The war machine has been televised



Di. 01.10.19  + 5.11 | 18:00 - 22:00                                                                                                  

Lob des Metall


Plateau 12 über die Kriegsmaschine mündet in einer fulminanten Analyse über Schmiede, Metallurgie und einem „Lob“ auf das Metall an sich. Diese Passage ist laut Fredric Jameson eine der zentralen Entwürfe von TP. Skeptischer ist er allerdings über die in Plateau 13 über den Staat als Vereinnahmungsapparat entwickelten Thesen.  Wir befinden uns also in TB an einer entscheidenden Stelle (Fluchtlinie) und dem rauschenden Übergang von einem Plateau zum nächsten.


"Aus diesem Grund darf man erwarten, in der Analyse nomadischer Texte und mikrologischer Kriegsmaschinen die interessantesten Passagen zu finden. (Was den Staat angeht, bezieht sich das Interesse der jeweiligen Analysen vor allem auf den Vorgang des „Vereinnahmung“, der Aneignung und Annexion, die der Staat an seinen Satelliten ausübt, auf seinen begleitenden nomadischen und Guerillagruppen.) Die großartige Szene über Schmiede und Metallurgie ist es, in der sich die Demonstration einer Deleuzeschen ideologischen Analyse finden lässt, eine Analyse auf der Grundlage der Dualismen von Hjelmslevs Linguistik, die ihre Stärke aus Deleuze’ und Guattaris Insistieren auf der Exteriorität bezieht. Denn nicht nur die Kriegsmaschine ist dem Staat “äußerlich”. In gewissem Sinn ist alles, was in Tausend Plateaus theoretisiert wird, ein Phänomen der Exteriorität, da die Sprache der Interiorität, Subjektivität, Identität, der warmen Nacht, in der „alle Katzen grau sind“, selbst eines der polemischen Ziele des Deleuzeschen Denkens ist. Exteriorität jedoch, die nun plötzlich Beziehung bedeutet, öffnet ein gegebenes Phänomen zum Außen hin. Dadurch wird das einzelne Phänomen – sei es ein Text oder eine soziale Individualität – zu größeren externen Kräften in Beziehung gesetzt. Das traditionelle Vokabular der Ideologieanalyse ist ja ein relativ begrenztes, in dem für jedes dieser einzelnen Phänomene – für einen Text, eine Idee oder auch eine soziale Klasse –

Äquivalente gesucht werden und der Versuch unternommen wird, eine Korrelation herzustellen zwischen diesem und jenem Aspekt des Überbaus und der Bedingungen im Unterbau bzw. der Infrastruktur. Die Doktrin der Externalität transcodiert dies alles auf nützliche Weise und ermöglicht einen elastischeren Umgang mit dem Vorgang des Transcodierens, in dem es nicht

mehr um das Etablieren einer einfachen Eins-zu-eins-Korrelation zwischen zwei bereits vorhandenen Einheiten (beispielsweise Literatur und Gesellschaft) geht, sondern darum, zu zeigen, wie jeder Text Fluchtlinien kennt, die aus ihm selbst heraus führen, wie er scheinbar autonom ist, doch tief in seiner Struktur eine Art von Referenzialität birgt, eine Art Bewegung

aus sich selbst heraus zu etwas anderem hin."


Marxismus und Dualismus bei Deleuze | Fredric Jameson

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links:


US military is a bigger polluter than as many as 140 countries – shrinking this war machine is a must. the conversation, 24.06.2019

http://theconversation.com/us-military-is-a-bigger-polluter-than-as-many-as-140-countries-shrinking-this-war-machine-is-a-must-119269


A Republic, If You Can Keep It: Masha Gessen Talks Autocracy with Timothy Snyder.

Brooklyn Historical Society, 25.05.2017

https://www.youtube.com/watch?v=EvW3rLd45Dw&t=3556s

»If it's (Trump) Hitler, we can't do anything, and if it's not Hitler, we don't need to do anything.«


Aaron Schuster, "The Debt Drive: Philosophical Anthropology and Political Economy"  A Jnanapravaha Mumbai Conference. 14.01.19  

https://www.youtube.com/watch?v=jX2N_vOidtY

»Is capitalism a humanism?«



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