Bühne. In drei Übungen, über einem längeren Zeitraum verteilt, nähert sich das Ensemble dem Text an, umkreist ihn und entwickelt jeweils drei Theaterabende. Diese Arbeitsweise  entspringt dem Wunsch, die Performance nicht als Schlusspunkt zu setzen, sondern den Prozess der Aneignung und Annäherung an den Text offen zu halten. Wenn wir den Text über ein Jahr weiter-denken und weiter-probieren, insistieren wir auf den Gebrauchswert des Textes für unsere Erfahrung und Erkenntnis. Jenseits von akademischen Einschließungen und Verwertungszwängen, suchen wir danach, philosophische Konzepte/Entwürfe im performativen Raum für ein öffentliches Denken produktiv zu machen.  Die Aufführungen/ Performances verstehen wir in diesem Sinn als offene und unabschliessbare Übungen (Manöver).

Eine Produktion der Vierte Welt Kollaborationen

2016 – Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

2013 bis 2015 – Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und durch die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln des Bundes.

 

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The performance series ON THE BLIND SPOT started in May 2013 with a text by French philosopher Alain Brossat. A philosopher writes a text for the stage. In three exercises, spread out over a long period of time, the ensemble approaches the text, orbits around it and creates three productions. This approach is rooted in the desire to keep the process open, in acquiring the text anew and converging it time and again. The performance is not the final result. When we re-think and re-rehearse the text over the term of a year, we assert the text’s practical value for our experiences and insights. Beyond academic confinement and compulsive utilisation, we are trying to use the performative space to make philosophical concepts/drafts productive for public thinking. In this context we understand our productions/performances as open, inconclusive exercises (Manoeuvres)

As of yet, ON THE BLIND SPOT authors have been Alain Brossat (PLEBS INVICTA), Maurizio Lazzarato (The Making of the Indebted Man), and Giovanni Leghissa (Verfirmung der Gesellschaft/Incorporating Society). The series will continue in 2016 with its fourth edition called Pandora’s Daughters in collaboration with philosopher Boyan Manchev [archive series 1-3 See below]

A  Vierte Welt Kollaborationen production

Funded by Hauptstadtkulturfonds (2016) | Funded by Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten and Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln des Bundes (2013 – 2015)

Serie 4 | April 2016 – Januar 2017

Boyan Manchev | Pandoras Töchter

Der Pandora Mythos

Serie 3 | Juni 2014 – Februar 2015

Giovanni Leghissa | Mythos T.I.N.A.

Die Ära Neoliberalismus ist etwas völlig Neues

Serie 2 | November 2013 – Mai 2014

Maurizio Lazzarato | Der verschuldete Mensch

Schuldenökonomie und Existenz

AUSNAHMEZUSTAND

Performance-Reihe | November 2014 bis Juni 2015  

 
AUSNAHMEZUSTAND # 1 bis 6

oder sechs Versuche in der Kunst der Gastfreundschaft

Eine Performance Reihe frei nach Navid Kermani

Trailer | Embedded  [Afghanistan]

Wiederaufnahme 2016:  Installation/Video/Performance mit Essen von Women in Exil

Mo. 14.11 bis Do. 17.11 | tgl. 20:00 Uhr | Bar/Kasse 19:30 | Eintritt 13/8/3 Euro incl. Essen.

 
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Die feinen Beobachtungen des deutsch-iranischen Autoren Navid Kermani in den Regionen am Rande der Welt, in denen Ausnahmezustand herrscht, entwickeln eine stille Kraft. Sie erzeugen

mit ihrer poetischen Ruhe und Genauigkeit das Gefühl einer Begegnung mit Menschen in Kaschmir, Indien, Afghanistan, Iran, Syrien, Palästina und auf Lampedusa, dem Tor zu Europa. Sie sind Einübungen in Fernstenliebe. Die Auseinandersetzung mit Kermanis Texten in der Reihe AUSNAHMEZUSTAND beschreibt verschiedene Anordnungen zur Verständigung. Verständigung heißt, ein Gespräch führen; keines Falls geht es dabei um einen Dialog, eine Debatte oder einen politischen oder weltanschaulichen Disput.

Es ist die Welt hinter Lampedusa: der Krisengürtel, der sich von Kashmir über Pakistan und Afghanistan über Iran bis in die arabische Welt und noch an die Grenzen und Küsten Europas erstreckt. Von dieser Region berichtet Navid Kermani, von unserer unmittelbaren Nachbarschaft, so fern sie unserem medialen Bewusstsein auch erscheint. Wie von Zauberhand gelingt es ihm dabei, einzelne Schicksale und Situationen so lebendig werden zu lassen, dass schlagartig weltpolitische, ja existentielle Problemlagen deutlich werden, die uns unmittelbar berühren. Auch hinter Lampedusa liegt unsere Welt. Text C.H.Beck Verlag

Der Akt der Gastfreundschaft kann nur poetisch sein. Jacques Derrida

Wir nehmen Kermanis Geschichten zum Anlass, in der Vierten Welt einen Ort der Gastfreundschaft zu errichten. Wir betreten einen Raum, in dem wir uns als Gast und als Gastgeber begegnen. Hier

ist ein ungeschriebenes Gastrecht verbürgt. Ein Recht, von dem wir eigentlich nichts (mehr) wissen. Die Gast/Gastgeber-Verabredung wird zum theatralen Grundthema der Abende. Aber was ist das Gastfreundschaft? Was kann das sein? Jemanden zuzurufen, Fühl dich wie Zuhause… Help yourself… ist vermutlich die Annullierung der Gesetze der Gastfreundschaft. Stehen wir vor der Aufgabe, uns an die Gesetze der Gastfreundschaft zu erinnern, um sie neu zu erfinden? Wir werden unser Bestes tun und unsere Gastgeber, die Performer Anders Carlsson und Matthias Breitenbach werden an sechs Abenden auf ihre jeweiligen Gäste aus Pakistan, Afghanistan, Teheran, Syrien, Palästina und Lampedusa treffen. Und dabei insistieren sie auf die kulturelle Differenz. Es gibt nichts zu versöhnen und auch nichts zu heilen. Wir leben zusammen in einer Welt, in der die Universalität der Moderne unerbittlich weiter Wunden schlägt. Alles Traditionelle vernichtet. Es gibt kein Zurück. Wir werden den Weg weiter zu gehen haben. Wie? Darüber müssen wir uns – wie Karl Marx es formuliert, bei Strafe unseres Untergangs – verständigen.

Von und mit

Regie Dirk Cieslak | Dramaturgie/Produktion Annett Hardegen Ausstattung primavera°maas Künstlerische Mitarbeit Luisa GrassVideo Lenny Triefenschal |  Technik Miriam Akkermann

 

Eine VIERTE WELT Produktion. 

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

 

Drinnen und draußen

…. Der Hausherr hatte – aus einer Laune heraus – seinen Gast gewechselt. Politisch gewendet könnte man hier fragen: Muss Gastfreundschaft nicht radikal zu Ende gedacht und auf jede Unterscheidung zwischen Gästen verzichtet werden? Ist eine unbedingte Gastfreundschaft nicht die einzig mögliche Reaktion auf die Hunderttausenden von Krieg und Elend Vertriebenen, von denen Europa umgeben ist? Zynisch erscheinen auf einmal die deutschen Debatten über Flüchtlingskontingente.

