müller*****/Elisa Müller

Politisches Solo | eine aktionsform

Politisches Solo ist Performance und interdisziplinäre Aktionsform mit Vorträgen, Diskussionen, Filmsichtungen und Werkstatt:

Wie ist politische Mitbestimmung anzuwenden? Wie können wir konkreten Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse erlangen? Politisches Solo beantwortet diese Frage nicht mit einer abstrakten Analyse von Systemen, Diskursen, Macht- und Gewaltverhältnissen, sondern thematisiert den eigenen politischen Handlungsspielraum: Wo beginnt die Verantwortung eines jeden Einzelnen?

Die Performerin Elisa Müller setzt sich einer radikalen Selbstbefragung aus. Ausgehend von dem Wunsch, sich nicht nur als passive Konsumentin bestehender Systeme zu fühlen, überprüft sie ihr bisheriges und ihr noch nicht getätigtes, mögliches und notwendiges zukünftiges politische Handeln.

In der Vierten Welt wird ein Labor eingerichtet, in dem Motivationen und Strategien politischen Handelns spielerisch überprüft, neu sortiert und erprobt werden: Wie können Begriffe wie Verantwortung, Empathie, Solidarität zu greifbaren, anwendbaren Konzepten werden?



Rahmenprogramm im Anschluss an die Vorstellung

BLICKWECHSEL mit Impulsvortrag und Diskussion

Politik beginnt da, wo der Konsens endet und Meinungen verhandelt, konfrontiert, diskutiert werden müssen. Das Politische Solo fordert den Dialog auf Augenhöhe und riskiert den Blickwechsel, um über Strategien politischen Handels zu sprechen: Jeden Abend im Anschluss an die Solo-Performance präsentieren Expert_innen aus verschiedenen Feldern ihre Perspektive darauf, wie politisches Handeln aussehen kann, darf und soll. Es darf diskutiert werden!





Politisches Solo

eine aktionsform


Politisches Solo ist Performance und interdisziplinäre Aktionsform mit Vorträgen und Diskussionen.


Im Kontext der anstehenden Bundestagswahl eröffnet das Theater/Performance/Label müller***** jetzt erneut mit einer Wiederaufnahme der Produktion Politisches Solo den Diskursraum Theater: Wenn man über politische Handlungsmöglichkeiten nachdenkt, scheint die üblichste und bekannteste Form der demokratischen Beteiligung darin zu bestehen, bei der Wahl die eigene Stimme abzugeben. Überall auf der Welt fordern derzeit Menschen Möglichkeiten ein, sich zu beteiligen und in freien Wahlen gemeinsam zu entscheiden. In Deutschland wird der Vorgang Wählen oftmals müde belächelt. Welchen Wert oder Nutzen hat denn nun das politische Instrument „Wählen“? Was wollen wir von der politischen Organisationsform Demokratie und was will diese von uns? Über welche Handlungsmöglichkeiten verfügen wir? Brauchen wir mehr Demokratie?

Politisches Solo beantwortet diese Frage nicht mit einer abstrakten Analyse von Systemen, Diskursen, Macht- und Gewaltverhältnissen, sondern thematisiert den eigenen politischen Handlungsspielraum: Die Performerin Elisa Müller setzt sich einer radikalen Selbstbefragung aus. Ausgehend von dem Wunsch, sich nicht nur als passive Konsumentin bestehender Systeme zu fühlen, überprüft sie ihr bisheriges und ihr noch nicht getätigtes, mögliches und notwendiges zukünftiges politisches Handeln. Spielerisch überprüft, sortiert und erprobt Politisches Solo gemeinsam mit dem Publikum die Instrumente, Motivationen und Strategien politischen Handelns in der Organisationsform Demokratie neu: Politisches Solo ist nicht nur Performance, sondern zugleich interdisziplinäre Aktionsform.


Rahmenprogramm im Anschluss an die Vorstellung

BLICKWECHSEL mit Impulsvortrag und Diskussion

Politik beginnt da, wo der Konsens endet und Meinungen verhandelt, konfrontiert, diskutiert werden müssen. Im Anschluss an die Aufführung kommt es an jedem Abend zu einem Blickwechsel: Unter diesem Titel sind Experten aus Politik und Wissenschaft zu Gast, um aus ihrer Perspektive darüber zu sprechen, welcher Sinn oder welche Funktion Wahlen oder dem Parteiensystem zugeschrieben werden und welche Möglichkeiten der Partizipation uns das System Demokratie bietet oder bieten können. Es darf diskutiert werden!

