Notaufnahme – Hospitali

Theater | Premiere

Christoph M. Gosepath | Robert Schmidt

Ein tansanisch-deutsches Theaterprojekt über den Zusammenhang von psychischen Erkrankungen und Gesellschaft

Mi 19. | Fr. 21. | Sa. 22.| Mo. 24.09.18

Was gibt es zu lernen aus der interkulturellen Begegnung im Umgang mit psychischer Erkrankung in Ostafrika?

Eine deutsche Ärztin fährt nach Afrika. Dort begegnet sie alten afrikanischen Heilmethoden, für die sie, im Bewusstsein der Grenzen moderner westlichen Medizin, immer schon Sympathien hatte. Die Erfahrungen die sie macht, sind allerdings nicht die, die sie erwartet hatte. In einer Berliner Notaufnahme trifft sie auf einen vom afrikanischen Kontinent geflüchteten Patienten, der viele Fragen in ihr aufwirft. .  Was können wir (wieder) lernen von in Ostafrika noch gebräuchlichen traditionellen schamanistischen Methoden wie der des traditional healing? Hängt nicht nur der Erfolg einer Behandlung psychischer Erkrankung von gesellschaftlichen Strukturen ab, sondern die Entstehung überhaupt? Pointiert als These zeigt das Theaterstück: Krankheit ist Gesellschaftskritik.

In deutscher und englischer Sprache.

Am 21.09.2018 gibt es im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch mit dem Theaterscoutingsprogramm des PAP Berlin

Dauer: 90 Minuten

Von: Christoph M. Gosepath und Robert Schmidt | Performance: Nkwabi Nghangasamala, Lisa Marie Janke, Bornice Biomndo | Live Graphic Design: Jeroen de Boer – TheOlifants | Dramaturgie: Martina Neu | Ausstattung: primavera*maas | Sound: Matthias Meppelink | Technik: Sebastian König | Produktion: Clara Becker | Regieassistenz: Emanuele Vassallo

Christoph M. Gosepath (Theaterregisseur, Psychiater, Psychotherapeut) ist Leiter der Künstlergruppe club tipping point. Die hierbei entstandenen Arbeiten beschäftigen sich mit der Symptomatik psychischer Störungen und dem Fremd-Sein in verschiedenen Kulturräumen.

Robert Schmidt arbeitet als Autor und Regisseur für verschiedene Radiosender und Theater (u.a Schauspiel Stuttgart, Maxim Gorki Theater Berlin).

Gefördert aus den Mitteln des Haupstadtkuturfonds.

 

Radio-Choreography

E-Mail Reservation: Thurs. 15.10.2020                

Thursday 15.10.2020 | 18:00 – 22:00 | Free admisson

For all events, including those for which admission is free, a binding reservation is required, stating name and telephone number or e-mail address.

Tested, inspected and under hygiene conditions we meet again face to face in the House of Commons. Not before mid-November will we have the technical requirements for a sensible combination (hybrid) between face to face and online participation.

We are no longer allowed to offer the traditional dinner. Please bring your own sandwiches.

Radio-Choreography

We are happy to launch the new season of Public Research at Vierte Welt with the work of choreographer Netta Weiser. 

  Radio-Choreography is an artistic research exploring radio as a site for choreographic creation as well as an archival space, with a focus on dance practices created by female choreographers during times of migration.  Elaborating radio’s abilities to cross borders and amplify marginalized narratives, this research explores the transmission of dance works by contemporary choreographers working between the Middle-East and Europe, as well as traces of border crossing found at the margins of the Deutsches Tanzarchiv Köln.

Radio-Choreography is an invitation to recalibrate our senses and listen to dance. We turn to the ghostly space of radio as an alternative site for choreographic knowledge production, as a means to connect while acknowledging gaps and explore the poetics of displacement which are inscribed in our bodies.

In this public research event Netta Weiser will share excerpts of the research process and invisible dances with the public. Stay tuned.

Radio Choreogrpahy is devised by: Fransien Van der Putt, Miriam Schickler, Anna Leon, Dominique Tegho, Azadeh Nichliani, Mriam Althammer, Julia Turbahn and Netta Weiser.

This research is supported by Fonds Darstellende Künste and NRWKultur Sekretariat.

