Lichterloh | Sofie Laguna  

„Ich wartete, aber worauf? Was dachte ich, was passieren würde? Der Tag ging herum, dann die Nacht, dann wieder der Tag. Welcher Spur folgten die Tage? Warum gab es so viele? Wozu waren sie da?“


„Lichterloh“ ist die Adaption des gleichnamigen Romans der australischen Autorin Sofie Laguna, in der die abgründige Geschichte einer schrecklichen Kindheit und Jugend erzählt wird. Hester wächst in einem abgelegenen Haus auf dem Land auf, eingesperrt von ihren Eltern, die sie Sack und Stiefel nennt. Die Mutter, eine rigide religiöse Frau, der Vater dumpf und unterwürfig. Es ist Hester verboten, das Haus zu verlassen, selbst der Blick aus dem Fenster ist eine Übertretung der Regeln. Das einzige Kinderbuch ist eine Bilderbibel. Wenn sie übermütig lacht, wird sie bestraft. Im Haus der Eltern bestehen ihre Aufgaben aus Putzen und Beten. Zugleich ist Hesters Welt bunt und voll. Türknauf, Löffel, Axt und Baum sind ihre Freunde. Sie sprechen zu ihr und stiften sie an, die Welt zu entdecken. Sie hat Geheimnisse. In den schlimmsten Momenten der Pein taucht Gottvogel auf und bietet ihr Schutz unter seinem Federkleid. Die Bearbeitung des Romans durch die Theaterformation Lubricat setzt ein, als Hester mit 18 Jahren ein neues „Zuhause" bekommt. Der Umzug in die Anstalt Renton. Ein moderner, hellstrahlender Ort ohne vertraute Gerüche und Gegenstände. Das Einzige, was Hester zunächst bleibt, sind die schwarzen Vögel, die sie auch in Renton weiter argwöhnisch bewachen.

Zunehmend aber bedrängen sie die bösen Geister der Vergangenheit und lassen in ihr den Wunsch keimen, für eine Nacht an den Ort ihrer Qualen zurückzukehren, um sich der Gespenster ihrer Kindheit zu entledigen.

Sofie Laguna ergreift Partei für Hester. Hesters Lebenwird ausschließlich aus ihrer Perspektive beschrieben. Die poetische Sprache und die Bildhaftigkeit des Romans zeigen sie nicht als das passive, in sein Leiden eingeschlossenes Opfer eines Missbrauchs, sondern lassen in Hester eine existenzielle Stärke und Kraft erscheinen, mit der sie ihr Schicksal auf ein anderes Leben hin überschreitet. Sie befreit sich. Hester ist unsere Heldin.

Lubricat erzählt in „Lichterloh“ von einer archaischen Mensch-Werdung. Übersetzt in die Vielstimmigkeit der Schauspielerinnen Judith van der Werff, Judica Albrecht und Mariel Supka und zusammen mit dem Comiczeichner Jonas Möhring entfaltet sich die Bildstärke des Romans im kargen Raum der Vierten Welt - die „Einfachheit" des Comics kontrastiert und komplettiert das Spiel der Figuren.


Wir freuen uns sehr, für „Lichterloh“ die Rechte zur Erstbearbeitung / Welturaufführung für das Theater erhalten zu haben. Ein Spielfilm ist in Vorbereitung.


Von und mit Judica Albrecht, Mariel Jana Supka, Judith van der Werff und Dirk Cieslak, Daniel Freymüller, Florian Guist, Annett Hardegen, Carsten Horn, Olf Kreisel, Jonas Möhring, Sabine Panossian, Volker Schmidt, Anika Schmitz, Hendrik Unger.


Lubricat theatre company in Kollaboration mit 123comics


Aufführungsrechte: Sofie Laguna c/- RS & E Walsh Holdings, Woollahra, Australia

Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten.

Trailer: Sabine Panossian

Uraufführung | Premiere | Samstag 4.Juni 2011 | 20.30 Uhr

Lebensblase zwischen Küche und Keller ... ein bemerkenswertes Spiel, textnah, konzentriert und geschlossen. Getragen wird es von den drei starken Schauspielerinnen Judica Albrecht, Mariel Jana Supka und Judith van der Werff, die alle Hester und ihre inneren Stimmen spielen, ...”

Berliner Zeitung | 7.6.2011


“Kraftvoll und sprachgewaltig... Die Schauspieltruppe Lubricat hat aus dem ungeheuer starken Romantext ein mitreißendes Theaterstück geformt.”   Neues Deutschland | 9.6.2011


“ Kalte Orgie... ein Kleinod der Schauspielkunst ...”  zitty | 13/2011

Fotos: Schokofeh Kamiz

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