Das Ereignis

Veranstaltung_online | Diskurs | Vierte Welt

 
 Das Ereignis 

Fr. 24.04.20 | 20:00 online 19:45

ZOOM Meeting Id:  654 860 305

Liebe Freund*innen die Veranstaltungsserie gesellschaften | politiken findet künftig als Zoom Meeting ca. alle 14 Tage statt.

Im Zeichen der C19 Krise werden ungewohnte Aufgaben der Selbstsorge und sozialer Verantwortung an uns heran getragen. Die Fragen nach einer politischen, gesellschaftlichen, ökonomischen Zukunft der Welt und damit an den globalen Kapitalismus in seiner neoliberalen Verfasstheit bleiben die Gleichen. 

Aber sie werden unter Bedingungen von sich vielfältig verschärfenden sozialen Konflikten und von sich rasant transformierenden politischen und ökonomischen Dynamiken neu gestellt.  In den kommenden Wochen werden wir in politiken herausgefordert sein, in den besten Traditionen der Aufklärung, unsere neue Aktualität zu verstehen um das Mantra der Alternativlosigkeiten zu unterlaufen und den Versuchen einer schnell schnell weiter-so  Bewältigung zu widerstehen. Die Unterbrechung gibt uns die Chance dafür, läßt auf Veränderung hoffen. In jedem Fall wird einiges neu auszuhandeln sein.

 

Politik richtet sich nicht nur immer in der Spannung zwischen dem Universellen und Singularitäten ein, sondern wird von dieser auch permanent zerrissen und zerfällt in Politiken.

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Auch wenn die ganze Welt befallen ist, das Virus ist kein Gleichmacher. Das Virus ist ein Realitätsdoping. Es beschleunigt und intensiviert Konflikte, Unterschiede und Gegensätze. 

Die Situation und ihre Spiele werden auf allen Ebenen stimuliert. Magisches Denken gewinnt Raum. Kann sein dass der rasende Zirkulationsapparat des ökonomisierten Lebens dank des Virus abrupt kollabiert? Und was geschieht denen, die schon immer an den Rändern dieser Zirkulation überleben mussten? 

Ist es nicht auch der historische Moment, der es erlaubt, das angehäufte kritische Wissen über das soziale und politische Schicksal einer Mehrheit der Menschheit für eine andere Realitätsproduktion zu aktualisieren? 

Es auf die politische Tagesordnung zu setzen?! 

Welche Revolution(en) werden wir erlebt haben werden? (Futur III)

Performance | Workshop | Diskussion [ Seit Nov. 2014 ]

 
Work in Progress: Forschen am Widerstand

Institut für Widerstand im Postfordismus

Do. 21.04 + Fr. 22.04 2016 | 20:00 | Eintritt 5/3 Euro | Reservierung:  karten@vierteWelt.de

Aktion Revolutionsautomat für Kreuzberg

 

 

Do. 21. April | 20:00

Tadzio Müller (Ende Gelände, RLS)

Techniken des Widerstands: Klimagerechtigkeitsaktivismus und ziviler Ungehorsam

 

Fr. 22. April | 20:00          

Andrea Vetter (HU Berlin, Degrowth Website)

Strömungen des Widerstands: Postwachstum

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[ Seit Nov. 2014 ]

„Wir konstatieren, dass der Postfordismus in Folge von Transformationen der klassischen kapitalistischen Verwertungsstrategien zur Privatisierung von Gemeinwohl und zur Vermarktung von Naturressourcen und geistigen Ressourcen geführt haben wird. Er wird zu einer kompletten Durchökonomisierung unserer Lebenswelt geführt haben, die den Höhepunkt des Erträglichen im Zuge der späten 2010er Jahre erreicht haben wird. An diesem Höhepunkt wird sich – endlich – großflächiger Widerstand formiert haben werden.“ 

(Auszug aus dem Gründungsmanifest)

 Unter dem Motto „Wir müssen Gegengeschichte schreiben“ (Harald Welzer) forscht das Institut für Widerstand im Postfordismus seit dem Sommer 2014 zu Widerstandsformen im Zeitalter des Postfordismus. Ein zentraler Arbeitsbereich des Instituts ist dabei die Erstellung von Prognosen – wie wird sich der Widerstand bis 2029 weiterentwickeln? Auch 2015/16 lädt das Institut zu seiner offenen Forschungsplattform „Forschen am Widerstand“ in die Vierte Welt ein, bei der Gäste aus Theorie und Praxis Einblicke in Techniken und Instrumente des Widerstands geben. Nach einem Input in Form von Lectures öffnet sich die Runde workshopartig: Gemeinsam kann die Zukunft des Widerstands geplant werden.

Im Dezember werden wir mit Mitgliedern der Bewegung des Konvivialismus und vom denkzentrum│demokratie darüber diskutieren, welche Visionen für unsere Gesellschaft sie entwickelt haben und welche Vorstellungen des zukünftigen Zusammenlebens sie vorschlagen. Debattieren wollen wir unter anderem, inwieweit das Veröffentlichen von Manifesten eine Form des Widerstands sein kann und ob Transformationen unserer demokratischen Prozesse als Formen des Widerstands und Gegenentwurfs wirksam werden können.

Welche Kraft geht von Vorhersagen aus? Wie können wir mir Prognosen (revolutionäre) Veränderungsprozesse auslösen? Dazu werden wir im Januar gemeinsam mit unseren Gästen Marcus Steinweg und Stefan Heidenreich spekulieren: Sie geben dem utopischen Überschuss kollektiver Zukunftsvisionen in einem „überstürzten Denken“ Raum.

Im Februar und März wird es dann um konkrete Instrumente und Strömungen gehen: Wie können wir mit kreativen Formen des Widerstand wie „City-Hacking“ verändern, wie wir in unseren Städten wohnen und leben? Wie kann Nudging als subversive widerständische Praxis eingesetzt werden? Wie werden sich Produktionsbedingungen der Textilbranche und die Mode revolutionieren?

„Die performative Intervention ‚Institut für Widerstand im Postfordismus‘ versucht es anders. Intellektueller und zeitgemäßer. (…) Einen sympathischen Aktivierungsschub verspürt man beim Verlassen des Widerstands-Instituts dann tatsächlich.“

(Rezension auf nachtkritik.de zur Intervention des Instituts beim SPIELART Festival München)

Weitere Informationen: www.labelmueller.de

mit Vega Damm, Michaela Muchina, Elisa Müller, Inga Schaub, Joshua Wicke

Produktionsbüro ehrliche arbeit

Ein Veranstaltungsreihe des Instituts für Widerstand im Postfordismus und müller*****.

Das Projekt wurde ermöglicht durch flausen+ – young artists in residence.

Februar 2016

11.02 Caroline Rosenthal (Mietshäuser Syndikat)

Strömungen des Widerstands: Wohnraumpolitik

12.02 | Lars Zimmermann („The City is Open Source“)

Instrumente des Widerstands: City Hacking

Januar 2016

08.01 Stefan Heidenreich (Autor und Theoretiker) Instrumente des Widerstands:

           Spekulative Praxen

09.01 | Marcus Steinweg („Überstürztes Denken“) Instrumente des Widerstands:

           Behauptungsphilosophie

Dezember 2015

10.12 | Tom Wohlfarth (Denkzentrum Demokratie)Strömungen des Widerstands: Pro Demokratie

11.12 | Frank Adloff („Die Konvivialisten“, Universität Erlangen): Instrumente des Widerstands:

            Das konvivialistische Manifest

Juni 2015

11.06 | Luise Tremel (Stiftung Futur Zwei): Methoden der Widerstandsforschung: Transformation

12.06 | Theresa Züger (Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft): Instrumente  

            des Widerstands: Digitaler ziviler Ungehorsam

Mai 2015

7. Mai – Tim Wihl (HU Berlin, Jura) – Instrumente des Widerstands: Verfassungsklage

8. Mai – Mira Assmann + Martin Nevoigt (Haus Bartleby) – Strömungen des Widerstands: NICHT tun

Dicke Backen

gesellschaften | Zoom meeting

 
Dicke Backen

Di. 21.04.2020 | 20:00 | 19:45 online

 zoom Meeting Id:  232 141 223 (If using your zoom account)

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Der Staat bläst gerade in seine bleichen, dürren Austeritätsbacken und bäumt sich mühsam und unwillig auf, wie ein schlafender Riese. Und dabei werden alte und neue Dynamiken in Gang gesetzt. In den USA munkelt man vom kommenden Kriegsrecht. Marcron schwelgt im on Guerre… on Guerre … und Söder gefällt sich in der Rolle des robusten Machers, an dessen väterliche Brust das Volk sich lehnen kann. Mehr denn je hadern Teile der Linken mit dem Staat und sieht das Autoritäre an jeder verwaisten Häuserecke herumlungern. 

Aber was ist eigentlich der Staat, von dem wir als Bürger alle Teile sind und in dessen Namen er/sie scheinbar souverän handelt? Gute Gründe damit zu beginnen das 13. Plateau, 7000 v. Ch. – Vereinnahmungsapparat (Seite 657) zu lesen und gemeinsam zu diskutieren. Auf der großen Irrfahrt durch die 1000 Plateaus von Deleuze und Guattari und ihr seit alle eingeladen jederzeit an Bord zu kommen!

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Impossible practices of sensation: performative reading and discussion revolving around Saidiya Hartman’s notions of freedom and self-ownership

Online Veranstaltung

 

Impossible practices of sensation: 

Presented by Joseph Barker

16. April. 2020 | 18:00 – 22:00 / Online 17:45

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In the previous session of Public Research we discussed the work of Saidiya Hartman, examining her method of critical fabulation as a writing practice traversing the academic and the artistic, and by doing so opening up new spaces and modes of engagement with critical writing which are both rigorous, poignant, vivid and affective.

Aiming to continue our interrogation of Hartman’s methodologies and explore hybrid modes of transmission and discussion that her work might generate, our upcoming session will open with a performative reading by Joseph Barker, followed by a close reading of short pieces of text by the authors intertwined within the performance: Saidiya Hartman and Pierre Klossowski (see attached link).


This is how Joe describes his performance “Erotic Hereotopias”:

This performative reading focuses on the queer experiments that African-American feminist historian Saidiya Hartman’s analyses in the formation of the ghetto in the early twentieth century America. It opens up these queer, anarchist experiments in living by bringing them into constellation with earlier erotic utopias and distopias. In particular, Pierre Klossowski’s take on the Sadian abolition of self-ownership and Charles Fourier’s utopia of a free, non-economic exchange of sensation. Between the binding violence and the impossible freedom of these practices of sensation, the reading finds a path of escape in the constrained experimentation that Hartman celebrates. Alongside the more theoretical and poetic intertwinings, the sonic dimension of the performance rhythmically upsets any overly-formalistic tendencies of the voice, while the somatic dimension of the choreography ruptures the separation of language from lived experience.

Text!

In these Dropbox links you can find selected reading by Pierre Klossowski, Sade and Fourier, and Saidiya Hartman, extract from Beautiful Lives, Wayward Experiments

Please try to read the attached texts before our meeting. If you are not able to do so time-wise you can of course join us nevertheless. 


Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Das Leben regieren

Veranstaltung_online | Vierte Welt

 
Mi. 08.04.20 | 20:00 online 19:45
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„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung.“

(Michel Foucault, Überwachen und Strafen)

Der global agierende Virus hat zunächst zu einem Auftrumpfen des nationalstaatlichen Regierens geführt. Bäumt der Staat sich gerade zum letzten Mal auf bevor die Algorithmen und Netzwerke die Kontrolle übernehmen? Wird nun das Verhältnis von global integrierendem Kapital und souveränem Staat neu bestimmt?

