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gesellschaften | war machine_online

 

Di. 14.12.21 | 20:00

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Wir werden die letzten 6 Seiten des Kriegsmaschinen Plateaus gemeinsam lesen und eine vorläufige “Bilanz” ziehen. Lassen sich in der politische Theorie von Deleuze & Guattari Anschlüsse an die Gegenwart finden oder wurde sie von dieser überholt:

A book isn’t produced in order to be understood, but is rather a machine for producing desires … It’s not as a book that it could respond to desire, but only in relation to what surrounds it. A book is not worth much on its own. … So, it’s only because a book participates in a larger re-shuffling, a resonance between research and desire. A book can respond to desire only in a political way, outside the book. — Deleuze and Guattari

Gefährliche Fluchtlinien

gesellschaften | war machine

 

Di. 09.11.21 | 20:00

 

Bitte reservieren! Wir haben nur wenige Plätze. 

Es gilt 3G. Sie können auch online teilnehmen.

Zoom Meeting ID: 691 314 7323

_DE

Wir werden das alte Kriegsmaschinenformat (Lesegruppe) in zwei kommenden Sessions zu einem vorläufigen Abschluss bringen und das Ende des Kriegsmaschinen Plateaus zusammen lesen und besprechen. Wir werden uns noch einmal dem Faschismus und dem gefährlichen Charakter der Fluchtlinien zuwenden. In diesen zwei Zitaten wird sowohl die Gefahr als auch die Aktualität des Problems benannt, dass wir schon in vielen Variationen diskutiert haben:

Fascism, Deleuze and Guattari suggest, implies a molecular regime distinct from molar segments: not the rigidity of state molarity but both the suppleness and the dangers of the line of flight.[…]The political problematique that emerges with Deleuze and Guattari’s conceptualisation of lines is accordingly this: if what holds the most promising creative potential also carries the most serious danger of destruction, and if the course of movement can be neither controlled nor predicted, then how to produce a politics of affirmative becoming without either getting bogged down in a regime of molar fascism or falling foul to a fascistic logic of destruction? – Leonie Ansems de Vries

What if fascism didn’t disappear at the end of WW II with the defeat of Hitler and Mussolini? Even more troubling, what if fascism can no longer be confined to political parties or ultra nationalist politicians but has become something much more diffuse that is spread across our societies as cultural expressions and psychological states? –  Mikkel Bolt Rasmussen

Es wäre gut/interessant, zum Thema Kriegsmaschine/Faschismus zwei Kapitel aus Brad Evans, Deleuze & Facsism – Security: war: aesthetics zu lesen, und zwar Kapitel 7 (Politics on the line) und Kapitel 8 (Fascist lines of the tokkōtai). Auf Wunsch schicken wir das Buch als pdf zu: Anfragen an gesellschaften@viertewelt.de.

Chor-Denken 3 | Chor und Sorge

gesellschaften

 Mit Sebastian Kirsch und Ulrike Haß  

So. 17.10.21 | 19:00 | Einlass 18:30

INDOOR + SREAMING

Eintritt frei | Für den Zutritt gilt die 3G-Regel 

Viele neuere Theaterformen teilen ein auffälliges Interesse an chorischen Praktiken. Diese Aktualität des Chores, der zunächst vor allem an die Tragödie und die griechische Antike denken lässt, mag auf den ersten Blick überraschen. Bei näherem Hinsehen ist sie aber keineswegs verwunderlich: Nicht nur waren Chöre historisch immer wieder verbunden mit Prozessen der „Gefügebildung“, in den überlieferten antiken Stücken begegnen sie auch als Träger von unterschiedlichstem „Umgebungswissen“, das dort im Regelfall mit kosmologischen und mythologischen Wissensformen zusammenhängt. Mit beiden Stichworten, Gefüge und Umgebung, sind aber Diskurse berührt, die Kunst und Theorie gerade heute stark umtreiben: Zu denken ist etwa an die anhaltende Konjunktur von Relationalen Modellen, die die Beziehungen in den Vordergrund stellen, in denen scheinbar geschlossene Dinge und Lebewesen stehen. Zu denken ist an ein verbreitetes Interesse an „Transversalität“, im Sinn von Übertragungsprozessen, die quer durch institutionelle Rahmungen und systematische Schließungen Ansteckungseffekte generieren (wofür allerdings auch die Pandemie ein Beispiel ist). Und zu denken ist an die heutige Bedeutung umweltbezogener Regierungsformen, die – im Verbund mit Netzwerktechnologien – Verhaltensweisen über Umgebungsvariablen zu steuern suchen (und die sogenannten „medienökologischen“ Theorien in den vergangenen Jahren großen Auftrieb gegeben haben).

Für die große Bedeutung des Chores im Gegenwartstheater scheint aber noch etwas anderes ausschlaggebend zu sein. Denn allein schon weil seine historischen Anfänge im Nebel liegen, lässt er sich nicht auf die Geschichte einer Institution „Theater“ reduzieren und weist in gewisser Weise über deren Rahmen hinaus. Gerade wegen dieses Schwellenstatus scheinen chorische Praktiken aber immer wieder in der Lage zu sein, betriebliche Selbstreferenzen aufzubrechen und disziplinär beschränkte Theaterkunst überhaupt „in die Welt“ hinein zu öffnen.

Der Theaterwissenschaftler Sebastian Kirsch geht der Geschichte des Chores im Kontext dieser Themen nach und stellt dabei die Frage, ob es eine Weise des Denkens und des Philosophierens gibt, die selbst chorisch genannt werden kann. An drei Abenden wird Kirsch, dessen Buch „Chor-Denken“ 2020 erschienen ist, gemeinsam mit drei Gästen diesen Möglichkeiten genauer nachspüren.

Veranstaltung 3: Chor und Sorge

(Sebastian Kirsch und Ulrike Haß)

Der Chor ist älter als die Tragödie und kommt von woanders her. In den überlieferten Stücken des 5. Jahrhunderts erscheint er immer wieder als Träger eines vielfältigen Umgebungswissens. Als Vielfältiges ist dieses Wissen notwendig uneinheitlich und nicht auf einen Nenner zu bringen: Es ist nicht auf ein großes (protagonistisches) Ego fokussiert, sondern bringt stattdessen die vielen, verzweigten und ihrerseits wieder in unabsehbaren Bezügen stehenden Anfänge zum Ausdruck, in denen sich Prozesse der Ich-Bildung allererst vollziehen können. Das chorische Wissen ist mithin ein Wissen der unabsehbaren umweltlichen Verflochtenheiten, ein Wissen darum, dass wir „Umwelt nicht haben, sondern Umwelt sind“ (Ulrike Haß).

Das dritte Gespräch der „Chor-Denken“-Reihe fragt nach möglichen Zusammenhängen zwischen diesem chorischen Umgebungswissen und den philosophischen Bemühungen um den Begriff der „Sorge“ (epimeleia), die im ausgehenden 5. Jahrhundert einsetzten (und die Michel Foucault zum zentralen Gegenstand seiner letzten Arbeiten machte). Unser Gespräch gilt wirklich verblüffenden Analogien zwischen Chor und Sorge: Auch in den Sorge-Philosophien der Kyniker, der Epikuräer und der Stoiker geht es immer wieder um die Einbettung des Einzelwesens in vorgängige Relationen, die häufig kosmologisch gedacht werden und die sich nicht genealogisch binden lassen. In ihren (lebens-)praktischen Übungen berufen sich Sorge-Schulen oft auf „uralte Praktiken“ (Foucault), die weit vor schriftkulturelle Überlieferungen zurückweisen – etwa auf asketische Übungen mit kathartischer Wirkung. Ähnlich wie der Chor ins Theater, geht darum auch die Sorge als weitaus älteres, disparates Element in die Philosophie ein. Und in beiden Fällen kann man beobachten, dass dieses ältere Element ab einem gewissen Zeitpunkt für ephemer gehalten wird, um dann aus expliziten Selbstbeschreibungen und Programmatiken schlicht zu verschwinden. Was lässt sich vor diesem Hintergrund über eine gemeinsame Geschichte von Chor und Sorge sagen? Und wie stellt sich diese im Licht aktueller Verwendungen des Sorge-Begriffs dar, der in seiner anglifizierten Variante als „Care“ Konjunktur hat?

Ulrike Haß lehrte bis Herbst 2016 Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum und hatte Gastprofessuren u.a. in Paris und Frankfurt/M. inne. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Verhältnis von Raum, Bild und Theater (Das Drama des Sehens), zu aktuellen Kontexten von Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit sowie Gegenwartsdramatik und -theater, speziell zu Elfriede Jelinek, Heiner Müller und Einar Schleef. Anfang 2021 ist ihr Buch Kraftfeld Chor erschienen.


Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

 

Chor-Denken 2 | Chor und Technik

gesellschaften

 Mit Sebastian Kirsch und Nicolas Siepen  

Sa. 25.09.21 | 19:00 | Einlass 18:30

Open Air + Streaming. Bitte warm anziehen.

Eintritt frei | Für den Zutritt gilt die 3G-Regel 

Chor-Denken

Sorge – Wahrheit – Technik 

Drei Veranstaltungen mit Sebastian Kirsch und Freund*innen. Juni – Oktober 2021 im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

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Viele neuere Theaterformen teilen ein auffälliges Interesse an chorischen Praktiken. Diese Aktualität des Chores, der zunächst vor allem an die Tragödie und die griechische Antike denken lässt, mag auf den ersten Blick überraschen. Bei näherem Hinsehen ist sie aber keineswegs verwunderlich: Nicht nur waren Chöre historisch immer wieder verbunden mit Prozessen der „Gefügebildung“, in den überlieferten antiken Stücken begegnen sie auch als Träger von unterschiedlichstem „Umgebungswissen“, das dort im Regelfall mit kosmologischen und mythologischen Wissensformen zusammenhängt. Mit beiden Stichworten, Gefüge und Umgebung, sind aber Diskurse berührt, die Kunst und Theorie gerade heute stark umtreiben: Zu denken ist etwa an die anhaltende Konjunktur von relationalen Modellen, die die Beziehungen in den Vordergrund stellen, in denen scheinbar geschlossene Dinge und Lebewesen stehen. Zu denken ist an ein verbreitetes Interesse an „Transversalität“, im Sinn von Übertragungsprozessen, die quer durch institutionelle Rahmungen und systemische Schließungen Ansteckungseffekte generieren (wofür auch die Pandemie ein Beispiel ist). Und zu denken ist an die heutige Bedeutung umweltbezogener Regierungsformen, die – im Verbund mit Netzwerktechnologien – Verhaltensweisen über Umgebungsvariablen zu steuern suchen (und die sogenannten „medienökologischen“ Theorien in den vergangenen Jahren großen Auftrieb gegeben haben).

Für die große Bedeutung des Chores im Gegenwartstheater scheint aber noch etwas anderes ausschlaggebend zu sein. Denn allein schon weil seine historischen Anfänge im Nebel liegen, lässt er sich nicht auf die Geschichte einer Institution „Theater“ reduzieren und weist in gewisser Weise über deren Rahmen hinaus. Gerade wegen dieses Schwellenstatuts scheinen chorische Praktiken aber immer wieder in der Lage zu sein, betriebliche Selbstreferenzen aufzubrechen und disziplinär beschränkte Theaterkunst überhaupt „in die Welt“ hinein zu öffnen.

Der Theaterwissenschaftler Sebastian Kirsch geht der Geschichte des Chores im Kontext dieser Themen nach und stellt dabei die Frage, ob es eine Weise des Denkens und des Philosophierens gibt, die selbst chorisch genannt werden kann. An drei Abenden wird Kirsch, dessen Buch „Chor-Denken“ 2020 erschienen ist, gemeinsam mit drei Gästen diesen Möglichkeiten genauer nachspüren. 

Veranstaltung 2: Chor und Technik
 

Sebastian Kirsch und Evelyn Annuß 

„Wenn man […] die Lehre der Antike in aller Kürze, auf einem Beine fußend, auszusprechen hätte, der Satz müßte lauten: ,Denen allein wird die Erde gehören, die aus den Kräften des Kosmos leben.’“

(Walter Benjamin, „Zum Planetarium“)

 

Der zweite „Chor-Denken“-Teil fragt nach dem Verhältnis von chorischen Praktiken und technik- wie mediengeschichtlichen Zusammenhängen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass schon im frühen 20. Jahrhundert ein erneuertes Interesse am Chor als einer Instanz antiken Umgebungswissens mit dem gleichzeitigen Durchbruch neuartiger „Umgebungs-Techniken“ resonierte: das heißt von Techniken, die in bislang nicht gekanntem Maß artifizielle Umweltbedingungen an die Stelle eigenaktiver und darum traditionell als „natürlich“ angesehener Umweltprozesse treten ließen. Deutlich wird das etwa in der Rede von der planetarischen Technik, wie Walter Benjamin sie 1929 am Ersten Weltkrieg als eines „Versuch(s) zu neuer, nie erhörter Vermählung mit den kosmischen Gewalten“ erläuterte: „Menschenmassen, Gase, elektrische Kräfte wurden ins freie Feld geworfen, Hochfrequenzströme durchfuhren die Landschaft, neue Gestirne gingen am Himmel auf, Luftraum und Meerestiefen brausten von Propellern, und allenthalben grub man Opferschächte in die Muttererde.“

Für die spätere Entwicklung hingegen ist an dieser Stelle an die umweltlichen Steuerungsparadigmen zu denken, die zunächst in der Kybernetik der Nachkriegszeit formuliert wurden und die heute in der „kontrollgesellschaftlichen“ (Deleuze) Einbettung noch der alltäglichsten Vorgänge in rechenintensive künstliche Environments gemündet sind. Wie stellt sich darum die Frage des Chores im Licht unserer hyperkonnektiven Gegenwart dar? Wie verhalten sich chorische Praktiken zu netzwerkbasierten Formen des Regierens, die man – in Erweiterung einer Notiz Foucaults von 1979 – als „environmental“ bezeichnen kann? Und wie lassen sich vor diesem Hintergrund Parallelen und Differenzen zwischen planetarischem 20. und kontrollgesellschaftlichem 21. Jahrhundert beschreiben?  

 

Sebastian Kirsch ist Autor und Theaterwissenschaftler und hat in Bochum, Düsseldorf, Stockholm und Wien gelehrt. Zuletzt erschien Chor-Denken. Sorge, Wahrheit, Technik (zugleich Habilitation). Mit einem Forschungsprojekt zu Hermann Broch war Kirsch 2019/2020 als Humboldt-Stipendiat am German Department der New York University assoziiert, derzeit ist er am Berliner Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung zu Gast.  Daneben war Kirsch 2007-2013 Redakteur von Theater der Zeit; dramaturgische Zusammenarbeiten verbinden ihn mit Hans-Peter Litscher und Johannes Schmit.

Evelyn Annuß ist Theaterwissenschaftlerin und Professorin für Gender Studies an der mdw Wien. Ihre Studie „Volksschule des Theaters“ (2019) zeichnet Besetzungen des Chores im Thing-Spiel und in nationalsozialistischen Masseninszenierungen nach. Darüber hinaus ist Annuß Mitinitiatorin der Reihe „Populismus kritisieren“ www.mdw.ac.at/ikm/populismuskritisieren und arbeitet zur Zeit an ihrem Buchprojekt „Nomadic Drag“, das sich vom kreolisierten, transozeanischen Karneval bis zu den Demonstrationen von Querdenker:innen mit der Politizität des Auftretens im öffentlichen Raum beschäftigt.

Archiv: Chor Denken 1

Schall & Rauch

gesellschaften | war machine

 

Di. 06.07.21 | 19:00

 Eintritt frei | Zutritt unter 3G-Regel oder online teilnehmen

Zoom Meeting ID: 891 4226 2917

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Durch das Sommerloch haben sich die Taliban zurück auf die große Bühne geschlichen, rechtzeitig zum Jahrestag von 9/11. 20 Jahre nach dem Gegenangriff der USA haben sie, in einem Blitzkrieg ohne Schlacht, die Supermacht in die Flucht geschlagen. Diese hatte ihnen in den 80er Jahren den Boden bereitet, auf dem die Attacken in New York 2001 ausgeheckt wurden. Nachdem die Sowjets 1989 aus Afghanistan gejagt waren, formierten sich im Chaos des folgenden Bürgerkriegs und unter dem Eindruck der großen Schmelze des Kalten Krieges, neue politische Kräfte, die den „Westen“ zurück in die Geschichte zwangen (nach ihrem vermeintlichen Ende), gerade weil sie nicht auf die alte revolutionäre Geschichtslogik zurück griffen, die Marx von Hegel geerbt hatte. Mit Deleuze & Guattari könnte man diese asymmetrischen Krieger der Logik der Kriegsmaschine zurechnen, als Wiedergänger, die sich angeblich längst von der politischen Bühne verabschiedet hatten. Mudschaheddin, Taliban, Osama Bin Laden, Al-Qaida, ISIS und zurück zu den Taliban: die De- und Re-territorialisierungsbewegungen einer Kriegsmaschine, die inmitten der kapitalistischen Moderne ein seltsames Archaisch-Futuristisches Außen à la Mad Max markiert, und die sich sowohl der Moderne als auch der progressiven Revolution verweigert. 20 Jahre nach 9/11 und dem War on Terror, hat sich weltweit eine andere faschistoide Gegenkraft dazugesellt, die dem historischen Faschismus beunruhigend ähnlich sieht, und deren politische Implikationen schwer abzusehen sind. Auch hier lässt sich von einer Kriegsmaschine sprechen, die sich weltweit gegen die liberale Hegemonie in Stellung bringt und die Staaten selber in Kriegsmaschinen verwandeln will. Vor diesem Hintergrund planen wir den verbleibenden Teil des Plateaus zur Kriegsmaschine bis Ende des Jahres in 4 Sitzung durchzuarbeiten und gemeinsam im Nebel der Geschichte zu stochern, der vor unseren Augen in Schall und Rauch aufgegangen ist. 

LAND

Åsa Sonjasdotter

gesellschaften | politiken_open air + online

 
Tue. 13.07.20 | 19:00 
 

This event will take place at the Vierte Welt Gallery. Due to the limited number of seats, please make a reservation. You also have the possibility to participate via Zoom.

Meeting ID: 840 5889 3788

_EN

A conversation between artist Åsa Sonjasdotter and film maker and publisher Nicolas Siepen on the relation between agriculture, land and war in North European history. With departure in Sonjasdotter’s micro-historical research on the distinction between taxed and non-taxed units within farm-systems, they will talk about what this history could have looked like, and what such re-imagination can do to the present.

What I’d like to talk about is how the grain and cattle units of the farms were specifically aimed at facilitating in-kind taxes to lords and crowns. This produce was used by authorities for trading and the income covered the maintenance and building of war apparatuses. At the same time, the farms had kitchen gardens and poultry units that were not taxed. these units had the purpose to feed the families and the communities as part of reproductive labour. So, the farms had two purposes: one was to facilitate reproduction, the other to facilitate production aimed at territorial claiming through armed forces. in times of war, the men of the communities were sent to take part of the war, and the remaining women, kids and elderly had to do all the farm work.+ that lot’s of resources in the farmed landscape was ‘krono regale’, meaning, it belonged to the crown: the nitrogen-rich soil in the stables belonged to the crown. this soil was used for the ‘boiling of salpetre’ which was a base for the production of explosives. Further, all oak trees belonged to the crown (needed to build war fare ships and so on).  In this way, the land, habitats and people were slowly depleted with the building of state-apparatuses and so on. The surplus lifted out of the habitats and the soil was never replaced. The so-called agricultural revolution was a remedy for the decreased harvests and so on. Marx wrote quite a lot about this. 

Åsa Sonjasdotter is an artist, writer and organizer, living by the island of Ven in Sweden and in Berlin, Germany. Her work deals with ways of knowing, unmaking, mourning and remembering through processes of recovery and re-narration of livelihood relations. Through close reading of tacit matter, dead and alive, imagination of the past and the present is brought into re-existence.

Sonjasdotter is currently translating and contextualising the pamphlet Peace with the Earth (Fred med Jorden), written in 1940 by Elin Wägner and Elisabeth Tamm, and is to be published by Archive Books, Berlin in 2021, who also published Sonjasdotter’s book Tracing Agricultural Memory – Refiguring Practice in 2019. For further info:

www.archivejournal.org/current-issue/

STAATSAPPARAT 3

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 06.07.21 | 19:00

Zoom Meeting ID: 839 2982 3095

_DE

Noch einmal werden wir uns vor den Sommerferien mit dem Staatsparat beschäftigen, genauer mit dem an den Staat angepassten Subjektformen und seinen Gegenspielerinnen. Nach dem Sturm und Drang des Anti-Ödipus sind Deleuze & Guattari immer skeptischer geworden, inwiefern die Linke, in Bezug auf den Staat, überhaupt eine radikale oder auch konstruktive Rolle einnehmen kann. Sie waren vielmehr davon überzeugt, dass es in der Zukunft darum ginge, sich für den Staat unfassbar zu machen: „Goethe und Hegel, beides Staatsdenker, sahen in Kleist ein Monster, und Kleist hatte von vornherein verloren. Aber wie kommt es dann, daß er eine so eigenartige Modernität besitzt? Weil die Elemente seines Werkes Geheimhaltung, Geschwindigkeit und Affekt sind.”

Da wir jetzt wieder allmählich Veranstaltungen draußen abhalten, aus Zoom aussteigen und uns gegenüber sitzen werden, kommen die performativen und theatralen Kräfte, die für gesellschaften immer eine große Rolle spielen, hoffentlich wieder besser zur Geltung. In diesem Sinne: wie hältst du es mit dem Staat Genossin?

Fragen zum open air Treffen? Email an: gesellschaften@viertewelt.de Ansonsten see you on zoom.

Building future archives –– Decolonizing culture(s) of remembrance

With Nesindano Namise

Zoom Meeting ID: 811 4361 6679

Do. 24.06.21 | 20:00 | online 19:45

_EN

In the previous sessions of Public Research we discussed the multiplicity of crises that shape our world, reading Isabell Strangers’ In Catastrophic Times. Resisting the Coming Barbarism. we looked at crises from environmental and social perspectives. Last months session we returned to the body (and its crises): Together with Yael Friedman we explored questions evolving around the concept of the patient from biological and ethical perspectives, as well as the concept of recovery regarding medical holism and epistemic injustice.
 
In this upcoming session of Public Research we will continue with the body and its crises shifting the perspective to artistic strategies of decoloniality. With our Namibian guest – performance poet and vocalist/writer Nesindano Namise we will talk about her artistic approach and research on the entanglement of coloniality, identity and culture(s) of remembrance. Through her performances in which she works with experimental music and sound Nesindano challenges prevailing narratives around questions of restitution and remembrance. She describes her artistic approach as ‚aural history‘ –– a way of exploring identity through experimental aural spheres and sound as a somatic decolonising experience. Following Nesindano’s presentation of her current artistic research we will open up the discussion along the questions of how these practices can be part of building future archives and cultures of remembering the traumatic repercussions of colonialism.
 
Nesindano Namise  is currently a recipient of the Namibian residency programme by Akademie Schloss Solitute and also a resident for Flausen+  2021. Her current projects focus on stories of “aural history”, Namibia-German colonial past and exploring Afro-futurism. She is well known for her multilingual and improvisational approach to her music/sound scaping in her mother tongue, Khoekhoegowab, English and Afrikaans. Nesindano is the co-organiser of Spoken Word Namibia an influential platform, which has largely impacted a large part of Windhoek’s contemporary performance spaces. Her content speaks of resilience, identity and expression through personal, collective or isolated stories and highlights creating enabling spaces for women, indigenous and queer people.
 
Foto: Jasmine Schädler
 

Chor-Denken 1 | Chor und Wahrsprechen [parrhesia]

gesellschaften

 Mit Sebastian Kirsch und Nicolas Siepen 

 

Die Veranstaltung findet als Open Air statt. Wg. beschränkter Zuschauerzahl ist eine Reservierung notwendig. Sie können der Veranstaltung auch via  Streaming Link online folgen.

Eintritt Frei

Zoom Meeting ID: 896 8633 8433

Di. 22.06.21 | 19:00 | Einlass 18:30

 Chor-Denken

Sorge – Wahrheit – Technik 

Drei Veranstaltungen mit Sebastian Kirsch und Freund*innen. Juni – Oktober 2021im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

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Viele neuere Theaterformen teilen ein auffälliges Interesse an chorischen Praktiken. Diese Aktualität des Chores, der zunächst vor allem an die Tragödie und die griechische Antike denken lässt, mag auf den ersten Blick überraschen. Bei näherem Hinsehen ist sie aber keineswegs verwunderlich: Nicht nur waren Chöre historisch immer wieder verbunden mit Prozessen der „Gefügebildung“, in den überlieferten antiken Stücken begegnen sie auch als Träger von unterschiedlichstem „Umgebungswissen“, das dort im Regelfall mit kosmologischen und mythologischen Wissensformen zusammenhängt. Mit beiden Stichworten, Gefüge und Umgebung, sind aber Diskurse berührt, die Kunst und Theorie gerade heute stark umtreiben: Zu denken ist etwa an die anhaltende Konjunktur von relationalen Modellen, die die Beziehungen in den Vordergrund stellen, in denen scheinbar geschlossene Dinge und Lebewesen stehen. Zu denken ist an ein verbreitetes Interesse an „Transversalität“, im Sinn von Übertragungsprozessen, die quer durch institutionelle Rahmungen und systemische Schließungen Ansteckungseffekte generieren (wofür auch die Pandemie ein Beispiel ist). Und zu denken ist an die heutige Bedeutung umweltbezogener Regierungsformen, die – im Verbund mit Netzwerktechnologien – Verhaltensweisen über Umgebungsvariablen zu steuern suchen (und die sogenannten „medienökologischen“ Theorien in den vergangenen Jahren großen Auftrieb gegeben haben).

Für die große Bedeutung des Chores im Gegenwartstheater scheint aber noch etwas anderes ausschlaggebend zu sein. Denn allein schon weil seine historischen Anfänge im Nebel liegen, lässt er sich nicht auf die Geschichte einer Institution „Theater“ reduzieren und weist in gewisser Weise über deren Rahmen hinaus. Gerade wegen dieses Schwellenstatuts scheinen chorische Praktiken aber immer wieder in der Lage zu sein, betriebliche Selbstreferenzen aufzubrechen und disziplinär beschränkte Theaterkunst überhaupt „in die Welt“ hinein zu öffnen.

Der Theaterwissenschaftler Sebastian Kirsch geht der Geschichte des Chores im Kontext dieser Themen nach und stellt dabei die Frage, ob es eine Weise des Denkens und des Philosophierens gibt, die selbst chorisch genannt werden kann. An drei Abenden wird Kirsch, dessen Buch „Chor-Denken“ 2020 erschienen ist, gemeinsam mit drei Gästen diesen Möglichkeiten genauer nachspüren. 

 

 
Veranstaltung 1: Chor und Wahrsprechen (parrhesia)

Sebastian Kirsch und Nicolas Siepen  

 

„Ein Betrunkener gebraucht parrhesia, weil er im Weinrausch nicht nur über sich, sondern auch über alle anderen die Wahrheit offenbart.“

(Philochoros in Aischylos‘ Fragment 11)

 

Der erste Teil der „Chor-Denken“-Reihe ist möglichen Zusammenhängen zwischen chorischem Sprechen und dem antiken Begriff der parrhesia, des freimütigen „Wahrsprechens“, gewidmet. Diesem Begriff schenkte Michel Foucault in seinen letzten Arbeiten besondere Aufmerksamkeit, wobei seine diesbezüglichen Ausführungen – etwa in „Der Mut zur Wahrheit“ – sich durchaus wie ein später Beitrag des Philosophen zur free speech-Bewegung der 68er lesen. So geht es Foucault zufolge bei der parrhesia immer um eine riskante Rede, zum Beispiel um den Mut, dem Tyrannen die Wahrheit ins Gesicht zu sagen oder durch offene Kritik eine Freundschaft auf Spiel zu setzen.

Allerdings handelt es sich bei der parrhesia auch um ein sehr fremdartiges Konzept, dessen Wahrheitsbegriff zum Beispiel ohne Bezug auf eine diskursiv gewonnene Erkenntnis auskommt. Mehr noch: Die Wahrheit der parrhesiastischen Rede bekundet sich laut Foucault häufig auch in schockartigen Inszenierungen, die sich im Zweifelsfall sogar bis zum Selbstmordattentat zu steigern vermögen. Schon deswegen stellt sich die Frage, wie sich Foucaults Überlegungen zur parrhesia 40 Jahre später lesen. Wie ist das Rauschhafte parrhesiastischer Wahrheit einzuschätzen, auf das beispielsweise das obige Zitat des Aischylos hindeutet? Gibt es Verbindungen zwischen parrhesia, Chor und dem von Deleuze/Guattari entwickelten Begriff der „nomadischen Kriegsmaschine“? Und was soll man aus der Tatsache machen, dass sich im 21. Jahrhundert gerade rechte Identitäre gerne als „freimütige Alles-Sager“ inszenieren?

 

Sebastian Kirsch ist Autor und Theaterwissenschaftler und hat in Bochum, Düsseldorf, Stockholm und Wien gelehrt. Zuletzt erschien Chor-Denken. Sorge, Wahrheit, Technik (zugleich Habilitation). Mit einem Forschungsprojekt zu Hermann Broch war Kirsch 2019/2020 als Humboldt-Stipendiat am German Department der New York University assoziiert, derzeit ist er am Berliner Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung zu Gast.  Daneben war Kirsch 2007-2013 Redakteur von Theater der Zeit; dramaturgische Zusammenarbeiten verbinden ihn mit Hans-Peter Litscher und Johannes Schmit.

 

Nicolas Siepen ist Künstler/Filmemacher, Theoretiker und Mitbegründer von b_books und dem Performing Arts Forum (PAF). In den 90er Jahren war er Teil der Künstlergruppe KlasseZwei und der Band ZigarettenRauchen. Von 2009 bis 2016 war er Professor für Bildende Kunst an der Academy of Contemporary Arts in Tromsø, Norwegen. Derzeit arbeitet er mit der Vierten Welt zusammen. Lebt und arbeitet in Berlin.

 

STAATSAPPARAT 2

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 08.06.21 | 20:00

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Deleuze and Guattari haben dem Staat die Kriegsmaschine als geschichtliche Macht beigestellt und den Staatsapparat in Abhängigkeit vom universellen Markt gedacht. Diese theoretischen Verflechtungen haben die Eigenschaft, gesellschaftliche Veränderungen nicht entlang von Widersprüchen zu denken, sondern von ihren Dysfunktionalitäten: “Darin offenbart sich die Identität von Gesellschafts- und Wunschmaschine: nicht Abnutzung macht ihre Grenze aus, sondern die Fehlzündung, sie funktioniert, wenn sie knirscht, wenn sie kaputtgeht, in kleinen Explosionen birst – die Dysfunktionen sind Teil ihres Funktionierens. […] Und je mehr alles aus dem Leim geht, desto besser läuft es – auf amerikanische Art und Weise.” (Anti-Ödipus). Bei der letzten Sitzung haben wir das Plateau über den Vereinnahmungsapparat anhand der kriegerischen Asymmetrie im Nahostkonflikt angewendet. Diesmal wollen wir uns damit beschäftigen wie der Staatsapparat mit den gesellschaftlichen Dysfunktionalitäten umgeht, die ihr Funktionen ausmachen. In der Tat scheint ja gerade vieles aus dem Leim zu gehen. Wir werden also weiter im Plateau 13 wildern!

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STAATSAPPARAT

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Di. 18.05.21 | 20:00

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Der Staat, als negatives Objekt der Begierde, spielte in der Geschichte der Linken eine zentrale Rolle. Im Schatten von Marx und Lenin ging es immer um Varianten seiner heroischen Abschaffung-Eroberung. Dieser obsessive Fokus hat sich im 21. Jahrhundert – nach dem Kalten Krieg – allmählich verschoben und ist weniger dramatischen und eher pragmatischer Haltungen gewichen. Deleuze und Guattari nehmen in dieser Geschichte eine theoretisch und praktisch ambivalente Position ein, indem sie die Staatsapparate historisch mit dem Ausschwärmen von Nomadischen Kriegsmaschinen verschalten und die Entstehung des Staats aus einer bestimmten Fortschrittsgeschichte „befreien“. Eines der überraschenden Symptome der Pandemie, die uns alle außer Atem hält, ist das Wiederaufflammen einer auf sozialen Medien bitter und mit viel Rauch ausgetragenen Polemik um die Frage, wie es die Linke mit dem Staat hält. Hier streitet man sich wie die Kesselflicker darüber, ob man den Staat intensiver in die Pflicht nimmt oder seine Einschnitte in die Bürgerrechte bekämpfen sollte. Nachdem wir in den letzten Veranstaltungen 3 Ausflüge in die Wunschmaschinen des Anti-Ödipus gemacht haben, um die Kriegsmaschinen besser zu „verstehen“, werden wir jetzt, aus gegebenem Anlass, wieder zum Staat aka Vereinnahmesapparat aus Tausend Plateaus zurückkehren. Vielleicht finden sich hier interessantere Antworten über das Verhältnis Staat/linker Politik als in einem rein polemischen für und wieder!?

Thinking-acting against the catastrophe: Reading Isabelle Stengers

gesellschaften | public research_online

Zoom Meeting ID: 896 8633 8433

Do. 22.04.21 | 20:00 | online 19:45

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This month we will continue our collective research on the Anthropocene and the catastrophes that shape our world. We will take up the multiple questions and discussions brought at last month to our series by Mira Hirtz. Her use of somatic techniques proposed way to engage in an experiential way with the current state of the world. By engaging in a philosophical reading for our next session we will take a different angle but stay with the same questions: How to act in and with world that is shaped by the entanglement of multiple crisis? How to act from the widths of this catastrophic milieu, in a thinking-acting way?

 

Together we will read and discuss excerpts of Isabelle Stengers’ In Catastrophic Times. Resisting the Coming Barbarism (2015). Isabelle Stengers’ is one of the leading philosophers on a thinking of the climate catastrophe the current capitalist condition as well as a critique of the mode of thought they impose. But instead of limiting her work to a critical reflection, she offers us a great deal of conceptual tools for living and thinking otherwise. Join us in thinking and discussing collectively the propositions this important text makes!

 

You can find the book here: http://openhumanitiespress.org/books/download/Stengers_2015_In-Catastrophic-Times.pdf

appendix | wunschmaschinen | PART 2 L’Anti-ŒdipeL’Oréal

gesellschaften | war machine_online

 

Anti-Produktion | wunschmaschinen | # 2

L’Anti-ŒdipeL’Oréal 

Di. 23.03.21 | 20:00

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Die Netzwerke der Sozialen Medien sind zu politischen Akteuren von ungeheuren Ausmaßen gewachsen. Was sonst sollten sie sein als Wunschmaschinen im Sinne des Anti-Ödipus von Deleuze & Guattari?! Um die Mutationen der Kriegsmaschinen der Gegenwart zu verstehen, muss man zunächst die Natur dieser Wunschmaschinen verstehen lernen. Wie verschalten sich die Wünsche oder das Begehren und die digitalen und die sprachlichen Codes zu einem Mehrwert an politischem Chaos in maschinellen Gefügen? Die These von D&G vom Ende des Anti-Ödipus, das Gadgets Anhängsel (Appendix) von Wunschmaschinen sind, muss heute wahrscheinlich auf den Kopf gestellt werden: die Wunschmaschinen sind zu Anhängseln von Gadgets geworden. In Part 2 von APPENDIX WUNSCHMASCHINEN lesen wir zusammen online das Ende des Appendix und versuchen den Übergang zum Konzept der Kriegsmaschinen zu verstehen. Um diesen Übergang erfahrbar zu machen, gibt es eine filmische Überraschung.

Entanglements of matter : unknown folds, sensate space and breathing things

gesellschaften | public research_online

 
Mira Hirtz

Zoom Meeting ID: 870 5349 3809

Do. 18.03.21 | 20:00 | online 19:45

_EN
 
Me and the thing, you and the object, we here and them there…it is an old question that keeps coming back around: How do we, human-beings, relate to the world? The century of the Anthropocene, proclaimed in the year 2000, highlights this question too: it challenges us to question the dominating categories of animate and inanimate matter in favour for a network of human and non-human beings. How can we grasp this network? How can we attend to the entanglement of these different kinds of matter? Since a few years, Mira has been researching a somatic approach towards this question, claiming that it does not only need philosophical and geopolitical investigation, but that it also needs to be addressed by our bodies. 

A somatic approach offers playful sensorial, movement- and experience-based tools to explore and imagine entangled relationships – and thereby expands the common understanding of academic research. Mira is continuously reflecting on how to bridge the variety of different research approaches and she would like to invite you to a collective experimental session. She will share her research practice combining somatics, deep reading of theoretical texts and performative artworks. We will collage those methods and look into selected texts by amongst others Karen Barad and Bruno Latour, explore movement with and perception of objects, practice free writing and share discussion. There is no movement-experience needed and the shared tasks will be adjustable to all needs. You only need to bring your curiosity! 

Mira Hirtz (*1991) imagines in different media and situations, what the value of creativity is for people and ecology. She bases her research on somatic techniques and positions her work in the context of critical eco-somatics, experimenting with performance, perception and movement as means to generate and mediate knowledge about sensate matter. The fact that she graduated from creative dance at Trinity Laban Conservatoire London and Art History and Media Philosophy at the HfG Karlsruhe has shaped her practice, as well as her work as a freelance art mediator and curator. She is currently involved in the “Critical Zones” project at ZKM Karlsruhe, where the museum turns into a rehearsal space in analogue and virtual ways.

