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Ende: Widerstand!

 

So. 15.05.22  |  16:00 – 19:00

 

Mit Max Czollek, BARAZANI.berlin und weiteren Gesprächspartner*innen, die Teil unseres Programms in den letzen Wochen waren, wollen wir uns zum Abschluß mit Selbstermächtigung und Widerständigkeit gegen rechte Diskrimminierung und Gewalt auseinandersetzen.

 

 

 Eintritt frei

 

Ausgehend von Motiv der jüdischen Rache wollen wir mit dem Autor Max Czollek als Ideengeber der Ausstellung „RACHE Geschichte und Fantasie“, die gerade im jüdischen Museum in Frankfurt zu sehen ist, uns mit Selbstermächtigung und Widerständigkeit gegen rechte Diskrimminierung und Gewalt auseinandersetzen.

Mit ihm, BARAZANI.berlin – Forum Kolonialismus Widerstand, und weiteren Gesprächspartner*innen, die Teil unseres Programms in den letzen Wochen waren, wollen wir Rückblick und Ausblick halten: Einerseits in Bezug auf vergangene, solidarische Kämpfe gegen Antisemitismus, Rassismus und Kolonialismus, und die spezifische „deutsche Situation“ einer Erinnerungskultur, die ein Zusammenkommen erschwert. Anderseits auch in Bezug auf die Wege, die wir gemeinsam in den letzten Wochen in unserem Programm zurückgelegt haben.

In der Anerkennung einer Divergenz unserer Perspektiven und unserer Asymmetrie wollen wir uns für die Zukunft fragen, wie wir das Bild einer postnazistischen, postmigrantischen, migrantischen Gesellschaft verändern können? Worin wollen wir uns bestärken? Wie wollen wir uns begegnen, und an was weiterarbeiten? In was für einem Land wollen wir leben?


Max Czollek ist Autor*in und lebt in Berlin. Teil des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber des Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart. Mit Sasha Marianna Salzmann initiierte er den Desintegrationskongress 2016 sowie der Radikalen Jüdischen Kulturtage 2017 am Maxim Gorki Theater Berlin, Studio Я. Seit 2021 Ko-Kurator des Projektes Coalition for a Pluralistic Public Discourse (CPPD) sowie 2022 der Ausstellung „Rache – Geschichte und Fantasie“ im Jüdischen Museum Frankfurt am Main.  Dieses Jahr ko-kuratierte er außerdem die vierteilige Reihe Lieder für das Jetzt für das Internationale Musikfestival Heidelberger Frühling. Die Gedichtbände erscheinen im Verlagshaus Berlin, die Essays im Carl Hanser Verlag. Zuletzt erschien der Begleitband “Rache – Geschichte und Fantasie” auf deutsch und englisch ebenda, für den Herbst ist die Veröffentlichung der englischen Übersetzung von Desintegriert Euch! bei Restless Books geplant. 

Von Beginn an haben Aktivist:innen, Künstler:innen und Wissenschaftler:innen die Idee des Humboldt Forums im Berliner Schloss abgelehnt und kritisiert. Durch kulturelle und politische Interventionen ist es ihnen gelungen, das Projekt als Fortschreibung des kolonialen Unrechtssystems erkennbar und die Auswirkungen dieses Systems auf die heutige Gesellschaft sichtbar zu machen. In dieser Tradition steht auch BARAZANI.berlin – Forum Kolonialismus und Widerstand. 


BARAZANI.berlin nutzt die Möglichkeiten des virtuellen Raums, um sich am leeren Schlossplatz in der Mitte Berlins zu verorten. Es besetzt die verlorene Brache des Jahres 2012 und nutzt sie als Ort des Widerstands; als Ort künstlerischer Praxis; als Ort des Zuhörens und der kreativen Utopie, an dem sich dekoloniale Perspektiven begegnen und verhandelt werden. Das Wort “barazani” bedeutet auf Kiswahili unter anderem Forum. Es steht für einen Raum der Zusammenkunft und der Diskussion, aber auch der Rechtsprechung. Bewusst sollen somit außereuropäische Konzepte bei der Konstitution von BARAZANI.berlin im Vordergrund stehen. Dabei beschränkt sich das Projekt keinesfalls auf den Bezug zu Ostafrika, sondern zentralisiert die Perspektiven all derer, die vom Kolonialismus zum Schweigen gebracht wurden und immer noch werden. BARAZANI.berlin sucht nach einem aufrichtigen und angemessenen Umgang mit den generationsübergreifenden Traumata, die Kolonialismus und Imperialismus bis heute verursachen. Wir schließen uns Forderungen nach einer neuen Ethik der Beziehungen an – nach Gerechtigkeit und Respekt, nach symbolischer und materieller Reparation. Insbesondere fragen wir dabei nach der Verantwortung von Museen und anderen Kulturinstitutionen. BARAZANI.berlin widmet sich der Geschichte des antikolonialen Widerstandes. In virtuellen Ausstellungen versammelt es eine ständig wachsende Zahl von Objekten und Dokumenten, die unsere Mitstreiter:innen zur Verfügung stellen. Dabei begreift sich das Projekt als Forum für Positionen, die eine radikale Veränderung fordern – im Umgang mit der kolonialen Vergangenheit und ihren Fortschreibungen in unserer Gegenwart. Durch transmediale Herangehensweisen und neue Narrative wird die weiße Deutungshoheit über das koloniale Erbe hinterfragt. BARAZANI.berlin ist aus dem Bündnis Decolonize Berlin entstanden. Das Projekt wird von internationalen Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen der weltweiten dekolonialen Bewegung kuratorisch betreut.


u.a. von und mit Max Czollek (Autor*in), BARAZANI.berlin und anderen Gäst:innen des Programms und dem Team von „Trauma – rechte Zukunft/deutsche Geschichte(n)“


Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg.

Unterstützt durch Medienparterschaft taz die tageszeitung

Medienpartner :

Datum

So, 15.05.22
Expired!

Uhrzeit

16:00 - 19:00

Preis

Eintritt frei

Labels

TRAUMA - Diskurs und Kunst