LAND

Åsa Sonjasdotter

gesellschaften | politiken_open air + online

 
Tue. 13.07.20 | 19:00 
 

This event will take place at the Vierte Welt Gallery. Due to the limited number of seats, please make a reservation. You also have the possibility to participate via Zoom.

Meeting ID: 840 5889 3788

_EN

A conversation between artist Åsa Sonjasdotter and film maker and publisher Nicolas Siepen on the relation between agriculture, land and war in North European history. With departure in Sonjasdotter’s micro-historical research on the distinction between taxed and non-taxed units within farm-systems, they will talk about what this history could have looked like, and what such re-imagination can do to the present.

What I’d like to talk about is how the grain and cattle units of the farms were specifically aimed at facilitating in-kind taxes to lords and crowns. This produce was used by authorities for trading and the income covered the maintenance and building of war apparatuses. At the same time, the farms had kitchen gardens and poultry units that were not taxed. these units had the purpose to feed the families and the communities as part of reproductive labour. So, the farms had two purposes: one was to facilitate reproduction, the other to facilitate production aimed at territorial claiming through armed forces. in times of war, the men of the communities were sent to take part of the war, and the remaining women, kids and elderly had to do all the farm work.+ that lot’s of resources in the farmed landscape was ‘krono regale’, meaning, it belonged to the crown: the nitrogen-rich soil in the stables belonged to the crown. this soil was used for the ‘boiling of salpetre’ which was a base for the production of explosives. Further, all oak trees belonged to the crown (needed to build war fare ships and so on).  In this way, the land, habitats and people were slowly depleted with the building of state-apparatuses and so on. The surplus lifted out of the habitats and the soil was never replaced. The so-called agricultural revolution was a remedy for the decreased harvests and so on. Marx wrote quite a lot about this. 

Åsa Sonjasdotter is an artist, writer and organizer, living by the island of Ven in Sweden and in Berlin, Germany. Her work deals with ways of knowing, unmaking, mourning and remembering through processes of recovery and re-narration of livelihood relations. Through close reading of tacit matter, dead and alive, imagination of the past and the present is brought into re-existence.

Sonjasdotter is currently translating and contextualising the pamphlet Peace with the Earth (Fred med Jorden), written in 1940 by Elin Wägner and Elisabeth Tamm, and is to be published by Archive Books, Berlin in 2021, who also published Sonjasdotter’s book Tracing Agricultural Memory – Refiguring Practice in 2019. For further info:

www.archivejournal.org/current-issue/

Vom ideologischen Gebrauch der Ökonomie in der Politik | Let’s talk about money!

Reihen | Online Veranstaltung Zoom Meeting

 
politiken_online

Mo. 30.11.20 | 20:00 | online 19:45

Meeting ID: 849 5283 8431

_DE

 

A FLEA MARKET FOR THINGS NOT WORTH KEEPING

AN AUCTION OF IDEAS AND MOODS TO GET RID OF

WE HELP YOU DEINSTALL ALL APPS YOU DON’T NEED

 

drop in, drop it off and shop around

leftovers from copy kiosk are still available

maybe we can give you technical advice

 

GET RID OF YOURSELF

EVERYTHING MUST GO

NOTHING IS SAFE

 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas Siepen, Assozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Was ist aus der Pop-Linken geworden?

gesellschaften | Diskurs |Vierte Welt

 

So. 20.09.20 | 12:00 

Mit Diedrich Diederichsen

_DE

Hat die gegenwärtige politische Situation in ihrer Komplexität und wilden Unberechenbarkeit eine völlig neue Qualität bekommen? Aus linker Perspektive lassen sich viele Phänomene wieder erkennen, die seit den 1990er Jahren beschrieben, diskutiert und kritisiert wurden. 

Die globale Dimension hat diesen jedoch einen neuen Drive verliehen und Kurzschlüsse erzeugt und diese Debatten in gewisser Weise überrollt. Ist nicht die Abkehr der politischen Linken von der Arbeiterklasse und die Hinwendung zu kulturellen Fragen und zu sogenannten Identitätspolitiken, die sich seit den 1960er Jahren vollziehen, verantwortlich für den Aufstieg der Alt-right und der faschistoiden Rechten, wie es Didier Eribon in Die Rückkehr nach Reims” beschreibt. 

Die Kulturlinke oder Pop-Linke, die sich seit den 1990er speziell in den USA und Europa entwickelt hat, scheint heute unter erheblichem Druck zu stehen und wird von der Rechten frontal angegriffen und unverhohlen bedroht. Besonders der massive Aufstieg faschistoider politischer Kräfte in verschiedensten Gesellschaften und Kontexten stellt die Kulturlinke vor große Probleme. Diedrich Diederichsen hat in seinen Büchern und Artikel diese Entwicklungen und die historischen Konstellationen nicht nur untersucht und beschrieben, sondern auch theoretisch mitgestaltet. Seine kämpferischen und konzeptuellen Beiträge zur Definition von Pop-Linker Theorie und Praxis haben sich über die Jahre auf sehr unterschiedliche Phänomene und kulturelle Bereiche verstreut und ergeben als Ganzes vielleicht so etwas wie eine politische Theorie, die man jedoch nicht ohne weiteres systematisch darstellen kann. In einem “Frühshoppen” wird Nicolas Siepen mit Diedrich Diederichsen in einem öffentlichen Gespräch versuchen diese fragmentierte “Theorie” in Grundzügen zu rekonstruieren und damit auch die Qualitäten und Probleme der Pop-Linken sowohl geschichtlich, als auch auf ihre gegenwärtigen Möglichkeiten hin untersuchen.

