gesellschaften_WAR MACHINE

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 14.12.21 | 20:00

_DE

Wir werden die letzten 6 Seiten des Kriegsmaschinen Plateaus gemeinsam lesen und eine vorläufige “Bilanz” ziehen. Lassen sich in der politische Theorie von Deleuze & Guattari Anschlüsse an die Gegenwart finden oder wurde sie von dieser überholt:

A book isn’t produced in order to be understood, but is rather a machine for producing desires … It’s not as a book that it could respond to desire, but only in relation to what surrounds it. A book is not worth much on its own. … So, it’s only because a book participates in a larger re-shuffling, a resonance between research and desire. A book can respond to desire only in a political way, outside the book. — Deleuze and Guattari

Gefährliche Fluchtlinien

gesellschaften | war machine

 

Di. 09.11.21 | 20:00

 

Bitte reservieren! Wir haben nur wenige Plätze. 

Es gilt 3G. Sie können auch online teilnehmen.

Zoom Meeting ID: 691 314 7323

_DE

Wir werden das alte Kriegsmaschinenformat (Lesegruppe) in zwei kommenden Sessions zu einem vorläufigen Abschluss bringen und das Ende des Kriegsmaschinen Plateaus zusammen lesen und besprechen. Wir werden uns noch einmal dem Faschismus und dem gefährlichen Charakter der Fluchtlinien zuwenden. In diesen zwei Zitaten wird sowohl die Gefahr als auch die Aktualität des Problems benannt, dass wir schon in vielen Variationen diskutiert haben:

Fascism, Deleuze and Guattari suggest, implies a molecular regime distinct from molar segments: not the rigidity of state molarity but both the suppleness and the dangers of the line of flight.[…]The political problematique that emerges with Deleuze and Guattari’s conceptualisation of lines is accordingly this: if what holds the most promising creative potential also carries the most serious danger of destruction, and if the course of movement can be neither controlled nor predicted, then how to produce a politics of affirmative becoming without either getting bogged down in a regime of molar fascism or falling foul to a fascistic logic of destruction? – Leonie Ansems de Vries

What if fascism didn’t disappear at the end of WW II with the defeat of Hitler and Mussolini? Even more troubling, what if fascism can no longer be confined to political parties or ultra nationalist politicians but has become something much more diffuse that is spread across our societies as cultural expressions and psychological states? –  Mikkel Bolt Rasmussen

Es wäre gut/interessant, zum Thema Kriegsmaschine/Faschismus zwei Kapitel aus Brad Evans, Deleuze & Facsism – Security: war: aesthetics zu lesen, und zwar Kapitel 7 (Politics on the line) und Kapitel 8 (Fascist lines of the tokkōtai). Auf Wunsch schicken wir das Buch als pdf zu: Anfragen an gesellschaften@viertewelt.de.

Schall & Rauch

gesellschaften | war machine

 

Di. 06.07.21 | 19:00

 Eintritt frei | Zutritt unter 3G-Regel oder online teilnehmen

Zoom Meeting ID: 891 4226 2917

_DE

Durch das Sommerloch haben sich die Taliban zurück auf die große Bühne geschlichen, rechtzeitig zum Jahrestag von 9/11. 20 Jahre nach dem Gegenangriff der USA haben sie, in einem Blitzkrieg ohne Schlacht, die Supermacht in die Flucht geschlagen. Diese hatte ihnen in den 80er Jahren den Boden bereitet, auf dem die Attacken in New York 2001 ausgeheckt wurden. Nachdem die Sowjets 1989 aus Afghanistan gejagt waren, formierten sich im Chaos des folgenden Bürgerkriegs und unter dem Eindruck der großen Schmelze des Kalten Krieges, neue politische Kräfte, die den „Westen“ zurück in die Geschichte zwangen (nach ihrem vermeintlichen Ende), gerade weil sie nicht auf die alte revolutionäre Geschichtslogik zurück griffen, die Marx von Hegel geerbt hatte. Mit Deleuze & Guattari könnte man diese asymmetrischen Krieger der Logik der Kriegsmaschine zurechnen, als Wiedergänger, die sich angeblich längst von der politischen Bühne verabschiedet hatten. Mudschaheddin, Taliban, Osama Bin Laden, Al-Qaida, ISIS und zurück zu den Taliban: die De- und Re-territorialisierungsbewegungen einer Kriegsmaschine, die inmitten der kapitalistischen Moderne ein seltsames Archaisch-Futuristisches Außen à la Mad Max markiert, und die sich sowohl der Moderne als auch der progressiven Revolution verweigert. 20 Jahre nach 9/11 und dem War on Terror, hat sich weltweit eine andere faschistoide Gegenkraft dazugesellt, die dem historischen Faschismus beunruhigend ähnlich sieht, und deren politische Implikationen schwer abzusehen sind. Auch hier lässt sich von einer Kriegsmaschine sprechen, die sich weltweit gegen die liberale Hegemonie in Stellung bringt und die Staaten selber in Kriegsmaschinen verwandeln will. Vor diesem Hintergrund planen wir den verbleibenden Teil des Plateaus zur Kriegsmaschine bis Ende des Jahres in 4 Sitzung durchzuarbeiten und gemeinsam im Nebel der Geschichte zu stochern, der vor unseren Augen in Schall und Rauch aufgegangen ist. 

LAND

Åsa Sonjasdotter

gesellschaften | politiken_open air + online

 
Tue. 13.07.20 | 19:00 
 

This event will take place at the Vierte Welt Gallery. Due to the limited number of seats, please make a reservation. You also have the possibility to participate via Zoom.

Meeting ID: 840 5889 3788

_EN

A conversation between artist Åsa Sonjasdotter and film maker and publisher Nicolas Siepen on the relation between agriculture, land and war in North European history. With departure in Sonjasdotter’s micro-historical research on the distinction between taxed and non-taxed units within farm-systems, they will talk about what this history could have looked like, and what such re-imagination can do to the present.

What I’d like to talk about is how the grain and cattle units of the farms were specifically aimed at facilitating in-kind taxes to lords and crowns. This produce was used by authorities for trading and the income covered the maintenance and building of war apparatuses. At the same time, the farms had kitchen gardens and poultry units that were not taxed. these units had the purpose to feed the families and the communities as part of reproductive labour. So, the farms had two purposes: one was to facilitate reproduction, the other to facilitate production aimed at territorial claiming through armed forces. in times of war, the men of the communities were sent to take part of the war, and the remaining women, kids and elderly had to do all the farm work.+ that lot’s of resources in the farmed landscape was ‘krono regale’, meaning, it belonged to the crown: the nitrogen-rich soil in the stables belonged to the crown. this soil was used for the ‘boiling of salpetre’ which was a base for the production of explosives. Further, all oak trees belonged to the crown (needed to build war fare ships and so on).  In this way, the land, habitats and people were slowly depleted with the building of state-apparatuses and so on. The surplus lifted out of the habitats and the soil was never replaced. The so-called agricultural revolution was a remedy for the decreased harvests and so on. Marx wrote quite a lot about this. 

Åsa Sonjasdotter is an artist, writer and organizer, living by the island of Ven in Sweden and in Berlin, Germany. Her work deals with ways of knowing, unmaking, mourning and remembering through processes of recovery and re-narration of livelihood relations. Through close reading of tacit matter, dead and alive, imagination of the past and the present is brought into re-existence.

