gesellschaften_WAR MACHINE

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 14.12.21 | 20:00

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Wir werden die letzten 6 Seiten des Kriegsmaschinen Plateaus gemeinsam lesen und eine vorläufige “Bilanz” ziehen. Lassen sich in der politische Theorie von Deleuze & Guattari Anschlüsse an die Gegenwart finden oder wurde sie von dieser überholt:

A book isn’t produced in order to be understood, but is rather a machine for producing desires … It’s not as a book that it could respond to desire, but only in relation to what surrounds it. A book is not worth much on its own. … So, it’s only because a book participates in a larger re-shuffling, a resonance between research and desire. A book can respond to desire only in a political way, outside the book. — Deleuze and Guattari

Cracks – Ein Familienporträt mit Lücke

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Malte Scholz 

Mi. 08.12.21| 20:00 – 21:30

Do. 09.12.21| 20:00 – 21:30

Eintritt 5 / 7 / 11 Euro

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In Cracks setzt sich der Regisseur und Performer Malte Scholz mit dem Selbstmord seines Bruders auseinander. 

Im Nachdenken über seinen eigenen Wunsch zu sterben, entpuppt sich dieser Selbstmord als Möglichkeit dem internalisierten Bild von unverletzlicher Männlichkeit zu entfliehen und es gleichzeitig zu retten. Als Gegenentwurf öffnet Scholz die Narben seiner Identität und zeigt sich verletzlich. In dem Maße, in dem es gelingt, die eigenen Ausflüchte, Tricks und Klischees zu erkennen, öffnet sich für ihn ein Weg zum Leben. Die Lücke, die der Bruder hinterlässt, lässt sich nicht schliessen. 

Aber die Liebe bleibt.

Konzept, Text und Performance | Malte Scholz | Co-Regie und Produktion | Annett Hardegen

Sound | Julia Krause | Kostüm und Bühne | Valentina Primavera | Live-Video | Federico Neri

Dramaturgie | Kris Merken | Bewegungscoach | Berit Jentzsch

 

Eine Produktion von Annett Hardegen und Malte Scholz mit Vierte Welt. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Sonic Chord

Performance | Lesung | 10 Jahre Vierte Welt

 Anh Trieu in Kollaboration mit Cuong Pham und Ngoc Anh Nguyen 

Fr. 03.12.21| 19:30 – 20:45

Eintritt 7 / 11 Euro

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Sonic Chord ist ein multimedialer Abend mit szenischer Lesung.

In Sonic Cords werden Grenzen überschritten – von Genres und Medien, Ländern, Zeiten, auch sprachliche Grenzen. Die Impulsgeber des Abends sind drei Videos aus Anh Trieus Reihe Generation(en) erzählen, in denen durch die Verknüpfung von Fragmenten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft das Diasporische erfahrbar gemacht wird. Die Videoreihe ist eine Auseinandersetzung mit vietnamesisch-diasporischer Kulturproduktion in Deutschland und verarbeitet Elemente der melodramatischen Performances der vietnamesischsprachigen Kultvarieté-Reihe Paris by Night.

In Trieus Filmen entspinnt sich zeitweilig ein Dialog zwischen den Protagonist*innen und einer Stimme aus dem Radio. Darauf beziehen sich die Radio Features von Cuong Pham, die an diesem Abend zwischen den Videoscreenings eingespielt werden. Diese Hörstücke bestehen aus vietnamesischen Liedern und aus Briefen, die eine fiktive junge Mutter aus Vietnam in der DDR-Diaspora an ihr ungeborenes Kind geschrieben hat. Als Vertragsarbeiterin stellt sie sich darin anlässlich des Mauerfalls die Frage, ob sie nach Westdeutschland übersiedeln soll. Cuong Pham spricht in diesem Rahmen über die in die Features integrierten Lieder und gibt Einblicke in die vietnamesische Musikgeschichte. Und Ngoc Anh Nguyen liest live eine deutsche Fassung der Briefe an das Ungeborene vor. So wird ein akustisches Band – ein Sonic Cord – zwischen den Generationen, aber auch zwischen verschiedenen Medien, Sprachen, historischen Ereignissen und geografischen Regionen geknüpft.

Anh Trieu (Regie und Konzept) ist viet-deutsche Filmemacherin und Performancekünstlerin. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den Themen Identität und Familie/Lebensformen. Sie lebt in Berlin.

Cuong Pham (Hörstücke) arbeitet vornehmlich mit dem Medium Radio. Er setzt sich mit kultureller Identität, ethnischen Communities und geografischen Räumen auseinander. Pham lebt in London.

Ngoc Anh Nguyen (Lesung) aka ANOTHERNGUYEN arbeitet als Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Sie fiel bislang vor allem mit kontemplativem Pop auf, in den sie Elemente aus dem Trip Hop und dem alternativen R&B integriert. Sie lebt in Berlin.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.