LAND

Åsa Sonjasdotter

gesellschaften | politiken_open air + online

 
Tue. 13.07.20 | 19:00 
 

This event will take place at the Vierte Welt Gallery. Due to the limited number of seats, please make a reservation. You also have the possibility to participate via Zoom.

Meeting ID: 840 5889 3788

_EN

A conversation between artist Åsa Sonjasdotter and film maker and publisher Nicolas Siepen on the relation between agriculture, land and war in North European history. With departure in Sonjasdotter’s micro-historical research on the distinction between taxed and non-taxed units within farm-systems, they will talk about what this history could have looked like, and what such re-imagination can do to the present.

What I’d like to talk about is how the grain and cattle units of the farms were specifically aimed at facilitating in-kind taxes to lords and crowns. This produce was used by authorities for trading and the income covered the maintenance and building of war apparatuses. At the same time, the farms had kitchen gardens and poultry units that were not taxed. these units had the purpose to feed the families and the communities as part of reproductive labour. So, the farms had two purposes: one was to facilitate reproduction, the other to facilitate production aimed at territorial claiming through armed forces. in times of war, the men of the communities were sent to take part of the war, and the remaining women, kids and elderly had to do all the farm work.+ that lot’s of resources in the farmed landscape was ‘krono regale’, meaning, it belonged to the crown: the nitrogen-rich soil in the stables belonged to the crown. this soil was used for the ‘boiling of salpetre’ which was a base for the production of explosives. Further, all oak trees belonged to the crown (needed to build war fare ships and so on).  In this way, the land, habitats and people were slowly depleted with the building of state-apparatuses and so on. The surplus lifted out of the habitats and the soil was never replaced. The so-called agricultural revolution was a remedy for the decreased harvests and so on. Marx wrote quite a lot about this. 

Åsa Sonjasdotter is an artist, writer and organizer, living by the island of Ven in Sweden and in Berlin, Germany. Her work deals with ways of knowing, unmaking, mourning and remembering through processes of recovery and re-narration of livelihood relations. Through close reading of tacit matter, dead and alive, imagination of the past and the present is brought into re-existence.

Sonjasdotter is currently translating and contextualising the pamphlet Peace with the Earth (Fred med Jorden), written in 1940 by Elin Wägner and Elisabeth Tamm, and is to be published by Archive Books, Berlin in 2021, who also published Sonjasdotter’s book Tracing Agricultural Memory – Refiguring Practice in 2019. For further info:

www.archivejournal.org/current-issue/

HECHT

Videoinstallation

Julia Krause & Lysann Buschbeck 

Di. 13.07 – Fr. 16.07  | tgl. 18:00 + 19:00 + 20:00 

Zeitfenster | time slots  täglich/daily 18:00 | 19:00 | 20:00  

Bitte bei Reservierung Wochentag und Zeit angeben.

Please indicate day of the week and time when booking.

_DE

Ich war 20, M.13 als wir uns trafen. Wir saßen in meiner Küche, wir redeten, schwiegen und nichts passierte. Dann fing ich an zu fotografieren.

Name: Mi. Alter: 28. Bist du mit jemandem zusammen?: Ja. Mit der Ma. Was ist Zukunft?: Ein Haus, Arbeit und Auto. Bist du faul?: Nee. Bist du dumm?: Nee, das wäre ja schlimm. Was ist ein Problem?: Sich zusammenzureißen. Was bedeutet Freundschaft?: Treue. Liebe?: Ehrlichkeit. Treue?: Freundschaft. Tod?: Leben. Geld?: Zugehörigkeit. Sagt man das so? Wenn man Geld hat, gehört man dazu im Leben, in die Bevölkerung. Aber Geld ist nicht wichtig, Geld ist nicht alles. Rausch?: Crystal. Was hast du heute gemacht?: Ich war heute auf dem Friedhof, weil heute Totensonntag ist. Habe was aufs Grab gelegt, bei meinem Vater. Und dann sind wir in den Garten. Und Mittag habe ich gekocht heute schon, gefüllte Paprikaschoten. Was ist dir in deinem Leben am wichtigsten?: Die Ma. Ist das Leben ein Spiel?: Nee. Das Leben ist doch kein Spiel. Das Leben ist doch voll ernst. Darin klar zu kommen, in dem Leben, ist schwer. Wie würdest du gern aussehen?: Wie ich jetzt aussehe. Bin doch ein Hübscher. Habe mich sogar heute rasiert.

Fotografie / Konzeption  Lysann Buschbeck

Sound / Konzeption Julia Krause

Laufzeit 40 Minuten

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und Fonds Darstellende Künste.

Eintritt 5€ 

 

Buschbeck_Hecht_1@0.5xBuschbeck_Hecht_1@0.5x
Buschbeck_Hecht_2@0.5xBuschbeck_Hecht_2@0.5x
Buschbeck_Hecht_3@0.5xBuschbeck_Hecht_3@0.5x

mach mir angst! Komm näher.