WERKSTATT


Premiere: 31.01.2013

   05. September  |  (Nicht)Wählen als politische Strategie?


Wahlenthaltung in Zeiten der Selbstentmachtung des politischen Systems"

(Horst Kahrs, Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Sind Wahlen ein geeignetes Instrument für eine Regierung des Volkes durch sich selbst? Warum wächst gerade unter Wahlberechtigten in prekären Lebensverhältnissen die Wahlenthaltung? Was ändert sich, wenn wir (nicht) wählen? Horst Kahrs stellt Ergebnisse seiner Studie "Abschied aus der Demokratie" zur Debatte.




06. September  |  Repräsentation als politische Strategie?


"Populäre Kritik an und gern übersehene Notwendigkeit von Parteien"

(Carsten Koschmieder, FU Berlin)

Stimmt es, dass die Menschen der Politik und den Parteien immer weniger vertrauen? Wie entsteht "Parteienverdrossenheit"? Wozu brauchen wir Parteien, und wie kann und sollte man ihr Verhältnis zur Bevölkerung denken? Carsten Koschmieder argumentiert, warum die Behauptung, es gäbe eine Spaltung zwischen Parteien und Bürger_innen, problematisch ist.




07. September  |  Partizipation als politische Strategie?


"Das Ideal der direkten Demokratie"

(Dr. Michael Efler, Mehr Demokratie e.V.)

Welche Formen der direkten Demokratie gibt es? Wie wird Bürgerbeteiligung hier und anderswo in die Praxis umgesetzt? Wo stoßen die repräsentative Demokratie und das Parteiensystem momentan an ihre Grenzen? Michael Efler legt dar, in welche Richtung sich unsere Demokratie entwickeln kann und muss.


Konzept/ Performance Elisa Müller | Dramaturgische Mitarbeit Fanny Frohnmeyer | Inhaltliche Mitarbeit/Rahmenprogramm Inga Schaub | Inhaltliche Mitarbeit/Recherche Leena Crasemann Inhaltliche Mitarbeit/Ausstattung Michaela Muchina | Hospitanz Katharina Reiners | Produktionsleitung ehrliche arbeit – Freies Kulturbüro | Presse björn&björn


Eine Produktion von müller***** in Kooperation mit Vierte Welt Berlin, dem FFT (Forum Freies Theater) Düsseldorf und dem FKT (Freies Kunst Territorium) Bochum.

Gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, das NRW Landesbüro Freie Kultur und den Fonds Darstellende Künste e.V.

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und in Medienpartnerschaft mit taz und Neues Deutschland.


Das Theater/Performance-Produktionslabel müller***** wurde 2008 von Elisa Müller gegründet und entwickelt in unterschiedlichen Konstellationen Theaterproduktionen, u.a. mit dem LOFFT.Leipzig, dem Ballhaus Ost Berlin, der Fleetstreet Hamburg und den Sophiensælen Berlin. Ausgehend vom persönlichen Material der beteiligten KünstlerInnen entwickelt müller***** Formate, die die Konstruktion Theater reflektieren und nach ihrer Relevanz im öffentlichen Diskurs fragen.

[ www.labelmüller.de ]




Archiv

Premiere: 31.01.2013

Premiere: 31.01.2013


Eine kritische Betrachtung antiinstitutionalistischer Theorien | Karsten Schubert (Uni Leipzig)

Warum gibt es in bestimmten Strömungen politischen Denkens so ein großes Misstrauen gegen Institutionen? Wie könnte ein ausgewogeneres Bild der Funktion von Institutionen aussehen? Karsten Schubert fragt danach, wo der politische Raum beginnt und was Aktivismus möglich macht.

Karsten Schubert studierte Philosophie, Poltikwissenschaft und VWL. Er arbeitet an der Universität Leipzig an einem Promotionsprojekt über die Freiheit der Subjektivierung.





01.02. | Künstlerische Aneignungen als politische Strategie?


Die Arab Image Foundation im Kontext aktueller künstlerischer Praktiken | Heide Barrenechea (UdK)

Welches politische Potential haben Bilder? Welche Macht haben Bildarchive? Wie können sich bildende Künstler_innen politische Themen aneignen? Heide Barrenechea zeigt am Beispiel künstlerischer Projekte im Kontext der Arab Image Foundation, warum manchmal gerade die Fokussierung auf das Alltägliche ein politischer Akt sein kann.

Heide Barrenechea studierte Erziehungswissenschaften, Soziologie, Psychologie und Kunstgeschichte. Sie promoviert an der Universität der Künste über archivarische Praktiken als Strategien der Reaktivierung von kultureller Erinnerung am Beispiel der Arab Image Foundation.





07.02. |  Elend zeigen als politische Strategie?  


Filmsichtung: „Enjoy Poverty“ (NL/Kongo 2008) von Renzo Martens




08.02. | Alltagshandeln als politische Strategie?


