“1492: A New World View”

Reading Session

 

“1492: A New World View”

Sylvia Wynter #2:

Do 17. Dez 2019

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“How to envision a system, then, that would no longer follow a biocentric naturally selected/dysselected bioevolutionary teleological logic and necessitates accumulation, but rather engenders a worldview and outlook, reconceptualized, in new meta-Darwinian terms, from the ecumenically human hybrid perspective of our Third Event origin as a species as homo narrans?” Sylvia Wynter and Katherine McKittrick 2015

After we learned at our last meeting from Sylvia Wynter that behind the so-called anthropocene stands not “the human” as a species but a certain genre of the human that was born in the province of Europe during the transition from the middle ages to modern times and since then has been spreading replicatorily throughout the entire planet in the course of colonial history, transforming it into a globe, in the next session we want to turn to another text by her from the 1990s.

In December we will discuss “1492: A New World View”, an essay written on the occasion of the more than ambivalent anniversary in 1992 of the conquest of the Americas by Columbus and other white European men, which raises the question in how far this event is related to current debates about an imminent climate catastrophe. The leading question in this context will be to what extent Europe’s colonial history of several hundred years already represents a first ecological catastrophe, in the context of which MAN1 first decided at the end of the 15th century who belonged to humanity and who did not and since the 19th century MAN2 finally interlinked biology and economics in such a way that today it seems almost impossible to imagine other genres of the human outside of homo economicus, although this is exactly what it should be all about.

“Can we therefore, while taking as our point of departure both the ecosystemic and global sociosystemic ‘interrelatedness’ of our contemporary situation, put forward a new world view of 1492 from the perspective of the species, and with reference to the interests of its well-being, rather than from the partial perspectives, and with reference to the necessarily partial interests, of both celebrants and dissidents? The central thesis of this essay is that we can.” Sylvia Wynter 1995  https://kupdf.net/queue/sylvia-wynter-1492-a-new-world-view_59f8bb34e2b6f5287a8c9454_pdf?queue_id=-1&x=1576745227&z=Mi4yMDUuNjkuMTU4

A short interpretation of Wynter´s conception of the human from a posthumanist perspective by Birgit M. Kaiser and Kathrin Thiele is online as well:

https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/13534645.2017.1374510

Please try to read Wynter´s essay before our meeting. If you are not able to do so time-wise you can of course join us nevertheless. Sessions are held in English but other languages are welcome. Translation is our common duty.

Bild: Dióscoro Puebla: Primer desembarco de Cristóbal Colón en América. 1862. Óleo sobre lienzo, 330 x 545 cm. Museo del Prado / screenshot: www.foroxerbar.com / copyright OA

 

Devised by: Dirk CieslakGerko EgertStefan Hölscher, and Netta Weiser.

Public Research is part of the program gesellschaften in the new and beautiful House of Commons, designed by Olf Kreisel at Vierte Welt.

With support of Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin.

Staging Difficult Pasts

Diskussion

 
Staging Difficult Pasts: Thomas Heise im Gespräch

Heise bringt die Deutsche Geschichte mit der Kamera in die Nahdistanz.

Sa. 14.12.19 | 20:00 | Eintritt frei

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Der Dokumentarfilmer, Autor und Theaterregisseur Thomas Heise bewegt sich mit seinen filmischen Historiographien in einem Raum des Uneindeutigen und der Ambivalenzen. Von seinen frühen Arbeiten aus den 1980er Jahren in der DDR, über die Wendezeit, bis hin zu seinem jüngsten, vielfach preisgekrönten Film „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ (2019), gelingt es ihm, deutsche Geschichte mit der Kamera in die Nahdistanz zu bringen. Die Vergangenheit wird bei Heise – häufig aus biographischer Perspektive – als etwas Unbewältigtes und Unabgeschlossenes erfahrbar. Die Kamera bildet bei Heise historisches Geschehen nicht einfach ab, sie erscheint vielmehr als ein Instrument (oder sogar als ein Organ) des Denkens schwieriger Geschichte(n).

Anhand ausgewählter Beispiele aus dem dokumentarfilmischen Werk Heises, soll es an diesem Abend um die Kinematographie historischer Zeit gehen. Im Rahmen einer Geschichtswerkstatt „Staging Difficult Pasts“ treffen sich zwei Studierendengruppen aus Minneapolis und Berlin mit Thomas Heise zum Gespräch. Diskutieren Sie mit!

In deutscher und englischer Sprache.

Geschichtswerkstatt „Staging Difficult Pasts“ | Freie Universität Berlin – Institut für Theaterwissenschaft und Department for Theatre Arts & Dance an der University of Minnesota in Verbindung mit Vierte Welt. Gefördert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Imbiss-Spezial, DEFA 1989 von Thomas Heise ist z.Zt. beim RBB online zu sehen!

Weltjugendfestspiele Berlin Hauptstadt der DDR 1973

Gelbe Westen, grüne Pfeifen.

Debatte

 
GELBE WESTEN, GRUENE PFEIFEN.

 Wie könnte eine Klimabewegung aussehen, die nicht das große „Wir“ beschwört, sondern die Klassenfrage ernst nimmt?

Eine Veranstaltung der Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft mit den

Workers for Future aus Leipzig.

Fr. 13.12.19 | 19:30 | Eintritt frei

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DIe Bergarbeiter, die sich gegen die Proteste im Hambacher Forst gestellt haben, und die Bewegung der französischen Gelbwesten, die sich an einer geplanten Erhöhung der Benzinsteuer entzündet hat, scheinen es deutlich zu zeigen: Die Arbeiterklasse ist ein konservatives Element geworden, dringend nötigen Maßnahmen gegen den Klimawandel stellt sie sich offensiv entgegen.

Diesem Bild widersprechen die (Future) Workers for Future: Das populistische Schema „ökologische Elite versus konservative Produktionsarbeiter“ wird medial aufgebauscht, es gibt durchaus proletarische Unterstützung für Umweltschutzmaßnahmen. Eine Klimabewegung aber, die Investitionsprogramme für grüne Kapitalisten durch Verarmung von Lohnabhängigen finanzieren will, kann kaum auf deren Zuspruch hoffen.

Gegen das große klassenneutrale Wir, das in der Klimabewegung beschworen wird, wollen wir über die Möglichkeiten einer sozialrevolutionären Orientierung in den aktuellen Protesten diskutieren.

Chile im Aufruhr

Diskussion

 
Chile im Aufruhr: Revolte gegen den Neoliberalismus

 

Mit Videos und Augenzeugenberichten zu den aktuellen Ereignissen in Chile

Eine Veranstaltung von KlasseGegenKlasse.org und Revolutionäre Internationalistische Organisation (RIO)

Di. 13.12.19 | 19:00 | Eintritt frei

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Seit Mitte Oktober kommt Chile nicht zur Ruhe: Eine große Wut auf über 30 Jahre Neoliberalismus entlädt sich in Massendemonstrationen, Generalstreiks und Straßenblockaden. Der Staat antwortet mit brutaler Repression durch Polizei und Militär, die zu dutzenden Toten und Tausenden Verletzten geführt hat und auch Folter und Vergewaltigungen beinhaltet. Dennoch dauern die Proteste an. Bei der Veranstaltung wollen wir über die aktuelle Situation in Chile berichten, mit Video-Beiträgen aus Chile und Augenzeugenberichten, sowie darüber diskutieren, wie der Protest gegen die rechte Piñera-Regierung siegreich sein kann – und wie aus der Massenrebellion eine tatsächliche Revolution werden kann.

KTB

Zu Gast in der Vierten Welt | Veranstaltungsreihe 

 
Kritische Theorie in Berlin

[ Seit Feb. 2017 in der Vierten Welt ]

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Mit dem in-context-Format bewegt sich die Initiative Kritische Theorie in Berlin (getragen vom Center for Humanities and Social Change an der HU Berlin) in die politische Debatte und im städtischen Raum. 

 

Unter dem Anspruch der Zeitdiagnose werden drängende politische Themen wie das Erstarken des Rechtspopulismus, die Herausforderungen der Migration und das Problem sozialer Ungleichheit diskutiert. 

 

Das – dem in-context-Format zugeordnete – Motiv der Straße steht dabei für den Anspruch auf Öffentlichkeit: hier sollen nicht nur Meinungen und Kritik ausgetauscht, sondern überhaupt erst gemeinsam gebildet und geschärft werden. Das Straßenmotiv steht vor allem aber auch für die der Theorie eigenen Hoffnung auf emanzipative Praktiken ein.

 
Über Sozialismus reden
Do. 12.12.2019 | 18-21 Uhr | Eintritt frei

 

Auftakt einer Veranstaltungsreihe der Kritische Theorie Berlin (KTB), die der Frage nachgeht: Gibt es überhaupt die Idee des Sozialismus oder bedarf es vielfältiger Sozialismen, um den Weg in eine solidarische Moderne zu beschreiten?

 

Mit Lea Ypi (London School of Economics), Giacomo Corneo (Freie Universität Berlin) und Michael Brie (Rosa-Luxemburg-Stiftung).

 

Gegenwärtig werden in den westlichen Demokratien die Stimmen lauter, die eine Wieder- und Neubelebung sozialistischer Projekte fordern. In den Mutterländern des Neoliberalismus, den USA und Großbritannien, können Politiker*innen, die sich offen für einen „demokratischen Sozialismus“ aussprechen, in den letzten Jahren wieder breite Massen mobilisieren. Und auch in der akademischen Welt gibt es Versuche, neue Debatten über das Konzept des Sozialismus anzustoßen. 

Dabei ist unbestritten, dass eine jede Wiederbelebung des Konzepts die Geschichte der realen Sozialismen kritisch reflektieren muss. Strittiger sind die Fragen, wie genau ein sozialistisches Zukunftsprojekt zu verstehen und zu realisieren ist und welche gesellschaftlichen Bereiche es umfassen sollte. Von ihrer Beantwortung hängt ab, was genau unter „Sozialismus“ verstanden wird.

 

Wie weitreichend sind die gesellschaftlichen Transformationen, die unter den Begriff des Sozialismus gefasst werden? Stellt sich ein sozialistisches Zukunftsprojekt im Wesentlichen als alternative Wirtschaftsordnung dar? Oder betrifft das, was unter den Begriff des Sozialismus fällt, die tiefer liegende (moralische) Idee eines alternativen Freiheitsverständnisses, das sich von dem des Liberalismus abgrenzt? Gibt es überhaupt die Idee des Sozialismus oder bedarf es vielfältiger Sozialismen, um den Weg in eine solidarische Moderne anzustoßen?

 

Eine Veranstaltung des Center for Humanities and Social ChangeHumboldt-Universität zu Berlin und Vierte Welt.

 
Krise, Kritik und Zukunft des Sozialstaats

Mittwoch 09.01.2019 | 18:00 – 21:00

 

Der Sozialstaat bildet in institutioneller und normativer Hinsicht ein zentrales Element moderner westlicher Gesellschaften. 

Seine Herausbildung stellte historisch betrachtet einen enormen sozialen Fortschritt dar: Mit der Einführung sozialer Bürgerrechte und Sicherungsleistungen wurde den Bürgern ein Anspruch auf ein Mindestmaß an sozialer Gleichheit und Teilhabe gewährt und so einem krassen Pauperismus entgegengewirkt. 

Als eine Vermittlungsinstanz zwischen Demokratie und Kapitalismus trägt der Sozialstaat damit sowohl zur sozialen Integration in die Gesellschaft als auch zum funktionsfähigen Zusammenwirken der verschiedenen Gesellschaftsbereiche bei.

 

Nun befindet sich der Sozialstaat schon länger in einer Krise, die nicht zuletzt auch von einer von links geäußerten Kritik gegenüber ihm mitgetragen wurde. Dies erklärt sich unter anderem dadurch, dass viele der Errungenschaften, die das wohlfahrtsstaatliche Arrangement bot, aufs Engste mit negativen Folgen verbunden waren. So etwa gehörten zur sozialen Sicherung und Integration immer schon Mechanismen der sozialen Kontrolle, Normierung, Standardisierung und des Ausschlusses von bestimmten Teilen der Bevölkerung. Hinzu treten neue Herausforderungen im Zuge einer neoliberalen Umgestaltung und globalisierten Welt, die die normative Institution des Sozialstaats in ihrer Geltung aushöhlen und infrage stellen. 

 

Gewachsene Problemlagen und sozialstaatliche Lösungsangebote geraten so immer mehr in ein Missverhältnis, das die Frage nahelegt, ob es sich bei dem Sozialstaat um ein historisch ‚überlebtes‘ Gebilde handelt oder nicht doch die Notwendigkeit besteht, diesen – und seine emanzipatorischen Aspekte – zu verteidigen und dabei neu zu denken.

 

Zu Gast Claus Offe (Professor Emeritus of Political Sociology an der Hertie School of Governance) und Stephan Lessenich (Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München)

 
Zur Rekonstruktion und Aktualität der Theorie des autoritären Charakters

Donnerstag 08.02.18 | 18:00 – 21:00

 

Von #hatespeech über #fakenews, Reichsbürgertum und Rechtspopulismus bis hin zum US-Präsidenten – die Weltlage scheint so sehr aus den Fugen geraten, dass sich kaum eine Debatte ihrem Sog entziehen kann. Dass zur Erklärung dieser Phänomene mehrere Ebenen der Analyse ineinandergreifen müssten, ist weitgehend unbestritten: Milieu und Herkunftsgeschichte der Beteiligten, die Struktur der Öffentlichkeit sowie Affektmuster und Urteilsformen dürften – neben vielen anderen Aspekten – eine Rolle spielen.

 

Mit der Theorie des autoritären Charakters beziehungsweise der autoritären Persönlichkeit ist, ausgehend von Arbeiten des Instituts für Sozialforschung und der University of California in den 1930er und 1940er Jahren, ein bis heute einflussreiches Paradigma entwickelt worden, um diese Dimensionen miteinander in Verbindung zu bringen. Umso mehr muss die Beobachtung irritieren, dass es gegenwärtig eher am Rand als im Zentrum des Diskurses zu operieren scheint.

 

Trifft diese Wahrnehmung überhaupt zu? Wenn ja: Welche Gründe kämen dafür in Betracht? Sind beispielsweise die tiefenpsychologischen Zutaten des Theoriestrangs aktualisierungsbedürftig bzw. aktualisierbar? Formen die Sozialisationsbedingungen von heute Subjekte, an denen das Konzept des autoritären Charakters vorbei geht? Was lässt sich andererseits möglicherweise nur (oder besonders überzeugend) unter Rückgriff auf Theorien an der Schnittstelle von Soziologie, Psychologie und Philosophie zeigen? Kurzum: Wie aktuell ist die Theorie des autoritären Charakters?

 

Diese und verwandte Fragen werden im Rahmen der Reihe „in Context“ des Lehrstuhls für Sozialphilosophie der Humboldt Universität zu Berlin am 8. Februar von und mit Oliver Decker (Leipzig), Jan Weyand (Erlangen) sowie Eva-Maria Ziege (Bayreuth) in der „Vierten Welt“ diskutiert werden.

 

Die Veranstaltung wird organsiert von Selana Tzschiesche und Jan-Philipp Kruse.

 
Zurück zur Klassenfrage?
Soziologische Perspektiven auf den Erfolg der neuen Rechten

30.11.17 | 18:00 – 21:00

 

Die Diskussion um das Erstarken der neuen Rechten ist von einer starken Polarisierung gekennzeichnet: Die eine Seite erhebt den Vorwurf, dass die Vernachlässigung der sozialen Frage innerhalb des Diskurses der Identitätspolitik mitverantwortlich für Entstehung und Erfolg des Rechtspopulismus ist; die andere Seite verteidigt die Berechtigung der politischen Errungenschaften und theoretischen Einsichten, die im Zuge der jüngsten Emanzipationskämpfe gesellschaftlicher Minderheiten gewonnen wurden. 

Während die einen eine Rückkehr zur alten Klassenfrage fordern, halten die anderen diese Forderung für theoretisch unterkomplex und politisch fragwürdig.

 

In der Diskussion mit den Soziologinnen Cornelia Koppetsch und Silke van Dyk wollen wir der Frage nachgehen, ob und inwiefern der Begriff der Klasse für die soziologische Analyse und die politische Auseinandersetzung mit der Neuen Rechten hilfreich ist. 

Kann der Aufstieg der neuen Rechten plausibel als Resultat eines “symbolischen Klassenkampfes“ der vom gesellschaftlichen Abstieg bedrohten Mittelschicht erklärt werden (vgl. Koppetsch 2017)? Muss eine „emanzipatorische und zeitgemäße Politik“ nicht von einer Analyse der „tatsächlichen Klassenverhältnisse“ (vgl. Dowling/van Dyk/Graefe 2017) ausgehen? 

 

Diese und ähnliche Fragen werden an diesem Abend adressiert und, unter der Moderation von Rahel Jaeggi, mit Cornelia Koppetsch und Silke van Dyk diskutiert.

 
Wendy Brown: Neoliberal Revolution and Apocalyptic Populism

30.06.17 | 17:00 – 19:30

 

In her latest book, Undoing the Demos, Wendy Brown has provided an analysis of neoliberalism not just as enforced market liberalization, but as a specific form of governmentality. Under the rule of neoliberalism, subjects and institutions are molded and re-invented according to the norms of homo oeconomicus. Reification-effects are thus not described as results of economic processes but as expressions of an encompassing episteme.

 

Brown already pointed to detrimental effects for democratic self-governance from the totalization of market-rationality. In the face of Donald Trump’s recent ascend to the White House, she extends her diagnosis. Far from a break with Neoliberalism, for Brown the „apocalyptic populism“ is a reaction which allows neoliberalism to absorb much of the rage it created. Insisting on a regressive notion of freedom as entitlement, it allows right-wing movements to foreclose alternatives to the capitalist order and divert resistance. Inadvertently however, this problematic constellation also points to the possibility of a broad alliance of emancipatory forces.

Brown already pointed to detrimental effects for democratic self-governance from the totalization of market-rationality. In the face of Donald Trump’s recent ascend to the White House, she extends her diagnosis. Far from a break with Neoliberalism, for Brown the „apocalyptic populism“ is a reaction which allows neoliberalism to absorb much of the rage it created. Insisting on a regressive notion of freedom as entitlement, it allows right-wing movements to foreclose alternatives to the capitalist order and divert resistance. Inadvertently however, this problematic constellation also points to the possibility of a broad alliance of emancipatory forces.

 

We will discuss with Wendy Brown after responses held by Hannah Meißner and Rahel Jaeggi.

The event is moderated by Sabine Hark.

 
Soziale Ungleichheit, Rechtspopulismus und Anti-Genderismus.
Eine Diskussion mit Sabine Hark und Sighard Neckel

27.04.17 | 18:00 – 21:00

 

Im Rahmen der Reihe „Critical Theory in Context“ haben Sabine Hark, Professorin an der TU Berlin, sowie Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung und Sighard Neckel, Professor für Gesellschaftsanalyse und Sozialer Wandel an der Universität Hamburg, am 27. April das Thema „Soziale Ungleichheit, Rechtspopulismus und Anti-Genderismus“ in der Vierten Welt mit vielen Interessierten diskutiert.

 
Oliver Nachtwey: Die Abstiegsgesellschaft

Do. 16.02.17 | 18:00 – 21:00

 

Im Rahmen der Reihe

Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne

Organisation: Rahel Jaeggi & Isette Schuhmacher

 

„Die Moderne entwickelt sich weiter, aber gleichzeitig zurück.” Wir befinden uns in Zeiten eines fundamentalen Wandels westlicher kapitalistischer Gesellschaften: Die ‚soziale Moderne‘, die für sozialen Aufstieg und Integration stand, ist vergangen und an ihre Stelle eine Gesellschaft des sozialen Abstiegs, der Prekarität, verschärfter Krisen und Konflikte getreten.

 

Oliver Nachtwey entwickelt in seinem jüngst erschienenen Buch diese These einer regressiven Modernisierung von Errungenschaften der sozialen Moderne. Dabei zeichnet er die Erosionsprozesse auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen eindrücklich nach und beschreibt, wie mit „Sozialstaat, Normalarbeitsverhältnis, und sozialem Aufstieg“ auch das demokratische Gemeinwesen mit seinem Versprechen auf soziale Teilhabe und Integration in seiner “Geltung ausgehöhlt“ werde. All dies mag uns nicht neu erscheinen. Auf bemerkenswerte Weise allerdings schildert Nachtwey eine Krise moderner Gesellschaften in ihrer Breite, ihren Auswirkungen auf das Entstehen neuer Protestbewegungen – dem ‚neuen Aufbegehren‘ – und reaktualisiert dabei ein Vokabular der frühen Kritischen Theorie, die ihrerseits ‚kapitalistische` Entwicklungen auf die ihnen eingeschriebenen regressiven Tendenzen hin befragt hat.

