Die Reihe: Trauma – rechte Zukunft | deutsche Geschichte(n)

Gesamtüberblick

 

Do. 28.04.22 – So, 15.05.22

Rechte Gewalt tötet . 

Rechte Gewalt traumatisiert. 

In der Vergangenheit, in unserer Gegenwart – auch in Zukunft?

Wir sind erschrocken über den Rechtsruck der letzten Jahre und stehen am Abgrund einer bösen Geschichte: Weiße Täter*innenschaft reproduziert sich seit Jahrhunderten.

Und wir sind mittendrin – die deutsche Geschichte ist eine explizit böse Geschichte. Und sie ist nicht vorbei. Im Gegenteil: Sie findet immer (noch) statt.

Es heißt: Wir müssen erinnern. Aber was ist, wenn Erinnern die höchste Form des Vergessens ist?

Die vielfältigen psychosozialen Abwehrprozesse nach 1945 prägen bis heute politische und soziale Dynamiken. Zugespitzt formuliert scheint die allgegenwärtige Berufung auf traumatische Erfahrungen immer öfter vor allem ein Zeichen von Widerstand zu sein, um nicht durcharbeiten zu müssen (Opfer-Täter*innen-Umkehr).

Verheerende Affektlagen und bösartige Wiederholungen: Wir wiederholen unter den Bedingungen des Widerstands gegen die Durcharbeitung der Erinnerung.

Welche Folgen hat eine Wiederholung ohne Durcharbeiten? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der mangelhaften Durcharbeitung der Vergangenheit und dem Erstarken rechter Bewegungen in der Gegenwart?

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist der Versuch, uns der Geschichte weißer, speziell deutscher, wiederholender Täter*innenschaft und der stetigen Reproduktion von Machtverhältnissen zu stellen. Wir wollen uns mit Schuldabwehr und Täter*innen-Opfer-Verdrehungen konfrontieren und suchen ein Durcharbeiten anstelle eines Erinnerns im Duktus einer Erinnerungskultur, die alles schnell wieder gutmachen will.

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist der Versuch, Räume zu teilen, marginalisierte und privilegierte Perspektiven zusammenzubringen, Zeiten zu verbinden, Linien zu ziehen und Fragen zu stellen. Wir betreten ein riesiges, komplexes Feld und können mit unserem dreiwöchigen Programm nur einen kleinen Ausschnitt thematisieren.

Der Begriff Trauma ist dabei Sinnbild für den empfundenen Abgrund, an dem wir uns bewegen. Im Fokus stehen (künstlerisch bearbeitete) Geschichten der Traumatisierung von negativ Betroffenen. Wir begeben uns in Spähren, in denen wir versuchen etwas zu verstehen, über das wir scheinbar die Kontrolle verloren haben. Wir benutzen den Begriff, um in eine künstlerisch-diskursive Forschung einzusteigen und damit automatisierte und versteckte Prozesse auszuloten, die durch Angst- und Bedrohungsszenarien ausgelöst werden und unter den Oberflächen persönlicher, sozialer und politischer Gefüge weiterwirken.

Das Institut für Widerstand im Postfordismus und die Vierte Welt laden über drei Wochen Menschen, Künstler-, Aktivist- und Wissenschaftler*innen unterschiedlichster Disziplinen ein, um die Strukturen, Ursachen und Wirkungen rechter Bewegungen unter die Lupe zu nehmen und das Umfeld ihres eigenen Handelns und Kulturschaffens auf rassistische Praktiken zu befragen. Das Programm bringt Filme, Lesungen, Gespräche, Theorie, Performances und Workshops zusammen. Mit ihren jeweiligen Mitteln nähern sich Künstler-, Aktivist- und Wissenschaftler*innen der Bedeutung unbewusster, durch Generationen hindurch wirkender Erbschaften. Zusammenhänge zwischen gestern, heute und morgen werden gegen- und miteinander gelesen und vermeintlich vergangenes und aktuelles rechtes Denken dekonstruiert. Wir fragen danach, wie Kunst Trauma bearbeiten kann, und rufen Ansätze für eine Praxis der Detraumatisierung auf.

 

TEIL 1 : Wir müssen reden

Am ersten Wochenende geht es um rechte Gewalt vor allem aus der Perspektive der von Rassismus und Diskriminierung negativ Betroffenen. Unter anderem gibt es einen Workshop zu Praktiken des Anti-Rassismus und critical whiteness. Artist-Talks und eine Sound-Installation beschäftigen sich mit Trauma und Healing im Kontext von Rationalität und Aufklärung.

 

15.4. – 5.5. 

Intervention am Kottbusser Tor Temporäre Denkmäler von BARAZANI.Berlin, Adetoun Küppers-Adebisi und Michael Küppers-Adebisi (Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt ForumBlack Berlin Biennale), hn. lyonga (Autor*in, Kurator*in), Isabel Raabe (TALKING OBJECTS  – Decolonizing Memory and Knowledge), Benedikt Stoll (Künstler*in, Mitbegründer*in der Guerilla Architects)

 

do 28.4.

18h Gesprächsrunde Eröffnung – Wir müssen reden! mit dem Team von Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) und Gäst*innen: u.a. Jacqueline Saki Aslan (Künstler*in, Migrationsforscher*in), Markus Brunner (Sozialpsycholog*in, Soziolog*in), Wirya Budaghi (Künstler*in, Performer*in), Tetta Marie Carangi (Künstler*in, Performer*in), Tahir Della (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland), Adetoun Küppers-Adebisi (Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt ForumBlack Berlin Biennale), Michael Küppers-Adebisi (Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt ForumBlack Berlin Biennale), Julia*n Meding (Künstler*in, Performer*in), Massimo Perinelli (Historiker*in, Rosa-Luxemburg-Stiftung), Isabel Raabe (TALKING OBJECTS  – Decolonizing Memory and Knowledge), Benedikt Stoll (Künstler*in, Mitbegründer*in der Guerilla Architects), Anna-Lena Werner (Kunsthistoriker*in, Kurator*in)

 

fr 29.4.

17h Artist Talk von Wirya Budaghi (Künstler*in, Performer*in) mit Nathalie Anguezomo Mba Bikoro (Künstler*in, Kurator*in) und Barış Seyitvan (Künstler*in, Kurator*in)

20h performative Sound-Installation Traumascape von Tetta Marie Carangi (Performance/Musik, Konzept) und Julia*n Meding (Performance/Musik, Konzept), Annett Hardegen (Konzept), Julia König (Raum), Performance Sophiensaele: Friederike Hirz (Recherche, Dramaturgie, Co-Regie), Nora Hansen (Kostüm), Sol Astolfi & Yani Isla (Video)

Nachgespräch im Anschluss an die Installation zu Trauma, Kunst und Healing mit den Künstler*innen und Anna-Lena Werner (Kunsthistoriker*in, Kurator*in)

 

sa 30.4.

11h Workshop critical whiteness: mein Weißsein in meinem Alltag mit Wirya Budaghi (Künstler*in, Performer*in)

14:30h Gesprächsrunde Trauma ’89 – 30 Jahre Stress in Kreuzberg von Massimo Perinelli (Rosa-Luxemburg-Stiftungmit Gülây Akın, Hamze Bytyci (Kurator*in, Künstler*in), Gülriz Egilmez (Projektabeiter*in, Aktivist*in), sabuha salaam (gayhane so36_club), Alexandra Weltz-Rombach (Filmemacher*in und Producer*in)

18h Gespräch und Diskussion Temporäre Denkmäler mit Tahir Della (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland), Adetoun Küppers-Adebisi und Michael Küppers-Adebisi (Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt ForumBlack Berlin Biennale), Isabel Raabe (TALKING OBJECTS – Decolonizing Memory and Knowledge), Benedikt Stoll (Künstler*in, Mitbegründer*in der Guerilla Architects)

21h performative Sound-Installation Traumascape von Tetta Marie Carangi (Performance/Musik, Konzept) und Julia*n Meding (Performance/Musik, Konzept), Annett Hardegen (Konzept), Julia König (Raum), Performance Sophiensaele: Friederike Hirz (Recherche, Dramaturgie, Co-Regie), Nora Hansen (Kostüm), Sol Astolfi & Yani Isla (Video)

 

 

TEIL 2 : (Un)heimliche Wiedergänger

Das zweite Wochenende behandelt Täter*innen-Kontinuitäten in Deutschland nach 1945 bis heute: institutionell, ökonomisch, politisch, soziologisch und psychologisch. Es geht um Familiengeschichten, das Modell der transgenerationalen Weitergabe, unbewusste Gefühlserbschaften sowohl in Täter*innen- wie Opfer-Familien und ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart. In einem Workshop gibt es die Möglichkeit, zur eigenen Familiengeschichte während der Nazi-Diktatur zu recherchieren, und auch performativ wird „die ewige Wiederholung von Täter*innenschaft“ aufgegriffen.

 

do 5.5. 

19h Filmscreening und anschließende Diskussion Der zweite Anschlag – The Second Attack – Ikinci Saldırı (Dokumentarfilm D 2018 von Mala Reinhardt). Gespräch mit: Mala Reinhardt (Regisseur*in), Patrick Lohse (Kameramensch, Produzent*in), Pasquale Virginie Rotter (Autor*in und Prozessbegleiter*in für Empowerment und Kritisches Weißsein)

 

fr 6.5.

18h Gesprächsrunde “Menschen mit Nazi-Hintergrund” – faschistische Kontinuitäten bis heute: Auf dem rechten Auge blind! mit Wolfgang Brauneis (Kurator*in), Alina Brehm (Sozialpsycholog*in), Philipp Krüpe (Architekturkollektiv Rechte Räume), Dominik Rigoll (Historiker*in), Sonja Smolenski (Boycott deutsche LeidkulturModeration/Gastgeber*in: Elisa Müller (Institut für Widerstand im Postfordismus, Künstler*in, Performer*in, Regisseur*in)

 

sa 7.5.

14h Netzwerktreffen von und mit Künstler*innen und Forscher*innen zu Trauma / rechte Gewalt und Kunst / Positionen der 3. Generation, u.a. von und mit Sylvia Battegay (Literatur- & Kulturwissenschaftler*in, DFG-Netzwerk 3G), Julia Köhne (Kulturwissenschaftler*in), Christiane Huber (Künstler*in, Theatermacher*in), Dana von Suffrin (Prosa- und Hörspielautor*in, Historiker*in), Kadir Özdemir (Künstler*in, QLM – Queeres Leben in der Migrationsgesellschaft), Anna-Lena Werner (Kunsthistoriker*in, Kurator*in)

20h Performance Böse Déjà-vus vom Institut für Widerstand im Postfordismus mit Elisa Müller (Regie, Spiel), Marcus Reinhardt (Spiel), Anna Helene Zöllner (Spiel), Vega Damm (Dramaturgie, Spiel), Michi Muchina (Ausstattung)

Nachgespräch im Anschluss an die Performance mit Sylvia Battegay vom DFG-Netzwerk 3G und Künstler*innen der Performance

 

so 8.5.

14h Workshop Der Nationalsozialismus in Familie und Gesellschaft: Wege zur eigenen Recherche mit Johannes Spohr (Historiker*in)

19:30 Impuls Postnazistische Verstrickungen von Markus Brunner (Sozialpsycholog*in und Soziolog*in) zur Einleitung der Performance

20h Performance Böse Déjà-vus vom Institut für Widerstand im Postfordismus mit Elisa Müller (Regie, Spiel), Marcus Reinhardt (Spiel), Anna Helene Zöllner (Spiel), Vega Damm (Dramaturgie, Spiel), Michi Muchina (Ausstattung)

Nachgespräch im Anschluss an die Performance mit Markus Brunner und Johannes Spohr und Künstler*innen der Performance

TEIL 3 : Das ist nicht unser Land

Das dritte Wochenende führt verschiedene Stränge zusammen: intergenerationelle Folgen des Holocaust, das Bemühen um einen Dialog zwischen Täter*innen- und Opfer-Nachfahren, Täter*innenkonstruktionen in der Kunst. Aber es wird auch um die spezifische Geschichte der DDR und um die Überwindung von rassistischen Praktiken in Kulturinstitutionen gehen – immer verbunden mit der Frage: In was für einem Land WOLLEN wir leben?!

 

do 12.5.

18h Filmscreening Thomas Heise: Vaterland (Dokumentarfilm, D 2002, 102 Min)

20h Gesprächsrunde: Gestern ist heute. Austausch über transgenerationale Gefühlserbschaften mit Angela Moré (Sozialpsycholog*in, Gruppenanalytiker*in)

 

fr 13.5.

20h Gesprächsrunde Vaterland ist nicht zu Hause mit Leon Kahane (Künstler*in) und Christian Weißgerber (Kulturwissenschaftler*in, Philosoph*in)

 

sa 14.5.

15h Gesprächsrunde Das ist nicht unser Land mit Annett Hardegen (Leitung Vierte Welt), Peter Pogany-Wnendt (Psychotherapeut*in, Psychiater*in), Tucké Royale (Autor*in, Regisseur*in, Musiker*in, Schauspieler*in), Alexandra Senfft (Autor*in, Publizist*in), Katharina Warda (Autor*in, Moderator*in) und Patrice Poutrus (Historiker*in, Migrationsforscher*in)

20h Performance Das ist nicht mein Land mit Dirk Cieslak (Regie/Text), Malte Scholz (Spiel), Michaela Muchina (Bühne), Amadeus Altmann (Kamera/Schnitt), Lea Nagano (Videobearbeitung), Macarena Solervicens Ruz (Sound), Annett Hardegen (Dramaturgie/Produktion)

Nachgespräch im Anschluss an die Performance mit Dirk Cieslak und Sebastian Kirsch (Theaterwissenschaftler*in)

 

so 15.5.

15h Gesprächsrunde Abschluss, Widerstand!

20h Performance Das ist nicht mein Land mit Dirk Cieslak (Regie/Text), Malte Scholz (Spiel), Michaela Muchina (Bühne), Amadeus Altmann (Kamera/Schnitt), Lea Nagano (Videobearbeitung), Macarena Solervicens Ruz (Sound), Annett Hardegen (Dramaturgie/Produktion)

 

von und mit u.a.:

Gülây AkınJacqueline Saki Aslan (Künstler*in, Migrationsforscher*in), Nathalie Anguezomo Mba Bikoro (Künstler*in, Kurator*in), BARAZANI.BerlinSylvia Battegay (Literatur- und Kulturwissenschaftler*in, 3G: Kunst der dritten Generation), Wolfgang Brauneis (Kunsthistoriker*in und Kurator*in), Alina Brehm (Sozialpsycholog*in), Markus Brunner (Sozialpsycholog*in und Soziolog*in), Wirya Budaghi (Künstler*in und Performer*in), Hamze Bytyci (Kurator*in, Künstler*in), Tetta Marie Carangi (Künstler*in, Performer*in), Dirk Cieslak (Regisseur*in), Max Czollek (Historiker*in, Künstler*in, Kurator*in, Tahir Della (Aktivist*in, Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland Bund e.V.), Gülriz Egilmez (Projektarbeiter*in, Aktivist*in), Christiane Huber (Künstler*in, Theatermacher*in), Leon Kahane (Künstler*in), Sebastian Kirsch (Theaterwissenschaftler*in), Julia Köhne (Kulturwissenschaftler*in), Philipp Krüpe (Architekt*in und Kulturtheoretiker*in, Rechte Räume), Adetoun Küppers-Adebisi (Medien- und Gender-Aktivist*in und Diversity-Coach, Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt Forum, Black Berlin Biennale), Michael Küppers-Adebisi (Lyriker*in und Multimediakünstler*in, Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt Forum, Black Berlin Biennale), Patrick Lohse (Kameramensch und Produzent*in), hn. lyonga (Autor*in, Kurator*in), Angela Moré (Sozialpsycholog*in und Gruppenanalytiker*in), Julia*n Meding (Künstler*in, Performer*in), Elisa Müller (Institut für Widerstand im Postfordismus, Künstler*in, Performer*in, Regisseur*in), Kadir Özdemir (Künstler*in, QLM – Queeres Leben in der Migrationsgesellschaft), Massimo Perinelli (Historiker*in, Bildungsreferent*in, Rosa-Luxemburg-Stiftung), Peter Pogany-Wnendt (Psychotherapeut*in und Psychiater*in), Patrice Poutrus (Historiker*in und Migrationsforscher*in), Isabel Raabe (Publizist*in und Kurator*in, TALKING OBJECTS), Mala Reinhardt (Regisseur*in), Dominik Rigoll (Historiker*in), Pasquale Virginie Rotter (Moderator*in und Berater*in), Tucké Royale (Autor*in, Regisseur*in, Musiker*in und Schauspieler*in), sabuha salaam (gayhane im so36_club), Alexandra Senfft (Autor*in und Publizist*in), Barış Seyitvan (Künstler*in und Kurator*in), Sonja Smolenski (Boycott deutsche Leidkultur), Johannes Spohr (Historiker*in), Benedikt Stoll (Künstler*in, Mitbegründer*in der Guerilla Architects), Dana von Suffrin (Prosa- und Hörspielautor*in und Historiker*in), Katharina Warda (Autor*in und Moderator*in), Christian Weißgerber (Kulturwissenschaftler*in und Philosoph*in), Alexandra Weltz-Rombach (Filmemacher*in und Producer*in), Anna-Lena Werner (Kunsthistoriker*in und Kurator*in)

 

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Veranstaltung Trauma ´89 entsteht in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Die Veranstaltungen Menschen mit Nazi-Hintergrund und Gestern ist heute werden von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Idee/Konzept Annett Hardegen, Elisa Müller // Inhaltliche Mitarbeit/Konzept Sebastian Eis // Inhaltliche Beratung Melmun Bajarchuu, Anna-Lena Werner // Programm Artist Talk Wirya Budaghi // Programm Trauma ´89 Massimo Perinelli // Programm Installation/Talk Temporäre Denkmäler Coalition of Cultural Workers Against the Humboldt Forum (Adetoun und Michael Adebisi-Küppers), Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (Tahir Della), TALKING OBJECTS – Decolonizing Memory and Knowledge (Isabel Raabe), Benedikt Stoll // Presse Nora Gores

 

Über uns

Elisa Müller und mit ihr das Institut für Widerstand im Postfordismus beschäftigen sich seit 2018 mit dem Erstarken rechter Tendenzen und der Frage, welche Zusammenhänge zwischen den historischen Altlasten der rechten Geschichte Deutschlands und dem gegenwärtigen Rechtsruck bestehen. Annett Hardegen leitet die Vierte Welt und arbeitet seit gut zehn Jahren zusammen mit verschiedenen Künstler*innen, in diversen Formaten, um die Konsequenzen und Ausformungen des Zusammenspiels von Neoliberalismus und Rechtspopulismus sichtbarer werden zu lassen. Sebastian Eis beschäftigt sich als Philosoph*in mit Werdensprozessen und dem Verhältnis von Politik und Ästhetik.

Medienpartnerschaft:

ROOOM #1

TANZ / AUSTELLUNG | Vierte Welt

Mirjam Sögner

Sa. 02.04.22 | 17:00 – 20:45

Erstes Event der Veranstaltungsreihe ROOOMS für performative Erfahrungsräume

In 1938 schrieb sich die französische Schauspielerin Arletty in die Filmgeschichte ein, als sie auf einer Brücke auf dem Canal St. Martin stehend in bester Pariser Mundart brüllte:« Atmosphère ! Atmosphère ! Est-ce que j’ai une gueule d’atmosphère?” und dabei versucht eine Antwort auf ihren Spielpartner Louis Jouvet zu geben der ihr zuvor eröffnet hatte: “J’ai besoin de changer d’atmosphère, et mon atmosphère, c’est toi.”*

Arletty in der Rolle einer Prostituierte und Jouvet ihr Zuhälter sind in Hôtel du Nord ein Paar das zwischen Komik und Dramatik schwankt und in seinen Dialogen bisweilen zentrale Probleme der menschlichen Erfahrung streift, wie zum Beispiel das Spannungsfeld von Atmosphäre, Individuum und zwischenmenschlichen Beziehungen.

Mirjam Sögner und Emmilou Rößling widmen sich in ROOOM #1 den flüchtigen und fragilen Atmosphären und kreieren dabei einen Raum, der das schwer zu Fassende behutsam erfahrbar machen will. Dabei fragen sie, wie  sich etwas Ungreifbares wie eine Atmosphäre in einem Körper festsetzen kann und schwieriger noch, wie können Atmosphären erfasst oder sogar verändert werden. 

Die Besucher:innen durchlaufen dabei einen Parcours in dem sie auf verschiedene Materialien, Spuren von vorangegangenen Teilnehmer:innen und Texte treffen um in Reaktion darauf den Raum und seine Beschaffenheit weiter zu spinnen. Aus dem Individuellen Erleben baut  sich ein nuanciertes Archiv des Kollektiven auf. 

ROOOM #1 ist das erste Event der Veranstaltungsreihe ROOOMS, in dessen Rahmen vier temporäre, performative Erfahrungsräume im Laufe des Jahres geschaffen werden.

Die Reihe geht der Frage nach wie ein Raum durch das zur Verfügung stellen verschiedener Arten von Scores (Handlungsanweißungen) aktiviert werden kann und ein performatives Erlebnis für ein Publikum ermöglicht ohne das dafür Performer*innen nötig sind.

*

Jouvet: “Ich brauche eine andere Atmosphäre, und meine Atmosphäre bist du.”

Arletty “Atmosphäre? Atmosphäre? Sehe ich etwa aus wie ‘ne Atmosphäre?”

Konzept & Künstlerische Leitung ROOOMS: Mirjam Sögner
Erarbeitung ROOOM #1: Emmilou Rößling & Mirjam Sögner

Sound: Samuel Hertz

Produktion: Diethild Meier

Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.

