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Vaterland ist nicht zu Hause | Gespräch


Fr. 13.05.22  |  20:00 – 22:45


Leon Kahane und Christian E. Weißgerber

 

 Eintritt frei

 

Leon Kahane und Christian E. Weißgerber im Gespräch über die neue Rechte, Täter*innen und Opfer, Migration und Identität und den der Geschichte innewohnenden Widersprüchen.

Künstler*in Leon Kahane und Kulturwissenschaftler*in und Philosoph*in Christian E. Weißgerber kommen zusammen, um über die neue Rechte, unter anderem in der Kunst, zu sprechen. Ausgangspunkt ist Erinnerung als Vehikel für die Möglichkeit und/oder Unmöglichkeit zu vergessen, woher wir kommen, wer wir sind. In Zeiten von innen- und außenpolitischer Radikalisierung und erstarkenden Nationalismen, von Isolation und Gewalt, von Krieg und Flucht steht die Frage nach dem Verhältnis von Identität, Staatlichkeit und Gemeinschaft weiter im Zentrum. Wenn wir über die Widersprüche nachdenken wollen, in denen wir leben und in denen wir alle in unterschiedlichen Weisen verstrickt sind, und wenn binäre Zurechtweisungen nicht die Art und Weise ist, in der wir unsere Fragen stellen wollen, dann ist es vielleicht notwendig, die rein analytische Ebene zu verlassen. Künstler*in und Kulturwissenschaftler*in treten in Austausch mit ihren Erfahrungen: Kahane leitet u.a. das Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst der Amadeu-Antonio-Stiftung und Christian E. Weißgerber ist nach seinem Austritt aus der Neonazi-Szene u.a. aktiv tätig in Präventions- und Bildungsarbeit. “Der Osten gilt im rechten politischen Milieu als das deutschere Deutschland, der von westlichen Besatzungsmächten verschont geblieben ist. Teile der Linken betrachten den Osten als das bessere und solidarischere Deutschland.“ (Leon Kahane). Wir wollen über Kräfteverhältnisse von Zuschreibung und Einschreibung, über immer noch wirksame Vor-Bilder und bedrohliche Lücken in unserer Gegenwart sprechen und so immer auch über Geschichte. 

 

Leon Kahane, geboren 1985 in Berlin, schafft konzeptuelle Videoarbeiten, Fotografien und Installationen, in denen Themen wie Migration, Identität und die Auseinandersetzung mit Mehr- und Minderheiten in einer globalisierten Gesellschaft im Zentrum stehen. Fokus seines Interesses sind häufig die geopolitischen und sozialen Veränderungen der jüngeren Vergangenheit. Immer wieder lenkt er die Aufmerksamkeit auf Ereignisse und Institutionen, in denen der Geschichte innewohnende Widersprüche zum Ausdruck kommen. Sie spiegeln historische, politische und ökonomische, aber auch biografische Aspekte wider, die er in seinen Arbeiten aufgreift und verarbeitet. Vor allem die soziokulturelle Verortung aktueller politischer Diskurse und Dynamiken ist von zentraler Bedeutung für seinen künstlerischen Ansatz, der eine Form der Kulturkritik darstellt. Forum demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst www.forum-dcca.eu

 

Christian E. Weißgerber war in der militanten Neonazi-Szene in Thüringen aktiv. Er zog sich 2010 aus der rechten Szene zurück. Seit 2012 klärt er in Schulen, Universitäten und Abendveranstaltungen über die extreme Rechte und ihre moderateren Ausläufer auf. Weißgerber studierte in Jena, Paris und Berlin unter anderem Philosophie und Kulturwissenschaft. Er lebt in Berlin und ist als Bildungsreferent*in und Musiker*in tätig. 2019 erschien sein Buch “Mein Vaterland! – Warum ich ein Neonazi war”.


Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg.

Unterstützt durch Medienparterschaft taz die tageszeitung

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Datum

Fr, 13.05.22
Expired!

Uhrzeit

20:00 - 22:45

Preis

Eintritt frei

Labels

TRAUMA - Diskurs und Kunst