Corona Crisis / Brazil Special #2

Veranstaltung_online | Diskurs | Zoom | Vierte Welt

 
 Corona Crisis / Brazil Special #2 

with Flavia Meireles Rio de Janero

 

Fr. 25.05.20 | 20:00 | online 19:45

 

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

_EN

In the last few month since the corona crisis hit the world Politiken could not ignore the obvious

power of the events and transport the meeting online. The very first meeting on the “topic” under the fresh impressions of a global lock-down was minted by an openness and curiosity of minds. in the following sessions the discussions became a bit exhausting because of the complexity of the situation itself, rendering everybody more or less immobile, but also because of the social mess following the clarity of the beginning of the Pandemic. Even in a limited context like Berlin or Germany, the measures taken against the virus hit people very different, depending on their social status and means. 

Conspiracy theories flourish perfectly in a situation like that. Although we think we are informant on a global scale because of the internet, it is also very clear that the current events play out very different in various countries and continents. Its seems that the virus functions like an social and structural amplifier, intensifying the already existing sociopolitical realities on the ground but also opens new opportunities to question, analyze or stabilize the existing orders, depending on the countries and the political structures. 

In Brazil we find a very explosive mix between the current extreme right government and how the spreading virus distresses the already very violent and fragile postcolonial heritage forming the country. The performance artist and theoretician Flavia Meireles, who lived last year few month Berlin but is based in Rio de Janeiro, will join our next online meeting from Rio and we hope to get some insight from her about the situation in Brazil.

Flavia Meireles is a full-professor at CEFET-RJ (Brazil) and a Ph.D. Candidate in the Communication and Culture Department of Federal University of Rio de Janeiro (Brazil). Associate Researcher of QDFCT (Queer Studies, Decolonial Feminist and Cultural Transformations) at Justus-Liebeg Universität Giessen. Her main interests are grassroots social movements, cultural and artistic contexts; politics of the body, gender, racialization, sexualities, and decolonial feminists approaches.

 

Ein Diskurs mit Dirk CieslakSebastian EisLukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Who Is The Boss

Lecture Performance von Marie Rotkopf mit Gespräch_online

 
2020 FIRE SALE _online

Sa. 23.05.2020 | 17:00 – 22:00

 Ein europäischer Appell in Zeiten der Coronakrise 

_DE

Who Is The Boss  – ohne Fragezeichen, wurde für die USA geschrieben und sollte dort vortragen werden. Bedingt durch die Coronakrise und während dessen, ist der Text in Europa geblieben und wurde dementsprechend angepasst. In diesem Appel beschäftigt sich die französische Autorin

 

Marie Rotkopf mit der Dekonstruktion von Macht in Zeiten der Coronakrise.

Sie untersucht und hinterfragt die Wurzeln der Romantik, von der non-democracy der Europäischen Union bis zur corporate identity eines politischen und ideologischen Europas: “ubuntu: I am, because we are” hört sich sehr schön an. Besonders wenn man glaubt, dass es Teil einer afrikanischen Philosophie ist. Diese Übertragung ist auf Europa leider kaum möglich, da es kein Europa gibt.

Es gibt verschiedene Länder, die nicht dieselbe Philosophie und Weltanschauung haben. Zum Glück, to be honest. Dann lieber mit zwei Revolvern in den Fäusten auf die Strasse gehen und in die Menge schießen, wie es André Breton 1929 formuliert hat, als ein Teil des Wir zu sein. Oder ein Rädchen dieser monströsen europäischen Union, die uns jetzt die Diktatur der “souveraineté européenne” verkaufen will. Und ebenfalls, wie es der Franzose Aimé Césaire geschrieben hat: Europa ist unhaltbar.

Aber, who is the boss?

 

Marie Rotkopf, 1975 in Paris geboren, ist  Autorin, Dichterin und Kulturkritikerin. 2017 ist in der Edition Nautilus das Antiromantische Manifest, eine poetische Lösung erschienen und 2019 Wie ich Rocko S. vergewaltigt habe / Comment j’ai violé Rocko S., zweisprachig, im Ink Press Verlag, Zürich. Im Frühjahr 2021 erscheint das gemeinsam mit Marcus Steinweg geschriebene Buch bei Matthes und Seitz, Berlin.

In ihrer Prosa und Lyrik, beschäftigt sich Rotkopf mit der Konstruktion und Kommunikation von Macht. Sie interessiert sich für die Umschreibung der Geschichte und für die Poesie der Welt. Sie liest ihre Prosa regelmäßig vor und nimmt an verschiedenen Veranstaltungen teil, z.B. über Identitäten in unseren „Postdemokratien“ an den Basler Dokumentartagen oder an der Ohio State University, zur Deutschromantik und ihrer aktuellen Bezüge auf dem resonanzraum festival wie im Warburg-Haus in Hamburg, oder über den Sinn der Revolte im Literaturhaus Stuttgart. Zudem hält sie an der Leuphana Universität Lüneburg das poetisch-politische Seminar: „Ist es möglich, gegen die EU zu sein?“, welches Europa als Mythos reflektiert.

 

Bild: Who Is The Boss, Internationale Surplace, 2020 © Internationale Surplace  

IM LOOP@homeoffice

Performance | Live stream

 
IM LOOP@homeoffice

Viola Köster & Ren Saibara

 

Sa. 23.05.20 | 16:00 – 16:30 | Live stream:

Sa. 23.05.20 | 16:00 – 16:30 | Live stream:

Zu sehen ist Haruka Tomatsu live gefilmt durch die Laptop-Kamera als einen unentwegten Begleiter und Kontrolleurs des einsamen Arbeiters. Im Live-Stream aber sind es die Zuschauer*innen, die in die Perspektiv der Kamera versetzt werden. So wird das Publikum zum direkten Beobachter des Kampfes einer Einzelnen mit sich selbst.

_DE

IM LOOP II war geplant als eine Performance über Arbeit und Selbstoptimierung. Eine Choreographie im Setting eines gewöhnlichen Arbeitsplatzes, der vom Sitzen auf einem Stuhl an einem Schreibtisch vorm Computer bestimmt ist. Den Ausgangspunkt bildet die These, dass wir heute dazu neigen, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit so zu verwischen, dass sich ihre Logik von Effizienz, Optimierung und Kontrolle in uns hineinfrisst – oder wir sie auch freiwillig verinnerlichen. Wir erforschen, wie sich diese Logik körperlich auswirkt und äußert. 

 

IM LOOP II beschäftigt sich mit den Dynamiken von Wiederholung, Beschleunigung, Erstarren und Ausbrechen und mit der Frage danach, wann und auf welche Weise der Körper streikt, wenn wir keinen Ausweg aus dem Kreis finden. Könnte es nicht sein, dass der Körper, der uns die Bewegung verweigert, die letzte Möglichkeit des Widerstandes darstellt, die wir haben, wenn wir selbst zu unserem eigenen System geworden sind?

 

Konzept & Regie: Viola Köster, Regie: Ren Saibara

Performance & Choreographie: Haruka Tomatsu

Eine Produktion von Viola Köster & Ren Saibara in Kooperation mit der Vierten Welt, Berlin

Animist Humanism: Thinking With African Indigenous Religions

Online Veranstaltung

 

Animist Humanism: Thinking With African Indigenous Religions

By Patrice Haynes, Liverpool Hope University

Fr. 22. May. 2020 | 18:00 – 22:00 / Online 17:45

_EN

Decolonial theorists such as Aimé Céssaire and Sylvia Wynter argue that a new model of the human is needed if the humanism of colonial modernity, which dignifies European Man alone, is to be overcome. As part of a wider effort to decolonise and diversify philosophy (particularly philosophy of religion), this presentation turns to the resources of African indigenous religions in order to reimagine the human otherwise. A key feature of African philosophy is a conception of the human as inherently communal, famously captured by the term ‘ubuntu’: ‘I am, because we are’.

In this presentation, I sketch what I call an ‘animist humanism’ in order to capture the African understanding of the human as one who necessarily exists in a web of relations with other human beings as well as ‘others’ in both the non-human, visible world and the invisible world of ancestors, spirits and the divine. By highlighting the animist cosmology underpinning African accounts of the human I hope to address the criticisms of those such as Kai Horsthemke who argue that the anthropocentric character of African indigenous religions fail to recognise satisfactorily the value of non-human animals and the natural environment more widely. Nevertheless, I acknowledge that the prevalence of animal sacrifice in indigenous African religiosity seems to be at odds with an animist humanism that values life-enhancing relations with others, human and non-human. After examining the significance of blood and ritual animal sacrifice in African indigenous religions, I suggest that an animist humanism underpinned by an African cosmo-sense needs new ceremonies that give visceral expression to an existential problematic facing humanity in the shadow of colonial modernity and the era of the Anthropocene: ‘What will we attend to and, thereby, give life’?

We are looking forward to the conversation with our guest from Liverpool.

Biography

Patrice Haynes is a Senior Lecturer in Philosophy at Liverpool Hope University. Her research interests focus primarily on issues in philosophy of religion, particularly as these are reframed by continental, feminist and decolonial philosophies. Her first monograph, titled Immanent Transcendence: Reconfiguring Materialism in Continental Philosophy, was published by Bloomsbury in 2012. She is currently undertaking research for her second monograph which aims to challenge the Eurocentric focus of philosophy of religion by considering how a focus on African (particularly West and Southern Africa) indigenous religions can point to the field’s constructive transformation beyond its colonial legacy. She is a co-founder of the Association of Continental Philosophy of Religion.

Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Ewiger Staat

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
Di. 19.05.2020 | 20:00 | 19:45 online
_DE

Wir befinden uns mit unserer Lektüre in 13. Kapitel von Mille Plateau, Der Vereinnahmungsapparat, in dem die Idee einer Evolution mit der sich der Staat herausgebildet hat oder die Idee von der Existenz eines Urstaates verworfen wird. Die These ist, in “primitiven” Gesellschaften ist der Staat bereits als “Vorgefühl” vorhanden. Der Staat existiert noch nicht, aber es gibt Formen in denen er schon wirksam ist ohne das Staat bereits existiert. Ihm gegenüber stehen Bewegungsformen die den Staat abwehren ihn damit allerdings auch antizipieren. Es gibt auf der molekularen Ebene “kollektive Mechanismen, die die Entstehung einer Zentralmacht gleichzeitig abwehren und antizipieren” schreiben Deleuze und Guattari. An einer “Konsistenzschwelle” erscheint der Staat, der aber weiterhin mit den widerstreitenden Formen, die ihn hervorgebracht haben, koexistiert. Sein Erscheinen markiert eben nicht eine evolutionäre Stufe, die alles als Vorgeschichte hinter sich lässt oder sich auf der “höchsten Stufe” der Entwicklung für immer festsetzt. 

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Corona und Spitzenhäupchen

Veranstaltung_online | Diskurs | Vierte Welt

 
 Corona und Spitzenhäupchen 

Fr. 11.05.20 | 20:00 | online 19:45

ZOOM Meeting

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

_DE

Zu Beginn hatte die Pandemie im Werden naturgemäß alle gesellschaftlichen Kräfte überrumpelt. Das überraschende an Ereignissen schafft zunächst eine abstrakte Klarheit, um sich dann allmählich in eine Kakophonie zu verwandeln. 

Von Politikern und Journalisten bis zu den lautstarken Versammlungen aus Coronaleugnern, Verschwörungstheoretikern und Nazis, wird das offiziell in Umlauf gebrachte Wissen und das daraus abgeleitete “notwendige” Handeln mehr oder weniger aggressiv in Frage gestellt. 

 

Historisch betrachtet gingen Epidemien und Pandemien schon immer einher mit einem wütenden Mob auf der Suche nach Sündenböcken. Im Mittelalter waren es die Juden, die angeblich die Brunnen vergifteten, heute wird Bill Gates beschuldigt, insgeheim und im Verbund mit einem Kartell aus Regierungen, Pharmakonzernen und Medien eine globale Massenimpfung zu planen. Es handelt sich hier nicht einfach nur um die Ablehnung einer wissenschafts- und regelbasierten Ordnung sondern auch um die Spannung, die dem Verhältnis zwischen Wissenschaft und Politik eingeschrieben ist. 

In Ausnahmezuständen wird von der Politik folgenschwere Entscheidungen erwartet, die aber im Fall einer Pandemie, ohne den Rückgriff auf noch nicht gesicherte Wissen, nicht zu sinnvollen Schlüssen kommen kann. Es liegt in der Natur von Verschwörungstheorien, dass sie sich auch nicht von “gesichertem” Wissen überzeugen lassen, dass sie falsch liegen und natürlich kann die Politik auch jederzeit krasse Fehlentscheidungen treffen. Wir wollen sowohl in die Geschichte schauen als auch vor diesem Hintergrund die möglichen Zukunftsszenarien in den Blick nehmen.

 

Ein Diskurs mit Dirk Cieslak, Sebastian Eis, Lukas FrankeNicolas SiepenAssozierten und allen Anwesenden.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Dicke Backen die Zweite

gesellschaften | Zoom meeting

 
Dicke Backen die Zweite

Di. 05.05.2020 | 20:00 | 19:45 online

zoom web link: https://zoom.us/j/92049560116

 

Technische Info zu den den Online Veranstaltungen

_DE

Die letzte Ausgabe der “war machine” hatten wir, mit einem Verweis auf die aktuell aufgeblasenen dürren, bleichen Austeritätsbacken des Staates, damit begonnen das 13. Plateau, 7000 v. Ch. – Vereinnahmungsapparat (Seite 588) zu lesen und gemeinsam zu diskutieren. Unsere Lektüre über den “Ursprung des Staates” entbehrt nicht eines gewisses Witzes angesichts der öffentlichen Besorgnis über die länger werdende Liste sog. failed states, zu denen man, Peter von Becker im Tagesspiegel von heute (4.5.20) folgend, auch die USA zählen darf. Bevor wir auf der Seite 596 fortfahren, wenden wir uns drei offen gebliebenen Fragen der letzten Runde, die drei, auf den ersten Blick irritierende, Perspektivwechel beschreiben: 1. Für den Staatsapparat und die Organisation der Arbeit ist die Verkrüppelung eine Voraussetzung. (S. 589) 2. Es ist nicht das Land, das allmählich die Stadt erschafft, sondern das Land wird von der Stadt erschaffen (S.594). 3. Sprache ist für die Übersetzung da nicht für die Kommunikation (S.596).

 

Es geht weiter auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen! In diesem Sinn, interessierte Quereinsteiger, Autodidakten und Spezialisten vereinigt Euch.

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin