Die Reihe: Trauma – rechte Zukunft | deutsche Geschichte(n)

Gesamtüberblick

 

Do. 28.04.22 – So, 15.05.22

Rechte Gewalt tötet . 

Rechte Gewalt traumatisiert. 

In der Vergangenheit, in unserer Gegenwart – auch in Zukunft?

Wir sind erschrocken über den Rechtsruck der letzten Jahre und stehen am Abgrund einer bösen Geschichte: Weiße Täter*innenschaft reproduziert sich seit Jahrhunderten.

Und wir sind mittendrin – die deutsche Geschichte ist eine explizit böse Geschichte. Und sie ist nicht vorbei. Im Gegenteil: Sie findet immer (noch) statt.

Es heißt: Wir müssen erinnern. Aber was ist, wenn Erinnern die höchste Form des Vergessens ist?

Die vielfältigen psychosozialen Abwehrprozesse nach 1945 prägen bis heute politische und soziale Dynamiken. Zugespitzt formuliert scheint die allgegenwärtige Berufung auf traumatische Erfahrungen immer öfter vor allem ein Zeichen von Widerstand zu sein, um nicht durcharbeiten zu müssen (Opfer-Täter*innen-Umkehr).

Verheerende Affektlagen und bösartige Wiederholungen: Wir wiederholen unter den Bedingungen des Widerstands gegen die Durcharbeitung der Erinnerung.

Welche Folgen hat eine Wiederholung ohne Durcharbeiten? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der mangelhaften Durcharbeitung der Vergangenheit und dem Erstarken rechter Bewegungen in der Gegenwart?

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist der Versuch, uns der Geschichte weißer, speziell deutscher, wiederholender Täter*innenschaft und der stetigen Reproduktion von Machtverhältnissen zu stellen. Wir wollen uns mit Schuldabwehr und Täter*innen-Opfer-Verdrehungen konfrontieren und suchen ein Durcharbeiten anstelle eines Erinnerns im Duktus einer Erinnerungskultur, die alles schnell wieder gutmachen will.

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist der Versuch, Räume zu teilen, marginalisierte und privilegierte Perspektiven zusammenzubringen, Zeiten zu verbinden, Linien zu ziehen und Fragen zu stellen. Wir betreten ein riesiges, komplexes Feld und können mit unserem dreiwöchigen Programm nur einen kleinen Ausschnitt thematisieren.

Der Begriff Trauma ist dabei Sinnbild für den empfundenen Abgrund, an dem wir uns bewegen. Im Fokus stehen (künstlerisch bearbeitete) Geschichten der Traumatisierung von negativ Betroffenen. Wir begeben uns in Spähren, in denen wir versuchen etwas zu verstehen, über das wir scheinbar die Kontrolle verloren haben. Wir benutzen den Begriff, um in eine künstlerisch-diskursive Forschung einzusteigen und damit automatisierte und versteckte Prozesse auszuloten, die durch Angst- und Bedrohungsszenarien ausgelöst werden und unter den Oberflächen persönlicher, sozialer und politischer Gefüge weiterwirken.

Das Institut für Widerstand im Postfordismus und die Vierte Welt laden über drei Wochen Menschen, Künstler-, Aktivist- und Wissenschaftler*innen unterschiedlichster Disziplinen ein, um die Strukturen, Ursachen und Wirkungen rechter Bewegungen unter die Lupe zu nehmen und das Umfeld ihres eigenen Handelns und Kulturschaffens auf rassistische Praktiken zu befragen. Das Programm bringt Filme, Lesungen, Gespräche, Theorie, Performances und Workshops zusammen. Mit ihren jeweiligen Mitteln nähern sich Künstler-, Aktivist- und Wissenschaftler*innen der Bedeutung unbewusster, durch Generationen hindurch wirkender Erbschaften. Zusammenhänge zwischen gestern, heute und morgen werden gegen- und miteinander gelesen und vermeintlich vergangenes und aktuelles rechtes Denken dekonstruiert. Wir fragen danach, wie Kunst Trauma bearbeiten kann, und rufen Ansätze für eine Praxis der Detraumatisierung auf.

 

TEIL 1 : Wir müssen reden

Am ersten Wochenende geht es um rechte Gewalt vor allem aus der Perspektive der von Rassismus und Diskriminierung negativ Betroffenen. Unter anderem gibt es einen Workshop zu Praktiken des Anti-Rassismus und critical whiteness. Artist-Talks und eine Sound-Installation beschäftigen sich mit Trauma und Healing im Kontext von Rationalität und Aufklärung.

 

15.4. – 5.5. 

Intervention am Kottbusser Tor Temporäre Denkmäler von BARAZANI.Berlin, Adetoun Küppers-Adebisi und Michael Küppers-Adebisi (Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt ForumBlack Berlin Biennale), hn. lyonga (Autor*in, Kurator*in), Isabel Raabe (TALKING OBJECTS  – Decolonizing Memory and Knowledge), Benedikt Stoll (Künstler*in, Mitbegründer*in der Guerilla Architects)

 

do 28.4.

18h Gesprächsrunde Eröffnung – Wir müssen reden! mit dem Team von Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) und Gäst*innen: u.a. Jacqueline Saki Aslan (Künstler*in, Migrationsforscher*in), Markus Brunner (Sozialpsycholog*in, Soziolog*in), Wirya Budaghi (Künstler*in, Performer*in), Tetta Marie Carangi (Künstler*in, Performer*in), Tahir Della (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland), Adetoun Küppers-Adebisi (Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt ForumBlack Berlin Biennale), Michael Küppers-Adebisi (Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt ForumBlack Berlin Biennale), Julia*n Meding (Künstler*in, Performer*in), Massimo Perinelli (Historiker*in, Rosa-Luxemburg-Stiftung), Isabel Raabe (TALKING OBJECTS  – Decolonizing Memory and Knowledge), Benedikt Stoll (Künstler*in, Mitbegründer*in der Guerilla Architects), Anna-Lena Werner (Kunsthistoriker*in, Kurator*in)

 

fr 29.4.

17h Artist Talk von Wirya Budaghi (Künstler*in, Performer*in) mit Nathalie Anguezomo Mba Bikoro (Künstler*in, Kurator*in) und Barış Seyitvan (Künstler*in, Kurator*in)

20h performative Sound-Installation Traumascape von Tetta Marie Carangi (Performance/Musik, Konzept) und Julia*n Meding (Performance/Musik, Konzept), Annett Hardegen (Konzept), Julia König (Raum), Performance Sophiensaele: Friederike Hirz (Recherche, Dramaturgie, Co-Regie), Nora Hansen (Kostüm), Sol Astolfi & Yani Isla (Video)

Nachgespräch im Anschluss an die Installation zu Trauma, Kunst und Healing mit den Künstler*innen und Anna-Lena Werner (Kunsthistoriker*in, Kurator*in)

 

sa 30.4.

11h Workshop critical whiteness: mein Weißsein in meinem Alltag mit Wirya Budaghi (Künstler*in, Performer*in)

14:30h Gesprächsrunde Trauma ’89 – 30 Jahre Stress in Kreuzberg von Massimo Perinelli (Rosa-Luxemburg-Stiftungmit Gülây Akın, Hamze Bytyci (Kurator*in, Künstler*in), Gülriz Egilmez (Projektabeiter*in, Aktivist*in), sabuha salaam (gayhane so36_club), Alexandra Weltz-Rombach (Filmemacher*in und Producer*in)

18h Gespräch und Diskussion Temporäre Denkmäler mit Tahir Della (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland), Adetoun Küppers-Adebisi und Michael Küppers-Adebisi (Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt ForumBlack Berlin Biennale), Isabel Raabe (TALKING OBJECTS – Decolonizing Memory and Knowledge), Benedikt Stoll (Künstler*in, Mitbegründer*in der Guerilla Architects)

21h performative Sound-Installation Traumascape von Tetta Marie Carangi (Performance/Musik, Konzept) und Julia*n Meding (Performance/Musik, Konzept), Annett Hardegen (Konzept), Julia König (Raum), Performance Sophiensaele: Friederike Hirz (Recherche, Dramaturgie, Co-Regie), Nora Hansen (Kostüm), Sol Astolfi & Yani Isla (Video)

 

 

TEIL 2 : (Un)heimliche Wiedergänger

Das zweite Wochenende behandelt Täter*innen-Kontinuitäten in Deutschland nach 1945 bis heute: institutionell, ökonomisch, politisch, soziologisch und psychologisch. Es geht um Familiengeschichten, das Modell der transgenerationalen Weitergabe, unbewusste Gefühlserbschaften sowohl in Täter*innen- wie Opfer-Familien und ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart. In einem Workshop gibt es die Möglichkeit, zur eigenen Familiengeschichte während der Nazi-Diktatur zu recherchieren, und auch performativ wird „die ewige Wiederholung von Täter*innenschaft“ aufgegriffen.

 

do 5.5. 

19h Filmscreening und anschließende Diskussion Der zweite Anschlag – The Second Attack – Ikinci Saldırı (Dokumentarfilm D 2018 von Mala Reinhardt). Gespräch mit: Mala Reinhardt (Regisseur*in), Patrick Lohse (Kameramensch, Produzent*in), Pasquale Virginie Rotter (Autor*in und Prozessbegleiter*in für Empowerment und Kritisches Weißsein)

 

fr 6.5.

18h Gesprächsrunde “Menschen mit Nazi-Hintergrund” – faschistische Kontinuitäten bis heute: Auf dem rechten Auge blind! mit Wolfgang Brauneis (Kurator*in), Alina Brehm (Sozialpsycholog*in), Philipp Krüpe (Architekturkollektiv Rechte Räume), Dominik Rigoll (Historiker*in), Sonja Smolenski (Boycott deutsche LeidkulturModeration/Gastgeber*in: Elisa Müller (Institut für Widerstand im Postfordismus, Künstler*in, Performer*in, Regisseur*in)

 

sa 7.5.

14h Netzwerktreffen von und mit Künstler*innen und Forscher*innen zu Trauma / rechte Gewalt und Kunst / Positionen der 3. Generation, u.a. von und mit Sylvia Battegay (Literatur- & Kulturwissenschaftler*in, DFG-Netzwerk 3G), Julia Köhne (Kulturwissenschaftler*in), Christiane Huber (Künstler*in, Theatermacher*in), Dana von Suffrin (Prosa- und Hörspielautor*in, Historiker*in), Kadir Özdemir (Künstler*in, QLM – Queeres Leben in der Migrationsgesellschaft), Anna-Lena Werner (Kunsthistoriker*in, Kurator*in)

20h Performance Böse Déjà-vus vom Institut für Widerstand im Postfordismus mit Elisa Müller (Regie, Spiel), Marcus Reinhardt (Spiel), Anna Helene Zöllner (Spiel), Vega Damm (Dramaturgie, Spiel), Michi Muchina (Ausstattung)

Nachgespräch im Anschluss an die Performance mit Sylvia Battegay vom DFG-Netzwerk 3G und Künstler*innen der Performance

 

so 8.5.

14h Workshop Der Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft: Wege zur eigenen Recherche mit Johannes Spohr (Historiker*in)

19:30 Impuls Postnazistische Verstrickungen von Markus Brunner (Sozialpsycholog*in und Soziolog*in) zur Einleitung der Performance

20h Performance Böse Déjà-vus vom Institut für Widerstand im Postfordismus mit Elisa Müller (Regie, Spiel), Marcus Reinhardt (Spiel), Anna Helene Zöllner (Spiel), Vega Damm (Dramaturgie, Spiel), Michi Muchina (Ausstattung)

Nachgespräch im Anschluss an die Performance mit Markus Brunner und Johannes Spohr und Künstler*innen der Performance

TEIL 3 : Das ist nicht unser Land

Das dritte Wochenende führt verschiedene Stränge zusammen: intergenerationelle Folgen des Holocaust, das Bemühen um einen Dialog zwischen Täter*innen- und Opfer-Nachfahren, Täter*innenkonstruktionen in der Kunst. Aber es wird auch um die spezifische Geschichte der DDR und um die Überwindung von rassistischen Praktiken in Kulturinstitutionen gehen – immer verbunden mit der Frage: In was für einem Land WOLLEN wir leben?!

 

do 12.5.

18h Filmscreening Thomas Heise: Vaterland (Dokumentarfilm, D 2002, 102 Min)

20h Gesprächsrunde: Gestern ist heute. Austausch über transgenerationale Gefühlserbschaften mit Angela Moré (Sozialpsycholog*in, Gruppenanalytiker*in)

 

fr 13.5.

20h Gesprächsrunde Vaterland ist nicht zu Hause mit Leon Kahane (Künstler*in) und Christian Weißgerber (Kulturwissenschaftler*in, Philosoph*in)

 

sa 14.5.

15h Gesprächsrunde Das ist nicht unser Land mit Annett Hardegen (Leitung Vierte Welt), Peter Pogany-Wnendt (Psychotherapeut*in, Psychiater*in), Tucké Royale (Autor*in, Regisseur*in, Musiker*in, Schauspieler*in), Alexandra Senfft (Autor*in, Publizist*in), Katharina Warda (Autor*in, Moderator*in) und Patrice Poutrus (Historiker*in, Migrationsforscher*in)

20h Performance Das ist nicht mein Land mit Dirk Cieslak (Regie/Text), Malte Scholz (Spiel), Michaela Muchina (Bühne), Amadeus Altmann (Kamera/Schnitt), Lea Nagano (Videobearbeitung), Macarena Solervicens Ruz (Sound), Annett Hardegen (Dramaturgie/Produktion)

Nachgespräch im Anschluss an die Performance mit Dirk Cieslak und Sebastian Kirsch (Theaterwissenschaftler*in)

 

so 15.5.

15h Gesprächsrunde Abschluss, Widerstand!

20h Performance Das ist nicht mein Land mit Dirk Cieslak (Regie/Text), Malte Scholz (Spiel), Michaela Muchina (Bühne), Amadeus Altmann (Kamera/Schnitt), Lea Nagano (Videobearbeitung), Macarena Solervicens Ruz (Sound), Annett Hardegen (Dramaturgie/Produktion)

 

von und mit u.a.:

Gülây AkınJacqueline Saki Aslan (Künstler*in, Migrationsforscher*in), Nathalie Anguezomo Mba Bikoro (Künstler*in, Kurator*in), BARAZANI.BerlinSylvia Battegay (Literatur- und Kulturwissenschaftler*in, 3G: Kunst der dritten Generation), Wolfgang Brauneis (Kunsthistoriker*in und Kurator*in), Alina Brehm (Sozialpsycholog*in), Markus Brunner (Sozialpsycholog*in und Soziolog*in), Wirya Budaghi (Künstler*in und Performer*in), Hamze Bytyci (Kurator*in, Künstler*in), Tetta Marie Carangi (Künstler*in, Performer*in), Dirk Cieslak (Regisseur*in), Max Czollek (Historiker*in, Künstler*in, Kurator*in, Tahir Della (Aktivist*in, Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland Bund e.V.), Gülriz Egilmez (Projektarbeiter*in, Aktivist*in), Christiane Huber (Künstler*in, Theatermacher*in), Leon Kahane (Künstler*in), Sebastian Kirsch (Theaterwissenschaftler*in), Julia Köhne (Kulturwissenschaftler*in), Philipp Krüpe (Architekt*in und Kulturtheoretiker*in, Rechte Räume), Adetoun Küppers-Adebisi (Medien- und Gender-Aktivist*in und Diversity-Coach, Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt Forum, Black Berlin Biennale), Michael Küppers-Adebisi (Lyriker*in und Multimediakünstler*in, Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt Forum, Black Berlin Biennale), Patrick Lohse (Kameramensch und Produzent*in), hn. lyonga (Autor*in, Kurator*in), Angela Moré (Sozialpsycholog*in und Gruppenanalytiker*in), Julia*n Meding (Künstler*in, Performer*in), Elisa Müller (Institut für Widerstand im Postfordismus, Künstler*in, Performer*in, Regisseur*in), Kadir Özdemir (Künstler*in, QLM – Queeres Leben in der Migrationsgesellschaft), Massimo Perinelli (Historiker*in, Bildungsreferent*in, Rosa-Luxemburg-Stiftung), Peter Pogany-Wnendt (Psychotherapeut*in und Psychiater*in), Patrice Poutrus (Historiker*in und Migrationsforscher*in), Isabel Raabe (Publizist*in und Kurator*in, TALKING OBJECTS), Mala Reinhardt (Regisseur*in), Dominik Rigoll (Historiker*in), Pasquale Virginie Rotter (Moderator*in und Berater*in), Tucké Royale (Autor*in, Regisseur*in, Musiker*in und Schauspieler*in), sabuha salaam (gayhane im so36_club), Alexandra Senfft (Autor*in und Publizist*in), Barış Seyitvan (Künstler*in und Kurator*in), Sonja Smolenski (Boycott deutsche Leidkultur), Johannes Spohr (Historiker*in), Benedikt Stoll (Künstler*in, Mitbegründer*in der Guerilla Architects), Dana von Suffrin (Prosa- und Hörspielautor*in und Historiker*in), Katharina Warda (Autor*in und Moderator*in), Christian Weißgerber (Kulturwissenschaftler*in und Philosoph*in), Alexandra Weltz-Rombach (Filmemacher*in und Producer*in), Anna-Lena Werner (Kunsthistoriker*in und Kurator*in)

 

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Veranstaltung Trauma ´89 entsteht in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Die Veranstaltungen Menschen mit Nazi-Hintergrund und Gestern ist heute werden von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Idee/Konzept Annett Hardegen, Elisa Müller // Inhaltliche Mitarbeit/Konzept Sebastian Eis // Inhaltliche Beratung Melmun Bajarchuu, Anna-Lena Werner // Programm Artist Talk Wirya Budaghi // Programm Trauma ´89 Massimo Perinelli // Programm Installation/Talk Temporäre Denkmäler Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt Forum (Adetoun und Michael Adebisi-Küppers), Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (Tahir Della), TALKING OBJECTS – Decolonizing Memory and Knowledge (Isabel Raabe), Benedikt Stoll // Presse Nora Gores

 

Über uns

Elisa Müller und mit ihr das Institut für Widerstand im Postfordismus beschäftigen sich seit 2018 mit dem Erstarken rechter Tendenzen und der Frage, welche Zusammenhänge zwischen den historischen Altlasten der rechten Geschichte Deutschlands und dem gegenwärtigen Rechtsruck bestehen. Annett Hardegen leitet die Vierte Welt und arbeitet seit gut zehn Jahren zusammen mit verschiedenen Künstler*innen, in diversen Formaten, um die Konsequenzen und Ausformungen des Zusammenspiels von Neoliberalismus und Rechtspopulismus sichtbarer werden zu lassen. Sebastian Eis beschäftigt sich als Philosoph*in mit Werdensprozessen und dem Verhältnis von Politik und Ästhetik.

Medienpartnerschaft:

ROOOM #1

TANZ / AUSTELLUNG | Vierte Welt

Mirjam Sögner

Sa. 02.04.22 | 17:00 – 20:45

Erstes Event der Veranstaltungsreihe ROOOMS für performative Erfahrungsräume

In 1938 schrieb sich die französische Schauspielerin Arletty in die Filmgeschichte ein, als sie auf einer Brücke auf dem Canal St. Martin stehend in bester Pariser Mundart brüllte:« Atmosphère ! Atmosphère ! Est-ce que j’ai une gueule d’atmosphère?” und dabei versucht eine Antwort auf ihren Spielpartner Louis Jouvet zu geben der ihr zuvor eröffnet hatte: “J’ai besoin de changer d’atmosphère, et mon atmosphère, c’est toi.”*

Arletty in der Rolle einer Prostituierte und Jouvet ihr Zuhälter sind in Hôtel du Nord ein Paar das zwischen Komik und Dramatik schwankt und in seinen Dialogen bisweilen zentrale Probleme der menschlichen Erfahrung streift, wie zum Beispiel das Spannungsfeld von Atmosphäre, Individuum und zwischenmenschlichen Beziehungen.

Mirjam Sögner und Emmilou Rößling widmen sich in ROOOM #1 den flüchtigen und fragilen Atmosphären und kreieren dabei einen Raum, der das schwer zu Fassende behutsam erfahrbar machen will. Dabei fragen sie, wie  sich etwas Ungreifbares wie eine Atmosphäre in einem Körper festsetzen kann und schwieriger noch, wie können Atmosphären erfasst oder sogar verändert werden. 

Die Besucher:innen durchlaufen dabei einen Parcours in dem sie auf verschiedene Materialien, Spuren von vorangegangenen Teilnehmer:innen und Texte treffen um in Reaktion darauf den Raum und seine Beschaffenheit weiter zu spinnen. Aus dem Individuellen Erleben baut  sich ein nuanciertes Archiv des Kollektiven auf. 

ROOOM #1 ist das erste Event der Veranstaltungsreihe ROOOMS, in dessen Rahmen vier temporäre, performative Erfahrungsräume im Laufe des Jahres geschaffen werden.

Die Reihe geht der Frage nach wie ein Raum durch das zur Verfügung stellen verschiedener Arten von Scores (Handlungsanweißungen) aktiviert werden kann und ein performatives Erlebnis für ein Publikum ermöglicht ohne das dafür Performer*innen nötig sind.

*

Jouvet: “Ich brauche eine andere Atmosphäre, und meine Atmosphäre bist du.”

Arletty “Atmosphäre? Atmosphäre? Sehe ich etwa aus wie ‘ne Atmosphäre?”

Konzept & Künstlerische Leitung ROOOMS: Mirjam Sögner
Erarbeitung ROOOM #1: Emmilou Rößling & Mirjam Sögner

Sound: Samuel Hertz

Produktion: Diethild Meier

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.

Medienpartnerschaft:

Gestern ist heute | transgenerationale Gefühlserbschaften

Offene Gesprächsrunde über transgenerationale Gefühlserbschaften

Do. 12.05.22 | 20:00 – 22:45

Angela Moré

Mehrere Generationen sind geprägt von den Geschehnissen während der NS-Zeit. Ereignisse, die mehr als 70 Jahre zurückliegen, beeinflussen noch heute unser Leben. Wie ist es möglich, dass sie bis in die Gegenwart Wirkung entfalten? Und wie wollen wir in Zukunft mit diesem Erbe umgehen?

Diesen und anderen Fragen wollen wir gemeinsam mit der Sozialpsycholog*in Angela Moré nachgehen. Im Anschluß an den Film „Vaterland“ von Thomas Heise wird in dem Gesprächsformat die Möglichkeit bestehen, nach einem kurzen Input von Angela Moré zur transgenerationalen Weitergabe von NS-Verstrickungen und Schuld, diese Zusammenhänge als sozialpsychologisches Phänomen sowie auch in Hinblick auf die eigene Herkunftsfamilie zu erörtern.

Eine offene Diskussionsrunde gibt allen den Raum für Austausch und das Erzählen eigener Erfahrungen.

Angela Moré, Dr. phil. habil., ist außerplanmäßige Professor*in am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover für das Lehrgebiet Sozialpsychologie. Sie ist außerdem Gruppenpsychoanalytiker*in und Gruppenlehranalytiker*in (D3G). Ihre Forschungsschwerpunkte sind: psychoanalytische Sozialpsychologie der Geschlechter und Generationen, psychodynamische Prozesse in Individuen und Gruppen. Seit vielen Jahren forscht sie zu Prozessen und Folgen der transgenerationalen Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen und hat dazu zahlreiche Texte veröffentlicht

 

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg.

Unterstützt durch Medienparterschaft taz

Medienpartner: 

Gestern ist heute | transgenerationale Gefühlserbschaften

Gespräch

Sa. 14.05.22 | 15:00 – 19:00

Annett HardegenPeter Pogany-WnendtPatrice PoutrusTucké RoyaleAlexandra SenfftKatharina Warda

Ein Gespräch über transgenerationale Weitergabe, Migrationsbewegungen und Marginalisierungen in Ost und West

In einem ersten Teil wird es um die Möglichkeit eines Dialogs zwischen Täter*innen und Opfern bzw. deren Nachkommen gehen. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Erfahrung einer gemeinsamen Reise nach Auschwitz: Alexandra Senffts Reflexionen zu ihren Gefühlserbschaften aus der Täterschaft in ihrer Familiengeschichte und Peter Pogany-Wnendts Reflexionen zum Opfertum in seiner Familiengeschichte. Wo sind Gemeinsamkeiten, wo die Grenzen?

Anhand ganz konkreter Beispiele wie z.B. der Bedeutung von “uniformierter Polizei“ kann gezeigt werden, wie ein transgenerationales Erbe noch heute im Individuum und in gesellschaftlichen Prozessen unbewusst weiterwirkt. Dabei ist es jedoch immer wichtig, die psychologische und die politische Ebene zu unterscheiden. Denn oft werden die Grenzen zwischen den Nachkommen der Verfolgten und der Verfolger*innen instrumentalisierend verwischt oder es kommt gar zur Täter*innen-Opfer-Umkehr.

Im zweiten Teil wird der Erfahrungsbereich nochmals erweitert. In der transgenerationalen Weitergabe, in den Migrationsbewegungen und in den Weisen der Marginalisierungen und des Rassismus gibt es große Unterschiede zwischen BRD- und DDR-Erfahrungen. Tucké Royale, Katharina Warda und Annett Hardegen diskutieren vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen: Alle drei kommen aus der selben Region: Sachsen-Anhalt, haben aber aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe und Alter unterschiedliche Erfahrungen. Ausgangspunkt dieses Gesprächs ist Herkunft mit der Frage nach Klassismus und mehrfacher Marginalisierung. Gibt es ein DDR-spezifisches Traumata, inwiefern ist die Wiedervereinigung für Ostdeutsche traumatisierend gewesen und was gilt es für einen echten Dialog zwischen Ost und West zu bedenken.

In einem dritten Teil bringen wir diese unterschiedlichen Erfahrungen und Generationen in einen  offenen Austausch mit allen Gästen, um weiteren Perspektiven Raum zu geben.

Teilnehmer*innen:

Annett Hardegen geb. 1970 in Blankenburg/Harz studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der FU-Berlin. Seit 2003 freischaffende Dramaturg*in und Produzent*in. Kontinuierliche Zusammenarbeit mit Dirk Cieslak, Boris Nikitin, Julia*n Meding, Lee Méir, Roni Katz, Heinrich Horwitz, Swoosh Lieu. Als Dramaturgin und Produzentin arbeitet sie für sophiensaele Berlin, HAU, Ballhaus Ost, FFT-Düsseldorf, Theaterhaus Jena, Theater Junge Generation in Dresden, Centraltheater Leipzig, Nationaltheater Weimar, Junges DT, Berlin Biennale, die Ruhr Triennale, Kaserne Basel und Gessnerallee Zürich. Sie ist Mitgründer*in und künstlerische Leiter*in von VIERTE WELT, einer freien Plattform für Performance, Politik und Diskurs in Berlin.

 

Peter Pogany-Wnendt wurde 1954 in Budapest geboren. Seine jüdischen Eltern hatten nur knapp die Verfolgung der Nazis überlebt, viele Angehörige wurden ermordet – ein Verlust, der die Familie tief prägte. 1956 flohen seine Eltern mit dem Zweijährigen während des ungarischen Volksaufstands nach Chile, 1970 dann nach Deutschland. Heute ist er Fachärzt*in für Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie in eigener Praxis in Köln. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises für intergenerationale Folgen des Holocaust, ehem. PAKH e.V. Hier sprechen Kinder von Verfolgten, aber auch Kinder von Täter*innen und Mitläufer*innen über ihre Familiengeschichte in unterschiedlichen Formaten wie einer Dialoggruppe und einer Literaturgruppe und suchen den Austausch. Mittlerweile sind auch Enkel und Urenkel dabei. 2019 hat er „Der Wert der Menschlichkeit – Psychologische Perspektiven für eine Humanisierung der Gesellschaft“ veröffentlicht und 2001 den Band „Das Ende der Sprachlosigkeit – Auswirkungen traumatischer Holocaust-Erfahrungen über mehrere Generationen“ mit herausgegeben.

 

Patrice G. Poutrus ist Zeithistoriker*in und Migrationsforscher*in. Er wurde in Ost-Berlin geboren und ist auch dort aufgewachsen. Ab 1990 studierte er Geschichts- und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und im Jahr 2000 promovierte er an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Er war Mitglied im DFG-Netzwerk “Grundlagen der Flüchtlingsforschung” und ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Zentrum für Integrationsstudien der TU Dresden. Seit 2019 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter*in an der Universität Erfurt und forscht dort in einem BMBF-Forschungsverbund “Diktaturerfahrung und Transformation” zur Familienerinnerung an die DDR in Thüringen.  Im gleichen Jahr erschien im  Ch. Links Verlag sein Buch „Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart“.

Tucké Royale (geb. 1984 in Quedlinburg) arbeitet als Schauspieler*in, Autor*in, Regisseur*in und Musiker*in. Studium der Judaistik an der FU Berlin und Puppenspielkunst an der der Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch”. Seine Theaterstücke “TUCKÉ ROYALE”, “Ich beiße mir auf die Zunge und frühstücke den Belag, den meine Rabeneltern mir hinterließen” und “Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet. Ein jüdisch-queeres Rachemusical” sind bei rua. Theaterkooperative für Text & Regie verlegt. Erste Sprecher*in des Zentralrats der Asozialen in Deutschland und Mitgründer*in von BOIBAND. Initiator*in der Gedenkfahrt Stonewall Uckermark. Drehbuchautor*in und Darsteller*in des Spielfilms “Neubau. Ein Heimatfilm”. Autor*in des Hörspiels “The Revolution Will Be Injected”. Mitunterzeichner*in der Kampagne #actout im SZ-Magazin Februar 2021. Royale lehrt an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Regie und schreibt gerade an “Oktoberkind”.

 

Alexandra Senfft arbeitet als Autor*in und Publizist*in. Nach dem Studium der Islamwissenschaft war sie parteilose Nahostreferent*in der GRÜNEN-Fraktion im Deutschen Bundestag, anschließend UNRWA-Beobachter*in in der Westbank und bis 1991 UNRWA-Pressesprecher*in im Gazastreifen. Sie war regelmäßig in Israel als Gutachter*in und Journalist*in tätig und hat sich fünf Jahre als Vorstandsmitglied des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises für Frieden im Nahen Osten (DiAk) engagiert. Sie war TV-Reporter*in und Redakteur*in und schreibt seit 1991 für namhafte Zeitungen und politische Zeitschriften. Für ihr Buch „Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte“ wurde sie 2008 mit dem Deutschen Biographiepreis ausgezeichnet. 2009 erschien ihr Buch „Fremder Feind, so nah. Begegnungen mit Palästinensern und Israelis” und 2016 „Der Lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte“. Alexandra Senfft ist die 2. Vorsitzende des Arbeitskreis für Intergenerationale Folgen des Holocaust e.V., ehemals PAKH und Mitglied vom Ost-West-Forum, von Pro Asyl sowie von Reporter ohne Grenzen.

 

Katharina Warda wurde 1985 in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) geboren und wuchs auch dort auf. 2014 absolvierte sie einen Magisterabschluss in Soziologie, Germanistische Literaturwissenschaft und Interkulturelle Wirtschaftskommunikation in Jena. 2008/09 studierte sie African Studies in Falun (Schweden). Seit 2015 ist sie Fellow der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien und promoviert in Berlin zur Widerständigkeit biografischer Erzählungen in Tagebuch-Blogs. Vor diesem Hintergrund verbrachte sie 2016/17 einen wissenschaftlichen Austausch an der Princeton University (USA). Daneben arbeitet sie als freie Autor*in mit Schwerpunktthemen Ostdeutschland, marginalisierte Identitäten, Rassismus, Klassimus und Punk. Seit 2021 ist sie Beiratsmitglied von Kein Schlussstrich!, einem bundesweiten Theaterprojekt zum NSU-Komplex. In ihrem Projekt „Dunkeldeutschland“ erkundet sie die Nachwendezeit von den sozialen Rändern aus und beleuchtet blinde Flecken in der deutschen Geschichtsschreibung, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen als Schwarze ostdeutsche Frau in der DDR und nach 1989/90.

 

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg.

Unterstützt durch Medienparterschaft taz die tageszeitung

Medienpartner:

Dissolving Our Market Value: Creating Art in the Chronic Pain of Capitalism

Workshop | 10 Jahre Vierte Welt | Gespräch

 

with Sakib Shahriar  

Fr. 21.01.22 | 19:00 – 20:30 

Die Veranstaltung findet online statt. 

>> Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. <<

Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Sprache des Workshops ist englisch

Maximal 15 Teilnehmende

 

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Kunstschaffen inmitten chronischer Schmerzen, die Kapitalismus mit sich bringt

Kapitalismus erzeugt chronische Schmerzen, körperliche und auch viele andere. Er zwingt uns, unsere Körper und ihre Fähigkeiten zu verkaufen, um Rechnungen zu bezahlen und Essen auf den Tisch zu bringen. Wie schaffen wir in diesem verkümmerten Zustand die nötigen Voraussetzungen, um Kunst zu schaffen, allein und mit anderen? Wie schlägt sich der kapitalistische Druck auf unsere Körper, in unserer Kunst nieder, und wie können wir diese zerstörerische Kraft umwandeln in Freude und Kreativität in der Kunst? Sakib Shahriar wird ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen zu diesem Thema teilen und dabei Deleuze und Guattaris Sprache von konzeptuellen Persona und Guattaris Analyse eines „groupuscles“ zum Leitfaden machen.
Das Gespräch ist für alle Teilnehmenden offen, damit unsere Erfahrungen/ Beobachtungen Raum bekommen: über ein Kunstschaffen inmitten chronischer Schmerzen, die Kapitalismus mit sich bringt.

Sakib Shahriar ist Autor*in, Philosoph*in und unabhängige Wissenschaftler*in. Sie interessiert sich für die Banalität des Lebens im Kapitalismus, für die Möglichkeiten von Bewegung und Kreativität in diesem Raum und für die Suche nach zunehmend surrealen und absurden Wegen, ihr eigenes Gefühlsleben zu beschreiben. In der Vergangenheit hat sie über die Beziehung zwischen Geschlecht, Körper und Begehren geschrieben sowie über die Besonderheit der Philosophie im Verhältnis zu anderen kreativen Bereichen. Und sie hat an einer Ethik gearbeitet, die darauf basiert, empfänglich zu sein für alle Lebensformen, die ihre Wirklichkeiten enthüllen. Zuletzt hat sie Kurzgeschichten geschrieben zu abstrakten, melodramatischen Märchen und solche über die Verbindung von liebevoller Intimität mit dem Schrecklichen und Ekelhaften.

 

_EN

Capitalism creates chronic pain, physical and otherwise, as it forces us to sell our bodies and their capacities to pay the bills and put food on the table. In this generalized atrophy, how do we build the conditions needed to create art, alone and with others? How do the capitalist pressures on our bodies make their way into our art, and how do we go about transforming those destructive pressures into joy and creativity in art? Sakib Shahriar will share their own experiences and observations about this, using Deleuze and Guattari’s language of conceptual personae and Guattari’s analysis of groupuscles as a guide. They also want to open the conversation to the rest of the people attending, so we all can share your own experiences and observations about creating art in the chronic pain of capitalism.

Sakib Shahriar is a fiction writer, philosopher, and independent researcher. They are interested in the mundanity of everyday life under capitalism, possibilities for movement and creativity in that same space, and finding increasingly surreal and absurd ways to describe their own emotional life. In the past, they’ve written on the relationship between gender, bodies, and desire, on the specificity of what philosophy does in relation to other creative fields, and on building an ethics based on being receptive towards all other lives in their revealed realities. In recent times, they have been writing short stories about abstract, melodramatic fairy tales, and about building loving intimacy with the horrifying and the disgusting.

 

Dissolving Our Market Value – 

ist eine Workshop- und Diskussionsreihe, die anlässlich des 10. Geburtstages der Vierten Welt von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding konzipiert wurde.

Zum 10. Geburtstag der Vierten Welt wollen wir uns in mehreren Blöcken und in

wiederkehrenden Formaten dis_kontinuierlich treffen und Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen denken. Wie wirken ökonomische Strukturen um uns, in uns, in unserem Handeln, in den Freien Darstellenden Künsten, was für solidarische Strategien haben wir bisher gefunden, was davon lässt sich teilen?

Im Sinne einer Community Care Praxis wird es dabei nicht nur um etwas gehen, sondern auch um uns. Klassische Workshop-, Talk- und Vor_tragsformate werden porös und stecken sich gegenseitig an. Wir wollen uns Zeit nehmen, durch etwas Struktur Halt finden und offen bleiben, gemeinsame Modi des Austausches zu finden. Dabei laden wir critical companions ein und gehen von losen Fixpunkten aus, um Fragen nach gemeinsam verbrachter Zeit anders formulieren zu können.

Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding arbeiten zusammen in unterschiedlichen Konstellationen im Rahmen von Theaterprojekten, Workshopentwicklungen, kulturpolitischer Arbeit und als Teil der Initiative für Solidarität. Sie interessieren sich für liebevolle Kritik, Politisierung von Prozesshaftigkeit, Aufdeckung von Ausschlüssen im Kulturbetrieb und queering als Praxis. Dissolving Our Market Value begann im Kontext des 10 Jährigen Bestehens der Vierten Welt.

PHOTO BY:  Scott Webb –  Unsplash    

Variability of Distance

Austellung Berlin | Gruppenausstellung

 

Gruppenausstellung von Feben Amara, Ipek Burçak, Ayfer Karabiyik, Li Xinyi, Echo Can Luo, Aiko Okamoto, Tunay Önder, Andara Shastika, Yiğit Yılmaz 

So. 23.01.22 | 14:00 – 18:00 

Mo. 24.01.22 | 14:00 – 18:00 

Di. 25.01.22 | 14:00 – 18:00 

Mi. 26.01.22 | 14:00 – 18:00 

_DE und div Sprachen

Die physische Distanz, die zum primären Protokoll unseres gegenwärtigen sozialen Lebens wird, hat den Verlust von Intimität zur Folge und bringt dadurch auch eine andere Intensität des Zusammenkommens mit sich – grob gesagt, eine andere Form von Bewegung und Organisation. Aber kann Distanz nur ein Hindernis für Intimität und die Authentizität von Erfahrungen darstellen? Haben wir wirklich nur die Möglichkeit, Distanz zu beklagen, weil wir uns nach Berührung sehnen? Wie wirkt sich die Digitalisierung unserer Aktivitäten und unserer Kunst auf Distanz aus und wie berührt uns das Digitale? Wie arbeiten Künstler:innen mit der Bedingung, Distanz als künstlerisches Medium zu denken? Wie lernen wir unter der gegenwärtigen Distanz wieder zu berühren, um weiterhin Empathie zu kultivieren – wenn wir von Berührung als einer Form von bedeutungsvoller Solidarität ausgehen? Für Schwarze, People of Colour und Migrant:innen ist Distanz inhärenter Teil alltäglicher Seins- und Bewegungsformen, untrennbar verbunden mit Intimität und politischen Spannungen: Othering ist ebenso Distanzierung wie Exotisierung ein distanzierter Blick. Selbst Heimweh und Kulturschock sind Explosionen in den Weiten räumlicher Distanz.

Variability of Distance lädt Schwarze, POC* und migrantische Künstler:innen aus und in Kassel ein, sich mit der Erforschung der Breite, den Veränderungen sowie den Verläufen von Distanz und damit verbunden auch der Erforschung von Berührung zu beschäftigen. Denn wenn, wie Bullough überzeugt ist, Distanz in der Kunstproduktion entscheidend ist und kontinuierlich von Künstler*innen verkörpert wird, sehen wir die dringende Notwendigkeit, eine Plattform von und für BPOC*- und migrantischen Künstler:innen zu schaffen, um den Diskurs um Distanz zu untersuchen und sich wieder anzueignen – sei es in Bezug auf das Alltägliche, das Künstlerische, die Pandemie, die politische oder die persönliche Geschichte.

Gefördert im Rahmen des Kulturförderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen”

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Dissolving Our Market Value: Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity?

Workshop | 10 Jahre Vierte Welt | Gespräch

 

Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity? 

Mit Kathy-Ann Tan  

Do. 20.01.22 | 19:00 – 20:30 

Die Veranstaltung findet online statt. 

>> Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. <<

Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Max. 15 Teilnehmer:innen 

Workshopsprache: englische Lautsprache mit Übersetzung bei Bedarf.
Wir bitten um Rückmeldung unter  produktion@viertewelt.de, welche weiteren Wünsche und Bedarfe es gibt.

_DE

In diesem partizipativen online Workshop werden wir einige Strategien diskutieren, wie wir mit Konflikten innerhalb unserer eigenen queeren, BIPoC* und anderen marginalisierten Communities in der Berliner Kunstszene umgehen können. Sind gemeinschaftsübergreifende Formen der Solidarität möglich? Wie können wir als Künstler:innen und Kulturschaffende unsere eigenen internen Spaltungen und Konflikte überwinden und gleichzeitig verstehen, dass das übergeordnete Ziel darin bestehen muss, die Arbeit von unterrepräsentierten Künstler:innen zu unterstützen? Wie können wir ableistische Haltungen erkennen und hinterfragen? Wie können wir Formen der Fürsorge, des “Calling In”s (im Gegensatz zu “Calling Out”), der angemessenen und gewaltfreien Kommunikation von Grenzen und des Austausches praktizieren, die weiterhin Raum für eine Vielzahl von abweichenden Stimmen schaffen, während wir auf ein größeres Ziel hinarbeiten, das Cis-Weiße-Hetero-Patriarchat abzubauen?

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende Kurator*in, Autor*in und Wissenschaftler*in für bildende Kunst und Performance, postkoloniale und dekoloniale Theorie, Critical Diversity Studies und Gender/Queer Studies. Sie interessiert sich für alternative Modelle der Kunstverbreitung, des Ausstellungsmachens und des Aufbaus von Institutionen, die auf Fragen der sozialen und transformativen Gerechtigkeit abgestimmt sind. Sie ist die Initiator*in von www.decolonialartarchives.com, ein Online- und Offline-Forum für die Hinterfragung kolonialer Narrative durch Kunst und Performance.

 

_EN

Thursday, 20.01.2021
19.00 – 20.30 Uhr
Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity?  – with Kathy-Ann Tan

max. 15 participants

The workshop will be held in English spoken language, translations on demand. Accessibility information: Please contact us at produktion@viertewelt.de to let us know if you have other wishes or requirements.

In this participatory online workshop, we will discuss some strategies of how to deal with, and work through, conflict within queer, BIPoC* and otherwise marginalised communities in the arts scene(s) in Berlin. Are inter-community forms of solidarity possible? How can we as artists and cultural practitioners work through our own internal divisions, tensions and conflicts while still understanding that the larger goal must be to support the work of underrepresented and minority artists? How can we be aware of, and challenge, abelist attitudes? How can we practice forms of care, calling in (as opposed to calling out), convey our boundaries and engage in non-violent forms of communication that continue to create and hold space for a multiplicity of dissenting voices, while working toward the larger goal of dismantling cis-white-heteropatriarchy?

Kathy-Ann Tan is a Berlin-based curator, writer and scholar of the visual arts and performance, postcolonial and decolonial theory, critical diversity studies and gender/queer studies. She is interested in alternative models of art dissemination, exhibition-making and institution-building that are attuned to issues of social- and transformative justice. She is the initiator of www.decolonialartarchives.com, an online and offline forum for artists and curators to develop ways of challenging colonial narratives.

 

Dissolving Our Market Value – 

ist eine Workshop- und Diskussionsreihe, die anlässlich des 10. Geburtstages der Vierten Welt von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding konzipiert wurde.

Zum 10. Geburtstag der Vierten Welt wollen wir uns in mehreren Blöcken und in

wiederkehrenden Formaten dis_kontinuierlich treffen und Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen denken. Wie wirken ökonomische Strukturen um uns, in uns, in unserem Handeln, in den Freien Darstellenden Künsten, was für solidarische Strategien haben wir bisher gefunden, was davon lässt sich teilen?

Im Sinne einer Community Care Praxis wird es dabei nicht nur um etwas gehen, sondern auch um uns. Klassische Workshop-, Talk- und Vor_tragsformate werden porös und stecken sich gegenseitig an. Wir wollen uns Zeit nehmen, durch etwas Struktur Halt finden und offen bleiben, gemeinsame Modi des Austausches zu finden. Dabei laden wir critical companions ein und gehen von losen Fixpunkten aus, um Fragen nach gemeinsam verbrachter Zeit anders formulieren zu können.

Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding arbeiten zusammen in unterschiedlichen Konstellationen im Rahmen von Theaterprojekten, Workshopentwicklungen, kulturpolitischer Arbeit und als Teil der Initiative für Solidarität. Sie interessieren sich für liebevolle Kritik, Politisierung von Prozesshaftigkeit, Aufdeckung von Ausschlüssen im Kulturbetrieb und queering als Praxis. Dissolving Our Market Value begann im Kontext des 10 Jährigen Bestehens der Vierten Welt.

Falla VR – The Exhibition

Austellung

 Julia B. Laperrière 

Falla VR – The Exhibition | cosy p.m.

Sa. 15.01.22 | 16:00 – 19:45 

Falla VR – The Exhibition | Dyke Apero – Friends welcomed

Fr. 14.01.22 | 18:00 – 21:30 

Falla VR – The Exhibition | Publikumsgespräch mit Siegmar Zacharias

Do. 13.01.22 | 18:00 – 21:30 

Falla VR – The Exhibition | Eröffnung

Mi. 12.01.22 | 18:00 – 22:00 

_DE

Im Herbst 2020 feierte die Choreografin Julia B. Laperrière mit ‘Falla’ Premiere. In ihrem Duett mit der Gitarristin Pia Achternkamp erkundete sie das transformative und empowernde Potential des Strap-on-Dildos für neue Bilder einer weiblichen Sexualität ohne Scham. Ein Jahr später kehrt sie mit ‘Falla VR – The Exhibition’  zurück und lädt das Publikum ein, durch eine Virtual Reality Erfahrung selbst in die Performance einzutauchen. Die begehbare Installation, in der ‘Falla VR’ stattfindet, wurde von der bildenden Künstlerin Simone Kessler entwickelt – eine surreale, immersive Landschaft, die sich akustisch, visuell und körperlich erfahren lässt. ‘Falla VR – The Exhibition’ lädt zum Verweilen ein und bietet gleichermaßen Raum für individuelle Erlebnisse und Begegnungen.

_EN

In the fall of 2020, choreographer Julia B. Laperrière premiered ‘Falla’, a duet with guitarist Pia Achternkamp where they explored the transformative and empowering potential of the strap-on dildo for new images of female sexuality. A year later, she returns with ‘Falla VR – The Exhibition’, inviting the audience to immerse themselves in the performance through a virtual reality experience. The walk-through installation – a surreal, immersive and bodily landscape that can be experienced visually, acoustically and physically – was designed in collaboration with visual artist Simone Kessler. Exploring how VR can offer a safe experience of otherness, and how technology and intimacy intertwine,  ‘Falla VR – The Exhibition’ invites visitors to linger and equally offers space for individual experiences and encounters.

Julia B. Laperrière lebt und arbeitet als Choreografin, Tänzerin und Performerin in Berlin und Montreal. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Weiblichkeit, Gender-Stereotypen und -Identitäten. Julia  B. Laperrière sucht nach einer Form des Tanzes, die das Publikum gleichzeitig konfrontiert, befragt und berührt.  

 

 

KONZEPT/CHOREOGRAFIE/PERFORMANCE  Julia B. Laperrière

MUSIK/PERFORMANCE  Pia Achternkamp

INSTALLATION  Simone Kessler

ASSISTENZ INSTALLATION  Ines Könitz, Meller Ehlert

FILM  Jascha Viehstädt

DRAMATURGIE  Siegmar Zacharias

PRODUKTIONSLEITUNG  Florentine Emigholz, Micaela Kühn

LICHT/TECHNIK  Marek Lamprecht, Josephine Mielke

 

Koproduktion: Schwankhalle / unterstützt durch eine Teilresidenz in der Tanzfabrik Berlin e.V.. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.

c fotos: simone kessler + claudia hoppens

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Falla1_dorotuch@0.5xFalla1_dorotuch@0.5x
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Branchentreffen

9. Branchentreff der Freien Darstellenden Künste

Ausnahmsweise!? Regeln einer Freien Szene

Sa. 23.10.21 | 14:00 + 17:00 

Müde: Workshop

Von und mit Kallia Kefala (Künstlerin) & Nefeli Gioti (Dramaturgin)

Fatigue and precarity are constantly present in the increasingly unsocial working conditions of a hyper-capitalized world of art. The workshop by the artists Kallia Kefala and  Nefeli Gioti seeks to create a space for reflection and collective learning upon the conditions that make us tired and upon the ways we can creatively resist them. Together we will navigate the complex field of fatigue through discussion, games and performative practices.

This workshop is based on materials and working methods of the performance MÜDE, which takes place from October 28th to November 5th at Vierte Welt.

Müdigkeit und Prekarität sind in den zunehmend unsozialen Arbeitsbedingungen einer hyperkapitalisierten Welt der Kunst ständig präsent. Der Workshop der Künstlerinnen Kallia Kefala und Nefeli Gioti schafft einen Raum für Reflexion sowie kollektives Lernen über all die Bedingungen, die uns müde machen und über die Wege, wie wir ihnen kreativ widerstehen können. Gemeinsam bewegen wir uns via Diskussionen, Spiele und performative Praktiken durch das komplexe Feld der Müdigkeit.

Dieser Workshop basiert auf den Materialien und Arbeitsmethoden der Performance MÜDE, die vom 28. Oktober bis 5. November in der Vierten Welt stattfindet.

In englischer Sprache 

So. 24.10.21 | 14:00 

Ohne Ahnung & Mit Scham: Impuls und Workshop
In ihrem Vortrag mit anschließendem Vertiefungs-Workshop greift die Dramaturgin und Performerin Lisa Schettel Zustände auf, die nicht nach Rebellion klingen, aber Potential bergen: Ahnungslosigkeit und Scham. Dabei teilt sie zunächst ihre langjährige Recherche und künstlerische Zugriffe auf die Themenfelder, bevor sie im Anschluss dazu einlädt, selbige aktiv in der Selbst- und Kollektivbefragung zu verarbeiten – ohne Ahnung und mit Scham, versteht sich 
 
Von und mit: Lisa Schettel (Dramaturgin)

 

Sa. 30.10.21 | 14:00 

Dissolving Our Market Value

Das Format „Dissolving Our Market Value“ lädt dazu ein, Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen in Form der Community Care Praxis zu denken. Die Auseinandersetzung mit Qualitätsbegriffen wird eine besondere Rolle spielen, gemeinsam wird an der Auflösung verinnerlichter marktförmiger Strukturen gearbeitet, um solidarische Kunstpraxen zu stärken.

Melmun Bajarchuu (Critical Companion), Annett Hardegen (Dramaturgin/Produzentin/Co-Leitung), Julia*n Meding (Performancekünstlerin).

Green Open Food Evolution – Hybridisationprozesse in humaner und nicht-humaner Ingestion oder wie Bakterien Sex haben – mit Maya Minder

Workshopsprache: englische und deutsche Lautsprache mit Flüsterübersetzung dazwischn bei Bedarf.

Probiotika zur Verbesserung des Immunsystems, Veganer*innen leben gesünder und länger, Algen werden als neues Superfood gekürt. Laut einem wissenschaftlichen Artikel passte sich das japanische Mikrobiom über Jahrhunderte zur verbesserten Verdauung von Algen adaptiv an seine Umwelt an. In der japanischen Esskultur äussert sich die evolutionäre Epigenetik des menschlichen Mikrobioms. Die Verbesserung unseres Verdauungsapparates wird ebenso mit dem neuesten Trend zum roh-fermentiertem Kombucha hervorgehoben. Der Mensch und seine mikrobielle Verworrenheit mit seiner Umwelt schreit nach Veränderung von Gewohnheiten, ein mögliches Leben nach dem Ruin des Kapitalismus? Kann Veganismus tatsächlich dazu führen, dass wir pflanzlich werden? Als Foodart Künstlerin versucht Maya Minder in einem hands-on Workshops der Frage nachzugehen, wie Normen, Kontingente und Disziplinierung des Essens und darüber hinaus mittels Un-learning Prozessen aufgelöst werden können. Ein Workshop zum Thema Hybridisationsprozesse zwischen der Kulinarik, Biohacking und Evolutionstheorie.

Die in Zürich lebende Künstlerin Maya Minder nutzt kochen zur prozesshaften Verhandlung symbiotischer Koexistenz menschlicher und nichtmenschlicher Lebewesen. Dabei erzeugt sie Verflechtungen zwischen Gebrauchsgegenständen und animistisch gelesenen natürlichen Materialien. Sie realisierte Arbeiten im Rahmen der Ars Electronica, des Piksel Festivals Bergen und in der Kunsthalle Zürich. Sie ist Teil des BadLab Zürich und der International Hackteria Society.

Zugangsinformationen: Eine DGS Verdolmetschung steht bei Bedarf zur Verfügung. Nach Voranmeldung unter produktion@viertewelt.de gibt es die Möglichkeit, einen Fahrstuhl zu benutzen. Eine Toilette für Rollstuhlnutzer:innen ist leider nicht vorhanden. Das Gebäude bietet außerdem keine ausreichenden Markierungen für Teilnehmer:innen mit Sehbehinderungen. Wir bitten um Rückmeldung unter produktion@viertewelt.de, welche weiteren Wünsche und Bedarfe es gibt.

So. 31.10.21 | 14:00 

Dissolving Our Market Value

Das Format „Dissolving Our Market Value“ lädt dazu ein, Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen in Form der Community Care Praxis zu denken. Die Auseinandersetzung mit Qualitätsbegriffen wird eine besondere Rolle spielen, gemeinsam wird an der Auflösung verinnerlichter marktförmiger Strukturen gearbeitet, um solidarische Kunstpraxen zu stärken.

Mit Melmun Bajarchuu (Critical Companion), Annett Hardegen (Dramaturgin/Produzentin/Co-Leitung), Julia*n Meding (Performancekünstlerin).

In englischer Sprache.

 
Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity? – Mit Kathy-Ann Tan
 

Offen für Personen, die sich als Teil einer marginalisierten oder unterrepräsentierten Gruppe im Kunst- und Kulturbetrieb identifizieren – bitte schreib uns einen Satz an produktion@viertewelt.de, warum du gerne an diesem Workshop teilnehmen würdest.

 

Workshopsprache: englische Lautsprache mit Flüsterübersetzung bei Bedarf

In diesem experimentellen und partizipativen Workshop werden wir einige Strategien und Übungen diskutieren und brainstormen, wie wir mit Konflikten innerhalb unserer eigenen queeren, BIPoC* und anderen marginalisierten Communities in der Berliner Kunstszene umgehen können. Während “Vielfalt”, “Integration” und “Zugänglichkeit” in der Berliner Kunst- und Kulturszene in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen haben, werden viele Versuche, Institutionen zu “dekolonisieren” oder antirassistische Methoden zu praktizieren, weiterhin durch Tokenisierung, Extraktivismus und Instrumentalisierung untergraben. Diese werden sowohl von weißen als auch von BIPoC-geführten Institutionen verübt und sind Spiegelung eines größeren “Teile-und-herrsche”-Mechanismus, der in weiß dominierten, westlichen Gesellschaften prägend ist. Wie können wir als QTBIPoC*-Künstler*innen und Kulturschaffende unsere eigenen internen Spaltungen, Spannungen und Konflikte überwinden und gleichzeitig verstehen, dass das übergeordnete Ziel darin bestehen muss, die Arbeit von unterrepräsentierten Künstler*innen zu unterstützen, die mit den Herausforderungen konfrontiert sind, sich sich in weißen Institutionen zurechtzufinden und zu überleben? Wie können wir ableistische Haltungen erkennen und hinterfragen? Sind gemeinschaftsübergreifende Formen der Solidarität möglich? Wie können wir Formen der Fürsorge, des “Calling In”s (im Gegensatz zu “Calling Out”) und des Austausches praktizieren, die weiterhin Raum für eine Vielzahl von abweichenden Stimmen schaffen, während wir auf ein größeres Ziel hinarbeiten, das Cis-Weiße-Hetero-Patriarchat abzubauen?

 

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende Kurator*in, Autor*in und unabhängige Wissenschaftler*in für bildende Kunst und Performance, postkoloniale und dekoloniale Theorie, Critical Diversity Studies und Gender/Queer Studies. Sie interessiert sich für alternative Modelle der Kunstverbreitung, des Ausstellungsmachens und des Aufbaus von Institutionen, die auf Fragen der sozialen und transformativen Gerechtigkeit abgestimmt sind. Ihr laufendes Projekt www.decolonialartarchives.com zielt darauf ab, gemeinsam ein Online- und Offline-Forum für Künstler*innen, Kurator*innen und Kulturschaffende aufzubauen, um Wege zu entwickeln, koloniale Narrative zu hinterfragen und neokolonialen Formen von Herrschaft und Kontrolle entgegenzuwirken.

Zugangsinformationen: Eine DGS Verdolmetschung steht bei Bedarf zur Verfügung. Nach Voranmeldung unter produktion@viertewelt.de gibt es die Möglichkeit, einen Fahrstuhl zu benutzen. Eine Toilette für Rollstuhlnutzer:innen ist leider nicht vorhanden. Das Gebäude bietet außerdem keine ausreichenden Markierungen für Teilnehmer:innen mit Sehbehinderungen. Wir bitten um Rückmeldung unter produktion@viertewelt.de, welche weiteren Wünsche und Bedarfe es gibt.

 

EN_

Dissolving Our Market Value

by Melmun Bajarchuu (critical companion), Annett Hardegen (dramaturge/producer/co-director) & Julia*n Meding (performance artist)

The format invites the participants to consider solidarity and differences in economic questions in the form of community care practice. In doing so, a coming to terms with structures will play a special role and we will work together to consider solidary art practices.

 
Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity?  – with Kathy-Ann Tan

Open to people who self-identify as part of a marginalised or underrepresented group in the arts and cultural scene – please write one sentence at produktion@viertewelt.de about why you’d like to attend this workshop.

The workshop will be held in English spoken language, “whispered translations” on demand. 

In this experimental and participatory workshop, we will discuss and brainstorm some strategies and techniques of how to deal with, and work through, conflict within queer, BIPoC* and otherwise marginalised communities in the arts scene(s) in Berlin. While “diversity”, “integration” and “accessibility” have become buzzwords in Berlin’s arts and cultural scene in the last decade, many attempts to “decolonise” institutions or practice anti-racist methodologies continue to be undermined by acts of tokenism, extractivism and instrumentalisation. These are perpetrated by both white- and BIPoC-led institutions, and is a reflection of a larger “divide-and-rule” mechanism at work in white-dominant, western societies. How can we as artists and cultural practitioners work through our own internal divisions, tensions and conflicts while still understanding that the larger goal must be to support the work of underrepresented and minority artists who are faced with the challenges of navigating and surviving institutional whiteness? How can we be aware of, and challenge, abelist attitudes? Are trans-community forms of solidarity possible? How can we practice forms of care, calling in (as opposed to calling out), and conversation that continue to create and hold space for a multiplicity of dissenting voices while working toward a larger goal of dismantling cis-white-heteropatriarchy?

 

Kathy-Ann Tan is a Berlin-based curator, writer and independent scholar of the visual arts and performance, postcolonial and decolonial theory, critical diversity studies and gender/queer studies. She is interested in alternative models of art dissemination, exhibition-making and institution-building that are attuned to issues of social- and transformative justice. Her ongoing project www.decolonialartarchives.com aims to collaboratively build an online and offline forum for artists and curators to develop ways of interrogating colonial narratives and countering neo-colonial forms of domination and control.

 

Accessibility information: DGS translation is available upon request. There is the possibility to use an elevator after advance notification at produktion@viertewelt.de. Unfortunately, there is no toilet for wheelchair users. The building also does not provide sufficient markings for participants with visual impairments. Please contact us at produktion@viertewelt.de to let us know what other wishes and needs you have.

Erotics, Poetics and the incomplete

Gäste und Freunde Roni Katz and Nir Vidan

Brief study group at Vierte Welt

Please remember to provide a negative covid test or proof of full vaccination upon arrival.

Please register before by sending an email to n.vidan@hzt-berlin.de

Admission free

Fr. 03.09.21 | 18:00 – 21:00 
Fr. 07.09.21 | 18:00 – 21:00 
Di. 31.08.21 | 18:00 – 21:00 

_EN

This is an invitation to gather.
We would like to gather around words.
We would like to gather around books and the people who wrote them.
We would like to read together and let language resonate.
We would like to see what happens when we gather to read, think and talk.

We are not experts in what we want to share, we bring the texts that move us. We are excited to see what conversation these texts open up in relation to the practice of being human, and of being human amongst other humans and nonhumans.

Each session will include a reading and a lightly facilitated conversation, we will be tuned to who’s there and what they bring with them.
This brief study group is a part of the project “Assembly Instructions” that will be presented at Tanzfabrik in the first week of November, supported by the Berliner Sennat 

On the menu:

Tue. 31.8
18:00-21:00
reading: Audre Lorde: The Uses Of The Erotic (1978)
watching: Audre Lorde, The Berlin Years / a film by Dagmar Schulz (2012)
“Recognizing the power of the erotic within our lives can give us the energy to pursue genuine change within our world, rather than merely settling for a shift of characters in the same weary drama. For not only do we touch our most profoundly creative source, but we do that which is female and self-affirming in the face of a racist, patriarchal, and anti-erotic society.”

Fri. 3.9
18:00-21:00
reading: Refusing Completeness, a conversation between Fred Moten, Stefano Harney and Stevphen Shukaitis in relation to their book all incomplete
“It’s almost like this thing where you realize friendship is what survives knowing one another. Friendship comes before knowing one another and it survives knowing one another. It survives the rules of individuation that incarcerates the difference that actually make friendship possible. It both anticipated and survives individuation. It survives individuation by giving the lie to the idea that difference comes in individual units, that it comes as a function of particles, rather than forces.”

Tue. 7.9
18:00-21:00
We would like to keep this session open. In the end of the second session we will briefly discuss some options and will plan according to the desires and curiosities in the space.

The entrance is free. No ticket required. Due to covid number of participants is restricted.
Please register before by sending an email to n.vidan@hzt-berlin.de
Please remember to provide a negative covid test or proof of full vaccination upon arrival.

Looking forward,
Roni Katz and Nir Vidan
www.ronikatz.net

Gefährliche Arbeit

Gäste und Freunde | Workshop

Gefährliche Arbeit kommt zum ersten Mal für eine Woche der Wissensteilung und Vernetzung zusammen.

Fr. 23.08.21 – So. 29.08.21 | täglich 10:00 – 20:00 

_DE | EN

Gefährliche Arbeit ist ein Netzwerk von und für FLINTA*- Theaterschaffende, die an der Schnittstelle von Kunst und Technik tätig sind. Gefährliche Arbeit arbeitet an Strategien der Selbstorganisation, Wissensteilung, Vernetzung und Solidarität. Gefährliche Arbeit ist offen für alle, die sich mit unserem Code of Conduct identifizieren und solidarisieren. Gefährliche Arbeit ist queer FLINTA*, gefährliche Arbeit ist gefährlich.

Anmeldung: mail@gefaehrlichearbeit.de

Mit Unterstützung von Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR – #TakeNote // Das FELD – Theater für junges Publikum //

 

Eintritt nur mit vorheriger Anmeldung

The story behind the song Vol. I: Jakob Dobers

Gespräch | Musik _online | Zoom

  
Ein Gespräch mit Musik

Max presents

Fr. 16.06.21 | 20:00 – 21:00

_DE

Max von der Vierten Welt lädt Musiker:in ein um ein paar Songs zu spielen und über sie zu reden. Die Geschichte hinter dem Song. Oder davor. Oder danach.
Sein erster Gast ist Jakob Dobers. Bekannt durch seine Bands „Zimtfisch“, „Sorry Gilberto“ und seit jüngerer Zeit solo unterwegs. Sein neues Solo- Album wartet nun auch schon ein Jahr darauf auf große Tour zu gehen. Zeit um darüber zu sprechen und zumindest mal reinzuhören!

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Dissolving Our Market Value | Different Quality / Difference Quality

Gespräch | Workshopreihe

 

Different Quality / Difference Quality

Die Veranstaltung findet online statt. Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Mo. 04.06.21 | 18:00 – 19:30

_DE

Wir begeben uns in einen Austausch darüber, wie eine prozessorientiertere Ãsthetik aussehen könnte, bei der der Umgang miteinander und mit den Themen und Politiken eher den Qualitätsbegriff definieren, als das, was herauskommt. Wie lässt sich zum Beispiel über etwas, das sich einem ästhetischen Endergebnis entzieht, sprechen und wie kann es nach Außen kommuniziert werden? Und wo können Quantität und Qualität in andere Verbindungen treten?

Wir zeigen uns Versionen des Für-Sich-Richtig-Machens, lassen dabei unsere Faszination für starke Arbeiten und unsere Wünsche zu touren zu und schauen uns Relationen zu Ableismuskritik an.

Im Rahmen von Different Quality / Difference Quality wird die Regisseurin und Theaterwissenschaftlerin Tina Turnheim ausgehend von Asja Läcis Proletarischem Kindertheater und verschiedenen Formen der Lehrstück-Praxis Impulse für prozessorientierte Arbeitspraktiken entwickeln.

Dissolving Our Market Value | Care Calls

Gespräch | Workshopreihe 

Fr. 04.06.21 
Care Calls  mit Janna Enders

Die Veranstaltung findet online statt. Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Mo. 04.06.21 | 16:00 – 17:30

Die Veranstaltung findet online statt. Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Zum 10. Geburtstag der Vierten Welt wollen wir uns in mehreren Blöcken, in wiederkehrenden Formaten dis_kontinuierlich treffen und Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen denken. Wie wirken ökonomische Strukturen um uns, in uns, in unserem Handeln, in den Freien Darstellenden Künsten, was für solidarische Strategien haben wir bisher gefunden, was davon lässt sich teilen? Im Sinne einer Community Care Praxis wird es dabei nicht nur um etwas gehen, sondern auch um uns. Klassische Workshop-, Talk- und Vor_tragsformate werden porös und stecken sich gegenseitig an. Wir wollen uns Zeit nehmen, durch etwas Struktur Halt finden und offen bleiben, gemeinsame Modi des Austausches zu finden. Dabei laden wir critical companions ein, gehen von losen Fixpunkten aus, um Fragen nach gemeinsam verbrachter Zeit anders formulieren zu können. Die Reihe Dissolving Our Market Value ist von Melmun Bajarchuu, Julia*n Meding und Annett Hardegen initiiert.

Dissolving Our Market Value | Complex Solidarities

Gespräch | Workshopreihe

 
Do. 03.06.21
Complex Solidarities 

Initiative für Solidarität am Theater

 

Die Veranstaltung findet online statt. Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Mo. 04.06.21 | 16:00 – 17:30

_DE

Über Vergleiche und Assoziationen nähern wir uns Bildern, um uns und unsere Bedürfnisse zu beschreiben.

Wir folgen unseren Wünschen, komplexe und teilweise widersprüchliche Formen von Solidarität zu denken, auch mit und von nichtmenschlichen Wesen und Objekten um uns herum, und handeln und finden nichtlineare Erzählungen, um uns in Verwebung(en) Halt zu geben. Dabei erproben wir Formen, Needs und Angebote von Care zu formulieren und einen Raum zu erzeugen, in dem das möglich ist. 

Wir möchten dabei auch Verbindungen zu Praktiken und Denkweisen herstellen, die auf dem tradierten Wissen von Menschen und Gruppen basieren, die kolonisiert und unterdrückt wurden – und in ein binäres Denksystem und reduzierte Logiken eingepfercht wurden. Dabei geht es nicht um eine Aneignung, sondern um Wertschätzung und Sichtbarmachung von durch kapitalistische Kräfte marginalisierten Positionen.

Bei der ersten Ausgabe von Complex Solidarities wird die Initiative für Solidarität am Theater über ihre Strategien eines Nichthiearchischen Zusammenarbeitens sprechen.

Zum 10. Geburtstag der Vierten Welt wollen wir uns in mehreren Blöcken, in wiederkehrenden Formaten dis_kontinuierlich treffen und Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen denken. Wie wirken ökonomische Strukturen um uns, in uns, in unserem Handeln, in den Freien Darstellenden Künsten, was für solidarische Strategien haben wir bisher gefunden, was davon lässt sich teilen? Im Sinne einer Community Care Praxis wird es dabei nicht nur um etwas gehen, sondern auch um uns. Klassische Workshop-, Talk- und Vor_tragsformate werden porös und stecken sich gegenseitig an. Wir wollen uns Zeit nehmen, durch etwas Struktur Halt finden und offen bleiben, gemeinsame Modi des Austausches zu finden. Dabei laden wir critical companions ein, gehen von losen Fixpunkten aus, um Fragen nach gemeinsam verbrachter Zeit anders formulieren zu können. Die Reihe Dissolving Our Market Value ist von Melmun Bajarchuu, Julia*n Meding und Annett Hardegen initiiert.

 

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

FESTIVAL | 10 Jahre Vierte Welt

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

 

Ende 2010 öffnete die Vierte Welt zum ersten mal ihre Türen.

2020 wollten wir 10-Jahre-feiern.

Und dann kam Corona.

 

Jetzt, über ein halbes Jahr später, wollen wir trotz andauernder Pandemie, feiern und beginnen erstmal virtuell: Ab Juni 2021 bis Januar 2022 starten wir Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?mit Arbeiten zahlreicher assoziierter Künstler- und Akteuer*innen aus dem ständig wachsenden Netzwerk.

Die hier versammelten Arbeiten reflektieren die Frage der Re/Präsentation auch im Hinblick auf Arbeitsprozesse und Verteilungsverhältnisse.

Sie sind divers im künstlerischen Ausdruck: vom Screening eines Kinofilms zur Video-Installation, vom Konzert mit Film über die Performance hin zu Lyrik, Lesung und Diskurs.

Jede einzelne Veranstaltung ist eine besondere Auseinandersetzung mit dem*r Künstler*in. Denn alle Arbeiten sind Ausdruck der Frage nach dem „Wer bin ich jetzt?“. Sie sind ein Nachdenken darüber und ein Erinnern daran, was unser künstlerischer Impuls ist und wo wir herkommen, um nicht zu bleiben wer wir sind.

Keine Veranstaltung gefunden

Programm

to be continued …

Im Juni 2021 
„Dissolving Our Market Value“ 

Workshop und Diskussionsreihe, konzipiert von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding 

„Abschied auf Raten“ 

Live-Performance mit Ren Saibara

„The Story behind the song” 

Musik/Lesung mit Jakob Dobers + Marcus Reinhardt

„Block IV Nuovo Corviale” Film #1 

Film und Gespräch Dirk Cieslak, Federico Neri mit Marcus Reinhardt (s/w Film) 35 Min 
“Chor Denken 1” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen 

 

Im Juli 2021
„mach mir Angst! Komm näher“ 

Live-Performance* mit Annett Hardegen 

„Hecht“ 

Installation* Julia Krause, Lysann Buschbeck 

“Chor Denken 2” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen

Im September 2021
Eure Kinder werden so wie wir, 

Konzert mit Kraus 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Performances mit Johanna Ackva und Mitstreiter*innen

 

Im Oktober  2021

artiCHOKE, 

Lyrik

„Anonyme Anwohnende“ 

mehrtägige Installation
„Pop und Propaganda“ 

Gespräch/Musik mit Marcus Reinhardt und Gästen  
„Es ist nichts“ 

Performance mit Elisa Müller 
„Una Primavera“ 

Film mit Valentina Primavera

Im November bis Januar 2022
“Everybody has their own agenda” 

Performance mit Anh Trieu   
“Cracks” , 

Performance mit Malte Scholz
“the end is not an option”  

Tanz/Performance mit Roni Katz Roni Katz, Manon Parent, Xenia Tango, Annegret Schalke, Lisa Densem und Maya Weinberg

„Dissolving Our Market Value 2“ 

Workshop und Diskussionsreihe

“Chor Denken 3” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen 
“Pop & Propaganda, Weihnachtsedition” 

Musik/Lesung mit Jakob Dobers + Marcus Reinhardt

„Block IV – Corviale: Morgen könnte alles anders sein“ 

Performance/Film mit Dirk Cieslak, Annett Hardegen, Valentina Primavera, Federico Neri, 

Macarena Solervicens Ruz 

 

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

ist gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

OFFENE BAUSTELLE: No_Monopoly!

Workshop | Anonyme Anwohnende

Würfelverschlucken und andere kreative Gegenstrategien gegen den Ausverkauf der Stadt

Eine Veranstaltung von Anonyme Anwohnende, Vierte Welt und Fünf Häuser

 
Mi. 07.10.2020 19:00 – 22:00 | Freier Eintritt 

 

Immobilienkonzerne sind wieder im Kaufrausch und der Spielverlauf ist immer derselbe: Ankauf von Mietshäusern, Umwandlung in Eigentum und schließlich Entmietung der Bewohner*innnen, Milieuschutz hin oder her. Konkret steht ein neuer Mega-Deal bevor: Die von der Skjerven Group vertretene Heimstaden Bostad AB will die Pandemie Krise nutzen und 130 Häuser für über 800 Millionen Euro erwerben. Mieter*innen dieser Häuser wehren sich dagegen. Sie haben sich in der Fünf-Häuser- Initiative organisiert und sagen dem Immobilienriesen den Kampf an. Eine Vertreterin der Fünf Häuser wird am 7. 10. bei uns sein und uns über die aktuelle Lage informieren. Anschließend wollen wir gemeinsam mit Euch Ideen austauschen wie diese Shopping – und Verdrängungstour durch die Kieze kreativ vermiest werden kann.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu kommen, eine Anmeldung ist aufgrund beschränkter Teilnehmer*innenzahl dringend erforderlich.

 

INFO: Offene Baustelle

Monatliches Treffen der ANONYMEN ANWOHNENDEN

Hängt bei Dir zuhause der Mietspiegel schief? Wächst Dir der Penthousebau über den Kopf?

Verheizt Du Deine ganze Kohle für die Miete? … und

☞ Du bist bereit Deine Wohnungssucht anzuerkennen?!

☞ Erkennst Du an, dass Du diese nicht alleine lösen kannst?!

Dann komm zu den ANONYMEN ANWOHNENDEN!

 

ANONYME ANWOHNENDE sind die Nebenkosten, mit denen niemand gerechnet hat. Sie sind die Ninjas der Wohnkrise. Sie praktizieren Selbsthilfe, Performance und Wurftomaten. Hangeln zwischen Kunst und Aktivismus. Stoffsammeln zwischen Wohndrama und Widerstand. Wo sie aufkreuzen, werden Renditen durchkreuzt. Und einmal im Monat installieren sie ihre OFFENE BAUSTELLE in den Räumen der Vierten Welt*. Hier wird informiert und transformiert, was später auf der Straße passiert.

 

Ein offenes Training für alle –

– getreu unserem Motto: Haus an Haus, Tür an Tür, Arm in Arm.

Literaturstammtisch

Gespräch | NFLB – netzwerk freie literaturszene berlin

 
LITERATURSTAMMTISCH

NFLB – netzwerk freie literaturszene berlin

 

Der Stammtisch bietet Raum für ein zwangloses Beisammensein und Gesprächsthemen aller Art.

Di. 08.09.20 | 19:00 – 22:00

_DE
 
Zoom ist vorbei: Der NFLB-Stammtisch in der VIERTEN WELT findet wieder im Realraum unter den bekannten Abstandsregeln und bei natürlicher Belüftunge (offene Türen) statt.Bei Bedarf versuchen wir eure Fragen zu Förderprogrammen und aktuellen kulturpolitischen Entwicklungen so kompetent wie möglich zu beantworten. Aber das Programm seid Ihr! Bleibt safe.Der Stammtisch findet monatlich statt.

artiCHOKE

Lesereihe Lyrik und Poetik | Veranstaltungsreihe 

 
artiCHOKE

[ Seit Feb. 2016 in der Vierten Welt ]

_DE

In der Berliner Lesereihe für Lyrik und Poetik begegnen sich AutorInnen aus deutsch- und anderssprachigen Kontexten, deren Schnittpunkte Diskussion und Austausch versprechen.

Zu jeder Veranstaltung erscheint ein Booklet mit exemplarischen Arbeiten, einer kurzen kritischen  Einführung und Übersetzungen.

The reading series, based in Berlin, features poetry and discussions on poetics. The series aims to bring together poets both from the German-speaking context and from other countries/languages, whose work offers points of intersection, and can spark discussion and exchange.

Each reading will be accompanied by a small booklet that will include a work sample from the poets, as well as a short critical introduction and translations.

 

Leitung seit 2020: Lisa Jeschke und Tabea Magyar

 

artiCHOKE is hosted by the Vierte Welt and supported by the Berliner Senat.

Mit Lesungen von Dragica Rajčić (HR/CH/AT), Laurel Uziell (GB) und Luise Boege (DE) startet die Lyrikreihe artiCHOKE ins neue Jahrzehnt. Übersetzungen ins Deutsche und Englische und kurze Einleitungen erscheinen auch diesmal in einem Booklet.

 

Wie immer gibt es etwas Leckeres zu essen.

 

The first artiCHOKE reading of the decade will feature readings by Dragica Rajčić (HR/CH/AT), Laurel Uziell (GB), and Luise Boege (DE). As always, there will be booklets with translations into German and English, along with some writing about the work.

And of course there will be something delicious to eat.

 

mit/with

Dragica Rajčić (HR/CH/AT)

Laurel Uziell (GB)

Luise Boege (DE)

 

Essen/Food: 3€

Mit großzügiger Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

 

artiCHOKE Leitung 2016 – 2019:

Charlotte Thießen & Joel Scott

Tonaufzeichnungen vergangener Veranstaltungen 

hier zu finden.

 

artiCHOKE # 15 | Freitag 22.02.19

 Artichoke #15 mit Angélica Freitas (BR) | Lütfiye Güzel (DE) | Ann Cotten (AU/DE) und Holly Pester (UK).

Die letzte Veranstaltung der 2018/19 Ausgabe von artiCHOKE mit Angélica Freitas (BR) | Lütfiye Güzel (DE) | Ann Cotten (AU/DE) und Holly Pester (UK).

 

In englischer, portugiesischer und deutscher Sprache.

 

Mit großzügiger Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

 

 

artiCHOKE #14

 Anne Boyer, Lyrikerin und Essayistin, stammt aus Kansas City. U.a. veröffentlichte sie die Gedichtbände “The Romance of Happy Workers”, “My Common Heart und Garments Against Women”. Zuletzt erschien “A Handbook of Disappointed Fate”, eine Sammlung von Essays, Fabeln und Ephemera. “The Undying”, Memoiren, die von Krebs, Pflege und der Erfahrung des eigenen Körpers in der Geschichte handeln, wird nächstes Jahr bei FSG (US) und Penguin (UK) erscheinen. 

2018 wurde sie von der Foundation for Contemporary Arts mit dem Cy Twombly Award for Poetry ausgezeichnet und ihr Band Garments Against Women gewann 2016 den CLMP award. Derzeit ist sie Fellow der Judith E. Wilson Stiftung für Lyrik der Cambridge University und Dozentin für Liberal Arts am Kansas City Art Institute, wo sie Literatur, Philosophie und Kreatives Schreiben unterrichtet. 

Nat Raha ist Lyrikerin und trans/queer Aktivistin. Sie lebt in Edinburgh, Schottland, hat zahlreiche unabhängige Publikationen veröffentlicht sowie drei Gedichtbände “of sirens/body & faultlines” (Boiler House Press, 2018), “countersonnets” (Contraband Books, 2013) and “Octet” (Veer Books, 2010). 

Derzeit promoviert sie über queeren Marxismus und zeitgenössische Lyrik an der University of Sussex und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsprojekt Cruising the Seventies: Unearthing Pre-HIV/AIDS queer sexual cultures am Edinburgh College of Art. 

Sie ist Mitherausgeberin der Fanzine Radical Transfeminism. 

 

Rafael Mantovani, 1980 in São Paulo geboren, lebt derzeit in Berlin und Porto. Seine Gedichte wurden in diversen Print- und Onlinepublikationen veröffentlicht, u.A. “Modo de usar & Co.”, “escamandro”, “Enfermaria 6”, “Leopardskin and Limes”, “Stadtsprachen”, “Lado 7”, “Rosa” und “Opiniães”. Er hat an zahlreichen Festivals und Literatur-Events teilgenommen, darunter die Latinale (2013), Queer Stories in Another Country (2015), das Stadtsprachen Festival (2016), die Hafenrevue Reloaded (2017), das Poesiefestival Berlin (2017), der Printemps Littéraire Brasilien (2018) und das Pisa Book Festival (2018). 2011 wurde sein Buch “Cão” bei Hedra (São Paulo) veröffentlicht. Sein nächstes Buch soll 2019 erscheinen.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

 

 

artiCHOKE #13

 13. Auflage der mehrsprachigen Lyriklesung in der Vierten Welt in Berlin – Kreuzberg.

artiCHOKE ist eine Lese- und Publikationsreihe für zeitgenössische Lyrik und Übersetzung.  

 

AutorInnen aus verschiedenen literarischen und kulturellen Kontexten lesen aus ihren Werken; Übersetzungen und einleitende Texte zu ihrer Arbeit erscheinen in der veranstaltungsbegleitenden Publikation.

Diesmal mit FRANCES KRUK (PL/CA) | KINGA TÓTH (HU/DE) | FÁTIMA VÉLEZ (COL/US)

MIt freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa

 

artiCHOKE #12 | Sonntag 3. Juni 2018

 Hurra! Die artiCHOKE Lesereihe geht auch 2018 weiter! Diesmal mit:

Birgit Kreipe, geboren in Hildesheim, arbeitete zunächst als Buchhändlerin und studierte später Psychologie und Neuere Deutsche Literatur in Marburg, Wien und Göttingen. Neben ihrer klinischen Tätigkeit veröffentlichte sie Gedichte u.a. in der „FAZ“, in „Lichtungen“, „Ostragehege“ und „Edit“, und im „Jahrbuch der Lyrik“. Ihr Gedichtband „schönheitsfarm“ erschien 2012 im Verlagshaus J. Frank. 2016 erschien ihr jüngster Band „soma” bei kookbooks.

Jackie Wang ist Lyrikerin und Theoretikerin, Performerin und Antigefängnis-Aktivistin. 2018 erschien ihr Buch „Carceral Capitalism“ bei Semiotext(e). Des Weiteren ist sie Autorin zahlreicher Chapbooks, u.a. „On Being Hard Femme“, „Memoirs of a Queer Hapa“, „The Phallic Titty Manifesto“ und „Tiny Spelunker of the Oneiro-Womb“ (Capricious). Zur Zeit promoviert sie an der Harvard University in African Studies und African American Studies.

Samuel Solomon ist gebürtiger New Yorker und Autor der Gedichtbände „Life of Riley“ (Bad Press 2012) und „Special Subcommittee“ (Commune Editions 2018). Gemeinsam mit Jennifer Kronovet und Faith Jones übersetzte er „The Acrobat: Selected Poems of Celia Dropkin“ (Tebot Bach, 2014). Er unterrichtet an der University of Sussex und ist Leiter des Centre for the Study of Sexual Dissidence.

Mit großzügiger Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

 

artiCHOKE #11Samstag 16. Dezember 2017

mit Lesungen und Performances von Monika Rinck (DE), Lisa Jeschke (DE), Verity Spott (UK) und Olivier Nourisson (FR). Gedichte sowie Übersetzungen und kurze Einleitungen erscheinen auch diesmal in einem Booklet.

Monika Rinck studierte Religionswissenschaft, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik. Seit 1989 veröffentlichte sie ihre Lyrik in diversen Verlagen. Bei kookbooks erschien im Frühjahr 2012 ihr jüngster Lyrikband „HONIGPROTOKOLLE“, für den sie den Huchel-Preis erhielt. Im Frühjahr 2015 folgte „RISIKO & IDIOTIE, Streitschriften“, im selben Verlag. Monika Rinck ist Mitglied im P.E.N.-Club, der Lyrikknappschaft Schöneberg, der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2015 erhielt Monika Rinck den Kleist-Preis und 2017 den Ernst-Jandl-Preis. Im Jahr 2017 kuratierte sie das Festival POETICA in Köln. Sie übersetzt gemeinsam mit Orsolya Kalász aus dem Ungarischen, kooperiert mit Musikern und Komponisten und arbeitet als Dozentin. In Kürze erscheint der Prosaband „KRITIK DER MOTORKRAFT“ im brüterich Verlag.

 

Verity Spott schreibt, performt, musiziert und arbeitet als Pflegekraft in Brighton. Von Spott erschienen u.a. „Mutiny Aboard the the RV Felicity“ (Tipped Press i.E.), „Kate’s Dream Diamond Anti-Fatigue Matting Surface“ (Crater Press), „We Will Bury You“ (Veer Books), „Click Away Close Door Say“ (Contraband), „Trans* Manifestos“ (Shift Valley), „Balconette“ (Veer Books) und „Gideon“ (Barque Press). Verity Spott tritt in Soloperformances und mit der Improvisationsgruppe Wolf Kid Theatre auf. Spott spielt Cello in Improvisationsgruppen wie Four Manatees und performt Ton-Collagen mit Binnsclagg.

Lisa Jeschke und Lucy Beynon machen gemeinsam Theater. Derzeit schreiben sie das Stück „The Decline and Fall of the Home Office“ (Verfall und Untergang des Innenministeriums), aus dem Lisa Jeschke an diesem Abend lesen wird. 

Olivier Nourisson entwirft seit zwanzig Jahren künstlerische Formen an den Grenzen der Welten. Indem er die Fragmentierung von Wissen und Fakultäten infrage stellt, produziert er unerwartete Assoziationen und eröffnet neue Räume. 

 

2010 entwickelte er Fashion Garage, 2014 den Verlag und Lesungen “anti-Aufklärung” und 2017 das Magazin „Architecture & Poésie“. Seit 2014 arbeitet er regelmäßig in Orten der psychiatrischen Versorgung.

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Englisch, Deutsch, Französisch

 

 

artiCHOKE  #10Sonntag 22. Oktober 2017

Daniela Seel, geboren 1974 in Frankfurt/M., lebt als Dichterin und Verlegerin von kookbooks in Berlin und Frankfurt/M. Daneben arbeitet sie u.a. als freie Lektorin, veranstaltet, unterrichtet, juriert und übersetzt, zuletzt Lisa Robertson und Rozalie Hirs. Sie ist aktiv bei KOOK e.V. und im Netzwerk freie Literaturszene Berlin, hat dazu zahlreiche internationale Auftritte und Kollaborationen, u.a. mit dem Illustrator Andreas Töpfer und dem Tänzer David Bloom. Daniela Seel veröffentlichte die Gedichtbände „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“ (kookbooks 2011) und „was weißt du schon von prärie”, (kookbooks 2015), sowie gemeinsam mit Frank Kaspar das Radiofeature „was weißt du schon von prärie”, SWR/DLF 2015.

 

Miguel Cardoso, 1976 in Lissabon geboren, ist Lyriker und Übersetzer. Er ist Mitglied des Kollektivs „Unipop“ und Mitarbeiter der Zeitschrift „Imprópria“. Seine Gedichte erschienen  u.a. in  „Textos & Pretextos”, „Relâmpago, Intervalo”, „Flanzine” und „Gratuita” sowie auf dem Blog „Enfermaria 6” und im Sammelband „Hidra“ (Língua Morta, 2015). Von ihm erschienen sieben Gedichtbände: „Que se diga que vi como a faca corta“ (Mariposa Azual, 2010), „Pleno Emprego“ (Douda Correria, 2013), „Os engenhos necessários“ (&etc, 2014), „Fruta Feia“ (Douda Correria, 2014), „À Barbárie seguem-se os estendais“ (&etc, 2015), „Víveres“ (Tinta da China, 2016) und „Mais de mil anos“ (Douda Correria, 2017). Er lebt und arbeitet in Lissabon.

 

Sarah Hayden veröffentlichte die Chapbooks  „Exteroceptive” (Wild Honey), „System Without Issue” (Oystercatcher) und „Turnpikes” (Sad Press). Ihre Gedichte erschienen u.a. in „Golden Handcuffs Review”, „Steamer”, „Internal Leg”, „Cutlery Review”, „Tripwire” und auf „datableed”. Des Weiteren kooperiert sie mit bildenden Künstlern und schreibt Texte für Performances. Sie unterrichtet am Institut für Anglistik der University of Southampton, wo sie das Zentrum für Moderne und Zeitgenössische Literatur leitet und die Lesereihe Entropics organisiert.

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Englisch, Deutsch, Portugiesisch

 

artiCHOKE  #9 Sonntag 9. Juli 2017

Don Mee Choi ist die Autorin von „Hardly War“ (Wave Books, 2016), “The Morning News Is Exciting” (Action Books, 2010) und des Chapbooks „Petite Manifesto” (Vagabond, 2014) sowie eines Pamphlets mit Aufsätzen „Freely Frayed,ㅋ=q, Race=Nation” (Wave Books, 2014). Sie übersetzt zeitgenössische koreanische Lyrikerinnen. Ihre Übersetzung von Kim Hyesoons „Autobiography of Death“ wird 2019 bei New Directions erscheinen. Sie wurde u.a. mit dem Whiting Writers Award, dem Lannan Literary Fellowship und dem Lucien Stryk Translation Preis ausgezeichnet. Zurzeit arbeitet sie als Herausgeberin zusammen mit Joshua Beckmann an einem Buch des avantgardistischen koreanischen Lyrikers der 30er Jahre Yi Sang. Choi wurde in Seoul geboren und kam über Hongkong in die Vereinigten Staaten. Derzeit lebt sie in Seattle. Zudem übersetzt sie für das International Women’s Network Against Militarism.

Adelaide Ivánova (1982, Recife) ist brasilianische Aktivistin und Journalistin. Sie arbeitet dabei als Lyrikerin, Photographin, Übersetzerin und als Herausgeberin. Von ihr erschienen drei Bücher: „autotomy“ (…) (São Paulo: Pingado-Prés, 2014), „Polaróides“ (Recife: Césarea, 2014) und „O martelo“ (Lissabon: Douda Correria, 2016/Rio de Janeiro: Garupa, 2017). Derzeit gibt sie das anarchistische-feministische Magazin „MAIS PORNÔ, PVFR!“ heraus und schreibt für „Revista Pessoa“ einen monatlichen Beitrag über in Deutschland lebende, nicht-deutsche LyrikerInnen. Ivánova pendelt zwischen Berlin und Köln.

Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, lebt derzeit in Stuttgart. Studium an der Hochschule für Musik Detmold und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2012 startete sie ihr eigenes Publikationskonzept „Referenzfläche“, in dem sie Texte mit handschriftlichen und anderen manuellen Eingriffen realisiert und in kleinen Auflagen zum Selbstkostenpreis vertreibt. Bisher erschienen fünf Ausgaben. Der 2015 von Bertram Reinecke herausgegebene Materialband „Mara Genschel Material“ enthält Faksimiles dieser Arbeiten sowie begleitende Essays von Kritikern und Kollegen. Weitere Einzelveröffentlichungen: „Tonbrand Schlaf“ (2008), „Vom Nachtalpenweg” (2009), „Cute Gedanken” (2017) und zuletzt das Hörspiel „Villa Genschel” (2017).

 

https://referenzflaeche.com/

 

https://hoeherevasen.wordpress.com/

 

Sian Vates Gedichte sind in „Cordite“, „otoliths“ und „Chalk“ erschienen. Ihr Chapbook „end motion / manifest“ wurde 2015 von Bulky News Press veröffentlicht. Sie wurde in Bathurst, New South Wales geboren und lebt derzeit in Melbourne, wo sie für den Gewerkschaftsbund und als Redakteurin der Literaturzeitschrift „Overland“ arbeitet.

 

artiCHOKE  #8 | Samstag 17. Dezember 2016

Den Auftakt der artiCHOKE Lesereihe bilden in diesem Jahr die DichterInnen 

Alice Notley (US/FR), sissi tax (AUT/DE), Arno Calleja (FR) und Luke Roberts (UK). Ihre gelesenen Texte sowie Übersetzungen und kurze 

 

Einleitungen erscheinen auch diesmal in einem Booklet.

sissi tax, geboren 1954 in der steiermark, lebt seit 1982 in berlin. sie hat ein buch über marie luise fleiszer geschrieben, getrude stein und david markson übersetzt. die titel ihrer im droschl verlag erscheinenden prosa trilogie lauten: “manchmal immer”, “je nachdem”, “und so fort”, der trilogie vierter band: “vollkommenes unvollkommenes”. der titel des fünften bandes wird lauten: “stumm filme schauen”. jüngst, am instititut für buchkunst, leipzig erschienen: “the looks, not the books”.

 

s. t. ist mitglied des köflacher vereins zur rettung des umlauts, der forschungsgruppe winchester ’73 und des fc movie berlin.

 

Arno Calleja (1975) studierte Philosophie und begann Anfang der 2000er Jahre, in Zeitschriften zu veröffentlichen. Er lebt im Süden Frankreichs. U.a. erschienen von ihm “Criture”, inventaire-invention, 2006; “À la bétonnière”, éditions le Quartanier, 2007; “La performance”, Joca Seria, 2012; “La Femme”, Derrière la salle de bains, 2013 und kürzlich “Sous la forêt”, Le Nouvel Attila, 2017. Gemeinsam mit Laura Vazquez leitet er die Revue Muscle.

 

Von Luke Roberts erschienen mehrere Chapbooks u.a. “False Flags” (2011), “Left Helicon” (2014), “Keep All Your Friends” (2014), “To My Contemporaries” (2015) und “Sorbet” (i.E. 2017). Im Rahmen seiner literaturwissenschaftlichen Tätigkeit schrieb er u.a. die Monographie “Barry MacSweeney and the Politics of Post-War British Poetry: Seditious Things” (2017).

 

Alice Notley wurde in Arizona geboren und lebt in Paris. In den späten 60ern und frühen 70ern lebte sie in der Lower East Side in New York und wurde zu einer wesentlichen Größe der zweiten Generation der sogenannten New York School. Insbesondere Langgedichte wie “Descent of Alette”, in dem Dantes Inferno und die epische Form durch ihrer eigenen visionäre Poetik neu geschrieben werden, machten sie seither zu einer zentralen feministischen Figur US-amerikanischer Lyrik. Sie veröffentlichte mehr als 20 Gedichtbände. Ihr Band “Mysteries of Small Houses” (1998) wurde für den Pulitzer Preis nominiert. Sie erhielt den Griffin Poetry Preis, den Los Angeles Times Book Award für Lyrik, sowie eine Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters. 2006 erschien “Grave of Light, New and Selected Poems, 1970-2005” bei Wesleyan University Press. Ihre letzter Gedichtband, “Certain Magical Acts” wurde 2016 von Penguin veröffentlicht und gewann den Ruth Lilly Poetry Preis.

 
artiCHOKE  #7 | Samstag 17. Dezember 2016

zur ARTICHOKEJAHRESABSCHLUSSVERANSTALTUNG (artiCHOKE #7) gibt es LESUNGEN & PERFORMANCES  (für lau) von ELKE ERB (DE) & FRANCESCA LISETTE (UK) &

LISA ROBERTSON (CAN). und wie immer ESSEN (warm & erschwinglich) und HEFTE (mit übersetzungen & einführenden texten)

Englisch & Deutsch

LISA ROBERTSON ist eine Kanadische Dichterin und in Frankreich ansässig. U.a. schrieb sie „Debbie. An Epic“, „R’s Boat“, „The Men. A Lyric Book“, „Nilling. Prose“ und „Cinema of the Present”. Jüngst erschien ihr letzter Band „Three Summers“ bei Coach House Books.

ELKE ERB: geboren 1938 in Scherbach / Voreifel, 1949 Umzug nach Halle / DDR, ab 1966 freischaffende Autorin in Berlin. Kurzprosa, Lyrik, prozessuale Texte („Winkelzüge oder Nicht vermutete, aufschlußreiche Verhältnisse“, 1991).

Zahlreiche Übersetzungen und Nachdichtungen, vor allem aus dem Russischen, und Herausgaben. Zuletzt erschienen „die crux“ (Prosa, 2003) und „Gänsesommer“ (Gedichte u. Kurzprosa, 2005). Sowie „Sonanz“ – Gedichte (Urs Engeler Editor 2008), „Meins“ – Gedichte (roughbooks 2010) und “Gedichte und Kommentare (poetenladen 2016).

FRANCESCA LISETTE ist Schriftstellerin und Performancekünstlerin. Ihr Buch Teens wurde 2012 von Mountain Press veröffentlicht. Kürzlich erschienen Arbeiten von ihnen in „Out of Everywhere 2: Linguistically Innovative Poetry by Women“ (Reality Street, 2015) und online auf COVEN Berlin. Francesca hat Lesungen und Performances in Großbritannien, Europa und auch in den USA gemacht. Derzeit lebt, arbeitet und performt Lisette in Berlin und studiert und praktiziert Astrologie.

http://francesca-lisette.tumblr.com

 
artiCHOKE  #6 | Samstag 10. September 2016

Die 6. Ausgabe der artiCHOKE Lesereihe wird mit den DichterInnen Chus Pato (ESP)Jèssica Pujol Duran (ESP/UK)Juan Diego Otero (COL/DE) und Tabea Xenia Magyar (CH/DE) mindestens auf vier Sprachen statt finden. Wie immer gibt es etwas erschwingliches zu Essen und ein Heft mit Arbeiten der DichterInnen, Übersetzungen und kurzen Einleitungen.

Galicisch, Spanisch, Englisch, Deutsch

Jèssica Pujol Duran lebt in London. 2014 war sie Gastdichterin an der University of Surrey. Sie ist Verlegerin von Alba Londres, einer Zeitschrift für Übersetzung, die sich auf britische, spanische und lateinamerikanische Literatur spezialisiert. Sie schreibt auf Katalanisch, Englisch und Spanisch und ihre Gedichte und Übersetzungen erschienen in Zeitschriften wie Tripwire, Datableed, Sibila, Kokoro, Hi Zero, onedit, Crater, La tribu de Frida und Summerstock und Anthologien wie Dark Would: anthology of language art und Donzelles de l’any 2000. Auf Englisch veröffentlichte sie zwei Chapbooks: Now Worry (Department, 2012) und Every Bit of Light (Oystercatcher Press, 2012); ein Buch auf Katalanisch: El país pintat (El pont del petroli, 2015). Ihr spanisches Buch Entrar es tan difícil salir mit Übersetzungen von William Rowe wird demnächst bei Veer Books erscheinen.

Chus Pato (Ourense, 1955) ist eine der wichtigsten Stimmen zeitgenössischer galizischer Dichtung. Zwischen 1991 und 2013 sind von ihr zehn Gedichtbände erschienen, u.a. die Pentalogie Decrúa, antes método,  zu der m-Talá (2000), Charenton (2004), Hordas de escritura (2008), Secesión (2009) und Carne de Leviatán (2013) gehören. Ihre Arbeiten wurden in mehrere Sprachen übertragen und genießen dank der Übersetzungen durch die kanadische Dichterin Erin Mouré im englischsprachigen Raum hohes Ansehen.

Jèssica Pujol Duran lebt in London. 2014 war sie Gastdichterin an der University of Surrey. Sie ist Verlegerin von Alba Londres, einer Zeitschrift für Übersetzung, die sich auf britische, spanische und lateinamerikanische Literatur spezialisiert. Sie schreibt auf Katalanisch, Englisch und Spanisch und ihre Gedichte und Übersetzungen erschienen in Zeitschriften wie Tripwire, Datableed, Sibila, Kokoro, Hi Zero, onedit, Crater, La tribu de Frida und Summerstock und Anthologien wie Dark Would: anthology of language art und Donzelles de l’any 2000. Auf Englisch veröffentlichte sie zwei Chapbooks: Now Worry (Department, 2012) und Every Bit of Light (Oystercatcher Press, 2012); ein Buch auf Katalanisch: El país pintat (El pont del petroli, 2015). Ihr spanisches Buch Entrar es tan difícil salir mit Übersetzungen von William Rowe wird demnächst bei Veer Books erscheinen.

Chus Pato (Ourense, 1955) ist eine der wichtigsten Stimmen zeitgenössischer galizischer Dichtung. Zwischen 1991 und 2013 sind von ihr zehn Gedichtbände erschienen, u.a. die Pentalogie Decrúa, antes método,  zu der m-Talá (2000), Charenton (2004), Hordas de escritura (2008), Secesión (2009) und Carne de Leviatán (2013) gehören. Ihre Arbeiten wurden in mehrere Sprachen übertragen und genießen dank der Übersetzungen durch die kanadische Dichterin Erin Mouré im englischsprachigen Raum hohes Ansehen.

 

artiCHOKE  #5 | Samstag 18.06.2016

Im Juni geht es weiter mit artiCHOKE. Die fünfte Veranstaltung der Lesereihe für Lyrik und Poetik, diesmal in vergrößerter Form:

Mit einem Theaterstück von Lucy Beynon und Lisa Jeschke,

zwei Lesungen mit Texten von Jackqueline Frost und Rob Halpern und mit gutem Essen.

Lisa Jeschke and Lucy Beynon live in London. This new piece, The Tragedy of Theresa May, is a sequel to their 2013 show David Cameron. Theresa May is the British Home Secretary, in charge of immigrants and police.

Jackqueline Frost ist Autorin von The Antidote (Compline Editions), sowie mehrerer Chapbooks: The Soft Appeal (Nous-Zot Press), You Have the Eyes of a Martyr (O’Clock Press) und zuletzt Young Americans (Solar Luxuriance US, Defector UK). Ihre Arbeit erschien u.a. in Rethinking Marxism, BOMB Magazine, Lana Turner, FanZine, Pez Espiral und LIES: a Journal of Materialist Feminism.

Common Place (Ugly Duckling Presse 2015) ist der neuste Gedichtband Rob Halperns. Andere Veröffentlichungen sind u.a. Music for Porn (Nightboat 2013), Disaster Suites (Palm Press 2009) und Rumored Place (Krupskaya 2006). Gemeinsam mit Taylor Brady verfasste er zudem das Langgedicht Snow Sensitive Skin, welches von Displaced Press neu aufgelegt wurde. Jüngste Aufsätze und Übersetzungen sind bei der Chicago Review, Journal of Narrative Theory und The Claudius App erschienen. Derzeit lebt Rob zwischen San Francisco und Ypsilanti, Michigan, wo er an der Eastern Michigan University und im Huron Valley Frauengefängnis unterrichtet.  

artiCHOKE  #4 | Samstag 30.04.2016

im April geht es weiter mit artiCHOKE und der vierten Veranstaltung der Lesereihe für Lyrik und Poetik, diesmal mit Nathalie Quintane und Antoine Hummel.  

Bei artiCHOKE begegnen sich AutorInnen aus deutsch- und anderssprachigen Kontexten, deren Schnittpunkte Diskussion und Austausch versprechen.

Zu jeder Veranstaltung erscheint ein Booklet mit exemplarischen Arbeiten, einer kurzen kritischen Einführung und Übersetzungen. 

 

Tonaufzeichnungen vergangener Veranstaltungen sind hier zu finden.

 

Nathalie Quintane lebt und schriebt in Digne les Bains, wo sie auch als Hochschullehrerin tätig ist. Ihre dichterische und politische Satire wurde u.A. bei P.O.L. und La Fabrique veröffentlicht. Berüchtigt ist sie u.A. dafür, mit großer Mühe versucht zu haben, in ihrem Garten sowohl Tomaten als auch Aufstände gedeihen zu lassen (siehe Tomates, P.O.L., 2010).  

Antoine Hummel kommt aus Paris und lebt in Berlin. Seit 10 Jahren wird er von seinem Blog veröffentlicht, so z.B. auch sein Querschnitt durch Alles. Auf Englisch erschienen seine Texte bei Veer Books, und auf Deutsch, Französisch und Englisch auch bei Rad Für Alle.

 

artiCHOKE  #3 | Do. 04. Feb. 2016

CHRISTINA CHALMERS

ULF STOLTERFOHT

SEAN BONNEY

 

_DE

artiCHOKE startet 2016 mit einer Lesung von Christina Chalmers (UK), Ulf Stolterfoht (DE) and Sean Bonney (UK/DE).

 

_EN

artiCHOKE is starting 2016 with a reading by Christina Chalmers (UK), Ulf Stolterfoht (DE) and Sean Bonney (UK/DE).

 

Christina Chalmers Gedichte erschienen u.A. auf und in  The Claudius App., Hi Zero, SCREE und kürzlich in Asphodel; ihr Buch WORK SONGS wurde 2013 bei Shit Valley veröffentlicht.

Christina Chalmers poems have appeared in and on The Claudius App., Hi Zero, SCREE, and most recently Asphodel, amongst other places; her book WORK SONGS came out from Shit Valley Verlag in 2013.

Ulf Stolterfoht, geboren 1963 in Stuttgart, lebt in Berlin. Lyriker und Übersetzer.

Zuletzt erschienen “was branko sagt”, Ostheim/Rhön: Verlag Peter Engstler 2014 und “neu-jerusalem”, Berlin: kookbooks 2015. Stolterfoht ist Knappe der Lyrikknappschaft Schöneberg, Mitglied des Impro-Kollektivs Das Weibchen und betreibt den kleinen Verlag

BRUETERICH PRESS.

Ulf Stolterfoht was born in 1963 in Stuttgart and lives in Berlin. A poet and translator, his most recent publications are “was branko sagt”, Ostheim/Rhön: Verlag Peter Engstler 2014 and “neu-jerusalem”, Berlin: kookbooks 2015. Stolterfoht is squire of the Schöneberg Poetry Miners’ Guild, member of the improv collective Das Weibchen and runs the small press BRUETERICH PRESS.

Sean Bonneys Letters Against the Firmament erschien Ende 2015 bei Enitharmon Press. Nach einem langjährigen Aufenthalt in London zog er vor Kurzem nach Berlin, wo er an einem Buch über die anarchistische Dichterin Diane di Prima arbeitet. Seine Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Sean Bonney’s “Letters Against the Firmament” was published in late 2015. After many years living in London he has recently moved to Berlin, where he is working on a book about the anarchist poet Diane di Prima. His work has been translated into several languages.

Sirag

Konzert_Performance

 
SIRAG

Wael Sami Elkholy, Ibrahim Ghareib & Nora Amin

 

An endeavor to reach the transcendence of a shared past of intellectual and artistic coloniality.

Di. 03.03.20 | 20:00 – 21:00 | Kasse/Bar 19:30 | Eintritt 5 /7/11 €

_EN

Sirag is an intercultural experiment combining the original music compositions of Wael Sami Elkholy with the monologues written by Nora Amin, to create a performative state of sensitivity, pleasure, emotionality and openness. An endeavor to reach the transcendence of a shared past of intellectual and artistic coloniality.Nora Amin: Writer, performer, choreographer & theatre director based in Berlin. Working in the intersection between dance, theatre & literature with a focus on the political issues of racism, sexism, trauma and coloniality. Author of the acclaimed book “Weiblichkeit im Aufbruch” (MSB, Matthes& Seitz, 2018 Berlin).Wael Sami Elkholy: Der ägyptisch-schweizerische Komponist, Sänger und Performer arbeitet in verschiedenen musikalischen Bereichen. Sein Spektrum reicht von der klassischen zeitgenössischen Musik über traditionelle und experimentelle Klänge bis hin zum Pop. Er ist in Theaterstücken, Musicals und Konzerten als Solist oder zusammen mit seiner Band Ab3ad zu sehen und zu hören.www.wael-sami.comIbrahim Ghareib: Der ägyptischer bildender Künstler, arbeitet auch als Bühnenbildner für das freie Theater. Filmregisseur des Dokumentarfilms “Ein Volksfeind”: Reise zum Überleben”. Schauspieler und Architekt.Von und mit: Wael Sami Elkholy | Musik – Ibrahim Ghareib | Visuals – Nora Amin | LyrikKindly supported by prohelvetiaIn German, Arabic, English and French

Brot und Rosen

Lesung

 
BROT UND ROSEN

Brot und Rosen Deutschland. Internationale sozialistische Frauenorganisation

“Brot und Rosen. Geschlecht und Klasse im Kapitalismus”

Buchvorstellung und Diskussion mit der argentinischen Feministin und Marxistin Andrea D’Atri

Mi. 23.02.19 

_DE

Niemand kann bestreiten, dass wir in den vergangenen Jahren weltweit eine neue Welle des Feminismus erleben. Sie reicht von den Mobilisierungen für #NiUnaMenos in Argentinien gegen sexistische Gewalt bis zur massiven #MeToo-Kampagne in den USA, die die sozialen Medien eroberte und in der Filmindustrie einschlug; von den Streiks der Frauen in Island und Frankreich gegen den Gender Pay Gap oder gegen die Einschränkung des Abtreibungsrechts in Polen, bis zu den Millionen Frauen, die im Spanischen Staat auf die Straße gehen und die patriarchale Justiz verurteilen. Auch in Deutschland kommt diese neue Dynamik der weltweiten Frauenbewegung langsam an.

Vor diesem Hintergrund erscheint im Februar 2019 im traditionsreichen Argument Verlag das Buch Pan y Rosas der argentinischen sozialistischen Feministin Andrea D’Atri zum ersten Mal auf deutsch. Unter dem Titel “Brot und Rosen. Geschlecht und Klasse im Kapitalismus” hat die sozialistische Feministin und Ökonomin Lilly Schön das Werk übersetzt, das in der spanischsprachigen Welt inzwischen zu einem Standardwerk zur Einführung in die Geschichte der sozialistischen Frauenbewegung und die Debatten des Feminismus heute geworden ist.

In Berlin stellt die Autorin gemeinsam mit der Übersetzerin das Buch nun erstmals einem deutschen Publikum vor. In deutscher und spanischer Sprache.

Mit Unterstützung von Argument Verlag, Klasse Gegen Klasse

PHILOKIDS – Die Atomisten

Theater

 
PHILOKIDS – Die Atomisten

(DENKEN / denken) Philosophieren mit Kindern

Wir laden ein zu der Zwischenpräsentation “WAS IST DIE WELT?” des Schüler-Projektes

DIE ATOMISTEN – Sein oder Nicht-Sein?

Do. 21.02.19

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DIE ATOMISTEN – Was ist die Welt?

Können wir unseren Beobachtungen trauen? Ist das, was wir „überprüfbare Fakten“ nennen, tatsächlich der Maßstab unserer Wahrheitsauffassung? Was ist eigentlich die “Welt”?

Schon vor 2500 Jahren stellten Denker die Frage, ob das Nicht-Seiende ebenso existent ist wie das Seiende. Parmenides stellt fest, dass nur dem Seienden Existenz zukommt, dem Nicht-Seienden aber nicht. Jedoch behauptet er auch: “Dasselbe ist Denken und Sein”. Könnte also alles, was wir denken, Realität sein oder werden? Was ist die Welt?

Eine Schildkröte, wenn sie nur einen kleinen Vorsprung erhält, kann von Achill, dem schnellsten Läufer der Welt, niemals eingeholt werden. Obwohl dies unserer Alltagsauffassung zuwiderläuft, lässt sich das schlüssig beweisen. Ist also eine logische Argumentation schon die Wahrheit, obwohl sie unseren Erfahrungen widerspricht? Was ist die Welt?

Die ATOMISTEN zerlegten die Welt gedanklich in ihre Grundbausteine, in Atome. Die Erforschung der Welt, die Frage nach der Wirklichkeit und der Zusammenhang alles Seienden ist Philosophen wie Kindern eigen. „Die Anfänge der westlichen Philosophie, der ATOMISTEN, ist beherrscht von dem Ursprung alles Seienden, nach dem unvergänglichen und unveränderlichen Sein hinter all dem Werden und Vergehen.“ (H. Diels)

Kreativ und mit interkultureller Perspektive erforschten, durchspielten, erschufen 13 Kinder des 6. Jahrgangs der Jens-Nydahl-Grundschule unterschiedlichste Weltmodelle und Wirklichkeitsauffassungen, wobei sie sich von den Fragmenten der Vorsokratiker inspirieren ließen.

Mit: Ahmet Bağcı, Massa Bouta, Muhammed Çakan, Günay Çetin, Rula El-Hussein, Nour El-Kassem, Hilal Gün, Şuranur Kairis, Ravza Kaya, Furkan Örnek, Ralia Remmou, Esma Ulutürk, Berkay Uysal

Künstlerische und pädagogische Leitung: Fred Poememrehn, Julia Schreiner, R K. de Mello

Finanziert durch „Kultur macht stark“

In Kooperation: S27, Jens-Nydahl-Grundschule, Namik-Kemal-Bibliothek (Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße)

Staging Difficult Pasts

Diskussion

 
Staging Difficult Pasts: Thomas Heise im Gespräch

Heise bringt die Deutsche Geschichte mit der Kamera in die Nahdistanz.

Sa. 14.12.19 | 20:00 | Eintritt frei

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Der Dokumentarfilmer, Autor und Theaterregisseur Thomas Heise bewegt sich mit seinen filmischen Historiographien in einem Raum des Uneindeutigen und der Ambivalenzen. Von seinen frühen Arbeiten aus den 1980er Jahren in der DDR, über die Wendezeit, bis hin zu seinem jüngsten, vielfach preisgekrönten Film „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ (2019), gelingt es ihm, deutsche Geschichte mit der Kamera in die Nahdistanz zu bringen. Die Vergangenheit wird bei Heise – häufig aus biographischer Perspektive – als etwas Unbewältigtes und Unabgeschlossenes erfahrbar. Die Kamera bildet bei Heise historisches Geschehen nicht einfach ab, sie erscheint vielmehr als ein Instrument (oder sogar als ein Organ) des Denkens schwieriger Geschichte(n).

Anhand ausgewählter Beispiele aus dem dokumentarfilmischen Werk Heises, soll es an diesem Abend um die Kinematographie historischer Zeit gehen. Im Rahmen einer Geschichtswerkstatt „Staging Difficult Pasts“ treffen sich zwei Studierendengruppen aus Minneapolis und Berlin mit Thomas Heise zum Gespräch. Diskutieren Sie mit!

In deutscher und englischer Sprache.

Geschichtswerkstatt „Staging Difficult Pasts“ | Freie Universität Berlin – Institut für Theaterwissenschaft und Department for Theatre Arts & Dance an der University of Minnesota in Verbindung mit Vierte Welt. Gefördert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Imbiss-Spezial, DEFA 1989 von Thomas Heise ist z.Zt. beim RBB online zu sehen!

Weltjugendfestspiele Berlin Hauptstadt der DDR 1973

Gelbe Westen, grüne Pfeifen.

Debatte

 
GELBE WESTEN, GRUENE PFEIFEN.

 Wie könnte eine Klimabewegung aussehen, die nicht das große „Wir“ beschwört, sondern die Klassenfrage ernst nimmt?

Eine Veranstaltung der Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft mit den

Workers for Future aus Leipzig.

Fr. 13.12.19 | 19:30 | Eintritt frei

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DIe Bergarbeiter, die sich gegen die Proteste im Hambacher Forst gestellt haben, und die Bewegung der französischen Gelbwesten, die sich an einer geplanten Erhöhung der Benzinsteuer entzündet hat, scheinen es deutlich zu zeigen: Die Arbeiterklasse ist ein konservatives Element geworden, dringend nötigen Maßnahmen gegen den Klimawandel stellt sie sich offensiv entgegen.

Diesem Bild widersprechen die (Future) Workers for Future: Das populistische Schema „ökologische Elite versus konservative Produktionsarbeiter“ wird medial aufgebauscht, es gibt durchaus proletarische Unterstützung für Umweltschutzmaßnahmen. Eine Klimabewegung aber, die Investitionsprogramme für grüne Kapitalisten durch Verarmung von Lohnabhängigen finanzieren will, kann kaum auf deren Zuspruch hoffen.

Gegen das große klassenneutrale Wir, das in der Klimabewegung beschworen wird, wollen wir über die Möglichkeiten einer sozialrevolutionären Orientierung in den aktuellen Protesten diskutieren.

Chile im Aufruhr

Diskussion

 
Chile im Aufruhr: Revolte gegen den Neoliberalismus

 

Mit Videos und Augenzeugenberichten zu den aktuellen Ereignissen in Chile

Eine Veranstaltung von KlasseGegenKlasse.org und Revolutionäre Internationalistische Organisation (RIO)

Di. 13.12.19 | 19:00 | Eintritt frei

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Seit Mitte Oktober kommt Chile nicht zur Ruhe: Eine große Wut auf über 30 Jahre Neoliberalismus entlädt sich in Massendemonstrationen, Generalstreiks und Straßenblockaden. Der Staat antwortet mit brutaler Repression durch Polizei und Militär, die zu dutzenden Toten und Tausenden Verletzten geführt hat und auch Folter und Vergewaltigungen beinhaltet. Dennoch dauern die Proteste an. Bei der Veranstaltung wollen wir über die aktuelle Situation in Chile berichten, mit Video-Beiträgen aus Chile und Augenzeugenberichten, sowie darüber diskutieren, wie der Protest gegen die rechte Piñera-Regierung siegreich sein kann – und wie aus der Massenrebellion eine tatsächliche Revolution werden kann.

KTB

Zu Gast in der Vierten Welt | Veranstaltungsreihe 

 
Kritische Theorie in Berlin

[ Seit Feb. 2017 in der Vierten Welt ]

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Mit dem in-context-Format bewegt sich die Initiative Kritische Theorie in Berlin (getragen vom Center for Humanities and Social Change an der HU Berlin) in die politische Debatte und im städtischen Raum. 

 

Unter dem Anspruch der Zeitdiagnose werden drängende politische Themen wie das Erstarken des Rechtspopulismus, die Herausforderungen der Migration und das Problem sozialer Ungleichheit diskutiert. 

 

Das – dem in-context-Format zugeordnete – Motiv der Straße steht dabei für den Anspruch auf Öffentlichkeit: hier sollen nicht nur Meinungen und Kritik ausgetauscht, sondern überhaupt erst gemeinsam gebildet und geschärft werden. Das Straßenmotiv steht vor allem aber auch für die der Theorie eigenen Hoffnung auf emanzipative Praktiken ein.

 
Über Sozialismus reden
Do. 12.12.2019 | 18-21 Uhr | Eintritt frei

 

Auftakt einer Veranstaltungsreihe der Kritische Theorie Berlin (KTB), die der Frage nachgeht: Gibt es überhaupt die Idee des Sozialismus oder bedarf es vielfältiger Sozialismen, um den Weg in eine solidarische Moderne zu beschreiten?

 

Mit Lea Ypi (London School of Economics), Giacomo Corneo (Freie Universität Berlin) und Michael Brie (Rosa-Luxemburg-Stiftung).

 

Gegenwärtig werden in den westlichen Demokratien die Stimmen lauter, die eine Wieder- und Neubelebung sozialistischer Projekte fordern. In den Mutterländern des Neoliberalismus, den USA und Großbritannien, können Politiker*innen, die sich offen für einen „demokratischen Sozialismus“ aussprechen, in den letzten Jahren wieder breite Massen mobilisieren. Und auch in der akademischen Welt gibt es Versuche, neue Debatten über das Konzept des Sozialismus anzustoßen. 

Dabei ist unbestritten, dass eine jede Wiederbelebung des Konzepts die Geschichte der realen Sozialismen kritisch reflektieren muss. Strittiger sind die Fragen, wie genau ein sozialistisches Zukunftsprojekt zu verstehen und zu realisieren ist und welche gesellschaftlichen Bereiche es umfassen sollte. Von ihrer Beantwortung hängt ab, was genau unter „Sozialismus“ verstanden wird.

 

Wie weitreichend sind die gesellschaftlichen Transformationen, die unter den Begriff des Sozialismus gefasst werden? Stellt sich ein sozialistisches Zukunftsprojekt im Wesentlichen als alternative Wirtschaftsordnung dar? Oder betrifft das, was unter den Begriff des Sozialismus fällt, die tiefer liegende (moralische) Idee eines alternativen Freiheitsverständnisses, das sich von dem des Liberalismus abgrenzt? Gibt es überhaupt die Idee des Sozialismus oder bedarf es vielfältiger Sozialismen, um den Weg in eine solidarische Moderne anzustoßen?

 

Eine Veranstaltung des Center for Humanities and Social ChangeHumboldt-Universität zu Berlin und Vierte Welt.

 
Krise, Kritik und Zukunft des Sozialstaats

Mittwoch 09.01.2019 | 18:00 – 21:00

 

Der Sozialstaat bildet in institutioneller und normativer Hinsicht ein zentrales Element moderner westlicher Gesellschaften. 

Seine Herausbildung stellte historisch betrachtet einen enormen sozialen Fortschritt dar: Mit der Einführung sozialer Bürgerrechte und Sicherungsleistungen wurde den Bürgern ein Anspruch auf ein Mindestmaß an sozialer Gleichheit und Teilhabe gewährt und so einem krassen Pauperismus entgegengewirkt. 

Als eine Vermittlungsinstanz zwischen Demokratie und Kapitalismus trägt der Sozialstaat damit sowohl zur sozialen Integration in die Gesellschaft als auch zum funktionsfähigen Zusammenwirken der verschiedenen Gesellschaftsbereiche bei.

 

Nun befindet sich der Sozialstaat schon länger in einer Krise, die nicht zuletzt auch von einer von links geäußerten Kritik gegenüber ihm mitgetragen wurde. Dies erklärt sich unter anderem dadurch, dass viele der Errungenschaften, die das wohlfahrtsstaatliche Arrangement bot, aufs Engste mit negativen Folgen verbunden waren. So etwa gehörten zur sozialen Sicherung und Integration immer schon Mechanismen der sozialen Kontrolle, Normierung, Standardisierung und des Ausschlusses von bestimmten Teilen der Bevölkerung. Hinzu treten neue Herausforderungen im Zuge einer neoliberalen Umgestaltung und globalisierten Welt, die die normative Institution des Sozialstaats in ihrer Geltung aushöhlen und infrage stellen. 

 

Gewachsene Problemlagen und sozialstaatliche Lösungsangebote geraten so immer mehr in ein Missverhältnis, das die Frage nahelegt, ob es sich bei dem Sozialstaat um ein historisch ‚überlebtes‘ Gebilde handelt oder nicht doch die Notwendigkeit besteht, diesen – und seine emanzipatorischen Aspekte – zu verteidigen und dabei neu zu denken.

 

Zu Gast Claus Offe (Professor Emeritus of Political Sociology an der Hertie School of Governance) und Stephan Lessenich (Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München)

 
Zur Rekonstruktion und Aktualität der Theorie des autoritären Charakters

Donnerstag 08.02.18 | 18:00 – 21:00

 

Von #hatespeech über #fakenews, Reichsbürgertum und Rechtspopulismus bis hin zum US-Präsidenten – die Weltlage scheint so sehr aus den Fugen geraten, dass sich kaum eine Debatte ihrem Sog entziehen kann. Dass zur Erklärung dieser Phänomene mehrere Ebenen der Analyse ineinandergreifen müssten, ist weitgehend unbestritten: Milieu und Herkunftsgeschichte der Beteiligten, die Struktur der Öffentlichkeit sowie Affektmuster und Urteilsformen dürften – neben vielen anderen Aspekten – eine Rolle spielen.

 

Mit der Theorie des autoritären Charakters beziehungsweise der autoritären Persönlichkeit ist, ausgehend von Arbeiten des Instituts für Sozialforschung und der University of California in den 1930er und 1940er Jahren, ein bis heute einflussreiches Paradigma entwickelt worden, um diese Dimensionen miteinander in Verbindung zu bringen. Umso mehr muss die Beobachtung irritieren, dass es gegenwärtig eher am Rand als im Zentrum des Diskurses zu operieren scheint.

 

Trifft diese Wahrnehmung überhaupt zu? Wenn ja: Welche Gründe kämen dafür in Betracht? Sind beispielsweise die tiefenpsychologischen Zutaten des Theoriestrangs aktualisierungsbedürftig bzw. aktualisierbar? Formen die Sozialisationsbedingungen von heute Subjekte, an denen das Konzept des autoritären Charakters vorbei geht? Was lässt sich andererseits möglicherweise nur (oder besonders überzeugend) unter Rückgriff auf Theorien an der Schnittstelle von Soziologie, Psychologie und Philosophie zeigen? Kurzum: Wie aktuell ist die Theorie des autoritären Charakters?

 

Diese und verwandte Fragen werden im Rahmen der Reihe „in Context“ des Lehrstuhls für Sozialphilosophie der Humboldt Universität zu Berlin am 8. Februar von und mit Oliver Decker (Leipzig), Jan Weyand (Erlangen) sowie Eva-Maria Ziege (Bayreuth) in der „Vierten Welt“ diskutiert werden.

 

Die Veranstaltung wird organsiert von Selana Tzschiesche und Jan-Philipp Kruse.

 
Zurück zur Klassenfrage?
Soziologische Perspektiven auf den Erfolg der neuen Rechten

30.11.17 | 18:00 – 21:00

 

Die Diskussion um das Erstarken der neuen Rechten ist von einer starken Polarisierung gekennzeichnet: Die eine Seite erhebt den Vorwurf, dass die Vernachlässigung der sozialen Frage innerhalb des Diskurses der Identitätspolitik mitverantwortlich für Entstehung und Erfolg des Rechtspopulismus ist; die andere Seite verteidigt die Berechtigung der politischen Errungenschaften und theoretischen Einsichten, die im Zuge der jüngsten Emanzipationskämpfe gesellschaftlicher Minderheiten gewonnen wurden. 

Während die einen eine Rückkehr zur alten Klassenfrage fordern, halten die anderen diese Forderung für theoretisch unterkomplex und politisch fragwürdig.

 

In der Diskussion mit den Soziologinnen Cornelia Koppetsch und Silke van Dyk wollen wir der Frage nachgehen, ob und inwiefern der Begriff der Klasse für die soziologische Analyse und die politische Auseinandersetzung mit der Neuen Rechten hilfreich ist. 

Kann der Aufstieg der neuen Rechten plausibel als Resultat eines “symbolischen Klassenkampfes“ der vom gesellschaftlichen Abstieg bedrohten Mittelschicht erklärt werden (vgl. Koppetsch 2017)? Muss eine „emanzipatorische und zeitgemäße Politik“ nicht von einer Analyse der „tatsächlichen Klassenverhältnisse“ (vgl. Dowling/van Dyk/Graefe 2017) ausgehen? 

 

Diese und ähnliche Fragen werden an diesem Abend adressiert und, unter der Moderation von Rahel Jaeggi, mit Cornelia Koppetsch und Silke van Dyk diskutiert.

 
Wendy Brown: Neoliberal Revolution and Apocalyptic Populism

30.06.17 | 17:00 – 19:30

 

In her latest book, Undoing the Demos, Wendy Brown has provided an analysis of neoliberalism not just as enforced market liberalization, but as a specific form of governmentality. Under the rule of neoliberalism, subjects and institutions are molded and re-invented according to the norms of homo oeconomicus. Reification-effects are thus not described as results of economic processes but as expressions of an encompassing episteme.

 

Brown already pointed to detrimental effects for democratic self-governance from the totalization of market-rationality. In the face of Donald Trump’s recent ascend to the White House, she extends her diagnosis. Far from a break with Neoliberalism, for Brown the „apocalyptic populism“ is a reaction which allows neoliberalism to absorb much of the rage it created. Insisting on a regressive notion of freedom as entitlement, it allows right-wing movements to foreclose alternatives to the capitalist order and divert resistance. Inadvertently however, this problematic constellation also points to the possibility of a broad alliance of emancipatory forces.

Brown already pointed to detrimental effects for democratic self-governance from the totalization of market-rationality. In the face of Donald Trump’s recent ascend to the White House, she extends her diagnosis. Far from a break with Neoliberalism, for Brown the „apocalyptic populism“ is a reaction which allows neoliberalism to absorb much of the rage it created. Insisting on a regressive notion of freedom as entitlement, it allows right-wing movements to foreclose alternatives to the capitalist order and divert resistance. Inadvertently however, this problematic constellation also points to the possibility of a broad alliance of emancipatory forces.

 

We will discuss with Wendy Brown after responses held by Hannah Meißner and Rahel Jaeggi.

The event is moderated by Sabine Hark.

 
Soziale Ungleichheit, Rechtspopulismus und Anti-Genderismus.
Eine Diskussion mit Sabine Hark und Sighard Neckel

27.04.17 | 18:00 – 21:00

 

Im Rahmen der Reihe „Critical Theory in Context“ haben Sabine Hark, Professorin an der TU Berlin, sowie Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung und Sighard Neckel, Professor für Gesellschaftsanalyse und Sozialer Wandel an der Universität Hamburg, am 27. April das Thema „Soziale Ungleichheit, Rechtspopulismus und Anti-Genderismus“ in der Vierten Welt mit vielen Interessierten diskutiert.

 
Oliver Nachtwey: Die Abstiegsgesellschaft

Do. 16.02.17 | 18:00 – 21:00

 

Im Rahmen der Reihe

Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne

Organisation: Rahel Jaeggi & Isette Schuhmacher

 

„Die Moderne entwickelt sich weiter, aber gleichzeitig zurück.” Wir befinden uns in Zeiten eines fundamentalen Wandels westlicher kapitalistischer Gesellschaften: Die ‚soziale Moderne‘, die für sozialen Aufstieg und Integration stand, ist vergangen und an ihre Stelle eine Gesellschaft des sozialen Abstiegs, der Prekarität, verschärfter Krisen und Konflikte getreten.

 

Oliver Nachtwey entwickelt in seinem jüngst erschienenen Buch diese These einer regressiven Modernisierung von Errungenschaften der sozialen Moderne. Dabei zeichnet er die Erosionsprozesse auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen eindrücklich nach und beschreibt, wie mit „Sozialstaat, Normalarbeitsverhältnis, und sozialem Aufstieg“ auch das demokratische Gemeinwesen mit seinem Versprechen auf soziale Teilhabe und Integration in seiner “Geltung ausgehöhlt“ werde. All dies mag uns nicht neu erscheinen. Auf bemerkenswerte Weise allerdings schildert Nachtwey eine Krise moderner Gesellschaften in ihrer Breite, ihren Auswirkungen auf das Entstehen neuer Protestbewegungen – dem ‚neuen Aufbegehren‘ – und reaktualisiert dabei ein Vokabular der frühen Kritischen Theorie, die ihrerseits ‚kapitalistische` Entwicklungen auf die ihnen eingeschriebenen regressiven Tendenzen hin befragt hat.

 

 

Organisation: Rahel Jaeggi & Isette Schuhmacher

Interjections

Performance

 
Interjections (Liminal Act)

 Lenka Kocisova / Akkamiau 

Fructile Chaos, Fertile Nothingness, A Storehouse Of Possibilities.

Sa. 11.12.19 | 20:00 – 21:00 | Karten/Bar 19:30 | Eintritt 8/13 Euro Abendkasse

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Adaptation of Akkamiau’s InTerjeCtions EP, recently released on Detroit Underground, into a liminal performance. At “work in progress” showcase four-channels sound is accompanied by 3D visuals created by Jakub Krejci, sourcing in the original b&w animation by Anastasiia Holumbovska.

This obscure audiovisual content meets with movement performance by three female dancers from CollapsetoFraction collective under Calvin Bernauer choreography. Performers interact in between and also with the audience, work with their perception of the space and movement within, evoke emotions and create connections. Interjections deal with internal issues such as trauma or stress induced disorders in the beneficial and healing way through various forms of vibrations.

Liminality can perhaps be described as a fructile chaos. A fertile nothingness, a storehouse of possibilities, not by any means a random assemblage but a striving after new forms and structure, a gestation process, a fetation of modes appropriate to anticipating post-liminal existence.

Victor Turner

Spatial Sound Lenka Kocisova / Akkamiau Visuals Jakub Krejci |

Animation Anastasiia Holumbovska Choreography Calvin Bernauer |

Performance CollapsetoFraction | Marlene Kahl Canay Dörtyol Paula Pröbrock

Design Kamba | Technical Assistance Roy Funke

Frauen und Revolution

Diskussion

 
Frauen und Revolution – das große Bild der Geschichte

Dania Alasti & Eva von Redecker

 

Geschichte, Geschlechterverhältnisse und Revolution.

Mi. 13.11.19 | 20:00 – 21:30 | Karten/Bar 19:30 | Eintritt 3/8/12 Euro

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Frauen protestierten vor hundert Jahren in Massen gegen den Ersten Weltkrieg und das deutsche Kaiserreich. Ihre Streiks, Demonstrationen und Ausschreitungen leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Novemberrevolution. Doch während der Kämpfe um die Richtung und Deutung der Revolution tauchten Frauen als Massenerscheinung nicht mehr auf.

Dania Alasti vertritt in ihrem Buch „Frauen der Novemberrevolution. Kontinuitäten des Vergessens“ die These, dass sich in den Protesten Konflikte zeigten, die in der spezifischen Rolle von Frauen als Versorgerinnen angelegt sind. Ein Unverständnis gegenüber diesen Konflikten erschwerte die Bildung politischer Organe, in denen diese Frauen ihre Wünsche in Programmen hätten artikulieren können. Stattdessen wurden sie von Zeitgenossen verdrängt und von der Geschichtsschreibung vergessen. Mit Eva von Redeckers prozessualen Revolutionsverständnis aus ihrem Buch „Praxis und Revolution. Eine Sozialtheorie radikalen Wandels“ lässt sich dieser Teil der Geschichte neu erschließen und sozialphilosophisch weitergefragt werden. In welchen Hinsichten war die Novemberrevolution revolutionär? Was macht Gelingen oder Scheitern einer Revolution aus? Wie ist Verdrängen, Verschwinden und Vergessen aus dieser Perspektive zu verstehen? Die Diskussion soll den Raum für eine feministische Geschichtsphilosophie eröffnen, die Wiederholungen, Kontinuitäten und Brüche unter anderem durch die Betrachtung der Geschlechterverhältnisse begreifbar macht. Alastis Neukonstellierung der Vergangenheit trifft sich mit Redeckers Wiederaneignung von Utopien und bricht unser Gegenwartsverständnis doppelt auf.

Ein Abend mit Dr. Eva von Redecker (sie ist Philosophin, ihr jüngstes Buch trägt den Titel Praxis und Revolution. Eine Sozialtheorie radikalen Wandels, sie ist außerdem Autorin von Gravitation zum Guten. Hannah Arendts Moralphilosophie [Lukas Verlag 2013] und Zur Aktualität von Judith Butler. Eine Einleitung in ihr Werk [VS Verlag 2011]) und Dania Alasti (sie ist Doktorandin an der FU Berlin zum Thema Gewalt und Frieden, und Autorin von Frauen der Novemberrevolution. Kontinuitäten des Vergessens [Unrast Verlag 2018]).

Moderation: Lena Böllinger (Erziehungswissenschaftlerin, Soziologin, Feministin)

„Redeiras dum mundo melhor“

Diskussion & Konzert

 
„Redeiras dum mundo melhor“

Tomé Laxe (BNG)

 

Politische Debatte über internationalistische Netzwerke & Benxamín Otero (Weltmusik).

Mit Musik und herbstlichen Veggie-Menü.

Sa. 02.11.19 | 17:00 – 23:00 | Bar 20:00 | Eintritt frei

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Dear comrades, dear friends,

we are very glad and proud to invite you to our 3rd political meeting in Berlin-Kreuzberg (Theater Vierte Welt). This time we will have the chance to discuss international solidarity in Germany from different kind of political organizations, civil rights movements and Marxist media who seek to spread an antiimperialist media network.

Because we are going to talk about networks, past and present experiences and how to strength them for the future we took that powerful image of a specialist in repairing fisher nets, a traditional key job in our coasts which is conducted by women but even today invisible for the Capitalist labour laws.

After the discussion you can enjoy at 8 PM a World-Music concert of a great musician, Benxamín Otero, coming directly from Galicia to Berlin for this unique event. Free entrance and vegetarian menu on our best peasant cuisine typical for our foggy and cold autumn.

Ästhetik nach Adorno – Autonomie, Kritik, Versöhnung

Diskurs | AK Ästhetik nach Adorno

 
Ästhetik nach Adorno – Autonomie, Kritik, Versöhnung

Das Symposium untersucht die Aktualität der ästhetischen Theorie Theodor W. Adornos anhand zeitgenössischer künstlerischer Phänomene.

 

Sa. 22.06. – So.23.06.2019 | 09:30 – 18:00 | Eintritt frei

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In der Analyse und Kritik jüngerer ästhetischer Entwicklungen wird insbesondere das Verhältnis von Kunst zu Politik und Gesellschaft Gegenstand der Auseinandersetzung sein.

Gefördert von der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft und dem AStA der UdK.

Medienpartner: Jungle World, Freies Sender Kombinat, Phase 2.

Für weitere Informationen: www.aesthetiknachadorno.de.  

Deutsche Wohnen & Co enteignen – Keine Rendite mit der Miete

Politik

 
Deutsche Wohnen & Co enteignen – Keine Rendite mit der Miete

Canan Bayram (MdB) lädt ein zur Gesprächsreihe: Recht und gerecht?

Di. 18.06.19 | 19:00 – 21:00 | Eintritt frei

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Warum wird für den Bau von Autobahnen enteignet, aber nicht für Mieter*innen? Warum wollen Aktionäre Geld auf dem Rücken der Mieter*innen verdienen? Wie schützt der Staat die Mieter*innen?

Ich lade Sie ein zu einem Gespräch mit Katrin Schmidberger (MdA B90/Die Grünen), Harry Liebs (Freier Autor, u.a. Jungle World) und Michael Prütz (Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen)

Mit dem Rechtsstaat gegen Rheinmetall?

Politik | Interventionistische Linke Berlin (AG Krieg und Frieden)

 
Mit dem Rechtsstaat gegen Rheinmetall? Erst Heckler&Koch, dann SIG Sauer. Ist Rheinmetall der nächste?

Jan van Aaken, Prozessbeobachter im Heckler&Koch Prozess, und Miriam Saage-Maas, Rechtsanwältin beim ECCHR, diskutieren.

Fr. 14.06.19 | 19:00 – 21:30 | Eintritt frei

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Droht dem Rüstungskonzern Rheinmetall ein Gerichtsverfahren? Die Waffenhersteller Heckler&Koch und SIG Sauer wurden bereits wegen illegaler Waffenlieferungen verurteilt: Mitarbeiter*innen und (Ex-)Manager bekamen Bewährungsstrafen, die Konzerne müssen Strafen in Millionenhöhe zahlen. Auch gegen die italienische Tochter des Rüstungskonzerns Rheinmetall ist Anzeige erstattet worden.

Die Vereinten Nationen sprechen vom Jemenkrieg als von der größten humanitären Katastrophe der Welt. Cholera ist ausgebrochen. Hunger wird als Waffe eingesetzt. Parouillenboote der deutschen Lürssen-Werft werden mutmaßlich eingesetzt, um die Seeblockade des Jemen aufrechtzuerhalten.

Und auch Rheinmetall mischt ganz vorne mit bei dieser Katastrophe: RWM Italia S.p.A, die italienische Tochter des Rüstungskonzern Rheinmetall, liefert u.a. Munition an die von Saudi-Arabien geführte Golfallianz im Jemenkrieg. Bei den Luftangriffen der Allianz werden immer wieder Zivilist*innen getötet und zivile Einrichtungen zerstört. Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) hat deshalb Anzeige gegen Manager*innen der Rheinmetall-Tochter gestellt.

Wir wollen gemeinsam mit Jan van Aken, Ex-Bundestagsabgeordneter DIE LINKE und Prozessbeobachter im Heckler&Koch-Prozess und Miriam Saage-Maas, Rechtsanwältin und Leiterin des Programms Wirtschaft und Menschenrechte beim ECCHR, über den Krieg im Jemen, die Rolle deutscher Rüstungskonzerne darin und den Sinn und Effekt von rechtstaatlichen Mitteln gegen Waffenexporte und -industrie sprechen.

GOG / MAGOG 3: Israel

Theater

 
GOG / MAGOG 3: Israel

Internil

 

Eine virtuelle Reise in einige Krisenregionen.

Mi. 07.06 – Sa. 08.06.2019 | 20:00 | Eintritt 5/7/12 Euro

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Mit GOG / MAGOG veranstalten das Performance-Label internil, die israelische Künstlerin Moran Sanderovich und der Berliner Theaterdiscounter eine apokalyptische Desinformationskampagne in 4 Etappen. Mit klassischen Handbüchern zur Orientierung im Desaster im Gepäck (Torah, Bibel, Koran und Internet), nehmen die entstandenen vier Stücke das Publikum mit auf eine virtuelle Reise in einige der meistbesprochenen Krisenregionen der Gegenwart: Ukraine, Syrien, Israel und Europa.

Christopher Hotti Böhm Multimedia | Hori Izhaki Darstellung | Brandon Miller Lieder | Marina Miller Dessau Darstellung | Moran Sanderovich Ausstattung | Arne Vogelgesang Darstellung/3D | Juri Rendler und Robert Wolf Technische Leitung & Licht | ehrliche arbeit – freies Kulturbüro Produktion

Eine Produktion von internil in Kooperation mit dem Theaterdiscounter Berlin. Das Gastspiel GOG/MAGOG wird gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und durch den Kofinanzierungsfonds der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Menschenrechtsverletzungen im Urlaubsparadies

Event | queeramnesty (amnesty international)

 
Menschenrechtsverletzungen im Urlaubsparadies

queeramnesty (amnesty international)

Performance und Diskussion zur Menschenrechtslage in Ägypten.

Fr. 03.05.19

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Performance von Nora Amin, Tänzerin, Choreographin und Schriftstellerin

Diskussion zur Lage der Menschenrechten in Ägypten und zur Situation von LGBTI Aktivist*innen.

Vorstellung des Falls der Aktivistin Amal Fathy

“Amal Fathy is a human rights defender and sexual harassment survivor, who told her truth to the world and highlighted the vital issue of women’s safety in Egypt. She is not a criminal and should not be punished for her bravery.”

Najia Bounaim, Amnesty International’s North Africa Campaigns Director

Afro-Sonic Mapping

Event | Care Of Editions

 
AFRO-SCAN MAPPING

Fr. 30.04.19 

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Satch Hoyt, born in London of British and African-Jamaican ancestry, is an artist, musician and researcher currently living in Berlin. Hoyt will present his long-term project, Afro-Sonic Mapping, which seeks to trace the migrations of the Afro-Sonic Signifier and understand its transfer through the black Atlantic passage. It is based on an investigation of the earliest recordings of African music by anthropologists Leo FrobeniusNorthcote Thomas and Karl Edvard Laman, among others, that employed phonograph-recording machines during their separate field trips in central and West Africa circa 1890 to 1907.

Afro-Sonic Mapping links the unchartered waters of anthropological field recordings to the contemporary urban frequencies of Kinshasa, Luanda, Salvador de Bahia, London, Kingston, New York, Los Angeles and New Orleans. Sonic Mapping is a tool to perceive and understand the existence and migrations of what Hoyt terms the Eternal Migration of the Afro-Sonic Signifier.

Made possible with the support by Haus der Kulturen der Welt. As part of the long-term project „Kanon-Fragen“. Supported by the Federal Government Commissioner for Culture and the Media due to a ruling of the German Bundestag.

 

Ermöglicht mit Unterstützung von Haus der Kulturen der Welt. Im Rahmen des Langzeitprojekts von „Kanon-Fragen“, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Es ist nichts

Theater | Institut für Widerstand im Postfordismus

 
Es ist nichts

Institut für Widerstand im Postfordismus

Fr. 12.04.19 

Do. 30.05.19 | 20:00 – 21:30 | Karten/Bar 19:30 | Eintritt 3/8/12 Euro

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Vor ein paar Wochen bekam ich einen Brief. Dieser Brief war eine Einladung zu einer Lecture. Ich sollte etwas zur Frage „Verschwindet der Mensch unbelehrbar?“ vorbereiten… Es ging hier um eine ganz grundsätzliche Frage und ich fragte meinen Mann, ob ich zu- oder absagen sollte. Hast du denn etwas zu sagen? fragte er. Ich nickte und fing an zu schreiben, doch dann wurde mir ganz schwarz vor Augen, ich sah nichts mehr und rief um Hilfe!

Inspiriert von den Formen des Dada und des Theaters des Absurden hat das Institut für Widerstand im Postfordismus im Sommer vier Wochen lang im Rahmen einer Residenz geforscht.

Konzept | Text | Performance | Elisa Müller

Konzept |  Dramaturgie | Christoph Wirth, Vega Damm

Mitarbeit | Verena Brakonier, Henrike Kohpeiß

Assistenz | Johannes Ambrosius

Eine Produktion des Instituts für Widerstand im Postfordismus, ermöglicht durch flausen+ – young artists in residence.

Ohne Prozess

Diskussion

 
Ohne Prozess

Promedia Verlag | Buchvorstellung: Josef Alkatout „Ohne Prozess“

 

Moderiert von Andreas Schüller, European Center for Constitutional and Human Rights

Mi. 10.04.19

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Wie freiheitlich ist eine sich auf die Werte der Aufklärung berufende Gesellschaft noch, wenn sie ihren Gegnern ein faires Verfahren vorenthält? Und wer sind die Terroristen, deren bloßes Erscheinen die Grundfesten unseres Rechtsstaats zu Fall zu bringen droht?

Seit dem 11. September 2001 hält uns die offenbar allgegenwärtige Bedrohung durch den internationalen Terrorismus in Atem – und mit ihr der Anti-Terrorkampf, der immer häufiger grundlegende Menschenrechte aushebelt. Gegen die Aufständischen sowie deren Netzwerke setzen die USA, Europa und ihre Verbündeten auf eine weltumspannende Offensive, die mit der zeitlichen und räumlichen Begrenzung herkömmlicher bewaffneter Konflikte nichts gemein hat. Nicht mehr die Kriegszeiten, sondern die Friedenszeiten – sofern es sie noch gibt – sind die Ausnahme.

Dieses präzedenzlose Vorgehen im Namen westlicher Sicherheit umfasst drakonische Folterverhöre durch Geheimdienste, rechtlos gestellte Häftlinge in Guantánamo Bay sowie staatlich angeordnete Tötungen durch ferngesteuerte Drohnen. Es hebelt Konventionen zur Kriegsführung aus, die über Jahrhunderte mühsam zwischen Regierungen ausgehandelt wurden, und bringt weit voneinander entfernt lebende Völker gegeneinander auf.

Josef Alkatout besucht das abgeschottete Turkmenistan, den verwahrlosten Gazastreifen und die iranischen Mullahs. Er berichtet von einer US-Drohnenbasis im Niger und aus dem Zentrum des Anti-Terrorkampfs in Afghanistan. Er porträtiert Schicksale von zermürbten Gefangenen, die in Guantánamo seit beinahe zwei Jahrzehnten auf ihren Prozess warten und gibt Einblick in einen Justizskandal, der seinesgleichen sucht.

Alkatout nimmt mit auf eine Reise zu den Grundlagen des Konflikts zwischen den islamischen Rebellen und der westlichen Welt, zu einem entmenschlichten Selbstverständnis von der Moral des Tötens, aber auch zu engagierten Richtern und unerschütterlichen Demokratieverfechtern, die sich der Aushöhlung des Rechtsstaats mutig entgegenstellen.

Josef Alkatout ist promovierter Rechtsanwalt und Dozent für internationales Strafrecht an verschiedenen Universitäten. Er lebt in Genf.

Andreas Schüller leitet den Programmbereich Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung beim European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Berlin.

Automobile Subjektivität

Diskussion

 
Automobile Subjektivität

Schlaglichter | Positionen und Debatten zur Gegenwart #3

Vortrag von Markus Wissen – im Gespräch mit Jens Beckmann

Mi. 20.03.19

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Warum tun sich Menschen den täglichen Auto-Stau in den Innenstädten an? Weshalb nimmt gleichzeitig mit dem Umweltbewusstsein der Absatz von SUVs zu? Wie hängen Automobilität, kapitalistische Konkurrenz und patriarchale Dominanz zusammen?

Fragen dieser Art werden angesichts der sozial-ökologischen Verwerfungen, die die Automobilität verursacht, immer drängender. Wer sie beantworten will, kommt an der kritischen Analyse einer automobilen Subjektivität, wie sie durch Klassen- und Geschlechterverhältnisse geformt wird, nicht vorbei. Im Vortrag werden die Herausbildung und die Veränderung der automobilen Subjektivität untersucht.

Gefragt wird zudem, inwieweit der automobile Konsens in jüngerer Zeit brüchig wird und sich Räume für alternative Mobilitätskonzepte und solidarische Subjektivierungen öffnen.

Markus Wissen ist Professor für Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt sozial-ökologische Transformationsprozesse an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) und Redakteur der PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft. Zusammen mit Ulrich Brand veröffentlichte er 2017 den Band „Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus“.  

Jens Beckmann, Historiker und Politikwissenschaftler, fragt sich seit langem, warum es immer noch Autos gibt. Seine Dissertation „Selbstverwaltung zwischen Management und ‘Communauté’. Arbeitskampf und Unternehmensentwicklung bei LIP in Besançon 1973-1987“ untersucht, wann und warum Menschen ihre Lebensbedingungen verändern. Das Buch erscheint im Februar 2019 bei transcript.  

Schlaglichter | Positionen und Debatten zur Gegenwart

Die Diskussionsreihe beleuchtet aktuelle (gesellschafts-)politische und ökonomische Fragen. Autor*innen aus Wissenschaft und Publizistik eröffnen mit einem essayistischen Vortrag die einzelnen Abende und diskutieren im Anschluss mit dem eingeladenen Gesprächsgast und dem Publikum.

Tswalo / Source

Theater

 
Tswalo / Source

Billy Langa | Mahlatsi Mokgonyana

Mi. 27.03.19

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Eine Performance über die großen Themen des Lebens: Macht, Schöpfung, Politik, menschliche Verbundenheit, Intuition. Ein Korpus an Gedichten bildet die Fragmente einer physischen und lyrischen Erzählung, die Fragen des Seins, Werdens und Nicht-Seins aufwirft. Durch seine eigentümliche Komposition von physischem Theater, Stimme, Prosa und Poesie bietet der Performer dem Publikum die Möglichkeit der gemeinsamen Meditation. In einem anschließenden Publikumsgespräch können diese Erfahrungen ausgetauscht werden. Insofern ist Tswalo ein Solo-Stück und ist es nicht, es ist eine kollektive Erfahrung.

Der Schauspieler, Theaterautor und Dozent Billy Langa und Regisseur Mahlatsi Mokgonyana bilden das preisgekrönte theaterduo aus Johannesburg, Südafrika. Tswalo wurde u.a. mit dem Standard Bank Ovation Award und den Town Fringe Fresh Performer Award ausgezeichnet.  

 

Poetry and Storytelling • Running Time: 50 mins + discussion

Directed By Mahlatsi Mokgonyana | Written and Performed by Billy Langa | Music by John Withers

In cooperation with BayFinK and fimt (Universität Bayreuth)

Liebestod

Workshop

 
Liebestod

deufert&plischke

Free workshops with deufert&plischke on the subject of catastrophic love

Fr. 01.03.19 – Sa. 02.03.19 

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In January 2019 deufert&plischke start to work towards their new creation Liebestod that will premiere at Tanz im August 2019 later in the year.  Like in their previous projects the aim is to work artistically with a focus on opening up communal involvement and mutual transference of artistic tools. Therefore the project starts by inviting  people to a series of free public workshops. 

Interweaving choreography, music, film, and location specific field work the project’s focus is on the subject of catastrophic love. deufert&plischke will look at love not from the angle of happy endings, but where it is prohibited, where it hurts. Everybody has a personal fucked-up love story, a story one is ashamed of, a story of active or passive violence, a story that is haunting, where one is not the victim, but the wrongdoer.

As a field research there will be three public workshops to gather material, but to also introduce into the work methodologies of deufert&plischke.

The workshop participants will be mentioned in the project documentation and also receive free tickets for the performances in August.

The workshops are free of charge, registration is required.

workshop@liebestod.net

Im Januar 2019 beginnen deufert&plischke mit der Arbeit an ihrem neuen Projekt Liebestod, welches bei ‚Tanz im August 2019‘ seine Premiere haben wird.

Wie in bereits vorangegangenen Arbeiten, wird der Künstlerzwilling auch hierfür die Öffentlichkeit einladen, und mit Bewegung und Sprache durch einen künstlerischen Prozess führen um zu ihren prägenden Liebeserfahrungen zurückzukehren.

Choreographie, Musik, Film und ortsspezifische Feldforschung verknüpfend konzentriert sich das Projekt auf das Thema der katastrophischen Liebe.

Jeder hat seine persönlichen Love Fuck-Up Geschichte, eine Geschichte für die man sich schämt, eine Geschichte passiver oder aktiver Gewalt, eine Geschichte die einen verfolgt, in der man nicht das Opfer, sondern die Person die Fehler begangen hat, ist.

Geschichten, die sonst nie hörbar werden, vergessene und verschüttete Erinnerungen sollen ans Licht kommen, aufgeschrieben und ausgetauscht werden. In der Recherchephase wird in 3 öffentlichen Workshops eine Materialsammlung entstehen, und in die Arbeitsweisen und Methoden von deufert&plischke eingeführt.

Die Workshop Teilnehmer werden in der Projektdokumentation erwähnt und bekommen Freitickets für die Vorstellungen im August.

Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos und bitten um Anmeldung per Email an workshop@liebestod.net .

Mit: Alain Franco, Luisa Grass, Martin Hansen, Roni Katz, Rasha Nahas, Nikola Pieper, Anna Posch, Valentina Primavera, Kareth Schaffer, Shade Theret

Mit freundlicher Unterstützung:

Tanzfabrik Berlin e.V.

Tanz im August

Hauptstadtkulturfonds

apap Performing Europe 2020

Dein Bauch gehört Dir!

Diskussionsveranstaltung

 
 Weg mit §219a und weg mit §218! 
Dein Bauch gehört Dir!

MARX 21

Diskussionsveranstaltung zum Internationalen Frauentag: Warum ist der Schwangerschaftsabbruch ideologisch und realpolitisch ein hart umkämpftes Feld?

Mit Alicia Baier und Silke Stöckle

Do. 28.02.19

Deutsche Wohnen Berlin

Event

 
DEUTSCHE WOHNEN BERLIN

Live-Radio-Abend: „Die Profite mit der Miete“ hören und mit der Autorin diskutieren

Di. 19.02.19 

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Wir wollen in gemütlicher Atmosphäre gemeinsam Radio hören zu einem Thema, das uns alle umtreibt. Am 19.2. läuft ab 19.30 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur  „Die Profite mit der Miete: Was das neue Mietgesetz bringt – und was nicht“.

Darin berichtet die Journalistin Johanna Tirnthal von neuen Mietrechtsänderungen in 2019 und den Enteignungsforderungen durch

Mieter*innen in Berlin. Zuletzt wirft sie einen Blick nach Wien, wo ein großer Teil der Wohnungen in städtischem Eigentum ist. Die Lage ist dort nicht perfekt, aber entspannter.

Kommt vorbei, wenn ihr Lust auf gemeinsames Radio-Hören habt oder euch für den Protest der Deutsche-Wohnen-Mieter*innen interessiert! Die Autorin und ihre Interviewpartner*innen sind anwesend.

Für weitere Infos zu Vernetzungsmöglichkeiten:

www.deutsche-wohnen-protest.de

Hund MOAN

Konzert

 
Hund MOAN

Monsters: Hund + MOAN in der Vierten Welt.

Mi. 11.02.19 

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Verwirrend und unbeirrbar, zart und rauh, alles zugleich: Die starken Akustiksongs von Hund (Frieda Gawenda, Felix Koch) und MOAN (Merle Sibbel) erwecken musikalische Monster zum Leben. Am Montagabend zelebrieren die beiden experimentellen Songwritingprojekte in der Vierten Welt das leise Tanzen, das wunderbare Überwinden, das verrückte Träumen – nicht, um der Realität zu entfliehen, sondern um sich ihr zu stellen und zu verändern.

Während Hund mit dem Konzert die Veröffentlichung ihrer Debüt-EP Monsters feiert, präsentiert die niederländische Künstlerin und Musikerin MOAN neue, multidisziplinäre Facetten ihrer Arbeit.

Confusing and straight forward, tender and rough, all at the same time: The powerful acoustic songs from Hund (Frieda Gawenda, Felix Koch) and MOAN (Merle Sibbel) awaken musical monsters to life. On a monday night, the two Berlin based experimental songwriting projects celebrate the quiet dancing, the wonderful overcoming, the crazy dreaming – not to escape but to encounter reality and thus to form it.

While Hund releases their debut EP Monsters with the concert, the dutch artist and musician MOAN presents new interdisciplinary aspects of her work.

Links:

www.hund.band

www.soundcloud.com/hundberlin

www.facebook.com/hundberlin

www.merlesibbel.com

www.soundcloud.com/merle-sibbel

www.facebook.com/moanmerle

Hund:

Frieda Gawenda – Gesang, Flügelhorn, Klavier und Klangobjekte

Felix Koch – Gitarre, Trompete und Gesang

www.hund.band

MOAN:

Merle Sibbel – Gesang, Gitarre, Klavier, Visuals

www.merlesibbel.com

Gastmusiker*innen:

Alice  Dalgalarrondo – Klarinette

Aşkın Kırım – Kornett

David Stewart Ingelton – Banjo

Jaroslaw Ilski – Kontrabass

Julius Kühn – Violine

Konstantin Sichart – Posaune

Matthias Baresel – Gitarre, Gesang, Klavier

Rune Reyhé – Gesang

Sebastian Schlemminger – Klarinette, elektro-akustische Objekte

Zusammentun

Event | AG Starthilfe

 
ZUSAMMENTUN | AG Starthilfe

AG Starthilfe von „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ und „Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen“

Vorstellung der Broschüre „Zusammentun. Wie wir uns gemeinsam gegen den Mietenwahnsinn wehren können.“

Mi. 28.02.19

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AG Starthilfe von „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ und „Mieter*innenprotest Deutsche Wohnen“

Vorstellung der Broschüre „Zusammentun. Wie wir uns gemeinsam gegen den Mietenwahnsinn wehren können“

Wir sind Mieter*innen aus verschiedenen Bezirken Berlins. Auch wir mussten und müssen uns mit falschen Abrechnungen rumschlagen. Unsere Vermieter*innen lassen unsere Wohnungen verkommen oder bedrohen uns mit Mietsteigerungen und Verdrängung, während sie sich eine goldene Nase verdienen.

Wir haben festgestellt, dass viele Organisierungen ähnlich ablaufen. Wir wollten unser Wissen aufschreiben und weitergeben, so dass andere Mieter*innen nicht immer wieder bei Null anfangen müssen. Unsere Broschüre ist für alle alle Kämpfe mit Vermieter*innen nutzbar, egal ob sie ein einzelnes Haus besitzen oder eine ganze Siedlung.

Mieter*innen erfahren, wie wie sie mit ihren Nachbar*innen ins Gespräch kommen, wie sie eine erfolgreiche Mieter*innenversammlung organisieren, wie sie am besten gemeinsam Aktionen auf die Beine stellen – und vieles mehr. In der Broschüre gibt es praktische Tipps und konkrete Leitfäden, die zum Loslegen einladen.

Mit freundlicher Unterstützung von: Berliner Mieterverein, Berliner Mietergemeinschaft, Rosa Luxemburg Stiftung, Asta der TU

AGITPROP 4.0 in Zeiten der „logistischen Revolution“

Theater | EGfKA

 
AGITPROP 4.0 in Zeiten der „logistischen Revolution“

In einem spielerisch-intraaktiven Diskursformat sucht die EGfKA gemeinsam mit dem Publikum und den Gästen Luise Meier & Gerko Egert eine zeitgemäße Form von Agitprop unter den techno-ökonomischen Bedingungen der ‚logistischen Revolution’.

Mi. 17.01.19 

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In einem cross-medialen Setting geht das Theaterkollektiv Europäische Gemeinschaft für Kulturelle Angelegenheiten (EGfKA) gemeinsam mit dem Publikum und den Gästen Luise Meier (Autorin) & Gerko Egert (Tanzwissenschaftler) Fragen einer zeitgemäßen Form von Agitprop unter den techno-ökonomischen Bedingungen der ‚logistischen Revolution’ nach. Schließlich hat letztere das Fließband nicht abgeschafft, sondern im Gegenteil auf den gesamten Globus ausgedehnt – und dabei die Form und Organisation von Arbeit einem massiven Transformationsprozess unterworfen.

Wie wirkt sich dieser nicht nur auf die Menschen, die weltweit im Logistik-Sektor arbeiten, sondern auch auf unsere Wahrnehmungsweisen, Handlungsspielräume und künstlerisch-politische Praxis aus? Wer kann / soll unter diesen Bedingungen überhaupt wie, durch wen und wozu agitiert werden? Wie könnte eine Biomechanik 4.0 im Zeitalter des Supply-Chain-Kapitalismus aussehen? Und auf welche Methoden des historischen Agitprops sollte ein politisch gemachtes politisches Theater auch in Zukunft nicht verzichten?

Mit Gerko Egert und Luise Meier

Kuratiert und konzipiert von Sabrina Apitz | Dafni Sofianopoulou | Olivia Stutz | Florian Thamer und Tina Turnheim (EGfKA)

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste

Kill Your Identity Orkestra presents: Ballast

Operette und Hörspiel

Mo. 17.12.18

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Wie das Schwert von Damokles hängt das Wort Identität über unserer Gesellschaft. Es ist omnipräsent auf allen Kanälen.

Welchen Nutzen hat Identität für unsere Gesellschaft und gar für einen Persönlich und vor allem in welchem Kontext wird es verwendet und wer ist der Profiteur. Francois RegisVolkan T error und Toby Dope setzten sich mit dem Thema der Identität auseinander und zwängen es in die Künstlerische Form der Operette mit ihrem neu gegründeten Kill Your Identity Orkestra. Erster Akt der Operette  „Ballast“ als musikalischen Live Hörspiels.

Gefördert vom Projektfonds Friedrichshain-Kreuzberg

Becoming Kotti

Showing

 
Becoming Kotti

Die Künstlerin Rabea Kiel lädt als die Schamanin Kali Wanda Wound zu einer Performance mit Menschen aus der Drogenszenen vom Kottbusser Tor ein.

Do. 03.12.18

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In „Becoming Kotti“ beobachtet die Künstlerin Rabea Kiel als Schamanin Kali Wanda Wound das Beziehungsgeflecht des Biotops Kottbusser Tor. Ein Ort des Chaos und der Zerstörung. Tanzplatz der Aussätzigen und Aussteiger. Kultstätte des Geheimen. Mahnmahl einer Offenbarung.