TAZ ARTIKEL

Jannis Hagmann | Taz 3.11.14

Navid Kermani ist habilitierter Orientalist aus dem Iran, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Hamburger Akademie der Wissenschaften. Er hielt die Frankfurter, die Göttinger sowie die Mainzer Poetikvorlesungen und war Gastprofessor in Frankfurt sowie am Dartmouth College in den Vereinigten Staaten. Für sein akademisches und literarisches Werk erhielt Navid Kermani zahlreiche Auszeichnungen, u.a. die Buber-Rosenzweig-Medaille, den  Hannah-Arendt-Preis und den Kleist-Preis.

Dokumentation | Sechs Performances | Nov. 2014 bis Juni 2015

 Zu jeder Performence in der Reihe Ausnahmezustand wurde ein Videokurzfilm produziert.

 

Jun. 2015 | #6

Das Leben, als das was es ist
[ Lampedusa ]

Mit und von Judith van der Werff, Dirk Cieslak und Gästen

Text | Navid Kermani und Maxi Obexer [ Das Geisterschiff ]

Video | 16 min Feature #6

“Das Leben, als was es ist” hat Kermani seine Lampedusa Reportage betitelt, die wir als Ausgangspunkt für unsere letzte, die Reihe abschließende Performance nehmen. Lampedusa ist das markanteste Symbol für die Flüchtlingskatastrophe, die sich an den EU Aussengrenzen abspielt: Wer hier ankommt, der ist dem Tod entronnen. In den erschöpften Flüchtlingen, die Lampedusa erreichen, wird Kermani dem nackten Leben wie bei einer Geburt oder beim Sterben ansichtig, das Leben, als das, was es ist: ein Geschenk. In diesem Sinn stellt sich mit dem Namen Lampedusa die Frage nach unserer Ethik und Humanität ganz unverstellt: existenziell. 

März. 2015 | #5

Wo ist Fadi [ Palestina ]

Mit Anders Carlsson und Judith van der Werff – In Kollaboration mit INSTITUTET

Video | 25 min Feature #5

März. 2015 | #4

Am Eingang zur Hölle  [Syrien]

Mit und von Matthias Breitenbach [Gastgeber], Ayham Majid Agha [Gast],

Judith van der Werff [Lesung] | Video Lenny Triefenschal

Video | 14 min Feature #4

Jan. 2015 | #3

Radio Omid  [Tehran]

Mit und von Matthias Breitenbach [Gastgeber], Omid Montazeri, Schokofeh Zimak [Gäste],

Judith van der Werff [Lesung] | Video Lenny Triefenschal

Video | 15 min Feature #3

Dez. 2014 | #2

Embedded  [Afghanistan]  

Mit und von Matthias Breitenbach [Gastgeber], Tereschkowa Obaid [Gast] und Judith van der Werff [Lesung] | Video Lenny Triefenschal | Videoanimation Daniel Freymüller

Video11 min Feature #2

Nov. 2014 | #1 

Ich habe Angst vor meinem Glück  
[Pakistan]

Mit und von Anders Carlsson [Gastgeber] | Omar Kasmani [Gast] und Judith van der Werff [Lesung] Video Lenny Triefenschal – In Kollaboration mit INSTITUTET

Video14 min Feature #1

Notaufnahme – Hospitali

Theater | Premiere

Christoph M. Gosepath | Robert Schmidt

Ein tansanisch-deutsches Theaterprojekt über den Zusammenhang von psychischen Erkrankungen und Gesellschaft

Mi 19. | Fr. 21. | Sa. 22.| Mo. 24.09.18

Was gibt es zu lernen aus der interkulturellen Begegnung im Umgang mit psychischer Erkrankung in Ostafrika?

Eine deutsche Ärztin fährt nach Afrika. Dort begegnet sie alten afrikanischen Heilmethoden, für die sie, im Bewusstsein der Grenzen moderner westlichen Medizin, immer schon Sympathien hatte. Die Erfahrungen die sie macht, sind allerdings nicht die, die sie erwartet hatte. In einer Berliner Notaufnahme trifft sie auf einen vom afrikanischen Kontinent geflüchteten Patienten, der viele Fragen in ihr aufwirft. .  Was können wir (wieder) lernen von in Ostafrika noch gebräuchlichen traditionellen schamanistischen Methoden wie der des traditional healing? Hängt nicht nur der Erfolg einer Behandlung psychischer Erkrankung von gesellschaftlichen Strukturen ab, sondern die Entstehung überhaupt? Pointiert als These zeigt das Theaterstück: Krankheit ist Gesellschaftskritik.

In deutscher und englischer Sprache.

Am 21.09.2018 gibt es im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch mit dem Theaterscoutingsprogramm des PAP Berlin

Dauer: 90 Minuten

Von: Christoph M. Gosepath und Robert Schmidt | Performance: Nkwabi Nghangasamala, Lisa Marie Janke, Bornice Biomndo | Live Graphic Design: Jeroen de Boer – TheOlifants | Dramaturgie: Martina Neu | Ausstattung: primavera*maas | Sound: Matthias Meppelink | Technik: Sebastian König | Produktion: Clara Becker | Regieassistenz: Emanuele Vassallo

Christoph M. Gosepath (Theaterregisseur, Psychiater, Psychotherapeut) ist Leiter der Künstlergruppe club tipping point. Die hierbei entstandenen Arbeiten beschäftigen sich mit der Symptomatik psychischer Störungen und dem Fremd-Sein in verschiedenen Kulturräumen.

Robert Schmidt arbeitet als Autor und Regisseur für verschiedene Radiosender und Theater (u.a Schauspiel Stuttgart, Maxim Gorki Theater Berlin).

Gefördert aus den Mitteln des Haupstadtkuturfonds.

 

Lauf so schnell du kannst

Theater | Institut für Widerstand im Postfordismus

 
Lauf so schnell du kannst

Fr. 04.09. & Sa. 05.09.2020_Wideraufnahme: Nov.2020

 

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Eigentlich wollte ich zum Flughafen. Aber der Hauptbahnhof war die einzige Möglichkeit. Ich fuhr mit der U-Bahn dorthin. Hätte ich den Bus genommen, wäre alles anders gekommen. Nun bin ich gelaufen. Vielleicht.

 

Ich musste zum Hauptbahnhof. Ich war sowieso schon zu spät. Meine Notizen waren ausartend. Leicht wird das nicht werden. Ich hatte keine Ahnung. War ich fremd? Dafür habe ich zu viel Angst vor Menschen. Oder sie vor mir? Ich hatte nur eine einzige Chance. Und die war eigentlich schon verstrichen. Plötzlich klingelte mein Telefon und ich wusste: Jetzt oder nie. Heute?

 

Von und mit Vega DammElisa MüllerMarcus Reinhardt

IM LOOP@homeoffice

Performance | Live stream

 
IM LOOP@homeoffice

Viola Köster & Ren Saibara

 

Sa. 23.05.20 | 16:00 – 16:30 | Live stream:

Sa. 23.05.20 | 16:00 – 16:30 | Live stream:

Zu sehen ist Haruka Tomatsu live gefilmt durch die Laptop-Kamera als einen unentwegten Begleiter und Kontrolleurs des einsamen Arbeiters. Im Live-Stream aber sind es die Zuschauer*innen, die in die Perspektiv der Kamera versetzt werden. So wird das Publikum zum direkten Beobachter des Kampfes einer Einzelnen mit sich selbst.