Medienpartnerschaft:

Institut für Widerstand im Postfordismus “Böse Déjà-vus”

Theater | Vierte Welt 

Institut für Widerstand im Postfordismus

Fr. 25.03.22 | 20:00 – 21:00

Sa. 26.03.22 | 20:00 – 21:00

Programmänderung: 

Showing von “Böse Déjà-vus”

Work in Progress
 
Das Institut für Widerstand zeigt ein Showing ihrer aktuellen Arbeit „Böse Déjà-vus“.
Aufgrund von Krankheit im Team verzörgert sich die Präsentation der Premiere bis Mai.
Am 25. und 26. März zeigt das Institut einen Zwischenstand, der wiederum eine eigene Performance ist.
Anschließend laden die Künstler:innen zum Gespräch.
 

„Mein Urgroßvater war Psychiater und hat all seine Sitzungen akribisch notiert. Als ich dann später in Berlin mein Studium der Psychatrie-Geschichte aufgenommen habe, habe ich all seine Notizen akribisch studiert. Viele, viele Jahre später  –  es muss so Anfang der 2000er gewesen sein -, war ich eingesetzt in einer West-Berliner Einrichtung für schwer erziehbare Erwachsene. Sie waren alle um die 80 Jahre alt. Und sie waren nicht zu erziehen. Hat man sie gefragt: Wer bist du? Haben sie nur mit dem Kopf geschüttelt. Ich muss ganz ehrlich sagen, das hat mich herausgefordert. Ich habe mir die Zähne an denen ausgebissen. Einmal kam ich in die Klinik und einer der Patienten saß vorne im Foyer …“

In nahezu jedem Bereich des öffentlichen und privaten Lebens in Deutschland setzen sich nach 1945 die Nazi-Kontinuitäten fort. Eine ausreichende Entnazifizierung hat nicht stattgefunden. Weder im öffentlichen Sektor noch privaten Raum. Wo sollten sie hin? Sie können sich nicht in Luft auflösen, die Mitläufer:innen und Überzeugten, die Täter:innen wie Mitwisser:innen.

Was bedeutet es jetzt, 75 Jahre später einen Blick darauf zu werfen, aus der dritten, aus der vierten Generation heraus? Was ist in den Familien passiert? Wie haben sich die Nazi-Verstrickungen weitergetragen? Und was hat das alles mit den rechten Bewegungen in der Gegenwart zu tun?

„Böse Déjà-vus“ nimmt sowohl sozialpsychologische Theorien der Transgenerationalität wie auch die historische Faktizität von offensichtlichen und versteckten Nazi-Identitäten in der deutschen Gesellschaft nach 45 bis heute in den Blick. Dabei sucht die Performance des Instituts für Widerstand im Postfordismus nach einer analytischen und atmosphärisch-symptomatischen Perspektive.

Von und mit Vega Damm, Sebastian König, Michi Muchina, Elisa Müller, Marcus Reinhardt, Anna Helene Zöllner

Eine Produktion des Instituts für Widerstand im Postfordismus Kooperation mit Vierte Welt Berlin. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste e.V.

Medienpartner: 

Monosnap 2022-03-17 06-00-21Monosnap 2022-03-17 06-00-21
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Voltage 2.0

Audiovisuelle Performance 

with Akkamiau

Fr. 11.03.22 | 20:00 – 21:00

Sa. 12.03.22 | 20:00 – 21:00

The electrostatic tension on the fields of disconnect.

The object of the audiovisual performance Voltage is to create together an aesthetically interesting and at the same time provocative audio-visual-movement content challenging the ideas we carry about ourselves and our connection and disconnection with our environment. Our new collaborative piece is based on the premises of deep ecology and ecofeminism, and it is analysing, interpreting and addressing the difficulties of our current situation and proposing possibilities for awareness and embodiment of new patterns of behaviour in the hope of self-reflection and sustainable action. The work includes movement choreography performed by the dancers of the collapsetofraction collective and dancers from Prague, a quadraphonic piece Xiao by Akkamiau, working with human emotional sounds and their interpretation generated by deep neural networks – an artificial intelligence speech learning technology, and artwork and live visuals by artist Jana Francova.

Credits:

concept and production by Lenka Kocisova, PhD http://akkamiau.weebly.com

spatial sound by Akkamiau https://soundcloud.com/akkamiau

visual art and live mapping by Jana Francova, PhD http://scalnivideo.janafrancova.cz/

concept, choreography, performance by collapsetofraction (Calvin Bernauer, Marlene Kahl, Canay D rtyol, Paula)

Pr brock) https://www.instagram.com/collapsetofraction

choreography, performance Mark ta Kuttnerov , Majda Junkov , Jolana Sturmov 

technical and light assistance by Roy Funke

Supported by Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds.

12 Hours of Nothing

12h Event |UdK Studium Generale in collaboration with Vierte Welt 

Sa. 12.02.22 | 12:00 – 24:00

12 Hours of Nothing The UdK Studium Generale in collaboration with Vierte Welt Berlin In his legendary “Lecture on Nothing”, composer John Cage claims that “what we require is silence, but what silence requires is that I go on talking”. In his unique and concise way, Cage points out that Nothing can only exist through specific modes of action, by demarcating zones of non-doing; in other words, Nothing is a practice.

In the past few weeks, we gathered at Vierte Welt and online, as part of the “Practices of Nothing” seminar; we read, discussed, and reflected upon the notion of Nothing in the context of artistic practice, as well as in the broader socio-economic context, namely, late-capitalism’s demands of constant production and commodification of everything.

Aiming to embody and explore the elusive notion of Nothing, we have formulated a collection of practices, installations, collective acts and individual mediations, which will be shared with the public at the “12 Hours of Nothing” event.

 

Join us on Saturday, February 12, anytime from noon till midnight, at Vierte Welt Berlin (2G+), or tune-in to the live streaming:

https://us02web.zoom.us/j/82021155710pwd=MjZGUlUwY1ZkL3dSZFk5b0ZVRWx1dz09    Meeting ID: 820 2115 5710, Passcode: 774319

Expect Nothing! *please bring your own headphones if you wish to experience audio pieces.

With and by: Rihua Jin | Zuki Ringart | Selin Demirel | Emily Adele | Yuxiao Feng | Tobija Hudnik | Jonas Frey | Morten Østerlund Larsen | Margarita Stiemerling | Saara Kolehmainen | Clio Maclellan

Seminar lead: Netta Weiser

Technical support: Aiko Okamoto

Gestern ist heute | transgenerationale Gefühlserbschaften

Offene Gesprächsrunde über transgenerationale Gefühlserbschaften

Do. 12.05.22 | 20:00 – 22:45

Angela Moré

Mehrere Generationen sind geprägt von den Geschehnissen während der NS-Zeit. Ereignisse, die mehr als 70 Jahre zurückliegen, beeinflussen noch heute unser Leben. Wie ist es möglich, dass sie bis in die Gegenwart Wirkung entfalten? Und wie wollen wir in Zukunft mit diesem Erbe umgehen?

Diesen und anderen Fragen wollen wir gemeinsam mit der Sozialpsycholog*in Angela Moré nachgehen. Im Anschluß an den Film „Vaterland“ von Thomas Heise wird in dem Gesprächsformat die Möglichkeit bestehen, nach einem kurzen Input von Angela Moré zur transgenerationalen Weitergabe von NS-Verstrickungen und Schuld, diese Zusammenhänge als sozialpsychologisches Phänomen sowie auch in Hinblick auf die eigene Herkunftsfamilie zu erörtern.

Eine offene Diskussionsrunde gibt allen den Raum für Austausch und das Erzählen eigener Erfahrungen.

Angela Moré, Dr. phil. habil., ist außerplanmäßige Professor*in am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover für das Lehrgebiet Sozialpsychologie. Sie ist außerdem Gruppenpsychoanalytiker*in und Gruppenlehranalytiker*in (D3G). Ihre Forschungsschwerpunkte sind: psychoanalytische Sozialpsychologie der Geschlechter und Generationen, psychodynamische Prozesse in Individuen und Gruppen. Seit vielen Jahren forscht sie zu Prozessen und Folgen der transgenerationalen Weitergabe von Traumata und Schuldverstrickungen und hat dazu zahlreiche Texte veröffentlicht

 

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg.

Unterstützt durch Medienparterschaft taz

Medienpartner: 

Gestern ist heute | transgenerationale Gefühlserbschaften

Gespräch

Sa. 14.05.22 | 15:00 – 19:00

Annett HardegenPeter Pogany-WnendtPatrice PoutrusTucké RoyaleAlexandra SenfftKatharina Warda

Ein Gespräch über transgenerationale Weitergabe, Migrationsbewegungen und Marginalisierungen in Ost und West

In einem ersten Teil wird es um die Möglichkeit eines Dialogs zwischen Täter*innen und Opfern bzw. deren Nachkommen gehen. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Erfahrung einer gemeinsamen Reise nach Auschwitz: Alexandra Senffts Reflexionen zu ihren Gefühlserbschaften aus der Täterschaft in ihrer Familiengeschichte und Peter Pogany-Wnendts Reflexionen zum Opfertum in seiner Familiengeschichte. Wo sind Gemeinsamkeiten, wo die Grenzen?

Anhand ganz konkreter Beispiele wie z.B. der Bedeutung von “uniformierter Polizei“ kann gezeigt werden, wie ein transgenerationales Erbe noch heute im Individuum und in gesellschaftlichen Prozessen unbewusst weiterwirkt. Dabei ist es jedoch immer wichtig, die psychologische und die politische Ebene zu unterscheiden. Denn oft werden die Grenzen zwischen den Nachkommen der Verfolgten und der Verfolger*innen instrumentalisierend verwischt oder es kommt gar zur Täter*innen-Opfer-Umkehr.

Im zweiten Teil wird der Erfahrungsbereich nochmals erweitert. In der transgenerationalen Weitergabe, in den Migrationsbewegungen und in den Weisen der Marginalisierungen und des Rassismus gibt es große Unterschiede zwischen BRD- und DDR-Erfahrungen. Tucké Royale, Katharina Warda und Annett Hardegen diskutieren vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen: Alle drei kommen aus der selben Region: Sachsen-Anhalt, haben aber aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe und Alter unterschiedliche Erfahrungen. Ausgangspunkt dieses Gesprächs ist Herkunft mit der Frage nach Klassismus und mehrfacher Marginalisierung. Gibt es ein DDR-spezifisches Traumata, inwiefern ist die Wiedervereinigung für Ostdeutsche traumatisierend gewesen und was gilt es für einen echten Dialog zwischen Ost und West zu bedenken.

In einem dritten Teil bringen wir diese unterschiedlichen Erfahrungen und Generationen in einen  offenen Austausch mit allen Gästen, um weiteren Perspektiven Raum zu geben.

Teilnehmer*innen:

Annett Hardegen geb. 1970 in Blankenburg/Harz studierte Theaterwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der FU-Berlin. Seit 2003 freischaffende Dramaturg*in und Produzent*in. Kontinuierliche Zusammenarbeit mit Dirk Cieslak, Boris Nikitin, Julia*n Meding, Lee Méir, Roni Katz, Heinrich Horwitz, Swoosh Lieu. Als Dramaturgin und Produzentin arbeitet sie für sophiensaele Berlin, HAU, Ballhaus Ost, FFT-Düsseldorf, Theaterhaus Jena, Theater Junge Generation in Dresden, Centraltheater Leipzig, Nationaltheater Weimar, Junges DT, Berlin Biennale, die Ruhr Triennale, Kaserne Basel und Gessnerallee Zürich. Sie ist Mitgründer*in und künstlerische Leiter*in von VIERTE WELT, einer freien Plattform für Performance, Politik und Diskurs in Berlin.

 

Peter Pogany-Wnendt wurde 1954 in Budapest geboren. Seine jüdischen Eltern hatten nur knapp die Verfolgung der Nazis überlebt, viele Angehörige wurden ermordet – ein Verlust, der die Familie tief prägte. 1956 flohen seine Eltern mit dem Zweijährigen während des ungarischen Volksaufstands nach Chile, 1970 dann nach Deutschland. Heute ist er Fachärzt*in für Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie in eigener Praxis in Köln. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises für intergenerationale Folgen des Holocaust, ehem. PAKH e.V. Hier sprechen Kinder von Verfolgten, aber auch Kinder von Täter*innen und Mitläufer*innen über ihre Familiengeschichte in unterschiedlichen Formaten wie einer Dialoggruppe und einer Literaturgruppe und suchen den Austausch. Mittlerweile sind auch Enkel und Urenkel dabei. 2019 hat er „Der Wert der Menschlichkeit – Psychologische Perspektiven für eine Humanisierung der Gesellschaft“ veröffentlicht und 2001 den Band „Das Ende der Sprachlosigkeit – Auswirkungen traumatischer Holocaust-Erfahrungen über mehrere Generationen“ mit herausgegeben.

 

Patrice G. Poutrus ist Zeithistoriker*in und Migrationsforscher*in. Er wurde in Ost-Berlin geboren und ist auch dort aufgewachsen. Ab 1990 studierte er Geschichts- und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und im Jahr 2000 promovierte er an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Er war Mitglied im DFG-Netzwerk “Grundlagen der Flüchtlingsforschung” und ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Zentrum für Integrationsstudien der TU Dresden. Seit 2019 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter*in an der Universität Erfurt und forscht dort in einem BMBF-Forschungsverbund “Diktaturerfahrung und Transformation” zur Familienerinnerung an die DDR in Thüringen.  Im gleichen Jahr erschien im  Ch. Links Verlag sein Buch „Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart“.

Tucké Royale (geb. 1984 in Quedlinburg) arbeitet als Schauspieler*in, Autor*in, Regisseur*in und Musiker*in. Studium der Judaistik an der FU Berlin und Puppenspielkunst an der der Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch”. Seine Theaterstücke “TUCKÉ ROYALE”, “Ich beiße mir auf die Zunge und frühstücke den Belag, den meine Rabeneltern mir hinterließen” und “Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet. Ein jüdisch-queeres Rachemusical” sind bei rua. Theaterkooperative für Text & Regie verlegt. Erste Sprecher*in des Zentralrats der Asozialen in Deutschland und Mitgründer*in von BOIBAND. Initiator*in der Gedenkfahrt Stonewall Uckermark. Drehbuchautor*in und Darsteller*in des Spielfilms “Neubau. Ein Heimatfilm”. Autor*in des Hörspiels “The Revolution Will Be Injected”. Mitunterzeichner*in der Kampagne #actout im SZ-Magazin Februar 2021. Royale lehrt an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Regie und schreibt gerade an “Oktoberkind”.

 

Alexandra Senfft arbeitet als Autor*in und Publizist*in. Nach dem Studium der Islamwissenschaft war sie parteilose Nahostreferent*in der GRÜNEN-Fraktion im Deutschen Bundestag, anschließend UNRWA-Beobachter*in in der Westbank und bis 1991 UNRWA-Pressesprecher*in im Gazastreifen. Sie war regelmäßig in Israel als Gutachter*in und Journalist*in tätig und hat sich fünf Jahre als Vorstandsmitglied des Deutsch-Israelischen Arbeitskreises für Frieden im Nahen Osten (DiAk) engagiert. Sie war TV-Reporter*in und Redakteur*in und schreibt seit 1991 für namhafte Zeitungen und politische Zeitschriften. Für ihr Buch „Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte“ wurde sie 2008 mit dem Deutschen Biographiepreis ausgezeichnet. 2009 erschien ihr Buch „Fremder Feind, so nah. Begegnungen mit Palästinensern und Israelis” und 2016 „Der Lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte“. Alexandra Senfft ist die 2. Vorsitzende des Arbeitskreis für Intergenerationale Folgen des Holocaust e.V., ehemals PAKH und Mitglied vom Ost-West-Forum, von Pro Asyl sowie von Reporter ohne Grenzen.

 

Katharina Warda wurde 1985 in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) geboren und wuchs auch dort auf. 2014 absolvierte sie einen Magisterabschluss in Soziologie, Germanistische Literaturwissenschaft und Interkulturelle Wirtschaftskommunikation in Jena. 2008/09 studierte sie African Studies in Falun (Schweden). Seit 2015 ist sie Fellow der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien und promoviert in Berlin zur Widerständigkeit biografischer Erzählungen in Tagebuch-Blogs. Vor diesem Hintergrund verbrachte sie 2016/17 einen wissenschaftlichen Austausch an der Princeton University (USA). Daneben arbeitet sie als freie Autor*in mit Schwerpunktthemen Ostdeutschland, marginalisierte Identitäten, Rassismus, Klassimus und Punk. Seit 2021 ist sie Beiratsmitglied von Kein Schlussstrich!, einem bundesweiten Theaterprojekt zum NSU-Komplex. In ihrem Projekt „Dunkeldeutschland“ erkundet sie die Nachwendezeit von den sozialen Rändern aus und beleuchtet blinde Flecken in der deutschen Geschichtsschreibung, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen als Schwarze ostdeutsche Frau in der DDR und nach 1989/90.

 

Trauma – rechte Zukunft / deutsche Geschichte(n) ist ein Projekt des Instituts für Widerstand im Postfordismus und der Vierten Welt, gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain- Kreuzberg.

Unterstützt durch Medienparterschaft taz die tageszeitung

Medienpartner:

DAS IST NICHT MEIN LAND – Eine Video-Performance über ein unglaubliches Jahrhundert

Videoperformance | Film

 

Mi. 02.03.22 | 20:00 – 22:00

Do. 03.03.22 | 20:00 – 22:00

Fr. 04.03.22 | 20:00 – 22:00

Performance mit Nachgespräch – Sa. 02.03.22 | 20:00 – 23:00

Das ist nicht mein Land erzählt anhand der Biografie eines Menschen ein Jahrhundert mit absurden und unglaublichen Verknotungen von Ereignissen, Orten und Schicksalen.

In einer Videolandschaft aus Brandenburger “Lost Places” entfaltet der Darsteller Malte Scholz die Erzählung eines Lebens. Es ist die unmögliche monströse Biografie eines widerspenstigen alten Mannes, der am Ende seines Lebens aus der Zeit gefallen ist. Wir nennen ihn: Herr M. Er ist Ingenieur, ein Mann der Wirtschaft und des Ostens. Sozialistischer Wirtschaftsführer und kapitalistischer Kiesgrubenbesitzer. Herr M. ist ein Mensch des „sowjetischen Zeitalters”. Ein Bürger der DDR. Ein Freund der „Russen”. Hitler-Junge in der Schlacht von Halbe. Er lebt in einer feuchten Niederung zwischen Schuppen, Maschinen und alten Bauwagen mit der Schäferhündin Elsa, Katzen, Hühnern und einem Pferd. 

Die Fäden dieser Erzählung(en) führen durch die Schrecken eines Jahrhunderts, um sich an ihren Enden in ein großes Nichts aufzulösen. Diese Geschichte ist erfunden und wahr in ein und demselben Moment. Hat Herr M mit Walter Ulbricht gezeltet? War er ehrenhalber ein Oberst der Roten Armee? Die Hybris, die aus seiner fantastischen Erzählung spricht, gründet in einem unbedingten Willen immer und ewig Chef sein zu müssen und zu wollen – und in einer ungebändigten Angst die angesammelte Macht zu verlieren, nicht wichtig zu sein.  

Das ist nicht mein Land, entsteht auf Grundlage von Interviews mit einem 90jährigen Zeitzeugen aus Groß Köris in Brandenburg, die in den Sommern 2020 und 2021 geführt wurden. 

Regie: Dirk Cieslak

Darsteller: Malte Scholz

Bühne: Michaela Muchina

Kamera/Schnitt: Amadeus Altmann

Videobearbeitung: Lea Nagano

Sound: Macarena Solervicens Ruz

Technik: Sebastian König-Hajman 

Dramaturgie+Produktion: Annett Hardegen

Eine Produktion der Vierten Welt, gefördert durch Senatsverwaltung für Kultur und Europa

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Medienpartner:

Dissolving Our Market Value: Creating Art in the Chronic Pain of Capitalism

Workshop | 10 Jahre Vierte Welt | Gespräch

 

with Sakib Shahriar  

Fr. 21.01.22 | 19:00 – 20:30 

Die Veranstaltung findet online statt. 

>> Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. <<

Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Sprache des Workshops ist englisch

Maximal 15 Teilnehmende

 

_DE

Kunstschaffen inmitten chronischer Schmerzen, die Kapitalismus mit sich bringt

Kapitalismus erzeugt chronische Schmerzen, körperliche und auch viele andere. Er zwingt uns, unsere Körper und ihre Fähigkeiten zu verkaufen, um Rechnungen zu bezahlen und Essen auf den Tisch zu bringen. Wie schaffen wir in diesem verkümmerten Zustand die nötigen Voraussetzungen, um Kunst zu schaffen, allein und mit anderen? Wie schlägt sich der kapitalistische Druck auf unsere Körper, in unserer Kunst nieder, und wie können wir diese zerstörerische Kraft umwandeln in Freude und Kreativität in der Kunst? Sakib Shahriar wird ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen zu diesem Thema teilen und dabei Deleuze und Guattaris Sprache von konzeptuellen Persona und Guattaris Analyse eines „groupuscles“ zum Leitfaden machen.
Das Gespräch ist für alle Teilnehmenden offen, damit unsere Erfahrungen/ Beobachtungen Raum bekommen: über ein Kunstschaffen inmitten chronischer Schmerzen, die Kapitalismus mit sich bringt.

Sakib Shahriar ist Autor*in, Philosoph*in und unabhängige Wissenschaftler*in. Sie interessiert sich für die Banalität des Lebens im Kapitalismus, für die Möglichkeiten von Bewegung und Kreativität in diesem Raum und für die Suche nach zunehmend surrealen und absurden Wegen, ihr eigenes Gefühlsleben zu beschreiben. In der Vergangenheit hat sie über die Beziehung zwischen Geschlecht, Körper und Begehren geschrieben sowie über die Besonderheit der Philosophie im Verhältnis zu anderen kreativen Bereichen. Und sie hat an einer Ethik gearbeitet, die darauf basiert, empfänglich zu sein für alle Lebensformen, die ihre Wirklichkeiten enthüllen. Zuletzt hat sie Kurzgeschichten geschrieben zu abstrakten, melodramatischen Märchen und solche über die Verbindung von liebevoller Intimität mit dem Schrecklichen und Ekelhaften.

