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Böse Déjà-vus | Performance + Gespräch

Performance | Gespräch

Sa. 07.05.22  |  20:00 – 22:00

 

Institut für Widerstand im Postfordismus

 Eintritt 7 / 11 Euro

Trigger-Warnung. Die Performance ist eine Arbeit über Folgen von Täter*innenschaft.

Im Anschluß an die Performance gibt es ein Nachgespräch mit Sylvia Battegay vom DFG-Netzwerk 3G. „Positionen der dritten Generation nach Zweitem Weltkrieg und Shoah in Literatur und Künsten der Gegenwart.“

Trailer : Elisa Müller

In nahezu jedem Bereich des öffentlichen und privaten Lebens in Deutschland setzen sich nach 1945 die Nazi-Kontinuitäten fort. Eine ausreichende Entnazifizierung fand nicht statt. Weder im öffentlichen Sektor noch im privaten Raum. Wo sollten sie hin? Sie konnten sich nicht in Luft auflösen, die Mitläufer*innen und Überzeugten, die Täter*innen wie Mitwisser*innen. Was bedeutet es jetzt, 75 Jahre später einen Blick darauf zu werfen, aus der dritten, aus der vierten Generation heraus? Was ist in den Familien passiert? Wie haben sich die Nazi-Verstrickungen weitergetragen? Und was hat das alles mit den rechten Bewegungen in der Gegenwart zu tun?

 

Die (un-)heimliche Wiederkehr von rechter Täter*innenschaft ist der Ausgangspunkt der performativen Arbeit „Böse Déjà-vus“. Sie versucht den Horror der ewigen Wiederholung einzufangen und nimmt sowohl sozialpsychologische Theorien der Transgenerationalität wie auch die historische Faktizität von offensichtlichen und versteckten Nazi-Identitäten in der deutschen Gesellschaft nach 45 bis heute in den Blick. Dabei schafft die Performance ein Format, das die Atmosphäre und symptomatischen Merkmale eines „bösen Déjà-vus“ einfängt.

 

Im NACHGESPRÄCH stellt Sylvia Battegay Forschungen aus dem DFG geförderten Netzwerk 3G ins Verhältnis zur Performance. 3G widmet sich der transdisziplinären systematisierenden Analyse und Interpretation von literarischen sowie bild-, film- und performancekünstlerischen Werken der dritten Generation (3G) nach Zweitem Weltkrieg und Shoah: Enkel*innen einstiger Täter*innen, Opfer und Zuschauer*innen des Nationalsozialismus positionieren sich in ihren Werken auf eine von vorhergehenden Generationen deutlich unterschiedene Weise sowohl im Verhältnis zur Erinnerung und Darstellung der Shoah und des Weltkrieges als auch zur aktuellen Gegenwart.

 

Dauer insgesamt 2 Stunden.

 

Alle sind herzlich eingeladen, sich am Gespräch zu beteiligen und es gibt Raum, sich über die Eindrücke der Performance auszutauschen.

 

Sylvia Battegay ist Literatur- und Kulturwissenschaftler*in. Nach ihrer Promotion an der ETH Zürich war sie unter anderem an der Universität Basel sowie am Jüdischen Museum der Schweiz tätig. Seit kurzem unterstützt sie als Projektleiter*in die Zürcher Hochschule der Künste im Bereich der Hochschulkommunikation. Sie denkt, forscht und diskutiert zu zeitgenössischer jüdischer Literatur, gesellschaftlicher und kultureller Diversität sowie zu politischer Kunst. Seit 2020 ist sie Teil des DFG-geförderten Netzwerks 3G. Positionen der dritten Generation nach Zweitem Weltkrieg und Shoah.

 

Das Institut für Widerstand im Postfordismus wurde 2014 von Elisa Müller gegründet, und ist ein interdisziplinärer Zusammenschluss von Künstler*innen, die gesellschaftliche Fragen in ästhetische und diskursive Formate transformieren. Dabei arbeiten sie in einer künstlerischen Praxis der Dokufiktion. Die zentralen Mittel sind die Konstruktion und Dekonstruktion von Fakten, Fiktionen und Geschichten, und zunehmend auch Strategien des Absurden und Surrealen. Seit 2018 beschäftigt sich das Institut für Widerstand im Postfordismus mit dem Erstarken rechter Tendenzen und der Frage, welche Zusammenhänge zwischen den historischen Altlasten der rechten Geschichte Deutschlands und dem gegenwärtigen Rechtsruck bestehen. Zuletzt 2021 “Demmin, oh du mein Demmin”, Performativer Spaziergang, Demmin. 2020 “Lauf so schnell du kannst”, absurde Performance über faschistische Bedrohungen, Vierte Welt Berlin. Davor 2018/19 in Kooperation mit dem Theater Vorpommern zwei Bürger*projekte vor dem Hintergrund des Erstarkens rechter Tendenzen. 2017/18 entstand die Produktion “Curveball” in Kooperation mit dem Theaterdiscounter, den Akzenten Duisburg, der Rottstr5/KUNSTHALLEN Bochum, dem Freien Werkstatttheater Köln und dem Theaterlabor Bielefeld.

 

Von und mit Vega Damm, Elisa Müller, Marcus Reinhardt, Anna Helene Zöllner

 

Regie Elisa Müller

 

Dramaturgie Vega Damm, Ausstattung Michi Muchina, Inhaltliche Unterstützung Elisa Steinfurt

 

Eine Produktion des Instituts für Widerstand im Postfordismus in Kooperation mit Vierte Welt Berlin. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste e.V.

 

Das Nachgespräch findet in Kooperation mit Sylvia Battegay vom DFG-Netzwerk 3G. Positionen der dritten Generation nach Zweitem Weltkrieg und Shoah in Literatur und Künsten der Gegenwart statt.

 

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg.

 

Unterstützt durch Medienparterschaft taz die tageszeitung

Medienpartner :

Datum

Sa, 07.05.22
Expired!

Uhrzeit

20:00 - 22:00

Preis

Eintritt 7 / 11

Labels

TRAUMA - Diskurs und Kunst