For more information, see https://mirahirtz.de

L’Anti-ŒdipeL’Oréal | #4

gesellschaften | war machine_online

 

Anti-Produktion | wunschmaschinen | # 4

L’Anti-ŒdipeL’Oréal 

Di. 09.03.21 | 20:00

https://us02web.zoom.us/j/84722331817

Meeting ID: 847 2233 1817

_DE
 
Die Netzwerke der Sozialen Medien sind zu politischen Akteuren von ungeheuren Ausmaßen gewachsen. Was sonst sollten sie sein als Wunschmaschinen im Sinne des Anti-Ödipus von Deleuze & Guattari?! Um die Mutationen der Kriegsmaschinen der Gegenwart zu verstehen, muss man zunächst die Natur dieser Wunschmaschinen verstehen lernen. Wie verschalten sich die Wünsche oder das Begehren und die digitalen und die sprachlichen Codes zu einem Mehrwert an politischem Chaos in maschinellen Gefügen? Die These von D&G vom Ende des Anti-Ödipus, das Gadgets Anhängsel (Appendix) von Wunschmaschinen sind, muss heute wahrscheinlich auf den Kopf gestellt werden: die Wunschmaschinen sind zu Anhängseln von Gadgets geworden. In Part 3 von APPENDIX WUNSCHMASCHINEN lesen wir zusammen online das Ende des Appendix und versuchen den Übergang zum Konzept der Kriegsmaschinen zu verstehen. Um diesen Übergang erfahrbar zu machen, gibt es eine filmische Überraschung.

L’Anti-Œdipe L’Oréal Part 3

gesellschaften | war machine_online

 

appendix | wunschmaschinen | PART 3

L’Anti-ŒdipeL’Oréal 

https://us02web.zoom.us/j/84722331817

Meeting ID: 847 2233 1817

Di. 23.02.21 | 20:00 | ONLINE – 19:45

_DE

Die Netzwerke der Sozialen Medien sind zu politischen Akteuren von ungeheuren Ausmaßen gewachsen. Was sonst sollten sie sein als Wunschmaschinen im Sinne des Anti-Ödipus von Deleuze & Guattari?! Um die Mutationen der Kriegsmaschinen der Gegenwart zu verstehen, muss man zunächst die Natur dieser Wunschmaschinen verstehen lernen. Wie verschalten sich die Wünsche oder das Begehren und die digitalen und die sprachlichen Codes zu einem Mehrwert an politischem Chaos in maschinellen Gefügen? Die These von D&G vom Ende des Anti-Ödipus, das Gadgets Anhängsel (Appendix) von Wunschmaschinen sind, muss heute wahrscheinlich auf den Kopf gestellt werden: die Wunschmaschinen sind zu Anhängseln von Gadgets geworden. In Part 3 von APPENDIX WUNSCHMASCHINEN lesen wir zusammen online das Ende des Appendix und versuchen den Übergang zum Konzept der Kriegsmaschinen zu verstehen. Um diesen Übergang erfahrbar zu machen, gibt es eine filmische Überraschung.

The Blossoming Meadows Between Kuwait and Mohamarrah. الرياض المزهرة بين الكويت والمحمرة

gesellschaften | public research

 
public research_online

Do. 18.02.21 | 20:00 | online 19:45

 Zu Gast: Zahra Ali Baba (Kuweit) 

https://us02web.zoom.us/j/88415055934

Meeting ID: 884 1505 5934

Feb 18, 2021 07:45 PM Amsterdam, Berlin, Rome, Stockholm, Vienna

Do. 18.02.21 | 20:00 | online 19:45

This ongoing research attempts to revisit the transboundary traditions of architecture with a focus on Khaz’ali architectural patronage and the network of palaces spreading across Kuwait, Basrah and Mohamarrah, bringing to the foreground social geographies, diplomatic representation, and the underlying 18th Century narratives of a region on the verge of discovering oil. 
 
As the shift to oil based economy escalated a parallel shift from security alliances to border demarcation, these transformations marked the beginning of the end of a fluid cultural contact historically imprinted in the material culture of the northern part of the Gulf; a battlefield for consequent wars in the late 20th Century that left the region in a vulnerable state, and the Persian-Arab identities at constant opposition.
 
During the talk, we will explore an interpretive restoration strategy for Qasr Khaz’al Al Ka’abi, located in Dasman, Kuwait City, tracing the evolution of foreign policy in Kuwait as embodied in the building culture preceding the embassy as a typology, in an attempt to provide an alternative reading of the petroleum-scape in the upper Gulf region.
 
Bio: Zahra Ali Baba is an architect specialized in the conservation of cultural heritage in Kuwait and its wider regional context. Having curated Kuwait’s first national participation at the International Architecture Exhibition, La Biennale di Venezia 2012, her involvement in realizing Kuwait Pavilion continued as a commissioner (from 2014 – 2021) dedicating the pavilion to emerging critical thought in architecture. Zahra has been a delegate of cultural heritage at the UNESCO World Heritage Committee since 2011, working on 20th century patrimony in Kuwait, in addition to the vernacular building traditions of the pre-oil societies, with a focus on Khaz’ali architectural heritage in the northern part of the Gulf.
 
 
Image Credits: Opening Ceremony of Kuwait National Museum at Diwan Khaz’al, 1957.
Courtesy of KNM Archives. 

Darake

Veranstaltung_online | Zoom Meeting | Vierte Welt

 
Darake

Thursday 17.12.2020 | 20:00 – 23:00

Mit Afsun Moshiry

Meeting ID: 849 3054 8936

_EN

Water consumption is an important issue in Iran. The Darake river originates in the Alborz mountain range and runs through Tehran to the southern outskirts of the city. Due to the high seasonality of rain in Tehran, in some seasons the river is almost completely dried out and in other seasons it flows down the mountains and into the city with full strength.

In the December session of Public Research the film curator, producer, and director Afsun Moshiry will present raw materials and sketches of a video installation she currently has been working on. Her guiding question in this context is: How to capture the river in an artistic dimension and to further explore its philosophical meanings? Her images show water flowing down from North to South, collections of plastic garbage assembling on its surface, and various relationalities between geographical and geopolitical sites alike. They tell the story of human and more-than-human interactions from the very perspective of the water. 

In her presentation Afsun Moshiry will invite us to join her on a journey through Tehran via its waterways – sparking ideas and thoughts about the city and its inhabitants. Together with our guest we will discuss about possible translations of her source material into different media and the spatial arrangement of her planned video installation in general. The session is addressed to both artists and scholars: Let’s think together about different directions Darake might take in its finalized form and what kind of layers it already consists of.

Afsun Moshiry is based between Berlin and Tehran.

http://www.roadriverfilms.com

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Technologien 1 – 3

Veranstaltungsreihe | Interactive Experience 

 
Technologien #3_online
2020 FIRE SALE

Wednesday 09.12.2020 | 17:00 – 22:00

 
Technologien #2_online
Data Kiosk _ open from 11 to 23 o’clock

Wednesday, November 11, 2020, 11 pm to 11 am

 
Technologien #1_online
2020: The Year You Broke The Internet

Mi. 14.10.2020 | 19:00 Eintritt frei | Free Admission

_DE

Technologien ist eine Veranstaltunsreihe zum Reichtum der technischen Möglichkeiten und der Armut ihres Gebrauchs, zur Zeit vor, hinter und unter den Computern, zu den Gestalten, sie sie bevölkern, und zu den Räumen um sie herum, zzgl. einiger Vorschläge, doch nochmal was ganz anderes mit dem Internet zu machen. Von und mit Jan Gerber, Rosemary GrennanSebastian Lütgert und Gästen.

https://copyshot.cc/to + https://pan.do/tech.no + https://798.ma/858.ma/918.ma

_EN

Technologies is a series of IRL/3D-world offline events on the wealth of technical possibilities and the poverty of their use, on the time in front of, behind and under the computers, on the figures that populate them and the spaces that surround them, incl. a few proposals to still do something entirely different with the internet. Hosted by Jan Gerber, Rosemary Grennan and Sebasian Lütgert, sometimes with guests. (In English and German, plus a bit of Python.)

https://copyshot.cc/to + https://pan.do/tech.no + https://798.ma/858.ma/918.ma

Technologien #3

Veranstaltungsreihe | Zoom Meeting | Chatb 

 
2020 FIRE SALE _online

Wednesday 09.12.2020 | 17:00 – 22:00

Zoom Meeting ID: 849 5283 8431

Special Guest : Maysara Abdulhaq

 

“How to delete your startup, from scratch”

** 7 pm – 8 pm, on chatb.org and zoom

 

One visitor or household per hour

5pm or 6pm or 8pm or 9pm

R.S.V.I.P. –> tech.no@pan.do

_EN

 

A FLEA MARKET FOR THINGS NOT WORTH KEEPING

AN AUCTION OF IDEAS AND MOODS TO GET RID OF

WE HELP YOU DEINSTALL ALL APPS YOU DON’T NEED

 

drop in, drop it off and shop around

leftovers from copy kiosk are still available

maybe we can give you technical advice

 

GET RID OF YOURSELF

EVERYTHING MUST GO

NOTHING IS SAFE

 

L’Anti-Œdipe (L’Oréal)

Veranstaltung_online | Zoom Meeting | Vierte Welt

 
L’Anti-Œdipe L’Oréal

Wednesday 09.12.2020 | 17:00 – 22:00

appendix | wunschmaschinen

Meeting ID: 691 314 7323

 

“If you are trapped in the dream of the other, you are fucked.” — Deleuze

 “A book isn’t produced in order to be understood, but is rather a machine for producing desires … It’s not as a book that it could respond to desire, but only in relation to what surrounds it. A book is not worth much on its own. … So, it’s only because a book participates in a larger re-shuffling, a resonance between research and desire. A book can respond to desire only in a political way, outsidethe book.” — Deleuze & Guattari

_DE

Heute morgen hatte ich einen Traum. Jemand, den Ich flüchtig kenne, und von dem ich immer das Gefühlt hatte, dass er zu anderen ein leicht ödipales Verhältnis aufbaut, so als ob das sein normaler Umgangsmodus wäre, diese Person also, dieser Künstler sprach im Traum in einem Raum, der mir sehr vertraut ist, zu ein Gruppe von Freunden und ich war Teil der Adressierten. In der Vergangenheit bildete ich mir immer ein, dass er auch ein ödipales Verhältnis zu mir hat. Aber an diesem frühen Morgen sagte er zu allen, mit einer sehr sanften Stimme und in seinem lustigen aber leicht nervigen Akzent in Englisch: „man kann doch Trump nicht auf die Theorie von D&G reduzieren!“. Er sprach in den Raum zu Allen, aber schaute mich dabei böse und durchdringend an. Ich wachte mit einem unbeschreiblichen Gefühl der Schwächung auf. In diesem Zustand gab ich dem Traum einen Namen: L’Anti-Œdipe L’Oréal

Die Benennung machte ihn schlagartig zu einem kollektiven Traum. Die narzisstische Honigfalle hatte ja schon lange zuschnappt, von der ersten Sekunde eigentlich und sowohl die Verliebten als auch die Angewiderten waren verführt und gebannt. Ausgestattet mit der unerschöpflichen Energiequelle „Aufmerksamkeit“ wuchs der Tacky Tyrann in den Himmel des kollektiven Unbewussten. Und jetzt, wo die Ratten das sinkende Schiff noch gar nicht verlassen haben und doch die Pest das Land schon längst verwüstet, genau jetzt muss man sich aus der Wirklichkeit des Imaginären wieder zurückziehen, um nicht selber Irre zu werden, im Honigland wo Kapitalismus & Schizophrenie fließen. Wir müssen uns wieder den Träumen der Texte zuwenden, genug von dieser beknackten Wirklichkeit. Wir hören ja schon Stimmen! Es geht wieder um Konzepte und nicht mehr um den Laberstrom des Schizo in Chief sondern um die abstrakte Maschine, die ihn hervorgebracht hat. Der doppelte Ödipus T + D&G = Wer träumt hier wen? Wir müssen uns losreißen, neu orientieren auf diese Suche begeben und werden daher diesmal von Tausend Plateaus zum Anti-Ödipus springen, von den Kriegsmaschinen zurück zu den Wunschmaschinen und lesen in Vorbereitung und zusammen online den Appendix: Programmatische Bilanz für Wunschmaschinen.

 

link to PDF Anti-Ödipus and extra Appendix

https://www.dropbox.com/sh/8im5dct6r1l3rqd/AABGlLt2ErPKVy_XDB-fk7hta?dl=0

 

 

_EN

This morning I had a dream. Someone whom I know fleetingly and of whom I always had the feeling that he was building up a slightly Oedipal relationship with others, as if that were his normal way of dealing with others, so this person, this artist, spoke in this dream, in a room I’m very familiar with to a group of friends and I was part of the addressee. In the past I always imagined that he also had an Oedipal relationship with me. But this early morning he said to everyone, in a very soft voice and in his funny but slightly annoying accent: “You can’t reduce Trump to the theory of D&G!” He spoke to everyone in the room, but gave me an angry and penetrating look. I woke up feeling incredibly weak. In this state I gave the dream a name: L’Anti-Œdipe L’Oréal. 

The name suddenly made it a collective dream. The narcissistic honey trap had snapped shut for a long time, from the first second actually and both the lovers and the disgusted were seduced and banned. Equipped with the inexhaustible source of energy “attention”, the Tacky Tyrant grew into the heaven of the collective unconscious. And now, when the rats have not even left the sinking ship and yet the plague has long since devastated the country, right now you have to withdraw from the reality of the imaginary in order not to become mad yourself, in honey land where capitalism & schizophrenia flow. We have to go back to the dreams of the lyrics, enough of this stupid reality. We already hear voices! It’s again about concepts and no longer about the babble-flow of the Schizo in Chief but about the abstract machine that produced him. The double Oedipus: T + D&G = Who is dreaming whom here? We have to tear ourselves away, re-orientate ourselves on this search and therefore this time we will jump from a Thousand Plateaus to the Anti-Oedipus, from the war machines back to the machines of desire and read together online and in the Appendix: Programmatic balance sheet for machines of desire.

 

zoom meeting: 08.12.20 | 0nline 19:45 | Start 20:00

 

Die Veranstaltung ist jederzeit offen für alle Interessierte, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Vom ideologischen Gebrauch der Ökonomie in der Politik | Let’s talk about money!

Reihen | Online Veranstaltung Zoom Meeting

 
politiken_online

Mo. 30.11.20 | 20:00 | online 19:45

Meeting ID: 849 5283 8431

_DE

 

A FLEA MARKET FOR THINGS NOT WORTH KEEPING

AN AUCTION OF IDEAS AND MOODS TO GET RID OF

WE HELP YOU DEINSTALL ALL APPS YOU DON’T NEED

 

drop in, drop it off and shop around

leftovers from copy kiosk are still available

maybe we can give you technical advice

 

GET RID OF YOURSELF

EVERYTHING MUST GO

NOTHING IS SAFE

 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas Siepen, Assozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Bye Bye Covfefe!

gesellschaften

 
 Bye Bye Covfefe! 

Di. 07.11.2020 | 19:00

zoom meeting: 17.11.20 | 0nline 19:45 | Start 20:00

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/83608490256


Der Text »The Green Sticky Spawn of the Stars« kann per Email angefordert werden:

gesellschaften@viertewelt.de


Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

_DE

Dachtet ihr etwa wir befinden uns in einer offen Schlacht mit Regeln und Ehre? Die Kriegsmachine liebt den Überraschungsangriff aus dem Hinterhalt. In einer Woche könnte alles schon entschieden sein oder auch etwas ganz anderes passieren. Wenn der Staat in eine suizidale Kriegsmachine verwandelt wird, ist alles möglich. Die DaDa Welt die Trump geschaffen hat (Covfefe) wird uns noch lange beschäftigen. 

Lass uns die Analyse beginnen mit dem Text »The Green Sticky Spawn of the Stars« – Trump, Affekt, Fernsehen im Chthulucene von Stephan Trinkaus beginnen. Deleuze und Guattari kommen hier zum Einsatz.

 

Entwickelt und gehegt von: Sebastian Eis, Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Technologien #2

Veranstaltungsreihe | Interactive Experience 

 
Data Kiosk _ open from 11 to 23 o’clock

Wednesday, November 11, 2020, 11 pm to 11 am

_EN

 Technologies #2 will take place from 11 am until 11 pm, as a hybrid online and offline Kiosk. Rosemary GrennanJan Gerber and Sebastian Lütgert will be present on our premises at Kottbusser Tor, with computers and hard drives. You can join them online on Zoom and other platforms, and you can make appointments throughout the day. One single person (or household) at a time is invited to spend a stricly limited amount of time in front of Vierte Welt, while RG, JG and SL copy some data (see: filesharing). Please bring a USB stick or similar. There will be 1 coffee and/or 1 beer.

!  For exactly one person there is also a delivery option – see flyer for details.

At 11 PM local time – 6:30 PM and 8 PM in Berlin – they will be joined by Mriganka Madhukaillya (IN) and Shezanne Al-Baradi (QA), who will report from North Guwahati and Doha and – mostly (t.b.c.) about archives, media labs, the current situation on the internet, and some issues with the concept of time.

_DE

Technologien #2 findet zwischen 11 bis 23 Uhr als ein hybrides Online-plus-Offline Kiosk-Format statt. Rosemary GrennanJan Gerber and Sebastian Lütgert, sowie ihre Computer und Festplatten, werden vor Ort (Kottbusser Tor) sein, und Besucher*innen sind herzlich eingeladen, ihnen auf unserem Zoom-Kanal (und anderen Plattformen) Gesellschaft zu leisten. Jeweils eine Person kann, nach vorheriger Online-Terminvereinbarung, mit einem USB-Stick o.ä. vorbeikommen und – 100% kontaktlos, maskiert und draussen – Daten mit den Veranstalter/innen austauschen. 1 Kaffee oder 1 Bier ist dabei inbegriffen.

! Für genau eine Person gibt es auch eine Delivery-Option – Details siehe Flyer.

Um jeweils 11 Uhr abends Ortszeit – 18:30 Uhr und 20:00 Uhr in Berlin – werden sich Mriganka Madhukaillya (IN) und Shezanne Al-Baradi (QA) im Internet hinzuschalten und aus North Guwahati (Assam) bzw. Doha (Qatar) berichten – über alte und neue Archive, selbstgemachte Media Labs, die Pandemie im Internet, und ein paar Probleme mit dem Zeitbegriff. Fragen und Anregungen sind willkommen!

Der Weltgeist vor der Nacht danach

politiken_online

Di. 03.11.2020 | 20:00

Ab 19:45 online: https://us02web.zoom.us/j/6913147323

 

war machine _online

Mi. 04.11.2020 | 20:00  

Ab 19:45 online: https://us02web.zoom.us/j/89163432286

 

Ein Online Lockdown Prototype. politiken meets the war machine Plateau.

Hegel sah Napoleon am 13. Oktober 1806 aus seinem Arbeitszimmer in Jena vorbei reiten und hat angeblich ausgerufen: voilà der Weltgeist zu Pferde. Hegels Weltgeist bewegt sich auf den “vernünftigen Endzweck der Geschichte” zu. Und seinen Agenten können wir bei ihrer Arbeit, die Welt zu bewegen, beobachten. Napoleon OK – aber was ist mit Hitler möchte man Hegel fragen? Zeigt sich in ihm der Welt(un)geist?

Erinnert sich noch jemand an Silvio Berlusconi, Jörg Haider, Pim Fortuyn, Ronald Schill? Waren das die Wasserträger des Welt(un)geistes, die eine ganze Weile lang rumstolpern mussten um langsam wieder Tritt zu fassen um heute wild durch die Welt zu stampfen?.