 

_EN

Capitalism creates chronic pain, physical and otherwise, as it forces us to sell our bodies and their capacities to pay the bills and put food on the table. In this generalized atrophy, how do we build the conditions needed to create art, alone and with others? How do the capitalist pressures on our bodies make their way into our art, and how do we go about transforming those destructive pressures into joy and creativity in art? Sakib Shahriar will share their own experiences and observations about this, using Deleuze and Guattari’s language of conceptual personae and Guattari’s analysis of groupuscles as a guide. They also want to open the conversation to the rest of the people attending, so we all can share your own experiences and observations about creating art in the chronic pain of capitalism.

Sakib Shahriar is a fiction writer, philosopher, and independent researcher. They are interested in the mundanity of everyday life under capitalism, possibilities for movement and creativity in that same space, and finding increasingly surreal and absurd ways to describe their own emotional life. In the past, they’ve written on the relationship between gender, bodies, and desire, on the specificity of what philosophy does in relation to other creative fields, and on building an ethics based on being receptive towards all other lives in their revealed realities. In recent times, they have been writing short stories about abstract, melodramatic fairy tales, and about building loving intimacy with the horrifying and the disgusting.

 

Dissolving Our Market Value – 

ist eine Workshop- und Diskussionsreihe, die anlässlich des 10. Geburtstages der Vierten Welt von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding konzipiert wurde.

Zum 10. Geburtstag der Vierten Welt wollen wir uns in mehreren Blöcken und in

wiederkehrenden Formaten dis_kontinuierlich treffen und Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen denken. Wie wirken ökonomische Strukturen um uns, in uns, in unserem Handeln, in den Freien Darstellenden Künsten, was für solidarische Strategien haben wir bisher gefunden, was davon lässt sich teilen?

Im Sinne einer Community Care Praxis wird es dabei nicht nur um etwas gehen, sondern auch um uns. Klassische Workshop-, Talk- und Vor_tragsformate werden porös und stecken sich gegenseitig an. Wir wollen uns Zeit nehmen, durch etwas Struktur Halt finden und offen bleiben, gemeinsame Modi des Austausches zu finden. Dabei laden wir critical companions ein und gehen von losen Fixpunkten aus, um Fragen nach gemeinsam verbrachter Zeit anders formulieren zu können.

Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding arbeiten zusammen in unterschiedlichen Konstellationen im Rahmen von Theaterprojekten, Workshopentwicklungen, kulturpolitischer Arbeit und als Teil der Initiative für Solidarität. Sie interessieren sich für liebevolle Kritik, Politisierung von Prozesshaftigkeit, Aufdeckung von Ausschlüssen im Kulturbetrieb und queering als Praxis. Dissolving Our Market Value begann im Kontext des 10 Jährigen Bestehens der Vierten Welt.

PHOTO BY:  Scott Webb –  Unsplash    

BEIRUT – MEETING THE SAINTS

Theater und Performance

 Claudia Basrawi

So. 30.01.22 | 19:00

Sa. 29.01.22 | 19:00

Fr. 28.01.22 | 19:00

Do. 27.01.22 | 19:00

Trailer :

_DE

Eine persönliche Annäherung an Beirut: einst kosmopolitisch, weltoffen und konfessionell so durchmischt wie kaum eine andere Stadt im Nahen Osten, nun durch kriegerische Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten tief beschädigt und dadurch ein Symbol dessen, wie wir aus europäischer Sicht auf diese Region blicken.

Claudia Basrawi lässt uns an ihrer persönlichen Sicht auf Beirut und ihren familiären Hintergrund, einer christlichen syrisch-irakischen Familie, die während des libanesischen Bürgerkriegs das Land verlassen hat, teilhaben. Nach langer Abwesenheit kehrt Basrawi zurück in die Stadt ihrer Kindheit und erlebt sie nun aus einer fremd/vertrauten Perspektive. Das Durchstreifen der bekannten oder fremden urbanen Umgebung, abseits der gewohnten Wege, eröffnet neue Sichtweisen und eine andere Art der Wahrnehmung.

Mit zahlreichen Zeichnungen, die in den letzten Jahren entstanden sind, mit Audiospuren und Fotos aus und über Beirut werden Orte und Themen aus einem subjektiven Blickwinkel betrachtet und dokumentiert. Sich dabei selbst als Referenzpunkt zu verorten ist Teil einer Herangehensweise die sich an der Tradition von Edward Said und seiner Kritik an westlichen Vorstellungen vom “Orient” orientiert. Das Publikum wird durch die vorgetragenen Texte, mittels Tonspuren und dem verschiedenen Bildmaterial auf eine Reise durch die Stadt mitgenommen; Architektur und Menschen verschmelzen und werden zu Mustern der Stadt.

Der Nahe Osten ist mehr als die Heimat des Islam; von je her sind auch Christen sehr stark mit dieser Region verbunden und leben bis heute dort. Beirut – Meeting the Saints zeichnet am Beispiel dieser Stadt ein Bild, das dem westlichen Vorurteil und seiner oft einseitigen Wahrnehmung gegenüber dem Nahen Osten und seinen Menschen eine differenziertere Sichtweise entgegensetzt.

 

Text | Dramaturgie | Realisation | Zeichnungen | Performance Claudia Basrawi

Rauminstallation Cristina Nyffeler

Künstlerische Produktionsleitung | Dramaturgie Anna Bergel  

Visual Art Consulting Rebecca Riedel | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Kerstin Böttcher

 

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

ibus leo.

Medienpartnerschaft taz

Variability of Distance

Austellung Berlin | Gruppenausstellung

 

Gruppenausstellung von Feben Amara, Ipek Burçak, Ayfer Karabiyik, Li Xinyi, Echo Can Luo, Aiko Okamoto, Tunay Önder, Andara Shastika, Yiğit Yılmaz 

So. 23.01.22 | 14:00 – 18:00 

Mo. 24.01.22 | 14:00 – 18:00 

Di. 25.01.22 | 14:00 – 18:00 

Mi. 26.01.22 | 14:00 – 18:00 

_DE und div Sprachen

Die physische Distanz, die zum primären Protokoll unseres gegenwärtigen sozialen Lebens wird, hat den Verlust von Intimität zur Folge und bringt dadurch auch eine andere Intensität des Zusammenkommens mit sich – grob gesagt, eine andere Form von Bewegung und Organisation. Aber kann Distanz nur ein Hindernis für Intimität und die Authentizität von Erfahrungen darstellen? Haben wir wirklich nur die Möglichkeit, Distanz zu beklagen, weil wir uns nach Berührung sehnen? Wie wirkt sich die Digitalisierung unserer Aktivitäten und unserer Kunst auf Distanz aus und wie berührt uns das Digitale? Wie arbeiten Künstler:innen mit der Bedingung, Distanz als künstlerisches Medium zu denken? Wie lernen wir unter der gegenwärtigen Distanz wieder zu berühren, um weiterhin Empathie zu kultivieren – wenn wir von Berührung als einer Form von bedeutungsvoller Solidarität ausgehen? Für Schwarze, People of Colour und Migrant:innen ist Distanz inhärenter Teil alltäglicher Seins- und Bewegungsformen, untrennbar verbunden mit Intimität und politischen Spannungen: Othering ist ebenso Distanzierung wie Exotisierung ein distanzierter Blick. Selbst Heimweh und Kulturschock sind Explosionen in den Weiten räumlicher Distanz.

Variability of Distance lädt Schwarze, POC* und migrantische Künstler:innen aus und in Kassel ein, sich mit der Erforschung der Breite, den Veränderungen sowie den Verläufen von Distanz und damit verbunden auch der Erforschung von Berührung zu beschäftigen. Denn wenn, wie Bullough überzeugt ist, Distanz in der Kunstproduktion entscheidend ist und kontinuierlich von Künstler*innen verkörpert wird, sehen wir die dringende Notwendigkeit, eine Plattform von und für BPOC*- und migrantischen Künstler:innen zu schaffen, um den Diskurs um Distanz zu untersuchen und sich wieder anzueignen – sei es in Bezug auf das Alltägliche, das Künstlerische, die Pandemie, die politische oder die persönliche Geschichte.

Gefördert im Rahmen des Kulturförderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen”

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Dissolving Our Market Value: Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity?

Workshop | 10 Jahre Vierte Welt | Gespräch

 

Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity? 

Mit Kathy-Ann Tan  

Do. 20.01.22 | 19:00 – 20:30 

Die Veranstaltung findet online statt. 

>> Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. <<

Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Max. 15 Teilnehmer:innen 

Workshopsprache: englische Lautsprache mit Übersetzung bei Bedarf.
Wir bitten um Rückmeldung unter  produktion@viertewelt.de, welche weiteren Wünsche und Bedarfe es gibt.

_DE

In diesem partizipativen online Workshop werden wir einige Strategien diskutieren, wie wir mit Konflikten innerhalb unserer eigenen queeren, BIPoC* und anderen marginalisierten Communities in der Berliner Kunstszene umgehen können. Sind gemeinschaftsübergreifende Formen der Solidarität möglich? Wie können wir als Künstler:innen und Kulturschaffende unsere eigenen internen Spaltungen und Konflikte überwinden und gleichzeitig verstehen, dass das übergeordnete Ziel darin bestehen muss, die Arbeit von unterrepräsentierten Künstler:innen zu unterstützen? Wie können wir ableistische Haltungen erkennen und hinterfragen? Wie können wir Formen der Fürsorge, des “Calling In”s (im Gegensatz zu “Calling Out”), der angemessenen und gewaltfreien Kommunikation von Grenzen und des Austausches praktizieren, die weiterhin Raum für eine Vielzahl von abweichenden Stimmen schaffen, während wir auf ein größeres Ziel hinarbeiten, das Cis-Weiße-Hetero-Patriarchat abzubauen?

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende Kurator*in, Autor*in und Wissenschaftler*in für bildende Kunst und Performance, postkoloniale und dekoloniale Theorie, Critical Diversity Studies und Gender/Queer Studies. Sie interessiert sich für alternative Modelle der Kunstverbreitung, des Ausstellungsmachens und des Aufbaus von Institutionen, die auf Fragen der sozialen und transformativen Gerechtigkeit abgestimmt sind. Sie ist die Initiator*in von www.decolonialartarchives.com, ein Online- und Offline-Forum für die Hinterfragung kolonialer Narrative durch Kunst und Performance.

 

_EN

Thursday, 20.01.2021
19.00 – 20.30 Uhr
Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity?  – with Kathy-Ann Tan

max. 15 participants

The workshop will be held in English spoken language, translations on demand. Accessibility information: Please contact us at produktion@viertewelt.de to let us know if you have other wishes or requirements.

In this participatory online workshop, we will discuss some strategies of how to deal with, and work through, conflict within queer, BIPoC* and otherwise marginalised communities in the arts scene(s) in Berlin. Are inter-community forms of solidarity possible? How can we as artists and cultural practitioners work through our own internal divisions, tensions and conflicts while still understanding that the larger goal must be to support the work of underrepresented and minority artists? How can we be aware of, and challenge, abelist attitudes? How can we practice forms of care, calling in (as opposed to calling out), convey our boundaries and engage in non-violent forms of communication that continue to create and hold space for a multiplicity of dissenting voices, while working toward the larger goal of dismantling cis-white-heteropatriarchy?

Kathy-Ann Tan is a Berlin-based curator, writer and scholar of the visual arts and performance, postcolonial and decolonial theory, critical diversity studies and gender/queer studies. She is interested in alternative models of art dissemination, exhibition-making and institution-building that are attuned to issues of social- and transformative justice. She is the initiator of www.decolonialartarchives.com, an online and offline forum for artists and curators to develop ways of challenging colonial narratives.

 

Dissolving Our Market Value – 

ist eine Workshop- und Diskussionsreihe, die anlässlich des 10. Geburtstages der Vierten Welt von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding konzipiert wurde.

Zum 10. Geburtstag der Vierten Welt wollen wir uns in mehreren Blöcken und in

wiederkehrenden Formaten dis_kontinuierlich treffen und Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen denken. Wie wirken ökonomische Strukturen um uns, in uns, in unserem Handeln, in den Freien Darstellenden Künsten, was für solidarische Strategien haben wir bisher gefunden, was davon lässt sich teilen?

Im Sinne einer Community Care Praxis wird es dabei nicht nur um etwas gehen, sondern auch um uns. Klassische Workshop-, Talk- und Vor_tragsformate werden porös und stecken sich gegenseitig an. Wir wollen uns Zeit nehmen, durch etwas Struktur Halt finden und offen bleiben, gemeinsame Modi des Austausches zu finden. Dabei laden wir critical companions ein und gehen von losen Fixpunkten aus, um Fragen nach gemeinsam verbrachter Zeit anders formulieren zu können.

Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding arbeiten zusammen in unterschiedlichen Konstellationen im Rahmen von Theaterprojekten, Workshopentwicklungen, kulturpolitischer Arbeit und als Teil der Initiative für Solidarität. Sie interessieren sich für liebevolle Kritik, Politisierung von Prozesshaftigkeit, Aufdeckung von Ausschlüssen im Kulturbetrieb und queering als Praxis. Dissolving Our Market Value begann im Kontext des 10 Jährigen Bestehens der Vierten Welt.

Falla VR – The Exhibition

Austellung

 Julia B. Laperrière 

Falla VR – The Exhibition | cosy p.m.

Sa. 15.01.22 | 16:00 – 19:45 

Falla VR – The Exhibition | Dyke Apero – Friends welcomed

Fr. 14.01.22 | 18:00 – 21:30 

Falla VR – The Exhibition | Publikumsgespräch mit Siegmar Zacharias

Do. 13.01.22 | 18:00 – 21:30 

Falla VR – The Exhibition | Eröffnung

Mi. 12.01.22 | 18:00 – 22:00 

_DE

Im Herbst 2020 feierte die Choreografin Julia B. Laperrière mit ‘Falla’ Premiere. In ihrem Duett mit der Gitarristin Pia Achternkamp erkundete sie das transformative und empowernde Potential des Strap-on-Dildos für neue Bilder einer weiblichen Sexualität ohne Scham. Ein Jahr später kehrt sie mit ‘Falla VR – The Exhibition’  zurück und lädt das Publikum ein, durch eine Virtual Reality Erfahrung selbst in die Performance einzutauchen. Die begehbare Installation, in der ‘Falla VR’ stattfindet, wurde von der bildenden Künstlerin Simone Kessler entwickelt – eine surreale, immersive Landschaft, die sich akustisch, visuell und körperlich erfahren lässt. ‘Falla VR – The Exhibition’ lädt zum Verweilen ein und bietet gleichermaßen Raum für individuelle Erlebnisse und Begegnungen.

_EN

In the fall of 2020, choreographer Julia B. Laperrière premiered ‘Falla’, a duet with guitarist Pia Achternkamp where they explored the transformative and empowering potential of the strap-on dildo for new images of female sexuality. A year later, she returns with ‘Falla VR – The Exhibition’, inviting the audience to immerse themselves in the performance through a virtual reality experience. The walk-through installation – a surreal, immersive and bodily landscape that can be experienced visually, acoustically and physically – was designed in collaboration with visual artist Simone Kessler. Exploring how VR can offer a safe experience of otherness, and how technology and intimacy intertwine,  ‘Falla VR – The Exhibition’ invites visitors to linger and equally offers space for individual experiences and encounters.

Julia B. Laperrière lebt und arbeitet als Choreografin, Tänzerin und Performerin in Berlin und Montreal. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Weiblichkeit, Gender-Stereotypen und -Identitäten. Julia  B. Laperrière sucht nach einer Form des Tanzes, die das Publikum gleichzeitig konfrontiert, befragt und berührt.  

 

 

KONZEPT/CHOREOGRAFIE/PERFORMANCE  Julia B. Laperrière

MUSIK/PERFORMANCE  Pia Achternkamp

INSTALLATION  Simone Kessler

ASSISTENZ INSTALLATION  Ines Könitz, Meller Ehlert

FILM  Jascha Viehstädt

DRAMATURGIE  Siegmar Zacharias

PRODUKTIONSLEITUNG  Florentine Emigholz, Micaela Kühn

LICHT/TECHNIK  Marek Lamprecht, Josephine Mielke

 

Koproduktion: Schwankhalle / unterstützt durch eine Teilresidenz in der Tanzfabrik Berlin e.V.. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz.

c fotos: simone kessler + claudia hoppens

Falla VR _03Falla VR _03
Falla1_dorotuch@0.5xFalla1_dorotuch@0.5x
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Cracks – Ein Familienporträt mit Lücke

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Malte Scholz 

Mi. 08.12.21| 20:00 – 21:30

Do. 09.12.21| 20:00 – 21:30

Eintritt 5 / 7 / 11 Euro

_DE

In Cracks setzt sich der Regisseur und Performer Malte Scholz mit dem Selbstmord seines Bruders auseinander. 

Im Nachdenken über seinen eigenen Wunsch zu sterben, entpuppt sich dieser Selbstmord als Möglichkeit dem internalisierten Bild von unverletzlicher Männlichkeit zu entfliehen und es gleichzeitig zu retten. Als Gegenentwurf öffnet Scholz die Narben seiner Identität und zeigt sich verletzlich. In dem Maße, in dem es gelingt, die eigenen Ausflüchte, Tricks und Klischees zu erkennen, öffnet sich für ihn ein Weg zum Leben. Die Lücke, die der Bruder hinterlässt, lässt sich nicht schliessen. 

Aber die Liebe bleibt.

Konzept, Text und Performance | Malte Scholz | Co-Regie und Produktion | Annett Hardegen

Sound | Julia Krause | Kostüm und Bühne | Valentina Primavera | Live-Video | Federico Neri

Dramaturgie | Kris Merken | Bewegungscoach | Berit Jentzsch

 

Eine Produktion von Annett Hardegen und Malte Scholz mit Vierte Welt. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Sonic Chord

Performance | Lesung | 10 Jahre Vierte Welt

 Anh Trieu in Kollaboration mit Cuong Pham und Ngoc Anh Nguyen 

Fr. 03.12.21| 19:30 – 20:45

Eintritt 7 / 11 Euro

_DE / _EN / _VIET

 

Sonic Chord ist ein multimedialer Abend mit szenischer Lesung.

In Sonic Cords werden Grenzen überschritten – von Genres und Medien, Ländern, Zeiten, auch sprachliche Grenzen. Die Impulsgeber des Abends sind drei Videos aus Anh Trieus Reihe Generation(en) erzählen, in denen durch die Verknüpfung von Fragmenten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft das Diasporische erfahrbar gemacht wird. Die Videoreihe ist eine Auseinandersetzung mit vietnamesisch-diasporischer Kulturproduktion in Deutschland und verarbeitet Elemente der melodramatischen Performances der vietnamesischsprachigen Kultvarieté-Reihe Paris by Night.

In Trieus Filmen entspinnt sich zeitweilig ein Dialog zwischen den Protagonist*innen und einer Stimme aus dem Radio. Darauf beziehen sich die Radio Features von Cuong Pham, die an diesem Abend zwischen den Videoscreenings eingespielt werden. Diese Hörstücke bestehen aus vietnamesischen Liedern und aus Briefen, die eine fiktive junge Mutter aus Vietnam in der DDR-Diaspora an ihr ungeborenes Kind geschrieben hat. Als Vertragsarbeiterin stellt sie sich darin anlässlich des Mauerfalls die Frage, ob sie nach Westdeutschland übersiedeln soll. Cuong Pham spricht in diesem Rahmen über die in die Features integrierten Lieder und gibt Einblicke in die vietnamesische Musikgeschichte. Und Ngoc Anh Nguyen liest live eine deutsche Fassung der Briefe an das Ungeborene vor. So wird ein akustisches Band – ein Sonic Cord – zwischen den Generationen, aber auch zwischen verschiedenen Medien, Sprachen, historischen Ereignissen und geografischen Regionen geknüpft.

Anh Trieu (Regie und Konzept) ist viet-deutsche Filmemacherin und Performancekünstlerin. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den Themen Identität und Familie/Lebensformen. Sie lebt in Berlin.

Cuong Pham (Hörstücke) arbeitet vornehmlich mit dem Medium Radio. Er setzt sich mit kultureller Identität, ethnischen Communities und geografischen Räumen auseinander. Pham lebt in London.

Ngoc Anh Nguyen (Lesung) aka ANOTHERNGUYEN arbeitet als Sängerin, Songwriterin und Produzentin. Sie fiel bislang vor allem mit kontemplativem Pop auf, in den sie Elemente aus dem Trip Hop und dem alternativen R&B integriert. Sie lebt in Berlin.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

mach mir angst! Komm näher.

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Annett Hardegen 

Fr. 26.11.21 | 20:00 – 21:00

Sa. 27.11.21 | 20:00 – 21:00

Eintritt 5 / 7 / 11 Euro

Trailer:

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mach mir angst! Komm näher ist die mögliche Erzählung einer Hassliebe über die Versuchungen, die Identität verspricht und über die Unfähigkeit, sich in die jeweiligen Angebote einzupassen.

Keine Identität annehmen zu können, egal wie lockend die Bilder und Versprechen scheinen, ist eine Form von soziopathischer Weigerung. Und diese Unmöglichkeit kommt einer Verwundung gleich. 

Nicht zu passen, nicht dazuzugehören ist ein Schmerz. Eine Lücke, eine Wunde, die offen bleibt. Und wie ein Schnitt im Fleisch in sich selbst ein Streben nach Heilung birgt, reizt eine nicht endende Sehnsucht, sich wie ein Pflaster über alles zu legen. Jedes Bild, jede Vorlage, jede Gruppierung könnte der Schorf auf der Wunde sein.

Alle(s) verspricht Linderung.

Und jedes Angebot markiert eine Grenze. Jedes Bild, das wir betreten, in dem wir versuchen, ihm zu ähneln, ist eine Tür, die zuschlägt.

mach mir angst! versucht die Lücke im Ich in einen Bruch umzuformen, der den Bildern inne wohnt. Als eine Art Cover. Als ein Mantel, als Schutzhülle, die sich um uns schmiegt, die uns birgt. Cover(n) ist eine Entscheidung, uns von uns zu entfernen, ist eine Bewegung von uns weg, hinein in eine Allgemeinheit, der das Original gehört. Wir verzichten auf Originalität und bewegen uns im Freiraum einer nicht-identischen Simulation. Cover sind ein Erinnerungsapparat und der Raum einer Selbst-Überschreibung ohne Stabilität.

Im Wechsel eines Blicks von Mutter und Sohn, von 15*51 auf Berliner Leben erzählt mach mir angst! auch deutsche Geschichte im Wechsel der Systeme; in Pop-Musik und Propaganda-Videos die Herausforderung einer nicht-identifikatorischen Ich-Erzählung.

mach mir angst ist ein Musik-Video-Bild, mit Platz für gemeinschaftliche Erfahrung. 

Von Annett Hardegen  

mit Ari, Dirk Cieslak, Jacob Dobers, Thomas Fränzel, Kraus, Martina Neu, Max Reinhardt, Tucké Royale, Volkan T error und Annett Hardegen.

Bühne/ Kostüm und Set_Valentina PrimaveraVideo_Federico Neri 

Sound/ Video/ Technik_ Aiko Okamoto | Assistenz Bühne: Kallia Keffala

Care_Luisa Leppin

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

 

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B A G The end is not an option

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

Sa. 20.11.21| 20:00 

So. 21.11.21| 20:00

The End Is Not An Option ist eine nomadische Erkundung von Enden und Fortsetzungen. 6 Performer*innen ziehen Verbindungslinien vom Jetzt in die Vergangenheit und zurück in die Zukunft und versuchen dabei allgegenwärtigen apokalyptischen Prognosen zu trotzen. Wie eine Gruppe von Sammlern oder ein Wanderzirkus reist das Stück vor seiner Ankunft in der Vierten Welt an drei andere Orte, und überliefert dabei Stimmen und Träume von einem Ort zum nächsten.

Von und mit: Lisa Densem, Roni Katz, Manon Parent, Annegret Schalke, Xenia Taniko, Maya Weinberg, Produktionsleitung: Patricia Oldenhave, Annett Hardegen.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Eintritt frei

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Mäandern, beutelpoetisch

Ein Text über das Projekt The End Is Not An Option von Jette Büchsenschütz

Beginnen wir mit einer Geschichte – einer von vielen, die auf der Bühne des FELD Theaters mit dem Publikum geteilt wurde: Lisas erste Konfrontation mit dem Thema Umweltschutz war das Ozonloch und die damit verbundene Gefahr zu starker Sonneneinstrahlungen. Vor allem in Australien und Neuseeland, wo Lisa aufgewachsen ist, war diese ganz reale Gefahr in den 1990er Jahre ein allzeit präsentes Thema. Lisa erinnert sich an den Wetterbericht, der regelmäßig darauf hinwies, dass z.B. nach sieben Minuten ein gefährlich hohes Sonnenbrandrisiko besteht.

Jede gute Geschichte stellt Fragen, die größer sind als wir selbst. Oder wie Donna Haraway schreibt: „Es ist von Gewicht, welche Geschichten Welten machen und welche Welten Geschichten machen.“ Und es ist ein ähnlicher Gedanke, der die Grundlage bildet für das nomadisierende Performance-Projekt The End is not an Option des Performance Kollektivs B A G.

Nicht nur ihr Name verweist auf das feministische, herrschaftskritische Beutel-Motiv der Schriftstellerin Ursula Le Guin. Auch das über mehrere Monate ausgespannte und in vier zwei-wöchentlichen Residenzen an wechselnden Orten verweilende Projekt versteht sich als eine Sammlung in Bewegung, das nomadisierend von Publikum zu Publikum zieht, mit ihm neue Geschichten und Dinge einsammelt und gemeinsam weiterspinnt.

Von einem Gemeinschaftszentrum in Berlin-Marzahn über Wahrenberg in Sachsen-Anhalt zurück ins Berliner FELD Theater und schließlich in die Vierte Welt am Kottbusser Tor reisend, sammeln sie, teilen, verteilen, erinnern, ernten, spekulieren, lernen von- und miteinander über Kapitalismus, Kollektivität und Klimakrise – über die großen Erzählungen, die uns verbinden oder eben trennen. Jeder der besuchten Orte eröffnet einen anderen Kontext, birgt andere Geschichten, Traditionen und Konflikte und andere Hindernisse in der kollektiven Verständigung. Dabei teilt sich das B A G Kollektiv – bestehend aus den Tänzer*innen und Choreograf*innen Lisa Densem, Roni Katz, Manon Parent, Annegret Schalke, Xenia Taniko und Maya Weinberg – alle Verantwortungen und Aufgaben. Es gibt keine Expertin, die für einen speziellen Bereich zuständig wäre, nichtsdestotrotz bringt jede von ihnen eine besondere Fähigkeit mit, so wie z.B. in Licht- und Setdesign, Komposition, Schlagzeug spielen, Dramaturgie oder Atemtherapie. Genauso wie diese Spezialisierungen in der Arbeitsaufteilung verwischen, verschwimmen auch die Grenzen zwischen Bühnenperformance, Workshop und Probe. Ihre Bereiche informieren sich gegenseitig, sodass aus dem gesammelten Material ein vielwurzeliges Wissensgeflecht entsteht, in dem Anfang und Ende keine Rolle mehr spielen, sondern nur noch die fortlaufenden Verknüpfungen. Ein Ende ist wirklich keine Option.

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_EN

The End Is Not An Option is a nomadic exploration of endings and continuations. 6 performers draw trajectories from the now into the past and back to the future while attempting to defy ever present apocalyptic predictions. As collectors or a wandering circus do, the piece travels through three other locations before arriving at Vierte Welt, gathering and transmitting voices and dreams.

By and with: Lisa Densem, Roni Katz, Manon Parent, Annegret Schalke, Xenia Taniko, Maya Weinberg. Production Management: Patricia Oldenhave, Annett Hardegen.

Bag-poetic meanderings

A Text about the project The End Is Not An Option by Jette Büchsenschütz, translated into English by Brandon Johnson.

Let’s start with a story – one of many shared with the audience on the stage of the FELD Theater: Lisa’s first encounter with environmental protection was the hole in the ozone layer and the excessive solar radiation – a very real danger and ever-present topic of discussion in the 1990s, particularly in Australia and New Zealand, where Lisa grew up. She remembers regular weather reports warning of a dangerously high risk of sunburn after only seven minutes in the sun.

Every good story poses questions bigger than ourselves. Or as Donna Haraway writes: “It matters what stories make worlds, what worlds make stories.” A similar notion forms the basis for the nomadic performance project The End is not an Option by the performance collective B A G.

The collective, whose name references writer Ursula K. Le Guin’s carrier bag metaphor, a feminist re-visioning of dominant narratives, similarly approached the project as a collection in motion, moving nomadically from audience to audience over the course of four residencies at four different locations, collecting and expanding on stories and experiences as they went.

As the group travelled from a community center in Berlin-Marzahn to Wahrenberg in Saxony-Anhalt, back to Berlin’s FELD Theater and finally to Vierte Welt at Kottbusser Tor, they collected, shared, distributed, remembered, harvested, speculated, and learned, from and with each other, about capitalism, collectivity and the climate crisis – about the major narratives that connect and divide us. Each of the sites they visited reveals a different context and holds different stories, traditions and conflicts, as well as various obstacles to collective understanding.

The B A G collective – consisting of dancers and choreographers Lisa Densem, Roni Katz, Manon Parent, Annegret Schalke, Xenia Taniko and Maya Weinberg – shared all responsibilities and tasks. And while no one played the role of an expert responsible for a specific area, each member nonetheless contributed a unique skill, ranging from lighting and set design to composition, drumming, dramaturgy and breath work. As these specializations blur in the division of labor, so do the boundaries between stage performance, workshop and rehearsal. Each of their fields informs one other, so that a many-rooted web of knowledge emerges from the collected material, in which ongoing connections, rather than beginnings and endings, are central. An end is truly not an option.

Müde

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Kallia Kefala 

Do. 28.10.21 | Fr. 29.10.21 | Sa. 30.10.21| 20:00

Do. 04.11.21 | Fr. 05.11.21 | 20:00

Eintritt 3 / 5 / 11 Euro

Medienpartn. Taz

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”MÜDE” ist eine Einladung, über das Leben und Arbeiten unter dem Druck von Effizienz und Leistung und über das Ideal der Selbstoptimierung nachzudenken. Darüber hinaus geht es darum, all diese Verhaltensweisen zu verlernen. Die Performance versucht, radikale Potenziale in der Müdigkeit zu finden und sucht nach neuen Möglichkeiten, miteinander und mit der Welt in Verbindung zu treten.

Müdigkeit ist ein weit verbreitetes Gefühl, das jede*r mindestens einmal im Leben, gespürt hat. Aber inwiefern können diese sehr individuellen Erfahrungen eine Grundlage dafür bilden, über Zustände des Müdeseins im Allgemeinen nachzudenken? Und sind Müdigkeit, Ermüdung und Erschöpfung ein und dasselbe? Angesichts dieser Komplexität scheint es sinnvoll, die eigene Erfahrung und Position, sowie eine kleine persönliche Narration zum Ausgangspunkt dieser Arbeit zu nehmen.

Kallia Kefala nimmt die Verflechtungen von Müdigkeit, Erholung, Produktivität und Selbstverwirklichung innerhalb unserer antagonistischen kapitalistischen Gesellschaft in den Blick. Dabei greift sie ihre eigenen Erlebnisse als queere, weibliche und in der Kunst arbeitende Migrantin auf und versucht einen physischen Raum zu schaffen, in dem diese Erlebnisse neu verhandelt werden, neue Formen und Gestalten annehmen und vor dem Publikum und mit dem Publikum zusammen verarbeitet werden können.

Es entsteht ein intimer öffentlicher Raum, eine weiche Hülle, innerhalb derer Behagen und Unbehagen koexistieren. Die Reibung zwischen Realität und Traum, Schwerkraft und Leichtigkeit, Privileg und Verantwortung produziert eine multisensorische Katastrophe. Hier wird nicht mehr geleistet, was verlangt wird. Es entsteht eine gemütliche Welt, die sich allen Erwartungen verweigert.

Konzept/Regie/Performance: Kallia Kefala, Dramaturgie/Bewegungsdramaturgie: Nefeli Gioti, Videodesign: Gloria Gammer, Sounddesign: Kim Bode, Lichtdesign: Claudia Rutz, Bühne-und Kostümbild: Kallia KefalaElisa Nelvand, Bühnenassistenz Pavlos Kapalas, Produktion: Annett Hardegen, Technische Leitung: Aiko Okamoto, Foto: Kim Bode

Dt. und engl. Sprache

Gefördert durch die Einstiegsförderung des Berliner Senats Abteilung Kultur und Europa und  durch das Take Action Programm des Fonds Darstellende Künste.

Medienpartnerschaft taz

_EN

”MÜDE” is an invitation to contemplate on living and working under the pressure of efficiency and achievement and on the ideal of self optimization. Moreover, it is about unlearning those. The performance pursues to find  radical potentials in fatigue and explores new possible ways to connect with each other and with the world.

Being tired is a common feeling and everybody has, at least once, felt this way in their lives. Do these experiences, however, create a common ground considering weariness? And are weariness, fatigue, tiredness, exhaustion one and the same thing? Considering all these complexities it only seems sensible to start from the personal experience, from one’s one position, from a narration of small scale.

Kallia Kefala takes a closer look at the intertwinings between fatigue, rest and the ideas of productivity and self accomplishment in the context of our antagonistic capitalist society. In doing so she retrieves her own experiences as a queer, female and migrant art worker and tries to create a physical space in which they can be renegotiated, take new forms and shapes and be processed in public and with the public.

An intimate public space will emerge, a soft shell inside which comfort and discomfort coexist. The friction between reality and dream, gravity and lightness, privilege and responsibility creates a multisensorial disaster that resists to perform what it is being asked to. A cozy world where all expectations can be denied.

Concept/Direction/Performance: Kallia Kefala, Dramaturgy and Movement Dramaturgy: Nefeli Gioti, Video Design: Gloria Gammer, Sound Design: Kim Bode, Light Design: Claudia Rutz, Stage & Costume Design: Kallia Kefala, Elisa Nelvand, stage assistenz Pavlos Kapalas, Production: Annett Hardegen, Technical Supervision: Aiko Okamoto, Foto: Kim Bode

Funded by the Einstiegsförderung of the Berlin Senate Department of Culture and Europe and by the Fonds Darstellende Künste- Take action Program.

Media partner the taz

Branchentreffen

9. Branchentreff der Freien Darstellenden Künste

Ausnahmsweise!? Regeln einer Freien Szene

Sa. 23.10.21 | 14:00 + 17:00 

Müde: Workshop

Von und mit Kallia Kefala (Künstlerin) & Nefeli Gioti (Dramaturgin)

Fatigue and precarity are constantly present in the increasingly unsocial working conditions of a hyper-capitalized world of art. The workshop by the artists Kallia Kefala and  Nefeli Gioti seeks to create a space for reflection and collective learning upon the conditions that make us tired and upon the ways we can creatively resist them. Together we will navigate the complex field of fatigue through discussion, games and performative practices.

This workshop is based on materials and working methods of the performance MÜDE, which takes place from October 28th to November 5th at Vierte Welt.

Müdigkeit und Prekarität sind in den zunehmend unsozialen Arbeitsbedingungen einer hyperkapitalisierten Welt der Kunst ständig präsent. Der Workshop der Künstlerinnen Kallia Kefala und Nefeli Gioti schafft einen Raum für Reflexion sowie kollektives Lernen über all die Bedingungen, die uns müde machen und über die Wege, wie wir ihnen kreativ widerstehen können. Gemeinsam bewegen wir uns via Diskussionen, Spiele und performative Praktiken durch das komplexe Feld der Müdigkeit.

Dieser Workshop basiert auf den Materialien und Arbeitsmethoden der Performance MÜDE, die vom 28. Oktober bis 5. November in der Vierten Welt stattfindet.

In englischer Sprache 

So. 24.10.21 | 14:00 

Ohne Ahnung & Mit Scham: Impuls und Workshop
In ihrem Vortrag mit anschließendem Vertiefungs-Workshop greift die Dramaturgin und Performerin Lisa Schettel Zustände auf, die nicht nach Rebellion klingen, aber Potential bergen: Ahnungslosigkeit und Scham. Dabei teilt sie zunächst ihre langjährige Recherche und künstlerische Zugriffe auf die Themenfelder, bevor sie im Anschluss dazu einlädt, selbige aktiv in der Selbst- und Kollektivbefragung zu verarbeiten – ohne Ahnung und mit Scham, versteht sich 
 
Von und mit: Lisa Schettel (Dramaturgin)

 

Sa. 30.10.21 | 14:00 

Dissolving Our Market Value

Das Format „Dissolving Our Market Value“ lädt dazu ein, Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen in Form der Community Care Praxis zu denken. Die Auseinandersetzung mit Qualitätsbegriffen wird eine besondere Rolle spielen, gemeinsam wird an der Auflösung verinnerlichter marktförmiger Strukturen gearbeitet, um solidarische Kunstpraxen zu stärken.

Melmun Bajarchuu (Critical Companion), Annett Hardegen (Dramaturgin/Produzentin/Co-Leitung), Julia*n Meding (Performancekünstlerin).

Green Open Food Evolution – Hybridisationprozesse in humaner und nicht-humaner Ingestion oder wie Bakterien Sex haben – mit Maya Minder

Workshopsprache: englische und deutsche Lautsprache mit Flüsterübersetzung dazwischn bei Bedarf.

Probiotika zur Verbesserung des Immunsystems, Veganer*innen leben gesünder und länger, Algen werden als neues Superfood gekürt. Laut einem wissenschaftlichen Artikel passte sich das japanische Mikrobiom über Jahrhunderte zur verbesserten Verdauung von Algen adaptiv an seine Umwelt an. In der japanischen Esskultur äussert sich die evolutionäre Epigenetik des menschlichen Mikrobioms. Die Verbesserung unseres Verdauungsapparates wird ebenso mit dem neuesten Trend zum roh-fermentiertem Kombucha hervorgehoben. Der Mensch und seine mikrobielle Verworrenheit mit seiner Umwelt schreit nach Veränderung von Gewohnheiten, ein mögliches Leben nach dem Ruin des Kapitalismus? Kann Veganismus tatsächlich dazu führen, dass wir pflanzlich werden? Als Foodart Künstlerin versucht Maya Minder in einem hands-on Workshops der Frage nachzugehen, wie Normen, Kontingente und Disziplinierung des Essens und darüber hinaus mittels Un-learning Prozessen aufgelöst werden können. Ein Workshop zum Thema Hybridisationsprozesse zwischen der Kulinarik, Biohacking und Evolutionstheorie.

Die in Zürich lebende Künstlerin Maya Minder nutzt kochen zur prozesshaften Verhandlung symbiotischer Koexistenz menschlicher und nichtmenschlicher Lebewesen. Dabei erzeugt sie Verflechtungen zwischen Gebrauchsgegenständen und animistisch gelesenen natürlichen Materialien. Sie realisierte Arbeiten im Rahmen der Ars Electronica, des Piksel Festivals Bergen und in der Kunsthalle Zürich. Sie ist Teil des BadLab Zürich und der International Hackteria Society.

Zugangsinformationen: Eine DGS Verdolmetschung steht bei Bedarf zur Verfügung. Nach Voranmeldung unter produktion@viertewelt.de gibt es die Möglichkeit, einen Fahrstuhl zu benutzen. Eine Toilette für Rollstuhlnutzer:innen ist leider nicht vorhanden. Das Gebäude bietet außerdem keine ausreichenden Markierungen für Teilnehmer:innen mit Sehbehinderungen. Wir bitten um Rückmeldung unter produktion@viertewelt.de, welche weiteren Wünsche und Bedarfe es gibt.

So. 31.10.21 | 14:00 

Dissolving Our Market Value

Das Format „Dissolving Our Market Value“ lädt dazu ein, Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen in Form der Community Care Praxis zu denken. Die Auseinandersetzung mit Qualitätsbegriffen wird eine besondere Rolle spielen, gemeinsam wird an der Auflösung verinnerlichter marktförmiger Strukturen gearbeitet, um solidarische Kunstpraxen zu stärken.

Mit Melmun Bajarchuu (Critical Companion), Annett Hardegen (Dramaturgin/Produzentin/Co-Leitung), Julia*n Meding (Performancekünstlerin).

In englischer Sprache.

 
Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity? – Mit Kathy-Ann Tan
 

Offen für Personen, die sich als Teil einer marginalisierten oder unterrepräsentierten Gruppe im Kunst- und Kulturbetrieb identifizieren – bitte schreib uns einen Satz an produktion@viertewelt.de, warum du gerne an diesem Workshop teilnehmen würdest.

 

Workshopsprache: englische Lautsprache mit Flüsterübersetzung bei Bedarf

In diesem experimentellen und partizipativen Workshop werden wir einige Strategien und Übungen diskutieren und brainstormen, wie wir mit Konflikten innerhalb unserer eigenen queeren, BIPoC* und anderen marginalisierten Communities in der Berliner Kunstszene umgehen können. Während “Vielfalt”, “Integration” und “Zugänglichkeit” in der Berliner Kunst- und Kulturszene in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen haben, werden viele Versuche, Institutionen zu “dekolonisieren” oder antirassistische Methoden zu praktizieren, weiterhin durch Tokenisierung, Extraktivismus und Instrumentalisierung untergraben. Diese werden sowohl von weißen als auch von BIPoC-geführten Institutionen verübt und sind Spiegelung eines größeren “Teile-und-herrsche”-Mechanismus, der in weiß dominierten, westlichen Gesellschaften prägend ist. Wie können wir als QTBIPoC*-Künstler*innen und Kulturschaffende unsere eigenen internen Spaltungen, Spannungen und Konflikte überwinden und gleichzeitig verstehen, dass das übergeordnete Ziel darin bestehen muss, die Arbeit von unterrepräsentierten Künstler*innen zu unterstützen, die mit den Herausforderungen konfrontiert sind, sich sich in weißen Institutionen zurechtzufinden und zu überleben? Wie können wir ableistische Haltungen erkennen und hinterfragen? Sind gemeinschaftsübergreifende Formen der Solidarität möglich? Wie können wir Formen der Fürsorge, des “Calling In”s (im Gegensatz zu “Calling Out”) und des Austausches praktizieren, die weiterhin Raum für eine Vielzahl von abweichenden Stimmen schaffen, während wir auf ein größeres Ziel hinarbeiten, das Cis-Weiße-Hetero-Patriarchat abzubauen?

 

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende Kurator*in, Autor*in und unabhängige Wissenschaftler*in für bildende Kunst und Performance, postkoloniale und dekoloniale Theorie, Critical Diversity Studies und Gender/Queer Studies. Sie interessiert sich für alternative Modelle der Kunstverbreitung, des Ausstellungsmachens und des Aufbaus von Institutionen, die auf Fragen der sozialen und transformativen Gerechtigkeit abgestimmt sind. Ihr laufendes Projekt www.decolonialartarchives.com zielt darauf ab, gemeinsam ein Online- und Offline-Forum für Künstler*innen, Kurator*innen und Kulturschaffende aufzubauen, um Wege zu entwickeln, koloniale Narrative zu hinterfragen und neokolonialen Formen von Herrschaft und Kontrolle entgegenzuwirken.

Zugangsinformationen: Eine DGS Verdolmetschung steht bei Bedarf zur Verfügung. Nach Voranmeldung unter produktion@viertewelt.de gibt es die Möglichkeit, einen Fahrstuhl zu benutzen. Eine Toilette für Rollstuhlnutzer:innen ist leider nicht vorhanden. Das Gebäude bietet außerdem keine ausreichenden Markierungen für Teilnehmer:innen mit Sehbehinderungen. Wir bitten um Rückmeldung unter produktion@viertewelt.de, welche weiteren Wünsche und Bedarfe es gibt.

 

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Dissolving Our Market Value

by Melmun Bajarchuu (critical companion), Annett Hardegen (dramaturge/producer/co-director) & Julia*n Meding (performance artist)

The format invites the participants to consider solidarity and differences in economic questions in the form of community care practice. In doing so, a coming to terms with structures will play a special role and we will work together to consider solidary art practices.

 
Working through Conflict and the Possibility of Inter-community Solidarity?  – with Kathy-Ann Tan

Open to people who self-identify as part of a marginalised or underrepresented group in the arts and cultural scene – please write one sentence at produktion@viertewelt.de about why you’d like to attend this workshop.

The workshop will be held in English spoken language, “whispered translations” on demand. 

In this experimental and participatory workshop, we will discuss and brainstorm some strategies and techniques of how to deal with, and work through, conflict within queer, BIPoC* and otherwise marginalised communities in the arts scene(s) in Berlin. While “diversity”, “integration” and “accessibility” have become buzzwords in Berlin’s arts and cultural scene in the last decade, many attempts to “decolonise” institutions or practice anti-racist methodologies continue to be undermined by acts of tokenism, extractivism and instrumentalisation. These are perpetrated by both white- and BIPoC-led institutions, and is a reflection of a larger “divide-and-rule” mechanism at work in white-dominant, western societies. How can we as artists and cultural practitioners work through our own internal divisions, tensions and conflicts while still understanding that the larger goal must be to support the work of underrepresented and minority artists who are faced with the challenges of navigating and surviving institutional whiteness? How can we be aware of, and challenge, abelist attitudes? Are trans-community forms of solidarity possible? How can we practice forms of care, calling in (as opposed to calling out), and conversation that continue to create and hold space for a multiplicity of dissenting voices while working toward a larger goal of dismantling cis-white-heteropatriarchy?

 

Kathy-Ann Tan is a Berlin-based curator, writer and independent scholar of the visual arts and performance, postcolonial and decolonial theory, critical diversity studies and gender/queer studies. She is interested in alternative models of art dissemination, exhibition-making and institution-building that are attuned to issues of social- and transformative justice. Her ongoing project www.decolonialartarchives.com aims to collaboratively build an online and offline forum for artists and curators to develop ways of interrogating colonial narratives and countering neo-colonial forms of domination and control.

 

Accessibility information: DGS translation is available upon request. There is the possibility to use an elevator after advance notification at produktion@viertewelt.de. Unfortunately, there is no toilet for wheelchair users. The building also does not provide sufficient markings for participants with visual impairments. Please contact us at produktion@viertewelt.de to let us know what other wishes and needs you have.

Es ist nichts

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Institut für Widerstand im Postfordismus 

Fr. 15.10.21 | 20:00

Sa. 16.10.21 | 20:00

Eintritt / 5 Euro

Absurde Performance über einen Bären im Museum und das Ende der Welt.

Vor ein paar Wochen bekam ich einen Brief. Dieser Brief war eine Einladung. Ich sollte eine Lecture zu der Frage „Verschwindet der Mensch unbelehrbar?“ vorbereiten. Geladen wurden ich und eine ganze Reihe weiterer Künstler:innen, Intellektuelle und WissenschaftlerInnen von einer Gruppe der Führungsriege aus Politik und Wirtschaft. Ich fragte meinen Mann, ob ich zu- oder absagen sollte. Schließlich ging es hier um eine grundsätzliche Frage. Hast du denn was zu sagen?, fragte er. Ich nickte. Noch am selben Tag setzte ich mich an den Schreibtisch. Als ich den Stift zum Papier führte, wurde auf einmal alles schwarz vor meinen Augen. Ich sah nichts mehr. Hilfe, rief ich zu meinem Mann, Hilfe! Er kam: Was ist denn los? Ich sagte, es ist alles schwarz. Ich sehe nichts mehr. Ich kann nichts mehr sehen! Er sagte: Mach dir keine Sorgen.

Konzept, Text, Performance Elisa Müller

Konzept, Dramaturgie Christoph Wirth, Vega Damm

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und des Instituts für Widerstand im Postfordismus, ermöglicht durch flausen+ – young artists in residence.

 

Foto credits:

Wald Fotos : @petervanheesen

Raum Foto : @institutwiderstandimpostfordismus

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artiCHOKE #20

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 artiCHOKE e.V. 

Do. 14.10.21 | 19:00 – 22:00

Eintritt frei / Free entree

Eine artiCHOKE Sonderveranstaltung – hinter den Kulissen.

A special artiCHOKE evening with the team behind the scenes.

ArtiCHOKE feiert mit der Vierten Welt und bringt das ganze Team auf die Bühne.

 

Es lesen (live und zugeschaltet): Adelaide Ivánova, Sam Langer, Lotto Thießen, Antoine Hummel, Joel Scott, Andrea Garcés, Lisa Jeschke, Marty Hiatt, Juan-Diego Otero, Tabea Xenia Magyar und Érica Zíngano.

Sprachen: Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch

artiCHOKE is celebrating with the Vierte Welt and is bringing the whole team onto the stage to read their own work.

 

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

„Pop und Propaganda“ Vol I

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

 Max und „Drunk at your Wedding“ 

Mi. 13.10.21 | 20:00 – 21:30

Eintritt 5€ | Berlin Pass frei

Eine museale Live-Konzert-Lesung

Nach 12 Jahren liest Max vom Kollektiv der Vierten Welt seinen Text „Die Anatomie der Nische“. Verzahnt mit live gespielten Songs der Indiemusikerin „Drunk at your wedding“

In Abgleich der Gegenwart und des über 12 Jahre alten Versuchs einer Beschreibung der Gegenwart subkulturellem Lebens in Berlin, entsteht eine Lücke. Eine Erfahrung der Veränderung der letzten 12 Jahre in Empfindung, Vokabular und Perspektive.

Max liest diesen Text in der Rückschau. Teils Schamerfüllt, teils voller Überzeugung. Nach einigen Seiten erklingt ein Song und webt sich in die letzten Worte bis er anschwillt und den Raum übernimmt. In die letzten Klänge des Songs weben sich gleichermaßen die ersten Worte des nächsten Kapitels. So entsteht eine Fläche aus Wort und Sound der uns mitnimmt in die Zeiten der Berliner Ravekultur, der Bankenkrise und den letzten Hoffnungen des Antikapitalen. Oder den ersten seit der Wende? Also eine Lesung und ein Konzert gleichermaßen. Mit einem Drink in der Hand und dem Wissen was alles geschehen ist seit damals. Wie fremd sich manches nach 12 Jahren anhört und wie vertraut immer noch. Pop und Propaganda.

MAX ist fester performativer und organisatorischer Bestandteil der VIERTEN WELT. Darüber hinaus arbeitet er als Performer, Texter und Aktivist. Er wird dieses Jahr 50 Jahre alt.

Die Vierte Welt feiert ihr 10 Jähriges Bestehen. Und Max war Teil davon.

DRUNK AT YOUR WEDDING ist Nina.

Sie lebe in Berlin und spielt eine dunkle, melodiöse Mischung aus Songwriter-Folk, Garagenrock und Indiepop mit englischsprachigen Texten.

Ihr neues Album “I Have to Go Home”  https://drunkatyourwedding.bandcamp.com/ ist Ende Juni bei Bohemian Strawberry Records / Broken Silence erschienen.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

UNA PRIMAVERA

10 Jahre Vierte Welt | Film

 In Anwesenheit von Valentina Primavera & Federico Neri 

Di. 12.10.21  | 19:30 – 22:15

Eintritt / 5 Euro

Nach einer letzten Episode häuslicher Gewalt beschließt Fiorella, Mutter von drei Kindern, ihren Mann und ihr Haus zu verlassen. Mit 58, nach 40 Jahren Ehe beantragt sie schließlich die rechtliche Scheidung auf der Suche nach Freiheit und versucht ihr eigenes Leben zurückzuerobern. Die Filmemacherin Valentina, Fiorellas jüngste Tochter, beschließt, den ersten Schritten ihrer Mutter in die unbekannte Zukunft zu folgen. Eine komplexe Reise beginnt, die sowohl sie selbst als auch die Gemeinschaft mit den patriarchalischen Strukturen konfrontiert und deren verheerenden Auswirkungen auf ihre Familie und auf die Gesellschaft aufzeigt.

In Anwesenheit von Valentina Primavera und Federico Neri.

In italienischer Sprache mit deutschen Untertitel.

Una Primavera reiste weltweit von Festival zu Festival. Dies ist ein Auszug aus der Begründung der Jury der 43. Duisburger Filmwoche

„Carte Blanche“ Nachwuchspreis des Landes NRW:

Im Zentrum des prämierten Films steht eine zwiespältige Heldin, die zwischen Mut, Selbstmitleid, Familiensinn und Einsamkeit pendelt. Die Frage, die sie umtreibt, lautet: Kann ich meine Vergangenheit vergessen und im Leben nochmals neu anfangen? Die Regisseurin begleitet die Heldin ihres Films auf diesem ebenso schmerzvollen wie reinigenden Prozess. Sie erzählt die Geschichte einer dysfunktionalen Familienstruktur und fragt, in welchem System sich diese etablieren konnte. Wie ist die Selbstbestimmung einer Frau und Mutter möglich, wo noch offen das Männlichkeitsideal Mussolinis verteidigt wird?

Der Film ist eine Konfrontation mit der Unfähigkeit, über Unausgesprochenes innerhalb einer Familie zu sprechen. Die Regisseurin, die gleichzeitig die Tochter ihrer Heldin ist, ist Teil dieser Konfrontation und übernimmt im Film dafür die Verantwortung.

„Cos’è la famiglia?“ – Was ist die Familie? – so lapidar die im Film aufgeworfene Frage scheint, so komplex sind die Antworten, die der Film gibt. So zeigt er keine klassische Heldin, der der ersehnte Befreiungsschlag gelingt. Vielmehr führt er beispielhaft vor, warum die Konsequenzen des Patriarchats und der strukturellen Gewalt nicht einfach vergessen werden können – und auch nicht vergessen werden wollen.

„Separare non è dimenticare“ – Sich von etwas trennen, heißt nicht, es zu vergessen – diese Erkenntnis der Protagonistin ist am Ende die Legitimation für ihren ganz persönlichen Entschluss, zum Ehemann ins gemeinsame Haus zurückzukehren. Es ist aber auch die Legitimation des Films, uns diese private Familiengeschichte zu erzählen und durch sie eine systemische und politische Dimension sichtbar zu machen.

 

MIT

Fiorella Di Gregorio, Alessia Camilletti, Chiara Primavera

REGIE

Valentina Primavera

BUCH

Valentina Primavera, Federico Neri

SCHNITT

Federico Neri

PRODUZENT

Johannes Schubert

EXECUTIVE PRODUCER

Federico Neri, Valentina Primavera

SOUND & MUSIK

Macarena Solervicens

SOUND & MISCHUNG

Azadeh Zandieh

FARBKORREKTUR

Daniel Kraus

DCP

Martin Herold

GRAFIK

Andrea Cazzaniga

  PRESSE                               NOISE Film PR Mirjam Wiekenkamp 

  WELTVERTRIEB                  filmdelights 

 

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

ANONYME ANWOHNENDE

Theater und Performance | 10 Jahre Vierte Welt

Mo. 11.10.21 – Mi. 13.10.21  | Ausstellung

Mo. 18:00 – 21:00 Eröffnung | Di. 12:00-21:00 | Mi. 12:00-19:00 Keine Reservierung nötig

PARTRIARCHAT FREIE ZONE

In den letzten Monaten ist es in Berlin immer wieder zum kurzfristigen Auftreten Patriarchatsfreier Zonen (PFZ) gekommen. Bei einigen Hindurchgehenden wurde eine euphorisierende Wirkung beobachtet. Vom 11.-13. Oktober wird nun eine dauerhafte PFZ in der Vierten Welt errichtet, um die bisher unbekannten Langzeitfolgen einer Patriarchat – Freie Zone – Exposition zu ergründen. Internationale Forscher*innen gehen davon aus, dass diese zu einer umfassenden Verbesserung des planetaren Wohlbefindens für alle Lebewesen führen könnte.

Bitte mitbringen: Smartphone mit QR-App und Kopfhörer.

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

CLOUDS ON CLEAR SKY

Theater und Performance

Johanna Ackva + Akemi Nagao 

Do. 07.10.21 | 19:30 – 20:30

Fr. 08.10.21 | 19:30 – 20:30

Sa. 09.10.21 | 19:30 – 20:30

So. 10.10.21 | 19:30 – 20:30

Eintritt frei / Free entree

_DE

In einer Reihe von drei Soli und einem Duett setzen sich fünf Tänzer*innen unterschiedlicher Generationen und Backgrounds mit dem Tod und der eigenen Endlichkeit auseinander. Im Dialog mit der Künstlerin Johanna Ackva suchen sie nach einer individuellen körperlichen Sprache, die in der Lage ist, ein ungreifbares Phänomen greifbarer zu machen.

_EN

In a series of three solos and one duet, five dancers of different generations and backgrounds work with the topic of death, considering its social and political meaning as well as their own finiteness. In conversation with the artist Johanna Ackva, they are searching for an individual physical language aimed at translating an untranslatable phenomenon.

Mein Vater hat alles bis ins Kleinste vorbereitet. Er hatte einen Ordner, in dem war
alles aufgeschrieben: wer benachrichtigt werden muss, welches Gedicht gelesen
und welche Musik gespielt werden soll. Er wollte keine Kirche, weil er ja
sowieso nix damit am Hut hatte, er wollte mexikanische Musik.

Das ist ja wie wenn man von einer Person eingeladen wird, die aber nicht mehr lebt!

Ja. Er war schon immer ein guter Gastgeber. Wenn Du ihn besucht hast,
bekamst Du als Erstes einen Pisco Sour, dann war die Party schonmal gerettet.
Wir haben damals ein Foto gefunden von meinen Vater mit einem Tablett voller Drinks.
Das haben wir bei der Trauerfeier groß auf ein Tuch projiziert.
So hat er zu seinem Abschied alle begrüßt!

CLOUDS ON CLEAR SKY ist die dritte Performancearbeit, die Johanna Ackva aus ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit Erfahrungen rund um Tod, Trauer und Endlichkeit – als Realität im Kern des Lebens – entwickelt. Für die fünf Tänzer*innen verschiedener Generationen und Hintergründe agiert die Künstlerin in diesem Projekt als Gesprächspartnerin und als Gegenüber. Das Aufgreifen autobiographischer Erfahrungen, das Nachdenken über emotionale und politische Implikationen des Todes, sowie das Eintauchen in ikonographische und poetische Dimensionen sind Werkzeuge für die Suche nach einer individuellen körperlichen Sprache, die in der Lage ist, ein ungreifbares Phänomen greifbarer zu machen. Sich verankernd in der eigenen Anatomie, auf den Atem hörend, die Haut und das Gewicht der Knochen spürend, lädt jeden Abend ein*e andere*r Tänzer*in das Publikum ein, einen Moment der intimen Selbstbegegnung mit ihr*ihm zu teilen.

Umschlossen und miteinander verwoben sind die drei Soli und das Duett eines Vaters mit seiner Tochter durch das kontinuierliche Einschreiben der Bewegungen in den Raum: tafelähnliche Flächen auf Teilen des Bodens und der Wände dienen den Tänzer*innen als Leinwand, auf der sie mit Kreide be-merkens-werte Momente ihres Tanzes markieren und unterstreichen können. Als Erinnerungen an vergangene Momente fügen sich ihre Kreidespuren in den Raum ein und werden sowohl zu Zeichen der Abwesenheit als auch zu Präsenzen, zu welchen sich die nachfolgenden Tänzer*innen in Bezug setzen.

CLOUDS ON CLEAR SKY entfaltet sich im Raum und über den Verlauf von vier aufeinanderfolgenden Abenden. So verstärkt die Arbeit unsere Wahrnehmung vom Verstreichen der Zeit und ruft unser Erleben von Verlust, Erinnerung und Transformation wach.

Eingebettet in die Probenzeit für CLOUDS ON CLEAR SKY im September ist eine dreiteilige Reihe von künstlerischen Interventionen. Kuratiert von Marie DuPasquier/ Display, Berlin öffnen diese gemeinsam mit eingeladenen Künstler*innen und Denker*innen immer Donnerstag abends einen Raum für die Auseinandersetzung mit Tod, Endlichkeit und Trauer aus der Perspektive verschiedener Kunstformen und Wissensgebiete.

Most people in Japan believe that if you pass away, your soul can sometimes come to visit. I don’t know exactly where this belief comes from. It has always been a normal thing. I met my grandmother after her death. It was in France.

In France? You met at the Eiffel Tower?

I was sitting in the back of a car that we were driving through nature to go climbing. I was just watching the landscape outside passing by when she came to the window.

Did she say something?

CLOUDS ON CLEAR SKY is the third performance work resulting from Johanna Ackva’s long term investigation into experiences around death, mourning, and finiteness as a reality at the very core of life. Working with dancers of different generations and backgrounds, the artist’s role in this project is that of an interlocutor and facilitator for each of them. Revisiting autobiographical experiences, reflecting upon emotional and political implications of death, as well as diving into its iconographic and poetic notions are tools for the search of an individual physical language aimed at translating an untranslatable phenomenon and sharing it with an audience.

CLOUDS ON CLEAR SKY unfolds as a series of three solos and one duet. Encompassing and interweaving the four consecutive evenings is the spacial design: an installation of blackboard-like surfaces on parts of the floor and the walls serves as a canvas for the dancers, who can choose to trace and/or outline re-mark-able moments of their dance with chalk. As reminders of past moments, lines and traces accumulate and become both, signs of absence and additional presences for the following dancers to reference.

Weaving into the rehearsal time for CLOUDS ON CLEAR SKY in September is a series of artistic interventions curated by Marie DuPasquier / Display, Berlin, which invites artists and thinkers and opens a space to get in touch with death, finiteness, and mourning through the lenses of their respective works and practices.

Credits:

Künstlerische Leitung, Choreografie: Johanna Ackva | Performance, Co-choreografie: Akemi Nagao, emeka ene, Jan Burkhardt, Sophie Kuhlmann, Regina Baumgart | Sounddesign, Komposition: Evelyn Saylor | Video, Projektionen: Max Hilsamer | Kostüm, Raumgestaltung: Bettina Mileta | Outside-Eye: Roni Katz | Künstlerische Assistenz: Carrie McILwain | Technik: Aiko Okamoto | Produktion: Valerie Terwei | Presse/ÖA: Aïsha Mia Lethen | Grafik: Ana Halina Ringleb

CLOUDS ON CLEAR SKY

Johanna Ackva, artistic direction

Marie DuPasquier, curation

Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von DISPLAY, Berlin.

Grief and Gratitude

Theater und Performance

 Johanna Ackva 

Do. 23.09.21 | 19:00 – 22:00

Im Rahmen von Johanna Ackva | CLOUDS ON CLEAR SKY

Eintritt frei / Free entree

_DE

 

Aufgrund der aktuellen Lage der Pandemie, kann das Konzept des ursprünglich geplanten Abendessens nicht umgesetzt werden. Eine begrenzte Anzahl von Zuschauer*innen ist nun zu einem partizipatorischen Ritual und einer Lecture eingeladen.

Grief and Gratitude ist eine Recherche, die sich mit dem Friedhof als Garten und den essbaren Pflanzen, die darin wachsen, beschäftigt. In den vergangenen Monaten hat Carrie McILwain von Gräbern und ungepflegten Wildwuchsflächen auf Friedhöfen in Berlin geerntet. In einem privaten Ritual verwandelte Carrie McILwain die geernteten Materialien in Pesto, Sirup, Marmeladen und Bonbons. Carrie McILwain interessiert sich für die zyklische oder konstante Transformation, die möglich ist, wenn man aus dem Garten des Todes isst. Diese Arbeit reflektiert das Essen als notwendige Gewalt, als einen Moment des Opfers und der Einverleibung, an dem ein Material seine Form und Wirkung verliert, um mit dem Leben eines anderen zu verschmelzen und es zu erhalten. Wenn jede Mahlzeit eine Erzählung über den Tod hervorrufen kann, welche Rolle spielt dann Dankbarkeit in dieser täglichen Performance? Wie können wir die unvermeidlichen Transformationen, die mit dem Tod einhergehen, anerkennen? — Wie können rituelle Mahlzeiten Gemeinschaft stiften, Trennungen sichtbar machen, hungrige Geister füttern?

(in engl. Sprache)

 

_EN

Due to the current conditions of the pandemic, the concept of the originally planned dinner will not be possible. A limited number of spectators are now invited to a participatory ritual and performance lecture.

Grief and Gratitude is a research focusing on the cemetery as a garden, and the edible plants which grow therein. Over the past months the artist has been harvesting from graves and untended wild sites of growth within cemeteries throughout Berlin. In private ritual the artist transformed the foraged materials into pesto, syrups, marmalades and candies. Interested in the cyclical or constant transformation possible when one eats from the garden of death – This work reflects on eating as a necessary violence; a site of sacrifice and incorporation as one material loses its form and agency to become with and sustain the life of another. If every meal can awaken a narrative of death, what role can gratitude play in this daily performance? How can we acknowledge the inevitable transformations which accompany death? – How do ritual meals reinforce separations, forge communion and feed hungry ghosts?

GRIEF AND GRATITUDE is part of the project CLOUDS ON CLEAR SKY, a series of events and performances on finitude, death and grief.

 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Johanna Ackva, artistic direction

Marie DuPasquier, curation

 

Funded by Hauptstadtkulturfonds Berlin. With the friendly support of DISPLAY, Berlin.

Wahlrecht für alle! Demonstration! Die Vielen

Theater und Performance | Demonstration

 Die Vielen 

So. 19.09.21 | 14:00 

 Neue Nationalgalerie / Kulturforum 

_DE

In Berlin starten wir den Aktionstag am 19. September um 14 Uhr am Kulturforum/Neue Nationalgalerie mit einer Demonstration und laufen von dort zum Platz der Republik. Dort findet ab 15 Uhr eine Kundgebung mit verschiedenen Aktionen statt. Ende: circa 17:30 Uhr.

Performances, Musik, mobiles Wahllokal und Symbolwahlen für Berliner*innen ohne Wahlberechtigung, Redebeiträge von und mit:
Bernadette La Hengst und der Chor der Statistik
Raphael Hillebrand
Minhee Ahn
Storytelling Arena „Haben wir die Wahl?“
Migloom / Petition Nicht ohne uns – 14% – Not without us
Demokratie in der Mitte
12 Volt
Philine Rinnert und Raul Walch

Schließt euch an! Kommt zur Demo mit Abstand und Maske und bringt glänzende Fahnen, Banner und symbolische Wahlzettel mit!

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A2Arabisch@0.5xA2Arabisch@0.5x
Bundestagswahl 2021_Wir wählen5@0.5xBundestagswahl 2021_Wir wählen5@0.5x
Bundestagswahl 2021_Wir wählen6@0.5xBundestagswahl 2021_Wir wählen6@0.5x
Bundestagswahl 2021_Wir wählen7@0.5xBundestagswahl 2021_Wir wählen7@0.5x

Torpor

Theater und Performance

 Laure Boer, Pina Bettina Rücker, Evelyn Saylor 

Di. 16.09.21 | 19:00 + 19:45 + 20:30

Konzert im Rahmen von Johanna Ackva | CLOUDS ON CLEAR SKY

Dauer : 15 min

Eintritt frei / Free entree

_DE

Basierend auf statistischen Daten über die Anzahl der Todesfälle durch die Covid-19-Pandemie thematisiert TORPOR die Diskrepanz zwischen der Abstraktion von Zahlen und der persönlichen Erfahrung. Licht und Dunkelheit in der grafischen Partitur übersetzen sich in Klang und Stille.

Eine Brücke zwischen dem Globalen und dem Persönlichen schlagend, thematisiert die Partitur die Schwierigkeit, sich einerseits mit der Abstraktion der Covid-19-Pandemie und andererseits mit dem Versinken in einer Zeit gefühlter Erstarrung auseinanderzusetzen. TORPOR baut sowohl auf den statistischen Daten des Robert-Koch-Instituts über die Anzahl der Todesfälle durch die Pandemie in Deutschland, als auch auf Fotografien des Alltagslebens in dieser Zeit auf. Der erste Teil der Partitur erstreckt sich über Frühling, Sommer, Herbst und Winter 2020 und wurde im Rahmen von “Composite by the Numbers” (kuratiert von Dayang Yraola) präsentiert. Für CLOUDS ON CLEAR SKY wird die Partitur um drei Jahreszeiten erweitert, die in ihrer Länge der Dauer bis zum Start des Projekts im September entsprechen. Das Stück – welches von drei bis 13 Musiker*innen aufgeführt werden kann – wird an diesem Abend von Laure Boer (dan bau), Pina Bettina Rücker (Quarz-Klangschalen aus Silizium) und Evelyn Saylor (Gesang) interpretiert, wobei die drei ihre eigene Interpretation und musikalische Besonderheit in das Projekt einbringen. Jede Interpretin wählt eine Linie in der Grafik: Wo ein Licht ist, wird auch ein Klang gespielt. Die Ellipsen zeigen totale Stille an und verweisen auf die Anzahl der Toten in Deutschland. Die Fotos aus verschiedenen Jahreszeiten fungieren als narrativer Rahmen für die Kompositionen und erlauben somit eine sehr direkte Transkription von Empfindungen, vom Gefühl der Erstarrung, der Ungewissheit und der Notwendigkeit, jeden Tag Schritt für Schritt vorwärts zu gehen.

TORPOR ist Teil des Projekts CLOUDS ON CLEAR SKY, einer Reihe von Veranstaltungen und Performances über Endlichkeit, Tod und Trauer.

 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Johanna Ackva, artistic direction

Marie DuPasquier, curation

Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von DISPLAY, Berlin.

Bilder:

Titel: Pina Bettina Rücker. Photo by Samolé Jashi, 2020.

Bild unten: Laure Boer. Photo by Paul Rousteau, 2020

Eure Kinder werden so wie wir

Theater und Performance | Lecture | Video | Screening | Indierock

 KRAUS 

Fr. 10.09.21 | 20:30 – 21:30 

Kottbusser Tor – am Gecekondu von KottiundCo (gegenüber vom Café Südblock)

Sa. 11.09.21 | 20:30 – 21:30 

Hof des Hauses der Statistik

So. 12.09.21 | 20:30 – 21:30 

Kindl-Areal Neukölln, Am Sudhaus 2, in Zuhause e.V. 

Ein Live-Musik-Screening am Kottbusser Tor, der Karl-Marx-Allee und auf dem ehemaligen Kindl-Gelände in Neukölln

Eintritt Frei

_DE

Die Vierte Welt und die Band Kraus begeben sich auf Tour durch die ehemals geteilte Stadt. Eure Kinder 2021 ist ein frei*luft*fest nach mehr als 30 Jahren Bestehen eines geeinten Deutschlands und findet im Rahmen des Festivals zum zehnjährigen Bestehen der Vierten Welt Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now? statt

Die Band Kraus hat einen 35 minütigen Song mit dem Titel Eure Kinder werden so wie wir komponiert. Erzählt wird deutsche Geschichte von 1990 bis 2015 beginnend nach dem Mauerfall. Es sind die Geschichte(n) eines geeinten Deutschlands und hier erzählt die Generation, die um 1990 geboren worden ist, in der die vormalige Trennung nur noch Geschichte ist. EURE KINDER ist ein Plädoyer für das Leben, für Menschen, die sich verbinden: gegen Mauern, Hass, Ohnmacht. Es ist ein Liebeslied auf das Leben, vital und menschlich, voll mit Unwägbarkeit und gefüllt mit Dingen, die es lohnt, herauszufinden. Ein Opus an eine Zukunft, in der wir alle Platz haben. Dieses Projekt ist buchstäblich ein 35minütiger Auftakt und so bringen wir ihn aus den gesicherten Kunstraum dahin, wo er gehört wird: auf die Straße; in die Stadt. Die Vierte Welt wagt zusammen mit Kraus eine Tour durch die ehemals geteilte Stadt.

Ausgehend vom Kottbusser Tor und dem Neuen Zentrum Kreuzberg, wollen wir auf die Karl Marx-Allee zum Haus der Statistik und aufs Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei in Neukölln.

Vom 10. -12. September 21 wird Eure Kinder an diesen drei Orten in Berlin an eine Hauswand/ Mauer gebeamt  und die Band spielt live dazu. Die Band bewegt auf einem LKW durch die Stadt. 

Kraus

Ein Film von Klaus Maeck und Aron Krause, Clipper/Freibank 2018

www.krausmachtmusik.de

www.eurekinder.de

Eine Produktion von Kraus und Vierte Welt. Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin, Ruschstiftung, Draussen Stadt.

Bilderrechte liegen bei Jo Larsson 

EureKinder-(c)JoLarsson-8@0.5xEureKinder-(c)JoLarsson-8@0.5x
Eure Kinder PosterEure Kinder Poster
Kraus 01Kraus 01

Vale of Tears

Theater und Performance | Lecture | Video

 Magali Dougoud, Gesine Palmer 

D0. 09.09 | 19:00 – 21:00

Screening & Lecture im Rahmen von Johanna Ackva | CLOUDS ON CLEAR SKY

Eintritt frei / Free entree

_EN

In the frame of this evening dedicated to the topic of tears and mourning, the artist Magali Dougoud and the writer Gesine Palmer will exchange on loss, remembering, weeping and fluids. The discussion will take place after the projection of the video ‚Le Continuum Bleu‘ by Magali Dougoud and a talk by Gesine Palmer.

Im Rahmen dieses Abends, der dem Thema Tränen und Trauer gewidmet ist, werden sich die Künstlerin Magali Dougoud und die Schriftstellerin Gesine Palmer über Verlust, Erinnerung, Tränen und andere Flüssigkeiten austauschen. Die Diskussion findet nach der Projektion des Videos ‘Le Continuum Bleu’ von Magali Dougoud und einem Vortrag von Gesine Palmer statt.

Beyond the enchanting image of its literal meaning, the expression Vale of Tears is related in the Christian tradition with the suffering path of life that one has to endure before dying; as to be observed in the homonymous monumental 19th century painting by Gustave Doré. However, the French understanding of “Vallée de larmes” is commonly dominated by a description of the skin lines formed by the passage of tears under the eyes, and notably used in the plastic surgery jargon. Whether a physical quality or a path of life, this title gives the tone for the evening. The artist Magali Dougoud and the writer Gesine Palmer will exchange on mourning, remembering, weeping and fluids. The discussion will take place after the projection of the video ‚Le Continuum Bleu‘ by Magali Dougoud and a talk by Gesine Palmer. 

‚Le Continuum Bleu’ connects together all the womxn whose paths and bodies have crossed the rivers and canals of the city of Berlin. They died and were killed there but their bodies and minds have risen together to form an original memory that joins distant pasts and potential futures. A new population has emerged from these losses and the violence they carry: the Womxn Waves. According to scientists, they have forgotten to silence one of the X chromosomes in their DNA, altering their identity and changing their shape. By reclaiming the sounds, textures and intervals of their voices they started to rebel. Once the water contained in their bodies merged with the one that contained them, they were ready to build a common body for the uprising. In a poetic approach and a narrative aesthetic close to speculative fiction, Magali Dougouds video questions the intrinsic violence of societies, mostly the one directed against womxn, and correlates it with the domination exercised by humans over nature. What will we reconstruct together from all our losses?

What does it mean to cry? What are tears made of? Why do emotional tears differ from tears caused by onions? What are their purposes and how do they define us individually, collectivity, as a society? Theologist, author and eulogy speaker Gesine Palmer unravels these and other questions through the prism of history, mythology and philosophy. Through a careful analysis of social representations, she reveals our relationship to tears and mourning highly gendered up until today. During this evening and in resonance with the projection of ‚Le Continuum Bleu‘, Gesine Palmer is invited to open the theme of crying as a form of resistance against loss and as an indicator for physical reality as well as an element regulating social life in the grieving process.

Gesine Palmer, lecture // Magali Dougoud, video

English, German, French language

 

_DE

Über die bestechende wortwörtliche Bedeutung hinaus wird der Ausdruck “Tal der Tränen” in der christlichen Tradition mit dem Leidensweg des Lebens in Verbindung gebracht, den man vor dem Sterben durchlaufen muss – wie etwa auf dem gleichnamigen monumentalen Gemälde von Gustave Doré aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Das französische “Vallée de larmes” beschreibt darüber hinaus jene Hautfalten, die durch den Tränenfluss unter den Augen entstehen, und wird vor allem im Jargon der plastischen Chirurgie verwendet. Ob Körpermerkmal oder Lebensweg, der Titel gibt den Ton für den Abend an. Die Künstlerin Magali Dougoud und die Schriftstellerin Gesine Palmer werden sich über Trauern, Erinnern, Tränen und andere Flüssigkeiten austauschen. Die Diskussion findet im Anschluss an die Projektion des Videos ‘Le Continuum Bleu’ von Magali Dougoud und einen Vortrag von Gesine Palmer statt.

Le Continuum Bleu’ verbindet all die Frauen, deren Wege und Körper die Flüsse und Kanäle der Stadt Berlin gekreuzt haben. Sie starben und wurden dort getötet, aber ihre Körper und ihr Geist haben sich zu einer ursprünglichen Erinnerung zusammengefunden, die ferne Vergangenheiten und potenzielle Zukünfte miteinander verbindet. Aus diesen Verlusten und der Gewalt, die ihnen vorausging, ist eine neue Bevölkerung entstanden: die Womxn Waves. Laut Wissenschaftler*innen haben sie vergessen, eines der X-Chromosomen in ihrer DNA zum Schweigen zu bringen, was ihre Identität und ihre Gestalt verändert hat. Indem sie die Klänge, Texturen und Intervalle ihrer Stimmen zurückeroberten, begannen sie zu rebellieren. Sobald das Wasser in ihren Körpern mit jenem zusammenfloß, in dem ihr Leben  endete, waren sie bereit, einen gemeinsamen Körper für den Aufstand zu bilden. Mit einem poetischen Ansatz und einer narrativen Ästhetik, die der spekulativen Fiktion nahe kommt, hinterfragt Magali Dougouds Video die inhärente Gewalt von Gesellschaften, vor allem die gegen Frauen gerichtete, und setzt sie in Beziehung zur Herrschaft, die der Mensch über die Natur ausübt. Was werden wir gemeinsam aus all unseren Verlusten entstehen lassen?

Was bedeutet es, zu weinen? Woraus bestehen Tränen? Warum unterscheiden sich emotionale Tränen von Tränen, die durch Zwiebeln verursacht werden? Was sind ihre Zwecke und wie definieren sie uns individuell, kollektiv, als Gesellschaft? Die Theologin, Autorin und Trauerrednerin Gesine Palmer betrachtet diese und andere Fragen durch das Prisma von Geschichte, Mythologie und Philosophie. Durch eine sorgfältige Analyse gesellschaftlicher Repräsentationen zeigt sie, dass unser Verhältnis zu Tränen und Trauer bis heute stark gegendert ist. In Resonanz mit der Projektion von ‘Le Continuum Bleu’ ist Gesine Palmer eingeladen, das Weinen als Form des Widerstands gegen den Verlust und als Indikator für die körperliche Realität des Trauerprozesses, sowie als regulierendes Element des sozialen Lebens zu thematisieren.

Gesine Palmer, lecture // Magali Dougoud, video

In engl., dt. und franz. Sprache

Vale Of Tears ist Teil des Projekts CLOUDS ON CLEAR SKY, einer Reihe von Veranstaltungen und Performances über Endlichkeit, Tod und Trauer.

 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Johanna Ackva, artistic direction

Marie DuPasquier, curation

 

Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin. Mit freundlicher Unterstützung von DISPLAY, Berlin.

 

Titelfoto: 2_FriedWald Fürstenwalde, Hangelsberg, picture taken by Johanna Ackva while accompanying Gesine Palmer to a funeral ceremony, 2020.

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Erotics, Poetics and the incomplete

Gäste und Freunde Roni Katz and Nir Vidan

Brief study group at Vierte Welt

Please remember to provide a negative covid test or proof of full vaccination upon arrival.

Please register before by sending an email to n.vidan@hzt-berlin.de

Admission free

Fr. 03.09.21 | 18:00 – 21:00 
Fr. 07.09.21 | 18:00 – 21:00 
Di. 31.08.21 | 18:00 – 21:00 

_EN

This is an invitation to gather.
We would like to gather around words.
We would like to gather around books and the people who wrote them.
We would like to read together and let language resonate.
We would like to see what happens when we gather to read, think and talk.

We are not experts in what we want to share, we bring the texts that move us. We are excited to see what conversation these texts open up in relation to the practice of being human, and of being human amongst other humans and nonhumans.

Each session will include a reading and a lightly facilitated conversation, we will be tuned to who’s there and what they bring with them.
This brief study group is a part of the project “Assembly Instructions” that will be presented at Tanzfabrik in the first week of November, supported by the Berliner Sennat 

On the menu:

Tue. 31.8
18:00-21:00
reading: Audre Lorde: The Uses Of The Erotic (1978)
watching: Audre Lorde, The Berlin Years / a film by Dagmar Schulz (2012)
“Recognizing the power of the erotic within our lives can give us the energy to pursue genuine change within our world, rather than merely settling for a shift of characters in the same weary drama. For not only do we touch our most profoundly creative source, but we do that which is female and self-affirming in the face of a racist, patriarchal, and anti-erotic society.”

Fri. 3.9
18:00-21:00
reading: Refusing Completeness, a conversation between Fred Moten, Stefano Harney and Stevphen Shukaitis in relation to their book all incomplete
“It’s almost like this thing where you realize friendship is what survives knowing one another. Friendship comes before knowing one another and it survives knowing one another. It survives the rules of individuation that incarcerates the difference that actually make friendship possible. It both anticipated and survives individuation. It survives individuation by giving the lie to the idea that difference comes in individual units, that it comes as a function of particles, rather than forces.”

Tue. 7.9
18:00-21:00
We would like to keep this session open. In the end of the second session we will briefly discuss some options and will plan according to the desires and curiosities in the space.

The entrance is free. No ticket required. Due to covid number of participants is restricted.
Please register before by sending an email to n.vidan@hzt-berlin.de
Please remember to provide a negative covid test or proof of full vaccination upon arrival.

Looking forward,
Roni Katz and Nir Vidan
www.ronikatz.net

Gefährliche Arbeit

Gäste und Freunde | Workshop

Gefährliche Arbeit kommt zum ersten Mal für eine Woche der Wissensteilung und Vernetzung zusammen.

Fr. 23.08.21 – So. 29.08.21 | täglich 10:00 – 20:00 

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Gefährliche Arbeit ist ein Netzwerk von und für FLINTA*- Theaterschaffende, die an der Schnittstelle von Kunst und Technik tätig sind. Gefährliche Arbeit arbeitet an Strategien der Selbstorganisation, Wissensteilung, Vernetzung und Solidarität. Gefährliche Arbeit ist offen für alle, die sich mit unserem Code of Conduct identifizieren und solidarisieren. Gefährliche Arbeit ist queer FLINTA*, gefährliche Arbeit ist gefährlich.

Anmeldung: mail@gefaehrlichearbeit.de

Mit Unterstützung von Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR – #TakeNote // Das FELD – Theater für junges Publikum //

 

Eintritt nur mit vorheriger Anmeldung

Spirale

Theater und Performance

 REN SAIBARA 

Di. 12.08 – Fr. 16.08  | tgl. 20:00 – 21:00

Eine theatral-tänzerische Erkundung krankhafter Arbeitsmoral

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Mit einer Choreographie zwischen Schreibtisch, Stuhl und Laptop erkundet die japanische (Butoh-) tänzerin und Performerin Haruka Tomatsu die Auswirkungen von entgrenzter Arbeit auf den Körper, die Bewegung und das Wesen der Menschen. In Zusammenarbeit mit der Regisseurin Ren Saibara und der Dramaturgin Viola Köster macht die Tänzerin Stress und Karrieredruck auf der Bühne sichtbar und hinterfragt die oft selbstgewählte Ausbeutung mit Ernsthaftigkeit und Humor.

Macht meine Arbeit mich wirklich glücklich?

In Japan versteht man unter dem Namen „Karoshi“ den Tod durch Überlastung, in Deutschland ist Burnout ein weitverbreitetes Phänomen, das gerade auch solche Arbeiter*innen trifft, die besonders leidenschaftlich bei der Sache sind. Im Sog der Arbeit übernimmt dann schleichend die Arbeitssucht das Ruder und die Person, die sich selbst scheinbar perfekt zu managen vermag verbrennt innerlich und wird leer und arbeitsunfähig.

Der Drang zur Selbstoptimierung im Arbeitskontext beschäftigt die Dramaturgin Viola Köster bereits seit 2009. Ihre wissenschaftliche Recherche zur Entwicklung von Arbeitssucht und Selbstausbeutung im Umfeld von NGOs, wurde zum Ausgangspunkt der Theaterarbeit. „Die Spirale“ nimmt nun das Thema mit vollem Körpereinsatz und unter Zuhilfenahme dreier Sprachen unter die Lupe und hinterfragt so die gesellschaftlich weltweit angesagte gut gelaunte Verausgabung zwischen Büro, Fitnessstudio und Insta-Selfie-Account. Gibt es einen Ausweg aus der Spirale? Oder geht es immer so weiter?

Wer oder was stoppt eine Maschine, die ich selber bin? (Ren Saibara)

Ren Saibara ist japanische Regisseurin und Performerin. Sie interessiert sich für die Mechanismen hinter aktuellen gesellschaftlichen Problemen, die global und zeitübergreifend zu sein scheinen – und kontrastiert in ihren Arbeiten häufig die deutsche und japanische Perspektive auf ein Thema. Mit der Politikwissenschaftlerin und Dramaturgin Viola Köster arbeitet sie seit 2019 daran, die freiwillige Verausgabung einzelner im Beruf auf der Bühne zu hinterfragen. Haruka Tomatsu studierte Butoh Technik, zeitgenössischen Tanz sowie Theaterwissenschaften. Seit 2016 arbeitet sie als freie Choreographin, Tänzerin und Performerin

Konzept/Regie: Ren Saibara | Performance/Choreographie: Haruka Tomatsu | Konzept/Text/Dramaturgie: Viola Köster | Ausstattung: Michaela Muchina | Licht-/Sound-/Videodesign: Sebastian K. König | Outside-Eye: Annett Hardegen

Eine Produktion von Ren Saibara, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR und unterstützt mit Mitteln der Projektförderung Friedrichshain-Kreuzberg.

Oberes Foto Original: (c)Leon Ospald

Gallerie Foto Serie: (c) Franziska Cazanave

 

Ren Saibara 01Ren Saibara 01
ren Saibara 04ren Saibara 04
Ren Saibara 05Ren Saibara 05
Ren Saibara 06Ren Saibara 06
Ren Saibar a03Ren Saibar a03

HECHT

Videoinstallation

Julia Krause & Lysann Buschbeck 

Di. 13.07 – Fr. 16.07  | tgl. 18:00 + 19:00 + 20:00 

Zeitfenster | time slots  täglich/daily 18:00 | 19:00 | 20:00  

Bitte bei Reservierung Wochentag und Zeit angeben.

Please indicate day of the week and time when booking.

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Ich war 20, M.13 als wir uns trafen. Wir saßen in meiner Küche, wir redeten, schwiegen und nichts passierte. Dann fing ich an zu fotografieren.

Name: Mi. Alter: 28. Bist du mit jemandem zusammen?: Ja. Mit der Ma. Was ist Zukunft?: Ein Haus, Arbeit und Auto. Bist du faul?: Nee. Bist du dumm?: Nee, das wäre ja schlimm. Was ist ein Problem?: Sich zusammenzureißen. Was bedeutet Freundschaft?: Treue. Liebe?: Ehrlichkeit. Treue?: Freundschaft. Tod?: Leben. Geld?: Zugehörigkeit. Sagt man das so? Wenn man Geld hat, gehört man dazu im Leben, in die Bevölkerung. Aber Geld ist nicht wichtig, Geld ist nicht alles. Rausch?: Crystal. Was hast du heute gemacht?: Ich war heute auf dem Friedhof, weil heute Totensonntag ist. Habe was aufs Grab gelegt, bei meinem Vater. Und dann sind wir in den Garten. Und Mittag habe ich gekocht heute schon, gefüllte Paprikaschoten. Was ist dir in deinem Leben am wichtigsten?: Die Ma. Ist das Leben ein Spiel?: Nee. Das Leben ist doch kein Spiel. Das Leben ist doch voll ernst. Darin klar zu kommen, in dem Leben, ist schwer. Wie würdest du gern aussehen?: Wie ich jetzt aussehe. Bin doch ein Hübscher. Habe mich sogar heute rasiert.

Fotografie / Konzeption  Lysann Buschbeck

Sound / Konzeption Julia Krause

Laufzeit 40 Minuten

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und Fonds Darstellende Künste.

Eintritt 5€ 

 

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mach mir angst! Komm näher.

Theater und Performance_indoor

Fr. 18.07.21 | 20:30

Fr. 17.07.21 | 20:30

Fr. 09.07.21 | 20:30

Sa. 08.07.21 | 20:30

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mach mir angst! Komm näher ist die mögliche Erzählung einer Hassliebe über die Versuchungen, die Identität verspricht und über die Unfähigkeit, sich in die jeweiligen Angebote einzupassen.

Keine Identität annehmen zu können, egal wie lockend die Bilder und Versprechen scheinen, ist eine Form von soziopathischer Weigerung. Und diese Unmöglichkeit kommt einer Verwundung gleich. 

Nicht zu passen, nicht dazuzugehören ist ein Schmerz. Eine Lücke, eine Wunde, die offen bleibt. Und wie ein Schnitt im Fleisch in sich selbst ein Streben nach Heilung birgt, reizt eine nicht endende Sehnsucht, sich wie ein Pflaster über alles zu legen. Jedes Bild, jede Vorlage, jede Gruppierung könnte der Schorf auf der Wunde sein.

Alle(s) verspricht Linderung.

Und jedes Angebot markiert eine Grenze. Jedes Bild, das wir betreten, in dem wir versuchen, ihm zu ähneln, ist eine Tür, die zuschlägt.

mach mir angst! versucht die Lücke im Ich in einen Bruch umzuformen, der den Bildern inne wohnt. Als eine Art Cover. Als ein Mantel, als Schutzhülle, die sich um uns schmiegt, die uns birgt. Cover(n) ist eine Entscheidung, uns von uns zu entfernen, ist eine Bewegung von uns weg, hinein in eine Allgemeinheit, der das Original gehört. Wir verzichten auf Originalität und bewegen uns im Freiraum einer nicht-identischen Simulation. Cover sind ein Erinnerungsapparat und der Raum einer Selbst-Überschreibung ohne Stabilität.

Im Wechsel eines Blicks von Mutter und Sohn, von 15*51 auf Berliner Leben erzählt mach mir angst! auch deutsche Geschichte im Wechsel der Systeme; in Pop-Musik und Propaganda-Videos die Herausforderung einer nicht-identifikatorischen Ich-Erzählung.

mach mir angst ist ein Musik-Video-Bild, mit Platz für gemeinschaftliche Erfahrung. 

Von Annett Hardegen  

mit Ari, Dirk Cieslak, Jacob Dobers, Thomas Fränzel, Kraus, Martina Neu, Max Reinhardt, Tucké Royale, Volkan T error und Annett Hardegen.

Bühne/ Kostüm und Set_Valentina PrimaveraVideo_Federico Neri 

Sound/ Video/ Technik_ Aiko Okamoto | Assistenz Bühne: Kallia Keffala

Care_Luisa Leppin

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

 

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BLOCK #4 | Nuovo Corviale Rom

Premiere | Reihe Performance | Dokumentation | Film

 

Corviale Film No.1_online 

Fr, 25.06.21 – So, 27.06.21 | 18:00 – 23:55

Wir zeigen den Film Corviale No. 1 (s/w | 30 min.) mit Marcus Reinhardt online.

Im Januar 2022 wird die vollständige BLOCK | Corviale Produktion mit einer begehbaren Video-Sound-Installation (Corviale No. 2) in der Vierten Welt zu sehen sein. 

 

 Corviale Film No.1 | Gespräch

Sa. 26.06.21 | 19:00

Eine Vierte Welt Produktion mit Life-Performance, Video-Sound-Installation und theatralem Spaziergang.

_DE

Die Blocks dieser Welt sind die Wracks der Fortschrittsmoderne. Die letzten universalen Utopien in Stahlbeton gegossen. Vom Block des Neuen Zentrum Kreuzberg heraus haben wir in vier Produktionen Verbindung zu anderen Blocks geschlagen:  dem Stadtteil Ekbatan in Teheran (Iran),  der wohlfahrtsstaatlichen Modell-Stadt Tapiola in Espo (Finnland) und seit 2020 zu dem einen Kilometer langen, auf der Seite liegenden Wolkenkratzer Corviale am Rand von Rom (Italien).

Corviale ist der Entwurf einer Stadt von 8000 Menschen in einem einzigen Gebäude. Es heißt, Corviale sei die weltweit radikalste Umsetzung der Beschlüsse des Internationalen Congress of Modern Architecture aus den 50er und 60er Jahren, die die Stadtplanung und den Wohnungsbau bis in die 70er Jahre prägten. Monumental und unzerstörbar steht Corviale auf einem Hügel im Südwesten, am Rand von Rom. Großzügige lichte und bezahlbare Wohnungen für die Arbeiterfamilien aus dem Süden und für die aus Roms Zentrum verdrängten BewohnerInnen.

Corviale wurde nie ganz zu Ende gebaut. Wohnungen, Ladenpassagen und die fünf “Säle der Gemeinsamen Herrschaft” wurden besetzt und umgebaut. Irgendwann um 2000 sollte Corviale abgerissen werden. Es gilt als sozialer Brennpunkt, dort zu wohnen ist ein Stigma. Stoff für eine lange Reihe skandalisierender TV Features. Im politischen und sozialen Durcheinander Roms und in den Finessen der Bürokratie hatte Corviale kein Chance. Wo sollte die utopische kooperative Praxis und Organisation herkommen, die erforderlich ist, um die steinerne Utopie zum Leben zu erwecken? Das Leben in Corviale ist verkapselt. Selten begegnet einem ein Mensch in den Gängen und in den Treppenhäusern. Tagsüber sind es meistens freundliche alte Frauen. Hunde werden durch Büsche geführt. Zu Feierabend wird es belebter. Corviale wartet darauf, zu sich selbst zu kommen – dass der flüssige Stein zum Tanzboden des Lebens wird.

 

Die für Januar 2021 geplante Premiere müssen wir leider aus den bekannten Gründen in den Juni 2021 verschieben.

 

Künstlerische Leitung: Dirk Cieslak und Annett Hardegen

Ausstattung: Valentina Primavera

Video: Federico Neri

Performance: Johanna Ackva, Aurora Alfieri, Elena Caronia, Fiorella Di Gregorio, Carry McILwain, Marcus Reinhardt

Sounddesign & Live Sound: Macarena Solervicens Ruz

O-Ton-Aufnahme: David Matteucci

Drohnenpilot: Daniele Romano

Ausstattung Mitarbeit Rom: Elina Vaakanainen

Ausstattung Mitarbeit Berlin: Kallia Kefala

Technik: Sebastian König

Produktionsleitung: Martina Neu

 

Wir bedanken uns bei Monica Melani (Mitreo-Roma) Sara Braschi, Sofia Sebastianelli, Maria Rocco (Laboratorio Città Corviale), Aisling Pallotta, Angelo Scamponi und Don Gabriel für die ihre Gastfreundschaft und freundliche Unterstützung.

 

Eine Produktion von VIERTE WELT gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und den Fonds darstellende Künste.

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The story behind the song Vol. I: Jakob Dobers

Gespräch | Musik _online | Zoom

  
Ein Gespräch mit Musik

Max presents

Fr. 16.06.21 | 20:00 – 21:00

_DE

Max von der Vierten Welt lädt Musiker:in ein um ein paar Songs zu spielen und über sie zu reden. Die Geschichte hinter dem Song. Oder davor. Oder danach.
Sein erster Gast ist Jakob Dobers. Bekannt durch seine Bands „Zimtfisch“, „Sorry Gilberto“ und seit jüngerer Zeit solo unterwegs. Sein neues Solo- Album wartet nun auch schon ein Jahr darauf auf große Tour zu gehen. Zeit um darüber zu sprechen und zumindest mal reinzuhören!

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Abschied auf Raten

Performance | 10 Jahre Vierte Welt | _Online

 

YOUTUBE – LIVE STREAM

Gemeinsam einsam. 
Eine One-Woman-Performance über Pflege und Isolation

Ren Saibara

Fr. 11.06.21 | 20:00 

Sa. 12.06.21 | 18:00

_DE

Es war die Nacht der Premiere einer meiner Freundinnen, als meine Mitbewohnerin, mit der ich wie eine Familie zusammen in einer Wohngemeinschaft lebe, auf einmal erkrankte. Sie hatte einen leichten Schlaganfall erlitten und kam am Tag darauf sofort ins Krankenhaus. Seitdem gehört die Pflege meiner Mitbewohnerin zu meinem Alltag und fesselt mich an unsere Wohnung. Seitdem möchte ich am liebsten immer nur zu Hause sein. Warum? Wie kommt es, dass ich mich am liebsten mit ihr zusammen aus der Welt zurückziehen und mich abkapseln möchte? Oder würde ich in Wirklichkeit doch lieber aus dieser Situation fliehen? – Seit es jedoch Corona „gibt“, ist die Außenwelt zurück in unserem Leben – dadurch, dass es den anderen genauso geht wie uns…

Konzept, Regie und Performance: Ren Saibara, Sprecherin: Emily Klinge, Text: Viola Köster, Video: Lea Nagano, Künstlerische Mitarbeit: Haruka Tomatsu; Tomoya Kawamura

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

IMPULSE THEATER FESTIVAL | Akademie #1 | CHORUS

Texte | Dirk Cieslak und Christina Irrgang im Gespräch2020

Was gab es 1990 zu sagen, und was muss auf dem Weg ins Jetzt dringlicher wieder oder anders benannt werden? Was wurde erreicht, wodurch sind wir gewachsen oder aber woran als Menschen kollektiv gescheitert? Christina Irrgang versammelt Stimmen von Zeitzeug:innen aus 30 Jahren Festivalgeschichte und damit Erinnerungen und „Impulse“, die das Festival gesetzt hat. Auf einem Karteikartensystem und assoziativer Notation basierende Gespräche sind Ausgangspunkt für ein vielstimmiges Archiv subjektiv erlebter Geschichte, das den Besucher:innen die Möglichkeit gibt, mit Zeitzeug:innen in Kontakt zu treten: durch Gesprochenes, Geschriebenes, Gehörtes. Eine Oral History, die nicht zuletzt darauf abzielt, begreifbar zu machen, wo das Freie Theater heute ästhetisch, politisch und ökonomisch steht.

Dissolving Our Market Value | Different Quality / Difference Quality

Gespräch | Workshopreihe

 

Different Quality / Difference Quality

Die Veranstaltung findet online statt. Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Mo. 04.06.21 | 18:00 – 19:30

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Wir begeben uns in einen Austausch darüber, wie eine prozessorientiertere Ãsthetik aussehen könnte, bei der der Umgang miteinander und mit den Themen und Politiken eher den Qualitätsbegriff definieren, als das, was herauskommt. Wie lässt sich zum Beispiel über etwas, das sich einem ästhetischen Endergebnis entzieht, sprechen und wie kann es nach Außen kommuniziert werden? Und wo können Quantität und Qualität in andere Verbindungen treten?

Wir zeigen uns Versionen des Für-Sich-Richtig-Machens, lassen dabei unsere Faszination für starke Arbeiten und unsere Wünsche zu touren zu und schauen uns Relationen zu Ableismuskritik an.

Im Rahmen von Different Quality / Difference Quality wird die Regisseurin und Theaterwissenschaftlerin Tina Turnheim ausgehend von Asja Läcis Proletarischem Kindertheater und verschiedenen Formen der Lehrstück-Praxis Impulse für prozessorientierte Arbeitspraktiken entwickeln.

Dissolving Our Market Value | Care Calls

Gespräch | Workshopreihe 

Fr. 04.06.21 
Care Calls  mit Janna Enders

Die Veranstaltung findet online statt. Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Mo. 04.06.21 | 16:00 – 17:30

Die Veranstaltung findet online statt. Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Zum 10. Geburtstag der Vierten Welt wollen wir uns in mehreren Blöcken, in wiederkehrenden Formaten dis_kontinuierlich treffen und Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen denken. Wie wirken ökonomische Strukturen um uns, in uns, in unserem Handeln, in den Freien Darstellenden Künsten, was für solidarische Strategien haben wir bisher gefunden, was davon lässt sich teilen? Im Sinne einer Community Care Praxis wird es dabei nicht nur um etwas gehen, sondern auch um uns. Klassische Workshop-, Talk- und Vor_tragsformate werden porös und stecken sich gegenseitig an. Wir wollen uns Zeit nehmen, durch etwas Struktur Halt finden und offen bleiben, gemeinsame Modi des Austausches zu finden. Dabei laden wir critical companions ein, gehen von losen Fixpunkten aus, um Fragen nach gemeinsam verbrachter Zeit anders formulieren zu können. Die Reihe Dissolving Our Market Value ist von Melmun Bajarchuu, Julia*n Meding und Annett Hardegen initiiert.

Dissolving Our Market Value | Complex Solidarities

Gespräch | Workshopreihe

 
Do. 03.06.21
Complex Solidarities 

Initiative für Solidarität am Theater

 

Die Veranstaltung findet online statt. Teilnahme ist nur mit RESERVIERUNG möglich. Zoom-Link wird nach Reservierung per Mail gesendet. Bei Nachfragen gern per Email an: karten@viertewelt.de

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Mo. 04.06.21 | 16:00 – 17:30

_DE

Über Vergleiche und Assoziationen nähern wir uns Bildern, um uns und unsere Bedürfnisse zu beschreiben.

Wir folgen unseren Wünschen, komplexe und teilweise widersprüchliche Formen von Solidarität zu denken, auch mit und von nichtmenschlichen Wesen und Objekten um uns herum, und handeln und finden nichtlineare Erzählungen, um uns in Verwebung(en) Halt zu geben. Dabei erproben wir Formen, Needs und Angebote von Care zu formulieren und einen Raum zu erzeugen, in dem das möglich ist. 

Wir möchten dabei auch Verbindungen zu Praktiken und Denkweisen herstellen, die auf dem tradierten Wissen von Menschen und Gruppen basieren, die kolonisiert und unterdrückt wurden – und in ein binäres Denksystem und reduzierte Logiken eingepfercht wurden. Dabei geht es nicht um eine Aneignung, sondern um Wertschätzung und Sichtbarmachung von durch kapitalistische Kräfte marginalisierten Positionen.

Bei der ersten Ausgabe von Complex Solidarities wird die Initiative für Solidarität am Theater über ihre Strategien eines Nichthiearchischen Zusammenarbeitens sprechen.

Zum 10. Geburtstag der Vierten Welt wollen wir uns in mehreren Blöcken, in wiederkehrenden Formaten dis_kontinuierlich treffen und Solidarität und Differenzen in ökonomischen Fragen denken. Wie wirken ökonomische Strukturen um uns, in uns, in unserem Handeln, in den Freien Darstellenden Künsten, was für solidarische Strategien haben wir bisher gefunden, was davon lässt sich teilen? Im Sinne einer Community Care Praxis wird es dabei nicht nur um etwas gehen, sondern auch um uns. Klassische Workshop-, Talk- und Vor_tragsformate werden porös und stecken sich gegenseitig an. Wir wollen uns Zeit nehmen, durch etwas Struktur Halt finden und offen bleiben, gemeinsame Modi des Austausches zu finden. Dabei laden wir critical companions ein, gehen von losen Fixpunkten aus, um Fragen nach gemeinsam verbrachter Zeit anders formulieren zu können. Die Reihe Dissolving Our Market Value ist von Melmun Bajarchuu, Julia*n Meding und Annett Hardegen initiiert.

 

Eine Produktion im Rahmen des Festivals 10 Jahre Vierte Welt. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

FESTIVAL | 10 Jahre Vierte Welt

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

 

Ende 2010 öffnete die Vierte Welt zum ersten mal ihre Türen.

2020 wollten wir 10-Jahre-feiern.

Und dann kam Corona.

 

Jetzt, über ein halbes Jahr später, wollen wir trotz andauernder Pandemie, feiern und beginnen erstmal virtuell: Ab Juni 2021 bis Januar 2022 starten wir Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?mit Arbeiten zahlreicher assoziierter Künstler- und Akteuer*innen aus dem ständig wachsenden Netzwerk.

Die hier versammelten Arbeiten reflektieren die Frage der Re/Präsentation auch im Hinblick auf Arbeitsprozesse und Verteilungsverhältnisse.

Sie sind divers im künstlerischen Ausdruck: vom Screening eines Kinofilms zur Video-Installation, vom Konzert mit Film über die Performance hin zu Lyrik, Lesung und Diskurs.

Jede einzelne Veranstaltung ist eine besondere Auseinandersetzung mit dem*r Künstler*in. Denn alle Arbeiten sind Ausdruck der Frage nach dem „Wer bin ich jetzt?“. Sie sind ein Nachdenken darüber und ein Erinnern daran, was unser künstlerischer Impuls ist und wo wir herkommen, um nicht zu bleiben wer wir sind.

Keine Veranstaltung gefunden

Programm

to be continued …

Im Juni 2021 
„Dissolving Our Market Value“ 

Workshop und Diskussionsreihe, konzipiert von Melmun Bajarchuu, Annett Hardegen und Julia*n Meding 

„Abschied auf Raten“ 

Live-Performance mit Ren Saibara

„The Story behind the song” 

Musik/Lesung mit Jakob Dobers + Marcus Reinhardt

„Block IV Nuovo Corviale” Film #1 

Film und Gespräch Dirk Cieslak, Federico Neri mit Marcus Reinhardt (s/w Film) 35 Min 
“Chor Denken 1” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen 

 

Im Juli 2021
„mach mir Angst! Komm näher“ 

Live-Performance* mit Annett Hardegen 

„Hecht“ 

Installation* Julia Krause, Lysann Buschbeck 

“Chor Denken 2” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen

Im September 2021
Eure Kinder werden so wie wir, 

Konzert mit Kraus 

CLOUDS ON CLEAR SKY

Performances mit Johanna Ackva und Mitstreiter*innen

 

Im Oktober  2021

artiCHOKE, 

Lyrik

„Anonyme Anwohnende“ 

mehrtägige Installation
„Pop und Propaganda“ 

Gespräch/Musik mit Marcus Reinhardt und Gästen  
„Es ist nichts“ 

Performance mit Elisa Müller 
„Una Primavera“ 

Film mit Valentina Primavera

Im November bis Januar 2022
“Everybody has their own agenda” 

Performance mit Anh Trieu   
“Cracks” , 

Performance mit Malte Scholz
“the end is not an option”  

Tanz/Performance mit Roni Katz Roni Katz, Manon Parent, Xenia Tango, Annegret Schalke, Lisa Densem und Maya Weinberg

„Dissolving Our Market Value 2“ 

Workshop und Diskussionsreihe

“Chor Denken 3” 

Diskurs mit Sebastian Kirsch und Freund*innen 
“Pop & Propaganda, Weihnachtsedition” 

Musik/Lesung mit Jakob Dobers + Marcus Reinhardt

„Block IV – Corviale: Morgen könnte alles anders sein“ 

Performance/Film mit Dirk Cieslak, Annett Hardegen, Valentina Primavera, Federico Neri, 

Macarena Solervicens Ruz 

 

Das ist Kein Festival: ¿Wer sind wir jetzt * Where are we now?

ist gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Feels like haven & Slides / a letter to dance

Screening | Online

 

Doppelscreening

Sa.06.03 | 19:00 – So.07.03.2021 | 23:59

Annett Hardegen | Roni Katz

 

Roni Katz und Annett Hardegen zeigen am 6.3. in einem Doppelscreening jeweils eine ins filmische Medium übersetzte Performance.

Beide Arbeiten gemeinsam ist die Erfahrung durch die Pandemie mit neuen Medien arbeiten zu müssen und zu können und innerhalb dieser Arbeiten aber ein Nachdenken über das Medium, in dem die Künstler*innen eigentlich „zu Hause“ sind zu vollziehen: Tanz und Performance sind die Bezugs – und Ankerpunkte ihres Selbstverständnisses.

Gespräch | Online

Ein Gespräch mit Annett Hardegen & Roni Katz

So. 07.03 | 19:00

 

https://us02web.zoom.us/j/87541729125

Meeting ID: 875 4172 9125

Location: BERLIN

Feels like haven | Annett Hardegen

_DE

Zwei Männer und eine Frau, alle mindestens 40. Sie rauchen, trinken, hören Musik und erinnern sich: Wie hat das alles angefangen? Erste Zigaretten? Lieblingssong? Wann ist da was kaputt gegangen? Sie spielen ein Spiel: identity. Das Gefühl, die 40 überlebt zu haben, lässt sie unsicher werden. Sie verschwimmen zu einer Geschichte, einer Selbst-Erzählung. Drei mal Ich und doch gar keins oder doch die Geschichte von der Person, die sich Annett Hardegen nennt und behauptet: das ist alles meins, das ist mein Ich. Und dann vermischt sich der Zigarettenrauch im Bild zu einem diffusen Nebel. Die Bilder verschwimmen, wer spricht da und zu wem!