Kali Wande Wound spricht mit Junkies und Schwänen, Sozial-arbeiter*innen und Dealern, mit Pflastersteinen und Akademiker*innen, mit Bäumen und Bobos, mit Cafebesitzer*innen und allen, die diesen Ort täglich beleben. Sie läd uns ein aus unserem Alltagsbewusstsein herauszutreten, die allgemein akzeptierte Wahrnehmunglogik und abzulegen und uns mit den vielfältigen Empfindungsformen dieses Kräftefeldes und zu verbinden und von ihnen zu lernen.  

                                    

„Schamanismus liefert eine Blaupause für eine spirituelle Ökologie. In ihr ist der Mensch nicht mehr der einzige Herr einer Schöpfung, über die er verfügt, sondern Teil eines Netzwerks interagierender Subjekte. Die vorherrschenden materialistischen Ideologien – Kapitalismus und Liberalismus, aber auch Kommunismus und Sozialismus – sind allesamt anthropozentrische Vorstellungen, in denen es nur um den Menschen geht und in denen der Betrieb Mittelpunkt des Diskurses ist. Die Frage ist lediglich, wem der Betrieb gehört und wie Gewinne verteilt werden. Durch den schamanischen Blick erkennen wir, dass wir nicht alle sind. Wir betrachten Natur nicht mehr nur als Ressource oder Naherholungsraum, sondern als Wert an sich. Und er erlaubt uns, das zu sehen, was wir zerstören.”

Carl von Siemens, Auszug: taz Interview 02.12.2018

Das Showing ist ein Ergebnis einer künstlerischen Recherche die seit November wöchentlich in der Vierte Welt stattfand.

Von Rabea Kiel | Konzept und Performance, Jennifer Lorenz | Performance und künstlerische Mitarbeit,  Mathias Meppelink | Musik und künstlerische Mitarbeit

Kris Merken | outside eye und Menschen aus der Berliner Drogenszene | künstlerische Mitarbeit.

Mit Dank an Florian Kraus, Dirk Cieslak, Fixpunkt Kotti, Ercan Yasaroglu, Ksymena Hörl und den Schüler*innen der Heilerziehungspflege der Emil Molt Akademie

Sollten Interesse an einer zukünftigen Zusammenarbeit bestehen, wenden Sie sich bitte an Rabea Kiel mail@rabeakiel.de

WER BAUT DIE STADT? – EIN GESPRÄCHSMARATHON

Diskurs

 

WER BAUT DIE STADT ? – Ein Gesprächsmarathon

Projektwerkstatt No-Image und der Initiative Was ist Ökonomie?

 

Ein Diskussionsformat, welches seit Sommer 2018 verschiedene Akteure der aktuellen Stadtentwicklung zur Herausforderung “Wohnraum zu schaffen” befragt.

Sa. 22.11.18 

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Um der Wohnungsnot in Berlin zu begegnen, da sind sich Senat und Immobilienunternehmen einig, muss mehr gebaut werden. So sollen bis 2030 knapp 200.000 neue Wohnungen entstehen, um den steigenden Bedarf zu decken. Dabei hat die Stadt mit dem Ausverkauf von Grundstücken und landeseigenem Wohnraum seit den 1990ern viele Hebel aus der Hand gegeben, und sieht sich nun der Logik des Marktes unterworfen. Helfen soll daher die Privatwirtschaft, die nun mit neuen Fördermitteln dazu bewogen werden soll, aktiv Wohnraum zu schaffen. Aber lässt sich ein Immobilien- und Investmentunternehmen tatsächlich so leicht vor die Zügel spannen? Profitiert der findige Investor nicht von dem, was im Marktsprech „Angebotsverknappung“ heißt? Und warum eigentlich sind Wohnungen derzeit so beliebte Spekulationsobjekte? Wer investiert? Woher kommt das Geld? Und wem gehört die Stadt?

Diese und weitere Fragen wollen wir in unserem fünften Gespräch mit Till Johannes Brühöfener-McCourt, Head of Research der Ziegert Bank- und Immobilienconsulting GmbH, besprechen.

Ziegert Bank- und Immobilienconsulting GmbH ist Berlins größter Wohnungsverkäufer. Das Unternehmen, das seit 1985 in Berlin tätig ist, verkauft nicht nur, sondern vermietet auch, agiert als Kreditgeber und entwickelt eigene Bauprojekte.

WER BAUT DIE STADT? – EIN GESPRÄCHSMARATHON ist ein Diskussionsformat, welches seit Sommer 2018 verschiedene Akteure der aktuellen Stadtentwicklung befragt, mit dem Ziel ihre unterschiedlichen Handlungslogiken, Perspektiven und Probleme zu verstehen und die Herausforderungen “Wohnraum zu schaffen” zu identifizieren. Es ist ein Sammeln, Zusammentragen und Gegenüberstellen. Bohrungen ins Zeitgeschehen.Der Gesprächsmarathon ist eine Kooperation zwischen der Projektwerkstatt No Image der TU Berlin und der Initiative Was ist Ökonomie? der HU Berlin.

No-Image beschäftigt sich in Kooperation mit dem Lehrstuhl Chair for Urbanization (CUD) mit der Frage der Berliner Außenstadtentwicklung & -wachstums.

http://www.no-image.de/

Was ist Ökonomie? setzt sich ein für eine kritische Wirtschaftswissenschaft und hinterfragt ökonomische Selbstverständlichkeiten.

https://wasistoekonomie.de/

Gefördert durch die FSB.

Sprache: deutsch.

Old Violence | Alte Gewalt

Diskurs | Richard Baxstrom | Todd Meyers | August Verlag

 

Old Violence | Alte Gewalt

The cinemas of Werner Herzog | Joshua Oppenheimer | Lucien Castaing-Taylor 

 

Richard Baxstrom and Todd Meyers explore the originating violence of humans in the work of three non-fiction filmmakers. Moderation: Stefan Hölscher

Mi. 03.10.18 

_EN

For all the talk of our present as a moment of crossing into a zone of the ‘post-human,’ the question of what defines our humanness remains stubbornly at the center of most non-fiction filmmaking. In the shadows of this question lurks the more fundamental issue of the relationship between our ‘essential’ nature (if one exists at all) and violence. In their bookViolence’s Fabled Experiment (August Verlag, 2018), Todd Meyers (NYU-Shanghai) and Richard Baxstrom (University of Edinburgh) consider this question through the recent works of three non-fiction filmmakers. Moderation Stefan Hölscher

Language: english

Richard Baxstrom, is Professor of Anthropology and the Humanities, University of Edinburgh and co-director of Atelier: Creative Arts and the Social Sciences Network at the University of Edinburgh. He is the author of Realizing the Witch: Science, Cinema, and the Mastery of the Invisible (with Todd Meyers, Fordham University Press 2016) and Houses in Motion: The Experience of Place and the Problem of Belief in Urban Malaysia (Stanford University Press 2008). He is the co-editor of the journal Visual Culture in Britain.

Todd Meyers is Associate Professor of Anthropology and Director of the Center for Society, Health, and Medicine at New York University–Shanghai. He is the author of Experimente im Individuum: Kurt Goldstein und die Frage des Organismus (with Stefanos Geroulanos, August Verlag 2014) and The Clinic and Elsewhere: Addiction, Adolescents, and the Afterlife of Therapy (University of Washington Press 2013). He is co-editor of the Forms of Living book series at Fordham University Press.

Stefan Hölscher studied Applied Theatre Studies at Justus Liebig University (Giessen) where he also was a research associate for the newly founded MA Choreography and Performance from 2009-2013. In 2015 his doctoral thesis “Capable Bodies: Contemporary Dance between Aesthetics and Biopolitics” was published by transcript. From 2014-2017 he was working as a research associate for the part project Inferior Mimesis of the DFG Research Group Media and Mimesis (Weimar/Munich), since 2018 he is a Postdoc in the research project “Collective Realization: The Workshop as an Artistic-Political Format” at the Institute for Theatre Studies (Bochum).

With support from August Verlag | NYU-Shanghai | School of Social and Political Science, University of Edinburgh.

Der Gerhard-Richter-Test: 6 Fragen in 60 Minuten

Diskussion | Julia Grosse | Julia Voss | The Situation/Die Situation # 2

 

Der Gerhard-Richter-Test: 6 Fragen in 60 Minuten

 Mit Isabelle Graw 

Die Journalistinnen Julia Grosse und Julia Voss diskutieren an diesem Abend mit Isabelle Graw über den Künstler Gerhard Richter und die Frage: Wie wird man Deutschlands wichtigster Künstler, welche Mechanismen greifen hier, welche Macht übernimmt hier längst der Markt und wie abstrakt wird der reale Wert eines Werks?

Fr. 28.09.2018

_DE

Die Situation/The Situation ist Berlins unabhängige Forum für Kulturdebatten, gegründet von Julia

Grosse und Julia Voss. Hinter Die Situation/The Situation steht kein Museum, keine Institution, keine

Stiftung und keine Galerie. Deshalb können hier alle Fragen offen gestellt werden, von den

Gastgeberinnen und auch vom Publikum. In regelmäßigen Abständen diskutieren      

die Journalistinnen und Kunsthistorikerinnen Grosse und Voss mit Kuratoren, Biologinnen, Musikern oder Anwälten aktuelle gesellschaftliche Themen. Dabei soll gemeinsam mit allen Anwesenden der Versuch unternommen werden, Debatten jenseits der gewohnten Kontexte zu etablieren.

In dieser zweiten Veranstaltung von „Die Situation/The Situation“ geht es um den Künstler Gerhard

Richter, der aktuell im Museum Barberini in Potsdam mit einer Einzelausstellung zu sehen ist. Laut „Manager Magazin“ befindet Richter sich mit einem Vermögen von 700 Millionen Euro unter den rund 1000 reichsten Menschen in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurde er in Kunstmagazinen wiederholt als „Deutschlands wichtigster Künstler“ bezeichnet. Wie wird man Deutschlands wichtigster Künstler und wie sehr ist die Definition von „wichtig“ an „teuer“ gekoppelt? Welche Mechanismen greifen hier, welche Macht übernimmt hier längst der Markt und wie abstrakt wird der reale Wert eines Werks?

Grosse und Voss sprechen mit Isabelle Graw, Gründerin der Zeitschrift „Texte zur Kunst“ und Professorin an der Städelschule in Frankfurt am Main; zuletzt erschien ihr Buch „Die Liebe zur Malerei: Genealogie einer Sonderstellung“ (Diaphanes, 2017).

Den (ganzen) Kapitalismus verstehen

Diskurs | DIE LINKE.SDS Berlin | DIE LINKE BO Hermannstraße

 

Den (ganzen) Kapitalismus verstehen

Zur Theorie der sozialen Reproduktion. Mit David McNally

 

Prof. David McNally (York University, Kanada) führt in die Theorie der marxistischen Reproduktion ein, um ein zeitgemäßes marxistisches Verständnis von Unterdrückung und Ausbeutung zu entwickeln.

Mi. 12.09.18 

_DE

Wir leben in einer Welt, die so komplex erscheint, dass wir sie kaum noch begreifen können. Steigende Mieten, niedrige Löhne, Rechtsruck und Naziaufmärsche, Klimakatastrophen, Landraub, Bankenkrisen, Kriege, sexistische Unterdrückung – lässt sich das alles in Worte fassen, geschweige denn in einen Zusammenhang bringen? Vor mehr als 100 Jahren hat Karl Marx den Grundstein für eine Theorie des Kapitalismus gelegt. Und doch war schon Marx selbst klar, dass es weiterer Begriffe bedürfen würde, um der Komplexität der kapitalistischen Gesellschaft gerecht zu werden. Es gilt also, die Ideen von Karl Marx immer weiter zu entwickeln und sie den veränderten Umständen anzupassen.

Lässt sich anschließend an Marx der Kapitalismus von heute zufriedenstellend verstehen? Werden wir den Problemen dieser Gesellschaft so überhaupt gerecht?

David McNally, Professor und Aktivist aus Houston (USA), hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Fragen nachzugehen. Insbesondere beschäftigt ihn die Frage, wie eine marxistische Theorie des Kapitalismus nicht nur „die Ökonomie“, sondern auch Sexismus oder Rassismus erklären kann. Der interessanteste Versuch so einer Erweiterung des Marxismus ist, so McNally, die Theorie der sozialen Reproduktion, mit der wir den Kapitalismus als Ganzes verstehen – und letztlich überwinden – können.

Was ist die Theorie der sozialen Reproduktion? Nach Marx dreht sich das meiste im Kapitalismus um die Produktion von Wert, der von den arbeitenden Menschen hergestellt wird. Die Theorie der sozialen Reproduktion stellt jedoch eine entscheidende Folgefrage: Wo werden eigentlich diese  Arbeiter_innen, die für den Kapitalismus die Quelle der Wertproduktion sind, selbst produziert? Widmen wir uns dieser Frage, erblicken wir plötzlich ein weitaus breiteres und vielschichtigeres Bild des Kapitalismus: Es werden solche Prozesse sichtbar und als für den Kapitalismus unabdingbar erkennbar, wie das Gebären und Großziehen von Kindern, ihre Erziehung, die Versorgung von Alten und Kranken, Kochen, Waschen usw. Sie alle stellen die Bedingung her, dass überhaupt eine ausbeutbare Arbeiter_innenklasse dem Kapitalismus zur Verfügung steht. Zugleich fällt auf, dass sie heute maßgeblich von Frauen und Migrant_innen übernommen werden, was uns wiederum hilft Antworten auf Problematik der Unterdrückung der Frau sowie rassistische Unterdrückungen zu finden .

Die Theorie der sozialen Reproduktion hilft uns, das weite Feld der Reproduktion zu verstehen, indem sie dieses in die marxistischen Kapitalismuskritik einordnet. Sie schafft es dadurch, das Verhältnis von Ausbeutung und Unterdrückung neu in den Blick zu nehmen. In unserer Veranstaltung wird David McNally die Grundideen seiner Erweiterung des Marxismus und der Theorie der sozialen Reproduktion vorstellen.

Understanding (all of) capitalism.

On Social Reproduction Theory.

With David McNally

Our world seems to be complex beyond comprehension. Rising rents, declining wages, a strengthening of right-wing and even fascist worldviews, climate catastrophes, banking crises, wars, sexist discrimination – are we even able to articulate concepts for all these phenomena, let alone find connections between them? More than 100 years ago, Karl Marx developed the foundation for a theory of capitalism. And yet, even to him it was clear that further concepts would have to be developed in order to grasp capitalism in its full complexity. It is up to us to continue developing further Marx’s ideas and adapt them to our current reality.

Can we sufficiently understand today’s capitalism following Marx? Does Marx help us to live up to the challenges of our society?

David McNally, professor and activist in Houston (USA) aims to answer these questions. He is particularly interested in developing Marxist theory beyond the boundaries of „the economy“ and use it to also explain racist and sexist oppression. The most promising expansion of Marxism along these lines is Social Reproduction Theory, which helps us to understand – and ultimately overcome – capitalism as a whole.

What is Social Reproduction Theory? According to Marx, capitalism is oriented towards value, which is produced by workers. Social Reproduction Theory asks the crucial follow-up question: Where then are these workers themselves produced? In answering this question, our understanding of capitalism becomes more broad and complex: Giving birth to and educating children, caring for the elderly and sick, cooking, washing etc. now appear as processes necessary for capitalism. They all constitute the preconditions for the existence of a working class exploitable by capitalism. We also realize that this work is done mainly by women and migrants, which helps us to understand racist and sexist oppression. Social Reproduction Theory provides us with the tools to understand this sphere of reproduction by contextualizing it within a marxist critique of capitalism. It thus sheds new light on the relation of exploitation and oppression. At our event, David McNally will present the main ideas of Social Reproduction Theory and his own thoughts on an expansion of Marxist theory.

Europas autoritäre Wende

Diskussion 

 

Europas autoritäre Wende

Diskussions- und Mobi-Veranstaltung mit Matthias Monroy & Daniel Keil von TOP B3RLIN

WTF ist autoritäre Formierung? Europäische Migrationspolitik zwischen Seebrücke, Seehofer und Salvini. Diskussionsveranstaltung im Kontext der Mobilisierung gegen die EU-Innenministerkonferenz

Mo. 10.09.2018

_DE

Manchmal steht es am Anfang der Analyse und manchmal auch am Ende: Autoritäre Formierung, Faschisierung, Rechtsruck. Viele Begriffe wurden in den letzten Jahren seit dem Aufstieg der Rechten gefunden und diskutiert, um das zu beschreiben, was geschehen ist in der Gesellschaft, seit der scheinbar liberale Konsens in der Bundesrepublik und auch in Europa gebrochen worden ist. Die Situation ist nicht nur schlimm, sondern dazu kompliziert: Einerseits gibt es ein aufstrebendes rechtes Hegemonieprojekt, das an einer völkischen Alternative zum neoliberalen Status quo arbeitet. Andererseits erleben wir seit Jahren eine autoritäre Formierung des Neoliberalismus selbst.

Im Rahmen der Mobilisierung zum „Gipfel der Abschottung und sozialen Kontrolle“ am 20. September in Salzburg wollen wir dies einmal ergründen: WTF heißt also autoritäre Formierung? Welche Folgen hat sie? Und vor allem: Was machen wir dagegen?

Um die politischen Dynamiken mit dem Schwerpunkt auf das Thema Migration zu diskutieren haben wir zwei Referenten eingeladen. Matthias Monroy wird über die Aufrüstung europäischer Grenzen sowie sicherheits- und migrationspolitische Kooperationen sprechen. Monroy schreibt unter anderem für Netzpolitik.org und ist Redakteur der Zeitschrift Cilip – Bürgerrechte & Polizei.

Dazu kommt Daniel Keil, der einen materialistischen Blick auf die europäische Migrationspolitik werfen wird und deren Veränderungen im Kontext des Aufstiegs reaktionärer Parteien beleuchtet. Er ist Teil der Forschungsgruppe „Staatsprojekt Europa“ und forscht derzeit zur politischen Krise der EU, (neu)rechten Akteur_innen und völkischem Nationalismus.

Wir freuen uns auf eine lebendige Diskussion!

Bei der Veranstaltung wird es Tickets für den Bus zu den Protesten in Salzburg geben.

TOP B3RLIN

Support your local Dyke*

Veranstaltung 

 

Support your local Dyke*

Was können wir für mehr lesbische Sichtbarkeit in Berlin tun? 

Berlin ist eine der größten queeren Communities in Europa. Warum sind Lesben hier so wenig präsent?

 Sebastian Walter, MdA und Anja Kofbinger, MdA queerpolitische Sprecher*innen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin 

Di. 24.07.2018

_DE

Lesbische Berlinerinnen* sind selbstverständlicher Teil der Regenbogenhauptstadt – und doch viel zu häufig nicht sichtbar. Sprachlich sollen sie mit „queer“ mitgemeint sein und tatsächlich sind sie

oftmals nicht vorhanden. Ein Blick in die Community zeigt beispielsweise, dass es keine Bar für lesbische Frauen* mehr gibt. Und was die Geschichte angeht, wird noch immer über das Gedenken an die Verfolgung von Lesben* kontrovers diskutiert.

Die rotrotgrüne Koalition ist angetreten, das zu ändern. Sie will lesbische Sichtbarkeit in der Regenbogenhauptstadt Berlin erhöhen. Erstmals hat das Land Berlin einen Preis für lesbische Sichtbarkeit vergeben. Das ist ein wichtiger Anfang. Wir wollen aber noch mehr! Wir wollen wissen, warum lesbische Frauen* und lesbisches Leben weniger sichtbar sind. Welche Allianzen braucht es, um das zu ändern? Welche Bedürfnisse und Wünsche bestehen überhaupt in der lesbischen Community? Und was kann Politik konkret tun?

Wir laden Sie und Euch sehr herzlich zur Podiumsdiskussion “Support your Local Dyke* – was können wir für mehr lesbische Sichtbarkeit in Berlin tun?” am Dienstag, den 24. Juli, um 17:30 Uhr ein.

Wir freuen uns darüber, dass wir Peggy Piesche (Gunda-Werner-Instititut), Birgit Bosold (Schwules Museum), Mary Amabla (Kulturwissenschaftlerin, Bloggerin (angefragt)) und Stephanie Kuhnen (Autorin) als Diskutantinnen gewinnen konnten.

Zur besseren Planung können Sie sich/könnt ihr euch über buero4.walter@gruene-fraktion-berlin.de anmelden. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit Euch!

Bingo Palestine

Game | Performance 

 

Bingo Palestine

Netta Weiser

Do 14. Juni 2018

_EN

“Bingo Palestine” is a nomadic game/performance enacted in various cities and contexts, aiming to unfold new arenas encountering our relation to the Israeli/Palestinian territory.  The game revolves around a map of Palestine drawn by the British Mandate prior to the war of 1948. During the event this map is transformed into playing boards, the participants reorganize the space, share fake memories and navigate through imaginary landscapes.

By gathering as players, ad hoc cartographers or misusers of the map, we will engage in different interactions with the space and the historical moment it embodies, while inventing  new trajectories between what can be said, imagined or done in relation to it. The gaps between our knowledge and colonial fantasies, between the map and the territory, between speech and the body, are our spaces of action.

We need new games!

Concept and Performance: Netta Weiser

Language: English

With support from “The Israel Lottery Council for Culture & Art “

Netta Weiser is a performer, choreographer and performance maker based in Berlin. In her artistic work she explores how performance art can play a critical role in the production of common experiences, new interactions and different kinds of knowledge in relation to political narratives and historical events. She holds a BSc in Neuro Sciences from Tel-Aviv University, and currently is a graduate student in the Interdisciplinary Program in the Arts, Tel-Aviv University. Her artistic education includes studies at “The School of Visual Theater” in Jerusalem and at the “Maslool” training program for professional dancers, Tel-Aviv. An interdisciplinary artist, Netta collaborates with composers, visual artist, theater directors and video artist. Her works have been presented in galleries and performing arts festivals in Europe and Israel such as Solo festival (Tel aviv 2017) Anti-disciplinary festival (Geneva 2016), Grec festival (Barcalona 2015) among others.

www.nettaweiser.com

Line Up

Research | Presentation

 

Line Up

Lee Méir

Sa 02. Juni 2018

_EN

The solo Line Up explores the passage of time as a surface of intensity rather than a linear developmental process. It is an endeavour into the physicality of this specific temporality, through zooming into the immediacy and urgency of a single moment of fierce action in time. Taking further her long term research of speech and gestural movement, and juxtaposing it with her current research of sound objects and the body as a carrier of sound, Méir constructs a framework / mindset for her to move in. In this set she excessively (dis)organises space & time, letting the body appear in its bare state of movement, between control and the continues loss of it, as the boundaries between functional and abstract are blurred. Basing her artistic research on the close dialogue with Marcus Steinweg (philosopher) and Moritz Gagern (composer), Méir puts her dancing body inside of philosophical notions and musical principles, which they explore together. In the research presentation they will present the work done so far, as well as their working method and the questions that arise throughout the working process.

Performance, Choreography & Concept: Lee Méir

Musical Dialogue & Sound: Moritz Gagern

Philosophic Dialogue & Input: Marcus Steinweg

Dramaturgical Assistance: Julia Rodríguez

Voice Training: André Lewski

Light: Gretchen Blegen

Stage & Construction Assistance: Johannes Maas

Production: Annett Hardegen

Language: English

The piece will premiere on the 3rd + 4th of August, in the frame of Ausufern, Uferstudios Berlin.

Further Performances: 3rd + 4th of Setember, in the frame of Ausufern, Uferstudios Berlin.

A production by Lee Méir in collaboration with Vierte Welt and Ausufern

Funded by the Capital Cultural Fonds (Haupstadtkulturfonds) and Life Long Burning

Lee Méir, b. 1984, is a choreographer and performer working between Berlin and Tel-Aviv. Her work examines states of paradox and explores the tension(s) between language, movement and meaning production. Her works are presented internationally in platforms such as: Tanz im August Berlin, Brighton Festival, Volksbühne Berlin, Tanzquartier Vienna, a.o. In 2013 she completed choreography studies at HZT- Inter University Centre for Dance, Berlin. She oscillates between working as a solo artist and working in collaborative formats, seeing it as a way to destabilise ideas and put political and collective identities into question. Her recent works include: Across the Middle, Past the East, an Unsettled Cabaret created by a collective of middle eastern female artists and performed at Sophiensaele theatre in Berlin, and fourteen functional failures, a series of short solos she performed in various over and underground events in Berlin, Bucharest, Tel-Aviv, and Vienna.

Marcus Steinweg, b. 1971, lives and works as a philosopher in Berlin. He was a visiting professor at HfBK Hamburg, teaches at the Berlin University of the Arts and is currently Deputy Professor at the Academy of Arts in Karlsruhe. His most recent publications include: “Behauptungsphilosophie” (Berlin: Merve 2006), “Duras” (with Rosemarie Trockel, Berlin: Merve 2008), “Politik des Subjekts“ (Zürich/Berlin: Diaphanes 2009),”Aporien der Liebe” ( Berlin: Merve 2010), “Art and Philosophy” (Cologne: Walter König: 2012), “Philosophie der Überstürzung” (Berlin: Merve 2013), “Inconsistencies” (Berlin: Matthes & Seitz 2015), “Evidenzterror “(Berlin: Matthes & Seitz 2015),” Gramsci Theater “(Berlin: Merve 2016) and” Splitter “(Berlin: Matthes & Seitz 2017) The English version of some of his books has been published by The MIT Press in 2017.

Moritz Gagern, b. 1973, is a freelance composer living since 1995 in Berlin. His concert works are performed at festivals such as MaerzMusik Berlin, TonLagen Dresden, Festspielhaus HellerauHeidelberger Frühling, Taipei Arts Festival. Interdisciplinary cooperations connect him with choreographers and directors in the independent scene of Berlin, at the Ilkhom Theater in Tashkent, Uzbekistan, or at the Munich Opera Festival. As a composer for the theater he was at the Residenztheater Munich, at the Schauspielhaus Bochum, at the Schauspielhaus Dresden, at the Deutsches Theater Berlin, at the Volksbühne Berlin, at the Ballhaus Naunyn and the Sophiensaele in Berlin, at the Neuköllner Oper Berlin, at the Theater der Jugend, Schauburg , Munich and at the Ruhrtriennale. In addition, Moritz Gagern occasionally works as author and dramaturge – most recently as a production and production dramaturge of the premiere “Babylon” by Widmann / Sloterdijk at the Bavarian State Opera. In May 2017, his 80-minute composition “Nigunim for Orchestra” was premiered by the Jakobsplatz München Orchestra in the Munich Muffathalle.

Care Of Editions

Research | Presentation

 

Care Of Editions

Tresque (record release) | Sea Urchin | Baby Vulture

Sa. 26. Mai 2018

_EN

 

Tresque

Tresque is the name of an almost forgotten medieval dance turned into “an idea of Techno”. Laurent Peter aka D’Incise enters the dance floor -site of the gathering- from the side, with an eye on traditions, construction of reality and fantasy, and the tension between statism and evolution. Coming from an extended artistic career as improvisor and experimental musician, Tresque returns to his roots that lie in dub music and the sound system culture. The pulse has been growing, slowly and deeply, shaping an idea of groove by reducing it to a simpler and shorter form. In circular movements, Tresque carves his music out of samples and amplified noises using dub techniques and influenced by musique concrète.

http://dincise.net/tresque

Sea Urchin

Using sound and light to create foggy, oneiric dub, Sea Urchin is the Berlin-based duo of Italian Francesco Cavaliere and Egyptian-Austrian Leila Hassan.

https://seaurchin.bandcamp.com/

Baby Vulture DJ

In a continuous search on the unexpected; pursuing a sonic way to create mind-bending states as a a way to come back to one self.

https://soundcloud.com/baby-vulture

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Language: Music

Theoriekantine

Diskurs | Veranstaltungsreihe 

 
Theoriekantine #1 – 14

[ Seit Feb. 2012 in der Vierten Welt ]

 Muhle | Rebentisch | Schwarte | Setton 

_DE

Die Theoriekantine ist ein offenes Diskursformat, zu dem in regelmäßigen Abständen die PhilosophInnen Maria Muhle, Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton in die Vierte Welt einladen. Mittels Theorie wird die Gegenwartsdiagnose mit einem Blick in die Zukunft verbunden.  