Am Dienstag Abend (03.11 | 20:00), in der Nacht, in der Trump wiedergewählt werden könnte, im Moment der Entscheidung, die Geschichte machen könnte, wollen wir gemeinsam den Welt(un)geist anrufen, indem wir die Jahrzehnte seit dem Ende des Kalten Krieges und dem “Ende der Geschichte” in zufälligen und willkürlichen Details Revue passieren lassen.

Am Mittwoch Abend (04.11. | 20:00) wissen wir mehr und folgen Deleuze und Guattari, die Hegels Dialektik der Geschichte das Konzept der Kriegsmaschine entgegengesetzt haben. Für sie entfaltet sich Geschichte nicht stetig dialektisch und meist kriegerisch, um dabei Überkommenes auf den zurückliegenden, blutverschmierten Treppenstufen des Fortschritts liegen und verrotten zu lassen. Die Geschichte gipfelt nicht im Staat. Auch wenn es in der Geschichte entscheidende Schlachten gibt, die Kriegsmaschine überfällt sie immer wieder aus dem Hinterhalt und beraubt die Geschichte ihrer eindeutigen Richtung und Bestimmung.

Wir bitten alle, die an diesem Double Feature teilnehmen, Material und Geschichten, zu der extrem unsicheren Situation, in der wir uns gerade befinden, mit zu bringen und mit uns zu teilen. Wir hatten uns gefreut im Haus der Gemeinen gemeinsam an die Arbeit zu gehen, aber die Vierte Welt muss wie alle Theater im November schließen. Lasst uns also gemeinsam eine Onlineversion der Doppelveranstaltung zu (er)finden.

Radio-Choreography

E-Mail Reservation: Thurs. 15.10.2020                

Thursday 15.10.2020 | 18:00 – 22:00 | Free admisson

For all events, including those for which admission is free, a binding reservation is required, stating name and telephone number or e-mail address.

Tested, inspected and under hygiene conditions we meet again face to face in the House of Commons. Not before mid-November will we have the technical requirements for a sensible combination (hybrid) between face to face and online participation.

We are no longer allowed to offer the traditional dinner. Please bring your own sandwiches.

Radio-Choreography

We are happy to launch the new season of Public Research at Vierte Welt with the work of choreographer Netta Weiser. 

  Radio-Choreography is an artistic research exploring radio as a site for choreographic creation as well as an archival space, with a focus on dance practices created by female choreographers during times of migration.  Elaborating radio’s abilities to cross borders and amplify marginalized narratives, this research explores the transmission of dance works by contemporary choreographers working between the Middle-East and Europe, as well as traces of border crossing found at the margins of the Deutsches Tanzarchiv Köln.

Radio-Choreography is an invitation to recalibrate our senses and listen to dance. We turn to the ghostly space of radio as an alternative site for choreographic knowledge production, as a means to connect while acknowledging gaps and explore the poetics of displacement which are inscribed in our bodies.

In this public research event Netta Weiser will share excerpts of the research process and invisible dances with the public. Stay tuned.

Radio Choreogrpahy is devised by: Fransien Van der Putt, Miriam Schickler, Anna Leon, Dominique Tegho, Azadeh Nichliani, Mriam Althammer, Julia Turbahn and Netta Weiser.

This research is supported by Fonds Darstellende Künste and NRWKultur Sekretariat.

Devised by: Dirk Cieslak, Gerko Egert, Stefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Contact | gesellschaften@viertewelt.de  

Technologien #1

Veranstaltungsreihe | Interactive Experience 

 
2020: The Year You Broke The Internet

Mi. 14.10.2020 | 19:00 Eintritt frei | Free Admission

_DE

2020 ist das Jahr, in dem ihr – obwohl ihr es ja urspünglich gar nicht so viel benutzen wolltet – das Internet kaputtgemacht habt: mit Live Streaming auf Social Media, Onlinefilmfestivals und Onlineausstellungen, mit Netflix, Zoom und tausend Apps, die niemand von euch wirklich versteht. 

Und wir verstehen sie natürlich auch nicht. Wir wollen nur nochmal kurz an die Geschichte des Radios erinnern, Peer-to-Peer-Medium par excellence und avant la lettre, bis der Traum des Staats – nämlich synchron zu sein – in Erfüllung gegangen ist und das Radio zum Empfänger wurde. 

Wäre schade, wenn der Traum des Indiviuums mittlerweile auch nur noch “in real time” wäre und keine anderen Räume mehr besetzt, und mit dem Internet etwas Ähnliches passieren würde.

_EN

2020 is the year you broke the internet. The virus made you do it: get into online teaching and online festivals and live streaming on social media, fall in love with Netflix, make peace with Zoom, and install a thousand apps on your phone that you don’t really understand. 

Of course, we don’t understand most of them either. We just wanted to remind you, and ourselves, of what happened to radio, peer-to-peer medium par excellence and avant la lettre, until the dream of the state – to be in sync – fulfilled itself and turned radio into a receiver. 

It would be unfortunate if the dream of the in/dividual today was nothing more than “in real time” and occupied no other spaces anymore, and we ended up giving up on the internet as well.

Fluchtlinien wohin?

gesellschaften

 
 Fluchtlinien wohin? 

Di. 06.10.2020 | 19:00

 

Für alle Veranstaltungen, auch für die eintrittsfreien gesellschaften Veranstaltungen ist eine verbindliche Reservierung mit Angabe von Namen und Telefonummer bzw. email Adresse erforderlich.

Geprüft, begutachtet und unter Hygieneauflagen begegnen wir uns wieder Face to Face im House of Commons. Nicht vor Mitte November werden wir über die technischen Voraussetzungen für eine sinnvolle Kombination (Hybrid) zwischen face to face und online Teilnahme verfügen.

Das traditionelle Abendbrot dürfen wir nicht mehr anbieten. Bringt Eure Stullen bitte selber mit.

 

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Wir gehen immer noch davon aus, dass es sich bei Deleuze & Guattari um ein linkes politisches Theoriegebäude handelt, auch wenn es mittlerweile Rechtsdeleuzianer gibt. Dennoch machen sie es uns nicht leicht, eine politische Linie aus den Texten zu lesen oder auch nur die Konzepte zum Leben zu erwecken. 

Was ist das z.B. für ein merkwürdiger, philosophischer Begriff, diese Kriegsmaschine? Und wie funktioniert der Begriff der Maschine überhaupt. Was können wir mit diesen Begriffen heute noch anstellen, über unsere Gegenwart hinaus, entlang ihrer Fluchtlinien.. D & G  beklagen in Tausend Plateaus, dass die Nomadische Kriegsmaschine historisch gesehen von den Staaten nicht nur besiegt und angeeignet wurde, sondern die Staaten selber eine global operierende Kriegsmaschine unterhalten, die nicht mit den Armeen identisch ist. Sie kommen aber auch zur hoffnungsvollen Überzeugung, dass diese Niederlage einhergeht mit einem Ausschwärmen von neuen Kriegsmaschinen, die sie auch als Fluchtlinien bezeichnen und die sich selbst vom Krieg gelöst haben. Daraus ergeben sie die „Politiken“ von D&G als Studium von Linien und dem Versuch etwas von diesen Fluchtlinien theoretisch einzufangen:  

 

“Whether we are individuals or groups, we are made up of lines and these lines are very varied in nature. The first kind of line which forms us is segmentary – of rigid segmentarity (or rather there are already many lines of this sort): family – profession; job – holiday; family- and then school- and then the army- and then the factory- and then retirement. 

And each time, from one segment to the next, they speak to us, saying: ‘Now you’re not a baby any more’; and at school, ‘You’re riot at home now’; and in the army, ‘You’re not at school now’ … In short, all kinds of clearly defined segments, in all kinds of directions, which cut us up in all senses, packets of segmentarized lines. At the same time, we have lines of segmentarity which are much more supple, as it were molecular. It’s not that they are more intimate or personal they run through societies and groups as much as individuals. They trace out little modifications, they make detours, they sketch out rises and falls: but they are no less precise for all this, they even direct irreversible processes. 

But rather than molar lines with segments, they are molecular fluxes with thresholds or quanta. A threshold is crossed, which does not necessarily coincide with a segment of more visible lines. Many things happen on this second kind of line – becomings, micro-becomings, which don’t even have the same rhythm as our ‘history’. […] At the same time, again, there is a third kind of line, which is even more strange: as if something carried us away, across our segments, but also across our thresholds, towards a destination which is unknown, not foreseeable, not pre-existent. This line is simple, abstract, and yet is the most complex of all the most tortuous: it is the line of gravity or velocity, the line of flight …”

 

Gilles Deleuze and Claire Parnet, Dialogues – Many Politics/Politiken (1977)

 

Die Veranstaltung ist jederzeit offen für alle Interessierte, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Entwickelt und gehegt von: Sebastian Eis, Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Was ist aus der Pop-Linken geworden?

gesellschaften | Diskurs |Vierte Welt

 

So. 20.09.20 | 12:00 

Mit Diedrich Diederichsen

_DE

Hat die gegenwärtige politische Situation in ihrer Komplexität und wilden Unberechenbarkeit eine völlig neue Qualität bekommen? Aus linker Perspektive lassen sich viele Phänomene wieder erkennen, die seit den 1990er Jahren beschrieben, diskutiert und kritisiert wurden. 

Die globale Dimension hat diesen jedoch einen neuen Drive verliehen und Kurzschlüsse erzeugt und diese Debatten in gewisser Weise überrollt. Ist nicht die Abkehr der politischen Linken von der Arbeiterklasse und die Hinwendung zu kulturellen Fragen und zu sogenannten Identitätspolitiken, die sich seit den 1960er Jahren vollziehen, verantwortlich für den Aufstieg der Alt-right und der faschistoiden Rechten, wie es Didier Eribon in Die Rückkehr nach Reims” beschreibt. 

Die Kulturlinke oder Pop-Linke, die sich seit den 1990er speziell in den USA und Europa entwickelt hat, scheint heute unter erheblichem Druck zu stehen und wird von der Rechten frontal angegriffen und unverhohlen bedroht. Besonders der massive Aufstieg faschistoider politischer Kräfte in verschiedensten Gesellschaften und Kontexten stellt die Kulturlinke vor große Probleme. Diedrich Diederichsen hat in seinen Büchern und Artikel diese Entwicklungen und die historischen Konstellationen nicht nur untersucht und beschrieben, sondern auch theoretisch mitgestaltet. Seine kämpferischen und konzeptuellen Beiträge zur Definition von Pop-Linker Theorie und Praxis haben sich über die Jahre auf sehr unterschiedliche Phänomene und kulturelle Bereiche verstreut und ergeben als Ganzes vielleicht so etwas wie eine politische Theorie, die man jedoch nicht ohne weiteres systematisch darstellen kann. In einem “Frühshoppen” wird Nicolas Siepen mit Diedrich Diederichsen in einem öffentlichen Gespräch versuchen diese fragmentierte “Theorie” in Grundzügen zu rekonstruieren und damit auch die Qualitäten und Probleme der Pop-Linken sowohl geschichtlich, als auch auf ihre gegenwärtigen Möglichkeiten hin untersuchen.

 

Die Teilnehmerinen sind natürlich eingeladen sich an diesem Prozess zu beteiligen! 

Wenn das Wetter mitspielt, wird die Veranstaltung am Sonntag den 20.09.20 von 12 bis 15 Uhr auf der Terrasse vor der Vierten Welt stattfinden. Sollte es regnen oder stürmen, werden wir die Veranstaltung Indoor stattfinden lassen. 

 

Indoor ist die Zuschauerzahl durch die Abstandsregeln begrenzt. Wir bitten von daher einen in jedem Fall einen Platz zu reservieren. Ggf. werden wir zusätzlich eine Außenübertragung organisieren.

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Es geht wieder los! Die Kriegsmaschinen vermehren sich und wir verfolgen ihre Spuren …

gesellschaften

 
 Es geht wieder los! Die Kriegsmaschinen vermehren sich und wir verfolgen ihre Spuren … 

Di. 09.09.2020 | 19:00

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/83608490256

 

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

 

Für alle Veranstaltungen, auch für die eintrittsfreien gesellschaften Veranstaltungen ist eine verbindliche Reservierung mit Angabe von Namen und Telefonummer bzw. email Adresse erforderlich.

Geprüft, begutachtet und unter Hygieneauflagen begegnen wir uns  wieder Face to Face im House of Commons. Ob und wie wir eine online Teilnahme an der Veranstaltung ermöglichen ist noch unklar denn es sind nicht alle notwendigen Hürden genommen.

 

Das traditionelle Abendbrot dürfen wir nicht mehr anbieten. Bringt Eure Stullen bitte selber mit.

_DE

In unserer Lektüre des Kapitels zur Kriegsmaschine aus den Tausend Plateaus von Gilles Deleuze und Félix Guattari ist immer die Frage leitend gewesen, ob und wie sich aus der Begrifflichkeit von Deleuze und Guattari andere, neue Linien des Begreifens der aktuellen politischen Entwicklungen gewinnen lassen. 

Die Art und Weise, wie über Covid-19, Black Lives Matter, neue Faschismen oder die Klimakatastrophe geredet wird, empfinden wir meist als sehr unbefriedigend und unangemessen. Die offene und gleichwohl konzentrierte Auseinandersetzung mit Texten von Deleuze und Guattari (und auch anderen) sucht das zu ändern.

 

Bevor wir die Lektüre dieses Kapitels fortsetzen und dann gemeinsam überlegen, welches Kapitel aus Tausend Plateaus oder auch dem Anti-Ödipus wir als nächstes lesen wollen, möchten wir als Wiedereinstieg nach der Sommerpause einen Text besprechen, der aus den Lektüren und Gesprächen in der Vierten Welt über das Kriegsmaschinen-Kapitel heraus entstanden ist und uns vielleicht, hoffentlich, als Resümee einiger Grundbegriffe (insbesondere des Maschinenbegriffs) von Deleuze und Guattari und als Basis unseres weiteren Vorgehens dienen kann: der noch unfertige Versuch von Sebastian Eis, die politische Philosophie von Deleuze und Guattari als eine Politik des Werdens zu rekonstruieren:

 

Manuskript bitte per email per mail anfordern: gesellschaften@viertewelt.de.

Die Veranstaltung ist jederzeit offen für alle Interessierte, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Entwickelt und gehegt von: Sebastian Eis, Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

ARCHIPELAGO ARCHIVES EXHIBIT #0: About Archipelago Archives

gesellschaften | Zoom Meeting

 
About Archipelago Archives

By Kiran Kumar

Do. 25.06.20 | 18:00 – 22:00 | online 17:45

_EN

 

The long-term artistic research project Archipelago Archives (2106-date), initiated by Kiran Kumar, is an emancipatory gesture of (re)imagining dances danced on an imaginary archipelago somewhere in the Indian Ocean. By studying practices of yoga, tantra, temple dance and music in South and South-East Asia, the archives offer artistic counterproposals to dominant Eurocentric understandings of being human in the world. In the wake of mounting questions of ecology, feminism and decoloniality in our present moment of modernity, the archives are an urgent investigation of both historically pre-modern and contemporary non-modern Indic cultures. Through a perspective of looking-at-from-within, this circuitously titled presentation will describe the iterative methods of investigation and publication inherent to this artistic research project through a collaged reading of excerpts from a series of essays that constitute the project’s current output.

Kiran Kumar (b.1983, Bangalore) is an interdisciplinary artist, researcher and writer. His work focuses on unpacking understandings of the human body-mind through a trifold practice of dance as art, science and ritual, and on the proposals for change that these understandings hold for our contemporary world. His artistic works have ranged from performance, video, installation and exhibition, to writing and archiving. Research fellowships include the Berlin Centre for Advanced Studies in Arts and Sciences (2016-18), Volkswagen Foundation’s Arts & Science in Motion program (2016-19), Academy for Theatre and Digitality (2021) and Akademie Schloss Solitude (2021).

Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

 
 Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Image: Unidentified Photograph, Rekso Pustako Mangkunegaran, Surakarta, Indonesia, undated. 

Wie (Weiter!)

Reihen | Online Veranstaltung Zoom Meeting

 

Mo. 22.06.20 | 20:00 | online 19:45

_DE

Angesichts der gegenwärtigen Zeitenwende und andererseits nach 1 1/2 Jahre politiken Veranstaltungen die hinter uns liegen, ist es Zeit für eine kritische Beratung.

Wir laden ein, gemeinsam das “Format” politiken zu diskutieren und uns auf den Weg zu einer Neubestimmung vom gesellschaften Plateau politiken zu machen.

Im Juli machen wir Sommerpause und sind Mitte August wieder zurück.

 
 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas Siepen, Assozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Sie haben uns nie einen Rosengarten versprochen

gesellschaften

 
 Sie haben uns nie einen Rosengarten versprochen 

Di. 16.06.2020 | 20:00 | 19:45 online

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/83608490256

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

_DE

Letztes Meeting vor der Sommerpause.

 

Deleuze und Guattari reden viel von Pflanzen, Tieren und Metamorphosen, aber sie haben uns nie einen Rosengarten versprochen. Auch wenn sie alle möglichen Arten von Maschinen ins Spiel bringen und den Kriege blühen lassen, verweigern sie uns Metaphern und Ideologien. 

Wir sollen uns frei fühlen, mit ihren Texten und Konzepten unser eigenes Ding zu machen und nicht nach der Wahrheit oder einem tieferen Sinn zu suchen. Auch die Reihenfolge des Lesens wird uns überlassen. So haben wir also die letzten zwei Jahre ihre Texte aus Tausend Plateaus den politischen Ereignissen und Tagesgeschehen angepasst und Verknüpfungen hergestellt. 

Manchmal eng am Text oder auch sehr weitmaschig, versponnen sogar verloren. Man kann die Texte von D&G in ihre theoretischen Bestandteile zerlegen und auf einen Inhalt hin verstehen wollen. Dabei entgeht einem zwangsläufig die Form des Schreibens. Die Form alleine neigt jedoch zur konzeptuellen Geschwätzigkeit des Nachplappern.  D&G haben ungewollt viele Papageien hervorgebracht. Es ist also nicht einfach, das Verhältnis von Form und Inhalt so in den Blick zu bekommen, dass ein Wirklichkeitsbezug entsteht, der mehr als Beschreibungen zu bieten hat. 

Diese kollektive Anstrengung wird uns auch in der Letzten Session vor der Sommerpause beschäftigen. Es ist ja ordentlich was los in der Welt und niemand kann vorhersagen was als nächstes kommt. Die gesellschaftlichen Formationen und harten Segmente sind in Bewegung geraten, die Leute werden vor unseren Augen revolutionär. Das ideale Terrain also, sich weiter mit D&G zu beschäftigen.

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Happy Debts

Veranstaltung_online | Diskurs | Zoom | Vierte Welt

 
 Happy Debts 

with Flavia Meireles Rio de Janero

 

Fr. 08.06.20 | 20:00 | online 19:45

 

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

_DE

Die Pandemie wirft alles um. War es noch vor Jahresfrist traurige Gewissheit, dass Deutschland auch um den Preis der Verarmung ganzer Gesellschaften und erneuter inneneuropäischer Entfremdung eiserne Spardisziplin in der Europäischen Union einforderte, erleben kreditfinanzierte Interventionen auf allen staatlichen Ebenen in Europa gegenwärtig ein Comeback. Die Stimmen derer, die das Bild der schwäbischen Hausfrau als finanzpolitisches Normativ für öffentliche Haushalte bevorzugten, sind leise geworden – das Geld wird unterdessen weniger mit der Gießkanne als mit der „Bazooka“ verteilt.

 

Was geht da vor sich? Haben die Keynesianer die Ordoliberalen abgelöst? Sind die öffentlichen Verpflichtungen, die mit staatlichen Anleihen einhergehen, nicht auch eine Umverteilung von unten nach oben? Wird mit der neuen Verschuldung unsere Zukunft „kolonisiert“, wie das etwa Maurizio Lazzarato auf dem Höhepunkt der Debatte 2012 formulierte? Oder ist die „Modern Monetary Theory“ (MMT) der neue Fluchtpunkt, derzufolge Geld mehr als volkswirtschaftliches Schmiermittel denn als allgemeines Äquivalent zu betrachten ist? Die vorletzte Ausgabe von politiken, die ein weiteres Mal online stattfinden soll, widmet sich den makroökonomischen Entwicklungen, die mit der Corona-Krise verbunden sind.

 

Special Guest: Stefan Heidenreich

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakSebastian EisLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Unabtrennbare Macht

gesellschaften

 
Unabtrennbare Macht

Di. 02.06.2020 | 20:00 | 19:45 online

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/88252810847

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

_DE

Der Staat changiert in Tausend Plateaus zwischen einer gesellschaftlichen Realität und einem immer von Formen des Außen (Metamorphosen der Kriegsmaschine) bedrohten Prinzips der Vereinnahmung / Vereinheitlichung / Verinnerlichung. Dieses Prinzip der Souveränität ist schon in sich gedoppelt: mythologisch als der Herrscher-Zauberer (der Einäugige) und der Juristen-König (der Einhändige). Ein kurzer Dumézil-Exkurs wird diese, in Tausend Plateaus nur angedeutete, Zusammenhänge klären.

 

Wir werden unsere Lektüre auf Seite 601 fortsetzen und auf den Begriff der Schwelle stoßen (Stadt-Schwelle, Staats-Schwelle). Clastres beschreibt, wie schwer es für klassische Historiker zu verstehen war/ist, dass jemand ein Häuptling ist und dennoch keine Macht hat. Der Häuptling hat ein gewisses Prestige, die Macht jedoch “ist von der Gesellschaft nicht getrennt”, d.h. es gibt keine Teilung in Herrscher und Beherrschte. Es gibt aber eine drohende Schwelle der Macht, deren Überschreiten verhindert, aber dadurch auch antizipiert wird.

 

Wir nähern uns allmählich dem Kapitalismus und den Funktionen des Vereinnahmungsapparates.

 

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Corona Crisis / Brazil Special #2

Veranstaltung_online | Diskurs | Zoom | Vierte Welt

 
 Corona Crisis / Brazil Special #2 

with Flavia Meireles Rio de Janero

 

Fr. 25.05.20 | 20:00 | online 19:45

 

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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In the last few month since the corona crisis hit the world Politiken could not ignore the obvious

power of the events and transport the meeting online. The very first meeting on the “topic” under the fresh impressions of a global lock-down was minted by an openness and curiosity of minds. in the following sessions the discussions became a bit exhausting because of the complexity of the situation itself, rendering everybody more or less immobile, but also because of the social mess following the clarity of the beginning of the Pandemic. Even in a limited context like Berlin or Germany, the measures taken against the virus hit people very different, depending on their social status and means. 

Conspiracy theories flourish perfectly in a situation like that. Although we think we are informant on a global scale because of the internet, it is also very clear that the current events play out very different in various countries and continents. Its seems that the virus functions like an social and structural amplifier, intensifying the already existing sociopolitical realities on the ground but also opens new opportunities to question, analyze or stabilize the existing orders, depending on the countries and the political structures. 

In Brazil we find a very explosive mix between the current extreme right government and how the spreading virus distresses the already very violent and fragile postcolonial heritage forming the country. The performance artist and theoretician Flavia Meireles, who lived last year few month Berlin but is based in Rio de Janeiro, will join our next online meeting from Rio and we hope to get some insight from her about the situation in Brazil.

Flavia Meireles is a full-professor at CEFET-RJ (Brazil) and a Ph.D. Candidate in the Communication and Culture Department of Federal University of Rio de Janeiro (Brazil). Associate Researcher of QDFCT (Queer Studies, Decolonial Feminist and Cultural Transformations) at Justus-Liebeg Universität Giessen. Her main interests are grassroots social movements, cultural and artistic contexts; politics of the body, gender, racialization, sexualities, and decolonial feminists approaches.

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakSebastian EisLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Who Is The Boss

Lecture Performance von Marie Rotkopf mit Gespräch_online

 
2020 FIRE SALE _online

Sa. 23.05.2020 | 17:00 – 22:00

 Ein europäischer Appell in Zeiten der Coronakrise 

_DE

Who Is The Boss  – ohne Fragezeichen, wurde für die USA geschrieben und sollte dort vortragen werden. Bedingt durch die Coronakrise und während dessen, ist der Text in Europa geblieben und wurde dementsprechend angepasst. In diesem Appel beschäftigt sich die französische Autorin

 

Marie Rotkopf mit der Dekonstruktion von Macht in Zeiten der Coronakrise.

Sie untersucht und hinterfragt die Wurzeln der Romantik, von der non-democracy der Europäischen Union bis zur corporate identity eines politischen und ideologischen Europas: “ubuntu: I am, because we are” hört sich sehr schön an. Besonders wenn man glaubt, dass es Teil einer afrikanischen Philosophie ist. Diese Übertragung ist auf Europa leider kaum möglich, da es kein Europa gibt.

Es gibt verschiedene Länder, die nicht dieselbe Philosophie und Weltanschauung haben. Zum Glück, to be honest. Dann lieber mit zwei Revolvern in den Fäusten auf die Strasse gehen und in die Menge schießen, wie es André Breton 1929 formuliert hat, als ein Teil des Wir zu sein. Oder ein Rädchen dieser monströsen europäischen Union, die uns jetzt die Diktatur der “souveraineté européenne” verkaufen will. Und ebenfalls, wie es der Franzose Aimé Césaire geschrieben hat: Europa ist unhaltbar.

Aber, who is the boss?

 

Marie Rotkopf, 1975 in Paris geboren, ist  Autorin, Dichterin und Kulturkritikerin. 2017 ist in der Edition Nautilus das Antiromantische Manifest, eine poetische Lösung erschienen und 2019 Wie ich Rocko S. vergewaltigt habe / Comment j’ai violé Rocko S., zweisprachig, im Ink Press Verlag, Zürich. Im Frühjahr 2021 erscheint das gemeinsam mit Marcus Steinweg geschriebene Buch bei Matthes und Seitz, Berlin.

In ihrer Prosa und Lyrik, beschäftigt sich Rotkopf mit der Konstruktion und Kommunikation von Macht. Sie interessiert sich für die Umschreibung der Geschichte und für die Poesie der Welt. Sie liest ihre Prosa regelmäßig vor und nimmt an verschiedenen Veranstaltungen teil, z.B. über Identitäten in unseren „Postdemokratien“ an den Basler Dokumentartagen oder an der Ohio State University, zur Deutschromantik und ihrer aktuellen Bezüge auf dem resonanzraum festival wie im Warburg-Haus in Hamburg, oder über den Sinn der Revolte im Literaturhaus Stuttgart. Zudem hält sie an der Leuphana Universität Lüneburg das poetisch-politische Seminar: „Ist es möglich, gegen die EU zu sein?“, welches Europa als Mythos reflektiert.

 

Bild: Who Is The Boss, Internationale Surplace, 2020 © Internationale Surplace  

Animist Humanism: Thinking With African Indigenous Religions

Online Veranstaltung

 

Animist Humanism: Thinking With African Indigenous Religions

By Patrice Haynes, Liverpool Hope University

Fr. 22. May. 2020 | 18:00 – 22:00 / Online 17:45

_EN

Decolonial theorists such as Aimé Céssaire and Sylvia Wynter argue that a new model of the human is needed if the humanism of colonial modernity, which dignifies European Man alone, is to be overcome. As part of a wider effort to decolonise and diversify philosophy (particularly philosophy of religion), this presentation turns to the resources of African indigenous religions in order to reimagine the human otherwise. A key feature of African philosophy is a conception of the human as inherently communal, famously captured by the term ‘ubuntu’: ‘I am, because we are’.

In this presentation, I sketch what I call an ‘animist humanism’ in order to capture the African understanding of the human as one who necessarily exists in a web of relations with other human beings as well as ‘others’ in both the non-human, visible world and the invisible world of ancestors, spirits and the divine. By highlighting the animist cosmology underpinning African accounts of the human I hope to address the criticisms of those such as Kai Horsthemke who argue that the anthropocentric character of African indigenous religions fail to recognise satisfactorily the value of non-human animals and the natural environment more widely. Nevertheless, I acknowledge that the prevalence of animal sacrifice in indigenous African religiosity seems to be at odds with an animist humanism that values life-enhancing relations with others, human and non-human. After examining the significance of blood and ritual animal sacrifice in African indigenous religions, I suggest that an animist humanism underpinned by an African cosmo-sense needs new ceremonies that give visceral expression to an existential problematic facing humanity in the shadow of colonial modernity and the era of the Anthropocene: ‘What will we attend to and, thereby, give life’?

We are looking forward to the conversation with our guest from Liverpool.

Biography

Patrice Haynes is a Senior Lecturer in Philosophy at Liverpool Hope University. Her research interests focus primarily on issues in philosophy of religion, particularly as these are reframed by continental, feminist and decolonial philosophies. Her first monograph, titled Immanent Transcendence: Reconfiguring Materialism in Continental Philosophy, was published by Bloomsbury in 2012. She is currently undertaking research for her second monograph which aims to challenge the Eurocentric focus of philosophy of religion by considering how a focus on African (particularly West and Southern Africa) indigenous religions can point to the field’s constructive transformation beyond its colonial legacy. She is a co-founder of the Association of Continental Philosophy of Religion.

Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Ewiger Staat

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
Di. 19.05.2020 | 20:00 | 19:45 online
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Wir befinden uns mit unserer Lektüre in 13. Kapitel von Mille Plateau, Der Vereinnahmungsapparat, in dem die Idee einer Evolution mit der sich der Staat herausgebildet hat oder die Idee von der Existenz eines Urstaates verworfen wird. Die These ist, in “primitiven” Gesellschaften ist der Staat bereits als “Vorgefühl” vorhanden. Der Staat existiert noch nicht, aber es gibt Formen in denen er schon wirksam ist ohne das Staat bereits existiert. Ihm gegenüber stehen Bewegungsformen die den Staat abwehren ihn damit allerdings auch antizipieren. Es gibt auf der molekularen Ebene “kollektive Mechanismen, die die Entstehung einer Zentralmacht gleichzeitig abwehren und antizipieren” schreiben Deleuze und Guattari. An einer “Konsistenzschwelle” erscheint der Staat, der aber weiterhin mit den widerstreitenden Formen, die ihn hervorgebracht haben, koexistiert. Sein Erscheinen markiert eben nicht eine evolutionäre Stufe, die alles als Vorgeschichte hinter sich lässt oder sich auf der “höchsten Stufe” der Entwicklung für immer festsetzt. 

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Corona und Spitzenhäupchen

Veranstaltung_online | Diskurs | Vierte Welt

 
 Corona und Spitzenhäupchen 

Fr. 11.05.20 | 20:00 | online 19:45

ZOOM Meeting

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Zu Beginn hatte die Pandemie im Werden naturgemäß alle gesellschaftlichen Kräfte überrumpelt. Das überraschende an Ereignissen schafft zunächst eine abstrakte Klarheit, um sich dann allmählich in eine Kakophonie zu verwandeln. 

Von Politikern und Journalisten bis zu den lautstarken Versammlungen aus Coronaleugnern, Verschwörungstheoretikern und Nazis, wird das offiziell in Umlauf gebrachte Wissen und das daraus abgeleitete “notwendige” Handeln mehr oder weniger aggressiv in Frage gestellt. 

 

Historisch betrachtet gingen Epidemien und Pandemien schon immer einher mit einem wütenden Mob auf der Suche nach Sündenböcken. Im Mittelalter waren es die Juden, die angeblich die Brunnen vergifteten, heute wird Bill Gates beschuldigt, insgeheim und im Verbund mit einem Kartell aus Regierungen, Pharmakonzernen und Medien eine globale Massenimpfung zu planen. Es handelt sich hier nicht einfach nur um die Ablehnung einer wissenschafts- und regelbasierten Ordnung sondern auch um die Spannung, die dem Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik eingeschrieben ist. 

In Ausnahmezuständen wird von der Politik folgenschwere Entscheidungen erwartet, die aber im Fall einer Pandemie, ohne den Rückgriff auf noch nicht gesicherte Wissen, nicht zu sinnvollen Schlüssen kommen kann. Es liegt in der Natur von Verschwörungstheorien, dass sie sich auch nicht von “gesichertem” Wissen überzeugen lassen, dass sie falsch liegen und natürlich kann die Politik auch jederzeit krasse Fehlentscheidungen treffen. Wir wollen sowohl in die Geschichte schauen als auch vor diesem Hintergrund die möglichen Zukunftsszenarien in den Blick nehmen.

 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Dicke Backen die Zweite

gesellschaften | Zoom meeting

 
Dicke Backen die Zweite

Di. 05.05.2020 | 20:00 | 19:45 online

zoom web link: https://zoom.us/j/92049560116

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

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Die letzte Ausgabe der “war machine” hatten wir, mit einem Verweis auf die aktuell aufgeblasenen dürren, bleichen Austeritätsbacken des Staates, damit begonnen das 13. Plateau, 7000 v. Ch. – Vereinnahmungsapparat (Seite 588) zu lesen und gemeinsam zu diskutieren. Unsere Lektüre über den “Ursprung des Staates” entbehrt nicht eines gewisses Witzes angesichts der öffentlichen Besorgnis über die länger werdende Liste sog. failed states, zu denen man, Peter von Becker im Tagesspiegel von heute (4.5.20) folgend, auch die USA zählen darf. Bevor wir auf der Seite 596 fortfahren, wenden wir uns drei offen gebliebenen Fragen der letzten Runde, die drei, auf den ersten Blick irritierende, Perspektivwechel beschreiben: 1. Für den Staatsapparat und die Organisation der Arbeit ist die Verkrüppelung eine Voraussetzung. (S. 589) 2. Es ist nicht das Land, das allmählich die Stadt erschafft, sondern das Land wird von der Stadt erschaffen (S.594). 3. Sprache ist für die Übersetzung da nicht für die Kommunikation (S.596).

 

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

Das Ereignis

Veranstaltung_online | Diskurs | Vierte Welt

 
 Das Ereignis 

Fr. 24.04.20 | 20:00 online 19:45

ZOOM Meeting Id:  654 860 305

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Auch wenn die ganze Welt befallen ist, das Virus ist kein Gleichmacher. Das Virus ist ein Realitätsdoping. Es beschleunigt und intensiviert Konflikte, Unterschiede und Gegensätze. 

Die Situation und ihre Spiele werden auf allen Ebenen stimuliert. Magisches Denken gewinnt Raum. Kann sein dass der rasende Zirkulationsapparat des ökonomisierten Lebens dank des Virus abrupt kollabiert? Und was geschieht denen, die schon immer an den Rändern dieser Zirkulation überleben mussten? 

Ist es nicht auch der historische Moment, der es erlaubt, das angehäufte kritische Wissen über das soziale und politische Schicksal einer Mehrheit der Menschheit für eine andere Realitätsproduktion zu aktualisieren? 

Es auf die politische Tagesordnung zu setzen?! 

Dicke Backen

gesellschaften | Zoom meeting

 
Dicke Backen

Di. 21.04.2020 | 20:00 | 19:45 online

 zoom Meeting Id:  232 141 223 (If using your zoom account)

_DE

Der Staat bläst gerade in seine bleichen, dürren Austeritätsbacken und bäumt sich mühsam und unwillig auf, wie ein schlafender Riese. Und dabei werden alte und neue Dynamiken in Gang gesetzt. In den USA munkelt man vom kommenden Kriegsrecht. Marcron schwelgt im on Guerre… on Guerre … und Söder gefällt sich in der Rolle des robusten Machers, an dessen väterliche Brust das Volk sich lehnen kann. Mehr denn je hadern Teile der Linken mit dem Staat und sieht das Autoritäre an jeder verwaisten Häuserecke herumlungern. 

Aber was ist eigentlich der Staat, von dem wir als Bürger alle Teile sind und in dessen Namen er/sie scheinbar souverän handelt? Gute Gründe damit zu beginnen das 13. Plateau, 7000 v. Ch. – Vereinnahmungsapparat (Seite 657) zu lesen und gemeinsam zu diskutieren. Auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen!

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Impossible practices of sensation: performative reading and discussion revolving around Saidiya Hartman’s notions of freedom and self-ownership

Online Veranstaltung

 

Impossible practices of sensation: 

Presented by Joseph Barker

16. April. 2020 | 18:00 – 22:00 / Online 17:45

_EN

In the previous session of Public Research we discussed the work of Saidiya Hartman, examining her method of critical fabulation as a writing practice traversing the academic and the artistic, and by doing so opening up new spaces and modes of engagement with critical writing which are both rigorous, poignant, vivid and affective.

Aiming to continue our interrogation of Hartman’s methodologies and explore hybrid modes of transmission and discussion that her work might generate, our upcoming session will open with a performative reading by Joseph Barker, followed by a close reading of short pieces of text by the authors intertwined within the performance: Saidiya Hartman and Pierre Klossowski (see attached link).


This is how Joe describes his performance “Erotic Hereotopias”:

This performative reading focuses on the queer experiments that African-American feminist historian Saidiya Hartman’s analyses in the formation of the ghetto in the early twentieth century America. It opens up these queer, anarchist experiments in living by bringing them into constellation with earlier erotic utopias and distopias. In particular, Pierre Klossowski’s take on the Sadian abolition of self-ownership and Charles Fourier’s utopia of a free, non-economic exchange of sensation. Between the binding violence and the impossible freedom of these practices of sensation, the reading finds a path of escape in the constrained experimentation that Hartman celebrates. Alongside the more theoretical and poetic intertwinings, the sonic dimension of the performance rhythmically upsets any overly-formalistic tendencies of the voice, while the somatic dimension of the choreography ruptures the separation of language from lived experience.

Text!

In these Dropbox links you can find selected reading by Pierre Klossowski, Sade and Fourier, and Saidiya Hartman, extract from Beautiful Lives, Wayward Experiments

Please try to read the attached texts before our meeting. If you are not able to do so time-wise you can of course join us nevertheless. 


Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Das Leben regieren

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
Mi. 08.04.20 | 20:00 online 19:45
_DE

„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung.“

(Michel Foucault, Überwachen und Strafen)

Der global agierende Virus hat zunächst zu einem Auftrumpfen des nationalstaatlichen Regierens geführt. Bäumt der Staat sich gerade zum letzten Mal auf bevor die Algorithmen und Netzwerke die Kontrolle übernehmen? Wird nun das Verhältnis von global integrierendem Kapital und souveränem Staat neu bestimmt?

Und noch ein Untoter erlebt seine Wiedergeburt: die Gesellschaft. Zurückgeworfen auf unsere Zellen, werden wieder genuin gesellschaftliche Fragen aufgeworfen, die vom neoliberalen Vereinnahmungs-Apparat (Margaret Thatchers “There is no such thing as society” und “There is no alternative!”) bereits totgesagt waren: Wie wollen wir leben? Was ist wirklich systemrelevant? Hat die Wirtschaft immer das letzte Wort?

“Es geht darum, Leben zu retten” ist die angeblich nicht zu hinterfragende, letzte Staatsraison. Der Staat als Krankenhaus. Um wessen Leben geht es da? Und was für ein Leben ist das? Fragen, die die zur Zeit regierende Medizin nicht beantworten kann.

Ist ein Leben regierbar?

 
„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung.“

 

(Michel Foucault, Überwachen und Strafen)

Der global agierende Virus hat zunächst zu einem Auftrumpfen des nationalstaatlichen Regierens geführt. Bäumt der Staat sich gerade zum letzten Mal auf bevor die Algorithmen und Netzwerke die Kontrolle übernehmen? Wird nun das Verhältnis von global integrierendem Kapital und souveränem Staat neu bestimmt?

Und noch ein Untoter erlebt seine Wiedergeburt: die Gesellschaft. Zurückgeworfen auf unsere Zellen, werden wieder genuin gesellschaftliche Fragen aufgeworfen, die vom neoliberalen Vereinnahmungs-Apparat (Margaret Thatchers “There is no such thing as society” und “There is no alternative!”) bereits totgesagt waren: Wie wollen wir leben? Was ist wirklich systemrelevant? Hat die Wirtschaft immer das letzte Wort?

“Es geht darum, Leben zu retten” ist die angeblich nicht zu hinterfragende, letzte Staatsraison. Der Staat als Krankenhaus. Um wessen Leben geht es da? Und was für ein Leben ist das? Fragen, die die zur Zeit regierende Medizin nicht beantworten kann.

Ist ein Leben regierbar?

Das suizidale Unternehmen Faschismus

gesellschaften 

 
 Das suizidale Unternehmen Faschismus 

Di. 07.04.2020 | 19:00 | 18:45 online

zoom Meeting Id:  232 141 223 (If using your zoom account)

_DE

Plateaus sind laut Deleuze & Guattari offene Ringe, die sich immer wieder neu zu unerwarteten Serien und Text-Wirklichkeits-Gebilden verknüpfen lassen, weil es den Leserinnen überlassen ist mit den Ringen je nach Bedarf zu “spielen”. Diese “Verantwortung” der Leserinnenfunktioniert nur, wenn die Autoren nicht beanspruchen, die Herren der Ringe zu sein und bereit sind, sich von ihrem realen und fiktivem Scheitern treiben zu lassen. Eigentlich sind wir in der letzten Session auf das Plateau 9, 1933 – Mikropolitik und Segmentarität ausgewichen, auf der Spur der Faschimustheorie von D&G. Wir werden dort online weiter machen und natürlich Corona nicht ignorieren.

 Faschismus ist laut D&G ein suizidales politisches Unternehmen, in dem der Staat in eine Kriegsmaschine verwandelt wurde und seiner Auflösung zustrebt. Sounds familiar? Das Nomadische und Sesshafte, Mikro- und Makrophysik, Re- und Deterritorialisierung sind die Vektoren, mit denen D&G operieren und ihre

abstrakten Maschinen bereitstellen. Wenn alle zu hause sitzen (Territorium), weil Viren nomadisieren (Deterritorialisierung), könnte diese Perspektive, in der Stunde der großen Ambivalenz, des sich

entfaltenden Ereignisses, nützlich sein!?

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

Entkommen!?

gesellschaften

 
ENTKOMMEN!?

Di. 03.03.20  | 19:00 – 23:00

_DE

Nach einem Abend zu den aktuellen politischen Verhältnissen in Brasilien und der speziellen Art und Weise, in der die Schizoanalyse im brasilianischen Kontext Fuß fassen konnte, erinnern wir noch einmal an die Notwendigkeit, die politische Theorie von Deleuze und Guattari an die Wirklichkeit anzuschließen und als sehr konkrete Beschreibungen derselben auszulegen. 

Auch wenn die begrifflichen Konzepte ein Eigenleben haben und als reine Abstraktionen gesehen und genossen werden können, sind sie doch auch gerade deswegen auch in der Lage intensive Verhältnisse zu Realitäten einzugehen. D&G betreiben Universalgeschichte und versuchen gleichzeitig den ausgetretenen Pfaden der Historie zu entkommen, und so öffnen sich manchmal unverhoffte Einblicke in die Strukturen der Gegenwart und den Verbindungen die sie zur Vergangenheit unterhalten. 

Noch sind wir bei der Metallurgie und den Schmieden im Unterschied zu den Sesshaften und Nomaden. Aber schon öffnet sich der Blick auf einen neuen Horizont und wir erreichen den fragilen Rand von Plateau 12

… join us!

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

C19 – Unterbrechung und Regime

gesellschaften | Diskurs

 
 C19 – Unterbrechung und Regime 

Mo. 30.02.20 | 20:00 online 19:45

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

Ein Diskurs mit Dirk CieslakLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

  

Treibt der politisch-medizinische Diskurs in eine neue Alternativlosigkeit? Oder öffnen sich politische Optionen der Demokratisierung der Gesellschaft jenseits Regime von Markt und Wachstumsparadigma?

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Schul- und Geschäftsschließungen, Ausgangssperren, Politikerappelle – und kaum ein Wort dagegen. Im Angesicht des Corona-Virus rückt die Gesellschaft in seltener Einigkeit scheinbar zusammen, um den Empfehlungen der Mediziner Folge zu leisten, stets im Dienst des Gemeinwohls, das plötzlich eins mit den eigenen Interessen sein soll. 

Und im grenzenlosen Vertrauen darauf, dass dieser Staat die zahlreichen Einschränkungen wieder aufheben wird, wenn die übergeordnete, staatstragende Vernunft es zulässt. 

Ist der alte deutsche Untertanengeist aus der Gruft gestiegen (und hat sich über die Welt verteilt), um kritisches Denken im Angesicht einer unsichtbaren biologischen Bedrohung zurück ins Glied zu verweisen? Oder handelt es sich um die frei getroffene, bewusste Entscheidung einer aufgeklärten republikanischen Mehrheit?  Aber das könnten wir am 30.3. online diskutieren.

The Hacked System #3

gesellschaften | politiken

 

 The Hacked System 3#: Politik, Internet & Social Media

Mo. 24.02.20 | 19:00

Die liberale Demokratie ist unter Druck geraten: Über die Utopie von Open Access und nihilistische Verwahrlosung des Netzes.

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakLukas FrankeNicolas Siepen und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Politik richt sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Die technologischen und sozialen Phantasien, die das Internet seit seiner Entstehung begleitet haben, waren stets von der Hoffnung geprägt, dass diese neuen Technologien mit Expansion, Befreiung, Integration und Demokratisierung der guten alten Massenmedien verbunden wären und jeder vom Empfänger zum potentiellen Sender werden könne. 

Die Einbahnstraße, die die Empfänger in der Passivität der Rezeption bei Buch, Radio und TV gehalten hatten, hat sich indes in einen Dschungel transformiert, in dem jeder zwitschert wie ihm der Schnabel oder das Ressentiment gewachsen ist und dabei die sozial-medialen Fabriken des Silicon Valley und ihren Profit mit seiner kleinen Existenz befeuert. 

Die Dimensionen und die Intensität dieser neuen Instanzen fordern das Amalgam aus Masse und Medium an sich heraus und stellen es radikal in Frage. Angesichts dieser Aspekte des Netzes und seiner Plattformen wurden viele affirmative Phantasien über das Internet von der Realität überholt – was linke Netz-Aktivisten der ersten Stunde wie etwa Geert Lovink vom „digitalen Nihilismus“ sprechen lässt, der alles Soziale im Begriff sei, zu verschlingen. An die Stelle telekommunistischer Visionen oder wenigstens des „global village“ ist ein globaler Zirkus des Wahnsinns getreten, in dem sich Djihadisten, Nazis, Untergangspropheten und Trash-TV-Darsteller die Klinke in die Hand geben, während das Publikum zwischen Ent- und Begeisterung hin- und hergerissen ist. 

Angesichts von Hatespeech in den Sozialen Medien und Shitstorms auch wegen nichtiger Äußerungen scheint der politische Raum und sein Personal schlecht für das digitale Zeitalter gerüstet. Die Digitalisierung, so scheint es, frisst nicht nur die industrielle Basis der Wirtschaft, die politische Debatte als solche wird zunehmend von Trolls und ihren noch hässlicheren Verwandten dominiert. Als endgültig dystopischer Fluchtpunkt muss derzeit wohl der Plan der chinesischen Regierung bezeichnet werden, das Verhalten der Bürger mit einem „Social-Credit“-System zu bewerten und je nach Kontostand Zugänge und Privilegien zu gewähren oder zu verweigern.

 

Ist es wirklich so schlimm? Dem Soziologen Dirk Baecker zufolge liefert die Digitalisierung lediglich neue Lösungen für zuvor bereits gelöste Probleme. Sein Kollege Armin Nassehi ist hingegen der Auffassung, westliche Gesellschaften kämen in technologischer Hinsicht erst mit der Digitalisierung richtig zu sich. Denn erst die Digitalisierung ermögliche, was die Moderne seit jeher versuche: Muster zu identifizieren und antizipierbar zu machen.

 

Auf der Habenseite lassen sich einstweilen die Kämpfe um den Zugang zu Wissen und etwa der bevorstehende Siegeszug von „Open Access“ in der Wissenschaft oder auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia verbuchen. Auch ein Blick in den globalen Süden lässt das dystopische Bild der Digitalisierung zumindest brüchig werden, denn so sehr Mobilfunk und Internet als Instrumente der Überwachung dienen, so sehr erschweren sie es, die freie Verbreitung von Informationen wirksam zu unterdrücken.

Ist eine digital verbundene, globale Gesellschaft noch eine denkbare Möglichkeit? Oder ist das unausweichliche Resultat der Digitalisierung die totale Überwachung und der weitere unaufhaltsame Aufstieg rechter Demagogen?

 

“The Anarchy of Colored Girls Assembled in a Riotous Manner”

Reading Session

 

“The Anarchy of Colored Girls Assembled in a Riotous Manner”

Saidiya Hartman:

Do 20. Feb. 2020 | 18:00 – 22:00

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“The method is critical fabulation.” (Saidiya Hartman)

In December we discussed Sylvia Winter’s “1492: A New World View” and the impact the conquest of the Americas had on the foundations of the world. 1492 changed the political order as much as the ontological and epistemology order, it impacted on spiritual and religious practices and the position “man” had in all these systems.

In the upcoming session we want to follow up on this discussion and address colonialism’s and colonial politics’ impact on method. How are the methods we are working with part of the ongoing colonial structures that saturate our thinking and acting? By following Saidiya Hartman’s proposition for a “critical speculation” we want to ask how methods can be set to work in a decolonial manner? How can one counter-investigate the past? How does the method of fabulation challenge the dominant discourse and its claim to the only facticity possible?

Since its beginning, Public Research is interested in challenging the separation of academic and artistic practices. Hartman’s text crosses these realms elegantly and interweaves them in an important and rigorous manner. It shows the political necessity implied in such an endeavor and offers us to embark on the journey of research called fabulation.

Together we will read and discuss Saidiya Hartman’s “The Anarchy of Colored Girls Assembled in a Riotous Manner”

Please try to read the text before our meeting. If you are not able to do so time-wise you can of course join us nevertheless. Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

You have no access to the text? Do not hesitate to send a mail to gesellschaften@viertewelt.de

It is our pleasure to share our copy with you (25 pages) .

For legal reasons we cannot put the text online.

 

 Screenshot, blackink.info 

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Brasilianisches Special: MOLECULAR REVOLUTION IN BRAZIL

gesellschaften

 
Brasilianisches Special: MOLECULAR REVOLUTION IN BRAZIL

Vorgestellt von Nicolas Siepen

 

Di. 11.02.20  | 19:00 – 23:00 neue Anfangszeit

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In seiner späten Arbeitsphase hat Félix Guattari in den 1980er Jahren viel Zeit in Brazilien verbracht und seine Erfahrungen zusammen mit der brazilianischen Psychoanalytikerin Suely Rolnik in dem Buch Micropolítica: Cartografias do desejo festgehalten: “Before being a work on philosophy, psychoanalysis or politics, this book is a kind of travel journal. Suely wrote it after the trip that she and I made across Brazil, looking for individuals and groups as well as being found by intensities and desires along the way. 

 

These fragments, blocks of ideas, pieces of conversations, letters, debates, conferences, confidences—montages that Suely has made of statements by me, by her, by many others—are then a break with the bonds of the individualization of enunciation. They are, I would say, a love at first sight with the collective intelligence and sensibility of this country.” (Félix Guattari).

 Auf der Fluch vor der Militärdiktatur ist Suely Rolnik in den 1970er Jahren nach Paris gezogen und hat dort bei Gilles Deleuze Philosophie studiert und sich von Guattari “analysieren” lassen: “After all, totalitarian regimes do not impinge only upon concrete reality, but also upon this intangible reality of desire. 

It is an invisible, but no less relentless, violence. From the micropolitical point of view, regimes of this kind tend to establish themselves in the life of a society when the connections with new universes in the general alchemy of subjectivities multiply beyond a threshold, causing veritable onvulsions. 

 

These are privileged moments in which the movement of individual and collective creation becomes intensified, but which also harbor the risk of unleashing microfascisms once a certain threshold of destabilization is crossed.” (Suely Rolnik). 

 

Diese Zusammenarbeit hat in Brasilien dazu geführt, dass die Schizoanalyse dort in einer besonderen Weise Fuß fassen konnte. Ich habe die letzten zwei Monate in Brasilien verbracht und mit verschiedenen Leuten über die aktuelle politische Situation Gespräche geführt und aufgenommen. 

Für die kommende Session, kann ich berichten was sich in Brasilien abspielt und wie darauf in den schizoanalytischen Kreisen reagiert wird. Danach können wir weiter zusammen am Kriegsmaschinen Plateau arbeiten. 

Bis dahin und zur Einstimmung schlage ich diese beiden Texte von Suely Rolnik zur Lektüre vor:

https://www.e-flux.com/journal/23/67809/deleuze-schizoanalyst/

https://www.e-flux.com/journal/86/163107/the-spheres-of-insurrection-suggestions-for-combating-the-pimping-of-life/

 

Das PDF von MOLECULAR REVOLUTION IN BRAZIL liegt in der dropbox unter aktuell! Keinen Zugang? E-mail an gesellschaften@viertewelt.de senden.

“1492: A New World View”

Reading Session

 

“1492: A New World View”

Sylvia Wynter #2:

Do 17. Dez 2019

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“How to envision a system, then, that would no longer follow a biocentric naturally selected/dysselected bioevolutionary teleological logic and necessitates accumulation, but rather engenders a worldview and outlook, reconceptualized, in new meta-Darwinian terms, from the ecumenically human hybrid perspective of our Third Event origin as a species as homo narrans?” Sylvia Wynter and Katherine McKittrick 2015

After we learned at our last meeting from Sylvia Wynter that behind the so-called anthropocene stands not “the human” as a species but a certain genre of the human that was born in the province of Europe during the transition from the middle ages to modern times and since then has been spreading replicatorily throughout the entire planet in the course of colonial history, transforming it into a globe, in the next session we want to turn to another text by her from the 1990s.

In December we will discuss “1492: A New World View”, an essay written on the occasion of the more than ambivalent anniversary in 1992 of the conquest of the Americas by Columbus and other white European men, which raises the question in how far this event is related to current debates about an imminent climate catastrophe. The leading question in this context will be to what extent Europe’s colonial history of several hundred years already represents a first ecological catastrophe, in the context of which MAN1 first decided at the end of the 15th century who belonged to humanity and who did not and since the 19th century MAN2 finally interlinked biology and economics in such a way that today it seems almost impossible to imagine other genres of the human outside of homo economicus, although this is exactly what it should be all about.

“Can we therefore, while taking as our point of departure both the ecosystemic and global sociosystemic ‘interrelatedness’ of our contemporary situation, put forward a new world view of 1492 from the perspective of the species, and with reference to the interests of its well-being, rather than from the partial perspectives, and with reference to the necessarily partial interests, of both celebrants and dissidents? The central thesis of this essay is that we can.” Sylvia Wynter 1995  https://kupdf.net/queue/sylvia-wynter-1492-a-new-world-view_59f8bb34e2b6f5287a8c9454_pdf?queue_id=-1&x=1576745227&z=Mi4yMDUuNjkuMTU4

A short interpretation of Wynter´s conception of the human from a posthumanist perspective by Birgit M. Kaiser and Kathrin Thiele is online as well:

https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/13534645.2017.1374510

Please try to read Wynter´s essay before our meeting. If you are not able to do so time-wise you can of course join us nevertheless. Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

Bild: Dióscoro Puebla: Primer desembarco de Cristóbal Colón en América. 1862. Óleo sobre lienzo, 330 x 545 cm. Museo del Prado / screenshot: www.foroxerbar.com / copyright OA

 

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

The Hacked System #1

gesellschaften | politiken

 
 The Hacked System #1: Brexit 

Mo. 25.11.19 | 19:00

Politik richt sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Das “House of Commons” wird als das erste moderne Parlament in Europa bezeichnet und gilt mithin als Institution des westlichen Modells bürgerlich-liberaler Demokratien an und für sich, das über Jahrhunderte eine bemerkenswerte Stabilität aufwies. 

Heute scheint es, als seien davon nurmehr seltsamen Rituale geblieben, denn seit der Brexit das Unterhaus beschäftigt, läuft die altehrwürdige Institution in bislang unbekannter Weise heiß. 

Auch in anderen Ländern wirkt es, als habe staatliche Institutionen, die über lange Zeit gleichermaßen Macht und Stabilität garantierten, ein Virus befallen. Es macht den Eindruck, als ob sich politische Kräfte in die eingeübten politische Prozeduren eingeschlichen haben, die diese nicht nur überfordern, sondern gezielt auf deren Erosion hinarbeiten. Dieses Gefühl lädt zu allerlei Verschwörungstheorien ein und macht es umso wichtiger sich mit den Veränderungen in den politischen Ordnungen zu beschäftigen. 

 

Nachdem wir uns zuletzt mit Greta Thunberg und Donald Trump als Antipoden der postfaktischen Ära beschäftigt haben, wollen wir gerne in einem Dreiteiler diese “neuen politischen Akteure” besprechen und mit dem Brexit beginnen.

 

WORLD-SPIRIT

 

If there was ever a « proof » of Hegel’s much-maligned conception of the « world-historical figure » in whose personality is incarnated one or another movement of the world-spirit, sweeping away outmoded historical processes and political dead-ends, it must be this girl (Greta). How utterly unlikely it is to imagine that what began in this picture could result today in the mobilization of tens of millions on a global scale. 

Of course, yes, one can and ought to cynically point out her médiatisation, the way in which she is mobilized by all sorts of cooptations, the way her discourse can easily be slipped into and adopted by all sorts of dubious positions, the naive liberalism of her followers, etc. 

And yet, wasn’t it always more likely to simply end as a cute human interest story on the BBC or CBC – « Swedish girl strikes alone for climate » – that circulated and then vanished, leaving her in obscure normalcy? Nothing is more unlikely than the degree to which the peculiar or even obsessive protest of a teenage girl at her school in Sweden has come to be the incarnation of world outrage at the politico-ecological suicide that capitalist society is currently committing.

Gavin Walker

 

 

FIKTION

„Eine Fiktion ist nicht die Erfindung einer imaginären Welt, sondern sie ist die Erstellung eines Rahmens, innerhalb dessen Subjekte, Dinge und Situationen als in einer gemeinsamen Welt koexistierend wahrgenommen werden können, und innerhalb dessen Ereignisse sinnvoll identifiziert und miteinander verbunden werden können. Fiktion ist immer dann am Werk, wenn ein Realitätssinn hergestellt werden muss.“  – Jaques Rancière

 

 

GENERAL STRIKE

The only chance I see vis-à-vis la grande catastrophe is that it’s a universal event, the only real universal event there is, It leaves no outside in the most radical way we can think of. 

If this will not lead to a mass mobilization on a scale we have never seen before then there is really no hope and in way we deserve to disappear, not only because of all the historical and current crimes (always some) humans conducted but because of stupidity. But this of course is a political struggle. Between us and la grande catastrophe are not emotions or concepts but a general strike. 

The machine has to be stopped … only a revolution can save us now … some will be bold and will fight with courage some will loose hope half way … some will … but for sure it will be not easy … Unfortunately the question how real and dangerous climate change is and whats to be done, is a conceptual one … so the fight gets stuck in the symbolic order … which is always messy …

links:

 

https://www.youtube.com/watch?v=v5_dxzV9MTk&t=2375s

 

https://www.youtube.com/watch?v=IARezGmhWr0

 

https://www.youtube.com/watch?v=-Q0xUXo2zEY&feature=player_embedded

 

https://www.youtube.com/watch?v=2BVI_NVRNNU

 

https://www.youtube.com/watch?v=9HyaxctatdA

 

https://www.youtube.com/watch?v=BQ4rBLCpEeM

 

https://www.rtbf.be/lapremiere/article/detail_laurent-de-sutter-chere-greta-thunberg-il-y-a-quelque-chose-de-possible?id=10320375

 

https://www.salonkolumnisten.com/fucking-irresponsible/

 

https://www.woz.ch/-a01c

 

https://www.ft.com/content/b9bb4e54-dbc1-11e9-8f9b-77216ebe1f17?sharetype=blocked

 

https://ideapod.com/born-creative-geniuses-education-system-dumbs-us-according-nasa-scientists/

 

https://theintercept.com/2019/09/15/climate-change-us-military-war/

 

https://www.bbc.com/news/world-australia-46981750?SThisFB

 

https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html

 

https://www.independent.co.uk/news/world/asia/climate-strike-change-protests-solomon-islands-global-warming-demonstrations-south-pacific-kiribati-a9113386.html

 

https://www.businessinsider.de/2-photos-show-how-greta-thunbergs-climate-strike-inspired-millions-2019-9?utm_content=buffercc456&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=

buffer&r=US&IR=T

 

https://m.tagesspiegel.de/supererde-bindet-co2-ein-altes-verfahren-aus-dem-amazonas-elektrisiert-die-klimaschuetzer/25000952.html

 

https://non.copyriot.com/protests-in-hk-a-talk-with-the-workers-group/

 

https://aeon.co/essays/to-imagine-our-own-extinction-is-to-be-able-to-answer-for-it

 

https://www.newyorker.com/culture/cultural-comment/what-if-we-stopped-pretending

 

https://jasonwmoore.com/wp-content/uploads/2019/07/Moore-The-Capitalocene-and-Planetary-Justice-2019-Maize.pdf

 

https://www.fr.de/kultur/oskar-negt-humanitaet-setzt-bindungen-voraus-kapitalismus-zerstoert-12875293.html

 

https://www.nytimes.com/2019/09/19/science/bird-populations-america-canada.html?smid=fb-nytimes&smtyp=cur

 

https://aeon.co/essays/to-imagine-our-own-extinction-is-to-be-able-to-answer-for-it

 

https://www.newframe.com/thoughts-on-the-planetary-an-interview-with-achille-mbembe/

 

https://foreignpolicy.com/2019/09/06/the-path-to-clean-energy-will-be-very-dirty-climate-change-renewables/

 

https://truthout.org/articles/this-is-not-the-sixth-extinction-its-the-first-extermination-event/

 

https://grist.org/article/4-corrections-for-jonathan-franzen-and-other-climate-cowards/

 

https://www.newstatesman.com/politics/health/2019/07/how-mindfulness-privatised-social-problem

 

https://www.newyorker.com/news/our-columnists/the-beautiful-uncertainty-of-douglas-crimp

 

PDF:

 

On the Aestheticization, Institutionalization, and Dramatization of the Concept of Nature

Conversation with Olivier Surel and Charles Wolfe

 

Georg Sesslen: Keine Pippi Langstrumpf

 

Fridays for Future. Wie Greta Thunberg die Herrschaft der alten weißen Männer in Frage stellt

“Unparalleled Catastrophe for Our Species? Or, to Give Humanness a Different Future: Conversations”

gesellschaften 

“Unparalleled Catastrophe for Our Species? Or, to Give Humanness a Different Future: Conversations”

On Sylvia Wynter and Katherine McKittrick:

Do. 21.11.19 | 18:00 – 22:00

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After Nafiseh Fathollahzadeh and Dirk Cieslak took us on a journey between Zentrum Kreuzberg, Tehran, Addis Ababa, Tapiola/Espo, and Rome in the last session and we realized that these places require a reconfiguration of our urban imagination. In the frame of our next meeting we are going to ask what kind of human beings inhabit today’s cities and where the image of man they correspond to comes from.

Against this background we will turn to the Caribbean thinker Sylvia Wynter, whose decades-long investigation of colonial history is still to be discovered in depth. Wynter assumes that since 1492 a “monohumanism” born in Europe has been spreading over the entire planet and replicated itself everywhere at the expense of other ways of being human. In the “genre of the human” she calls “man”, which not only inhabits the global metropolises of the present, Wynter sees the “westernized bourgeoisie’s (neo)Liberal-humanist homo oeconomicus”. This genre of the human encompasses many color lines nowadays and declares itself to be “the class of classes of being human itself”.

In a longer dialogue Wynter has been conducting with Katherine McKittrick since 2007 under the title “Unparalleled Catastrophe for Our Species? Or, to Give Humanness a Different Future: Conversations”, the two attempt to trace the current ecological crisis, which more and more clearly turns out as a climate catastrophe, back to Europe´s monohumanism – involving monoculturalism since the early plantations of colonialism as well – and to show ways out with regard to the urgent (re-)introduction of other genres of being human.

On the 21st of November we will therefore read extracts of the conversation between Wynter and McKittrick and think them through together: How far can we not only reconfigure our urban imagination but also imagine other human genres? Being human as praxis instead of as a noun? We will start at 6 p.m. on page 18 and see how far we can get together by 10 p.m. The whole book, containing “Unparalleled Catastrophe for Our Species?“, can be found here:

http://joshualubinlevy.com/uploads/3/5/3/6/35367669/katherine-mckittrick-sylvia-wynter-on-being-human-as-praxis.pdf

 

If you have time to take a look beforehand: Great! If not: Also fine! No prior knowledge required. Everyone is welcome. See you soon.

 

Mix Cloud audio link to Decolonality London: e.g. “No Humans Involved” An Open Letter to my Colleagues by Sylvia Wynter

 

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

 

Adolf Twittler

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
 politiken 

 

Fr. 28.10.19| 19:00

Was ist, wenn mediale Kunstfiguren oder Phantasmen der kollektiven Triebsteuerung die Macht übernehmen?

Wie ist Trumps überraschender Wahlsieg zu erklären? Was lässt sich aus seinem Aufstieg zum mächtigsten Mann der Welt über Wesen und Formen populistischer Politik lernen? Wie ist es überhaupt um die Zukunft der westlichen Demokratie bestellt? Und was kommt auf uns zu, wenn Donald Trump die Politik der USA bestimmt?

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Wie ist Trumps überraschender Wahlsieg zu erklären? Was lässt sich aus seinem Aufstieg zum mächtigsten Mann der Welt über Wesen und Formen populistischer Politik lernen? Wie ist es überhaupt um die Zukunft der westlichen Demokratie bestellt? Und was kommt auf uns zu, wenn Donald Trump die Politik der USA bestimmt?

Wir leben in einer großen Erzählung der Demokratie. Aber wir leben auch in einer großen Blase des Entertainment, der Kulturindustrie und der populären Mythologie. In der ersten Erzählung geht es um Interessen, um Erklärungen, Informationen, um rationale Entscheidungen, um Gesetze, Verträge und Verhandlungen. In der zweiten Erzählung indes geht es um Bilder, Mythen, Emotionen, Identifikationen, Spiele, Fantasien. Politik spielt sich längst in beiden Erzählungen ab, Politiker verkaufen sich wie Pop-Stars, und die sozialen Wahrheiten werden nicht in Regierungserklärungen, sondern in Kriminalromanen, Hollywood-Filmen und Comedy Shows verhandelt. Bislang schien es freilich, dass die meisten Menschen sehr wohl unterscheiden können zwischen den Sphären von politischer Realität und medialer Fiktion. Aber offensichtlich fällt diese Unterscheidung immer schwerer. Der Aufstieg populistischer Bewegungen, Parteien und Personen in den letzten Jahren hat ebenfalls auf diesen beiden Ebenen stattgefunden. Auf der Ebene der politischen Diskurse (als scheinbare Auflehnung gegen das »Establishment«, als Neo-Nationalismus, Anti-Liberalismus und vieles mehr) und auf der Ebene des Entertainments (als große Show, als Verlängerung des Trash-Fernsehens, des Sensationsjournalismus und der Werbebilder in die politische Welt). Der Präsident Donald Trump ist in der ersten Erzählung so gut wie gar nicht zu erklären. Um es rundheraus zu sagen: Seine Wahl ergibt de facto keinen Sinn, sie ist Nonsens, wenn auch natürlich gefährlicher Nonsens. Sieht man aber die andere Erzählung an, die des Entertainments und der populären Kultur, so wird rasch klar: Der Präsident Donald Trump ist ihr Produkt. Er war schon vorher nicht nur eine Medien- und Kunstfigur – als Gastgeber seiner »The Apprentice«-Show, als Gaststar in vielen TV- und Kino-Filmen, als »Ratgeber« für wirtschaftlichen Erfolg und Karrieretricks. Sondern er ist auch eine aus Medienbildern zusammengesetzte Projektion. In ihm stecken ebenso der gegen das »Establishment« rebellierende Outlaw im Western und im Gangsterfilm wie auch der Selfmademan und Tycoon in der Nachfolge von »Citizen Kane«; genauso aber auch der »Sugardaddy« der frivoleren Träume und die dreiste Cartoon-Figur wie Bugs Bunny oder Goofy, schließlich auch der Superheld wie Batman oder Captain America – und nicht zuletzt Frankensteins Ungeheuer.

Georg Seeßlen analysiert Donald Trump als Produkt der Kulturindustrie und verwendet das »Modell Trump« als Beispiel für den Zusammenhang populistischer Politik und medialer Vor-Bilder. Er zeigt den Inszenierungscharakter in Trumps Auftritten, die irrealen, emotionalen Verabredungen zwischen ihm und seinen Wählern, kurzum: den Popstar im Politiker. Populismus als politische Bewegung hat eine Wurzel in der Beziehung zu einem bestimmten Begriff von Volk. Populismus hat aber auch eine Wurzel in der populären Kultur, im Medienkonsum und in den Strategien des Showbusiness. »TRUMP! – Populismus als Politik« beschreibt, was geschieht, wenn die Medienträume und -albträume zu realer Macht werden, wie sich mediale Pop-Träume und populistische Politik zueinander verhalten und wie schließlich Politik sich dereinst womöglich nur noch als »Reality« verstehen lässt, als Fortsetzung einer virtuellen, affekt- und bildhaften Innenwelt in die Räume der (mehr oder weniger) »repräsentativen« Demokratie.

Reconfiguring urban imagination

Do. 17.10.2019 | 18:00 – 22:00 Eintritt frei | Free Admission

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In the previous session of Public Research we discussed visual archives and narratives of nation which were scattered, lost, or displaced, and are in recent years reclaimed by artistic practices. During the session we questioned the entanglement of these practices with notions of identity and self-determination, and examined them as acts of de/ reterritorialization.

In the upcoming session we will unfold the notion of the “nomadic archive”, which was at the center of the previous session, by introducing two artistic projects taking the performativity of memory as a presupposition and urban research as their strategy.

Nafiseh Fathollahzadeh will present “Momentography of a failure”, a collaborative photography and urban research project. This project seeks to develop the concept of participatory citizenship through practicing forms of appropriation, collaborative research, and participatory photography. “Momentography of a failure” approaches the urban edges to explore spatial transformations of urban landscapes through photography, the participation of locals and activating collective memories of those spaces. This practice invests in the performativity of the medium by creating and speculating the image-reality of urban spaces which could ultimately be a practice for the right of appropriation through image and text.

Dirk Cieslak will present the BLOCK project which starts with a claim: We – the inhabitants of blocks around the world – live in the ruins of post-war Fortschritts-Moderne. The time has come to imagine and realize masterplans of rebuilding, inventing new forms of living in the city. Through performance, performative guided tours and film, this nomadic project explores specific blocks around the globe; examine their history as artefacts of utopian modernism of the 1960, and their current existent as mute spaces appropriated by their actual residents.

Travelling between Zentrum Kreuzberg, Teheran, Addis Ababa, Tapiola/Espo, and Rom, in this session we will negotiate urban research as a site for the production of fiction, facts, spatial memories and new alliances. Connecting seemingly detached spaces and transforming sites into places- we will keep on asking – who owns the city?

public research is part of the program gesellschaften in the new House of Commons at Vierte Welt.

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Lob des Metall

gesellschaften

 
Lob des Metall

Di. 01.10.19  + 5.11 | 18:00 – 22:00     

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Plateau 12 über die Kriegsmaschine mündet in einer fulminanten Analyse über Schmiede, Metallurgie und einem „Lob“ auf das Metall an sich. 

Diese Passage ist laut Fredric Jameson eine der zentralen Entwürfe von TP. Skeptischer ist er allerdings über die in Plateau 13 über den Staat als Vereinnahmungsapparat entwickelten Thesen.  Wir befinden uns also in TB an einer entscheidenden Stelle (Fluchtlinie) und dem rauschenden Übergang von einem Plateau zum nächsten.

 

“Aus diesem Grund darf man erwarten, in der Analyse nomadischer Texte und mikrologischer Kriegsmaschinen die interessantesten Passagen zu finden. (Was den Staat angeht, bezieht sich das Interesse der jeweiligen Analysen vor allem auf den Vorgang des „Vereinnahmung“, der Aneignung und Annexion, die der Staat an seinen Satelliten ausübt, auf seinen begleitenden nomadischen und Guerillagruppen.) 

Die großartige Szene über Schmiede und Metallurgie ist es, in der sich die Demonstration einer Deleuzeschen ideologischen Analyse finden lässt, eine Analyse auf der Grundlage der Dualismen von Hjelmslevs Linguistik, die ihre Stärke aus Deleuze’ und Guattaris Insistieren auf der Exteriorität bezieht. 

Denn nicht nur die Kriegsmaschine ist dem Staat “äußerlich”. In gewissem Sinn ist alles, was in Tausend Plateaus theoretisiert wird, ein Phänomen der Exteriorität, da die Sprache der Interiorität, Subjektivität, Identität, der warmen Nacht, in der „alle Katzen grau sind“, selbst eines der polemischen Ziele des Deleuzeschen Denkens ist. 

Exteriorität jedoch, die nun plötzlich Beziehung bedeutet, öffnet ein gegebenes Phänomen zum Außen hin. Dadurch wird das einzelne Phänomen – sei es ein Text oder eine soziale Individualität – zu größeren externen Kräften in Beziehung gesetzt. Das traditionelle Vokabular der Ideologieanalyse ist ja ein relativ begrenztes, in dem für jedes dieser einzelnen Phänomene – für einen Text, eine Idee oder auch eine soziale Klasse –

 

Äquivalente gesucht werden und der Versuch unternommen wird, eine Korrelation herzustellen zwischen diesem und jenem Aspekt des Überbaus und der Bedingungen im Unterbau bzw. der Infrastruktur. Die Doktrin der Externalität transcodiert dies alles auf nützliche Weise und ermöglicht einen elastischeren Umgang mit dem Vorgang des Transcodierens, in dem es nicht

mehr um das Etablieren einer einfachen Eins-zu-eins-Korrelation zwischen zwei bereits vorhandenen Einheiten (beispielsweise Literatur und Gesellschaft) geht, sondern darum, zu zeigen, wie jeder Text Fluchtlinien kennt, die aus ihm selbst heraus führen, wie er scheinbar autonom ist, doch tief in seiner Struktur eine Art von Referenzialität birgt, eine Art Bewegung

aus sich selbst heraus zu etwas anderem hin.”

 

Marxismus und Dualismus bei Deleuze | Fredric Jameson

(Der ganze Text ist in the dropbox folder AKTUELL – Kein Zugang? Please sende eine E-Mail.)

links:

 

US military is a bigger polluter than as many as 140 countries – shrinking this war machine is a must. the conversation, 24.06.2019

http://theconversation.com/us-military-is-a-bigger-polluter-than-as-many-as-140-countries-shrinking-this-war-machine-is-a-must-119269

 

A Republic, If You Can Keep It: Masha Gessen Talks Autocracy with Timothy Snyder.

Brooklyn Historical Society, 25.05.2017

https://www.youtube.com/watch?v=EvW3rLd45Dw&t=3556s

»If it’s (Trump) Hitler, we can’t do anything, and if it’s not Hitler, we don’t need to do anything.«

 

Aaron Schuster, “The Debt Drive: Philosophical Anthropology and Political Economy”  A Jnanapravaha Mumbai Conference. 14.01.19  

https://www.youtube.com/watch?v=jX2N_vOidtY

 

»Is capitalism a humanism?«

The Valuable and the Vulnerable: Finance as Speculative Gesture

Erik Bordeleau SenseLab, Montréal

Mo. 07.010.2019 | 19:00 – 22:00| Eintritt frei | Free Admission

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In Capital and Time (2018), Martijn Konings reminds us that capital’s measures and calculations are performative devices that play an essential role in generating the very surplus they are envisioning. This performative and speculative aspect of value capturing is crucial if we want to approach financial matters creatively and re-think value at the end of the economy as we know it. How do we transform the traditional modes of value capture – and exposure – embedded in the current economic infrastructures and re-open them for the benefit of commons-oriented economies? How do we convert economic loops into social and artistic flows (and vice versa)? Ultimately, attempts to redefine financial processes gesture towards a shift from the conservative neoliberal subject of interest to the protean figures of the futurial conservationist, the radical commonist, and the transindividual metastable ensemble.


