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When the sky falls, use it as a blanket

Filmabend mit drei Kurzfilmen aus der Viet-Deutschen Community mit anschließendem Q&A  (deutsch, vietnamesisch mit deutschen Untertiteln)


am 13. März: BiPOC only*


Thai Tai Pham, Thi Mai Trang Vo und Nadja Ißler, Hai Anh Trieu, Schuldenberg Films

 

Mi. 13.03.24  |  19:30  Uhr

 Eintritt  8 / 12  Euro

 

 

Der Filmabend mit dem Titel When the sky falls, use it as a blanket zeigt drei Kurzfilme aus der Viet-Deutschen Community. In allen drei Filmen verhandeln die Filmemacher*innen der zweiten Generation sowohl ihre Beziehungen zur ersten Generation, als auch ihren Platz in der (weißen) deutschen Gesellschaft. Auf einfühlsame Weise treten sie miteinander in Kontakt und suchen den Dialog. Doch schnell wird klar, dass der Versuch, gegenseitiges Verständnis und Mitgefühl zu entwickeln, auch bedeutet, kollektiven und familiären Traumata Raum zu geben. Schließlich haben alle Biographien eine Gemeinsamkeit: die Migrationsgeschichte der Eltern, die alle als vietnamesische “Vertragsarbeiter*innen” in die DDR kamen. 

Der Titel When the sky falls, use it as a blanket, ein chinesisches Sprichwort, symbolisiert eines der Kernpunkte des Generationenkonflikts: Eine Seite die vergessen will und die andere die nicht vergessen kann und möchte. Unter dieser Decke navigieren die Filmemacher*innen durch das Geflecht aus dem“Sichtbarem” und dem “Ungesagten”. 

Thai-Tai Phams Experimentalfilm, Thi Mai Trang Vos hybrider Dokumentarfilm und Hai Anh Trieus Spielfilm geben uns eindrucksvolle Einblicke in den Umgang einer marginalisierten Gruppe mit der Pandemie, in das Brücken schlagen in zwei (vermeintlich) unterschiedliche Welten sowie in das Erforschen einer Familiengeschichte. Die Filmemacher*innen setzen sich mit der Frage auseinander, wie zum Teil weit in der Vergangenheit liegende Traumata sich auf unsere Gegenwart auswirken und auf welche Weise die Community Heilung und Liebe praktizieren kann.

 

 

*BIPOC-ONLY: Diese Vorstellung richtet sich ausschließlich an Menschen, die sich selbst als BIPoC positionieren. BIPoC ist eine Abkürzung für Black, Indigenous and People of Color, also Menschen, die von Rassismus und/oder Antisemitismus betroffen sind. Dazu gehören Schwarze, Indigene, (post-)migrantische Menschen sowie Sinti*zze, Rom*nja, Jüdinnen und Juden, Latino/a/x, Ost-/Südasiat*innen, Muslim*innen, Muslimisch gelesene Personen usw.

Außerdem laden wir insbesondere die asiatisch diasporische und vor allem die viet-deutsche community ein.

 

 

1.Film: Invisible Diaspora

(credit Foto: © Thai Tai Pham)
Dokumentarfilm, Farbe, 6:03 min, DE, 2021
Vietnamesich mit englischen Untertiteln

Lockdown im April 2020. Wir erinnern uns an die Situation, als es kaum Gesichtsmasken für Krankenschwestern gab. Im Landkreis Harz (Deutschland) wurde die vietnamesische Community von der Gemeinde um Hilfe beim Nähen von medizinischen Masken gebeten. Die Generation der ehemaligen Vertragsarbeiter*innen in der DDR ist immer noch für ihre handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten bekannt. Die wenigsten wissen jedoch, dass diese Generation immer noch um ihre Existenz kämpft. Der Einzelhandel leidet mehr und mehr unter dem demografischen Wandel, verbunden mit dem zunehmenden Online-Versand.”Invisible Diaspora” zeigt einen Einblick in die pandemiebedingte Schließung des vietnamesischen Bekleidungsgeschäfts “Halong Mode”.

 

Thai Tai Pham
Mit einer Vorliebe für Minimalismus und Atmosphäre bewegt sich Thai Tai Pham im Zusammenspiel von Bewegtbild und Ton in Form von Videoarbeiten, Installationen und Performances. Kulturelle Identität, Migration und Sprache stehen oft im Mittelpunkt seiner Beobachtungen und künstlerischen Erkundungen. Pham lebt und arbeitet derzeit in Weimar, Deutschland.

 

 

2. Film : Fungi Monster

(credit Foto: © Jîyan Alkan)
Dokumentarfilm, Farbe, 30 Minuten, DE, 2022
Vietnamesisch, Deutsch, Englisch mit deutschen Untertiteln

Fungi schreibt Gedichte, trainiert in der MMA-Profiliga und fotografiert. Ihre Freiheit steht im Gegensatz zum Leben ihrer Mutter, die in ihrem eigenen Laden in Sachsen-Anhalt arbeitet. Trotz ihrer Unterschiede kommen sie zusammen, indem sie einander in die Welt der anderen einladen: Fungi verlässt die Vertrautheit der Gym, um zu lernen, wie ihre Mutter Frühlingsrollen macht. Die Mutter tauscht ihren Platz hinter der Kasse gegen einen Platz vor der Kamera ihrer Tochter.

 

Thi Mai Trang Vo und Nadja Ißler
Nadja Ißler und Thi Mai Trang Vo studieren seit 2019 Dokumentarfimregie an der HFF München. Sie realisieren in Co-Regie den hybriden Dokumentarfilm “Fungi Monster” als ihren zweiten Film an der HFF München. Trang Vo ist eine vietnamesisch-deutsche Filmemacherin und lebt in Berlin. Über ihre langjährige Tätigkeit im Theatergruppen findet sie ihren Weg zum Film. Vor Aufnahme des Filmstudiums absolviert sie ihren Bachelor im Studiengang “Studium Individuale” mit Schwerpunkt auf gesellschaftliche Machtstrukturen und Kapitalismuskritik. Nadja Ißler ist in 1999 in München geboren. Vor ihrem Studium an der HFF sammelte sie verschiedene Erfahrungen in der Filmbranche.

 

 

3. Film : I Loved You First

(credit foto: © Diara Sow)
Spielfilm, Farbe, 12 Minuten, DE, 2022
Vietnamesisch mit deutschen Untertiteln

Auf einem Ausflug geraten die elfjährige Thi und ihre Mutter Tam in einen Streit. Wütend rennt Thi in den Wald, durch den Tam vor elf Jahren nach Deutschland geflüchtet ist. Thi verläuft sich und entdeckt schließlich die mit Thi hochschwangere Tam und ihre Freundin Cam auf deren Flucht. Nach Einbruch der Dunkelheit folgt Thi den beiden Frauen.  Die Vergangenheit wird vor This Augen zur traumatischen Realität. 
In der Gegenwart hat sich Tam verzweifelt auf die Suche nach ihrer Tochter gemacht.

 

Hai Anh Trieu
Hai Anh Trieu ist eine vietnamesisch-deutsche Filmemacherin und Performance-Künstlerin, die in Berlin lebt. Als Kind ehemaliger vietnamesischer Vertragsarbeiter in der Tschechoslowakei und späterer Flüchtlinge im wiedervereinigten Deutschland beschäftigt sie sich in ihrer Arbeit mit diasporischen Erfahrungen, Vertreibung und generationenübergreifenden Dynamiken und Strukturen von Familien. Sie ist besonders daran interessiert, die Produktionsbedingungen ihrer eigenen Arbeit aus einer kritischen und anti-dekolonialen Perspektive zu reflektieren und in den kreativen Prozess zu integrieren.

 

Datum

Mi, 13.03.24

Uhrzeit

19:30

Preis

Eintritt 8 / 12 Euro

Labels

Diskussion,
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