Elisa Müller (Institut für WiP) & Gerhild Steinbuch

Alternative Fiction

„We are not a democracy!“ (Donald Trump)


Fr. 06. April 2018 | 20h |  19:30 | Eintritt 3 Euro


Wie werden Geschichten geschrieben - am Schreibtisch der Autorin, im Sprechen der Performerin, im Kopf der Rezipienten oder im Zwischenraum zwischen zwei Menschen, von denen er eine erzählt und der andere zuhört - oder hört, was er hören will? Wie wird Geschichte geschrieben - an den Schreibtischen der Mächtigen, der Ohnmächtigen, in Zeitungen - oder doch eher in Kommentarspalten und OnlineForen? Wer entscheidet in Zeiten von „fake news“ auf der einen und „fake media“ auf der anderen Seite, welche Art der Geschichtsschreibung gehört wird - bzw. überhaupt gehört werden kann.? 

In ihrer gemeinsamen Arbeit beschäftigen sich Elisa Müller und Gerhild Steinbuch mit der stillen Komplizenschaft von Autorin, Performerin und Zuhörer*innen des klassischen Lesungsformats und begeben sich in einen Wettstreit um die Gunst des Publikums. Welche Geschichte, welche Stimme wird gehört und wer schreibt hier wen?


Die Arbeit ist im Rahmen der Veranstaltungsreihe CON_TEXT entstanden, die versucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Insgesamt fanden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Weitere Infos: http://lettretage.de/Lettretagebuch/category/con_text/page/5/


Elisa Müller (Deutschland) gründete 2008 das Produktionslabel müller***** und entwickelt in unterschiedlichen Konstellationen und Zusammenarbeiten mit Künstlerinnen verschiedener Disziplinen Theater/Performanceproduktionen. In ihren Arbeiten werden gesellschaftliche, politische Zusammenhänge spielerisch auf die Theatersituation selbst und auf das Aufeinandertreffen von Darstellern und Zuschauern übertragen. Mit dem fiktiven "Institut für Widerstand im Postfordismus" ist sie ständiger Gast in der Vierten Welt und tritt in unterschiedlichen Plattformen und performativen Interventionen an diversen Veranstaltungsorten an die Öffentlichkeit. www.institut-wip.de 


 Gerhild Steinbuch (Österreich) studierte Szenisches Schreiben in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin. Ihre Texte erschienen in verschiedenen Tageszeitungen. Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise und war für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Sie gewann den Stückewettbewerb der Schaubühne Berlin und war Hausautorin des Schauspielhauses Wien. Für die Arbeit an ihrem ersten Roman „Berge und Täler mit Männern und Frauen“ erhielt sie das Staatsstipendium des österreichischen Bundesministeriums. Gerhild Steinbuch unterrichtet an der Universität für angewandte Kunst in Wien und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.


nazisundgoldmund.net



Mit freundlichen Unterstützung der Reihe CON_TEXT der Lettrétage, gefördert durch Senatskanzlei Berlin