gesellschaften | war machine

 

Di. 06.07.21 | 19:00

 Eintritt frei | Zutritt unter 3G-Regel oder online teilnehmen

Zoom Meeting ID: 891 4226 2917

_DE

Durch das Sommerloch haben sich die Taliban zurück auf die große Bühne geschlichen, rechtzeitig zum Jahrestag von 9/11. 20 Jahre nach dem Gegenangriff der USA haben sie, in einem Blitzkrieg ohne Schlacht, die Supermacht in die Flucht geschlagen. Diese hatte ihnen in den 80er Jahren den Boden bereitet, auf dem die Attacken in New York 2001 ausgeheckt wurden. Nachdem die Sowjets 1989 aus Afghanistan gejagt waren, formierten sich im Chaos des folgenden Bürgerkriegs und unter dem Eindruck der großen Schmelze des Kalten Krieges, neue politische Kräfte, die den „Westen“ zurück in die Geschichte zwangen (nach ihrem vermeintlichen Ende), gerade weil sie nicht auf die alte revolutionäre Geschichtslogik zurück griffen, die Marx von Hegel geerbt hatte. Mit Deleuze & Guattari könnte man diese asymmetrischen Krieger der Logik der Kriegsmaschine zurechnen, als Wiedergänger, die sich angeblich längst von der politischen Bühne verabschiedet hatten. Mudschaheddin, Taliban, Osama Bin Laden, Al-Qaida, ISIS und zurück zu den Taliban: die De- und Re-territorialisierungsbewegungen einer Kriegsmaschine, die inmitten der kapitalistischen Moderne ein seltsames Archaisch-Futuristisches Außen à la Mad Max markiert, und die sich sowohl der Moderne als auch der progressiven Revolution verweigert. 20 Jahre nach 9/11 und dem War on Terror, hat sich weltweit eine andere faschistoide Gegenkraft dazugesellt, die dem historischen Faschismus beunruhigend ähnlich sieht, und deren politische Implikationen schwer abzusehen sind. Auch hier lässt sich von einer Kriegsmaschine sprechen, die sich weltweit gegen die liberale Hegemonie in Stellung bringt und die Staaten selber in Kriegsmaschinen verwandeln will. Vor diesem Hintergrund planen wir den verbleibenden Teil des Plateaus zur Kriegsmaschine bis Ende des Jahres in 4 Sitzung durchzuarbeiten und gemeinsam im Nebel der Geschichte zu stochern, der vor unseren Augen in Schall und Rauch aufgegangen ist.