Kitchen Politics-Queerfeministische Interventionen

Working Bodies

Workshop Reihe


Fr. 17.11. bis So. 19.11. | Eintritt frei


Fr. 17.11. - 18:00 - 21:00 | Sex-Work

Veranstaltung (ohne Voranmeldung)


Sa. 18.11. - 10:00 - 13:00 | Digitale Körper

Yoga-Workshop


Sa. 18.11. - 13:30-18.30 | Embodied Labor  

Workshop mit Kurz-Inputs zu Arbeitsbegriffen


So. 19.11 - 12:00 -17:00 | Selbstsorge und Communties of Care

Workshop zu Körperarbeit und Selbstsorge in politischen Zusammenhängen


Im Zentrum des dreitägigen Workshops „working bodies“ steht die Entgrenzung von Arbeitsformen im neoliberalen Kapitalismus und die Frage, welche Rolle dem Körper hierbei zukommt. Wir unter- suchen, wie Dienstleistungen zunehmend in das Private und Körperliche hineinwandern, bzw. inwiefern Körper nicht mehr nur Mittel zur Verrichtung von Arbeiten sind, sondern selbst zur Dienstleistung werden.  Wir setzen uns mit der Arbeit am eigenen Körper im Spannungsfeld von Selbstoptimierung und –ermächtigung auseinander,  schauen uns an, wie Körper, in lohnförmigen Arbeiten wie Care- und Sex-Work und im Zusammenhang mit Reproduktionstechnologien eingesetzt werden, aber auch inwiefern sie Ort von Widerständigkeit sind, etwa im Kontext von sozialen Bewegungen und Communities. Dabei geht es sowohl um die Körper derjenigen, die Sorge empfangen oder in Anspruch nehmen, als auch um die Körper jener, die Sorgearbeit für andere übernehmen. Wir werden jedoch  auch das Verhältnis zum eigenen Körper befragen und Mühsal, Lust und Ziele gegenwärtiger Formen der Selbstsorge thematisieren. Über ein ganzes Wochenende hinweg wollen wir gemeinsam in intensiven Diskussionen und unterschiedlichen Workshop-Formaten Ähnlichkeiten und Unterschiede verkörperter Arbeiten (embodied labours) erkunden und politische Perspektiven und solidarische Formen von verkörperter Arbeit als kollektive Sorgepraxis diskutieren.

In Auseinandersetzung mit dem Arbeitsbegriff bei Marx, der auf industrielle, und Objekte produzierende Arbeit ausgerichtet war, wollen wir untersuchen, wie sich Arbeitsverhältnisse und verkörperte Arbeiten , in denen Bedürfnisse nach Sorge, Sexualität und alternativen Lebensformen gegenwärtig marktförmig befriedigt werden, theoretisch beschreiben und strategisch politisieren lassen..


Als Herausgeber_innen-Kollektiv kitchen politics (Verlag edition assemblage) wollen wir mit diesem Workshop-Wochenende die queer-feministische Debatte über reproduktive Arbeiten im Kapitalismus fortsetzen, sowie Verbindungslinien und Differenzen zwischen den Diskussionen um Sorge für sich, für andere und Communities of Care politisch diskutieren.
















Victors 2005 | Lenka Klodova



Workshop Programm


Freitag 18h -21h

Öffentliche Veranstaltung ohne Voranmeldung

Sex-work

Im Mittelpunkt der Diskussion am Freitag Abend stehen verkörperte Arbeiten im Bereich kommerzieller Sexualität. Über Sex Work wird auch in queer-feministischen Kontexten immer mal wieder hitzig debattiert. Wir wollen die körperliche Dimension sexueller Dienstleistungen beleuchten, und zwar insbesondere auch im Kontext ihrer Ausdifferenzierung im digitalen Kapitalismus. . Unsere Diskussion wird ihren Ausgangspunkt an neueren Plattformen (u.a. Chaturbate) und der Frage der Unterschiede von Sex Arbeit im Bordell, auf der Straße, in Clubs und im Internet nehmen. Wie immer bei Kitchen Politics geht es schließlich auch um die Frage der Politisierung kapitalistischer, sexistischer und rassistisch strukturierter Arbeits- und Geschlechterverhältnisse sowie um Freiräume, Widerständigkeiten und die Utopie, alles anders zu machen.



Samstag 10 - 13h

Digitale Körper -Yoga-Workshop

Im Alltag gibt es eine große Anziehung, smarte Technologien zu nutzen, die Körper mit Geräten verbinden. Sind wir vielleicht schon auf dem Weg Cyborgs zu werden? Und wie verändern digitale Medien unsere Kommunikation? Welche Bedeutung haben Berührung, Resonanz und das in-Beziehung zueinander sein vor dem Hintergrund digitaler Kommunikation?

Wir laden zum Workshop ein, um durch Yoga-praxis und Gespräch die Nutzung smarter Technologie und ihre Verbindung mit unseren Körpern zu erkunden.

Was ist der persönliche Nutzen smarter Technologie und inwiefern ist dies funktional für entlohnte Arbeit?  Wo sind die Geräte praktisch für  soziale Beziehungen jenseits dieser Arbeiten oder auch nützliche Instrumente rund um Fragen der Sorge?

Wie kann Selbstsorge jenseits der Ideologie des „immer-verbunden-seins“ aussehen? Dabei geht es weniger um eine wissenschaftliche oder akademische Debatte, sondern um eine Befragung unserer Alltagserfahrungen.


Workshop in english, Vorkenntnisse nicht erforderlich.


Mit und von Victoria Larsson und Anna Stiede.


Anmeldung bis 10.November 2017 an: digitalizationandbodies@systemli.org

Bitte gib bei der Anmeldung an, ob du eine Yogamatte und eine Decke zum Workshop mitbringen kannst. Wenn nicht, werden wir eine Yogamatte organisieren.


Mit zusätzlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung


Saturday 18.11.2017 / 10.00-13:00

Digital bodies - yoga workshop

The need for the use of smart technology in everyday life, for connecting our bodies to the devices is very strong. Are we perhaps already becoming cyborgs? And what‘s about our communication? Which meaning have touch, reaction and beeing related against the backgound of digital connection?

We invite to this workshop to explore together the use of smart technology and the connection with our bodies through the practice of yoga and conversation. What are the personal benefits of using smart technology? Where does the use intersect with waged labour? Where is it useful for our social relations beyond labour or useful as a tool related to questions of care? We want to invite you to think about selfcare beyond representation and ideology of permanent connectedness.

This workshop will not be a scientific or academic debate but an interrogation of our daily lives. The Workshop will be in english. Experiences with yoga practice are not needed.With Victoria Larsson and Anna Stiede.

Please register for the workshop and indicate the title of the workshop. 

Registration till 10.November 2017 to: digitalizationandbodies@systemli.org

Please let us know if you can bring a Yogamat and blanket with you for the workshop. If not we will organize a mat for you.


With additional funding of the Rosa Luxemburg Foundation



Samstag 13:30 - 18.30

Embodied Labors - Workshop zu Arbeitsbegriffen in Reprotech-, Sex- und Carearbeit

Anhand von Kurz-Inputs zu den Arbeitsbegriffen embodied labor (Amrita Pande) und Clinical Labor (Melinda Cooper/Catherine Waldby)wollen wir in kritischer Auseinandersetzung mit dem Arbeitsbegriff von Marx Ähnlichkeiten und Unterschiede verkörpeter bezahlter Arbeiten in ihrem jeweiligen  gesellschaftlichen Kontext analysieren. Und wir wollen diskutieren, welche divergierenden politischen Strategien und Kämpfe damit verknüpft werden. Eine wichtige Frage: Welche Argumente sprechen für ein Verbot von Eizellabgabe und Leihgebären, während für Sex-Arbeit Arbeitsrechte eingeklagt werden?

Teilnahme wegen begrenzter Kapazitäten nur nach Voranmeldung  möglich

Ankommen und Pausen mit Kuchen, Snacks, Kaffee



Sonntag 12 - 16h

Selbstsorge und Communties of Care

Workshop zu Körperarbeit und Selbstsorge in politischen Zusammenhängen

12-13:30 Uhr | Selfcare/Selbstfürsorge in Aktivismus und Caring Communities

13:30-14:30 Uhr | Mittagspause, mit Snacks und Kaffee

14.30-16 Uhr | Somatische Arbeit, Sport und Fitness zwischen Selbstoptimierung und Emanzipation




Allgemeine Infos

Die Teilnahme an allen Workshop-Formaten Samstag und Sonntag ist kostenlos, aber nur nach Anmeldung möglich. Die Teilnehmer_innenzahl ist begrenzt.

Wir melden uns mit konkretem Programmablauf, weiteren Infos undTextmaterial bei euch zurück.

Für Samstag und Sonntag ist eine Kinderbetreuung vorgesehen, für die wir eine verbindliche Rückmeldung des Bedarfs bis zum 9.11. von euch benötigen.

Der Zugang zur Vierten Welt ist mit Rollstuhl ist möglich, bedarf jedoch einer Vorankündigung. Bitte kontaktiert uns mit einer Rückrufnummer, damit wir mit euch einen Treff- und Zeitpunkt unten im Haus koordinieren können.


Anmeldung: kitchen_politics@riseup.net

und für den Yoga-Workshop: digitalizationandbodies@systemli.org



Unterstützt mit den Mitteln der Projektförderung des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

Yoga workhshop mit zusätztlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung