Diskussion: Theater der Ersetzbarkeit
Felix Falczyk & Johanna Herschel (Deepfake Situations)
In der Diskussion wird das Konzept des “Theaters der Ersetzbarkeit” durch die Künstler*innen vorgestellt und gemeinsam mit Wissenschaftler*innen die Folgen der technischen Ersetzbarkeit menschlicher Arbeit und Kommunikation diskutiert.
Fr. 13.11.26 | 19:00 Uhr |
Eintritt frei
Reservierungen sind bis 12 Uhr am Veranstaltungstag möglich. Danach können keine Reservierungen mehr angenommen werden. Restkarten eventuell an der Abendkasse.
Reservations can be made until 12 o’clock on the day of the event. After that, no further reservations can be accepted. Remaining tickets may be available at the box office.
Das “Theater der Ersetzbarkeit” ist eine neue Theaterform, die im November 2026 in Berlin erstmals zur Aufführung kommt. Zuschauer*innen begegnen in den Aufführungen dieses Theaters ihren eigenen, durch KI erzeugten Stimmklonen und konfrontieren sich mit ihrer Ersetzbarkeit. Das “Theater der Ersetzbarkeit” macht damit eine der drängendsten gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart erfahrbar.
In der Diskussionsveranstaltung werden das Konzept und die Hintergründe der Arbeit durch die Performancekünstler*innen Felix Falczyk und Johanna Herschel vorgestellt und mit weiteren Podiumsgästen diskutiert. Der Modellcharakter des “Theaters der Ersetzbarkeit” wird dabei Ausgangspunkt für Fragen eines realen globalen “Welttheaters der Ersetzbarkeit”: Einen Großteil menschlicher Arbeit könnte künstliche Intelligenz in naher Zukunft ersetzen. Welche Rolle kommt dem Menschen zu, wenn die Entfremdung im digitalen Kapitalismus diese neue Stufe erreicht? Wie wirkt sich die Enteignung der zwischenmenschlichen Kommunikation durch Algorithmen auf unsere Vorstellungen von Autonomie und Gesellschaft aus? Welche ideologischen Formationen sind mit der Angst vor der eigenen Ersetzbarkeit und Austauschbarkeit verbunden?
Die Diskussion versucht, die Implikationen der Ersetzbarkeit menschlicher Subjektivität auszubreiten und für widerständige Praktiken des Sich-Ersetzbar-Machens fruchtbar zu machen.
Mit den Künstler:innen Felix Falczyk und Johanna Herschel, dem Theater- und Medienwissenschaftler Gerko Egert und dem Musik- und Medienwissenschaftler Christopher Klauke.
Die Bar ist geöffnet.
Felix Falczyk und Johanna Herschel sind Performance – und Konzeptkünstler*innen und arbeiten unter dem Label “Deepfake Situations” an Strategien und Taktiken der Zweckentfremdung von (alltäglichen) Situationen. Gemeinsam mit dem Publikum konstruieren sie Situationen, in denen neue Verhaltensweisen geprobt, verlernt oder simuliert werden. Ihre Arbeiten wurden deutschlandweit und international in Theatern, Museen und auf Festivals gezeigt.
PD Dr. Gerko Egert ist Theater- und Medienwissenschaftler. In seinen Forschungen beschäftigt er sich mit Physical AI und dem Einfluss von KI auf Körper, Bewegung und Arbeit. Er arbeitet an der Ruhr-Universität Bochum.
Christopher Klauke ist Musik- und Medienwissenschaftler und Doktorand am Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Er beschäftigte sich in seiner Promotion mit den kolonialen, imperialen und eugenischen wissensgeschichtlichen Fundamenten der Datafizierung von Musik und ihren Implikationen in Zeiten generativer KI.
Foto/Grafik: Falczyk/Herschel