 

Maria Muhle Professorin für Philosophie und Ästhetische Theorie an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Juliane Rebentisch Professorin für Philosophie und Ästhetik an der HfG Offenbach

 

Ludger Schwarte Professor für Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf

Dirk Setton Postdoc am Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen / Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Theoriekantine #14
Mimesen und Milieus

Juli So. 09.07.2017 | 20:00

In seinem Text „Mimese und legendäre Psychasthenie“ (1935) führt Roger Caillois die Mimese als einen lebenswissenschaftlichen Begriff ein, dessen Pointe darin besteht, gängige Unterscheidungen aufzulösen, die den Lebensbegriff seither bestimmt haben. 

Dies betrifft vor allem die Unterscheidung zwischen dem Organismus und seiner Umgebung – „es gibt zumindest keine, bei der der Eindruck der Trennung unmittelbarer wäre“. Die klare Abgrenzung zwischen Organismus und Milieu, die Caillois hier zunächst anhand mimetischer Insekten aber auch anhand psychasthenischer menschlicher Individuen untersucht, wird durch die exzessive Nachahmung der Mimese – die keinesfalls als Verteidigungsmechanismus zu verstehen sei – derart gestört, dass es zu einer „Depersonalisation durch Angleichung an den Raum“ kommt. Georges Canguilhem spricht 1946 zum ersten Mal vom Milieu als einem „universalen und notwendigen Modus der Erfassung von Erfahrung und Existenz der Lebewesen“. 

Der Begriff des Milieus erscheint so als eine zentrale „Kategorie des zeitgenössischen Denkens“. Vor dem Hintergrund eines solchen „Milieuwissens“ diskutieren Maria Muhle, Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton die Implikationen jener lateralen Bewegungen zwischen menschlichen und tierischen Verhaltensweisen, die Caillois bereits in seinem Titel andeutet und die im Anschluss Übergängigkeiten von Lebenswissenschaften und Ästhetik suggerieren, die sich jenseits einer empirischen Ästhetik situieren.
 
Theoriekantine #13
Für eine künftige Kunst

November | Sa. 05.11 | 20:00

Was kennzeichnet die zeitgenössische Kunst, im Unterschied zur modernen Kunst? Dies war eine der zentralen Fragen, die wir in der Theoriekantine #8, in Auseinandersetzung mit Juliane Rebentischs Buch “Theorien der Gegenwartskunst” diskutiert haben. 

Wenn die Kennzeichen richtig bestimmt worden sind, liegt aber sogleich die Vermutung nahe, dass die Zeitgenössische Kunst, mit ihren Eigenschaften, mit ihrem politischen Projekt, mit ihren Theorien, auch (nur) eine Epoche künstlerischer Entwicklung darstellt; und nun womöglich zu Ende geht. Wie erklärt sich, dass das, was “Kunstwerk” und “künstlerische Tätigkeit” heißt, solchen radikalen historischen Umbrüchen unterworfen ist? Inwiefern ist es die spezifische zeitliche Struktur zeitgenössischer Kunstwerke, aufgrund derer sie unzureichend bzw. verwerflich erscheinen? Welche Anforderungen lassen sich für eine Kunst formulieren, die die zeitgenössische Kunst ablöst?

 

Anlässlich seiner jüngst im Merve Verlag erschienenen Notate für eine künftige Kunst diskutiert Ludger Schwarte mit Kathrin BuschJuliane Rebentisch und Georg Bertram.

Gäste der Theoriekantine # 13

Kathrin Busch Professorin an der UdK Berlin im Fachbereich Product & Fashion Design

Georg W. Bertram Professor am Institut für Philosophie FU Berlin

Theoriekantine #12
Mimesis

Samstag 19. Dezember 2015 | 20:00

Vielleicht ist es an der Zeit, eine Selbstverständlichkeit der zeitgenössischen Kunsttheorie zu verabschieden: das Dogma von der Mimesis-Feindlichkeit aller künstlerischen Praxis. 

Die gängige ästhetische Fortschrittserzählung geht davon aus, dass sich das moderne Kunstverständnis als Antithese zum antiken Mimesis-Paradigma herausgebildet hat – zur Auffassung, dass alle artistische Darstellung auf eine „Nachahmung der Natur“ verpflichtet und insofern keine genuin schöpferische Tätigkeit ist. Folgt man dem Philosophen Hans Blumenberg, dann hat diese Verwerfungsgeschichte der Nachahmung jedoch eine Kehrseite. 

Denn das „vehemente Pathos“, mit dem das Attribut des Schöpferischen für die Kunst gewonnen wurde, lässt paradoxerweise die Nachahmung als einen „mimetischen Drang“ wiederkehren, der auf den mobilisierten Energien der kreativen Freiheit wie eine Hypothek lastet. Wenn diese Einschätzung richtig ist, dann kann man nicht mehr davon sprechen, dass Mimesis als Nachahmung einfach von Kreativität, Spontaneität und Genie abgelöst wurde; stattdessen erscheint es sinnvoll, die Frage nach dem Fortleben der Mimesis gerade auch in der zeitgenössischen Kunst zu stellen.

 

In der zwölften Ausgabe der Theoriekantine diskutieren Maria Muhle, Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton die Relevanz und Aktualität anti-kreativer mimetischer Strategien in der Kunst. Können Praktiken der akribischen, pedantischen oder mechanischen Wiederholung des „Gegebenen“ die hartnäckige Kreativitätsemphase und den Neuheitsimperativ in der Kunst infrage stellen? Haben wir es in künstlerischen Strategien des Reenactment, des Dokumentarismus und der Fotografie mit einer neuen Relevanz des Mimetischen zu tun?

 

Die Textgrundlage für die Diskussion ist Hans Blumenbergs Aufsatz „›Die Nachahmung der Natur‹. Zur Vorgeschichte der Idee des schöpferischen Menschen“ (1957), in: Wirklichkeiten in denen wir leben, Reclam 1981, S. 55-103. PDF Link ( Aus urheberrechtlichen Gründen mussten wir diesen pdf link löschen / 17.09.2019)

 

Wir laden ganz herzlich ein, mit uns zu diskutieren!

Theoriekantine #11
Die Hölle der Partizipation

Freitag 24. Juli 2015 | 20:00

Auch die Theoriekantine lebt von der Partizipation: Partizipation meint hier die Teilnahme an einem Gespräch, an der Aufführung eines Gesprächs, an der Chance, einen Gedanken zu entwickeln – und impliziert das geteilte Vergnügen, diese Chance weitgehend ungenutzt verstreichen zu lassen. 

Partizipation ist dort, wo sie über das unvermeidliche Zusammenspiel zwischen Akteuren und ihrem Publikum hinausgeht, eine demokratische Forderung, eine kommerzielle Strategie oder ein künstlerisches Verfahren. Alle diese Optionen können zu Mitmachstress, zum Posieren mit dem Mikrofon, zum Verwischen von Verantwortlichkeiten und zur Fetischisierung des Zustimmungsklicks führen, aber nicht unbedingt auch zu reeller Beteiligung an Entscheidungen oder zu deren qualitativer Verbesserung. 

Gezwungen, ein Spiel mitzuspielen, dessen Grundlagen und Ziele sie verabscheuen, erleben viele die immer umfassenderen Möglichkeiten der Interaktion und Kommunikation als das Gegenteil von adäquater Teilnahme oder von Selbstbestimmung. 

Diese Hölle der Partizipation verwandelt das Publikum in Statisten, die ihre verwundbare Lebendigkeit zur Schau stellen, nicht in Akteure. In dieser Ausgabe der Theoriekantine wollen wir zunächst von dem Umstand ausgehen, dass in den letzten Jahrzehnten Techniken der Partizipation die Politik, die Ökonomie und die Künste stark verändert haben. Es fällt nicht schwer, diese zunehmende partizipatorische Bewirtschaftung aus den historischen Bedingungen des Neoliberalismus, der Kontrollgesellschaft, des Postfordismus abzuleiten und als Mitmachillusion einer postdemokratischen Regierungsweise zuzuordnen.

Ausgangspunkt unseres Gesprächs bildet ein Ausschnitt aus dem Kapitel “Partizipation und Lebendigkeit” des (2006 als Vortrag geschriebenen und 2008 veröffentlichten) Buches “Eigentblutdoping. Selbstverwertung, Künstlerromantik, Partizipation” von Diedrich Diederichsen:

Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte, Dirk Setton und Diedrich Diederichsen erörtern, welche Formen der Partizipation Augenwischerei sind und welche die Chance bieten, neue politische Öffentlichkeiten hervorzubringen.

 

Wir laden ganz herzlich ein, mit uns zu diskutieren!

 

Material/pdf :  Diedrich Diederichsen | Eigenblutdoping 2008 | Auszug: Partiziation und Lebendigkeit

 

Wir laden ganz herzlich ein, mit uns zu diskutieren!

 

 

Feedback

Nie wieder arbeiten?

 

Kulturtheorie Die Berliner Theoriekantine diskutierte mit Diedrich Diederichsen über Partizipation als Mitmachphantasma der Postdemokratie und über das Ende der Arbeit

 

Freitag-Community-Mitglied Tom Wohlfarth

 

Theoriekantine #10
Ästhetische Wahrheit und Dokumentarkunst

Montag 30. März 2015

Die neue Ausgabe der Theoriekantine richtet den Blick auf das wahre Leben, die unvordenklichen Ereignisse und die echten Menschen; ohne Anführungszeichen. 

Die zunehmende Bedeutung dokumentarischer Strategien in den Künsten, weit über das Genre des Dokumentarfilms hinaus, unterstreicht den Anspruch, dass Kunstwerke nicht nur irgendetwas mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu tun haben, sondern einen spezifischen Zugang zur Realität eröffnen oder eine Erfahrung des Realen vermitteln sollen. 

 

Leisten sie dies nur im Kontext der Kunstwelt, aufgrund einer kunstspezifischen Verwendungsweise, oder aufgrund einer ästhetischen Gestaltung, durch die sie sich von journalistischen Reportagen unterscheiden?

Die zehnte Theoriekantine widmet sich diesem Problem aus bildtheoretischer Perspektive. Wir gehen der Frage nach, unter welchen Umständen Bildern (unabhängig von ihrem Inhalt?) eine ästhetische Wahrheit aufgrund ihrer Gestaltung zugesprochen werden kann und was, wenn nicht Institutionen, Autorschaft und Verwendung, den dokumentarischen Charakter von Bildern begründet.

Den Ausgangspunkt des Gesprächs wird die Diskussion von Ludger Schwartes neuem Buch “Pikturale Evidenz. Zur Wahrheitsfähigkeit der Bilder” markieren.

 

Material:

Informationen zum Buch Fink Verlag

Leseprobe | Fink Verlag

 

pdf: Auszüge aus Pikturale Evidenz im Text “Ästhetische Wahrheit und Dokumentarkunst”  (Ludger Schwarte)

 

Francesca Raimondi, Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton erörtern, welche Wahrheitsfähigkeit Bilder entfalten können.

Wir laden ganz herzlich ein, mit uns zu diskutieren!

Theoriekantine #9
Freiheit und das radikal Böse

Sonntag 16. Nov. 2014

A dark force is rising“: In Filmen, TV-Serien, Comics und Computerspielen ist das „Böse“ eine nahezu allgegenwärtige Erscheinung. Was wir in diesen Imaginationen eines Kampfes gegen böse Mächte genießen, hat allerdings eine politische und ethische Implikation, die sich auf die Gestalt bezieht, in der diese Fiktionen individuelle und kollektive Freiheit inszenieren: Letztere wird zuallererst als eine Befreiung von einem Bösen bewusst erfahrbar – und scheint sich auch in dieser Erfahrung zu erschöpfen. 

 

Glaubt man kritischen Diagnosen bezüglich eines „liberalen“ Mainstreams im heutigen Denken, dann ist es genau diese Abhängigkeit unseres Freiheitsbewusstseins von einer Vorstellung des Bösen, die auch unserer Verständnis von politischer und moralischer Praxis charakterisiert. Weil die Pluralität unserer Gesellschaften es angeblich unmöglich mache, ein kollektives Gut oder ein gemeinsames Projekt positiv zu bestimmen, bleibe allein eine negative Kennzeichnung der politischen und ethischen Ausübung von Freiheit übrig. 

Das grundlegende Anliegen in Politik und Ethik bestehe demzufolge nicht darin, ein „universal Gutes“ zu verwirklichen, sondern das „Böse“ zu vermeiden. Für liberale Bürgerinnen und Bürger, die sich nur noch darauf einigen können, dass sie gegen Grausamkeit und Leiden sind, ist die Freiheit darum in erster Linie eine Freiheit vom Bösen (und alles andere bereits ein zumindest potentiell böses Unternehmen). Die exzessive Beschäftigung mit dem Bösen in zeitgenössischen Fiktionen steht demnach in einem engen Zusammenhang mit der ethischen und politischen Fixierung auf eine universale Identifizierung des Bösen, die im Zentrum der „liberalen“ Auffassung der Freiheit steht.

 

Die neunte Ausgabe der Theoriekantine nimmt diese Diagnose zum Anlass, einen Schritt zurückzutreten und nochmal grundsätzlich nach dem Zusammenhang zwischen der Freiheit und dem Bösen zu fragen. Im Fokus soll dabei eine Tradition des Nachdenkens über den Begriff der Freiheit stehen, die in Hannah Arendts umstrittener Formulierung von einer „Banalität des Bösen“ ihren bekanntesten Ausdruck gefunden und in Immanuel Kants These von einem „radikal Bösen in der menschlichen Natur“ ihre philosophische Theorie bekommen hat. Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton werden die Frage nach der Aktualität von Kants These und dem Verhältnis des „radikal Bösen“ zum Bösen des „liberalen Mainstreams“ diskutieren.

Als Textgrundlage fungiert das erste Kapitel aus Immanuel Kants Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft von 1792 (mit dem Titel „Von der Einwohnung des bösen Prinzips neben dem guten: oder über das radikale Böse in der menschlichen Natur“). 

 

Der Text ist online frei zugänglich: bei Zeno.org unter http://bit.ly/1wINOm5, bei Archive.org unter http://bit.ly/1wIO1pq, bei Korpora.org unter http://bit.ly/1nTcsAK, und bei Google Books unter http://bit.ly/1nTf81l.

 

Wir laden ganz herzlich ein, mit uns zu diskutieren!

Theoriekantine #8
Theorien der Gegenwartkunst

Sonntag 25. Mai. 2014

Die Theorie der Kunst steht heute vor enormen Herausforderungen. Die Grenzen zwischen den Künsten sind ebenso porös geworden wie die zwischen Kunst und Nichtkunst. 

Was aber definiert die Kunst, wenn sie nicht mehr zwingend durch die alten Gattungen definiert wird? Wie lässt sich dann überhaupt noch sinnvoll zwischen Werken vergleichen, wie über ihre Qualität urteilen? Und was heißt das alles für die Geschichte der Kunst? Was folgt aus der Destabilisierung der Grenze zwischen Kunst und Wirklichkeit? Gibt es in dieser Situation noch so etwas wie eine spezifische Politik der Kunst, und wenn ja, wie wäre sie zu denken?

 

Anlässlich ihrer jüngst im Junius Verlag erschienenen Einführung in solche Grundlagenfragen diskutiert Juliane Rebentisch mit Maria Muhle, Ludger Schwarte und Dirk Setton über den Stand der Gegenwartskunst – und den ihrer Theorie.

http://www.junius-verlag.de/buecher/theorien-der-gegenwartskunst

Theoriekantine #7
Schuld und Zeit

Montag 03. März. 2014

Zwischen Versprechen, Zahlungsaufschub und Insolvenz hat sich ein neues Zeitregime entsponnen, das die Arbeit des Einzelnen an sich selbst mit der kollektiven Produktion verschaltet. 

 

Aus Sicht Maurizio Lazzaratos ist aus der Zeit, die im Mittelalter Gott gehörte, heute eine Form der Kreation, der Wahl und der Entscheidung geworden. Damit wird die Zeit unweigerlich zum primären Objekt kapitalistischer Enteignung und Aneignung. 

 

Die Schuldenökonomie enteignet die überwältigende Mehrheit der europäischen Bevölkerung ihrer Zeit und das in dreierlei Hinsicht: vom Zugang zur Macht, der in der repräsentativen Demokratie ohnehin schon sehr eingeschränkt war, vom gesellschaftlichen Reichtum, den die Klassenkämpfe der kapitalistischen Akkumulation einmal entrissen hatten und vor allem von der Zukunft, d.h. von einer Zeit als Entscheidung, als Wahl, als Möglichkeit. Die Bevölkerung muss sich mit all dem belasten, was die Unternehmen und der Wohlfahrtsstaat in Richtung Gesellschaft »externalisieren« – und das sind vor allem seine Schulden. Dem Regime geht es darum, einen drohenden Staatskonkurs zur vollständigen Durchsetzung des Programms zu nutzen, von dem es schon seit den 70er Jahren träumt: die Gehälter auf ein Minimum reduzieren, die Sozialausgaben kappen, alles zu privatisieren und den Wohlfahrtsstaat zugunsten derjenigen auszubeuten, die nun plötzlich »hilfsbedürftig sind«, nämlich die Unternehmen, Banken und die extrem Reichen. Es sind die Schulden, die die Subjektivität zugunsten dieses Zeitregimes abrichten, zähmen, fabrizieren, modularisieren und modellieren.

Lazzarato ergänzt diese Analyse der politische Ökonomie mit Überlegungen Friedrich Nietzsches zur Genealogie der Moral: “Einen Menschen zu fabrizieren, der ein Versprechen halten kann, bedeutet, ihm eine Erinnerung zu konstruieren, ihn mit einer Innerlichkeit zu versehen, einem Bewusstsein, das sich dem Vergessen entgegenstellt. Das reine Sprechen des Versprechens reicht nicht aus. 

Es bedarf einer »Mnemotechnik« der Grausamkeit und eine Mnemotechnik des Schmerzes, die – wie die Maschine der Strafkolonie Kafkas – das Versprechen der Schuldrückzahlung direkt auf den Körper schreibt”, schreibt Lazzarato. Er kritisiert aus dieser Warte den Neouniversalismus Badious und Rancières als unfähig, die Bedeutung der Ökonomie für die paradoxen Artikulationen von Subjektivität anzuerkennen und die Transformationen des Kapitalismus, die das Leben und die Subjektivität aller berühren, theoretisch zu erfassen.

 

Diese Überlegungen will die siebte Ausgabe der Theoriekantine zum Ausgangspunkt für eine Diskussion um das zeitdiagnostische Potential dieser Überlegungen nutzen und auch, allgemeiner, die Möglichkeit sondieren, politische Ökonomie, Theorie der Subjektivierung und Zeitphilosophie in kritischer Absicht miteinander zu verschränken.

Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton erörtern, ob es heute an der Zeit ist, den Klassenkampf gegen die Schuldenökonomie wiederaufzunehmen.

 

 

[ Text ] von Maurizio Lazzarato für die Performance: Der verschuldete Mensch [ Übung 1-3 ] in der Reihe IM TOTEN WINKEL [at] Vierte Welt.

Siehe auch die Performance Reihe der Vierten Welt: IM TOTEN WINKEL

Maurizio Lazzarato | Die Fabrik des verschuldeten Menschen. Ein Essay über das neoliberale Leben. Dt. Ausgabe: b-books 2013 |  [ http://www.b-books.de/verlag/schuld/index.html ]

Theoriekantine #6
Schmerz oder Vernunft – was konstituiert plurale politische Subjekte?

01. Dez. 2013

In der neuen Ausgabe der Theoriekantine soll es um Ausgangspunkte und Grundlagen politischer Artikulation und Assoziierung gehen. Was muß ich anderen unterstellen, um mit ihnen gemeinsam handeln zu können? Mit wem kann ich überhaupt Gemeinschaften bilden? Wodurch qualifizieren sich Subjekte zu koordiniertem politischem Handeln? Welche unterschiedlichen Eigenschaften müssen Individuen aufweisen, um Gleichheit auch im Sinne des Anteils an Rechten zu beanspruchen? Welche Pluralität und welches Unvernehmen ist dem politischen Streit um Gleichheit implizit? Wer darf sich aus welchen Gründen überhaupt auf ein “Wir” berufen? Wodurch disqualifiziert sich jemand definitiv? Und was versetzt Gruppen in die Lage, nicht nur kollektive Intentionen programmatisch in die Welt zu setzen, sondern sie auch koordiniert und je einzeln zu realisieren? Wie können dabei singuläre, individuelle, kaum zu versprachlichende Belange zur Geltung kommen?

 

Im Hintergrund dieser Fragen stehen einerseits neuere Theorien des Tier- und Pflanzenrechts, die auf die Schmerzfähigkeit nichtmenschlicher Lebewesen rekurrieren, sowie Überlegungen zu dem, was mit Vernunft gemeint ist, wenn diese voraussetzungslos allen (Menschen) zugesprochen werden soll.

 

Maria Muhle, Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton erörtern, warum die Schmerz- oder die Vernunftfähigkeit die entscheidenden Qualifikationen sein sollten.

[ Thesenpapier ] Ludger Schwarte 

Theoriekantine #5
Kreativität und Selbstveränderung

Montag, 22. Juli. 2013

Der Wille zur schöpferischen Transformation ist die neue Orthodoxie. Anstelle einer Normierung des Subjekts nach gesellschaftlich vorgegebenen Rollenbildern haben wir es heute mit einem unter dem Zeichen des Wettbewerbs stehenden Zwang zur kreativen Selbstverwirklichung und ‑veränderung zu tun. Man gehorcht heute nicht mehr, indem man sich einer Ordnung unterwirft und Regeln befolgt, sondern indem man eigenverantwortlich und kreativ wechselnde Aufgaben erfüllt. Der Künstler steht dabei Modell: Nicht nur seine Innovationskraft und sein Mut zum Regelbruch, sondern auch seine Strategien der Selbstausbeutung und seine Fähigkeit zur Vermarktung von Kommunikationsprozessen und Selbstbildern gehören heute zum Anforderungsprofil durchschnittlicher Projektangestellter.

 

Der soziologischen Kritik an der Kreativökonomie und ihren Entfremdungseffekten steht eine Neuorientierung des politischen Aktivismus gegenüber, der sich von aggressiver Militanz abwendet. Stattdessen führt er kreative Protestformen und Selbstveränderung als neo-anarchistische Strategie ins Feld, die ebenfalls in der avantgardistischen Kunst und insbesondere im Situationismus ihre Vorbilder haben. Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton erörtern die Frage, welches kreative, gesellschaftskritische oder gar revolutionäre Potential der Selbstveränderung zugetraut werden kann.

Wir laden ganz herzlich ein, mit uns zu diskutieren! 

Theoriekantine #4
Unvermögen und Vernunft

Montag, 22. Juli. 2013

»Ein vernünftiges Vermögen ist wesentlich ein Unvermögen.«

Motive des Unvermögens und Figuren des Scheiterns beschäftigen die Theoriebildung in den Kultur- und Geisteswissenschaften wie nie zuvor. Doch was in den Überlegungen zum Unwissen, Dilettantismus und Zaudern, zur Blindheit, Undarstellbarkeit und Untätigkeit auf dem Spiel steht, ist keine philosophisch irrelevante und abgeleitete Problematik. Im Gegenteil. Es geht um nichts anderes als um eine fundamentale Neudeutung des Begriffs der Handlungsfähigkeit im Allgemeinen. 

Der vierte Teil der Theoriekantine ist Dirk Settons Versuch gewidmet, diese einigermaßen heterogene Motivlage auf den philosophischen Begriff zu bringen – den des Unvermögens. Im gleichnamigen Buch behauptet er, dass ein vernünftiges Vermögen wesentlich auch ein Unvermögen ist, und die Möglichkeiten des Scheiterns und der Unvernunft sind für ein vernünftiges Vermögen konstitutiv sind. Zusammen mit Dirk Setton diskutieren Maria Muhle, Juliane Rebentisch und Ludger Schwarte, ob und inwiefern unsere Vernunft ein Unvermögen sein kann. 

Dirk Setton | Unvermögen | diaphanes … [Leseprobe]

Theoriekantine #3
Über den Dilettantismus

Montag, 11. Feb. 2013

Ein Dilettant ist jemand, der eine Tätigkeit nicht berufsmäßig, sondern aus Liebhaberei ausübt; es handelt sich also um einen Amateur oder Laien, dessen Verhältnis zum Gegenstand freilich immer auch unter dem Verdacht des Oberflächlichen, Sachunkundigen, wenn nicht der Pfuscherei steht. Heute scheint der Dilettant zwar eine nach wie vor höchst ambivalente, dafür aber omnipräsente Figur geworden zu sein: Die Grenzen zwischen dem Professionellen und dem Laien verwischen sich zunehmend – und dies keineswegs allein auf dem Feld der Kunst. In welchem Sinne kann aber dann noch von Dilettantismus gesprochen werden? Sind wir heute alle Dilettanten?

 

In der dritten Ausgabe der Theoriekantine diskutieren Maria Muhle, Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton die (All-)Gegenwart des Dilettantismus auf der Folie eines Klassikers zum Thema – einer Stichwortsammmlung „Über den Dilettantismus“, die Goethe und Schiller 1799 zusammentrugen.

 

Goethe | Über den sogenannten Dilettantismus  [Text lesen] 

Theoriekantine #2
Die Rückkehr der Plebs – Plebs Invicita

Montag, 10. Dez. 2012

C’est la canaille – Eh bien, j’en suis.     

Französisches Revolutionslied   


 

In der zweiten Ausgabe der Theoriekantine diskutieren Maria Muhle, Juliane Rebentisch, Ludger Schwarte und Dirk Setton die Rückkehr der Plebs ausgehend von dem soeben im August Verlag Berlin erschienenen Band Plebs Invicta des französischen Philosophen Alain Brossat.

Das Volk hat sich in der Moderne als ein politischer Begriff etabliert, der scheinbar umstandslos auch die Plebs, die namenlosen Ausgeschlossenen der Gesellschaft, mit umfasst. 

Doch genau diese scheinbare Inklusion hat den Gegensatz zwischen Volk und Plebs noch radikalisiert. Während das Volk als eine politische und historische Größe in Erscheinung tritt, entbehrt die Plebs buchstäblich jeder eigenen Substanz: „‚Die‘ Plebs existiert zweifellos nicht, aber es gibt ‚etwas‘ Plebejisches.“ (Michel Foucault) Ausgehend von dieser Feststellung Foucaults untersucht Brossat die Figur der Plebs als eine politische Figur, die sich den tradierten Beschreibungen des Volkes oder der revolutionären Massen entzieht und sich an den Rändern der Politik etabliert.