Globale Gerechtigkeit und individuelle Verantwortung | Jan Brezger (FU Berlin)

Bin ich verantwortlich für globale Ungerechtigkeiten? Und wenn ja: Lässt sich dieses „verantwortlich Sein“ mit dem Begriff „Konsumentenverantwortung“ adäquat beschreiben? Jan Brezger argumentiert, dass es eben nicht genügt, nicht dazu beizutragen, dass alles nicht noch schlimmer wird, sondern dass wir politisch aktiv werden müssen, um bestimmte Prozesse zu ändern.

Jan Brezger studierte Politikwissenschaft in Berlin und Baltimore. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schwerpunkt Theorie und Ideengeschichte des Otto-Suhr-Instituts




09.02. |  Stafette statt Diskussion! : Diskursformate im Theater als politische Strategie?


Mit Dirk Cieslak (Vierte Welt) | Sebastian Löwe (ufo-Universität) | Elisa Müller (müller*****)  

Heike Pelchen (Monologfestival, Theaterdiscounter)  

Wie kann diese Sache mit der Kunst und der Politik funktionieren? Wann und wie werden Diskusformate im Theater politisch wirksam? Wir bringen zum Abschluss der Veranstaltungsreihe Organisator_innen von verschiedenen Projekten, die Kunst und Politik verbinden, zusammen und geben das Startsignal für einen diskursiven Staffellauf.


09.02. | 12:00 bis 18:00 [at] Vierte Welt


Politisierung des Blicks  


Politische Bilder, sensible Blicke

Im Rahmen des Projekts „Politisches Solo. eine aktionsform“ von müller***** /www.labelmüller.de


Susan Sontag beschreibt in „Das Leiden anderer betrachten“ die für die Moderne typische Erfahrung, dass wir durch die Fotografie zu Zuschauerinnen und Zuschauern von Gräueltaten werden, die sich an weit entfernten Schauplätzen abspielen. Aber wie und warum überhaupt kommen Bilder von Krieg und Elend auf die Titelseiten unserer Zeitungen und die Bildschirme unserer Fernseher und Computer? Was passiert, wenn ich diese Bilder betrachte? Wie kann ich mich einerseits öffnen, um sie auf mich wirken zu lassen, aber andererseits den Abstand einnehmen, den ich brauche, um über das Gesehene nachzudenken, es zu verarbeiten und vielleicht sogar zum Handeln bewegt zu werden? Der Werkstatttag bietet die Möglichkeit, sich diesen Fragen anhand von gemeinsamen Bildbetrachtungen zu widmen. Die Erfahrung des Blickens, die jeweiligen Bildmotive sowie der Vorgang der Bildwahrnehmung soll mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert werden.

Die Auseinandersetzung mit massenmedial verbreiteten Bildern von Not und Elend bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für das Projekt „Poltisches Solo“, das danach fragt, was politisches Handeln heute heißen kann. Gerade Bilder von Kriegen, Hungersnöten oder Armut können bei uns das Gefühl hinterlassen, diese Gräuel beträfen uns nicht oder Rat- und Hilflosigkeit bei uns auslösen. Der Werkstatttag versucht, auf derartige Eindrücke mit einer Politisierung des Blicks zu reagieren. Wir wollen dafür sensibilisieren, dass das Blicken alles andere als ein neutraler Vorgang ist, sondern immer schon von kulturellen, politischen und sozialen Bedingungen geprägt ist. Gerade an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft kann solch eine Sensibilisierung und Politisierung des Blickes stattfinden.

Der Werkstatttag wird von Akteurinnen und Akteuren aus Kunst und Wissenschaft gemeinsam gestaltet. Den ersten Teil gestalten Inga Schaub (Kulturwissenschaftlerin) und Ernst Volland (Künstler, Kurator, Nachlassverwalter von Jewgeni Chaldej). Ernst Volland wird darüber berichten, wie seine Begegnung mit dem berühmten sowjetischen Kriegsfotografen zu seinem Projekt „Eingebrannte Bilder“ führte; Inga Schaub wird die Notwendigkeit eines aktiven Umgangs mit Bildern theoretisch untermauern. Den zweiten Part des Werkstatttages, ab ca. 15 Uhr, gestalten Leena Crasemann (Kunsthistorikerin) und Jonas Wilisch (Fotograf). Vor dem Hintergrund einer 'Ikonografie der Armut' möchten sie gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschiedliches Bildmaterial diskutieren, das vom Anbeginn der Fotografie bis in die jüngste Gegenwart reicht. Dabei sollen bestimmte Bildformeln, Inszenierungsstrategien wie auch die Position des eigenen Blicks thematisiert werden.


Der Werkstatttag setzt auf aktive Beteiligung und lädt zur Überprüfung der eigenen Sehgewohnheiten anhand konkreter Beispiele ein. Er endet mit einem Besuch der Solo-Performance von Elisa Müller. Um vorherige Anmeldung, telefonisch oder per Mail, wird gebeten.


Die Werkstatt wird gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.