Theater und Performance_indoor

Fr. 18.07.21 | 20:30

Fr. 17.07.21 | 20:30

Fr. 09.07.21 | 20:30

Sa. 08.07.21 | 20:30

_DE

mach mir angst! Komm näher ist die mögliche Erzählung einer Hassliebe über die Versuchungen, die Identität verspricht und über die Unfähigkeit, sich in die jeweiligen Angebote einzupassen.

Keine Identität annehmen zu können, egal wie lockend die Bilder und Versprechen scheinen, ist eine Form von soziopathischer Weigerung. Und diese Unmöglichkeit kommt einer Verwundung gleich. 

Nicht zu passen, nicht dazuzugehören ist ein Schmerz. Eine Lücke, eine Wunde, die offen bleibt. Und wie ein Schnitt im Fleisch in sich selbst ein Streben nach Heilung birgt, reizt eine nicht endende Sehnsucht, sich wie ein Pflaster über alles zu legen. Jedes Bild, jede Vorlage, jede Gruppierung könnte der Schorf auf der Wunde sein.

Alle(s) verspricht Linderung.

Und jedes Angebot markiert eine Grenze. Jedes Bild, das wir betreten, in dem wir versuchen, ihm zu ähneln, ist eine Tür, die zuschlägt.

mach mir angst! versucht die Lücke im Ich in einen Bruch umzuformen, der den Bildern inne wohnt. Als eine Art Cover. Als ein Mantel, als Schutzhülle, die sich um uns schmiegt, die uns birgt. Cover(n) ist eine Entscheidung, uns von uns zu entfernen, ist eine Bewegung von uns weg, hinein in eine Allgemeinheit, der das Original gehört. Wir verzichten auf Originalität und bewegen uns im Freiraum einer nicht-identischen Simulation. Cover sind ein Erinnerungsapparat und der Raum einer Selbst-Überschreibung ohne Stabilität.

Im Wechsel eines Blicks von Mutter und Sohn, von 15*51 auf Berliner Leben erzählt mach mir angst! auch deutsche Geschichte im Wechsel der Systeme; in Pop-Musik und Propaganda-Videos die Herausforderung einer nicht-identifikatorischen Ich-Erzählung.

mach mir angst ist ein Musik-Video-Bild, mit Platz für gemeinschaftliche Erfahrung. 

Von Annett Hardegen  

mit Ari, Dirk Cieslak, Jacob Dobers, Thomas Fränzel, Kraus, Martina Neu, Max Reinhardt, Tucké Royale, Volkan T error und Annett Hardegen.

Bühne/ Kostüm und Set_Valentina PrimaveraVideo_Federico Neri 

Sound/ Video/ Technik_ Aiko Okamoto | Assistenz Bühne: Kallia Keffala

Care_Luisa Leppin

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

 

05@0.5x05@0.5x
04@0.5x04@0.5x
03@0.5x03@0.5x
0202
01@0.5x01@0.5x
UNADJUSTEDNONRAW_thumb_1828UNADJUSTEDNONRAW_thumb_1828
UNADJUSTEDNONRAW_thumb_18f8UNADJUSTEDNONRAW_thumb_18f8
UNADJUSTEDNONRAW_thumb_18f4UNADJUSTEDNONRAW_thumb_18f4

STAATSAPPARAT 3

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 06.07.21 | 19:00

Zoom Meeting ID: 839 2982 3095

_DE

Noch einmal werden wir uns vor den Sommerferien mit dem Staatsparat beschäftigen, genauer mit dem an den Staat angepassten Subjektformen und seinen Gegenspielerinnen. Nach dem Sturm und Drang des Anti-Ödipus sind Deleuze & Guattari immer skeptischer geworden, inwiefern die Linke, in Bezug auf den Staat, überhaupt eine radikale oder auch konstruktive Rolle einnehmen kann. Sie waren vielmehr davon überzeugt, dass es in der Zukunft darum ginge, sich für den Staat unfassbar zu machen: „Goethe und Hegel, beides Staatsdenker, sahen in Kleist ein Monster, und Kleist hatte von vornherein verloren. Aber wie kommt es dann, daß er eine so eigenartige Modernität besitzt? Weil die Elemente seines Werkes Geheimhaltung, Geschwindigkeit und Affekt sind.”

Da wir jetzt wieder allmählich Veranstaltungen draußen abhalten, aus Zoom aussteigen und uns gegenüber sitzen werden, kommen die performativen und theatralen Kräfte, die für gesellschaften immer eine große Rolle spielen, hoffentlich wieder besser zur Geltung. In diesem Sinne: wie hältst du es mit dem Staat Genossin?

Fragen zum open air Treffen? Email an: gesellschaften@viertewelt.de Ansonsten see you on zoom.