This presentation stems from three years of intensive collective experimentation in the field of cryptoeconomics and alternative finance as a core member of Economic Space Agency (ECSA). In recent years, a number of initiatives have sprouted around the new possibilities offered by blockchains or distributed ledger technologies and cryptographic computational tools to invent new modes of collective valuation and self-organization at scale. Operating within this emergent blockchain space and bringing together radical economists, software engineers, artists and social theorists, ECSA has been conceiving of derivative finance as an expressive medium that holds the potential to exceed the restrictions and extractive procedures of the current market economy.


Erik Bordeleau is researcher at the SenseLab (Concordia University, Montreal), fugitive planner at the Economic Space Agency (ECSA) and affiliated researcher at the Center for Arts, Business & Culture of the Stockholm School of Economics. He has recently taught a series of seminars in critical cryptoeconomics at the School of Disobedience at Volksbühne (Berlin).  With Saloranta & De Vylder, he is developing The Sphere, a p2p community platform for self-organization in the performing arts. He is based in Berlin and enjoys, from time to time, the discreet charm of the precariat.

Supported by the Senate Department for Culture and Europe  


extra upcoming events

Novembre 2019: Boyan Manchev, New Bulgarian University, Sofia

Februar 2020: Anders Carlson, Theatre Academy of the University of the Arts Helsinki

Our house is on fire – or is it?

gesellschaften | politiken

 
 Our house is on fire – or is it? 

Mo. 30.09.19 | 18:00 – 22:00

Politik richt sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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If there was ever a «proof» of Hegel’s much-maligned conception of the «world-historical figure» in whose personality is incarnated one or another movement of the world-spirit, sweeping away outmoded historical processes and political dead-ends, it must be this girl. – Gavin Walker

 

Eine Fiktion ist nicht die Erfindung einer imaginären Welt, sondern sie ist die Erstellung eines Rahmens, innerhalb dessen Subjekte, Dinge und Situationen als in einer gemeinsamen Welt koexistierend wahrgenommen werden können, und innerhalb dessen Ereignisse sinnvoll identifiziert und miteinander verbunden werden können. Fiktion ist immer dann am Werk, wenn ein Realitätssinn hergestellt werden muss.  – Jaques Rancière

 

WORLD-SPIRIT

 

If there was ever a « proof » of Hegel’s much-maligned conception of the « world-historical figure » in whose personality is incarnated one or another movement of the world-spirit, sweeping away outmoded historical processes and political dead-ends, it must be this girl (Greta). How utterly unlikely it is to imagine that what began in this picture could result today in the mobilization of tens of millions on a global scale. 

Of course, yes, one can and ought to cynically point out her médiatisation, the way in which she is mobilized by all sorts of cooptations, the way her discourse can easily be slipped into and adopted by all sorts of dubious positions, the naive liberalism of her followers, etc. 

And yet, wasn’t it always more likely to simply end as a cute human interest story on the BBC or CBC – « Swedish girl strikes alone for climate » – that circulated and then vanished, leaving her in obscure normalcy? Nothing is more unlikely than the degree to which the peculiar or even obsessive protest of a teenage girl at her school in Sweden has come to be the incarnation of world outrage at the politico-ecological suicide that capitalist society is currently committing.

Gavin Walker

 

 

FIKTION

„Eine Fiktion ist nicht die Erfindung einer imaginären Welt, sondern sie ist die Erstellung eines Rahmens, innerhalb dessen Subjekte, Dinge und Situationen als in einer gemeinsamen Welt koexistierend wahrgenommen werden können, und innerhalb dessen Ereignisse sinnvoll identifiziert und miteinander verbunden werden können. Fiktion ist immer dann am Werk, wenn ein Realitätssinn hergestellt werden muss.“  – Jaques Rancière

 

 

GENERAL STRIKE

The only chance I see vis-à-vis la grande catastrophe is that it’s a universal event, the only real universal event there is, It leaves no outside in the most radical way we can think of. 

If this will not lead to a mass mobilization on a scale we have never seen before then there is really no hope and in way we deserve to disappear, not only because of all the historical and current crimes (always some) humans conducted but because of stupidity. But this of course is a political struggle. Between us and la grande catastrophe are not emotions or concepts but a general strike. 

The machine has to be stopped … only a revolution can save us now … some will be bold and will fight with courage some will loose hope half way … some will … but for sure it will be not easy … Unfortunately the question how real and dangerous climate change is and whats to be done, is a conceptual one … so the fight gets stuck in the symbolic order … which is always messy …

links:

 

https://www.youtube.com/watch?v=v5_dxzV9MTk&t=2375s

 

https://www.youtube.com/watch?v=IARezGmhWr0

 

https://www.youtube.com/watch?v=-Q0xUXo2zEY&feature=player_embedded

 

https://www.youtube.com/watch?v=2BVI_NVRNNU

 

https://www.youtube.com/watch?v=9HyaxctatdA

 

https://www.youtube.com/watch?v=BQ4rBLCpEeM

 

https://www.rtbf.be/lapremiere/article/detail_laurent-de-sutter-chere-greta-thunberg-il-y-a-quelque-chose-de-possible?id=10320375

 

https://www.salonkolumnisten.com/fucking-irresponsible/

 

https://www.woz.ch/-a01c

 

https://www.ft.com/content/b9bb4e54-dbc1-11e9-8f9b-77216ebe1f17?sharetype=blocked

 

https://ideapod.com/born-creative-geniuses-education-system-dumbs-us-according-nasa-scientists/

 

https://theintercept.com/2019/09/15/climate-change-us-military-war/

 

https://www.bbc.com/news/world-australia-46981750?SThisFB

 

https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html

 

https://www.independent.co.uk/news/world/asia/climate-strike-change-protests-solomon-islands-global-warming-demonstrations-south-pacific-kiribati-a9113386.html

 

https://www.businessinsider.de/2-photos-show-how-greta-thunbergs-climate-strike-inspired-millions-2019-9?utm_content=buffercc456&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=

buffer&r=US&IR=T

 

https://m.tagesspiegel.de/supererde-bindet-co2-ein-altes-verfahren-aus-dem-amazonas-elektrisiert-die-klimaschuetzer/25000952.html

 

https://non.copyriot.com/protests-in-hk-a-talk-with-the-workers-group/

 

https://aeon.co/essays/to-imagine-our-own-extinction-is-to-be-able-to-answer-for-it

 

https://www.newyorker.com/culture/cultural-comment/what-if-we-stopped-pretending

 

https://jasonwmoore.com/wp-content/uploads/2019/07/Moore-The-Capitalocene-and-Planetary-Justice-2019-Maize.pdf

 

https://www.fr.de/kultur/oskar-negt-humanitaet-setzt-bindungen-voraus-kapitalismus-zerstoert-12875293.html

 

https://www.nytimes.com/2019/09/19/science/bird-populations-america-canada.html?smid=fb-nytimes&smtyp=cur

 

https://aeon.co/essays/to-imagine-our-own-extinction-is-to-be-able-to-answer-for-it

 

https://www.newframe.com/thoughts-on-the-planetary-an-interview-with-achille-mbembe/

 

https://foreignpolicy.com/2019/09/06/the-path-to-clean-energy-will-be-very-dirty-climate-change-renewables/

 

https://truthout.org/articles/this-is-not-the-sixth-extinction-its-the-first-extermination-event/

 

https://grist.org/article/4-corrections-for-jonathan-franzen-and-other-climate-cowards/

 

https://www.newstatesman.com/politics/health/2019/07/how-mindfulness-privatised-social-problem

 

https://www.newyorker.com/news/our-columnists/the-beautiful-uncertainty-of-douglas-crimp

 

PDF:

 

On the Aestheticization, Institutionalization, and Dramatization of the Concept of Nature

Conversation with Olivier Surel and Charles Wolfe

 

Georg Sesslen: Keine Pippi Langstrumpf

 

Fridays for Future. Wie Greta Thunberg die Herrschaft der alten weißen Männer in Frage stellt

Notes on Dissent

Vered Maimon | Tel Aviv University

Mo. 23.09.2019 | 19:00 | Eintritt frei | Free Admission

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My talk will point to a shared cultural and epistemological domain between contemporary activist and artistic practices. In particular, the move from a “critique of representation” towards a performative creation of shared yet contested public realms of appearance. By performative, I mean, the active formation of interventionist strategies of political dissent through, among others, the (re)mobilization and configuration of communicative modes and mediums of public address and exchange. These operations, with their focus on acts of transmission and circulation, become indispensable for political processes of subjectivization. I will mainly focus on the work of the photography collective Activestills, and on the artistic work and performances of Sharon Hayes.

 

Vered Maimon is an Associate Professor in the Art History Department at Tel Aviv University. Her essays on the history and theory of photography and contemporary art appeared in October, Oxford Art Journal, History of Photography, Art History, Parallax, TDR: The Drama Review, and Third Text. She is the author of Singular Images, Failed Copies: William Henry Fox Talbot and the Early Photograph (University of Minnesota Press, 2015), and the co-editor of Activestills: Photography as Protest in Palestine/Israel (Pluto Press, 2016), and Communities of Sense: Rethinking Aesthetics and Politics (Duke University Press, 2009). Her book Contemporary Art, Photography and the Politics of Citizenship is forthcoming from Routledge in 2020. 

Nomadic Archives & Narratives of Nation: In Search of lost/destroyed Narratives

A conversation between Shirin Assa and Sapir Hubermann

 

Mo. 16.09.2019 | 19:00 – 22:00 Eintritt frei | Free Admission

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The “Palestinian Film Unit” (PFU) was a collective of filmmakers and researchers founded in the 1960s, who engaged in the production of films and documentaries within the framework of the “Third Cinema movement” (in Spanish: Tercer Cine). During the Lebanese Civil War in 1982, the PFU archive was bombed, and most of the archival materials were destroyed. Only a few films that were sent to film festivals in Europe and the Arab world survived. In recent decades, one can observe the phenomenon of second-generation Palestinians working with or on the lost materials of the PFU. A conversation between Shirin Assa and Sapir Hubermann, this talk focuses on such films and art productions that relate to the original materials of the PFU and examines the intersections of film aesthetics and decolonization movements, narratives of nations, and in a further step, the entanglements thereof to subject formation and discussions around identity.

 

 

Bio Note

 

Shirin Assa holds PhD position at the department of English studies and Anglophone Literatures at University of Bayreuth. Her PhD project is focused on “intersectional resistance” which deals with the resistance of intersectional identities of MENA women in Diaspora. Shirin is a board member of the research association Future Migration. Network for Cultural Diversity and cospokesperson of Gender, Queer, Intersectionality and Diversity network of University of Bayreuth.

Sapir Huberman is a Ph.D. Candidate at the International Ph.D. Program (IPP), Literature and Cultural Studies, Justus Liebig University, Gießen. Her research deals with visual archival

material and narratives which are scattered, lost, looted or displaced. She also holds an M.A in Art Theory and Art is Public Space from Weissensee Art

 

Academy, Berlin, and works, in parallel to her research, as an independent curator, cultural manager and art mediator in different institutions.  

 

public research is part of the program gesellschaften in the new House of Commons at Vierte Welt.

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Am Rand des Plateau 12

gesellschaften

 
Am Rand des Plateau 12 

Di. 03.12.19  | 19:00 – 23:00 neue Anfangszeit

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Zum Ende des Plateaus 12 wird der Boden immer dünner und brüchiger. D&G haben begonnen, auf der Suche nach der Bedeutung von Metall und der historischen Verortung der Metallurgie und des Schmieds, die räumlichen Topologie zwischen dem glatten und den gekerbten Raum um den durchlöcherten Raum zu erweitern (Minen und Schweizer Käse). 

Durch die Löcher dringen Begriffe aus anderen Plateaus in den Text ein: Phylum, Rhizom und der Organlose Körper treten in ein seltsames Verhältnis. D&G überlassen es ja bekanntlich den Leserinnen, in welcher Reihenfolge die Plateaus gelesen werden können. Da wir uns nur auf zwei Plateaus konzentrieren (12+13), entstehen so manchmal große Lücken im konzeptuellen Gefüge. 

Für die nächste Session kann es sich daher lohnen vorher das Plateau 6: “Wie schafft man sich eine organlosen Körper”, über das Wochenende zu lesen. D&G bieten selten angewandte Interpretationen von politischen Situationen an, sondern bewegen sich auf einem abstrakten Level, springen wild durch die Geschichte oder graben wie ein Maulwurf im Dunklen. Um die Abstrakten Maschinen, die D&G konzeptuell erschließen, “verstehen” zu können, müssen sie daher immer wieder in den jeweiligen politischen Kontexten konkretisiert und ausprobiert werden. 

So gesehen wäre es interessant das Lob des Metalls, das D&G hier singen, und ihr Interesse in die geschichtliche Bedeutung von Minen und dem Abbau von Metallen und anderen Stoffen, im Kontext der aktuellen Diskussionen um das Anthropozän zu diskutieren. Ich sehen gerade auf Facebook, dass Reza Negarestani sein online Seminar “One Thousand & One Nights and A Handful of Plateaus” am The New Centre for Research & Practice beendet hat und eine Session über die Kriegsmaschine auf youtube veröffentlicht wurde. 

Es könnte eine gute Vorbereitung sein, sich diese Diskussion anzuhören: “Finally, the last session of the New Centre course on A Thousand Plateaus after more than fifty hours. This was probably the longest course Adam and I have taught. As I was talking to Adam, I’m so glad that it is over now at last. But given the long journey with friends / participants, I’m a bit sad that it ended. Thank you everyone who participated in this Odyssean course.”

https://www.youtube.com/watch?v=SGK2KpBbJjg

Lob des Metall 2

gesellschaften

 
Lob des Metall 2

Di. 01.10.19  + 5.11 | 18:00 – 22:00

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Plateau 12 über die Kriegsmaschine mündet in einer fulminanten Analyse über Schmiede, Metallurgie und einem „Lob“ auf das Metall an sich. 

Diese Passage ist laut Fredric Jameson eine der zentralen Entwürfe von TP. Skeptischer ist er allerdings über die in Plateau 13 über den Staat als Vereinnahmungsapparat entwickelten Thesen.  Wir befinden uns also in TB an einer entscheidenden Stelle (Fluchtlinie) und dem rauschenden Übergang von einem Plateau zum nächsten.

 

“Aus diesem Grund darf man erwarten, in der Analyse nomadischer Texte und mikrologischer Kriegsmaschinen die interessantesten Passagen zu finden. (Was den Staat angeht, bezieht sich das Interesse der jeweiligen Analysen vor allem auf den Vorgang des „Vereinnahmung“, der Aneignung und Annexion, die der Staat an seinen Satelliten ausübt, auf seinen begleitenden nomadischen und Guerillagruppen.) Die großartige Szene über Schmiede und Metallurgie ist es, in der sich die Demonstration einer Deleuzeschen ideologischen Analyse finden lässt, eine Analyse auf der Grundlage der Dualismen von Hjelmslevs Linguistik, die ihre Stärke aus Deleuze’ und Guattaris Insistieren auf der Exteriorität bezieht. 

Denn nicht nur die Kriegsmaschine ist dem Staat “äußerlich”. In gewissem Sinn ist alles, was in Tausend Plateaus theoretisiert wird, ein Phänomen der Exteriorität, da die Sprache der Interiorität, Subjektivität, Identität, der warmen Nacht, in der „alle Katzen grau sind“, selbst eines der polemischen Ziele des Deleuzeschen Denkens ist. Exteriorität jedoch, die nun plötzlich Beziehung bedeutet, öffnet ein gegebenes Phänomen zum Außen hin. 

Dadurch wird das einzelne Phänomen – sei es ein Text oder eine soziale Individualität – zu größeren externen Kräften in Beziehung gesetzt. Das traditionelle Vokabular der Ideologieanalyse ist ja ein relativ begrenztes, in dem für jedes dieser einzelnen Phänomene – für einen Text, eine Idee oder auch eine soziale Klasse –

 

Äquivalente gesucht werden und der Versuch unternommen wird, eine Korrelation herzustellen zwischen diesem und jenem Aspekt des Überbaus und der Bedingungen im Unterbau bzw. der Infrastruktur. Die Doktrin der Externalität transcodiert dies alles auf nützliche Weise und ermöglicht einen elastischeren Umgang mit dem Vorgang des Transcodierens, in dem es nicht

mehr um das Etablieren einer einfachen Eins-zu-eins-Korrelation zwischen zwei bereits vorhandenen Einheiten (beispielsweise Literatur und Gesellschaft) geht, sondern darum, zu zeigen, wie jeder Text Fluchtlinien kennt, die aus ihm selbst heraus führen, wie er scheinbar autonom ist, doch tief in seiner Struktur eine Art von Referenzialität birgt, eine Art Bewegung

aus sich selbst heraus zu etwas anderem hin.”

 

Marxismus und Dualismus bei Deleuze | Fredric Jameson

(Der ganze Text ist in the dropbox folder AKTUELL – Kein Zugang? Please sende eine E-Mail.)

links:

 

US military is a bigger polluter than as many as 140 countries – shrinking this war machine is a must. the conversation, 24.06.2019

http://theconversation.com/us-military-is-a-bigger-polluter-than-as-many-as-140-countries-shrinking-this-war-machine-is-a-must-119269

 

A Republic, If You Can Keep It: Masha Gessen Talks Autocracy with Timothy Snyder.

Brooklyn Historical Society, 25.05.2017

https://www.youtube.com/watch?v=EvW3rLd45Dw&t=3556s

»If it’s (Trump) Hitler, we can’t do anything, and if it’s not Hitler, we don’t need to do anything.«

 

Aaron Schuster, “The Debt Drive: Philosophical Anthropology and Political Economy”  A Jnanapravaha Mumbai Conference. 14.01.19  

https://www.youtube.com/watch?v=jX2N_vOidtY

»Is capitalism a humanism?«

The Hacked System #2

gesellschaften | Diskurs

 
 The Hacked System #2: Illiberal Democracy 

Mo. 10.02.20 | 19:00

Ein Diskurs mit Dirk CieslakLukas FrankeNicolas Siepen und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Jahrzehntelang als Erfolgsmodell gefeiert, ist die liberale Demokratie unter Druck geraten. Rund um den Globus erzeugen autoritäre Narrative Halt und festen Boden in einer kulturell entgrenzten und ökonomisch entfesselten globalisierten Welt. Viktor Orban, hat bereits die „Illiberalen Demokratie“ ausgerufen. 

 

Die neuen Führer sind groteske Gangsterclowns, reiten mit freien Oberkörper auf Tigern, schwingen die Peitsche in  Pampa und Pusta und verteilen, wenn sie nicht gerade twittern, mit Vorliebe Schusswaffen an die Bürgermänner in den Vororten ihrer Reiche. 

Sind die Ursachen für ihren Erfolg in der beschleunigten Deregulierung der Marktkräfte und der ökonomischen Spaltung der Gesellschaften zu suchen? Ist es die kollektive Angst vor dem Verlust von souveräner Vormacht, die „den Westen“ Heil in reaktionärer Abschottung suchen lässt? Ist das Gegenmittel die Revitalisierung von Klassenstandpunkt und Klassenkampf? 

Oder kann ein „Liberalismus der Furcht“ Abhilfe schaffen?