Sonjasdotter is currently translating and contextualising the pamphlet Peace with the Earth (Fred med Jorden), written in 1940 by Elin Wägner and Elisabeth Tamm, and is to be published by Archive Books, Berlin in 2021, who also published Sonjasdotter’s book Tracing Agricultural Memory – Refiguring Practice in 2019. For further info:

www.archivejournal.org/current-issue/

STAATSAPPARAT 3

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 06.07.21 | 19:00

Zoom Meeting ID: 839 2982 3095

_DE

Noch einmal werden wir uns vor den Sommerferien mit dem Staatsparat beschäftigen, genauer mit dem an den Staat angepassten Subjektformen und seinen Gegenspielerinnen. Nach dem Sturm und Drang des Anti-Ödipus sind Deleuze & Guattari immer skeptischer geworden, inwiefern die Linke, in Bezug auf den Staat, überhaupt eine radikale oder auch konstruktive Rolle einnehmen kann. Sie waren vielmehr davon überzeugt, dass es in der Zukunft darum ginge, sich für den Staat unfassbar zu machen: „Goethe und Hegel, beides Staatsdenker, sahen in Kleist ein Monster, und Kleist hatte von vornherein verloren. Aber wie kommt es dann, daß er eine so eigenartige Modernität besitzt? Weil die Elemente seines Werkes Geheimhaltung, Geschwindigkeit und Affekt sind.”

Da wir jetzt wieder allmählich Veranstaltungen draußen abhalten, aus Zoom aussteigen und uns gegenüber sitzen werden, kommen die performativen und theatralen Kräfte, die für gesellschaften immer eine große Rolle spielen, hoffentlich wieder besser zur Geltung. In diesem Sinne: wie hältst du es mit dem Staat Genossin?

Fragen zum open air Treffen? Email an: gesellschaften@viertewelt.de Ansonsten see you on zoom.

STAATSAPPARAT 2

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 08.06.21 | 20:00

_DE

Deleuze and Guattari haben dem Staat die Kriegsmaschine als geschichtliche Macht beigestellt und den Staatsapparat in Abhängigkeit vom universellen Markt gedacht. Diese theoretischen Verflechtungen haben die Eigenschaft, gesellschaftliche Veränderungen nicht entlang von Widersprüchen zu denken, sondern von ihren Dysfunktionalitäten: “Darin offenbart sich die Identität von Gesellschafts- und Wunschmaschine: nicht Abnutzung macht ihre Grenze aus, sondern die Fehlzündung, sie funktioniert, wenn sie knirscht, wenn sie kaputtgeht, in kleinen Explosionen birst – die Dysfunktionen sind Teil ihres Funktionierens. […] Und je mehr alles aus dem Leim geht, desto besser läuft es – auf amerikanische Art und Weise.” (Anti-Ödipus). Bei der letzten Sitzung haben wir das Plateau über den Vereinnahmungsapparat anhand der kriegerischen Asymmetrie im Nahostkonflikt angewendet. Diesmal wollen wir uns damit beschäftigen wie der Staatsapparat mit den gesellschaftlichen Dysfunktionalitäten umgeht, die ihr Funktionen ausmachen. In der Tat scheint ja gerade vieles aus dem Leim zu gehen. Wir werden also weiter im Plateau 13 wildern!

>>  STAATSAPPARAT 1  <<

STAATSAPPARAT

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 18.05.21 | 20:00

_DE

Der Staat, als negatives Objekt der Begierde, spielte in der Geschichte der Linken eine zentrale Rolle. Im Schatten von Marx und Lenin ging es immer um Varianten seiner heroischen Abschaffung-Eroberung. Dieser obsessive Fokus hat sich im 21. Jahrhundert – nach dem Kalten Krieg – allmählich verschoben und ist weniger dramatischen und eher pragmatischer Haltungen gewichen. Deleuze und Guattari nehmen in dieser Geschichte eine theoretisch und praktisch ambivalente Position ein, indem sie die Staatsapparate historisch mit dem Ausschwärmen von Nomadischen Kriegsmaschinen verschalten und die Entstehung des Staats aus einer bestimmten Fortschrittsgeschichte „befreien“. Eines der überraschenden Symptome der Pandemie, die uns alle außer Atem hält, ist das Wiederaufflammen einer auf sozialen Medien bitter und mit viel Rauch ausgetragenen Polemik um die Frage, wie es die Linke mit dem Staat hält. Hier streitet man sich wie die Kesselflicker darüber, ob man den Staat intensiver in die Pflicht nimmt oder seine Einschnitte in die Bürgerrechte bekämpfen sollte. Nachdem wir in den letzten Veranstaltungen 3 Ausflüge in die Wunschmaschinen des Anti-Ödipus gemacht haben, um die Kriegsmaschinen besser zu „verstehen“, werden wir jetzt, aus gegebenem Anlass, wieder zum Staat aka Vereinnahmesapparat aus Tausend Plateaus zurückkehren. Vielleicht finden sich hier interessantere Antworten über das Verhältnis Staat/linker Politik als in einem rein polemischen für und wieder!?

Darake

Veranstaltung_online | Zoom Meeting | Vierte Welt

 
Darake

Thursday 17.12.2020 | 20:00 – 23:00

Mit Afsun Moshiry

Meeting ID: 849 3054 8936

_EN

Water consumption is an important issue in Iran. The Darake river originates in the Alborz mountain range and runs through Tehran to the southern outskirts of the city. Due to the high seasonality of rain in Tehran, in some seasons the river is almost completely dried out and in other seasons it flows down the mountains and into the city with full strength.

In the December session of Public Research the film curator, producer, and director Afsun Moshiry will present raw materials and sketches of a video installation she currently has been working on. Her guiding question in this context is: How to capture the river in an artistic dimension and to further explore its philosophical meanings? Her images show water flowing down from North to South, collections of plastic garbage assembling on its surface, and various relationalities between geographical and geopolitical sites alike. They tell the story of human and more-than-human interactions from the very perspective of the water. 

In her presentation Afsun Moshiry will invite us to join her on a journey through Tehran via its waterways – sparking ideas and thoughts about the city and its inhabitants. Together with our guest we will discuss about possible translations of her source material into different media and the spatial arrangement of her planned video installation in general. The session is addressed to both artists and scholars: Let’s think together about different directions Darake might take in its finalized form and what kind of layers it already consists of.