 

Die Teilnehmerinen sind natürlich eingeladen sich an diesem Prozess zu beteiligen! 

Wenn das Wetter mitspielt, wird die Veranstaltung am Sonntag den 20.09.20 von 12 bis 15 Uhr auf der Terrasse vor der Vierten Welt stattfinden. Sollte es regnen oder stürmen, werden wir die Veranstaltung Indoor stattfinden lassen. 

 

Indoor ist die Zuschauerzahl durch die Abstandsregeln begrenzt. Wir bitten von daher einen in jedem Fall einen Platz zu reservieren. Ggf. werden wir zusätzlich eine Außenübertragung organisieren.

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Wie (Weiter!)

Reihen | Online Veranstaltung Zoom Meeting

 

Mo. 22.06.20 | 20:00 | online 19:45

_DE

Angesichts der gegenwärtigen Zeitenwende und andererseits nach 1 1/2 Jahre politiken Veranstaltungen die hinter uns liegen, ist es Zeit für eine kritische Beratung.

Wir laden ein, gemeinsam das “Format” politiken zu diskutieren und uns auf den Weg zu einer Neubestimmung vom gesellschaften Plateau politiken zu machen.

Im Juli machen wir Sommerpause und sind Mitte August wieder zurück.

 
 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas Siepen, Assozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Happy Debts

Veranstaltung_online | Diskurs | Zoom | Vierte Welt

 
 Happy Debts 

with Flavia Meireles Rio de Janero

 

Fr. 08.06.20 | 20:00 | online 19:45

 

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

_DE

Die Pandemie wirft alles um. War es noch vor Jahresfrist traurige Gewissheit, dass Deutschland auch um den Preis der Verarmung ganzer Gesellschaften und erneuter inneneuropäischer Entfremdung eiserne Spardisziplin in der Europäischen Union einforderte, erleben kreditfinanzierte Interventionen auf allen staatlichen Ebenen in Europa gegenwärtig ein Comeback. Die Stimmen derer, die das Bild der schwäbischen Hausfrau als finanzpolitisches Normativ für öffentliche Haushalte bevorzugten, sind leise geworden – das Geld wird unterdessen weniger mit der Gießkanne als mit der „Bazooka“ verteilt.

 

Was geht da vor sich? Haben die Keynesianer die Ordoliberalen abgelöst? Sind die öffentlichen Verpflichtungen, die mit staatlichen Anleihen einhergehen, nicht auch eine Umverteilung von unten nach oben? Wird mit der neuen Verschuldung unsere Zukunft „kolonisiert“, wie das etwa Maurizio Lazzarato auf dem Höhepunkt der Debatte 2012 formulierte? Oder ist die „Modern Monetary Theory“ (MMT) der neue Fluchtpunkt, derzufolge Geld mehr als volkswirtschaftliches Schmiermittel denn als allgemeines Äquivalent zu betrachten ist? Die vorletzte Ausgabe von politiken, die ein weiteres Mal online stattfinden soll, widmet sich den makroökonomischen Entwicklungen, die mit der Corona-Krise verbunden sind.

 

Special Guest: Stefan Heidenreich

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakSebastian EisLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Corona Crisis / Brazil Special #2

Veranstaltung_online | Diskurs | Zoom | Vierte Welt

 
 Corona Crisis / Brazil Special #2 

with Flavia Meireles Rio de Janero

 

Fr. 25.05.20 | 20:00 | online 19:45

 

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

_EN

In the last few month since the corona crisis hit the world Politiken could not ignore the obvious

power of the events and transport the meeting online. The very first meeting on the “topic” under the fresh impressions of a global lock-down was minted by an openness and curiosity of minds. in the following sessions the discussions became a bit exhausting because of the complexity of the situation itself, rendering everybody more or less immobile, but also because of the social mess following the clarity of the beginning of the Pandemic. Even in a limited context like Berlin or Germany, the measures taken against the virus hit people very different, depending on their social status and means. 

Conspiracy theories flourish perfectly in a situation like that. Although we think we are informant on a global scale because of the internet, it is also very clear that the current events play out very different in various countries and continents. Its seems that the virus functions like an social and structural amplifier, intensifying the already existing sociopolitical realities on the ground but also opens new opportunities to question, analyze or stabilize the existing orders, depending on the countries and the political structures. 

In Brazil we find a very explosive mix between the current extreme right government and how the spreading virus distresses the already very violent and fragile postcolonial heritage forming the country. The performance artist and theoretician Flavia Meireles, who lived last year few month Berlin but is based in Rio de Janeiro, will join our next online meeting from Rio and we hope to get some insight from her about the situation in Brazil.

Flavia Meireles is a full-professor at CEFET-RJ (Brazil) and a Ph.D. Candidate in the Communication and Culture Department of Federal University of Rio de Janeiro (Brazil). Associate Researcher of QDFCT (Queer Studies, Decolonial Feminist and Cultural Transformations) at Justus-Liebeg Universität Giessen. Her main interests are grassroots social movements, cultural and artistic contexts; politics of the body, gender, racialization, sexualities, and decolonial feminists approaches.

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakSebastian EisLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Corona und Spitzenhäupchen

Veranstaltung_online | Diskurs | Vierte Welt

 
 Corona und Spitzenhäupchen 

Fr. 11.05.20 | 20:00 | online 19:45

ZOOM Meeting

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

_DE

Zu Beginn hatte die Pandemie im Werden naturgemäß alle gesellschaftlichen Kräfte überrumpelt. Das überraschende an Ereignissen schafft zunächst eine abstrakte Klarheit, um sich dann allmählich in eine Kakophonie zu verwandeln. 

Von Politikern und Journalisten bis zu den lautstarken Versammlungen aus Coronaleugnern, Verschwörungstheoretikern und Nazis, wird das offiziell in Umlauf gebrachte Wissen und das daraus abgeleitete “notwendige” Handeln mehr oder weniger aggressiv in Frage gestellt. 

 

Historisch betrachtet gingen Epidemien und Pandemien schon immer einher mit einem wütenden Mob auf der Suche nach Sündenböcken. Im Mittelalter waren es die Juden, die angeblich die Brunnen vergifteten, heute wird Bill Gates beschuldigt, insgeheim und im Verbund mit einem Kartell aus Regierungen, Pharmakonzernen und Medien eine globale Massenimpfung zu planen. Es handelt sich hier nicht einfach nur um die Ablehnung einer wissenschafts- und regelbasierten Ordnung sondern auch um die Spannung, die dem Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik eingeschrieben ist. 

In Ausnahmezuständen wird von der Politik folgenschwere Entscheidungen erwartet, die aber im Fall einer Pandemie, ohne den Rückgriff auf noch nicht gesicherte Wissen, nicht zu sinnvollen Schlüssen kommen kann. Es liegt in der Natur von Verschwörungstheorien, dass sie sich auch nicht von “gesichertem” Wissen überzeugen lassen, dass sie falsch liegen und natürlich kann die Politik auch jederzeit krasse Fehlentscheidungen treffen. Wir wollen sowohl in die Geschichte schauen als auch vor diesem Hintergrund die möglichen Zukunftsszenarien in den Blick nehmen.

 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Das Ereignis

Veranstaltung_online | Diskurs | Vierte Welt

 
 Das Ereignis 

Fr. 24.04.20 | 20:00 online 19:45

ZOOM Meeting Id:  654 860 305

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

_DE

Auch wenn die ganze Welt befallen ist, das Virus ist kein Gleichmacher. Das Virus ist ein Realitätsdoping. Es beschleunigt und intensiviert Konflikte, Unterschiede und Gegensätze. 

Die Situation und ihre Spiele werden auf allen Ebenen stimuliert. Magisches Denken gewinnt Raum. Kann sein dass der rasende Zirkulationsapparat des ökonomisierten Lebens dank des Virus abrupt kollabiert? Und was geschieht denen, die schon immer an den Rändern dieser Zirkulation überleben mussten? 

Ist es nicht auch der historische Moment, der es erlaubt, das angehäufte kritische Wissen über das soziale und politische Schicksal einer Mehrheit der Menschheit für eine andere Realitätsproduktion zu aktualisieren? 

Es auf die politische Tagesordnung zu setzen?! 

Das Leben regieren

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
Mi. 08.04.20 | 20:00 online 19:45
_DE

„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung.“

(Michel Foucault, Überwachen und Strafen)

Der global agierende Virus hat zunächst zu einem Auftrumpfen des nationalstaatlichen Regierens geführt. Bäumt der Staat sich gerade zum letzten Mal auf bevor die Algorithmen und Netzwerke die Kontrolle übernehmen? Wird nun das Verhältnis von global integrierendem Kapital und souveränem Staat neu bestimmt?

Und noch ein Untoter erlebt seine Wiedergeburt: die Gesellschaft. Zurückgeworfen auf unsere Zellen, werden wieder genuin gesellschaftliche Fragen aufgeworfen, die vom neoliberalen Vereinnahmungs-Apparat (Margaret Thatchers “There is no such thing as society” und “There is no alternative!”) bereits totgesagt waren: Wie wollen wir leben? Was ist wirklich systemrelevant? Hat die Wirtschaft immer das letzte Wort?

“Es geht darum, Leben zu retten” ist die angeblich nicht zu hinterfragende, letzte Staatsraison. Der Staat als Krankenhaus. Um wessen Leben geht es da? Und was für ein Leben ist das? Fragen, die die zur Zeit regierende Medizin nicht beantworten kann.

Ist ein Leben regierbar?

 
„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung.“

 

(Michel Foucault, Überwachen und Strafen)

Der global agierende Virus hat zunächst zu einem Auftrumpfen des nationalstaatlichen Regierens geführt. Bäumt der Staat sich gerade zum letzten Mal auf bevor die Algorithmen und Netzwerke die Kontrolle übernehmen? Wird nun das Verhältnis von global integrierendem Kapital und souveränem Staat neu bestimmt?

Und noch ein Untoter erlebt seine Wiedergeburt: die Gesellschaft. Zurückgeworfen auf unsere Zellen, werden wieder genuin gesellschaftliche Fragen aufgeworfen, die vom neoliberalen Vereinnahmungs-Apparat (Margaret Thatchers “There is no such thing as society” und “There is no alternative!”) bereits totgesagt waren: Wie wollen wir leben? Was ist wirklich systemrelevant? Hat die Wirtschaft immer das letzte Wort?

“Es geht darum, Leben zu retten” ist die angeblich nicht zu hinterfragende, letzte Staatsraison. Der Staat als Krankenhaus. Um wessen Leben geht es da? Und was für ein Leben ist das? Fragen, die die zur Zeit regierende Medizin nicht beantworten kann.

Ist ein Leben regierbar?

C19 – Unterbrechung und Regime

gesellschaften | Diskurs

 
 C19 – Unterbrechung und Regime 

Mo. 30.02.20 | 20:00 online 19:45

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

Ein Diskurs mit Dirk CieslakLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

  

Treibt der politisch-medizinische Diskurs in eine neue Alternativlosigkeit? Oder öffnen sich politische Optionen der Demokratisierung der Gesellschaft jenseits Regime von Markt und Wachstumsparadigma?

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Schul- und Geschäftsschließungen, Ausgangssperren, Politikerappelle – und kaum ein Wort dagegen. Im Angesicht des Corona-Virus rückt die Gesellschaft in seltener Einigkeit scheinbar zusammen, um den Empfehlungen der Mediziner Folge zu leisten, stets im Dienst des Gemeinwohls, das plötzlich eins mit den eigenen Interessen sein soll. 

Und im grenzenlosen Vertrauen darauf, dass dieser Staat die zahlreichen Einschränkungen wieder aufheben wird, wenn die übergeordnete, staatstragende Vernunft es zulässt. 

Ist der alte deutsche Untertanengeist aus der Gruft gestiegen (und hat sich über die Welt verteilt), um kritisches Denken im Angesicht einer unsichtbaren biologischen Bedrohung zurück ins Glied zu verweisen? Oder handelt es sich um die frei getroffene, bewusste Entscheidung einer aufgeklärten republikanischen Mehrheit?  Aber das könnten wir am 30.3. online diskutieren.

The Hacked System #3

gesellschaften | politiken

 

 The Hacked System 3#: Politik, Internet & Social Media

Mo. 24.02.20 | 19:00

Die liberale Demokratie ist unter Druck geraten: Über die Utopie von Open Access und nihilistische Verwahrlosung des Netzes.

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakLukas FrankeNicolas Siepen und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Politik richt sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Die technologischen und sozialen Phantasien, die das Internet seit seiner Entstehung begleitet haben, waren stets von der Hoffnung geprägt, dass diese neuen Technologien mit Expansion, Befreiung, Integration und Demokratisierung der guten alten Massenmedien verbunden wären und jeder vom Empfänger zum potentiellen Sender werden könne. 

Die Einbahnstraße, die die Empfänger in der Passivität der Rezeption bei Buch, Radio und TV gehalten hatten, hat sich indes in einen Dschungel transformiert, in dem jeder zwitschert wie ihm der Schnabel oder das Ressentiment gewachsen ist und dabei die sozial-medialen Fabriken des Silicon Valley und ihren Profit mit seiner kleinen Existenz befeuert. 

Die Dimensionen und die Intensität dieser neuen Instanzen fordern das Amalgam aus Masse und Medium an sich heraus und stellen es radikal in Frage. Angesichts dieser Aspekte des Netzes und seiner Plattformen wurden viele affirmative Phantasien über das Internet von der Realität überholt – was linke Netz-Aktivisten der ersten Stunde wie etwa Geert Lovink vom „digitalen Nihilismus“ sprechen lässt, der alles Soziale im Begriff sei, zu verschlingen. An die Stelle telekommunistischer Visionen oder wenigstens des „global village“ ist ein globaler Zirkus des Wahnsinns getreten, in dem sich Djihadisten, Nazis, Untergangspropheten und Trash-TV-Darsteller die Klinke in die Hand geben, während das Publikum zwischen Ent- und Begeisterung hin- und hergerissen ist. 

Angesichts von Hatespeech in den Sozialen Medien und Shitstorms auch wegen nichtiger Äußerungen scheint der politische Raum und sein Personal schlecht für das digitale Zeitalter gerüstet. Die Digitalisierung, so scheint es, frisst nicht nur die industrielle Basis der Wirtschaft, die politische Debatte als solche wird zunehmend von Trolls und ihren noch hässlicheren Verwandten dominiert. Als endgültig dystopischer Fluchtpunkt muss derzeit wohl der Plan der chinesischen Regierung bezeichnet werden, das Verhalten der Bürger mit einem „Social-Credit“-System zu bewerten und je nach Kontostand Zugänge und Privilegien zu gewähren oder zu verweigern.

 

Ist es wirklich so schlimm? Dem Soziologen Dirk Baecker zufolge liefert die Digitalisierung lediglich neue Lösungen für zuvor bereits gelöste Probleme. Sein Kollege Armin Nassehi ist hingegen der Auffassung, westliche Gesellschaften kämen in technologischer Hinsicht erst mit der Digitalisierung richtig zu sich. Denn erst die Digitalisierung ermögliche, was die Moderne seit jeher versuche: Muster zu identifizieren und antizipierbar zu machen.