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IM LOOP II war geplant als eine Performance über Arbeit und Selbstoptimierung. Eine Choreographie im Setting eines gewöhnlichen Arbeitsplatzes, der vom Sitzen auf einem Stuhl an einem Schreibtisch vorm Computer bestimmt ist. Den Ausgangspunkt bildet die These, dass wir heute dazu neigen, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit so zu verwischen, dass sich ihre Logik von Effizienz, Optimierung und Kontrolle in uns hineinfrisst – oder wir sie auch freiwillig verinnerlichen. Wir erforschen, wie sich diese Logik körperlich auswirkt und äußert. 

 

IM LOOP II beschäftigt sich mit den Dynamiken von Wiederholung, Beschleunigung, Erstarren und Ausbrechen und mit der Frage danach, wann und auf welche Weise der Körper streikt, wenn wir keinen Ausweg aus dem Kreis finden. Könnte es nicht sein, dass der Körper, der uns die Bewegung verweigert, die letzte Möglichkeit des Widerstandes darstellt, die wir haben, wenn wir selbst zu unserem eigenen System geworden sind?

 

Konzept & Regie: Viola Köster, Regie: Ren Saibara

Performance & Choreographie: Haruka Tomatsu

Eine Produktion von Viola Köster & Ren Saibara in Kooperation mit der Vierten Welt, Berlin

Welche Revolution(en) werden wir erlebt haben werden? (Futur III)

Performance | Workshop | Diskussion [ Seit Nov. 2014 ]

 
Work in Progress: Forschen am Widerstand

Institut für Widerstand im Postfordismus

Do. 21.04 + Fr. 22.04 2016 | 20:00 | Eintritt 5/3 Euro | Reservierung:  karten@vierteWelt.de

Aktion Revolutionsautomat für Kreuzberg

 

 

Do. 21. April | 20:00

Tadzio Müller (Ende Gelände, RLS)

Techniken des Widerstands: Klimagerechtigkeitsaktivismus und ziviler Ungehorsam

 

Fr. 22. April | 20:00          

Andrea Vetter (HU Berlin, Degrowth Website)

Strömungen des Widerstands: Postwachstum

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[ Seit Nov. 2014 ]

„Wir konstatieren, dass der Postfordismus in Folge von Transformationen der klassischen kapitalistischen Verwertungsstrategien zur Privatisierung von Gemeinwohl und zur Vermarktung von Naturressourcen und geistigen Ressourcen geführt haben wird. Er wird zu einer kompletten Durchökonomisierung unserer Lebenswelt geführt haben, die den Höhepunkt des Erträglichen im Zuge der späten 2010er Jahre erreicht haben wird. An diesem Höhepunkt wird sich – endlich – großflächiger Widerstand formiert haben werden.“ 

(Auszug aus dem Gründungsmanifest)

 Unter dem Motto „Wir müssen Gegengeschichte schreiben“ (Harald Welzer) forscht das Institut für Widerstand im Postfordismus seit dem Sommer 2014 zu Widerstandsformen im Zeitalter des Postfordismus. Ein zentraler Arbeitsbereich des Instituts ist dabei die Erstellung von Prognosen – wie wird sich der Widerstand bis 2029 weiterentwickeln? Auch 2015/16 lädt das Institut zu seiner offenen Forschungsplattform „Forschen am Widerstand“ in die Vierte Welt ein, bei der Gäste aus Theorie und Praxis Einblicke in Techniken und Instrumente des Widerstands geben. Nach einem Input in Form von Lectures öffnet sich die Runde workshopartig: Gemeinsam kann die Zukunft des Widerstands geplant werden.

Im Dezember werden wir mit Mitgliedern der Bewegung des Konvivialismus und vom denkzentrum│demokratie darüber diskutieren, welche Visionen für unsere Gesellschaft sie entwickelt haben und welche Vorstellungen des zukünftigen Zusammenlebens sie vorschlagen. Debattieren wollen wir unter anderem, inwieweit das Veröffentlichen von Manifesten eine Form des Widerstands sein kann und ob Transformationen unserer demokratischen Prozesse als Formen des Widerstands und Gegenentwurfs wirksam werden können.

Welche Kraft geht von Vorhersagen aus? Wie können wir mir Prognosen (revolutionäre) Veränderungsprozesse auslösen? Dazu werden wir im Januar gemeinsam mit unseren Gästen Marcus Steinweg und Stefan Heidenreich spekulieren: Sie geben dem utopischen Überschuss kollektiver Zukunftsvisionen in einem „überstürzten Denken“ Raum.

Im Februar und März wird es dann um konkrete Instrumente und Strömungen gehen: Wie können wir mit kreativen Formen des Widerstand wie „City-Hacking“ verändern, wie wir in unseren Städten wohnen und leben? Wie kann Nudging als subversive widerständische Praxis eingesetzt werden? Wie werden sich Produktionsbedingungen der Textilbranche und die Mode revolutionieren?

„Die performative Intervention ‚Institut für Widerstand im Postfordismus‘ versucht es anders. Intellektueller und zeitgemäßer. (…) Einen sympathischen Aktivierungsschub verspürt man beim Verlassen des Widerstands-Instituts dann tatsächlich.“

(Rezension auf nachtkritik.de zur Intervention des Instituts beim SPIELART Festival München)

Weitere Informationen: www.labelmueller.de

mit Vega Damm, Michaela Muchina, Elisa Müller, Inga Schaub, Joshua Wicke

Produktionsbüro ehrliche arbeit

Ein Veranstaltungsreihe des Instituts für Widerstand im Postfordismus und müller*****.

Das Projekt wurde ermöglicht durch flausen+ – young artists in residence.

Februar 2016

11.02 Caroline Rosenthal (Mietshäuser Syndikat)

Strömungen des Widerstands: Wohnraumpolitik

12.02 | Lars Zimmermann („The City is Open Source“)

Instrumente des Widerstands: City Hacking

Januar 2016

08.01 Stefan Heidenreich (Autor und Theoretiker) Instrumente des Widerstands:

           Spekulative Praxen

09.01 | Marcus Steinweg („Überstürztes Denken“) Instrumente des Widerstands:

           Behauptungsphilosophie

Dezember 2015

10.12 | Tom Wohlfarth (Denkzentrum Demokratie)Strömungen des Widerstands: Pro Demokratie

11.12 | Frank Adloff („Die Konvivialisten“, Universität Erlangen): Instrumente des Widerstands:

            Das konvivialistische Manifest

Juni 2015

11.06 | Luise Tremel (Stiftung Futur Zwei): Methoden der Widerstandsforschung: Transformation

12.06 | Theresa Züger (Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft): Instrumente  

            des Widerstands: Digitaler ziviler Ungehorsam

Mai 2015

7. Mai – Tim Wihl (HU Berlin, Jura) – Instrumente des Widerstands: Verfassungsklage

8. Mai – Mira Assmann + Martin Nevoigt (Haus Bartleby) – Strömungen des Widerstands: NICHT tun

Interleaved Space III

Audiovisuelle Installation | In Kooperation mit Vierte Welt & Vorspiel / transmediale & CTM

 
Interleaved Space III

Mo. 27.01.2020 | 20:00 | Eintritt: Spende

 

Eine experimentelle Video-Projektion mit Live-Sound-Performance

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Wie entsteht ein Raum und was macht einen Raum zum lebbaren Raum? Wie sieht ein Raum aus, in dem man sich gegenseitig vertraut? Die audiovisuelle Performance Interleaved Space nimmt sich diese Fragen zum Ausgangspunkt. Durch die Verflechtung experimenteller Klangpraxis und Videoarbeiten wird reflektiert, wie kollektiv nicht-hierarchische, nicht-repressive Räume zum gesellschaftlich Realen gemacht werden können, ohne sich in vorgegebenen Haltungen und geregelten Redeweisen zu verfangen. Wenn es nichts Statisches in der Natur gibt, wie könnten es die Räume sein? Eine „graue Zone“* in Zeit und Raum.

Vorhandene Videos werden in Teile zerlegt, um dann durch eine Live-Sound-Komposition zu einer Installation verbunden zu werden. Publikumsraum und Projektionsflächen sind nicht mehr klar zu unterscheiden. Es geht nicht mehr um reines Schauen, sondern um sinnliches Miterleben. Modifizierte Geräusche der Umgebung, Musik und Sprache mischen sich, überlagern sich mit virtuellen und doch real erscheinenden Bildfolgen, reagieren aufeinander; sie illustrieren allerdings nicht, sondern erzeugen ein Rhythmus, der zum Bewegungsprinzip werden wird. Klänge und das Flimmern der Pixel fordern das Publikum auf, sich zu bewegen, Wege zu gehen und zu ergründen, wo der Raum anfängt und wo er endet, Raum, der aus Klängen, Licht, Bewegungen, Schatten und Zeit wird …

*Trinh T. Minh-ha: Elsewhere, Within Here

 

Video

Natasha Dzhola

Veronica Manchego

Dagmar Schürrer                                                                                                                                  

Maja Wolińska

 

Audio

DJ Kohlrabi

 

Kuratiert von

Lawinia Rate

   

In Kooperation mit Vierte Welt & Vorspiel / transmediale & CTM

Gazed – Heimatlos(t)

Performance

 
Gazed – Heimatlos(t)

Dessa Ganda I Julia Kratz I Annett Hardegen I Çağlar Yiğitoğulları

Di. 03.12. & Mi. 04.12.2019 | 20:00 – 21:00 

Kasse/Bar 19:30 | Eintritt 3/7/11 Euro

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In Gazed – Heimatlos(t) erzählen Dessa und Julia ihre jeweilige Kindheit und Jugend in Afrika aus der unterschiedlichen Schwarz/Weiß Perspektive. Das Politische und das Persönliche vermengen sich zu einem Tableau der Afrikanisch-Europäischen Beziehungen.

 

Julia wächst als Diplomatentochter in verschiedenen westafrikanischen Ländern auf. Behütet, in einer wohlhabenden Struktur von Konsularschulen und Villen mit Swimming Pool inklusive afrikanischen Bediensteten.

 

Dessa wächst in einem einfachen Viertel von Lomé in Togo auf. Er träumte erst von einer Karriere im Militär und später als Künstler, die ihm jedoch beide im von der Diktatur heruntergewirtschafteten Land verwehrt blieben.

 

Çağlars Familiengeschichte reicht bis nach Georgien und Sibirien. Bis vor nicht allzu langer Zeit arbeitete er mit Künstlern zusammen, die aus Afghanistan und Syrien geflüchtet waren, kurz darauf musste er selbst die Türkei verlassen und arbeitet seitdem im Exil in Deutschland.

 

Gazed – HeimatLos(t) setzt sich mit Fragen zur Heimat auseinander und versucht tänzerisch und musikalisch nach einer Sprache, um diese Suchprozesse choreographisch umzusetzen; um Antworten darauf zu finden, was Heimat, Zugehörigkeit und Zuhausesein ausmacht, wenn der Boden unter den Füßen in Bewegung gerät. Die Erfahrung von Exil, von ‚out of context‘, rückt den Fokus auf das Essenzielle: Wer sind wir, wenn wir über Heimat sprechen?

 

Als Grundlage für die Zusammenarbeit teilen sich Julia, Dessa und Çağlar biographische Elemente: Die migrantische Erfahrung des Unterwegsseins und das Aufwachsen in einem strickten Kontext. Die Arbeit entsteht als kollaborativer Prozess.

 

Autoren I Performer*innen Julia Kratz & Dessa Ganda

Recherche I Choreographie Çağlar Yiğitoğulları

Outside Eye | Annett Hardegen

Fotos und Design Ted Berglund & Jack Berglund

 

Eine Produktion von Projektförderung Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin I

Vierte Welt I HZT – Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz

 

Eine Vierte Welt Produktion mit dem HZT – Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz. Gefördert von der Projektförderung Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin.

dialogue on difference

Theater

 
dialogue on difference

Claudia Bosse | Abdalla Daif Günther Auer | Theatercombinat

Fr. 22.11Sa. 23.11.2019 | 20:00 – 21:30 | Karten/Bar 19:30 | Eintritt 3/8/12 Euro

„dialogue on difference“ ist eine Performance über ideologische Gespenster, die unsere Gegenwart durchdringen.

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Claudia Bosse und Abdalla Daif performen, sprechen, diskutieren, singen, bewegen sich, kommentieren, konfrontieren sich, treten sich gegenüber in verschiedenen medialen Konstellationen. 

Sie werden Subjekt und Objekt ihrer gemeinsamen Forschung; sie sind Performer, Zeuge und zugleich das Archiv ihrer kulturellen Praxis. Vor-Ort-Recherchen in Ägypten und Österreich bilden die Grundlage dieser Arbeit. Aus verschiedenen Perspektiven befragen die deutsche Regisseurin und Choreographin und der ägyptische Theatermacher und Produzent Ereignisse der Gegenwart, das eigene Lebensumfeld, sowie das des anderen.

 

In englisch, deutscher und arabischer Sprache.

 

artistic direction | performance Claudia Bosse Abdalla Daif  composition Günther Auer  assistance Dagmar Tröstler  communication Oliver Maus Michael Franz Woels  production theatercombinat Alexander Matthias Kosnopfl  production reflection Ahmed Eldeeb

 

A production by Theatercombinat in cooperation with reflection for arts, training & development, alexandria (eg), in coproduction with Kosmos Theater Vienna, supported by Wien Kultur and by change of scene – international partnerships for the performing arts with partners from North Africa or Eastern Europe, a program of Robert Bosch Foundation in cooperation with the German Centre of the International Theatre Institute, by Austrian cultural forum Kairo, by a research grant for performing arts by the Senate Department for Culture and Europe Berlin and by wijhat, an international mobility fund for artists and cultural actors by culture resource.

 

Kindly supported by Goethe-Institute Alexandria | Janaklees art space Alexandria Hellenic Institute Alexandria and wekalet behna art space Alexandria.

 

Dialogue in differnece 2

ctp x E.C.P.A.

Theater club tipping point, Berlin (ctp)

 
ctp x E.C.P.A

Do. 14.11.2019 | 20:00 – 21:00 | Karten/Bar 19:30 | Eintritt 3/5/8 Euro

 

Eine Standortbestimmung zweier Berliner Theatermacher in Zeiten sich verengender Blick- und Denkperspektiven.

 

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In einer Phase verheerender politischer Umwälzungen weltweit, von Zuspitzung von Ungerechtigkeit und Rücksichtslosigkeit und zunehmender Kämpfe um Produktionsbedingungen und Produktionsmittel sucht club tipping point nach Positionen: in welchen Netzen versuchen wir nach der Luft zu schnappen, die wir atmen müssen, die Luft, mit der wir uns artikulieren wollen…artikulieren wollen? Was? Was müssen wir sehen? Warum? Warum, denken wir, müssen wir das sehen? Können wir das einfach „sagen“?