Afsun Moshiry is based between Berlin and Tehran.

http://www.roadriverfilms.com

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Technologien 1 – 3

Veranstaltungsreihe | Interactive Experience 

 
Technologien #3_online
2020 FIRE SALE

Wednesday 09.12.2020 | 17:00 – 22:00

 
Technologien #2_online
Data Kiosk _ open from 11 to 23 o’clock

Wednesday, November 11, 2020, 11 pm to 11 am

 
Technologien #1_online
2020: The Year You Broke The Internet

Mi. 14.10.2020 | 19:00 Eintritt frei | Free Admission

_DE

Technologien ist eine Veranstaltunsreihe zum Reichtum der technischen Möglichkeiten und der Armut ihres Gebrauchs, zur Zeit vor, hinter und unter den Computern, zu den Gestalten, sie sie bevölkern, und zu den Räumen um sie herum, zzgl. einiger Vorschläge, doch nochmal was ganz anderes mit dem Internet zu machen. Von und mit Jan Gerber, Rosemary GrennanSebastian Lütgert und Gästen.

https://copyshot.cc/to + https://pan.do/tech.no + https://798.ma/858.ma/918.ma

_EN

Technologies is a series of IRL/3D-world offline events on the wealth of technical possibilities and the poverty of their use, on the time in front of, behind and under the computers, on the figures that populate them and the spaces that surround them, incl. a few proposals to still do something entirely different with the internet. Hosted by Jan Gerber, Rosemary Grennan and Sebasian Lütgert, sometimes with guests. (In English and German, plus a bit of Python.)

https://copyshot.cc/to + https://pan.do/tech.no + https://798.ma/858.ma/918.ma

Technologien #3

Veranstaltungsreihe | Zoom Meeting | Chatb 

 
2020 FIRE SALE _online

Wednesday 09.12.2020 | 17:00 – 22:00

Zoom Meeting ID: 849 5283 8431

Special Guest : Maysara Abdulhaq

 

“How to delete your startup, from scratch”

** 7 pm – 8 pm, on chatb.org and zoom

 

One visitor or household per hour

5pm or 6pm or 8pm or 9pm

R.S.V.I.P. –> tech.no@pan.do

_EN

 

A FLEA MARKET FOR THINGS NOT WORTH KEEPING

AN AUCTION OF IDEAS AND MOODS TO GET RID OF

WE HELP YOU DEINSTALL ALL APPS YOU DON’T NEED

 

drop in, drop it off and shop around

leftovers from copy kiosk are still available

maybe we can give you technical advice

 

GET RID OF YOURSELF

EVERYTHING MUST GO

NOTHING IS SAFE

 

L’Anti-Œdipe (L’Oréal)

Veranstaltung_online | Zoom Meeting | Vierte Welt

 
L’Anti-Œdipe L’Oréal

Wednesday 09.12.2020 | 17:00 – 22:00

appendix | wunschmaschinen

Meeting ID: 691 314 7323

 

“If you are trapped in the dream of the other, you are fucked.” — Deleuze

 “A book isn’t produced in order to be understood, but is rather a machine for producing desires … It’s not as a book that it could respond to desire, but only in relation to what surrounds it. A book is not worth much on its own. … So, it’s only because a book participates in a larger re-shuffling, a resonance between research and desire. A book can respond to desire only in a political way, outsidethe book.” — Deleuze & Guattari

_DE

Heute morgen hatte ich einen Traum. Jemand, den Ich flüchtig kenne, und von dem ich immer das Gefühlt hatte, dass er zu anderen ein leicht ödipales Verhältnis aufbaut, so als ob das sein normaler Umgangsmodus wäre, diese Person also, dieser Künstler sprach im Traum in einem Raum, der mir sehr vertraut ist, zu ein Gruppe von Freunden und ich war Teil der Adressierten. In der Vergangenheit bildete ich mir immer ein, dass er auch ein ödipales Verhältnis zu mir hat. Aber an diesem frühen Morgen sagte er zu allen, mit einer sehr sanften Stimme und in seinem lustigen aber leicht nervigen Akzent in Englisch: „man kann doch Trump nicht auf die Theorie von D&G reduzieren!“. Er sprach in den Raum zu Allen, aber schaute mich dabei böse und durchdringend an. Ich wachte mit einem unbeschreiblichen Gefühl der Schwächung auf. In diesem Zustand gab ich dem Traum einen Namen: L’Anti-Œdipe L’Oréal

Die Benennung machte ihn schlagartig zu einem kollektiven Traum. Die narzisstische Honigfalle hatte ja schon lange zuschnappt, von der ersten Sekunde eigentlich und sowohl die Verliebten als auch die Angewiderten waren verführt und gebannt. Ausgestattet mit der unerschöpflichen Energiequelle „Aufmerksamkeit“ wuchs der Tacky Tyrann in den Himmel des kollektiven Unbewussten. Und jetzt, wo die Ratten das sinkende Schiff noch gar nicht verlassen haben und doch die Pest das Land schon längst verwüstet, genau jetzt muss man sich aus der Wirklichkeit des Imaginären wieder zurückziehen, um nicht selber Irre zu werden, im Honigland wo Kapitalismus & Schizophrenie fließen. Wir müssen uns wieder den Träumen der Texte zuwenden, genug von dieser beknackten Wirklichkeit. Wir hören ja schon Stimmen! Es geht wieder um Konzepte und nicht mehr um den Laberstrom des Schizo in Chief sondern um die abstrakte Maschine, die ihn hervorgebracht hat. Der doppelte Ödipus T + D&G = Wer träumt hier wen? Wir müssen uns losreißen, neu orientieren auf diese Suche begeben und werden daher diesmal von Tausend Plateaus zum Anti-Ödipus springen, von den Kriegsmaschinen zurück zu den Wunschmaschinen und lesen in Vorbereitung und zusammen online den Appendix: Programmatische Bilanz für Wunschmaschinen.

 

link to PDF Anti-Ödipus and extra Appendix

https://www.dropbox.com/sh/8im5dct6r1l3rqd/AABGlLt2ErPKVy_XDB-fk7hta?dl=0

 

 

_EN

This morning I had a dream. Someone whom I know fleetingly and of whom I always had the feeling that he was building up a slightly Oedipal relationship with others, as if that were his normal way of dealing with others, so this person, this artist, spoke in this dream, in a room I’m very familiar with to a group of friends and I was part of the addressee. In the past I always imagined that he also had an Oedipal relationship with me. But this early morning he said to everyone, in a very soft voice and in his funny but slightly annoying accent: “You can’t reduce Trump to the theory of D&G!” He spoke to everyone in the room, but gave me an angry and penetrating look. I woke up feeling incredibly weak. In this state I gave the dream a name: L’Anti-Œdipe L’Oréal. 

The name suddenly made it a collective dream. The narcissistic honey trap had snapped shut for a long time, from the first second actually and both the lovers and the disgusted were seduced and banned. Equipped with the inexhaustible source of energy “attention”, the Tacky Tyrant grew into the heaven of the collective unconscious. And now, when the rats have not even left the sinking ship and yet the plague has long since devastated the country, right now you have to withdraw from the reality of the imaginary in order not to become mad yourself, in honey land where capitalism & schizophrenia flow. We have to go back to the dreams of the lyrics, enough of this stupid reality. We already hear voices! It’s again about concepts and no longer about the babble-flow of the Schizo in Chief but about the abstract machine that produced him. The double Oedipus: T + D&G = Who is dreaming whom here? We have to tear ourselves away, re-orientate ourselves on this search and therefore this time we will jump from a Thousand Plateaus to the Anti-Oedipus, from the war machines back to the machines of desire and read together online and in the Appendix: Programmatic balance sheet for machines of desire.

 

zoom meeting: 08.12.20 | 0nline 19:45 | Start 20:00

 

Die Veranstaltung ist jederzeit offen für alle Interessierte, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Vom ideologischen Gebrauch der Ökonomie in der Politik | Let’s talk about money!

Reihen | Online Veranstaltung Zoom Meeting

 
politiken_online

Mo. 30.11.20 | 20:00 | online 19:45

Meeting ID: 849 5283 8431

_DE

 

A FLEA MARKET FOR THINGS NOT WORTH KEEPING

AN AUCTION OF IDEAS AND MOODS TO GET RID OF

WE HELP YOU DEINSTALL ALL APPS YOU DON’T NEED

 

drop in, drop it off and shop around

leftovers from copy kiosk are still available

maybe we can give you technical advice

 

GET RID OF YOURSELF

EVERYTHING MUST GO

NOTHING IS SAFE

 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas Siepen, Assozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Bye Bye Covfefe!

gesellschaften

 
 Bye Bye Covfefe! 

Di. 07.11.2020 | 19:00

zoom meeting: 17.11.20 | 0nline 19:45 | Start 20:00

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/83608490256


Der Text »The Green Sticky Spawn of the Stars« kann per Email angefordert werden:

gesellschaften@viertewelt.de


Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

_DE

Dachtet ihr etwa wir befinden uns in einer offen Schlacht mit Regeln und Ehre? Die Kriegsmachine liebt den Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt. In einer Woche könnte alles schon entschieden sein oder auch etwas ganz anderes passieren. Wenn der Staat in eine suizidale Kriegsmachine verwandelt wird, ist alles möglich. Die DaDa Welt die Trump geschaffen hat (Covfefe) wird uns noch lange beschäftigen. 

Lass uns die Analyse beginnen mit dem Text »The Green Sticky Spawn of the Stars« – Trump, Affekt, Fernsehen im Chthulucene von Stephan Trinkaus beginnen. Deleuze und Guattari kommen hier zum Einsatz.

 

Entwickelt und gehegt von: Sebastian Eis, Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Fluchtlinien wohin?

gesellschaften

 
 Fluchtlinien wohin? 

Di. 06.10.2020 | 19:00

 

Für alle Veranstaltungen, auch für die eintrittsfreien gesellschaften Veranstaltungen ist eine verbindliche Reservierung mit Angabe von Namen und Telefonummer bzw. email Adresse erforderlich.

Geprüft, begutachtet und unter Hygieneauflagen begegnen wir uns wieder Face to Face im House of Commons. Nicht vor Mitte November werden wir über die technischen Voraussetzungen für eine sinnvolle Kombination (Hybrid) zwischen face to face und online Teilnahme verfügen.

Das traditionelle Abendbrot dürfen wir nicht mehr anbieten. Bringt Eure Stullen bitte selber mit.

 

_DE

Wir gehen immer noch davon aus, dass es sich bei Deleuze & Guattari um ein linkes politisches Theoriegebäude handelt, auch wenn es mittlerweile Rechtsdeleuzianer gibt. Dennoch machen sie es uns nicht leicht, eine politische Linie aus den Texten zu lesen oder auch nur die Konzepte zum Leben zu erwecken. 

Was ist das z.B. für ein merkwürdiger, philosophischer Begriff, diese Kriegsmaschine? Und wie funktioniert der Begriff der Maschine überhaupt. Was können wir mit diesen Begriffen heute noch anstellen, über unsere Gegenwart hinaus, entlang ihrer Fluchtlinien.. D & G  beklagen in Tausend Plateaus, dass die Nomadische Kriegsmaschine historisch gesehen von den Staaten nicht nur besiegt und angeeignet wurde, sondern die Staaten selber eine global operierende Kriegsmaschine unterhalten, die nicht mit den Armeen identisch ist. Sie kommen aber auch zur hoffnungsvollen Überzeugung, dass diese Niederlage einhergeht mit einem Ausschwärmen von neuen Kriegsmaschinen, die sie auch als Fluchtlinien bezeichnen und die sich selbst vom Krieg gelöst haben. Daraus ergeben sie die „Politiken“ von D&G als Studium von Linien und dem Versuch etwas von diesen Fluchtlinien theoretisch einzufangen:  

 

“Whether we are individuals or groups, we are made up of lines and these lines are very varied in nature. The first kind of line which forms us is segmentary – of rigid segmentarity (or rather there are already many lines of this sort): family – profession; job – holiday; family- and then school- and then the army- and then the factory- and then retirement. 

And each time, from one segment to the next, they speak to us, saying: ‘Now you’re not a baby any more’; and at school, ‘You’re riot at home now’; and in the army, ‘You’re not at school now’ … In short, all kinds of clearly defined segments, in all kinds of directions, which cut us up in all senses, packets of segmentarized lines. At the same time, we have lines of segmentarity which are much more supple, as it were molecular. It’s not that they are more intimate or personal they run through societies and groups as much as individuals. They trace out little modifications, they make detours, they sketch out rises and falls: but they are no less precise for all this, they even direct irreversible processes. 

But rather than molar lines with segments, they are molecular fluxes with thresholds or quanta. A threshold is crossed, which does not necessarily coincide with a segment of more visible lines. Many things happen on this second kind of line – becomings, micro-becomings, which don’t even have the same rhythm as our ‘history’. […] At the same time, again, there is a third kind of line, which is even more strange: as if something carried us away, across our segments, but also across our thresholds, towards a destination which is unknown, not foreseeable, not pre-existent. This line is simple, abstract, and yet is the most complex of all the most tortuous: it is the line of gravity or velocity, the line of flight …”

 

Gilles Deleuze and Claire Parnet, Dialogues – Many Politics/Politiken (1977)

 

Die Veranstaltung ist jederzeit offen für alle Interessierte, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Entwickelt und gehegt von: Sebastian Eis, Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Es geht wieder los! Die Kriegsmaschinen vermehren sich und wir verfolgen ihre Spuren …

gesellschaften

 
 Es geht wieder los! Die Kriegsmaschinen vermehren sich und wir verfolgen ihre Spuren … 

Di. 09.09.2020 | 19:00

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/83608490256

 

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

 

Für alle Veranstaltungen, auch für die eintrittsfreien gesellschaften Veranstaltungen ist eine verbindliche Reservierung mit Angabe von Namen und Telefonummer bzw. email Adresse erforderlich.

Geprüft, begutachtet und unter Hygieneauflagen begegnen wir uns  wieder Face to Face im House of Commons. Ob und wie wir eine online Teilnahme an der Veranstaltung ermöglichen ist noch unklar denn es sind nicht alle notwendigen Hürden genommen.

 

Das traditionelle Abendbrot dürfen wir nicht mehr anbieten. Bringt Eure Stullen bitte selber mit.

_DE

In unserer Lektüre des Kapitels zur Kriegsmaschine aus den Tausend Plateaus von Gilles Deleuze und Félix Guattari ist immer die Frage leitend gewesen, ob und wie sich aus der Begrifflichkeit von Deleuze und Guattari andere, neue Linien des Begreifens der aktuellen politischen Entwicklungen gewinnen lassen. 

Die Art und Weise, wie über Covid-19, Black Lives Matter, neue Faschismen oder die Klimakatastrophe geredet wird, empfinden wir meist als sehr unbefriedigend und unangemessen. Die offene und gleichwohl konzentrierte Auseinandersetzung mit Texten von Deleuze und Guattari (und auch anderen) sucht das zu ändern.

 

Bevor wir die Lektüre dieses Kapitels fortsetzen und dann gemeinsam überlegen, welches Kapitel aus Tausend Plateaus oder auch dem Anti-Ödipus wir als nächstes lesen wollen, möchten wir als Wiedereinstieg nach der Sommerpause einen Text besprechen, der aus den Lektüren und Gesprächen in der Vierten Welt über das Kriegsmaschinen-Kapitel heraus entstanden ist und uns vielleicht, hoffentlich, als Resümee einiger Grundbegriffe (insbesondere des Maschinenbegriffs) von Deleuze und Guattari und als Basis unseres weiteren Vorgehens dienen kann: der noch unfertige Versuch von Sebastian Eis, die politische Philosophie von Deleuze und Guattari als eine Politik des Werdens zu rekonstruieren:

 

Manuskript bitte per email per mail anfordern: gesellschaften@viertewelt.de.

