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gesellschaften : relaunch 2022 Veranstaltungsreihe

Juni  – Dezember 2022

 

politics of (dis)appearance  und  (dis)appearance of politics

Programmübersicht | Stand: Juni 2022 

 

[english version below]

 

Alles ist politisch. – Klar, irgendwie. Aber im selben Zug wie es erscheint, notwendigerweise, scheint das Politische heute auch immer wieder zu verschwinden, wegzudriften, überzugehen in etwas anderes, das nächste Bild, den nächsten Clip, den nächsten Tweet, den nächsten Aufreger. Die Art und Weise, in der das Politische im Neoliberalismus und in der Aufmerksamkeitsökonomie der sogenannten sozialen Medien erscheint, bringt das Politische zum Verschwinden, überdeckt es, verdrängt es. 

Meist geht es auch nicht darum, zuzuhören, sich einer anderen Perspektive zu öffnen oder dem, was von woanders her spricht, fühlt, handelt, sondern möglichst schnell ein möglichst hohes Erregungslevel und Niveau des Beleidigtseins zu erreichen, das letztlich zum Abbruch des Sich-Auseinander-und-Zusammensetzens führt.

Wir wollen gesellschaften, aber etwas scheint uns daran zu hindern – was ist das? Was lenkt uns immer wieder ab? Was hindert uns, politisch in dem Sinne zu werden, in dem Deleuze/Guattari von “Minoritär-Werden” schreiben, oder Adorno konstatiert: “Das zoon politikon ist ein erst Herzustellendes”. Das wäre die Aufgabe des Lebewesens, das wir sind: politisch zu werden, das Politische, die Gerechtigkeit, die Stimmen derjenigen, die keine Stimme haben, zur Erscheinung zu bringen und sich mit anderen zu verbinden. Wie kann eine poltische Praxis, eine Praxis der Freiheit, eine Praxis des Gesellschaftens oder der commons aussehen?

In der Erregungsgesellschaft liegt der Fokus auf dem Ereignis anstatt auf der Praxis, einer bereits stattfindenden (sei es künstlerischen, kritischen, aktivistischen, …), andauernden Praxis der Freiheit und Zuwendung (care), die im übrigen keinen Gegensatz bilden, wie Maggie Nelson mit Michel Foucault, Toni Cade Bambara und David Graeber argumentiert (Maggie Nelson, Freiheit – Vier Variationen über Zuwendung und Zwang).

Müssen wir uns dem Politischen, das wir immer schon sind und zugleich erst werden sollen und wollen, mit anderen Mitteln nähern und es anders zur Erscheinung kommen lassen? Die mikro- wie makropolitische Praxis des Gesellschaftens braucht andere Formen, andere Ausdrucksformate, oder auch die alten Formate anders gewendet, neu geöffnet. An der Schnittstelle von Theorie, Diskurs und künstlerischer Forschung wollen wir daher mit unterschiedlichsten Formaten und deren Kombination experimentieren: Performance, Radio, Video, Ausstellung, Blog, Text (etwa als Pamphlet, Manifest oder Fanzine), Gespräch, Bild, öffentlicher Raum, … –  im Sinne von public research.

In unterschiedlichen Gruppen, die sich an bestimmten, offenen Stellen immer wieder miteinander verbinden werden, wollen wir experimentell künstlerisch forschen an unserer Gegenwart, jenseits von angeblich individuellen Meinungen und jenseits eines affirmativen, “grausamen Optimismus” (Lauren Berlant).

Von Juni bis Dezember 2022 werden wir diese Fragen in folgenden Konstellationen bearbeiten:

 

TAUSEND PLATTFORMEN – Eine Veranstaltungsreihe zur Transformation städtischer Räume durch digitale Infrastrukturen

Sebastian Kirsch mit Laura Strack (11.6.2022), Elisa Aseva (25.6.2022), Flinn Works (Sophia Stepf und Anika König, 17.9.2022), nn

Die Reihe Tausend Plattformen fragt nach Auswirkungen, die die heutige Durchdringung sämtlicher Alltagsvollzüge durch gewinnorientierte Datenregimes und digitale Infrastrukturen mit sich bringt. Dabei geht sie von der Frage aus, was städtischer Raum ist bzw. wird, wenn er zunehmend von Codes, Apps, Algorithmen und Daten-‚Clouds‘ geprägt ist: Was bedeutet diese Entwicklung für urbane Orte, für Öffentlichkeit und Verkehr, für die Möglichkeit des Austauschs in nicht-konsumorientierten Außenräumen? Welche Effekte hat die plattformökonomische Umgestaltung für herkömmliche Konsum- und Kaufgewohnheiten? Wie transformieren sich Milieus, Nachbarschaften, Umgebungen und natürlich auch Bühnenorte? Welche Auswirkungen der Pandemie lassen sich feststellen, welche ‚Schadensbilanz‘ kann zum jetzigen Zeitpunkt gezogen werden? Und wie lässt sich einer Verschiebung von öffentlichen Räumen in gewinnorientierte Netzzusammenhänge begegnen, wenn diese gerade die Praktiken und Formen des Versammelns selbst betrifft, in denen über solche Fragen überhaupt gemeinsam nachgedacht werden kann?


FLESHION – Politics of Appearance  (5. – 11. September 2022)

Thelma Bonavita, Juliana França, Marcela Reichelt and Nicolas Siepen

Politics of Appearance untersucht die Erscheinungen und Manifestationen von Politik in öffentlichen, physischen oder virtuellen Räumen – historisch und JETZT. Als Trans-Choreographie wird die Performance zwischen Berlin und Sao Paulo online und vor Ort, zwischen der Vierten Welt und der Welt entwickelt. Die Performance erforscht die extreme Verletzlichkeit und Unberechenbarkeit des gegenwärtigen politischen Moments und versucht, historische Elemente und Ereignisse zu rekonstruieren, die unsere gegenwärtige Sackgasse verursacht haben. Fleshion führt das Format von POLITIKEN aus dem rein diskursiven Format heraus in ein performatives Experiment: mit der Beziehung zwischen Virtuellem (Bildschirm), realen Körpern (Fleisch) und Oberflächen (Mode). Die politischen und ästhetischen Realitäten vor Ort in Berlin und Sao Paulo werden in einer transversalen Choreographie miteinander verbunden – ein Dazwischengehen zwischen dem Bildschirm und dem, was dahinter ist. Das Projekt wird zwischen den Performern und dem Publikum entwickelt. 


PROXY – Politics of Dis-Appearance (Film-making-installation-programm-lecture performances)  (5. – 11. September 2022)

Nicolas Siepen with Diedrich Diederichsen, Bini Adamczak

Liad Hussein Kantorowicz, Elisa Aseva

Wir machen einen Film auf dem Kotti-Plateau in Verbindung mit historischem Found Footage über die Frage, was mit der Kriegsmaschine nach ihrer totalen Niederlage in der Geschichte passiert. Aber dieses Mal beginnen wir nicht mit einem Text (Tausend Plateaus), sondern mit künstlerischen und politischen Praktiken, um die theoretischen Konzepte in Bezug auf ein spezifisches Milieu (kotti/vierte welt) und einen internationalen Kontext zu modellieren. Das Plateau (Terrasse) vor der Vierten Welt würde die allgemeine “Bühne” sein. 

Improvisierte eintägige Film- und Tonaufnahmen mit bestimmten Menschen auf dem Kotti-Plateau, um Bilder und eine Form für Fragen zu finden: über die Beziehung zwischen dem Postkolonialismus und den endlosen Stellvertreterkriegen des Kalten Krieges und seine langfristigen Effekte auf den aktuellen Moment und die Schwäche der Linken und ihr Ver-Schwinden (Dis_Appearance) als wirksame politische Kraft auf der Weltbühne?


Radical Teaching Workshop  (23./24. September 2022)

Gerko Egert mit N.N.

Im Rahmen des Radical Teaching Workshop beschäftigen wir uns mit der Frage des Gesellschaftens (als Verb) aus der Perspektive des gemeinsamen Lehrens und Lernens. Immer größer wird der Drang für viele, traditioneller Lehrinstitutionen und ihre überkommenen Formen der Wissensvermittlung zu verlassen, um sich auf kollektive Weise gemeinsam Wissen zu teilen und sich mit neuem auseinanderzusetzen. Doch welche Praktiken und Techniken stehen uns dafür zu Verfügung? Wie können wir Lehren und Lernen, ohne die hierarchischen Situationen der Universität zu wiederholen? Ausgehend von diesen Fragen widmet sich der Workshop verschiedenen Formen einer radikalen Pädagogik, deren Praktiken nicht nur andere Orte und Situationen des Lernens eröffnen, sondern ebenso bestehende, oftmals habitualisierte Lerngewohnheiten aufbrechen wollen.


SHUT UP & LISTEN  (Oktober/November 2022)

Netta Weiser, Nashilongweshipwe Mushaandja and Therese Koppe with nn

Durch eine fortlaufende Praxis des Austauschs von Sounds verweben Nashilongweshipwe Mushaandja, Netta Weiser und Therese Koppe eine Sammlung translokaler Audio-Spaziergänge miteinander. Indem sie Orte des Widerstands in und um das Kottbusser Tor (Berlin) und Katutura (Namibia) ausfindig machen und anhören, verfolgen sie eine Praxis der akustischen Kartografie, die die Tyrannei des “hier und jetzt / dort und dann” durchbricht. Anhand von Feldaufnahmen, Archivmaterial, Gesprächen, Erzählungen, Körper- und Umgebungsgeräuschen sowie musikalischen Praktiken erforschen sie die Verflechtung von Geschichten, die seltsame Temoiralität des Zuhörens und die Möglichkeiten der Begegnung durch Sound. 

Die Forschung und deren Ergebnisse werden in drei Audio-Walks im Oktober und November 2022, die gleichzeitig in Katutura und Berlin stattfinden, sowie in einem Reisebericht mit der Öffentlichkeit geteilt.  

 

gesellschaften, identität, differenz  (16. – 18. Dezember 2022)

Stefan Hölscher mit Tümay Kılınçel, Miedya Mahmod, Lisa Deniz Preugschat, Joana Tischkau

Im Rahmen dieses Workshopwochenendes wird Stefan Hölscher als weißer Gastgeber gemeinsam mit den Choreographinnen Tümay Kılınçel und Joana Tischkau, der Lyriker*in Miedya Mahmod sowie der Dramaturgin Lisa Deniz Preugschat der Frage nachgehen, wie sich ein jeweils spezifisch situierter Blick von Künstler*innen of Color auf Deutschlands weiße Dominanzkultur in ihrer kritischen Praxis manifestiert. Die von ihm eingeladenen Künstler*innen geben von Freitag bis Sonntag jeweils einen längeren Workshop mit anschließender Diskussion, dessen Inhalt und Struktur auf ihre jüngeren Arbeiten referiert: Während Kılınçel sich in ihrer Tanzproduktion Dansöz (2019) aus deutschtürkischer Perspektive mit der orientalistischen Verstrickung von Bauchtanztraditionen befasst, thematisiert Tischkau in ihrer Videoclip-Serie Colonastics (2020) europäische Kolonialgeschichte aus afrodeutscher Sicht. Mahmod, Kind zweier Eltern, die vor ihrer Geburt aus dem kurdischen Teil Iraks in die Bundesrepublik migriert sind, verfasst Gedichte, welche den strukturellen Rassismus der deutschen Nachkriegsgesellschaft offenlegen.

Neben gesellschaften als Verb und den Spannungsverhältnissen zwischen Identität und Differenz wird es auch um das Problem der ‚Dis/appearance‘ gehen: Wer ist in weißen Blickregimen wie sichtbar und wer wird unsichtbar gemacht? Wo kreuzen sich mit den Blicken gesellschaftliche Machtverhältnisse und wie verschränken sich in ihnen die Achsen von Race, Class und Gender? Inwiefern ist den Markierungen von Körpern eine koloniale Gewalt eingeschrieben, deren Aufarbeitung gerade in Deutschland noch aussteht? Auf welche Weise hängen intersektional gezeichnete Subjektpositionen mit jeweils spezifischen Erfahrungsweisen zusammen und wie können diese in ihrer jeweiligen Komplexität zur Darstellung gebracht werden? 


Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds Berlin


english version:


gesellschaften (society understood as verb) : relaunch 2022  (series of events)

politics of (dis)appearance  and  (dis)appearance of politics 

Everything is political. – Sure, somehow. But in the same move as it appears, necessarily, the political today also always seems to disappear, to drift away, to merge into something else, the next image, the next clip, the next tweet, the next uproar. The way the political appears in neoliberalism and in the attention economy of so-called social media makes the political disappear, covers it up, displaces it. 

And most of the time, it’s not about listening either, it’s not about opening up to another perspective, to something that speaks, feels, acts from another place and time, but to reach as quickly as possible the highest possible level of excitement and being offended, which in the end leads to the breaking off of the process of disputation and engaging with each other.

We want to gesellschaften (society understood as a verb), but something seems to prevent us from doing so – what is it? What keeps distracting us? What prevents us from becoming political? In the sense in which Gilles Deleuze and Felix Guattari write of “becoming-minoritarian”, or Adorno states: “The zoon politikon is to be produced firstly”. This would be the task of the creature that we are: to become political, to make the political (justice? the voices of those who have no voice?) appear. How to connect with others? What can a political practice, a practice of freedom, a practice of gesellschaften or the commons look like?

In the excitement society, the focus is on the event rather than the practice, an already existing, ongoing, artistic, critical, activist practice of freedom and care, not a contradiction by the way, as Maggie Nelson argues with Michel Foucault, Toni Cade Bambara, and David Graeber (Maggie Nelson, On Freedom. Four Songs of Care and Constraint). 

Do we have to approach the political, which we should and want to become, with other means and let it appear differently? The micro- as well as macro-political practice of gesellschaften needs other forms, other formats, or even the old formats turned differently, opened otherwise. At the intersection of theory, discourse and artistic research, we therefore want to experiment with a wide variety of formats and their combination: performance, radio, video, exhibition, blog, text (for instance as pamphlet, manifesto or fanzine), conversation, image, public space, … – as public research.

In different groups, which will repeatedly connect with each other at certain open points, we want to experimentally and artistically research our present, beyond allegedly individual opinions and beyond an affirmative “cruel optimism” (Lauren Berlant).


From june to december 2022 we will work on these questions in the following constellations:


A THOUSAND PLATFORMS – A series of events on the transformation of urban spaces through digital infrastructures

Sebastian Kirsch with Laura Strack (June 11), Elisa Aseva (June 25), Flinn Works (Sophia Stepf und Anika König, Sept. 17), nn)

The series A Thousand Platforms explores the effects of today’s permeation of all everyday activities by profit-oriented data regimes and digital infrastructures. It starts from the question what urban space is or becomes when it is increasingly shaped by codes, apps, algorithms, and data clouds: What does this development mean for urban places, for the public sphere and traffic, for the possibility of exchange in non-consumer-oriented outdoor spaces? What effects does the rise of platform economies have on conventional consumption and purchasing habits? How are milieus, neighborhoods, environments, and, of course, theater spaces transformed? What effects of the pandemic can be observed, what ‘damage assessment’ can be made at this point in time? And how can a shift of public spaces into profit-oriented network contexts be countered, if this affects the very practices and forms of gathering in which such questions can be thought about together in the first place?


FLESHION – Politics of Appearance  (September 5 – 11)

Thelma Bonavita, Juliana França, Marcela Reichelt and Nicolas Siepen

Politics of Appearance investigates the appearances and manifestations of politics in public, physical or virtual spaces – historically and NOW. As a Trans-choreography the performance is developed between Berlin and Sao Paulo online and on the ground, in between Vierte Welt and the World. The performance explores and will try to relate to the extreme vulnerability and unpredictability of the current political moment and reconstruct historical elements and events which created our contemporary deadlock. Fleshion takes the format of POLITIKEN out of the pure discursive format into a performative experiment: with the relation between virtual (screen), real bodies (flesh) and surfaces (fashion). The political and aesthetic realities on the ground in Berlin and Sao Paulo will be connected in a transversal choreography – a go-between a screen and what is behind. The project will be developed between the performers and the public. 