Und noch ein Untoter erlebt seine Wiedergeburt: die Gesellschaft. Zurückgeworfen auf unsere Zellen, werden wieder genuin gesellschaftliche Fragen aufgeworfen, die vom neoliberalen Vereinnahmungs-Apparat (Margaret Thatchers “There is no such thing as society” und “There is no alternative!”) bereits totgesagt waren: Wie wollen wir leben? Was ist wirklich systemrelevant? Hat die Wirtschaft immer das letzte Wort?

“Es geht darum, Leben zu retten” ist die angeblich nicht zu hinterfragende, letzte Staatsraison. Der Staat als Krankenhaus. Um wessen Leben geht es da? Und was für ein Leben ist das? Fragen, die die zur Zeit regierende Medizin nicht beantworten kann.

Ist ein Leben regierbar?

 
„Der Raum erstarrt zu einem Netz von undurchlässigen Zellen. Jeder ist an seinen Platz gebunden. Wer sich rührt, riskiert sein Leben: Ansteckung oder Bestrafung.“

 

(Michel Foucault, Überwachen und Strafen)

Der global agierende Virus hat zunächst zu einem Auftrumpfen des nationalstaatlichen Regierens geführt. Bäumt der Staat sich gerade zum letzten Mal auf bevor die Algorithmen und Netzwerke die Kontrolle übernehmen? Wird nun das Verhältnis von global integrierendem Kapital und souveränem Staat neu bestimmt?

Und noch ein Untoter erlebt seine Wiedergeburt: die Gesellschaft. Zurückgeworfen auf unsere Zellen, werden wieder genuin gesellschaftliche Fragen aufgeworfen, die vom neoliberalen Vereinnahmungs-Apparat (Margaret Thatchers “There is no such thing as society” und “There is no alternative!”) bereits totgesagt waren: Wie wollen wir leben? Was ist wirklich systemrelevant? Hat die Wirtschaft immer das letzte Wort?

“Es geht darum, Leben zu retten” ist die angeblich nicht zu hinterfragende, letzte Staatsraison. Der Staat als Krankenhaus. Um wessen Leben geht es da? Und was für ein Leben ist das? Fragen, die die zur Zeit regierende Medizin nicht beantworten kann.

Ist ein Leben regierbar?

Das suizidale Unternehmen Faschismus

gesellschaften 

 
 Das suizidale Unternehmen Faschismus 

Di. 07.04.2020 | 19:00 | 18:45 online

zoom Meeting Id:  232 141 223 (If using your zoom account)

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Plateaus sind laut Deleuze & Guattari offene Ringe, die sich immer wieder neu zu unerwarteten Serien und Text-Wirklichkeits-Gebilden verknüpfen lassen, weil es den Leserinnen überlassen ist mit den Ringen je nach Bedarf zu “spielen”. Diese “Verantwortung” der Leserinnenfunktioniert nur, wenn die Autoren nicht beanspruchen, die Herren der Ringe zu sein und bereit sind, sich von ihrem realen und fiktivem Scheitern treiben zu lassen. Eigentlich sind wir in der letzten Session auf das Plateau 9, 1933 – Mikropolitik und Segmentarität ausgewichen, auf der Spur der Faschimustheorie von D&G. Wir werden dort online weiter machen und natürlich Corona nicht ignorieren.

 Faschismus ist laut D&G ein suizidales politisches Unternehmen, in dem der Staat in eine Kriegsmaschine verwandelt wurde und seiner Auflösung zustrebt. Sounds familiar? Das Nomadische und Sesshafte, Mikro- und Makrophysik, Re- und Deterritorialisierung sind die Vektoren, mit denen D&G operieren und ihre

abstrakten Maschinen bereitstellen. Wenn alle zu hause sitzen (Territorium), weil Viren nomadisieren (Deterritorialisierung), könnte diese Perspektive, in der Stunde der großen Ambivalenz, des sich

entfaltenden Ereignisses, nützlich sein!?

 

Entwickelt und gehegt von: Nicolas Siepen und Dirk Cieslak.

Speaker of the house: Marcus Reinhardt

 

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin