Automobile Subjektivität

Diskussion

 
Automobile Subjektivität

Schlaglichter | Positionen und Debatten zur Gegenwart #3

Vortrag von Markus Wissen – im Gespräch mit Jens Beckmann

Mi. 20.03.19

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Warum tun sich Menschen den täglichen Auto-Stau in den Innenstädten an? Weshalb nimmt gleichzeitig mit dem Umweltbewusstsein der Absatz von SUVs zu? Wie hängen Automobilität, kapitalistische Konkurrenz und patriarchale Dominanz zusammen?

Fragen dieser Art werden angesichts der sozial-ökologischen Verwerfungen, die die Automobilität verursacht, immer drängender. Wer sie beantworten will, kommt an der kritischen Analyse einer automobilen Subjektivität, wie sie durch Klassen- und Geschlechterverhältnisse geformt wird, nicht vorbei. Im Vortrag werden die Herausbildung und die Veränderung der automobilen Subjektivität untersucht.

Gefragt wird zudem, inwieweit der automobile Konsens in jüngerer Zeit brüchig wird und sich Räume für alternative Mobilitätskonzepte und solidarische Subjektivierungen öffnen.

Markus Wissen ist Professor für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt sozial-ökologische Transformationsprozesse an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) und Redakteur der PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft. Zusammen mit Ulrich Brand veröffentlichte er 2017 den Band „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus“.  

Jens Beckmann, Historiker und Politikwissenschaftler, fragt sich seit langem, warum es immer noch Autos gibt. Seine Dissertation „Selbstverwaltung zwischen Management und ‘Communauté’. Arbeitskampf und Unternehmensentwicklung bei LIP in Besançon 1973-1987“ untersucht, wann und warum Menschen ihre Lebensbedingungen verändern. Das Buch erscheint im Februar 2019 bei transcript.  

Schlaglichter | Positionen und Debatten zur Gegenwart

Die Diskussionsreihe beleuchtet aktuelle (gesellschafts-)politische und ökonomische Fragen. Autor*innen aus Wissenschaft und Publizistik eröffnen mit einem essayistischen Vortrag die einzelnen Abende und diskutieren im Anschluss mit dem eingeladenen Gesprächsgast und dem Publikum.

Tswalo / Source

Theater

 
Tswalo / Source

Billy Langa | Mahlatsi Mokgonyana

Mi. 27.03.19

_DE

Eine Performance über die großen Themen des Lebens: Macht, Schöpfung, Politik, menschliche Verbundenheit, Intuition. Ein Korpus an Gedichten bildet die Fragmente einer physischen und lyrischen Erzählung, die Fragen des Seins, Werdens und Nicht-Seins aufwirft. Durch seine eigentümliche Komposition von physischem Theater, Stimme, Prosa und Poesie bietet der Performer dem Publikum die Möglichkeit der gemeinsamen Meditation. In einem anschließenden Publikumsgespräch können diese Erfahrungen ausgetauscht werden. Insofern ist Tswalo ein Solo-Stück und ist es nicht, es ist eine kollektive Erfahrung.

Der Schauspieler, Theaterautor und Dozent Billy Langa und Regisseur Mahlatsi Mokgonyana bilden das preisgekrönte theaterduo aus Johannesburg, Südafrika. Tswalo wurde u.a. mit dem Standard Bank Ovation Award und den Town Fringe Fresh Performer Award ausgezeichnet.  

 

Poetry and Storytelling • Running Time: 50 mins + discussion

Directed By Mahlatsi Mokgonyana | Written and Performed by Billy Langa | Music by John Withers

In cooperation with BayFinK and fimt (Universität Bayreuth)

Liebestod

Workshop

 
Liebestod

deufert&plischke

Free workshops with deufert&plischke on the subject of catastrophic love

Fr. 01.03.19 – Sa. 02.03.19 

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In January 2019 deufert&plischke start to work towards their new creation Liebestod that will premiere at Tanz im August 2019 later in the year.  Like in their previous projects the aim is to work artistically with a focus on opening up communal involvement and mutual transference of artistic tools. Therefore the project starts by inviting  people to a series of free public workshops. 

Interweaving choreography, music, film, and location specific field work the project’s focus is on the subject of catastrophic love. deufert&plischke will look at love not from the angle of happy endings, but where it is prohibited, where it hurts. Everybody has a personal fucked-up love story, a story one is ashamed of, a story of active or passive violence, a story that is haunting, where one is not the victim, but the wrongdoer.

As a field research there will be three public workshops to gather material, but to also introduce into the work methodologies of deufert&plischke.

The workshop participants will be mentioned in the project documentation and also receive free tickets for the performances in August.

The workshops are free of charge, registration is required.

workshop@liebestod.net

Im Januar 2019 beginnen deufert&plischke mit der Arbeit an ihrem neuen Projekt Liebestod, welches bei ‚Tanz im August 2019‘ seine Premiere haben wird.

Wie in bereits vorangegangenen Arbeiten, wird der Künstlerzwilling auch hierfür die Öffentlichkeit einladen, und mit Bewegung und Sprache durch einen künstlerischen Prozess führen um zu ihren prägenden Liebeserfahrungen zurückzukehren.

Choreographie, Musik, Film und ortsspezifische Feldforschung verknüpfend konzentriert sich das Projekt auf das Thema der katastrophischen Liebe.

Jeder hat seine persönlichen Love Fuck-Up Geschichte, eine Geschichte für die man sich schämt, eine Geschichte passiver oder aktiver Gewalt, eine Geschichte die einen verfolgt, in der man nicht das Opfer, sondern die Person die Fehler begangen hat, ist.

Geschichten, die sonst nie hörbar werden, vergessene und verschüttete Erinnerungen sollen ans Licht kommen, aufgeschrieben und ausgetauscht werden. In der Recherchephase wird in 3 öffentlichen Workshops eine Materialsammlung entstehen, und in die Arbeitsweisen und Methoden von deufert&plischke eingeführt.

Die Workshop Teilnehmer werden in der Projektdokumentation erwähnt und bekommen Freitickets für die Vorstellungen im August.

Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos und bitten um Anmeldung per Email an workshop@liebestod.net .

Mit: Alain Franco, Luisa Grass, Martin Hansen, Roni Katz, Rasha Nahas, Nikola Pieper, Anna Posch, Valentina Primavera, Kareth Schaffer, Shade Theret

Mit freundlicher Unterstützung:

Tanzfabrik Berlin e.V.

Tanz im August

Hauptstadtkulturfonds

apap Performing Europe 2020