Was ist aus der Pop-Linken geworden?

gesellschaften | Diskurs |Vierte Welt

 

So. 20.09.20 | 12:00 

Mit Diedrich Diederichsen

_DE

Hat die gegenwärtige politische Situation in ihrer Komplexität und wilden Unberechenbarkeit eine völlig neue Qualität bekommen? Aus linker Perspektive lassen sich viele Phänomene wieder erkennen, die seit den 1990er Jahren beschrieben, diskutiert und kritisiert wurden. 

Die globale Dimension hat diesen jedoch einen neuen Drive verliehen und Kurzschlüsse erzeugt und diese Debatten in gewisser Weise überrollt. Ist nicht die Abkehr der politischen Linken von der Arbeiterklasse und die Hinwendung zu kulturellen Fragen und zu sogenannten Identitätspolitiken, die sich seit den 1960er Jahren vollziehen, verantwortlich für den Aufstieg der Alt-right und der faschistoiden Rechten, wie es Didier Eribon in Die Rückkehr nach Reims” beschreibt. 

Die Kulturlinke oder Pop-Linke, die sich seit den 1990er speziell in den USA und Europa entwickelt hat, scheint heute unter erheblichem Druck zu stehen und wird von der Rechten frontal angegriffen und unverhohlen bedroht. Besonders der massive Aufstieg faschistoider politischer Kräfte in verschiedensten Gesellschaften und Kontexten stellt die Kulturlinke vor große Probleme. Diedrich Diederichsen hat in seinen Büchern und Artikel diese Entwicklungen und die historischen Konstellationen nicht nur untersucht und beschrieben, sondern auch theoretisch mitgestaltet. Seine kämpferischen und konzeptuellen Beiträge zur Definition von Pop-Linker Theorie und Praxis haben sich über die Jahre auf sehr unterschiedliche Phänomene und kulturelle Bereiche verstreut und ergeben als Ganzes vielleicht so etwas wie eine politische Theorie, die man jedoch nicht ohne weiteres systematisch darstellen kann. In einem “Frühshoppen” wird Nicolas Siepen mit Diedrich Diederichsen in einem öffentlichen Gespräch versuchen diese fragmentierte “Theorie” in Grundzügen zu rekonstruieren und damit auch die Qualitäten und Probleme der Pop-Linken sowohl geschichtlich, als auch auf ihre gegenwärtigen Möglichkeiten hin untersuchen.

 

Die Teilnehmerinen sind natürlich eingeladen sich an diesem Prozess zu beteiligen! 

Wenn das Wetter mitspielt, wird die Veranstaltung am Sonntag den 20.09.20 von 12 bis 15 Uhr auf der Terrasse vor der Vierten Welt stattfinden. Sollte es regnen oder stürmen, werden wir die Veranstaltung Indoor stattfinden lassen. 

 

Indoor ist die Zuschauerzahl durch die Abstandsregeln begrenzt. Wir bitten von daher einen in jedem Fall einen Platz zu reservieren. Ggf. werden wir zusätzlich eine Außenübertragung organisieren.

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Es geht wieder los! Die Kriegsmaschinen vermehren sich und wir verfolgen ihre Spuren …

gesellschaften

 
 Es geht wieder los! Die Kriegsmaschinen vermehren sich und wir verfolgen ihre Spuren … 

Di. 09.09.2020 | 19:00

zoom web link: https://us02web.zoom.us/j/83608490256

 

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

 

Für alle Veranstaltungen, auch für die eintrittsfreien gesellschaften Veranstaltungen ist eine verbindliche Reservierung mit Angabe von Namen und Telefonummer bzw. email Adresse erforderlich.

Geprüft, begutachtet und unter Hygieneauflagen begegnen wir uns  wieder Face to Face im House of Commons. Ob und wie wir eine online Teilnahme an der Veranstaltung ermöglichen ist noch unklar denn es sind nicht alle notwendigen Hürden genommen.

 

Das traditionelle Abendbrot dürfen wir nicht mehr anbieten. Bringt Eure Stullen bitte selber mit.

_DE

In unserer Lektüre des Kapitels zur Kriegsmaschine aus den Tausend Plateaus von Gilles Deleuze und Félix Guattari ist immer die Frage leitend gewesen, ob und wie sich aus der Begrifflichkeit von Deleuze und Guattari andere, neue Linien des Begreifens der aktuellen politischen Entwicklungen gewinnen lassen. 

Die Art und Weise, wie über Covid-19, Black Lives Matter, neue Faschismen oder die Klimakatastrophe geredet wird, empfinden wir meist als sehr unbefriedigend und unangemessen. Die offene und gleichwohl konzentrierte Auseinandersetzung mit Texten von Deleuze und Guattari (und auch anderen) sucht das zu ändern.

 

Bevor wir die Lektüre dieses Kapitels fortsetzen und dann gemeinsam überlegen, welches Kapitel aus Tausend Plateaus oder auch dem Anti-Ödipus wir als nächstes lesen wollen, möchten wir als Wiedereinstieg nach der Sommerpause einen Text besprechen, der aus den Lektüren und Gesprächen in der Vierten Welt über das Kriegsmaschinen-Kapitel heraus entstanden ist und uns vielleicht, hoffentlich, als Resümee einiger Grundbegriffe (insbesondere des Maschinenbegriffs) von Deleuze und Guattari und als Basis unseres weiteren Vorgehens dienen kann: der noch unfertige Versuch von Sebastian Eis, die politische Philosophie von Deleuze und Guattari als eine Politik des Werdens zu rekonstruieren:

 

Manuskript bitte per email per mail anfordern: gesellschaften@viertewelt.de.

Die Veranstaltung ist jederzeit offen für alle Interessierte, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Entwickelt und gehegt von: Sebastian Eis, Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Literaturstammtisch

Gespräch | NFLB – netzwerk freie literaturszene berlin

 
LITERATURSTAMMTISCH

NFLB – netzwerk freie literaturszene berlin

 

Der Stammtisch bietet Raum für ein zwangloses Beisammensein und Gesprächsthemen aller Art.

Di. 08.09.20 | 19:00 – 22:00

_DE
 
Zoom ist vorbei: Der NFLB-Stammtisch in der VIERTEN WELT findet wieder im Realraum unter den bekannten Abstandsregeln und bei natürlicher Belüftunge (offene Türen) statt.Bei Bedarf versuchen wir eure Fragen zu Förderprogrammen und aktuellen kulturpolitischen Entwicklungen so kompetent wie möglich zu beantworten. Aber das Programm seid Ihr! Bleibt safe.Der Stammtisch findet monatlich statt.

Lauf so schnell du kannst

Theater | Institut für Widerstand im Postfordismus

 
Lauf so schnell du kannst

Fr. 04.09. & Sa. 05.09.2020_Wideraufnahme: Nov.2020

 

_DE

Eigentlich wollte ich zum Flughafen. Aber der Hauptbahnhof war die einzige Möglichkeit. Ich fuhr mit der U-Bahn dorthin. Hätte ich den Bus genommen, wäre alles anders gekommen. Nun bin ich gelaufen. Vielleicht.

 

Ich musste zum Hauptbahnhof. Ich war sowieso schon zu spät. Meine Notizen waren ausartend. Leicht wird das nicht werden. Ich hatte keine Ahnung. War ich fremd? Dafür habe ich zu viel Angst vor Menschen. Oder sie vor mir? Ich hatte nur eine einzige Chance. Und die war eigentlich schon verstrichen. Plötzlich klingelte mein Telefon und ich wusste: Jetzt oder nie. Heute?

 

Von und mit Vega DammElisa MüllerMarcus Reinhardt