 

Ein kleiner Abend über die Verwirrung zweier Theatermacher in unserer Zeit.

 

Text und Performance Christoph M. Gosepath | Robert Schmidt | Lisa M. Janke | Vera Schrankl

Tracings

Theater | Performance

 
Tracings (in Arabisch, English, Deutsch) 

Nora Amin

Mi. 09.10. + Do.10.10.2019 | 20:00 – 21:00 

Karten/Bar 19:30 | Eintritt 7 Euro

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An encounter between two women who belong to different generations, and speak three different languages: Arabic, English and German. Together they trace the history of their femininity, in connection to homeland, patriarchy, foreignness and politics. 

They exchange roles and positions, and experiment with being in each other’s shoes across time. Their bonding becomes central to their healing and to their relation to the audience. They re-invent their references and roots, re-construct their memories and celebrate their womanhood.

 

In Arabisch, Englisch, Deutsch.

 

Writer & Director Nora Amin

Performer Nora Amin Steffi Sommer

Dauer: 60 minutes

IM LOOP

Theater

 
Im Loop

Viola Köster | Ren Saibara | Haruka Tomatsu | Thomas Mayer

 

Fr. 27.09.19  | 20:00

Sa. 28.09.19 | 20:00       Karten/Bar 19:30 | Eintritt 3/8/11 Euro

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Wie passt man sich an die Routine des Arbeitsalltags an, ohne vor die Hunde zu gehen? Wie schafft man es außerdem, gleichzeitig seine eigene Chefin und ihre beste Angestellte zu sein? Und wie zum Teufel hält man es überhaupt den ganzen Tag in diesem Kostüm, auf diesem Stuhl, an diesem Tisch, in diesem Raum aus? – Einfache Antwort: Gar nicht! Es sei denn durch die Strategie der Mortifikation…

 

Mit physischem Einsatz und absurdem Humor treiben wir den verinnerlichten Totalitarismus auf die Spitze und seinem Ende entgegen.

 

Im Anschluss gibt es Sekt zu Ehren des großen Soziologen Erving Goffman und Berliner Bier auf die Freiheit!

 

Konzept & Regie Viola Köster | Ren Saibara

Performance & Choreographie Haruka Tomatsu

Elpappelpapp – eine Pappelintervention

Installation & Konzert

 
Elpappelpapp – eine Pappelintervention

Christina Ertl-Shirley & Paul Lubitz

Fr. 30.08. 17:00 + Sa. 31.08. 17:00 + So.01.09. 16:00 | Konzerte 20:00 

Eintritt 5 Euro

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Christina Ert-Shirley und Paul Lubitz fertigen eine raumgreifende Klanginstallation, die sich mit dem unverkennbaren klanglichen “Zittern” der Espen beschäftigt. Ein akustisches Tagebuch dokumentiert ihre verschiedene Standorte in Berlin und erzählt Geschichten rund um die Pappel.

An jedem der drei Ausstellungstage, werden Musiker*innen Stücke/Arrangements mit dem Wispern, Rascheln, Säuseln, Flüstern und Zittern der Espe als Leitmotiv darbieten.

Freitag, 30.08. | 20:00 | Konzert

 

Lucio Capece Bassklarinette recordings | sine tones Sensoren Rebecca Lane Flöte |

Derek Shirley Cello | spielen Stücke, die von der klanglichen Recherche rund um die Espe inspiriert sind.


Lucio Capece ist ein experimenteller Musiker, der 1968 in Argentinien geboren wurde. Nach über 15 jähriger Tätigkeit in den Bereichen Elektronik/ Akustik/ Improvisation, liegt sein Fokus nun vermehrt auf perzeptuelle Erfahrungen, insbesondere auf der speziellen Charakteristik von sozialen und architektonischen Räumen.

www.luciocapece.blogspot.de

Rebecca Lane ist eine Künstlerin, die reine Stimmung, Mikrotonalität und Klänge an der Grenze des Wahrnehmbaren erkundet. Im Zentrum ihrer Arbeit steht nicht nur die erfahrbaren Eigenschaften der Klänge, sondern auch Erscheinungen, die spezifischen Weisen der Zusammenarbeit entspringen. Ihre Praxis ist also von anhaltenden Beziehungen zu und Kollaborationen mit ähnlich gesinnten KomponistInnen/KünstlerInnen (wie z. B. Catherine Lamb und Samuel Dunscombe) sowie in kleinen Ensembles geprägt. Sie bringt verschiedene Flöten (Block- und mikrotonale Querflöten) sowie auch ihre Stimme zum Einsatz.

Derek Shirley spielt Kontrabass, Cello, Schlagzeug, Electronics und ist in der improvisierte/experimentellen Musikszene aktiv, mit Schwerpunkt auf „low frequency minimalism“. Derek Shirley ist in Ottawa/ Kanada geboren und studierte an der Musikfakultät der McGill University. Seit 2001 lebt er in Berlin.

http://www.soundimplant.com/derekshirley/info.html

 

Samstag 31.08. | 20:00 | Konzert

 

Native Instrument | Felicity Mangan | field recordings Samples Stine Janvin | Stimme/Samples

Hybride Konstellationen zwischen Naturwahrnehmung und den schöpferischen Möglichkeiten von Technologie bilden die Basis der Performances des Duos Native Instrument. Der eigenwillige „Insektentechno“ der australischen Klangkünstlerin Felicity Mangan und der norwegischen Vokalistin Stine Janvin Motland erkundet Reibungen und Resonanzen zwischen aufgezeichneten und bearbeiteten Tier- und Naturklängen, Stimmexperimenten und elektronisch generierten Klängen. Sie werden für das Konzert Espen-Fieldrecordings in ihr Klangspektrum integrieren und auf die von den Klanginstallationen generierten Geräusche reagieren.

https://stinesthetics.com/native-instrument

Jasmine Guffond ist Elektro-Musikerin und befasst sich vor allem mit der Sonifikation von Daten und wird ein neues Stück basierend auf Statistiken zu Zitterpappeln präsentieren.

Als Klangkünstlerin und Komponistin arbeitet sie an der Schnittstelle zwischen sozialer, politischer und technischer Infrastruktur. Ihre Praxis umfasst Live-Performance, Aufnahme, Soundinstallation und maßgeschneidertes Browser-Plugin. Durch die Sonifikation von Daten thematisiert sie das Potenzial von Sound für die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Fragen. In den letzten Projekten wurden digitale Technologien, Sonifikation und die Ästhetisierung von Daten eingesetzt, um die Diskussion über zeitgenössische Überwachungstechnologien zu fördern und experimentelle Audioarbeiten zu produzieren. Sie ist daran interessiert, Phänomene, die in der Regel außerhalb der menschlichen Wahrnehmung liegen, durch die Sonifikation von Gesichtserkennungsalgorithmen, globalen Netzwerken oder Internet-Tracking-Cookies hörbar zu machen, und erkundet, was es bedeutet, dass unsere persönlichen Gewohnheiten nachvollziehbar sind und dass unsere Identitäten, Entscheidungen und Persönlichkeiten auf Datenströme reduziert werden.

http://jasmineguffond.com

 

Sonntag 01.09. | 20:00 | Konzert

 

SUNDARBAN – Paul Lubitz und Mauro Pandolfini

Klanginstallation und Kuration

Christina Ertl-Shirley lässt in Klanginstallationen, Hörspielen, Konzerte, Workshops und Radiofeatures experimentellen Klang und Storytelling in einen Dialog treten. Ihr Engagement als Radiomacherin umfasst komponierte Klangkunstarbeiten, Features und Hörspiele. Dabei beschäftigt sie sich besonders mit der Verschränkung von Natur und Kunst und den noch unzulänglich erzählten Biographien von Frauen.

Paul Lubitz ist ein audiovisueller Künstler und Initiator verschiedenster Veranstaltungsorte und Galerien auf Brachflächen und zur Zwischennutzung, so z.B. die Garage in der Kopenhagener Straße im Prenzlauer Berg und Galerie Hammer in Wedding. Ausstellungen in der Galerie Tristesse Deluxe Playoff (Institut für Kultur und Medienmanagement) und HB55 – Räume der Kunst.

 

http://www.iq60.net

 

Unterstützt durch: Initiative neue Musik https://www.inm-berlin.de

Cracks – Ein Familienporträt mit Lücke

Theater

 
Cracks –
Ein Familienporträt mit Lücke

Malte Scholz

 

Do. 04.07. + Fr. 05.07. + Sa. 06.07. + So. 07.07.2019

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In Cracks setzt sich der Regisseur und Performer Malte Scholz mit dem Selbstmord seines Bruders auseinander. 

Im Nachdenken über seinen eigenen Wunsch zu sterben, entpuppt sich dieser Selbstmord als Möglichkeit dem internalisierten Bild von unverletzlicher Männlichkeit zu entfliehen und es gleichzeitig zu retten. Als Gegenentwurf öffnet Scholz die Narben seiner Identität und zeigt sich verletzlich. In dem Maße, in dem es gelingt, die eigenen Ausflüchte, Tricks und Klischees zu erkennen, öffnet sich für ihn ein Weg zum Leben. Die Lücke, die der Bruder hinterlässt, lässt sich nicht schliessen. 

Aber die Liebe bleibt.

 

Konzept, Text und Performance | Malte Scholz | Co-Regie und Produktion | Annett Hardegen

Sound | Julia Krause | Kostüm und Bühne | Valentina Primavera | Live-Video | Federico Neri

Dramaturgie | Kris Merken | Bewegungscoach | Berit Jentzsch

 

Eine Produktion von Annett Hardegen und Malte Scholz mit Vierte Welt. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

PAF Festival 2019

Theater | Premiere Öffentliche Generalprobe

 
Tank

Viola Köster & Ren Saibara

Fr. 31.05 | 20:00 | 5 Euro | Öffentliche Generalprobe

01.06 + 02.06 | 19:00 Premiere

 OBLIQUE SENSATIONS 

Eine musikalische Abwrackzeremonie

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OBLIQUE SENSATIONS ‘TANK’ ist eine Annäherung an Bertolt Brechts Fragment gebliebenes Lehrstück „Fatzer“. Zum 100 jährigen Jubiläum der Revolution von 1918/19 und in Zeiten politischer Unwetterlagen formiert sich 

 

OBLIQUE SENSATIONS zum Überbleibsel einstiger revolutionärer Zellen: der Band. Gitarre, Synthie, Snare – Drum und Gesang. Das ist die Ration. In eingängigen Wortschleifen und Melodien, in plötzlich ausbrechendem Lärm und monotonem Wummern der Drum- Machine nähern wir uns musikalisch den Themen der Dissidenz, des Widerstands und des Aufstands gegen eine desolate Wirklichkeit, wie sie Brechts Fragment vorschlägt. Was tun, wenn die Verhältnisse enger werden? Rückzug in den TANK der Blackbox, die Köpfe zusammenstecken, die Körper schütteln und die Kehlen vibrieren lassen bis der Vocoder uns die Begriffe für eine neue Solidarität diktiert! Von Song zu Krach zu Kommentar und wieder zurück entspinnt sich ein tanzbarer Abend, ein partizipatives Konzert-Happening zwischen mutwilliger Polarisation, charmanter Vereinnahmung und der gemeinsamen Sehnsucht nach Friedfertigkeit.

 

Ein Showing mit:

Tucké Royal Regie | Musik | Text | Adolfina Fuck Matthias MeppelinkRose Slavery Christoph Wirth feat. Meduse Rise Arantxa Martinez und nach Motiven von Bertolt Brechts Fatzerfragment.

Rose Slavery & Adolfina Fuck | Synthesizer & Gesang | Tucké Royal Snare Drum & Gesang |

Arantxa Martinez Intervention | Drag | Gesang | Barbara Lenartz  Raum & Kostüm  |

Safy Sniper Video & Licht

 

Eine Produktion von OBLIQUE SENSATIONS (former OBJECTIVE SPECTACLE) in Kooperation mit der Vierten Welt Berlin, gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung  für Kultur und Europa | Einzelprojektförderung 2019.

Theater | Premiere

 
Im Loop

Viola Köster & Ren Saibara

01.06 + 02.06 | 17:00 

Wie passt man sich an die Routine des Arbeitsalltags an, ohne vor die Hunde zu gehen?

 
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Wie passt man sich an die Routine des Arbeitsalltags an, ohne vor die Hunde zu gehen?

Wie schafft man es außerdem, gleichzeitig seine eigene Chefin und ihre beste Angestellte zu sein? Und wie zum Teufel hält man es überhaupt den ganzen Tag in diesem Kostüm, auf diesem Stuhl, an diesem Tisch, in diesem Raum aus? – Einfache Antwort: Gar nicht! Es sei denn durch die Strategie der Mortifikation…

Mit physischem Einsatz und absurdem Humor treiben wir den verinnerlichten Totalitarismus auf die Spitze und seinem Ende entgegen. Im Anschluss gibt es Sekt zu Ehren des großen Soziologen Erving Goffman und Berliner Bier auf die Freiheit!

Ein Showing mit:

Viola Köster Konzept&Regie | Ren Saibara Regie | Haruka Tomatsu Performance&Choreographie | Thomas Mayer Sound

Theater

 
Es ist nichts

Institut für Widerstand im Postfordismus

30.05 | 20:00

Verschwindet der Mensch unbelehrbar?

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Vor ein paar Wochen bekam ich einen Brief. Dieser Brief war eine Einladung. Ich sollte eine Lecture zu der Frage „Verschwindet der Mensch unbelehrbar?“ vorbereiten.

 

Geladen wurden ich und eine ganze Reihe weiterer KünstlerInnen, Intellektuelle und WissenschaftlerInnen von einer Gruppe der Führungsriege aus Politik und Wirtschaft. Ich fragte meinen Mann, ob ich zu- oder absagen sollte. 

Schließlich ging es hier um eine grundsätzliche Frage. Hast du denn was zu sagen?, fragte er. Ich nickte. Noch am selben Tag setzte ich mich an den Schreibtisch. Als ich den Stift zum Papier führte, wurde auf einmal alles schwarz vor meinen Augen. Ich sah nichts mehr. Hilfe, rief ich zu meinem Mann, Hilfe! Er kam: Was ist denn los? Ich sagte, es ist alles schwarz. 

Ich sehe nichts mehr. Ich kann nichts mehr sehen! Er sagte: Mach dir keine Sorgen.

 

Inspiriert von den Formen des Dada und des Theaters des Absurden.  

 

Eine Produktion des Instituts für Widerstand im Postfordismus, ermöglicht durch flausen+ – young artists in residence.

ALEXANDRIA

Theater | Musik

 
ALEXANDRIA

People in Rooms – Glen Sheppard and Fritz Polzer

Mi. 22.05 – Fr. 24.05 – Sa. 25.05 – So. 26.05.2019 | 20:00 

Bar/Kasse 19:30 | Eintritt 12/6/3 Euro

 

An immoral cantata, with music from Händel’s IL Il trionfo del Tempo e del Disinganno,

Lou Reed, Nico, Modern Lovers, Roxy Music, Brian Eno and Velvet Underground.

Bellezza verlässt das Loft, in dem sie mit Piacere gehaust hat. In einem Cafe trifft sie auf Tempo und Disinganno. Die beiden könnten ihre Eltern sein, oder ihre Galeristen. Sie wollen, dass Bellezza alles hinter sich lässt…

  

Director | Guitar und Tenor Glen Sheppard | Silvia Micu – Soprano | Marie-Gabrielle Arco – Mezzo-soprano | Gastón Efficace – Tenor | Tim Ribchester – Cembalo | Andrej Lakisov – Saxophone | Fritz Polzer – Costumes | Production

 

In englischer und italienischer Sprache mit engl. Übertitelung

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When suddenly, at the midnight hour

an invisible company is heard going past,

with exquisite music, with voices-

your fate that’s giving in now, your deeds

that failed, your life’s plans that proved to be

all illusions, do not needlessly lament.

As one long since prepared, as one courageous,

bid farewell to the Alexandria that’s leaving.

Above all, don’t be misled, don’t say it was

a dream, that your ears deceived you;

don’t deign to foster such vain hopes.

As one long since prepared, as one courageous,

as befits you who were deemed worthy of such a city…

                                                            CP CAVAFY, ‘The God Forsakes Anthony’


A  L  E  X  A  N  D  R  I  A  ist eine freie Adaption von IL TRIONFO DEL TEMPO E DEL DISINGANNO von Georg Friedrich Händel. Der moralisierende Charakter des Oratoriums wird auf den Kopf gestellt und mit Stücken von Lou Reed, Nico und Arthur Russell erweitert. Das ganze wird ein Opernabend, aber auch eine Ausstellung oder ein Konzert oder eine Clubnacht.

 

Bellezza (Schönheit) verlässt das Loft, in dem sie mit Piacere (Vergnügen) gehaust hat. In einem Cafe trifft sie auf Tempo (Zeit) und Disinganno (Erkenntnis). Die beiden sind vielleicht ihre Eltern oder ältere Versionen von Piacere und Belleza selbst. Sie könnten aber auch einfach die Galeristen sein, die die Szene in konservieren, in der sie mit Piacere gelebt hat – eine Retrospektive. 

Sie wollen von Belleza, dass sie das Ganze hinter sich lässt und mit ihnen bleibt. Darauf reagiert sie allerdings mit dem Drang, sich noch einmal einen letzten Fix setzen zu lassen. 

Alle vier durchleben jetzt verschiedene Trips ihrer persönlichen Alpträume bis sie es übers Meer in eine andere Sphäre schaffen. Nach Alexandria, ein mystischer Ort, eine tropische Insel ohne erdrückendes Taktgefühl aber mit pragmatischer Ehrlichkeit, welterfahren und nicht weltmüde.

 

Händels erstes Oratorium ist eine moralische Kantate voller Allegorien. Es wurde 1707 zu einem Libretto des Kardinals Pamphili komponiert. Oper als solche war gerade verboten worden. Die Uraufführung fand in den Räumlichkeiten eines katholischen Prälaten statt, der dafür bekannt war seine Räume mit Bildern seiner Mätressen zu dekorieren – jeweils als eine andere Heilige dargestellt. Belleza erkennt in IL TRIONFO, dass Piacere, also das Vergnügen, ihr niemals reichen werden und sie ändert ihre Wege, wenn sie die Wahrheiten der Zeit und der Erkenntnis annimmt. Sie wird zur Büsserin. 

Die Frage ist, wem gehören unsere Geschichten? Wem gehört die Schönheit, und wem das Vergnügen? Wer entscheidet das? Ist IL TRIONFO der erste Impuls den heidnischen Charakter der Oper ins Christliche zu überführen? Ist es der Anfang einer langen Reihe im Opern Kanon, in dem die Frau grundsätzlich zum Schluss als Opfer dargebracht wird? Aber vielleicht ist es auch einfach ein Tarotkartenset, in dem eine Gruppe echter Träumer ihre Ideen und Fantasien vom Leben versteckt haben, jenseits von Zwängen und Konventionen?

 

Händel verließ Rom und ging nach London. Er kommt also in einer völlig neuen Szene an. Lebenslang kopiert er sich in seinen Arbeiten immer wieder selbst, zu IL TRIONFO aber, kehrt er gleich zwei mal komplett zurück. Einmal in 1737 und wieder 1757. Wurde er hier auch von Nostalgie getrieben? Im Berlin des Jahres 2019 ist es natürlich unmöglich den steten Geist der Veränderung nicht zu spüren. 

Der zwielichtige Charme der halb verfallenen Stadt mit all ihren Freiräumen wird poliert. Szenen übernehmen, oder erobern gar andere Szenen. Menschen erleben und präsentieren ihre sechs bis zwölf Monate Berlin auf Instagram, immer auf der Suche nach dem Geist New Yorks im Heyday der Lower East Side und Downtown. Social Media transformiert den erlebten Moment in ein Echo seiner selbst, bevor er vergangen ist. 

Diejenigen aus der Generation der 70er, sofern sie Heroin und AIDS überlebt haben, generieren sich gerne als die letzte kulturell relevante Szene. Vielleicht stimmt das auch. Allerdings formiert sich die extreme Rechte und das Klima ist eigentlich nicht mehr zu retten. Währenddessen schlucken die jungen Menschen Avocados und Flat Whites herunter. Morgens sind sie in der U-bahn auf dem Heimweg aus den Clubs in denen jener Geist der 70/80er beschworen wurde und sitzen Menschen gegenüber, die zur Arbeit fahren, weil sie eben nicht die Erben dieser Generation sind.

 

ALEXANDRIA ist ein unerreichbares Gefühl. Die Stadt wurde für ihren Namensgeber erbaut, der aber nie dort ankam. Sie der Traum der Hauptstadt eines Weltreiches werden, dass nie hielt. 

Es sollte ein Ort der Befreiung sein, von sich selbst, von uns gegenseitig, von der Gesellschaft. Aber ist diese Befreiung jemals möglich innerhalb einer Gesellschaft und eben auch innerhalb einer Szene, die ja auch eine Art System bildet?

 

Eine freie Produktion von People in Rooms | Glen Sheppard und Fritz Polzer.

Als Nonne und als Verletzter II

Performance

 
Als Nonne und als Verletzter II

Lina Krüger

Fr. + Sa. 23. + 24.11.2018

 

„Als Nonne und als Verletzter“ ist ein sich ständig wandelndes Konzertformat und

funktioniert wie ein begehbares Musikvideo.

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„…in einer klebrigen Landschaft, einer Landschaft, deren Nässe mir vorher nie aufgefallen war, die gar keine wirklichen Käfer mehr bewahrte, fand ich die Salbe und das Werkzeug für die Salbung. Anmutig wie aus der Werbung lag es da, aber ich konnte mich irgendwie nicht damit verbinden. Es war mir dann doch zu glitschig. Also blieb ich vorerst ohne Verbindungen. Mein Reissverschluss machte Faxen. Und die Schicht ging gleich los. Auf zehn pochenden Perlen stieg ich weiter und war schon ganz übergangsgrün…“

 

„Als Nonne und als Verletzter“ ist ein Projekt von L. Krüger, das Hörspiel, Installation und Konzert miteinander verschränkt. Ein begehbares Musikvideo in dem sich kontemplative Naturwahrnehmung und Cyborg-Transformationen kreuzen, dessen Kulissen sich ständig drehen, dessen Stimmungen Stille und Krach verweben, aus dem Raum heraus agieren, Instrumente formen.

 

Durch die Lieder und Texte flackern die Dämonen „Nonne“ und „Verletzter“. Mal als theatrale Figuren, mal als fiebrige Visionen, mal als vor Sehnsucht schielende Spiegelbilder.

 

Die Performance ist als wandelbares, sich entwickelndes Experimentier- und Showformat konzipiert. 

 

Im März 2018 wurde es erstmal im Ballhaus Ost Berlin gezeigt, seitdem wird es in unterschiedlichen Räumen und Variation aufgeführt.

Freies Theater – Teil 5

Finale | Teil 5

 
Say bye & dream on

Nadine Vollmer & Rima Najdi

 

Sa. 10.11.2018 | 20:00 | So. 11.11.2018 | 18:00 | Bar/Kasse 19:30 | Karten 3/7/11 € | Premiere

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It’s time to say goodbye.

The beginning is not nice. Maybe there’s a more poetic introduction to it.

It’s time to say goodbye.

You’re invited to a gathering of farewells. There are no hard cuts, there are only transitions and a glass of champagne.

Welcome.

 

Von und mit: Nadine Vollmer | Rima Najdi | primavera*maas | Marcus Reinhard | Maja Milich  Martina Neu | Sebastian K. König.

4. Teil: Fr. 26.10 und Sa. 27.10

‘feels like haven‘ * irgendwas mit liebe

Von und mit Annett Hardegen, Marcus Reinhard, Malte Scholz und primavera*maas, Federico Neri, Martina Neu.

3. Teil: Sa 23.06.2018 + So 24.06.2018

„/me followed by an action“

Von Cornelius Puschke, mit Beiträgen von: !Mediengruppe Bitnik, Chris Kondek & Christiane Kühl, Ligna, Philip Widmann, N.N., N.N.

2. Teil: Vorstellung: 19. Mai 2018 | Kritikgespräch: 20.Mai 2018

Erstes Showing

Von und mit: Manuel Gerst, Sebastian König, Matthias Meppelink, Boris Nikitin.

1. Teil:  3.-5. Mai 2018, 20 Uhr

Das Versprechen / The Promise

Mit und von Dirk Cieslak, Ben Päffgen und Noa Carvajal.

 

Alle Credits fuer Freies Theater #1 – #5

Mit: Noa Carvajal | Dirk Cieslak | Julia Büki | Manuel Gerst | Annett Hardegen | Sebastian König | Chris Kondek & Christiane Kühl | Prof. Jan Lazardzig | Ligna | Mediengruppe Bitnik | Matthias Meppelink | Martina Neu | Federico Neri |  Boris Nikitin | primavera*maas | Ben Päffgen | Cornelius Puschke | Malte Scholz | Marcus Reinhardt | Nadine Vollmer | Philip Widmann | Christoph Wirth und andere

Eine Produktion von Dirk Cieslak | Annett Hardegen | Matthias Meppelink | Cornelius Puschke

Nadine Vollmer mit Vierte Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und den Fonds Darstellende Künste.

Das Café, das niemals gebaut wurde

Diskurs

 
Das Café, das niemals gebaut wurde

Institut für Widerstand im Postfordismus

Do. 13. September 2018

 

Was tun? Diskussion über unser BürgerInnenbeteiligungsprojekt zu Rechtspopulismus in Kooperation mit dem Theater Vorpommern in Greifswald

 

Von April bis Juni 2018 haben wir uns 2 Tage die Woche auf Tuchfühlung mit der Zweischneidigkeit des Widerstands begeben. Ausgestattet mit einer Gartenlaube und viel Gesprächsstoff suchen wir die Auseinandersetzung mit jenen, die unter Anderen der AfD ins Parlament verholfen haben und sprechen mit ihnen über ihren Heimatbegriff.

 

Am 13.September sind wir  in der Vierten Welt und geben Notizen zum Stand der Dinge und der Sehnsucht nach Veränderung mit eingeladenen Gästen und Diskussion.

 

von und mit:  Verena Brakonier | Tina EbertGA-Guerilla Architects |

Henrike Kohpeiß | Michi Muchina | Elisa Müller | Beate Nelken | Maik Riebort | Marcus Reinhardt Laura Salas | Christoph Wirth

 

Ein Projekt der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit dem Institut für Widerstand im Postfordismus und dem Theater Vorpommern. 

 

Mit freundlicher Unterstützung durch die Universitäts- und Hansestadt Greifswald und das Quartiersbüro Schönwalde II. 

Gefördert vom Fonds Soziokultur e.V.

Vision Zerstörung

Performance | Diskussion 

 
Vision Zerstörung

Schobeß I Menge | Ospald | Köster

Sa. 01.09.2018

 

 

Die Lust am Kaputtmachen und der süße Kitzel des Untergangs scheinen zur Zeit allgegenwärtig zu sein. In postapokalyptischen TV-Serien, medialen Schlagzeilen sowie auch in den Programmen der Staats- und Stadttheater werden reale Krisen und Kriege aufgegriffen und genüsslich in fiktionalen Katastrophenszenarien weitergesponnen. 

Doch woher kommt diese Lust an der Zerstörung? Sitzt sie immer schon in uns allen drin oder reagieren wir mit ihr auf ein destruktives politisches Programm? Und wie wollen und können wir eigentlich entscheiden, wann Zerstörungslust legitim ist und wo der Spaß aufhört? Gemeinsam mit dem Publikum nehmen wir die verschiedenen Aspekte und Perspektiven von Zerstörungslust performativ und diskursiv auseinander.

 

Franziska Menge (Regie) ist Theatermacherin mit Fokus auf performative Versuchsanordnungen außerhalb von normierten Theaterkontexten. 

 

Elise Schobeß (Dramaturgie) befasst sich in ihren Arbeiten mit der Schnittstelle von Kunst und Gesellschaftswissenschaften. 

 

Viola Köster (Text) ist studierte Politikwissenschaftlerin sowie freie Dramaturgin und Autorin mit besonderem Interesse an der Verbindung von physischem und verbalem Text. 

 

Leon Ospald (Text) ist Schauspieler und Dramatiker und studiert Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. In diesem Projekt arbeiten Viola und Leon als Autorenduo zusammen.

 

Sprache: Englisch | Deutsch

Dauer: 1 Stunde im Anschluss 1 Stunde Dikussion.

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„…in einer klebrigen Landschaft, einer Landschaft, deren Nässe mir vorher nie aufgefallen war, die gar keine wirklichen Käfer mehr bewahrte, fand ich die Salbe und das Werkzeug für die Salbung. Anmutig wie aus der Werbung lag es da, aber ich konnte mich irgendw