Devised by: Dirk Cieslak, Gerko Egert, Stefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Contact | gesellschaften@viertewelt.de  

Technologien #1

Veranstaltungsreihe | Interactive Experience 

 
2020: The Year You Broke The Internet

Mi. 14.10.2020 | 19:00 Eintritt frei | Free Admission

_DE

2020 ist das Jahr, in dem ihr – obwohl ihr es ja urspünglich gar nicht so viel benutzen wolltet – das Internet kaputtgemacht habt: mit Live Streaming auf Social Media, Onlinefilmfestivals und Onlineausstellungen, mit Netflix, Zoom und tausend Apps, die niemand von euch wirklich versteht. 

Und wir verstehen sie natürlich auch nicht. Wir wollen nur nochmal kurz an die Geschichte des Radios erinnern, Peer-to-Peer-Medium par excellence und avant la lettre, bis der Traum des Staats – nämlich synchron zu sein – in Erfüllung gegangen ist und das Radio zum Empfänger wurde. 

Wäre schade, wenn der Traum des Indiviuums mittlerweile auch nur noch “in real time” wäre und keine anderen Räume mehr besetzt, und mit dem Internet etwas Ähnliches passieren würde.

_EN

2020 is the year you broke the internet. The virus made you do it: get into online teaching and online festivals and live streaming on social media, fall in love with Netflix, make peace with Zoom, and install a thousand apps on your phone that you don’t really understand. 

Of course, we don’t understand most of them either. We just wanted to remind you, and ourselves, of what happened to radio, peer-to-peer medium par excellence and avant la lettre, until the dream of the state – to be in sync – fulfilled itself and turned radio into a receiver. 

It would be unfortunate if the dream of the in/dividual today was nothing more than “in real time” and occupied no other spaces anymore, and we ended up giving up on the internet as well.

OFFENE BAUSTELLE: No_Monopoly!

Workshop | Anonyme Anwohnende

Würfelverschlucken und andere kreative Gegenstrategien gegen den Ausverkauf der Stadt

Eine Veranstaltung von Anonyme Anwohnende, Vierte Welt und Fünf Häuser

 
Mi. 07.10.2020 19:00 – 22:00 | Freier Eintritt 

 

Immobilienkonzerne sind wieder im Kaufrausch und der Spielverlauf ist immer derselbe: Ankauf von Mietshäusern, Umwandlung in Eigentum und schließlich Entmietung der Bewohner*innnen, Milieuschutz hin oder her. Konkret steht ein neuer Mega-Deal bevor: Die von der Skjerven Group vertretene Heimstaden Bostad AB will die Pandemie Krise nutzen und 130 Häuser für über 800 Millionen Euro erwerben. Mieter*innen dieser Häuser wehren sich dagegen. Sie haben sich in der Fünf-Häuser- Initiative organisiert und sagen dem Immobilienriesen den Kampf an. Eine Vertreterin der Fünf Häuser wird am 7. 10. bei uns sein und uns über die aktuelle Lage informieren. Anschließend wollen wir gemeinsam mit Euch Ideen austauschen wie diese Shopping – und Verdrängungstour durch die Kieze kreativ vermiest werden kann.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu kommen, eine Anmeldung ist aufgrund beschränkter Teilnehmer*innenzahl dringend erforderlich.

 

INFO: Offene Baustelle

Monatliches Treffen der ANONYMEN ANWOHNENDEN

Hängt bei Dir zuhause der Mietspiegel schief? Wächst Dir der Penthousebau über den Kopf?

Verheizt Du Deine ganze Kohle für die Miete? … und

☞ Du bist bereit Deine Wohnungssucht anzuerkennen?!

☞ Erkennst Du an, dass Du diese nicht alleine lösen kannst?!

Dann komm zu den ANONYMEN ANWOHNENDEN!

 

ANONYME ANWOHNENDE sind die Nebenkosten, mit denen niemand gerechnet hat. Sie sind die Ninjas der Wohnkrise. Sie praktizieren Selbsthilfe, Performance und Wurftomaten. Hangeln zwischen Kunst und Aktivismus. Stoffsammeln zwischen Wohndrama und Widerstand. Wo sie aufkreuzen, werden Renditen durchkreuzt. Und einmal im Monat installieren sie ihre OFFENE BAUSTELLE in den Räumen der Vierten Welt*. Hier wird informiert und transformiert, was später auf der Straße passiert.

 

Ein offenes Training für alle –

– getreu unserem Motto: Haus an Haus, Tür an Tür, Arm in Arm.

Fluchtlinien wohin?

gesellschaften

 
 Fluchtlinien wohin? 

Di. 06.10.2020 | 19:00

 

Für alle Veranstaltungen, auch für die eintrittsfreien gesellschaften Veranstaltungen ist eine verbindliche Reservierung mit Angabe von Namen und Telefonummer bzw. email Adresse erforderlich.

Geprüft, begutachtet und unter Hygieneauflagen begegnen wir uns wieder Face to Face im House of Commons. Nicht vor Mitte November werden wir über die technischen Voraussetzungen für eine sinnvolle Kombination (Hybrid) zwischen face to face und online Teilnahme verfügen.

Das traditionelle Abendbrot dürfen wir nicht mehr anbieten. Bringt Eure Stullen bitte selber mit.

 

_DE

Wir gehen immer noch davon aus, dass es sich bei Deleuze & Guattari um ein linkes politisches Theoriegebäude handelt, auch wenn es mittlerweile Rechtsdeleuzianer gibt. Dennoch machen sie es uns nicht leicht, eine politische Linie aus den Texten zu lesen oder auch nur die Konzepte zum Leben zu erwecken. 

Was ist das z.B. für ein merkwürdiger, philosophischer Begriff, diese Kriegsmaschine? Und wie funktioniert der Begriff der Maschine überhaupt. Was können wir mit diesen Begriffen heute noch anstellen, über unsere Gegenwart hinaus, entlang ihrer Fluchtlinien.. D & G  beklagen in Tausend Plateaus, dass die Nomadische Kriegsmaschine historisch gesehen von den Staaten nicht nur besiegt und angeeignet wurde, sondern die Staaten selber eine global operierende Kriegsmaschine unterhalten, die nicht mit den Armeen identisch ist. Sie kommen aber auch zur hoffnungsvollen Überzeugung, dass diese Niederlage einhergeht mit einem Ausschwärmen von neuen Kriegsmaschinen, die sie auch als Fluchtlinien bezeichnen und die sich selbst vom Krieg gelöst haben. Daraus ergeben sie die „Politiken“ von D&G als Studium von Linien und dem Versuch etwas von diesen Fluchtlinien theoretisch einzufangen:  

 

“Whether we are individuals or groups, we are made up of lines and these lines are very varied in nature. The first kind of line which forms us is segmentary – of rigid segmentarity (or rather there are already many lines of this sort): family – profession; job – holiday; family- and then school- and then the army- and then the factory- and then retirement. 

And each time, from one segment to the next, they speak to us, saying: ‘Now you’re not a baby any more’; and at school, ‘You’re riot at home now’; and in the army, ‘You’re not at school now’ … In short, all kinds of clearly defined segments, in all kinds of directions, which cut us up in all senses, packets of segmentarized lines. At the same time, we have lines of segmentarity which are much more supple, as it were molecular. It’s not that they are more intimate or personal they run through societies and groups as much as individuals. They trace out little modifications, they make detours, they sketch out rises and falls: but they are no less precise for all this, they even direct irreversible processes. 

But rather than molar lines with segments, they are molecular fluxes with thresholds or quanta. A threshold is crossed, which does not necessarily coincide with a segment of more visible lines. Many things happen on this second kind of line – becomings, micro-becomings, which don’t even have the same rhythm as our ‘history’. […] At the same time, again, there is a third kind of line, which is even more strange: as if something carried us away, across our segments, but also across our thresholds, towards a destination which is unknown, not foreseeable, not pre-existent. This line is simple, abstract, and yet is the most complex of all the most tortuous: it is the line of gravity or velocity, the line of flight …”

 

Gilles Deleuze and Claire Parnet, Dialogues – Many Politics/Politiken (1977)

 

Die Veranstaltung ist jederzeit offen für alle Interessierte, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Entwickelt und gehegt von: Sebastian Eis, Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.