 

Auf der Habenseite lassen sich einstweilen die Kämpfe um den Zugang zu Wissen und etwa der bevorstehende Siegeszug von „Open Access“ in der Wissenschaft oder auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia verbuchen. Auch ein Blick in den globalen Süden lässt das dystopische Bild der Digitalisierung zumindest brüchig werden, denn so sehr Mobilfunk und Internet als Instrumente der Überwachung dienen, so sehr erschweren sie es, die freie Verbreitung von Informationen wirksam zu unterdrücken.

Ist eine digital verbundene, globale Gesellschaft noch eine denkbare Möglichkeit? Oder ist das unausweichliche Resultat der Digitalisierung die totale Überwachung und der weitere unaufhaltsame Aufstieg rechter Demagogen?

 

The Hacked System #1

gesellschaften | politiken

 
 The Hacked System #1: Brexit 

Mo. 25.11.19 | 19:00

Politik richt sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Das “House of Commons” wird als das erste moderne Parlament in Europa bezeichnet und gilt mithin als Institution des westlichen Modells bürgerlich-liberaler Demokratien an und für sich, das über Jahrhunderte eine bemerkenswerte Stabilität aufwies. 

Heute scheint es, als seien davon nurmehr seltsamen Rituale geblieben, denn seit der Brexit das Unterhaus beschäftigt, läuft die altehrwürdige Institution in bislang unbekannter Weise heiß. 

Auch in anderen Ländern wirkt es, als habe staatliche Institutionen, die über lange Zeit gleichermaßen Macht und Stabilität garantierten, ein Virus befallen. Es macht den Eindruck, als ob sich politische Kräfte in die eingeübten politische Prozeduren eingeschlichen haben, die diese nicht nur überfordern, sondern gezielt auf deren Erosion hinarbeiten. Dieses Gefühl lädt zu allerlei Verschwörungstheorien ein und macht es umso wichtiger sich mit den Veränderungen in den politischen Ordnungen zu beschäftigen. 

 

Nachdem wir uns zuletzt mit Greta Thunberg und Donald Trump als Antipoden der postfaktischen Ära beschäftigt haben, wollen wir gerne in einem Dreiteiler diese “neuen politischen Akteure” besprechen und mit dem Brexit beginnen.

 

WORLD-SPIRIT

 

If there was ever a « proof » of Hegel’s much-maligned conception of the « world-historical figure » in whose personality is incarnated one or another movement of the world-spirit, sweeping away outmoded historical processes and political dead-ends, it must be this girl (Greta). How utterly unlikely it is to imagine that what began in this picture could result today in the mobilization of tens of millions on a global scale. 

Of course, yes, one can and ought to cynically point out her médiatisation, the way in which she is mobilized by all sorts of cooptations, the way her discourse can easily be slipped into and adopted by all sorts of dubious positions, the naive liberalism of her followers, etc. 

And yet, wasn’t it always more likely to simply end as a cute human interest story on the BBC or CBC – « Swedish girl strikes alone for climate » – that circulated and then vanished, leaving her in obscure normalcy? Nothing is more unlikely than the degree to which the peculiar or even obsessive protest of a teenage girl at her school in Sweden has come to be the incarnation of world outrage at the politico-ecological suicide that capitalist society is currently committing.

Gavin Walker

 

 

FIKTION

„Eine Fiktion ist nicht die Erfindung einer imaginären Welt, sondern sie ist die Erstellung eines Rahmens, innerhalb dessen Subjekte, Dinge und Situationen als in einer gemeinsamen Welt koexistierend wahrgenommen werden können, und innerhalb dessen Ereignisse sinnvoll identifiziert und miteinander verbunden werden können. Fiktion ist immer dann am Werk, wenn ein Realitätssinn hergestellt werden muss.“  – Jaques Rancière

 

 

GENERAL STRIKE

The only chance I see vis-à-vis la grande catastrophe is that it’s a universal event, the only real universal event there is, It leaves no outside in the most radical way we can think of. 

If this will not lead to a mass mobilization on a scale we have never seen before then there is really no hope and in way we deserve to disappear, not only because of all the historical and current crimes (always some) humans conducted but because of stupidity. But this of course is a political struggle. Between us and la grande catastrophe are not emotions or concepts but a general strike. 

The machine has to be stopped … only a revolution can save us now … some will be bold and will fight with courage some will loose hope half way … some will … but for sure it will be not easy … Unfortunately the question how real and dangerous climate change is and whats to be done, is a conceptual one … so the fight gets stuck in the symbolic order … which is always messy …

links:

 

https://www.youtube.com/watch?v=v5_dxzV9MTk&t=2375s

 

https://www.youtube.com/watch?v=IARezGmhWr0

 

https://www.youtube.com/watch?v=-Q0xUXo2zEY&feature=player_embedded

 

https://www.youtube.com/watch?v=2BVI_NVRNNU

 

https://www.youtube.com/watch?v=9HyaxctatdA

 

https://www.youtube.com/watch?v=BQ4rBLCpEeM

 

https://www.rtbf.be/lapremiere/article/detail_laurent-de-sutter-chere-greta-thunberg-il-y-a-quelque-chose-de-possible?id=10320375

 

https://www.salonkolumnisten.com/fucking-irresponsible/

 

https://www.woz.ch/-a01c

 

https://www.ft.com/content/b9bb4e54-dbc1-11e9-8f9b-77216ebe1f17?sharetype=blocked

 

https://ideapod.com/born-creative-geniuses-education-system-dumbs-us-according-nasa-scientists/

 

https://theintercept.com/2019/09/15/climate-change-us-military-war/

 

https://www.bbc.com/news/world-australia-46981750?SThisFB

 

https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html

 

https://www.independent.co.uk/news/world/asia/climate-strike-change-protests-solomon-islands-global-warming-demonstrations-south-pacific-kiribati-a9113386.html

 

https://www.businessinsider.de/2-photos-show-how-greta-thunbergs-climate-strike-inspired-millions-2019-9?utm_content=buffercc456&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=

buffer&r=US&IR=T

 

https://m.tagesspiegel.de/supererde-bindet-co2-ein-altes-verfahren-aus-dem-amazonas-elektrisiert-die-klimaschuetzer/25000952.html

 

https://non.copyriot.com/protests-in-hk-a-talk-with-the-workers-group/

 

https://aeon.co/essays/to-imagine-our-own-extinction-is-to-be-able-to-answer-for-it

 

https://www.newyorker.com/culture/cultural-comment/what-if-we-stopped-pretending

 

https://jasonwmoore.com/wp-content/uploads/2019/07/Moore-The-Capitalocene-and-Planetary-Justice-2019-Maize.pdf

 

https://www.fr.de/kultur/oskar-negt-humanitaet-setzt-bindungen-voraus-kapitalismus-zerstoert-12875293.html

 

https://www.nytimes.com/2019/09/19/science/bird-populations-america-canada.html?smid=fb-nytimes&smtyp=cur

 

https://aeon.co/essays/to-imagine-our-own-extinction-is-to-be-able-to-answer-for-it

 

https://www.newframe.com/thoughts-on-the-planetary-an-interview-with-achille-mbembe/

 

https://foreignpolicy.com/2019/09/06/the-path-to-clean-energy-will-be-very-dirty-climate-change-renewables/

 

https://truthout.org/articles/this-is-not-the-sixth-extinction-its-the-first-extermination-event/

 

https://grist.org/article/4-corrections-for-jonathan-franzen-and-other-climate-cowards/

 

https://www.newstatesman.com/politics/health/2019/07/how-mindfulness-privatised-social-problem

 

https://www.newyorker.com/news/our-columnists/the-beautiful-uncertainty-of-douglas-crimp

 

PDF:

 

On the Aestheticization, Institutionalization, and Dramatization of the Concept of Nature

Conversation with Olivier Surel and Charles Wolfe

 

Georg Sesslen: Keine Pippi Langstrumpf

 

Fridays for Future. Wie Greta Thunberg die Herrschaft der alten weißen Männer in Frage stellt

Adolf Twittler

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
 politiken 

 

Fr. 28.10.19| 19:00

Was ist, wenn mediale Kunstfiguren oder Phantasmen der kollektiven Triebsteuerung die Macht übernehmen?

Wie ist Trumps überraschender Wahlsieg zu erklären? Was lässt sich aus seinem Aufstieg zum mächtigsten Mann der Welt über Wesen und Formen populistischer Politik lernen? Wie ist es überhaupt um die Zukunft der westlichen Demokratie bestellt? Und was kommt auf uns zu, wenn Donald Trump die Politik der USA bestimmt?

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Wie ist Trumps überraschender Wahlsieg zu erklären? Was lässt sich aus seinem Aufstieg zum mächtigsten Mann der Welt über Wesen und Formen populistischer Politik lernen? Wie ist es überhaupt um die Zukunft der westlichen Demokratie bestellt? Und was kommt auf uns zu, wenn Donald Trump die Politik der USA bestimmt?

Wir leben in einer großen Erzählung der Demokratie. Aber wir leben auch in einer großen Blase des Entertainment, der Kulturindustrie und der populären Mythologie. In der ersten Erzählung geht es um Interessen, um Erklärungen, Informationen, um rationale Entscheidungen, um Gesetze, Verträge und Verhandlungen. In der zweiten Erzählung indes geht es um Bilder, Mythen, Emotionen, Identifikationen, Spiele, Fantasien. Politik spielt sich längst in beiden Erzählungen ab, Politiker verkaufen sich wie Pop-Stars, und die sozialen Wahrheiten werden nicht in Regierungserklärungen, sondern in Kriminalromanen, Hollywood-Filmen und Comedy Shows verhandelt. Bislang schien es freilich, dass die meisten Menschen sehr wohl unterscheiden können zwischen den Sphären von politischer Realität und medialer Fiktion. Aber offensichtlich fällt diese Unterscheidung immer schwerer. Der Aufstieg populistischer Bewegungen, Parteien und Personen in den letzten Jahren hat ebenfalls auf diesen beiden Ebenen stattgefunden. Auf der Ebene der politischen Diskurse (als scheinbare Auflehnung gegen das »Establishment«, als Neo-Nationalismus, Anti-Liberalismus und vieles mehr) und auf der Ebene des Entertainments (als große Show, als Verlängerung des Trash-Fernsehens, des Sensationsjournalismus und der Werbebilder in die politische Welt). Der Präsident Donald Trump ist in der ersten Erzählung so gut wie gar nicht zu erklären. Um es rundheraus zu sagen: Seine Wahl ergibt de facto keinen Sinn, sie ist Nonsens, wenn auch natürlich gefährlicher Nonsens. Sieht man aber die andere Erzählung an, die des Entertainments und der populären Kultur, so wird rasch klar: Der Präsident Donald Trump ist ihr Produkt. Er war schon vorher nicht nur eine Medien- und Kunstfigur – als Gastgeber seiner »The Apprentice«-Show, als Gaststar in vielen TV- und Kino-Filmen, als »Ratgeber« für wirtschaftlichen Erfolg und Karrieretricks. Sondern er ist auch eine aus Medienbildern zusammengesetzte Projektion. In ihm stecken ebenso der gegen das »Establishment« rebellierende Outlaw im Western und im Gangsterfilm wie auch der Selfmademan und Tycoon in der Nachfolge von »Citizen Kane«; genauso aber auch der »Sugardaddy« der frivoleren Träume und die dreiste Cartoon-Figur wie Bugs Bunny oder Goofy, schließlich auch der Superheld wie Batman oder Captain America – und nicht zuletzt Frankensteins Ungeheuer.

Georg Seeßlen analysiert Donald Trump als Produkt der Kulturindustrie und verwendet das »Modell Trump« als Beispiel für den Zusammenhang populistischer Politik und medialer Vor-Bilder. Er zeigt den Inszenierungscharakter in Trumps Auftritten, die irrealen, emotionalen Verabredungen zwischen ihm und seinen Wählern, kurzum: den Popstar im Politiker. Populismus als politische Bewegung hat eine Wurzel in der Beziehung zu einem bestimmten Begriff von Volk. Populismus hat aber auch eine Wurzel in der populären Kultur, im Medienkonsum und in den Strategien des Showbusiness. »TRUMP! – Populismus als Politik« beschreibt, was geschieht, wenn die Medienträume und -albträume zu realer Macht werden, wie sich mediale Pop-Träume und populistische Politik zueinander verhalten und wie schließlich Politik sich dereinst womöglich nur noch als »Reality« verstehen lässt, als Fortsetzung einer virtuellen, affekt- und bildhaften Innenwelt in die Räume der (mehr oder weniger) »repräsentativen« Demokratie.

Our house is on fire – or is it?

gesellschaften | politiken

 
 Our house is on fire – or is it? 

Mo. 30.09.19 | 18:00 – 22:00

Politik richt sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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If there was ever a «proof» of Hegel’s much-maligned conception of the «world-historical figure» in whose personality is incarnated one or another movement of the world-spirit, sweeping away outmoded historical processes and political dead-ends, it must be this girl. – Gavin Walker

 

Eine Fiktion ist nicht die Erfindung einer imaginären Welt, sondern sie ist die Erstellung eines Rahmens, innerhalb dessen Subjekte, Dinge und Situationen als in einer gemeinsamen Welt koexistierend wahrgenommen werden können, und innerhalb dessen Ereignisse sinnvoll identifiziert und miteinander verbunden werden können. Fiktion ist immer dann am Werk, wenn ein Realitätssinn hergestellt werden muss.  – Jaques Rancière

 

WORLD-SPIRIT

 

If there was ever a « proof » of Hegel’s much-maligned conception of the « world-historical figure » in whose personality is incarnated one or another movement of the world-spirit, sweeping away outmoded historical processes and political dead-ends, it must be this girl (Greta). How utterly unlikely it is to imagine that what began in this picture could result today in the mobilization of tens of millions on a global scale. 

Of course, yes, one can and ought to cynically point out her médiatisation, the way in which she is mobilized by all sorts of cooptations, the way her discourse can easily be slipped into and adopted by all sorts of dubious positions, the naive liberalism of her followers, etc. 

And yet, wasn’t it always more likely to simply end as a cute human interest story on the BBC or CBC – « Swedish girl strikes alone for climate » – that circulated and then vanished, leaving her in obscure normalcy? Nothing is more unlikely than the degree to which the peculiar or even obsessive protest of a teenage girl at her school in Sweden has come to be the incarnation of world outrage at the politico-ecological suicide that capitalist society is currently committing.

Gavin Walker

 

 

FIKTION

„Eine Fiktion ist nicht die Erfindung einer imaginären Welt, sondern sie ist die Erstellung eines Rahmens, innerhalb dessen Subjekte, Dinge und Situationen als in einer gemeinsamen Welt koexistierend wahrgenommen werden können, und innerhalb dessen Ereignisse sinnvoll identifiziert und miteinander verbunden werden können. Fiktion ist immer dann am Werk, wenn ein Realitätssinn hergestellt werden muss.“  – Jaques Rancière

 

 

GENERAL STRIKE

The only chance I see vis-à-vis la grande catastrophe is that it’s a universal event, the only real universal event there is, It leaves no outside in the most radical way we can think of. 

If this will not lead to a mass mobilization on a scale we have never seen before then there is really no hope and in way we deserve to disappear, not only because of all the historical and current crimes (always some) humans conducted but because of stupidity. But this of course is a political struggle. Between us and la grande catastrophe are not emotions or concepts but a general strike. 

The machine has to be stopped … only a revolution can save us now … some will be bold and will fight with courage some will loose hope half way … some will … but for sure it will be not easy … Unfortunately the question how real and dangerous climate change is and whats to be done, is a conceptual one … so the fight gets stuck in the symbolic order … which is always messy …

links:

 

https://www.youtube.com/watch?v=v5_dxzV9MTk&t=2375s

 

https://www.youtube.com/watch?v=IARezGmhWr0

 

https://www.youtube.com/watch?v=-Q0xUXo2zEY&feature=player_embedded

 

https://www.youtube.com/watch?v=2BVI_NVRNNU

 

https://www.youtube.com/watch?v=9HyaxctatdA

 

https://www.youtube.com/watch?v=BQ4rBLCpEeM

 

https://www.rtbf.be/lapremiere/article/detail_laurent-de-sutter-chere-greta-thunberg-il-y-a-quelque-chose-de-possible?id=10320375

 

https://www.salonkolumnisten.com/fucking-irresponsible/

 

https://www.woz.ch/-a01c

 

https://www.ft.com/content/b9bb4e54-dbc1-11e9-8f9b-77216ebe1f17?sharetype=blocked

 

https://ideapod.com/born-creative-geniuses-education-system-dumbs-us-according-nasa-scientists/

 

https://theintercept.com/2019/09/15/climate-change-us-military-war/

 

https://www.bbc.com/news/world-australia-46981750?SThisFB

 

https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html

 

https://www.independent.co.uk/news/world/asia/climate-strike-change-protests-solomon-islands-global-warming-demonstrations-south-pacific-kiribati-a9113386.html

 

https://www.businessinsider.de/2-photos-show-how-greta-thunbergs-climate-strike-inspired-millions-2019-9?utm_content=buffercc456&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=

buffer&r=US&IR=T

 

https://m.tagesspiegel.de/supererde-bindet-co2-ein-altes-verfahren-aus-dem-amazonas-elektrisiert-die-klimaschuetzer/25000952.html

 

https://non.copyriot.com/protests-in-hk-a-talk-with-the-workers-group/

 

https://aeon.co/essays/to-imagine-our-own-extinction-is-to-be-able-to-answer-for-it

 

https://www.newyorker.com/culture/cultural-comment/what-if-we-stopped-pretending

 

https://jasonwmoore.com/wp-content/uploads/2019/07/Moore-The-Capitalocene-and-Planetary-Justice-2019-Maize.pdf

 

https://www.fr.de/kultur/oskar-negt-humanitaet-setzt-bindungen-voraus-kapitalismus-zerstoert-12875293.html

 

https://www.nytimes.com/2019/09/19/science/bird-populations-america-canada.html?smid=fb-nytimes&smtyp=cur

 

https://aeon.co/essays/to-imagine-our-own-extinction-is-to-be-able-to-answer-for-it

 

https://www.newframe.com/thoughts-on-the-planetary-an-interview-with-achille-mbembe/

 

https://foreignpolicy.com/2019/09/06/the-path-to-clean-energy-will-be-very-dirty-climate-change-renewables/

 

https://truthout.org/articles/this-is-not-the-sixth-extinction-its-the-first-extermination-event/

 

https://grist.org/article/4-corrections-for-jonathan-franzen-and-other-climate-cowards/

 

https://www.newstatesman.com/politics/health/2019/07/how-mindfulness-privatised-social-problem

 

https://www.newyorker.com/news/our-columnists/the-beautiful-uncertainty-of-douglas-crimp

 

PDF:

 

On the Aestheticization, Institutionalization, and Dramatization of the Concept of Nature

Conversation with Olivier Surel and Charles Wolfe

 

Georg Sesslen: Keine Pippi Langstrumpf

 

Fridays for Future. Wie Greta Thunberg die Herrschaft der alten weißen Männer in Frage stellt

The Hacked System #2

gesellschaften | Diskurs

 
 The Hacked System #2: Illiberal Democracy 

Mo. 10.02.20 | 19:00

Ein Diskurs mit Dirk CieslakLukas FrankeNicolas Siepen und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Jahrzehntelang als Erfolgsmodell gefeiert, ist die liberale Demokratie unter Druck geraten. Rund um den Globus erzeugen autoritäre Narrative Halt und festen Boden in einer kulturell entgrenzten und ökonomisch entfesselten globalisierten Welt. Viktor Orban, hat bereits die „Illiberalen Demokratie“ ausgerufen. 

 

Die neuen Führer sind groteske Gangsterclowns, reiten mit freien Oberkörper auf Tigern, schwingen die Peitsche in  Pampa und Pusta und verteilen, wenn sie nicht gerade twittern, mit Vorliebe Schusswaffen an die Bürgermänner in den Vororten ihrer Reiche. 

Sind die Ursachen für ihren Erfolg in der beschleunigten Deregulierung der Marktkräfte und der ökonomischen Spaltung der Gesellschaften zu suchen? Ist es die kollektive Angst vor dem Verlust von souveräner Vormacht, die „den Westen“ Heil in reaktionärer Abschottung suchen lässt? Ist das Gegenmittel die Revitalisierung von Klassenstandpunkt und Klassenkampf? 

Oder kann ein „Liberalismus der Furcht“ Abhilfe schaffen?