‘feels like haven’ ist ein Spiel der Dopplungen, Verwandlungen, Unterhandlungen und der Anbahnung an den Moment, der endlich eine Auflösung vom Ich verspricht. Weg von mir, sagt sie, ich habe mich nie für mich interessiert. Um so mehr für alles Andere, sagt er und dem Versprechen, dass das Theater für sie war. Eine Art Wahrheit, eine Erzählung, ein Bild. „Und während mich der nächste Faustschlag trifft, vom vernünftigen und jungen Mitschüler, denke ich an die Schachtel in meinem Schrank. In meiner Erinnerung finde ich darin meine alten Schuhe, die ich im Osten getragen habe. “Unglaublich!” rufe ich zufrieden seufzend und freue mich darüber, dass ich sie wieder habe. Etwas zu finden, was mein Leben bis ’89/’91 begleitet hat, als ich so allein war, kommt mir fast wie ein kleines Wunder vor.“ (In dt. Sprache mit englischen Untertitel. Länge: 33 Min.)

von und mit: Annett Hardegen, Lea Nagano, Federico Neri, Valentina Primavera, Marcus Reinhard, Malte Scholz,  Macarena Solervicens

Wir danken: Julia Krause und Michael Krause.

Im April 2020 sollte die Wiederaufnahme von „Feels like Haven“ stattfinden, einem Teil aus der 2018 entstandenen Reihe freies Theater 5 Erinnerungen wie es hätte werden können.

Wir haben uns entschieden, die Performance zu übersetzen. ‚Feels like haven, ein Film‘ ist nach fast einem Jahr Beschäftigung ein Hybrid zwischen nicht mehr Performance und nicht ganz Film, ein Dialog und ein Widerstand.

Eine Produktion von Vierte Welt. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Slides / a letter to dance | Roni Katz

_EN

A choreographer invites the audience to indulge in the symbiosis of dance in her past and the political realities of her present. This deeply personal deconstruction of the choreographies, hierarchies, and labor conditions that have influenced her career exposes the complexities of a dancer’s relationship to dance. While acknowledging inspiration and heritage, and the temporal impossibility to undo education and training, her feelings are exposed. How to embody something you struggle believing in? How can she be devoted to a form that wobbles around politics? How to be unburdened from the oppression of canon and the weight of the gaze? Despite frustration, the way she moves unveils affection for this long-term relationship. The inextricability of dance in her body is as clear as her power to break it down and redirect it. She is looking for the reasons why she began, and why she continues, dancing. 

This film is another iteration of the solo Slides, reworked during a month of residency at Vierte Welt. (length: 25 min.)

Dance and Choreography Roni Katz | Camera Noam Gorbat | Edit Noam Gorbat, Roni Katz | Light Catalina Fernandez | Costume Daphna Munz | Voices Rasha Nahas, Ariel Nil Levy, Alex Viteri, Dora Zygouri | Artistic advice Litó Walkey | Sound Mix | Manuela Schininá

Dank an Louise Trueheart, Laura Kirshenbaum, Zeina Hanna, Tamar Grosz

A production by Roni Katz | Supported by Vierte Welt, Ada Studio Berlin, Deufert & Plischke.

In the grey sky I fly in a bubble

Theater Preview | short film

 An online-tour with Aiko Okamoto 

We meet us virtually at Adalbertstraße 96 (virtually) and visit three video presentations at Vierte Welt (virtually). Excerpts from: Mach mir Angst, komm näher | Feels like haven | BLOCK IV | Nuovo Corviale

Mo. 22.02.21 | 12:00 until 24.02.2021 | 15:00

_EN

We meet us virtually at Adalbertstraße 96 (virtually) and visit three video presentations at Vierte Welt (virtually). Excerpts from: Mach mir Angst, komm näher (Annett Hardegen) Feels like haven (Valentina Primavera, Federico Neri und Annett Hardegen) BLOCK IV | Nuovo Corviale (Dirk Cieslak, Federico Neri, Valentina Primavera, Macarena Solericens Ruz).

An online-tour with Aiko Okamoto

Deutsch mit engl. Untertitel. THIS EVENT IS HAPPENING ONLINE.

 we warmly invite you to accompany us further along in this virtual journey 

Eintritt frei 

 

BLOCK

Reihe | Theater, performative Führungen, Film, Installation

 
BLOCK # 1 bis 4

eine Vierte Welt Produktion

Über das Leben im Wrack der Fortschrittsmoderne

 2021 – Nächste Produktion aus dieser Reihe demnächst sichtbar dokumentiert und archiviert- BLOCK #4 / Cordiale 

Künstlerische Leitung: Dirk Cieslak und Annett Hardegen

Ausstattung: Valentina Primavera

Video: Federico Neri

Performance: Johanna Ackva, Aurora Alfieri, Elena Caronia, Fiorella Di Gregorio, Carry McILwain, Marcus Reinhardt

Sounddesign & Live Sound: Macarena Solervicens Ruz

O-Ton-Aufnahme: David Matteucci

Drohnenpilot: Daniele Romano

Ausstattung Mitarbeit Rom: Elina Vaakanainen

Ausstattung Mitarbeit Berlin: Kallia Kefala

Technik: Sebastian König

Produktionsleitung: Martina Neu

Von und mit Minni Gråhn, Sannah Nedergård, Marcus Reinhardt, Mariel Jana Supka, primavera*maas, Julia Krause, Nadine Vollmer, Sebastian K König, Elina Kritzokat, Annett Hardegen, Markus Alanen und Dirk Cieslak

Eine Produktion von Vierte Welt, gefördert durch den Regierenden Bürgermeister – Senatsverwaltung für Kultur und Europa. In Kooperation mit der Theaterakademie der Universität der Künste Helsinki und in Kollaboration mit Felipe Cusicanqui.  Mit Unterstützung des Goethe-Instituts Helsinki und des Finnischen Kulturministeriums.

 

Von und mit Dirk Cieslak, Jeroen de Boer, Kaveh Ghaemi, Johannes Maas, Pedram Py, Annett Hardegen, Schokofeh Kamiz, Tereschkowa Obaid, Valentina Primavera, Marcus Reinhardt, Solmaz Shahbazi, Mariel Jana Supka, Judith van der Werff und Monika Wiedemer.

Von und mit Jan Bachmann, Dirk Cieslak, Dennis Daniel, Annett Hardegen, Thomas Hechelmann, Lena Mody, Kovo N´Sonde, Lea Nagano, Heike Pelchen, Ulrich Peltzer, Valentina Primavera, Marcus Reinhardt, Ren Saibara, Tamara Saphir, Judith van der Werff u.v.a.

Showdown

Theater | Judith Förster 

 
Showdown

Fr. 18.09 | Sa. 19.09 | So. 20.09.2020 | jeweils 20:00  

 

From a formal handshake to the clash of bodies, the duet showdown probes potential coexistences, by means of care, sabotage, desire, mechanics, collaboration, dominance, rhythm, aesthetics.

 

_DE

 

Inspiriert von Monique Wittigs Le Corps Lesbienne und Octavia Butlers Roman Parable of the Sower zeigt SHOWDOWN episodenhaft das Aufeinandertreffen und Ko-Existieren zweier Individuen.

 

In einem unheimlichen und gleichzeitig provisorisch-hoffnungsvollen Umfeld, finden die Tänzerinnen Nanna Stigsdatter Mathiassen und Judith Förster Möglichkeiten sich zu begegnen.

     Paragliding /

                    Knotting /

     Masking /

                              Waterfall /

Mit Bezug auf die Welten von Neo-Western und Survivalism verschwimmt in SHOWDOWN die Grenze zwischen Duett und Duell, Kollaboration und Sabotage.

 

Inspired by Monique Wittig’s Le Corps Lesbienne and Octavia Butler’s novel Parable of the SowerSHOWDOWN imagines episodically the meeting and co-existence of two individuals. In a strange and at the same time provisional-hopeful environment, the two dancers Nanna Stigsdatter Mathiassen and Judith Förster find opportunities to meet.

     paragliding /

                    knotting /

     masking /

                              waterfall /

 

With reference to the worlds of Neo-Western and Survivalism, in SHOWDOWN the line between duet and duel, collaboration and sabotage becomes blurred.

 

Mit Maske und Sicherheitsabstand

 

Please wear a mask and keep distance.

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Beirut – Meeting the Saints

Performance Claudia Basrawi

 
BEIRUT – MEETING THE SAINTS

Eine persönliche Annäherung an Beirut: einst kosmopolitisch, weltoffen und konfessionell so durchmischt wie kaum eine andere Stadt im Nahen Osten, nun durch kriegerische Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten tief beschädigt und dadurch ein Symbol dessen, wie wir aus europäischer Sicht auf diese Region blicken.

Do.08.10 | Fr.09.10 | Sa.10.10 jeweils 20:00  So.11.10.2020 | 18:00

Eintritt: Berlin Pass: 3 € | Ermäßigt 7 € | Normal 11 €

Claudia Basrawi lässt uns an ihrer persönlichen Sicht auf Beirut und ihren familiären Hintergrund, einer christlichen syrisch-irakischen Familie, die während des libanesischen Bürgerkriegs das Land verlassen hat, teilhaben. Nach langer Abwesenheit kehrt Basrawi zurück in die Stadt ihrer Kindheit und erlebt sie nun aus einer fremd/vertrauten Perspektive. Das Durchstreifen der bekannten oder fremden urbanen Umgebung, abseits der gewohnten Wege, eröffnet neue Sichtweisen und eine andere Art der Wahrnehmung.

Mit zahlreichen Zeichnungen, die in den letzten Jahren entstanden sind, mit Audiospuren und Fotos aus und über Beirut werden Orte und Themen aus einem subjektiven Blickwinkel betrachtet und dokumentiert. Sich dabei selbst als Referenzpunkt zu verorten ist Teil einer Herangehensweise die sich an der Tradition von Edward Said und seiner Kritik an westlichen Vorstellungen vom “Orient” orientiert. Das Publikum wird durch die vorgetragenen Texte, mittels Tonspuren und dem verschiedenen Bildmaterial auf eine Reise durch die Stadt mitgenommen; Architektur und Menschen verschmelzen und werden zu Mustern der Stadt.

Der Nahe Osten ist mehr als die Heimat des Islam; von je her sind auch Christen sehr stark mit dieser Region verbunden und leben bis heute dort. Beirut – Meeting the Saints zeichnet am Beispiel dieser Stadt ein Bild, das dem westlichen Vorurteil und seiner oft einseitigen Wahrnehmung gegenüber dem Nahen Osten und seinen Menschen eine differenziertere Sichtweise entgegensetzt.

 

Text | Dramaturgie | Realisation | Zeichnungen | Performance Claudia Basrawi

Rauminstallation Cristina Nyffeler

Künstlerische Produktionsleitung | Dramaturgie Anna Bergel  

Visual Art Consulting Rebecca Riedel | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Kerstin Böttcher

 

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.

Rawabies Disruptive Nights

Theater Rafat Alzakut

 
 Rawabies Disruptive Nights
Berlin – Ort der Zuflucht und der Utopie, aber auch der Isolation und Schlaflosigkeit.Eine performative Theaterarbeit, die darüber reflektiert und hinterfragt, ob eine neue Gesellschaftsutopie, jenseits individualisierter Entfremdung und Stigmatisierung, erdacht werden kann.

Fr, 30.10. & Sa, 31.10.2020 | 20:00 | Eintritt 3 | 7 | 11 Euro

Berlin – hier leben exilierter KünstlerInnen aus Syrien & dem Iran. Um erfahrbar und denkbar zu machen, was der Verlust eines kollektiven Freiheitstraums und die erzwungene Exilerfahrung und Identitätszuweisung in einer individualisierten, fragmentierten und von Machtstrukturen geprägten Gesellschaft bedeutet.Und wie können die alten und neuen BewohnerInnen der Stadt gemeinsam eine Gesellschaftsutopie, jenseits individualisierter Entfremdung und Stigmatisierung, erdenken.
 
Konzept und Regie | Rafat Alzakout | Performer | Ali Hassan und Kaveh GhaemiKostüm | Arianna Fantin | Assistenz | Gaia DonadelAlma Fantin | Produktion | Christin LüttichIn Arabischer, Persischer, Deutscher SpracheUnterstützt mit Mitteln der Projektförderung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und About: change e.V.

IM TOTEN WINKEL

Diskurs | Performance Reihe | seit 05-2013 

 

_DE

 

Ein Philosoph | Ein Text | Eine Bühne + Drei Übungen

Die Performance-ReiheIm Toten Winkel wurde im Mai 2013 mit einem Text des französischen Philosophen Alain Brossat eröffnet. Ein Philosoph/in schreibt einen Text für die Bühne. In drei Übungen, über einem längeren Zeitraum verteilt, nähert sich das Ensemble dem Text an, umkreist ihn und entwickelt jeweils drei Theaterabende. Diese Arbeitsweise  entspringt dem Wunsch, die Performance nicht als Schlusspunkt zu setzen, sondern den Prozess der Aneignung und Annäherung an den Text offen zu halten. Wenn wir den Text über ein Jahr weiter-denken und weiter-probieren, insistieren wir auf den Gebrauchswert des Textes für unsere Erfahrung und Erkenntnis. Jenseits von akademischen Einschließungen und Verwertungszwängen, suchen wir danach, philosophische Konzepte/Entwürfe im performativen Raum für ein öffentliches Denken produktiv zu machen.  Die Aufführungen/ Performances verstehen wir in diesem Sinn als offene und unabschliessbare Übungen (Manöver).

Eine Produktion der Vierte Welt Kollaborationen

2016 – Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

2013 bis 2015 – Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und durch die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln des Bundes.

 

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The performance series ON THE BLIND SPOT started in May 2013 with a text by French philosopher Alain Brossat. A philosopher writes a text for the stage. In three exercises, spread out over a long period of time, the ensemble approaches the text, orbits around it and creates three productions. This approach is rooted in the desire to keep the process open, in acquiring the text anew and converging it time and again. The performance is not the final result. When we re-think and re-rehearse the text over the term of a year, we assert the text’s practical value for our experiences and insights. Beyond academic confinement and compulsive utilisation, we are trying to use the performative space to make philosophical concepts/drafts productive for public thinking. In this context we understand our productions/performances as open, inconclusive exercises (Manoeuvres)

As of yet, ON THE BLIND SPOT authors have been Alain Brossat (PLEBS INVICTA), Maurizio Lazzarato (The Making of the Indebted Man), and Giovanni Leghissa (Verfirmung der Gesellschaft/Incorporating Society). The series will continue in 2016 with its fourth edition called Pandora’s Daughters in collaboration with philosopher Boyan Manchev [archive series 1-3 See below]

A  Vierte Welt Kollaborationen production

Funded by Hauptstadtkulturfonds (2016) | Funded by Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten and Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln des Bundes (2013 – 2015)

Serie 4 | April 2016 – Januar 2017

Boyan Manchev | Pandoras Töchter

Der Pandora Mythos

Serie 3 | Juni 2014 – Februar 2015

Giovanni Leghissa | Mythos T.I.N.A.

Die Ära Neoliberalismus ist etwas völlig Neues

Serie 2 | November 2013 – Mai 2014

Maurizio Lazzarato | Der verschuldete Mensch

Schuldenökonomie und Existenz

AUSNAHMEZUSTAND

Performance-Reihe | November 2014 bis Juni 2015  

 
AUSNAHMEZUSTAND # 1 bis 6

oder sechs Versuche in der Kunst der Gastfreundschaft

Eine Performance Reihe frei nach Navid Kermani

Trailer | Embedded  [Afghanistan]

Wiederaufnahme 2016:  Installation/Video/Performance mit Essen von Women in Exil

Mo. 14.11 bis Do. 17.11 | tgl. 20:00 Uhr | Bar/Kasse 19:30 | Eintritt 13/8/3 Euro incl. Essen.

 
_DE

Die feinen Beobachtungen des deutsch-iranischen Autoren Navid Kermani in den Regionen am Rande der Welt, in denen Ausnahmezustand herrscht, entwickeln eine stille Kraft. Sie erzeugen

mit ihrer poetischen Ruhe und Genauigkeit das Gefühl einer Begegnung mit Menschen in Kaschmir, Indien, Afghanistan, Iran, Syrien, Palästina und auf Lampedusa, dem Tor zu Europa. Sie sind Einübungen in Fernstenliebe. Die Auseinandersetzung mit Kermanis Texten in der Reihe AUSNAHMEZUSTAND beschreibt verschiedene Anordnungen zur Verständigung. Verständigung heißt, ein Gespräch führen; keines Falls geht es dabei um einen Dialog, eine Debatte oder einen politischen oder weltanschaulichen Disput.

Es ist die Welt hinter Lampedusa: der Krisengürtel, der sich von Kashmir über Pakistan und Afghanistan über Iran bis in die arabische Welt und noch an die Grenzen und Küsten Europas erstreckt. Von dieser Region berichtet Navid Kermani, von unserer unmittelbaren Nachbarschaft, so fern sie unserem medialen Bewusstsein auch erscheint. Wie von Zauberhand gelingt es ihm dabei, einzelne Schicksale und Situationen so lebendig werden zu lassen, dass schlagartig weltpolitische, ja existentielle Problemlagen deutlich werden, die uns unmittelbar berühren. Auch hinter Lampedusa liegt unsere Welt. Text C.H.Beck Verlag

Der Akt der Gastfreundschaft kann nur poetisch sein. Jacques Derrida

Wir nehmen Kermanis Geschichten zum Anlass, in der Vierten Welt einen Ort der Gastfreundschaft zu errichten. Wir betreten einen Raum, in dem wir uns als Gast und als Gastgeber begegnen. Hier

ist ein ungeschriebenes Gastrecht verbürgt. Ein Recht, von dem wir eigentlich nichts (mehr) wissen. Die Gast/Gastgeber-Verabredung wird zum theatralen Grundthema der Abende. Aber was ist das Gastfreundschaft? Was kann das sein? Jemanden zuzurufen, Fühl dich wie Zuhause… Help yourself… ist vermutlich die Annullierung der Gesetze der Gastfreundschaft. Stehen wir vor der Aufgabe, uns an die Gesetze der Gastfreundschaft zu erinnern, um sie neu zu erfinden? Wir werden unser Bestes tun und unsere Gastgeber, die Performer Anders Carlsson und Matthias Breitenbach werden an sechs Abenden auf ihre jeweiligen Gäste aus Pakistan, Afghanistan, Teheran, Syrien, Palästina und Lampedusa treffen. Und dabei insistieren sie auf die kulturelle Differenz. Es gibt nichts zu versöhnen und auch nichts zu heilen. Wir leben zusammen in einer Welt, in der die Universalität der Moderne unerbittlich weiter Wunden schlägt. Alles Traditionelle vernichtet. Es gibt kein Zurück. Wir werden den Weg weiter zu gehen haben. Wie? Darüber müssen wir uns – wie Karl Marx es formuliert, bei Strafe unseres Untergangs – verständigen.

Von und mit

Regie Dirk Cieslak | Dramaturgie/Produktion Annett Hardegen Ausstattung primavera°maas Künstlerische Mitarbeit Luisa GrassVideo Lenny Triefenschal |  Technik Miriam Akkermann

 

Eine VIERTE WELT Produktion. 

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

 

Drinnen und draußen

…. Der Hausherr hatte – aus einer Laune heraus – seinen Gast gewechselt. Politisch gewendet könnte man hier fragen: Muss Gastfreundschaft nicht radikal zu Ende gedacht und auf jede Unterscheidung zwischen Gästen verzichtet werden? Ist eine unbedingte Gastfreundschaft nicht die einzig mögliche Reaktion auf die Hunderttausenden von Krieg und Elend Vertriebenen, von denen Europa umgeben ist? Zynisch erscheinen auf einmal die deutschen Debatten über Flüchtlingskontingente.

TAZ ARTIKEL

Jannis Hagmann | Taz 3.11.14

Navid Kermani ist habilitierter Orientalist aus dem Iran, Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Hamburger Akademie der Wissenschaften. Er hielt die Frankfurter, die Göttinger sowie die Mainzer Poetikvorlesungen und war Gastprofessor in Frankfurt sowie am Dartmouth College in den Vereinigten Staaten. Für sein akademisches und literarisches Werk erhielt Navid Kermani zahlreiche Auszeichnungen, u.a. die Buber-Rosenzweig-Medaille, den  Hannah-Arendt-Preis und den Kleist-Preis.

Dokumentation | Sechs Performances | Nov. 2014 bis Juni 2015

 Zu jeder Performence in der Reihe Ausnahmezustand wurde ein Videokurzfilm produziert.

 

Jun. 2015 | #6

Das Leben, als das was es ist
[ Lampedusa ]

Mit und von Judith van der Werff, Dirk Cieslak und Gästen

Text | Navid Kermani und Maxi Obexer [ Das Geisterschiff ]

Video | 16 min Feature #6

“Das Leben, als was es ist” hat Kermani seine Lampedusa Reportage betitelt, die wir als Ausgangspunkt für unsere letzte, die Reihe abschließende Performance nehmen. Lampedusa ist das markanteste Symbol für die Flüchtlingskatastrophe, die sich an den EU Aussengrenzen abspielt: Wer hier ankommt, der ist dem Tod entronnen. In den erschöpften Flüchtlingen, die Lampedusa erreichen, wird Kermani dem nackten Leben wie bei einer Geburt oder beim Sterben ansichtig, das Leben, als das, was es ist: ein Geschenk. In diesem Sinn stellt sich mit dem Namen Lampedusa die Frage nach unserer Ethik und Humanität ganz unverstellt: existenziell. 

März. 2015 | #5

Wo ist Fadi [ Palestina ]

Mit Anders Carlsson und Judith van der Werff – In Kollaboration mit INSTITUTET

Video | 25 min Feature #5

März. 2015 | #4

Am Eingang zur Hölle  [Syrien]

Mit und von Matthias Breitenbach [Gastgeber], Ayham Majid Agha [Gast],

Judith van der Werff [Lesung] | Video Lenny Triefenschal

Video | 14 min Feature #4