Die Veranstaltung ist jederzeit offen für alle Interessierte, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Entwickelt und gehegt von: Sebastian Eis, Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

ARCHIPELAGO ARCHIVES EXHIBIT #0: About Archipelago Archives

gesellschaften | Zoom Meeting

 
About Archipelago Archives

By Kiran Kumar

Do. 25.06.20 | 18:00 – 22:00 | online 17:45

_EN

 

The long-term artistic research project Archipelago Archives (2106-date), initiated by Kiran Kumar, is an emancipatory gesture of (re)imagining dances danced on an imaginary archipelago somewhere in the Indian Ocean. By studying practices of yoga, tantra, temple dance and music in South and South-East Asia, the archives offer artistic counterproposals to dominant Eurocentric understandings of being human in the world. In the wake of mounting questions of ecology, feminism and decoloniality in our present moment of modernity, the archives are an urgent investigation of both historically pre-modern and contemporary non-modern Indic cultures. Through a perspective of looking-at-from-within, this circuitously titled presentation will describe the iterative methods of investigation and publication inherent to this artistic research project through a collaged reading of excerpts from a series of essays that constitute the project’s current output.

Kiran Kumar (b.1983, Bangalore) is an interdisciplinary artist, researcher and writer. His work focuses on unpacking understandings of the human body-mind through a trifold practice of dance as art, science and ritual, and on the proposals for change that these understandings hold for our contemporary world. His artistic works have ranged from performance, video, installation and exhibition, to writing and archiving. Research fellowships include the Berlin Centre for Advanced Studies in Arts and Sciences (2016-18), Volkswagen Foundation’s Arts & Science in Motion program (2016-19), Academy for Theatre and Digitality (2021) and Akademie Schloss Solitude (2021).

Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

 
 Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Image: Unidentified Photograph, Rekso Pustako Mangkunegaran, Surakarta, Indonesia, undated. 

Wie (Weiter!)

Reihen | Online Veranstaltung Zoom Meeting

 

Mo. 22.06.20 | 20:00 | online 19:45

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Angesichts der gegenwärtigen Zeitenwende und andererseits nach 1 1/2 Jahre politiken Veranstaltungen die hinter uns liegen, ist es Zeit für eine kritische Beratung.

Wir laden ein, gemeinsam das “Format” politiken zu diskutieren und uns auf den Weg zu einer Neubestimmung vom gesellschaften Plateau politiken zu machen.

Im Juli machen wir Sommerpause und sind Mitte August wieder zurück.

 
 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas Siepen, Assozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Sie haben uns nie einen Rosengarten versprochen

gesellschaften

 
 Sie haben uns nie einen Rosengarten versprochen 

Di. 16.06.2020 | 20:00 | 19:45 online

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/83608490256

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

_DE

Letztes Meeting vor der Sommerpause.

 

Deleuze und Guattari reden viel von Pflanzen, Tieren und Metamorphosen, aber sie haben uns nie einen Rosengarten versprochen. Auch wenn sie alle möglichen Arten von Maschinen ins Spiel bringen und den Kriege blühen lassen, verweigern sie uns Metaphern und Ideologien. 

Wir sollen uns frei fühlen, mit ihren Texten und Konzepten unser eigenes Ding zu machen und nicht nach der Wahrheit oder einem tieferen Sinn zu suchen. Auch die Reihenfolge des Lesens wird uns überlassen. So haben wir also die letzten zwei Jahre ihre Texte aus Tausend Plateaus den politischen Ereignissen und Tagesgeschehen angepasst und Verknüpfungen hergestellt. 

Manchmal eng am Text oder auch sehr weitmaschig, versponnen sogar verloren. Man kann die Texte von D&G in ihre theoretischen Bestandteile zerlegen und auf einen Inhalt hin verstehen wollen. Dabei entgeht einem zwangsläufig die Form des Schreibens. Die Form alleine neigt jedoch zur konzeptuellen Geschwätzigkeit des Nachplappern.  D&G haben ungewollt viele Papageien hervorgebracht. Es ist also nicht einfach, das Verhältnis von Form und Inhalt so in den Blick zu bekommen, dass ein Wirklichkeitsbezug entsteht, der mehr als Beschreibungen zu bieten hat. 

Diese kollektive Anstrengung wird uns auch in der Letzten Session vor der Sommerpause beschäftigen. Es ist ja ordentlich was los in der Welt und niemand kann vorhersagen was als nächstes kommt. Die gesellschaftlichen Formationen und harten Segmente sind in Bewegung geraten, die Leute werden vor unseren Augen revolutionär. Das ideale Terrain also, sich weiter mit D&G zu beschäftigen.

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Happy Debts

Veranstaltung_online | Diskurs | Zoom | Vierte Welt

 
 Happy Debts 

with Flavia Meireles Rio de Janero

 

Fr. 08.06.20 | 20:00 | online 19:45

 

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Die Pandemie wirft alles um. War es noch vor Jahresfrist traurige Gewissheit, dass Deutschland auch um den Preis der Verarmung ganzer Gesellschaften und erneuter inneneuropäischer Entfremdung eiserne Spardisziplin in der Europäischen Union einforderte, erleben kreditfinanzierte Interventionen auf allen staatlichen Ebenen in Europa gegenwärtig ein Comeback. Die Stimmen derer, die das Bild der schwäbischen Hausfrau als finanzpolitisches Normativ für öffentliche Haushalte bevorzugten, sind leise geworden – das Geld wird unterdessen weniger mit der Gießkanne als mit der „Bazooka“ verteilt.

 

Was geht da vor sich? Haben die Keynesianer die Ordoliberalen abgelöst? Sind die öffentlichen Verpflichtungen, die mit staatlichen Anleihen einhergehen, nicht auch eine Umverteilung von unten nach oben? Wird mit der neuen Verschuldung unsere Zukunft „kolonisiert“, wie das etwa Maurizio Lazzarato auf dem Höhepunkt der Debatte 2012 formulierte? Oder ist die „Modern Monetary Theory“ (MMT) der neue Fluchtpunkt, derzufolge Geld mehr als volkswirtschaftliches Schmiermittel denn als allgemeines Äquivalent zu betrachten ist? Die vorletzte Ausgabe von politiken, die ein weiteres Mal online stattfinden soll, widmet sich den makroökonomischen Entwicklungen, die mit der Corona-Krise verbunden sind.

 

Special Guest: Stefan Heidenreich

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakSebastian EisLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Unabtrennbare Macht

gesellschaften

 
Unabtrennbare Macht

Di. 02.06.2020 | 20:00 | 19:45 online

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/88252810847

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

_DE

Der Staat changiert in Tausend Plateaus zwischen einer gesellschaftlichen Realität und einem immer von Formen des Außen (Metamorphosen der Kriegsmaschine) bedrohten Prinzips der Vereinnahmung / Vereinheitlichung / Verinnerlichung. Dieses Prinzip der Souveränität ist schon in sich gedoppelt: mythologisch als der Herrscher-Zauberer (der Einäugige) und der Juristen-König (der Einhändige). Ein kurzer Dumézil-Exkurs wird diese, in Tausend Plateaus nur angedeutete, Zusammenhänge klären.

 

Wir werden unsere Lektüre auf Seite 601 fortsetzen und auf den Begriff der Schwelle stoßen (Stadt-Schwelle, Staats-Schwelle). Clastres beschreibt, wie schwer es für klassische Historiker zu verstehen war/ist, dass jemand ein Häuptling ist und dennoch keine Macht hat. Der Häuptling hat ein gewisses Prestige, die Macht jedoch “ist von der Gesellschaft nicht getrennt”, d.h. es gibt keine Teilung in Herrscher und Beherrschte. Es gibt aber eine drohende Schwelle der Macht, deren Überschreiten verhindert, aber dadurch auch antizipiert wird.

 

Wir nähern uns allmählich dem Kapitalismus und den Funktionen des Vereinnahmungsapparates.

 

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Corona Crisis / Brazil Special #2

Veranstaltung_online | Diskurs | Zoom | Vierte Welt

 
 Corona Crisis / Brazil Special #2 

with Flavia Meireles Rio de Janero

 

Fr. 25.05.20 | 20:00 | online 19:45

 

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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In the last few month since the corona crisis hit the world Politiken could not ignore the obvious

power of the events and transport the meeting online. The very first meeting on the “topic” under the fresh impressions of a global lock-down was minted by an openness and curiosity of minds. in the following sessions the discussions became a bit exhausting because of the complexity of the situation itself, rendering everybody more or less immobile, but also because of the social mess following the clarity of the beginning of the Pandemic. Even in a limited context like Berlin or Germany, the measures taken against the virus hit people very different, depending on their social status and means. 

Conspiracy theories flourish perfectly in a situation like that. Although we think we are informant on a global scale because of the internet, it is also very clear that the current events play out very different in various countries and continents. Its seems that the virus functions like an social and structural amplifier, intensifying the already existing sociopolitical realities on the ground but also opens new opportunities to question, analyze or stabilize the existing orders, depending on the countries and the political structures. 

In Brazil we find a very explosive mix between the current extreme right government and how the spreading virus distresses the already very violent and fragile postcolonial heritage forming the country. The performance artist and theoretician Flavia Meireles, who lived last year few month Berlin but is based in Rio de Janeiro, will join our next online meeting from Rio and we hope to get some insight from her about the situation in Brazil.

Flavia Meireles is a full-professor at CEFET-RJ (Brazil) and a Ph.D. Candidate in the Communication and Culture Department of Federal University of Rio de Janeiro (Brazil). Associate Researcher of QDFCT (Queer Studies, Decolonial Feminist and Cultural Transformations) at Justus-Liebeg Universität Giessen. Her main interests are grassroots social movements, cultural and artistic contexts; politics of the body, gender, racialization, sexualities, and decolonial feminists approaches.

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakSebastian EisLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Who Is The Boss

Lecture Performance von Marie Rotkopf mit Gespräch_online

 
2020 FIRE SALE _online

Sa. 23.05.2020 | 17:00 – 22:00

 Ein europäischer Appell in Zeiten der Coronakrise 

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Who Is The Boss  – ohne Fragezeichen, wurde für die USA geschrieben und sollte dort vortragen werden. Bedingt durch die Coronakrise und während dessen, ist der Text in Europa geblieben und wurde dementsprechend angepasst. In diesem Appel beschäftigt sich die französische Autorin

 

Marie Rotkopf mit der Dekonstruktion von Macht in Zeiten der Coronakrise.

Sie untersucht und hinterfragt die Wurzeln der Romantik, von der non-democracy der Europäischen Union bis zur corporate identity eines politischen und ideologischen Europas: “ubuntu: I am, because we are” hört sich sehr schön an. Besonders wenn man glaubt, dass es Teil einer afrikanischen Philosophie ist. Diese Übertragung ist auf Europa leider kaum möglich, da es kein Europa gibt.

Es gibt verschiedene Länder, die nicht dieselbe Philosophie und Weltanschauung haben. Zum Glück, to be honest. Dann lieber mit zwei Revolvern in den Fäusten auf die Strasse gehen und in die Menge schießen, wie es André Breton 1929 formuliert hat, als ein Teil des Wir zu sein. Oder ein Rädchen dieser monströsen europäischen Union, die uns jetzt die Diktatur der “souveraineté européenne” verkaufen will. Und ebenfalls, wie es der Franzose Aimé Césaire geschrieben hat: Europa ist unhaltbar.

Aber, who is the boss?

 

Marie Rotkopf, 1975 in Paris geboren, ist  Autorin, Dichterin und Kulturkritikerin. 2017 ist in der Edition Nautilus das Antiromantische Manifest, eine poetische Lösung erschienen und 2019 Wie ich Rocko S. vergewaltigt habe / Comment j’ai violé Rocko S., zweisprachig, im Ink Press Verlag, Zürich. Im Frühjahr 2021 erscheint das gemeinsam mit Marcus Steinweg geschriebene Buch bei Matthes und Seitz, Berlin.

In ihrer Prosa und Lyrik, beschäftigt sich Rotkopf mit der Konstruktion und Kommunikation von Macht. Sie interessiert sich für die Umschreibung der Geschichte und für die Poesie der Welt. Sie liest ihre Prosa regelmäßig vor und nimmt an verschiedenen Veranstaltungen teil, z.B. über Identitäten in unseren „Postdemokratien“ an den Basler Dokumentartagen oder an der Ohio State University, zur Deutschromantik und ihrer aktuellen Bezüge auf dem resonanzraum festival wie im Warburg-Haus in Hamburg, oder über den Sinn der Revolte im Literaturhaus Stuttgart. Zudem hält sie an der Leuphana Universität Lüneburg das poetisch-politische Seminar: „Ist es möglich, gegen die EU zu sein?“, welches Europa als Mythos reflektiert.

 

Bild: Who Is The Boss, Internationale Surplace, 2020 © Internationale Surplace  

Ewiger Staat

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
Di. 19.05.2020 | 20:00 | 19:45 online
_DE

Wir befinden uns mit unserer Lektüre in 13. Kapitel von Mille Plateau, Der Vereinnahmungsapparat, in dem die Idee einer Evolution mit der sich der Staat herausgebildet hat oder die Idee von der Existenz eines Urstaates verworfen wird. Die These ist, in “primitiven” Gesellschaften ist der Staat bereits als “Vorgefühl” vorhanden. Der Staat existiert noch nicht, aber es gibt Formen in denen er schon wirksam ist ohne das Staat bereits existiert. Ihm gegenüber stehen Bewegungsformen die den Staat abwehren ihn damit allerdings auch antizipieren. Es gibt auf der molekularen Ebene “kollektive Mechanismen, die die Entstehung einer Zentralmacht gleichzeitig abwehren und antizipieren” schreiben Deleuze und Guattari. An einer “Konsistenzschwelle” erscheint der Staat, der aber weiterhin mit den widerstreitenden Formen, die ihn hervorgebracht haben, koexistiert. Sein Erscheinen markiert eben nicht eine evolutionäre Stufe, die alles als Vorgeschichte hinter sich lässt oder sich auf der “höchsten Stufe” der Entwicklung für immer festsetzt. 

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Corona und Spitzenhäupchen

Veranstaltung_online | Diskurs | Vierte Welt

 
 Corona und Spitzenhäupchen 

Fr. 11.05.20 | 20:00 | online 19:45

ZOOM Meeting

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Zu Beginn hatte die Pandemie im Werden naturgemäß alle gesellschaftlichen Kräfte überrumpelt. Das überraschende an Ereignissen schafft zunächst eine abstrakte Klarheit, um sich dann allmählich in eine Kakophonie zu verwandeln. 

Von Politikern und Journalisten bis zu den lautstarken Versammlungen aus Coronaleugnern, Verschwörungstheoretikern und Nazis, wird das offiziell in Umlauf gebrachte Wissen und das daraus abgeleitete “notwendige” Handeln mehr oder weniger aggressiv in Frage gestellt. 

 

Historisch betrachtet gingen Epidemien und Pandemien schon immer einher mit einem wütenden Mob auf der Suche nach Sündenböcken. Im Mittelalter waren es die Juden, die angeblich die Brunnen vergifteten, heute wird Bill Gates beschuldigt, insgeheim und im Verbund mit einem Kartell aus Regierungen, Pharmakonzernen und Medien eine globale Massenimpfung zu planen. Es handelt sich hier nicht einfach nur um die Ablehnung einer wissenschafts- und regelbasierten Ordnung sondern auch um die Spannung, die dem Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik eingeschrieben ist. 

In Ausnahmezuständen wird von der Politik folgenschwere Entscheidungen erwartet, die aber im Fall einer Pandemie, ohne den Rückgriff auf noch nicht gesicherte Wissen, nicht zu sinnvollen Schlüssen kommen kann. Es liegt in der Natur von Verschwörungstheorien, dass sie sich auch nicht von “gesichertem” Wissen überzeugen lassen, dass sie falsch liegen und natürlich kann die Politik auch jederzeit krasse Fehlentscheidungen treffen. Wir wollen sowohl in die Geschichte schauen als auch vor diesem Hintergrund die möglichen Zukunftsszenarien in den Blick nehmen.

 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Dicke Backen die Zweite

gesellschaften | Zoom meeting

 
Dicke Backen die Zweite

Di. 05.05.2020 | 20:00 | 19:45 online

zoom web link: https://zoom.us/j/92049560116

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

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Die letzte Ausgabe der “war machine” hatten wir, mit einem Verweis auf die aktuell aufgeblasenen dürren, bleichen Austeritätsbacken des Staates, damit begonnen das 13. Plateau, 7000 v. Ch. – Vereinnahmungsapparat (Seite 588) zu lesen und gemeinsam zu diskutieren. Unsere Lektüre über den “Ursprung des Staates” entbehrt nicht eines gewisses Witzes angesichts der öffentlichen Besorgnis über die länger werdende Liste sog. failed states, zu denen man, Peter von Becker im Tagesspiegel von heute (4.5.20) folgend, auch die USA zählen darf. Bevor wir auf der Seite 596 fortfahren, wenden wir uns drei offen gebliebenen Fragen der letzten Runde, die drei, auf den ersten Blick irritierende, Perspektivwechel beschreiben: 1. Für den Staatsapparat und die Organisation der Arbeit ist die Verkrüppelung eine Voraussetzung. (S. 589) 2. Es ist nicht das Land, das allmählich die Stadt erschafft, sondern das Land wird von der Stadt erschaffen (S.594). 3. Sprache ist für die Übersetzung da nicht für die Kommunikation (S.596).

 

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

Das Ereignis

Veranstaltung_online | Diskurs | Vierte Welt

 
 Das Ereignis 

Fr. 24.04.20 | 20:00 online 19:45

ZOOM Meeting Id:  654 860 305

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Auch wenn die ganze Welt befallen ist, das Virus ist kein Gleichmacher. Das Virus ist ein Realitätsdoping. Es beschleunigt und intensiviert Konflikte, Unterschiede und Gegensätze. 

Die Situation und ihre Spiele werden auf allen Ebenen stimuliert. Magisches Denken gewinnt Raum. Kann sein dass der rasende Zirkulationsapparat des ökonomisierten Lebens dank des Virus abrupt kollabiert? Und was geschieht denen, die schon immer an den Rändern dieser Zirkulation überleben mussten? 

Ist es nicht auch der historische Moment, der es erlaubt, das angehäufte kritische Wissen über das soziale und politische Schicksal einer Mehrheit der Menschheit für eine andere Realitätsproduktion zu aktualisieren? 

Es auf die politische Tagesordnung zu setzen?! 

Das Leben regieren

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
Mi. 08.04.20 | 20:00 online 19:45
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„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung.“

(Michel Foucault, Überwachen und Strafen)

Der global agierende Virus hat zunächst zu einem Auftrumpfen des nationalstaatlichen Regierens geführt. Bäumt der Staat sich gerade zum letzten Mal auf bevor die Algorithmen und Netzwerke die Kontrolle übernehmen? Wird nun das Verhältnis von global integrierendem Kapital und souveränem Staat neu bestimmt?

Und noch ein Untoter erlebt seine Wiedergeburt: die Gesellschaft. Zurückgeworfen auf unsere Zellen, werden wieder genuin gesellschaftliche Fragen aufgeworfen, die vom neoliberalen Vereinnahmungs-Apparat (Margaret Thatchers “There is no such thing as society” und “There is no alternative!”) bereits totgesagt waren: Wie wollen wir leben? Was ist wirklich systemrelevant? Hat die Wirtschaft immer das letzte Wort?

“Es geht darum, Leben zu retten” ist die angeblich nicht zu hinterfragende, letzte Staatsraison. Der Staat als Krankenhaus. Um wessen Leben geht es da? Und was für ein Leben ist das? Fragen, die die zur Zeit regierende Medizin nicht beantworten kann.

Ist ein Leben regierbar?

 
„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung.“

 

(Michel Foucault, Überwachen und Strafen)

Der global agierende Virus hat zunächst zu einem Auftrumpfen des nationalstaatlichen Regierens geführt. Bäumt der Staat sich gerade zum letzten Mal auf bevor die Algorithmen und Netzwerke die Kontrolle übernehmen? Wird nun das Verhältnis von global integrierendem Kapital und souveränem Staat neu bestimmt?

Und noch ein Untoter erlebt seine Wiedergeburt: die Gesellschaft. Zurückgeworfen auf unsere Zellen, werden wieder genuin gesellschaftliche Fragen aufgeworfen, die vom neoliberalen Vereinnahmungs-Apparat (Margaret Thatchers “There is no such thing as society” und “There is no alternative!”) bereits totgesagt waren: Wie wollen wir leben? Was ist wirklich systemrelevant? Hat die Wirtschaft immer das letzte Wort?

“Es geht darum, Leben zu retten” ist die angeblich nicht zu hinterfragende, letzte Staatsraison. Der Staat als Krankenhaus. Um wessen Leben geht es da? Und was für ein Leben ist das? Fragen, die die zur Zeit regierende Medizin nicht beantworten kann.

Ist ein Leben regierbar?

Das suizidale Unternehmen Faschismus

gesellschaften 

 
 Das suizidale Unternehmen Faschismus 

Di. 07.04.2020 | 19:00 | 18:45 online

zoom Meeting Id:  232 141 223 (If using your zoom account)

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Plateaus sind laut Deleuze & Guattari offene Ringe, die sich immer wieder neu zu unerwarteten Serien und Text-Wirklichkeits-Gebilden verknüpfen lassen, weil es den Leserinnen überlassen ist mit den Ringen je nach Bedarf zu “spielen”. Diese “Verantwortung” der Leserinnenfunktioniert nur, wenn die Autoren nicht beanspruchen, die Herren der Ringe zu sein und bereit sind, sich von ihrem realen und fiktivem Scheitern treiben zu lassen. Eigentlich sind wir in der letzten Session auf das Plateau 9, 1933 – Mikropolitik und Segmentarität ausgewichen, auf der Spur der Faschimustheorie von D&G. Wir werden dort online weiter machen und natürlich Corona nicht ignorieren.

 Faschismus ist laut D&G ein suizidales politisches Unternehmen, in dem der Staat in eine Kriegsmaschine verwandelt wurde und seiner Auflösung zustrebt. Sounds familiar? Das Nomadische und Sesshafte, Mikro- und Makrophysik, Re- und Deterritorialisierung sind die Vektoren, mit denen D&G operieren und ihre

abstrakten Maschinen bereitstellen. Wenn alle zu hause sitzen (Territorium), weil Viren nomadisieren (Deterritorialisierung), könnte diese Perspektive, in der Stunde der großen Ambivalenz, des sich

entfaltenden Ereignisses, nützlich sein!?

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

C19 – Unterbrechung und Regime

gesellschaften | Diskurs

 
 C19 – Unterbrechung und Regime 

Mo. 30.02.20 | 20:00 online 19:45

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

Ein Diskurs mit Dirk CieslakLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

  

Treibt der politisch-medizinische Diskurs in eine neue Alternativlosigkeit? Oder öffnen sich politische Optionen der Demokratisierung der Gesellschaft jenseits Regime von Markt und Wachstumsparadigma?

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Schul- und Geschäftsschließungen, Ausgangssperren, Politikerappelle – und kaum ein Wort dagegen. Im Angesicht des Corona-Virus rückt die Gesellschaft in seltener Einigkeit scheinbar zusammen, um den Empfehlungen der Mediziner Folge zu leisten, stets im Dienst des Gemeinwohls, das plötzlich eins mit den eigenen Interessen sein soll. 

Und im grenzenlosen Vertrauen darauf, dass dieser Staat die zahlreichen Einschränkungen wieder aufheben wird, wenn die übergeordnete, staatstragende Vernunft es zulässt. 

Ist der alte deutsche Untertanengeist aus der Gruft gestiegen (und hat sich über die Welt verteilt), um kritisches Denken im Angesicht einer unsichtbaren biologischen Bedrohung zurück ins Glied zu verweisen? Oder handelt es sich um die frei getroffene, bewusste Entscheidung einer aufgeklärten republikanischen Mehrheit?  Aber das könnten wir am 30.3. online diskutieren.

Adolf Twittler

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
 politiken 

 

Fr. 28.10.19| 19:00

Was ist, wenn mediale Kunstfiguren oder Phantasmen der kollektiven Triebsteuerung die Macht übernehmen?

Wie ist Trumps überraschender Wahlsieg zu erklären? Was lässt sich aus seinem Aufstieg zum mächtigsten Mann der Welt über Wesen und Formen populistischer Politik lernen? Wie ist es überhaupt um die Zukunft der westlichen Demokratie bestellt? Und was kommt auf uns zu, wenn Donald Trump die Politik der USA bestimmt?

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Wie ist Trumps überraschender Wahlsieg zu erklären? Was lässt sich aus seinem Aufstieg zum mächtigsten Mann der Welt über Wesen und Formen populistischer Politik lernen? Wie ist es überhaupt um die Zukunft der westlichen Demokratie bestellt? Und was kommt auf uns zu, wenn Donald Trump die Politik der USA bestimmt?

Wir leben in einer großen Erzählung der Demokratie. Aber wir leben auch in einer großen Blase des Entertainment, der Kulturindustrie und der populären Mythologie. In der ersten Erzählung geht es um Interessen, um Erklärungen, Informationen, um rationale Entscheidungen, um Gesetze, Verträge und Verhandlungen. In der zweiten Erzählung indes geht es um Bilder, Mythen, Emotionen, Identifikationen, Spiele, Fantasien. Politik spielt sich längst in beiden Erzählungen ab, Politiker verkaufen sich wie Pop-Stars, und die sozialen Wahrheiten werden nicht in Regierungserklärungen, sondern in Kriminalromanen, Hollywood-Filmen und Comedy Shows verhandelt. Bislang schien es freilich, dass die meisten Menschen sehr wohl unterscheiden können zwischen den Sphären von politischer Realität und medialer Fiktion. Aber offensichtlich fällt diese Unterscheidung immer schwerer. Der Aufstieg populistischer Bewegungen, Parteien und Personen in den letzten Jahren hat ebenfalls auf diesen beiden Ebenen stattgefunden. Auf der Ebene der politischen Diskurse (als scheinbare Auflehnung gegen das »Establishment«, als Neo-Nationalismus, Anti-Liberalismus und vieles mehr) und auf der Ebene des Entertainments (als große Show, als Verlängerung des Trash-Fernsehens, des Sensationsjournalismus und der Werbebilder in die politische Welt). Der Präsident Donald Trump ist in der ersten Erzählung so gut wie gar nicht zu erklären. Um es rundheraus zu sagen: Seine Wahl ergibt de facto keinen Sinn, sie ist Nonsens, wenn auch natürlich gefährlicher Nonsens. Sieht man aber die andere Erzählung an, die des Entertainments und der populären Kultur, so wird rasch klar: Der Präsident Donald Trump ist ihr Produkt. Er war schon vorher nicht nur eine Medien- und Kunstfigur – als Gastgeber seiner »The Apprentice«-Show, als Gaststar in vielen TV- und Kino-Filmen, als »Ratgeber« für wirtschaftlichen Erfolg und Karrieretricks. Sondern er ist auch eine aus Medienbildern zusammengesetzte Projektion. In ihm stecken ebenso der gegen das »Establishment« rebellierende Outlaw im Western und im Gangsterfilm wie auch der Selfmademan und Tycoon in der Nachfolge von »Citizen Kane«; genauso aber auch der »Sugardaddy« der frivoleren Träume und die dreiste Cartoon-Figur wie Bugs Bunny oder Goofy, schließlich auch der Superheld wie Batman oder Captain America – und nicht zuletzt Frankensteins Ungeheuer.

Georg Seeßlen analysiert Donald Trump als Produkt der Kulturindustrie und verwendet das »Modell Trump« als Beispiel für den Zusammenhang populistischer Politik und medialer Vor-Bilder. Er zeigt den Inszenierungscharakter in Trumps Auftritten, die irrealen, emotionalen Verabredungen zwischen ihm und seinen Wählern, kurzum: den Popstar im Politiker. Populismus als politische Bewegung hat eine Wurzel in der Beziehung zu einem bestimmten Begriff von Volk. Populismus hat aber auch eine Wurzel in der populären Kultur, im Medienkonsum und in den Strategien des Showbusiness. »TRUMP! – Populismus als Politik« beschreibt, was geschieht, wenn die Medienträume und -albträume zu realer Macht werden, wie sich mediale Pop-Träume und populistische Politik zueinander verhalten und wie schließlich Politik sich dereinst womöglich nur noch als »Reality« verstehen lässt, als Fortsetzung einer virtuellen, affekt- und bildhaften Innenwelt in die Räume der (mehr oder weniger) »repräsentativen« Demokratie.