 

 

Organisation: Rahel Jaeggi & Isette Schuhmacher

Interjections

Performance

 
Interjections (Liminal Act)

 Lenka Kocisova / Akkamiau 

Fructile Chaos, Fertile Nothingness, A Storehouse Of Possibilities.

Sa. 11.12.19 | 20:00 – 21:00 | Karten/Bar 19:30 | Eintritt 8/13 Euro Abendkasse

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Adaptation of Akkamiau’s InTerjeCtions EP, recently released on Detroit Underground, into a liminal performance. At “work in progress” showcase four-channels sound is accompanied by 3D visuals created by Jakub Krejci, sourcing in the original b&w animation by Anastasiia Holumbovska.

This obscure audiovisual content meets with movement performance by three female dancers from CollapsetoFraction collective under Calvin Bernauer choreography. Performers interact in between and also with the audience, work with their perception of the space and movement within, evoke emotions and create connections. Interjections deal with internal issues such as trauma or stress induced disorders in the beneficial and healing way through various forms of vibrations.

Liminality can perhaps be described as a fructile chaos. A fertile nothingness, a storehouse of possibilities, not by any means a random assemblage but a striving after new forms and structure, a gestation process, a fetation of modes appropriate to anticipating post-liminal existence.

Victor Turner

Spatial Sound Lenka Kocisova / Akkamiau Visuals Jakub Krejci |

Animation Anastasiia Holumbovska Choreography Calvin Bernauer |

Performance CollapsetoFraction | Marlene Kahl Canay Dörtyol Paula Pröbrock

Design Kamba | Technical Assistance Roy Funke

Gazed – Heimatlos(t)

Performance

 
Gazed – Heimatlos(t)

Dessa Ganda I Julia Kratz I Annett Hardegen I Çağlar Yiğitoğulları

Di. 03.12. & Mi. 04.12.2019 | 20:00 – 21:00 

Kasse/Bar 19:30 | Eintritt 3/7/11 Euro

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In Gazed – Heimatlos(t) erzählen Dessa und Julia ihre jeweilige Kindheit und Jugend in Afrika aus der unterschiedlichen Schwarz/Weiß Perspektive. Das Politische und das Persönliche vermengen sich zu einem Tableau der Afrikanisch-Europäischen Beziehungen.

 

Julia wächst als Diplomatentochter in verschiedenen westafrikanischen Ländern auf. Behütet, in einer wohlhabenden Struktur von Konsularschulen und Villen mit Swimming Pool inklusive afrikanischen Bediensteten.

 

Dessa wächst in einem einfachen Viertel von Lomé in Togo auf. Er träumte erst von einer Karriere im Militär und später als Künstler, die ihm jedoch beide im von der Diktatur heruntergewirtschafteten Land verwehrt blieben.

 

Çağlars Familiengeschichte reicht bis nach Georgien und Sibirien. Bis vor nicht allzu langer Zeit arbeitete er mit Künstlern zusammen, die aus Afghanistan und Syrien geflüchtet waren, kurz darauf musste er selbst die Türkei verlassen und arbeitet seitdem im Exil in Deutschland.

 

Gazed – HeimatLos(t) setzt sich mit Fragen zur Heimat auseinander und versucht tänzerisch und musikalisch nach einer Sprache, um diese Suchprozesse choreographisch umzusetzen; um Antworten darauf zu finden, was Heimat, Zugehörigkeit und Zuhausesein ausmacht, wenn der Boden unter den Füßen in Bewegung gerät. Die Erfahrung von Exil, von ‚out of context‘, rückt den Fokus auf das Essenzielle: Wer sind wir, wenn wir über Heimat sprechen?

 

Als Grundlage für die Zusammenarbeit teilen sich Julia, Dessa und Çağlar biographische Elemente: Die migrantische Erfahrung des Unterwegsseins und das Aufwachsen in einem strickten Kontext. Die Arbeit entsteht als kollaborativer Prozess.

 

Autoren I Performer*innen Julia Kratz & Dessa Ganda

Recherche I Choreographie Çağlar Yiğitoğulları

Outside Eye | Annett Hardegen

Fotos und Design Ted Berglund & Jack Berglund

 

Eine Produktion von Projektförderung Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin I

Vierte Welt I HZT – Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz

 

Eine Vierte Welt Produktion mit dem HZT – Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz. Gefördert von der Projektförderung Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin.