FESTIVAL | 10 Jahre Vierte Welt

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

 

Ende 2010 öffnete die Vierte Welt zum ersten mal ihre Türen.

2020 wollten wir 10-Jahre-feiern.

Und dann kam Corona.

 

Jetzt, über ein halbes Jahr später, wollen wir trotz andauernder Pandemie, feiern und beginnen erstmal virtuell: Ab Juni 2021 bis Januar 2022 starten wir Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?mit Arbeiten zahlreicher assoziierter Künstler- und Akteuer*innen aus dem ständig wachsenden Netzwerk.

Die hier versammelten Arbeiten reflektieren die Frage der Re/Präsentation auch im Hinblick auf Arbeitsprozesse und Verteilungsverhältnisse.

Sie sind divers im künstlerischen Ausdruck: vom Screening eines Kinofilms zur Video-Installation, vom Konzert mit Film über die Performance hin zu Lyrik, Lesung und Diskurs.

Jede einzelne Veranstaltung ist eine besondere Auseinandersetzung mit dem*r Künstler*in. Denn alle Arbeiten sind Ausdruck der Frage nach dem „Wer bin ich jetzt?“. Sie sind ein Nachdenken darüber und ein Erinnern daran, was unser künstlerischer Impuls ist und wo wir herkommen, um nicht zu bleiben wer wir sind.

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Programm

to be continued …

Im Juni 2021 
„Dissolving Our Market Value“ 

Workshop und Diskussionsreihe, konzipiert von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding 

„Abschied auf Raten“ 

Live-Performance mit Ren Saibara

„The Story behind the song” 

Musik/Lesung mit Jakob Dobers + Marcus Reinhardt

„Block IV Nuovo Corviale” Film #1 

Film und Gespräch Dirk Cieslak, Federico Neri mit Marcus Reinhardt (s/w Film) 35 Min 
“Chor Denken 1” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen 

 

Im Juli 2021
„mach mir Angst! Komm näher“ 

Live-Performance* mit Annett Hardegen 

„Hecht“ 

Installation* Julia Krause, Lysann Buschbeck 

“Chor Denken 2” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen

Im September 2021
Eure Kinder werden so wie wir, 

Konzert mit Kraus 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Performances mit Johanna Ackva und Mitstreiter*innen

 

Im Oktober  2021

artiCHOKE, 

Lyrik

„Anonyme Anwohnende“ 

mehrtägige Installation
„Pop und Propaganda“ 

Gespräch/Musik mit Marcus Reinhardt und Gästen  
„Es ist nichts“ 

Performance mit Elisa Müller 
„Una Primavera“ 

Film mit Valentina Primavera

Im November bis Januar 2022
“Everybody has their own agenda” 

Performance mit Anh Trieu   
“Cracks” , 

Performance mit Malte Scholz
“the end is not an option”  

Tanz/Performance mit Roni Katz Roni Katz, Manon Parent, Xenia Tango, Annegret Schalke, Lisa Densem und Maya Weinberg

„Dissolving Our Market Value 2“ 

Workshop und Diskussionsreihe

“Chor Denken 3” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen 
“Pop & Propaganda, Weihnachtsedition” 

Musik/Lesung mit Jakob Dobers + Marcus Reinhardt

„Block IV – Corviale: Morgen könnte alles anders sein“ 

Performance/Film mit Dirk Cieslak, Annett Hardegen, Valentina Primavera, Federico Neri, 

Macarena Solervicens Ruz 

 

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

ist gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

STAATSAPPARAT

gesellschaften | war machine_online

 

Di. 18.05.21 | 20:00

_DE

Der Staat, als negatives Objekt der Begierde, spielte in der Geschichte der Linken eine zentrale Rolle. Im Schatten von Marx und Lenin ging es immer um Varianten seiner heroischen Abschaffung-Eroberung. Dieser obsessive Fokus hat sich im 21. Jahrhundert – nach dem Kalten Krieg – allmählich verschoben und ist weniger dramatischen und eher pragmatischer Haltungen gewichen. Deleuze und Guattari nehmen in dieser Geschichte eine theoretisch und praktisch ambivalente Position ein, indem sie die Staatsapparate historisch mit dem Ausschwärmen von Nomadischen Kriegsmaschinen verschalten und die Entstehung des Staats aus einer bestimmten Fortschrittsgeschichte „befreien“. Eines der überraschenden Symptome der Pandemie, die uns alle außer Atem hält, ist das Wiederaufflammen einer auf sozialen Medien bitter und mit viel Rauch ausgetragenen Polemik um die Frage, wie es die Linke mit dem Staat hält. Hier streitet man sich wie die Kesselflicker darüber, ob man den Staat intensiver in die Pflicht nimmt oder seine Einschnitte in die Bürgerrechte bekämpfen sollte. Nachdem wir in den letzten Veranstaltungen 3 Ausflüge in die Wunschmaschinen des Anti-Ödipus gemacht haben, um die Kriegsmaschinen besser zu „verstehen“, werden wir jetzt, aus gegebenem Anlass, wieder zum Staat aka Vereinnahmesapparat aus Tausend Plateaus zurückkehren. Vielleicht finden sich hier interessantere Antworten über das Verhältnis Staat/linker Politik als in einem rein polemischen für und wieder!?