PROXY – Politics of Dis-Appearance (Film-making-installation-programm-lecture performances)  (September 5 – 11)

Nicolas Siepen with Diedrich Diederichsen, Bini Adamczak, Liad Hussein Kantorowicz, Elisa Aseva

Making a film at the Kotti-Plateau in relation to historical found footage about the question what happens to the War Machine after it’s total defeat in history. But this time we don’t start with a text (Thousand Plateaus) but with artistic and political practices in order to model the theoretical concepts in relation to specific milieu (kotti/vierte welt) and an international context. The Plateau (terrace) in front of Vierte Welt would be the general “stage”. 

Improvised one day filming and sound recording sessions with specific people on the Kotti-Plateau finding images and a form for questions about the relation between post-colonialism and the endless proxy wars of the cold war and its long effects on the current moment and the weakness of the Left and its Dis_Appearance as an effective political force on the world stage? 


Radical Teaching Workshop  (September 23/24)

Gerko Egert mit N.N.

In this Radical Teaching Workshop we address the question of gesellschaften (society as a verb) from the perspective of collaborative teaching and learning. There is a growing urge for many to leave traditional teaching institutions and their outdated forms of knowledge transmission in order to collectively share knowledge and engage with the new. But what practices and techniques are available to us to do this? How can we teach and learn without repeating the hierarchical situations of the university? Starting from these questions, the workshop is dedicated to different forms of radical pedagogy, whose practices not only open up other places and situations of learning, but equally aim to break existing, often habitualized learning habits.


SHUT UP & LISTEN  (October/November)

Netta Weiser, Nashilongweshipwe Mushaandja and Therese Koppe with nn

Through an ongoing practice of sonic exchange, Nashilongweshipwe Mushaandja, Netta Weiser and Therese Koppe interweave a collection of trans-local audio walks. By locating and listening to sites of resistance in and around Kottbusser Tor (Berlin) and Katutura (Namibia), they pursue a practice of sonic cartography that disrupts the tyranny of the “here and now / there and then”. Sharing field recordings, archival material, conversations, storytelling, sounds of bodies and environments, as well as musical practices, they explore entngelment of histories, the queer temoirality of listening and the possibilities of encounter through sound. 

The research will be shared with the public in 3 audio walks in October and November 2022 taking place simultaneously in Katutura and Berlin as well as a travelogue.   


gesellschaften, identity, difference  (December 16 – 18)

Stefan Hölscher mit Tümay Kılınçel, Miedya Mahmod, Lisa Deniz Preugschat, Joana Tischkau

In the context of this workshop weekend Stefan Hölscher, as a white host, together with the choreographers Tümay Kılınçel and Joana Tischkau, the poet Miedya Mahmod, and the dramaturge Lisa Deniz Preugschat, will explore the question of how a specifically situated view onto Germany’s white dominance culture by artists of color manifests itself in their critical practice. The invited artists will each give a longer workshop with a following discussion from Friday to Sunday, the content and structure of which will refer to their recent works: Whilst Kılınçel addresses the Orientalist entanglement of belly dance traditions from a German-Turkish perspective in her dance production Dansöz (2019), Tischkau addresses European colonial history from an Afro-German perspective in her video clip series Colonastics (2020). Mahmod, a child of parents who migrated from the Kurdish part of Iraq to the Federal Republic before their birth, writes poems that expose the structural racism of post-war German society. 

In addition to gesellschaften (society as verb) and the tensions between identity and difference, the workshop weekend will also address the problem of ‘dis/appearance’: Who is visible in white regimes of looking and how, and who is made invisible? Where do social power relations intersect with the gaze and how do the axes of race, class, and gender intertwine in them? To what extent is a colonial violence inscribed in the markings of bodies, the reappraisal of which is still pending, especially in Germany? In what way are intersectional subject positions related to specific modes of experience and how can these be represented in their respective complexity? 

 

supported by Hauptstadtkulturfonds Berlin

Datum

Do, 02.06.22 - Fr, 23.12.22
Ongoing...

Preis

Eintritt frei